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Diomedes

Warum hat Powergaming einen derart schlechten Ruf?

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Hallo liebe fellow Midgardler!

 

Hier im Forum kommt ja gelegentlich mal das Thema "Powergaming" auf. Dabei finde ich es persönlich äußerst faszinierend, zu sehen wie krass negativ stigmatisiert dieses Thema ist. Nicht selten liest man

a) Anschuldigungen des Powergamens, oder

b) Vehemente Zurückweisungen des Powergamens,

und das nicht nur in Kombination. In beiden Fällen wird der Begriff "Powergamer" jedoch als ausreichend befunden, eine schwere Anschludigung oder gar Beleidigung darzustellen. Das finde ich irgendwie merkwürdig.

 

Um diesen schlechten Ruf des Powergamings auf den Grund zu gehen, müssen wir ihn also erst einmal möglichst neutral definieren. Ich ziehe dazu der Einfachkeit halber vorerst Wikipedia heran, die Definition kann jedoch gegenenenfalls modifiziert werden, falls sie sich als ungeeignet oder einfach nicht konsensuell herausstellen sollte. Nach Wikipedia ist ein Powergamer ein "Typ von Spieler [...], der versucht seinen Spielercharakter so mächtig wie möglich zu machen.". Soweit so gut. Wikipedia zieht nun die sogenannte "GNS-Theorie" heran, welche Rollenspieler in drei Kategorien einzuteilen versucht. Eine dieser drei Kategorien sei der "Gamismus" oder "Problemlösende Stil", dessen Anhänger versuchen, mittels starker SCs Herausforderungen zu überwinden und anderweitige, ihnen vorgesetzte Probleme zu lösen. Powergamer seien nun "Spieler, die [...] stark dem problemlösenden Stil anhängen". Das klingt doch bisher gar nicht so schlecht, immerhin ist das Überwinden von Herausforderungen nichts schlechtes, zumindest von Spieler-Seite. 

Dann kommt Wiki allerdings zum (meiner Ansicht nach) Knackpunkt der Story. Es heißt dort, Powergamer "versuchen ihre Spielercharaktere zu maximieren und die bestmögliche Ausrüstung zu erlangen. Ein Mittel der Wahl ist dabei das Auslegen der Regeln zum eigenen Nutzen oder das Ausnutzen von Lücken im Regelwerk. Auch werden Schwächen der Charaktere nicht ausgespielt."

 

Hier sehe ich persönlich das große Problem, das viele Spieler mit "Powergamern" zu haben scheinen. Einerseits scheint dieses "Auslegen der Regeln zum eigenen Nutzen oder das Ausnutzen von Lücken im Regelwerk" von vielen nicht sonderlich gut aufgenommen zu werden - vielleicht, weil es mit Unehrlichkeit assoziiert wird? - und andererseits neigen, was ich selbst auch schon erlebt habe, viele Powergamer zu vermeitlich "schlechtem" Rollenspiel. Wenn ein SC immer alles kann, alles macht und überall an vorderster Front steht, ist das für die Mitspieler natürlich nervig, und lässt den SC, oft zurecht, wie eine charakterlose "eierlegende Wollmilchsau" erscheinen. Insofern haben die derart spielenden Egozentriker wohl den schlechten Ruf des Powergamings zu verschulden.

 

 

Es gibt jedoch auch noch eine andere Dimension des Powergaming, zu der ich mich selbst auch zählen würde. Ich selbst nenne sie den "Differenzierten Stil". Dabei geht es darum, zwar insbesondere in Bezug auf die Werte das Maximum aus einen SC herauszuholen, was die Ausnutzung aller bestehenden Regeln mit einschließt. Es müssen aber mehrere Kriterien gewahrt werden:

a) Der SC muss über eine mit der Spielwelt logisch zu vereinbarende Hintergrundstory verfügen. Das bedeutet, ein "magiebegabter Oger mit St100 und Zt100, der von Elfen aufgezogen wurde und entsprechend mit einer Hand einen Bihänder und mit der anderen elfische Magie einsetzt" ist nicht legitim. Die Hintergrundstory sollte man meines Erachtens sowieso immer mit dem Spielleiter absprechen oder sogar gemeinsam entwickeln. Das hat für die Planungen des SL massive Vorteile.

