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Eleazar

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  1. Im Prinzip kann ich dir zustimmen. Ich behaupte auch nicht, dass Midgard das beste Rollenspiel sei. Erstens ist mein Horizont dafür zu klein und ich kenne zu wenig. Zweitens geht es um meinen subjektiven Geschmack - um das von mir gewünschte Spielgefühl. Und da matched es bei mir und Midgard und ich bin zufrieden. Und wenn ich zufrieden* bin, dann muss ich nicht länger rumsuchen. Das Einarbeiten in neue Regeln ist für mich eine Hürde, die kleinere Optimierungsgewinne auffressen würde. Außerdem ist mir die Gruppe wichtiger als das System. Und meine alte Gruppe spielt nun mal Midgard. Selbst das (für mich) perfekte System mit intuitiven Ausbau- und Bewegungsregeln würde vom Spielgefühl meilenweit nicht an das gute Spielgefühl ranreichen, wenn ich das nicht mit meinen Freunden spielen würde. *Zufriedenheit, nicht Perfektion als anstrebenswertes Ziel, ist für mich sowieso eine Maxime. Wenn ich mit etwas zufrieden bin, reicht mir das in der Regel. Vielleicht passe ich noch ein bisschen an. Im Zweifelsfall ist meiner Erfahrung nach das Gras auf der anderen Seite eh immer grüner. Es gibt noch genug, mit dem ich unzufrieden bin, auf das ich Energie verwenden kann. Das heißt nicht, dass ich nicht auch interessehalber in andere Systeme gucke und schaue, wie die was regeln. Aber ich habe meist keinen Bock, mich darin komplett einzuarbeiten. Und im Zweifelsfall kann ich nach den Midgardregeln und ein bisschen Kreativität so gut wie alles machen, was mir so in den Sinn kommt.
  2. Ich wollte nur darauf hinaus: Spielst du ein kleines System und guckst nicht auf die anderen, dann bist du in ner Bubble. Spielst du ein sehr großes System und guckst du nicht auf die anderen, dann bist du im Mainstream und alles andere sind Exoten. Wenn du bei den Großen mitspielst, dann wird die Abschirmung gegen andere ganz anders gesehen. Die Begriffe werden nicht unbedingt neutral verwendet. Bei kleineren Systemen wird eher erwartet, dass du dich auch anders informierst. Bei großen Systemen ist es halt so. Aber im Prinzip ist das ja auch egal.
  3. Wäre überhaupt mal interessant, wie lange man noch von einer "Bubble" sprechen kann. Ich vermute mal, dass viele DSA- und DnD-Spieler systemtreu sind. Aber DnD ist bei einem gewissen Alter so omnipräsent, dass die sich wohlmöglich fragen, ob es noch was anderes gibt. Also weniger Blase und mehr schon Lufthülle des Planeten. Bei Midgard fällt es halt auf, weil der Anteil der Midgardspieler am großen Kuchen eher klein ist.
  4. Ich sag auch nicht, dass M5 ohne Schwächen ist, aber die Schwächen im Lernsystem behindern mich nicht im Spiel. Ehrlich gesagt stresst mich eine Charaktererschaffung mit Kaufsystem weit mehr und es inspiriert mich auch nicht. Und Agens/Reagenz interessiert mich nicht die Bohne. Braucht kein Mensch, außer den Mager, wenn er sein Spezialgebiet auswählt. Die Macken in anderen Systemen kann ich nicht so gut ignorieren. Oder sie bedienen nicht den Komplexitätsgrad, den ich mag.
  5. Keine Ahnung, wie ich das vergleichen soll. Dafür spräche für mich, dass ich mit Midgard immer schon sehr zufrieden war. Und da war Midgard eben einfach das erste Rollenspiel. Als mein kleiner Bruder mit DSA anfing, habe ich das Regelwerk mal durchgelesen und war von dem kindlichen Stil und den Zaubernamen echt abgestoßen. Da war ich einfach nicht mehr die Zielgruppe. Alles, was ich danach mal gespielt und getestet habe, hat mir keinen Mehrwert gegenüber Midgard gegeben, sofern es das Fantasygenre betraf. Traveller fand ich schlecht gemacht. Bei Shadowrun gefiel mir das Setting, die Regeln sind allerdings sinnlos kompliziert. Und über Deadlands und den Shadowrun-Clon bin ich an Savage Worlds geraten. Grundsätzlich finde ich Spielregeln aber auch nicht so interessant. Regeln lernen ist mühsam und lästig und an sich erst mal kein Teil des Spaßes. Da müsste also ein großer Mehrwert abzusehen sein, mich in ein neues Regelwerk einzuarbeiten. Entweder, dass ich ein neues Genre spielen kann. Oder dass ich ein schlechtes Regelwerk (SR) gegen ein besseres (SW) austauschen kann. Vaesen würde mich interessieren, allein weil ich mir wegen der tollen Illus das Regelwerk geholt habe. Demnächst muss ich mich in Warhammer einarbeiten, weil der neue SL unbedingt das leiten will. Wenn ich nicht zwei Jahre pausieren will, muss ich in den sauren Apfel beißen. Wenn ich mich so im Tanelorn umsehe, dann sind da sehr viele Spieler, die sehr viele verschiedene Systeme spielen und immer wieder auch auf neue Systeme umsteigen. Für meinen Geschmack sind das sehr eigenartige Gelüste, aber da ist halt jeder anders. Was ich mir vorstellen kann, ist dass man in der Midgard-Szene wenig Druck und auch weniger Anregung bekommt, mal was anderes zu spielen. Denn dafür bräuchte es ja Leute, die den neuen heißen Scheiß mitbringen und andere mitziehen, dass mit ihnen zu spielen. Da sind das Forum und die Midgard-Cons nicht die idealen Biotope für. Denn hier trifft man sich ja, um über Midgard zu diskutieren oder um Midgard zu spielen. Es gibt Anzeichen, dass dem so sein könnte. Für mich ist der maßgebliche Punkt allerdings, dass ich M5 auch für das beste Rollenspiel halte, dass ich je gespielt habe. Klar, kann ich auch was anderes ausprobieren. Aber bislang hat sich das nicht wirklich gelohnt - wenn es denn auch Fantasy war.