b) Der SC muss Schwachstellen haben, und diese müssen konsequent ausgespielt werden. Niemand kann alles, selbst nicht auf hohen Graden. Man sollte sich, statt einfach zu behaupten "Mein SC kann dies und das und jenes, und ist unverwundbar durch einfach alles", sich viel eher auf gewisse Kompetenzfelder beschränken, innerhalb derer man dann den SC und seine Fähigkeiten maximiert. Im Gegenzug dazu sollten aber auch "Inkompetenzfelder" gesetzt werden, die eben nur notdürftig bis nicht abgedeckt werden.

Sind diese Kriterien nun erfüllt, spricht meines Erachtens nichts gegen Powergaming. Es sollte nur einerseits nicht über bestehende Grenzen hinausgehen (seien sie bezogen auf die Gruppe, die Spielwelt oder das Regelsystem).

 

Doch das ist wohl leider nicht das, was Powergaming für einen Großteil der Spieler ausmacht.

 

Wie seht ihr das? Was ist für euch ein "Powergamer", und ab wann bzw. weshalb ist das negativ zu bewerten?

 

 

PS: Es mag sein, dass einige Leute meinen "differenzierten Stil" nicht als Powergaming ansehen. Das bleibt jedem selbst überlassen, ich bin mir jedoch absolut sicher, dass ich nach Veröffentlichung eines meiner SCs von den meisten hier als Powergamer verteufelt würde. Das ist mir aber ehrlich gesagt durchaus recht.

 

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Guten Morgen Diomedis, 

bei mir ist der Powergamer nicht direkt negativ konnotiert. 

Auf Cons sind mir mindestens zwei Typen von Powergamern aufgefallen (Das ist allerdings auch schon einige Jahre her). Ich verstehe darunter: 

1. Rollenspieler,  die ihren Charakter bis ins kleinste Detail optimieren. Regeln werden dabei beachtet. 

2. Rollenspieler, die alle Regeln nur zu ihrem Vorteil auslegen und somit das Spielgleichgewicht gefährden. Oft haben diese Rollenspieler auch übertrieben mächtige Artefakte, natürlich ohne Ausbrennwahrscheinlichkeit. 

 

Beide Formen sind für mich eine Art Rollenspiel zuspielen. Hier gibt es ja kein richtig oder falsch. Mit Kollege Nummer 1 könnte ich auch problemlos zusammenspielen, solange mir der Spieler nicht ständig zeigt, was ich hätte optimieren können und wie toll er ist. Für manche Spieler steckt der Spaß ja genau in der Optimierung ihrer Charaktere. 

Mit Kollege 2 hätte ich wenig Spaß. Hier ist eine zu große Diskrepanz zwischen beiden Spielweisen. Ich bevorzuge eher einen für mich authentischen Charakter zuspielen und lerne deshalb sicherlich nicht immer optimal. 

Letztendlich kommt es aber auch immer darauf an, wie präsent jemand am Spieltisch ist. Beteiligt sich jemand selten am Spielgeschehen fällt eine Diskrepanz gar nicht erst auf. 

Auf Cons kann ich alle Spieltypen akzeptieren. In einer regelmäßigen Runde brauche ich aber ein Gleichgewicht und ähnliche Vorstellungen davon, wie ein Charakter gesteigert/gespielt wird. 

Viele Grüße

Merwyn

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"Wenn es nicht so powergamerisch ist, ist Powergaming doch gar nicht so schlimm". Ausspreche Zustimmung.

Ich habe mit extremem Powergaming zwei Probleme: zum einen werden die verbogenen Regeln unlogisch, wenn das alle (einschließlich SL) machen, dann kann man sich am Ende auf gar nichts mehr verlassen, weil jede Regel ausgelegt und verdreht wird, bis das Gegenteil von dem heraus kommt, was da steht.

Zum anderen ergibt sich ein Rüstungswettlauf, denn um den optimierten Figuren Herausforderungen zu bieten, die trotzdem noch spannend sind, muss der SL ebenfalls mit großer Schippe auffahren. Auch das wird dann irgendwann lächerlich und unlogisch.

Ganz sachtes Beispiel der Auswirkungen in einer heterogenen Gruppe, wie von Merwyn angedeutet: ich spiele einen Ordenskrieger, der Waffenwirbel beherrscht. Er versäumt dann immer die erste Kampfrunde, während er das zaubert, und braucht dafür auch noch eine ruhige Ecke, und AP kostet es auch. Kollege Powergamer löst cool den Ring an seinem Finger aus, für den er sich mit keinem Gott auseinandersetzen muss, zahlt keine AP, kann das natürlich mit Waffe und Schild in der Hand und eine Handlung ist es auch nicht. Er schnetzelt dann schon mal los. Das Spaßbremsepotenzial ist offensichtlich.

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Letztlich hängt IMHO das Meiste vom Verhalten des Spielers am Spieltisch ab. Versucht der Powergamer wie ein Taschenlampenfallenlasser ständig nur das Spotlight auf Kosten der anderen auf sich zu ziehen, wird das Spiel unangenehm. Integriert sich der Powergamer aber und achtet auf ein gemeinsames und positives Spielerlebnis für alle, so wird er niemanden stören.

Ich selbst schätze im Regelfall Spieler, die die Regeln sehr gut kennen und zum Vorteil ihrer Spielfigur anwenden. Auch versuche ich ebenfalls, bei meinen Spielfiguren immer das Maximum aus den Regeln herauszuholen. In diesem Sinne, bin ich wohl ebenfalls ein Powergamer.

Der schlechte Ruf wird meiner Ansicht nach oft auch ausgelöst, weil die Leute Powergamer mit Munchkins gleichsetzen, die konkret versuchen, die Spielregeln zu ihren Gunsten zu brechen und letztlich zu schummeln. Hier kann und sollte man aber doch unterscheiden. Ich versuche mal eine Analogie:

Der Powergamer versucht so schnell wie möglich, eine Landstraße entlang zu fahren. 100 km/h sind erlaubt, er weiß aber, dass bei Geschwindigkeitskontrollen 3 km/h Toleranz abgezogen werden - weswegen er mit 103 km/h dahinbraust (natürlich bei besten Bedingungen und ohne andere zu gefährden). Das wäre jetzt das Äquivalent zum Ausnutzen einer kleinen Regellücke. (Streng genommen hat er die Regel zwar minimal gebrochen, aber dieser "Bruch" steht jedem offen und ist auch von offizieller Seite ("Spielleitung" oder "Regelautor") eingeplant.)

Der Munchkin hingegen weiß genau, wo die Geschwindigkeitskontrolle stattfindet, beschleunigt davor auf 170, bremst für die Kontrolle kurz auf 100 ab, und gibt dann wieder Gas. Hier wird die Regel massiv gebrochen und der Bruch möglichst vor der Kontrolle verheimlicht. Der Munchkin kommt natürlich schneller ans Ziel.

bearbeitet von Rosendorn
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Warum ich Powergamer nicht besonders leiden kann? Sie zerstören den Spielfluß. Man kommt zu einer Situation, die ist vleiiecht spannend, lustig oder unheimlich. Es wird gewürfelt und Pläne geschmiedet. Und dann kommt der Powergamer. Fängt an zu diskutieren über irgendetwas, was nicht, oder so nicht in den Regeln steht. Nachdem dem Rest der Gruppe das egal ist, lassen sie dem Powergamer schlußendlich seinen Willen, weil es sich nicht lohnt, weiter zu diskutieren (der Powergamer läßt ja auch nicht locker) und irgendwann läßt man es halt, um des lieben Friedens willen. Der andere Teil der Gruppe, inklusive Spielleiter, fühlen sich dann unwohl, sind aus dem Spielfluß draußen, alle sind leicht angepißt und man braucht meist eine halbe Stunde, um wieder in einen Spielfluß reinzukommen. Und wehe, der Powergamer entdeckt in der Zeit die nächste Ungenauigkeit.