  6. zwischendurch kam die Moderation
  7. Ich glaube, die Formulierungen tun der Diskussion nicht gut: Eine "abgeschottete Gemeinschaft" kann man schnell als moralischen Vorwurf verstehen. "Offenheit" ist meist ein positiver Wert an sich und "Abschottung" per se was Negatives. Als Elsa und/oder Jürgen die Vokabel benutzten, ging es aber um einen ganz bestimmten Aspekt: Die Midgard-Szene ist einfach so organisiert, dass die Außenwirkung in die restliche Rollenspielszene relativ überschaubar ist. Das ist natürlich aus Werbezwecken definitiv schlecht, aus vielen anderen Gründen aber durchaus gut oder egal. Vielleicht wäre Midgard ohne dieses Kuschelforum und die reinen Midgard-Cons nie so alt geworden. Vielleicht hätte es einen ganz anderen Zulauf bekommen. Das weiß keiner. Und so wie es ist, ist Midgard bislang ja erst mal eine Erfolgsgeschichte Ich denke bloß, dass die "Abschottung" der Midgardszene ja nicht aus niederen Beweggründen oder wegen einer allergischen Reaktion gegenüber der restlichen Rollenspielumwelt geschehen ist. Und es muss daher ja auch nicht kritisch gesehen werden. Hier im Forum gibt es ja immer wieder Posts von Leuten, die auf Cons mitgeschleppt wurden oder die ins Forum gestolpert sind und sich sehr gut aufgenommen fühlten. Insofern gibt es keine Abschottung. Aus Marketingsgesichtspunkten gäbe es noch Optimierungspotential. Aber das war mit einem so kleinen Verlag wahrscheinlich auch nicht zu stemmen.
  8. Aber dann bist du ja juristisch umfassend beraten und dann weißt du wie es geht und dann kannst du einem anderen Softwarespezialisten hier im Forum deine Erkenntnisse weitergeben, der das dann für Microsoft macht... (... schreibt ausgerechnet der, der hier von Tuten und Blasen keine Ahnung hat). ;) Doch ich hoffe wirklich, dass es in ein paar Jahren technische Möglichkeiten geben wird, die hier auch dem digitalen Fußvolk bislang ungeahnte Möglichkeiten eröffnen werden.
  9. Es liegt eben auch daran, dass Midgard eben immer ein "kleines" System war. Auf ner größeren Con hättest wenig Auswahl an Midgard-Runden gehabt und sicher auch nicht viel Abwechslung bei den Leuten. Bei einem reinen MidgardCon hast du das optimale Biotop - außer für die Werbung.
  10. Ich muss auch sagen, dass der Schwampf mir so gar nichts gibt. Anderen aber schon und wenn die deswegen ins Forum schauen und ab und zu auch die anderen Stränge mit Leben erfüllen, um so besser.
  11. So absolut gesehen, widerlegt ja bereits ein Gegenbeispiel die These. Und sobald man nicht vollkommen abgeschottet ist, ist man ja schon wieder relativ offen. Ich weiß nicht, ob es von Branwen oder Jürgen oder sogar beiden kam, aber die haben es zumindest so gesehen. Wobei "abgeschottet" wohl das falsche Wort ist. Es gibt aber eben zwei Strukturen, in denen sich die Midgard-Gemeinde überregional organisiert und das ist das Midgard-Forum und das sind die Midgard-Cons. Und die beiden tragen nunmal dezidiert Midgard im Namen nicht nicht allgemein P&P. Und klar, wenn man MIdgard toll findet, dann wird man in den beiden Bereichen einfach optimal bedient. Warum auf ne Con fahren, in der Midgard eventuell nur am Rande vorkommt? Warum in einem Forum diskutieren, in denen Midgard von vielen schlecht dargestellt wird? Eine mögliche Antwort wäre: Aus missionarischem Eifer. Aber das ist anstrengend. Ich bin wirklich nicht gut informiert, aber ist das Konzept der Midgardcons als Übernachtungscons nicht auch was Besonderes? Das ist natürlich auch gemeinschaftsbildend. Moderation Hab das Thema aus diesem Thema ausgelagert. @Eleazar Dein Beitrag war der passendste für den Einstieg in die Diskussion.