Berühmt das überzogene Beispiel bei "The Gamers" mit "backstabbing with a ballista"

Die Unterscheidung von Powergamer und Munchkin ist ja auch erst recht spät passiert. Durch die Powergamer selbst, die dadurch sozusagen ein "gutes" Powergaming herbeidiskutiert haben. Ich kenne Powergamer auch meistens so, daß sie die Vorteile mitnehmen, auf die Nachteile dann aber ganz gerne, angeblich unabsichtlich vergessen. Das ist das, was Rosendorn schon als Munchkin bezeichnet. Ich habe aber noch keinen Powergamer erlebt, der Regeln einmal wirklich zu seinem Nachteil herbeidiskutiert hat.

Wenn eine Gruppe von Powergamern mit einem Spielleiter wie Abd spielt: Dann wird das sicher eine Super-Runde. Vielleicht eine der Besten. Wenn der Rest der Gruppe aber eher Interesse an einem Spiel hat und nicht an Regelfuchsereien, dann wird der Powergamer immer ein eher störender Faktor sein. Ist es eher so eine Gruppe, wie ich es bevorzuge (eher Story-lastig) dann ist der Powergamer sogar ein Fremdkörper.

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Ich bin bekennender Powergamer und es ist positiv. Auch auf unserer welt optimiert man sich im Rahmen des Realismus,  in der spielwelt wird die Figur sich spielweltlogisch optimieren (die spielweltlogik entsteht durch das Regelwerk). Wenn ein Spieler seine Figur als powergaming machen lässt,  sehe ich das auch als sl positiv an.

Was anderes ist das calvinball , also das biegen, brechen, ausnutzen, immer für sich und jetzt umgedeutete regeln. Das ist mist, wie eben der kollege 2. 

Das diskutieren um regeln ist dann am Tisch was, was mich richtig abtörnt,  das solte man voher geklärt haben oder erstmal mit sl hat recht hinnehmen. 

bearbeitet von Panther
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Nach meiner Wahrnehmung beeinflussen verschiedene Faktoren, ob Powergaming als störend empfunden wird.

Die Gruppe
Wenn alle (abgesprochen oder nicht) so spielen und auch so spielen wollen, gibt's kein Problem und alle haben Spaß (Gruppenvertrag).
Je heterogener eine Gruppe ist und je weniger Einverständnis (ggf. auch für sehr unterschiedliche Spielstile) herrscht, umso problematischer.

Der Spielstil
Es macht einen großen Unterschied, ob eine Geschichte gemeinsam entwickelt und erlebt wird, oder ob ein Plot "zu lösen" ist.
Das sehen manchmal zwei Pesonen am selben Spieltisch unterschiedlich.

Der Spieler
Rücksichtslose Typen spielen rücksichtslos rücksichtslose Typen, jedenfalls nach meiner Erfahrung.
Im schlimmsten Fall werden Regeln gebrochen und Würfel gedreht. Aber auch das allzu konsequente Ausnutzen theoretisch möglicher Konstrukte nervt, weil es die Stimmigkeit der Welt bricht und damit alle aus der Geschichte bringt (Kido-Schamane mit Drachenhaut, anyone?).

Der Spielleiter/das Spielsystem/die Welt
Natürlich hängt es auch von den Vorgaben ab, wie gamistisch alles abläuft.


Alles in allem hilft Reden, und Regel Nr. 0 in der individuellen Betrachtung.

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Gerade bei midgard wo die sc ja lowpower und lowmagic sind, ist gutes powergaming besonders reizvoll gute combos, die evtl dann auch mal den sl überraschen,  herrlich,  aber bitte regel konform

bearbeitet von Panther

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@Nixonians Beispiel ist typisch dafür, wenn ein Spieler, der Regeln kennt und dem sie wichtig sind, in einer Gruppe spielt, in der Regeln eine untergeordnete Rolle spielen, möglicherweise nur vage bekannt sind und gerne mal handgewedelt wird. Das hat noch nicht mal 'was mit Powergaming zu tun - wobei Powergamer natürlich sehr fit in den Regeln sein sollten und meist auch Wert auf korrekte Anwendung legen. Also, die Menge der Spieler, die diese genannten Regeldiskussionen anfangen, beinhaltet vermutlich die meisten Powergamer, dürfte aber wesentlich größer sein. Taktiker sind ebenfalls sehr gefrustet, wenn die Spielregeln nicht klar und fix sind.

Aus Abwechslungsgründen spiele ich ab und zu gerne auch mal einen Loser, der nichts wirklich kann. Einfach, um mal anders gefordert zu sein. Doch auch dann würde es meinen Spielspaß einschränken, wenn eigentlich gültige Regeln (wofür haben wir uns auf ein Regelsystem geeinigt?) einfach ignoriert werden oder unbekannt sind. Ob ich allerdings meinem Unmut sofort Luft mache und den Fehler benenne oder eben erst mal mit reduziertem Spaß weiterspiele, hängt viel von den Umständen ab. Sind es ansonsten nette Menschen und der Abend funktioniert trotzdem als Ganzes, halte ich meine Klappe und schlucke den Frust runter.

In meiner "Powergamer"-Gruppe ist es übrigens Usus, auf negative Auswirkungen von Regeln hinzuweisen und die SpF ihrer Rolle entsprechend bewusst "dumme" Handlungen vornehmen zu lassen, um noch interessantere Spielsituationen zu schaffen. Wir haben inzwischen für uns erkannt, dass uns Komplikationen und Verwicklungen mehr Spaß machen, als immer nur wie ein heißes Messer durch Butter zu gehen.

Es ist übrigens irrelevant, ob die Unterscheidung zwischen "Powergamer" und "Munchkin" früher oder später verbalisiert wurde. Sie existiert jedenfalls schon immer: Auf der einen Seite der Regelkenner, der auch gerne alle Vorteile ausnutzt und einen Sport darin sieht, ohne Betrug mehr zu erreichen, auf der anderen Seite der Schummler, der eben die Regeln zu seinem Vorteil bricht.

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Auch ich habe in meinem Spiel Powergamer-Züge, da ich das Regelwerk gerne kenne und nutze. Wo es aber frustrierend wird, sind handwedelnde Spielleiter, die sich um das Regelwerk nicht scheren. Wenn man dann mit einer cleveren Zauberkombination oder Fertigkeiteneinsatz versucht etwas zu lösen, wird man dann gerne von solchen eher storytelling-orientierten Spielleitern klein gehalten. Es kann nicht sein, was nicht sein darf... Sowas ärgert mich immer.

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Ich hatte zum Glück bei Midgard noch nie mit Powergamern zu tun. Ich kenne sie aber aus anderen Rollenspielen. Powergamer mögen sich zwar an die Regeln halten, aber sie halten sich häufig nicht an die Gesetze der Spielwelt. Einige Beispiele, denen ich in den letzten Jahrzehnten begegnet bin:

  • DSA3: Ein von einem persöhnlichen Lehrmeister ausgebildeten Magier, der fast alle der seltensten Zaubersprüche beherrscht.
  • DSA4: Viel zu viele besonders effektive Kombinationen aus Rasse, Kultur und Profession(en), die zwar regeltechnisch in Ordnung waren aber aus der Sicht der Spielwelt nicht erklärbar. Das war besonders schlimm bei DSA4.0 und wurde bei DSA4.1 etwas entschärft.
  • Star Wars D6: Eine Kampagne deren Charaktere am Ende so gut waren, dass jeder einzelne von ihnen eineen Trupp Sturmtruppler innerhalb einer Kampfrunde auslöschen konnte. Selbst der Imperator und Vader gemeinsam hätten am Ende gegen diese Gruppe keine Chance gehabt.
  • MERS: Charaktere mit einfach übertriebener Ausrüstung, die nicht einmal in die MERS-Version von Mittelerde passte.