  12. Es ist immer die Frage, wann diese Theorie gezückt wird und welche Alternativen am Ende zur Debatte stehen. Wenn ich von eine Bewältigungsprozess spreche, dann ist a) das Problem unausweichlich und b) das Ziel / die Aufgabe mehr oder minder unstrittig. Zumindest bei b) hätte ich in unserem Kontext deutliche Anfrage. Und dann wird das Anspielen dieser Theorie durchaus manipulativ, weil es Zwangsläufigkeiten voraussetzt oder Alternativlosigkeiten proklamiert, die es in gewissen Szenarien so gar nicht gibt. Und ja, es gibt Veränderungsprozesse, die ich nicht oder schlecht bewältigen kann, denen ich mich aber stellen muss. Und es gibt Veränderungsprozesse, die ich anders angehe, als derjenige, der den Prozess initiiert hat, das von mir wünscht oder erwartet. Ich muss nicht in allem folgen, weil sich das wer anderes so gedacht hat.
  13. Bist du neu im Forum? ;)
  14. Vielleicht ist das Angebot einfach Schrott? Oder längst nicht so gut, dass ein großer Teil der Leute hier mitgehen würde? Du unterstellst scheinbar, dass die Kritik an oder die fehlende Begeisterung für Damatu daran liegt, dass diejenigen psychologisch einen Veränderungsprozess nicht bewältigen können. Damit schiebst du den Schwarzen Peter auf die Kritikerseite. Dagegen möchte ich mich eigentlich verwahren. Ich finde es ein bisschen lustig, dass da ein Fehler bei mir liegen sollte, wenn mir ein Produkt nicht gefällt, dass sich so essentiell und leider eben nicht im positven Sinne vom Vorgängerprodukt unterscheidet. Ich sehe es so, dass Pegasus die Leute aussortiert hat oder die Zusammenarbeit mit ihnen beendet hat oder nicht mehr fortsetzen konnte, die eine eher evolutionäre, traditionswahrende Vision von M6 hatten. Ich war ganz am Anfang im Regelteam mit dabei. Das klang noch sehr verheißungsvoll. Auch sehr anders und durchaus mutiger als die Wechsel von 2 nach 3 nach 4 nach 5. Wäre dieser Weg weiterverfolgt worden, wäre die Stimmung hier ne andere, was die Akzeptanz von M6 betrifft. Das hat aber nichts mit meiner Bereitschaft zu tun, mich auf Änderungen einzulassen oder was Neues auszuprobieren. Für mich ist das Angebot einfach sehr unattraktiv.
  15. Danke für den Hinweis. Das Konzept, dass sich ja an den Trauerprozess nach Kübler-Ross anlehnt, funktioniert aber nur, wenn man einer Entwicklung nicht ausweichen kann und der allgemeine Fortschritt, das Ziel einigermaßen klar ist. Wenn jemand gestorben ist, musst du dich mit dem Verlust abfinden und ins Leben zurückfinden. Wenn du die Senderumstellung auf HD blöd findest, kannst du irgendwann kein Fernsehen mehr gucken. Wenn dein Arbeitgeber die Pforten schließt, wirst du dir eine neue Arbeit suchen müssen. Das Haus of Change ist in Raum 1 und 2 relativ eindeutig, wenn der Change nicht von Anfang an begrüßt wird (war bei mir bei der Einführung von M2, M4 und M5 der Fall). Aber von da an kann alles Mögliche passieren. Vor allem aber kann der Change komplett abgelehnt und nicht vollzogen werden: Ich bleibe bei M5 und M6 kann mich mal. Ich wechsel zu DSA und M6 kann mich mal. Ich höre auf zu spielen, weil das eh keinen Sinn hat. ... Dann zieht man quasi in ein anderes Haus und durchläuft da die Räume 3 und 4. Ich reagiere aufgrund von Erfahrungen in einem ganz anderen Kontexr ein bisschen allergisch auf das Modell (und auch auf die Grafik da drunter), weil das oft herrschaftlich eingesetzt wird, um Änderungen nach dem "Friss oder stirb-Prinzip" durchzusetzen. Nach dem Motto: "Der wird sich schon damit abfinden, der braucht nur noch ein bisschen Zeit". Von oben herab wird diktiert, dass andere sich in ihre Pläne einfinden und das nachher auch noch gut finden müssen. Dabei gibt es oft Alternativen: Das anvisierte Ziel kann zum Beispiel aufgrund von Widerständen noch mal verändert werden oder die Veränderung kann aufgrund von Widerständen modifiziert werden. Nicht, wenn jemand gestorben ist, aber in vielen anderen Fällen schon. Dessen ungeachtet werden sicher alle in einiger Zeit ihren Frieden mit der Situation gemacht haben. Wie sie das tun und wie sie sich entscheiden, ist nun wieder maßgeblich für unsere Community.

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