Mir ist auch aufgefallen, dass viele Powergamer auch keinen Respekt gegenüber der Spielwelt haben.

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@ Barbarossa kannst du die genannten noch in powergamer und calvinball er unterscheiden? 

Regeltechnisch erklärt aber spielwelt unmöglich?  Klingt nach regelwerkschwäche. Solche Schwächen nutzt der powergamer nicht aus

Was ist für dich respekt gegenüber der spielwelt? 

Spielwelt, so wie du die siehst oder er sie sieht oder xxxx?

Sprechen ueber die Spielwelt Ansichten vorher ist da wichtig

 

bearbeitet von Panther

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5 minutes ago, Panther said:

@ Barbarossa kannst du die genannten noch in powergamer und calvinball er unterscheiden? 

Regeltechnisch erklärt aber spielwelt unmöglich?  Klingt nach regelwerkschwäche. Solche Schwächen nutzt der powergamer nicht aus

Da kennst Du die Diskussionen dazu von DSA nicht. Powergamer nutzen solche Schwächen aus! Und wie! Du weist garnicht, wieviele DSA4.0-Helden Trollzacker-Tagelöhner waren und ihn wirklich seltsamen Rüstungskombinationen herumliefen. Nur weil die Regel es erlauben. Mit dem Hintergrund war dies nur sehr schwer vereinbar...

6 minutes ago, Panther said:

Was ist für dich respekt gegenüber der spielwelt? 

Spielwelt, so wie du die siehst oder er sie sieht oder xxxx?

Sprechen ueber die Spielwelt Ansichten vorher ist da wichtig

Sollte dies nicht klar sein?

Man akzeptiert die Spielwelt als eine echte, lebendige Welt.

Man akzeptiert, dass die eigenen Untaten unangenehme Konzequenzen haben können.

Man akzeptiert, dass die Spielwelt von lebendigen Wesen bevölkert ist und nicht von seelenlosen Schachfiguren, mit denen man machen kann, was man will.

Und das wichtigste ist, dass nicht alles was regeltechnisch möglich wäre, auch für die Spielwelt wirklich stimmig ist. Man verzichtet auf übertriebene magische Gegenstände, die das Machtgefüge der Spielwelt massiv verändern. Man erstellt keine Charaktere, deren Hintergrundgeschichte einfach nur unrealistisch und unglaubhaft ist.

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Ich weiß nicht, ob es in die Kategorie fällt, aber mir missfallen Spieler, die sich bei der Beuteverteilung nach vorne drängeln, um dies und das für sich zu beanspruchen, was deren Figur optimiert. Da führt dann deren Spielweise auch zu einem Konflikt in der Gruppe, weil nicht einfach jeder sein Ding macht, sondern weil um die Verteilung einer endlichen Ressource gestritten wird. Und es geht ins Charakterliche, weil halt jemand mehr haben möchte, als ihm eigentlich zusteht.

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Na, natürlich muss der Hintergrund auch spielweltlogisch sein, ich spiele einen tiermeister,  der nach 16 Jahren spiel und viel spielgeschehen (75 sitzungen grad 9 m4) es langsam schafft logisch (!) Kido zu lernen

Wenn ich dann hipao anwende ist das mit panther totem spielweltlogisch...

bearbeitet von Panther

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vor 24 Minuten schrieb Eleazar:

Ich weiß nicht, ob es in die Kategorie fällt, aber mir missfallen Spieler, die sich bei der Beuteverteilung nach vorne drängeln, um dies und das für sich zu beanspruchen, was deren Figur optimiert.

Wenn bspw. der stärkste Spieler den Ring des beschleunigens und den dicksten APtrunk haben & auch noch den vollen geldanteil kassieren will bin ich bei dir, ansonsten dient das doch nur der Gruppenstärkung, einen effektiven Schlächter noch effektiver zu machen.

Und wenn der SL jetzt 2-4mal hintereinander solche Schätze vergibt, welche genau diesen Spieler noch effektiver machen, ist für mich der SL in der Pflicht gewesen sowas zu unterlassen/an den Rest passender abzuwandeln.

bearbeitet von seamus

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Ich denke, „Powergamer“ beim P&P haben nicht verstanden worum es bei einem „Rollenspiel“ geht. Der beste sein zu wollen (oder zu müssen) ... das finde ich nirgends so fehl am Platze, wie in einer Gruppe, bei der es um die Geschichte und das Kopf-Abenteuer geht.

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Ne, mir geht das auch sehr um Geschichte,  ich bin ein Rätsellöser, die Herausforderungen schaffen, das ist es, dabei spielweltlogisch stimmig, mein stylischen tiermeister auspielen, aber ich kann mich nicht mehr spielzeit als die anderen nehmen, im schön mit der Gruppe

 

bearbeitet von Panther

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In diesem Strang verwenden zu viele unterschiedliche Definitionen von Powergamer. Daher rührt auch der schlechte Ruf.

Powergamer bewegen sich nach der reinen Lehre innerhalb der Regeln, sie begreifen die Regeln als Herausforderung und ein einfaches Umgehen oder Ignorieren wäre da eine Niederlage. Aber natürlich ist kein Spieler nur mit einer Definition beschreibbar. Wenn jetzt ein Powergamer auch etwas Munchkin ist, ist dann Powergamerei für den minderen Spielspaß der anderen verantwortlich? Nein, aber die Trennung ist nicht immer einfach.

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vor 24 Minuten schrieb Jacki:

Ich denke, „Powergamer“ beim P&P haben nicht verstanden worum es bei einem „Rollenspiel“ geht. Der beste sein zu wollen (oder zu müssen) ... das finde ich nirgends so fehl am Platze, wie in einer Gruppe, bei der es um die Geschichte und das Kopf-Abenteuer geht.

Aber darum geht es doch. Zu einem Spiel gehört es die Regeln verstanden zu haben und diese erfolgreich anzuwenden. Bei einem Rollenspiel verwendet man diese Regeln um seine Rolle auszufüllen. 

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Gerade in PATHFINDER erlebt:

Ich frage, wie ich meinen Barbaren am besten steigere, also welche Kampfesrauschkraft ich nehmen soll.

Da werde ich gefragt, ob ich denn "ragecyclen" möchte. Ab einer gewissen Stufe kann der Barbar seinen Kampfesrausch beenden ohne erschöpft zu sein. Dann in der näcshten Runde wieder für eine Kampfrunde in Kampfesrausch verfallen um weitere Boni zu bekommen, dann wieder Kampfrausch beenden usw.

Das ist alles völlig innerhalb der Regeln, ist für mich aber absolut stimmungstötend und ich würde es als Powergeming bezeichnen, wenn jemand in einem Kapfm fünfmal oder öfter in einen Kampfesrausch verfällt und zwischendurch immer wieder "zur Besinnung" kommt.

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@Widukind Dann ist Pathfinder kein System für Dich. Pathfinder belohnt Spieler, die wissen welche Fähigkeiten aufeinander aufbauen. Es ist sogar von Vorteil, wenn ein Spieler schon beim auswürfeln weiß wo er landen möchte. Geht mir einen Schritt zuweit, aber ein Hinweis darauf, dass Powergaming schlecht ist, ist das nicht. 

bearbeitet von Abd al Rahman
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Um den ruf zu verbessern muss man wohl jedem dem Unterschied zwischen powergaming und calvinball erklären

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Hier gab es schon jede Menge Diskussion und keinen Konsens: 

Die zweifelhaften Aspekte wie Schummeln oder Regeln biegen usw. mal außen vor gelassen: in negativer Hinsicht hängt für mich vor allem noch das Thema „Nachteile vergessen“, wie es Nixonian oben beschrieb, am Powergaming. Besonders einfach fällt es, diese Nachteile zu vergessen, falls sie nicht in formale Regeln gefasst wurden.

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