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Rosendorn

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Über Rosendorn

  • Rang
    SüdCon-Pensionär
  • Geburtstag 29.03.1917

Persönliches

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    http://www.midgard-forum.de/showthread.php?t=2192
  • Name
    Stefan
  • Wohnort
    Ravensburg - Schönste Stadt der Welt
  • Interessen
    Ja!
  • Beruf
    Definitiv!
  • Biografie
    Geboren und noch lebend!
  1. Der Ton im Forum

    Also gut, wenn es der Abd so will: Nee, ernsthaft, ist halt so wie mit dem Begriff "Powergamer" - ich musste jetzt eben auch lernen, dass ich gegenüber den meisten hier den Begriff besser nicht verwende, weil sie ihn anders als ich verstehen (wollen). @Eleazar muss das nun eben für den Begriff "Moppelkotze" lernen. Ist halt so, kann man nichts machen. Beharren bringt nichts, in der Bibel steht ja schon sinngemäß, dass leichter ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als ein Midgärdner seine Einstellung zu irgendwas ändert.
  2. Ich bin ja auch ein bekennender Optimierer. Zuhause lerne ich möglichst effektiv, das heißt, ich schaue vor allem, was meiner Figur sinnvoll Spielanteile und Spotlight beschert, wobei ich darauf achte, dass ich nicht versehentlich in den Expertenbereich einer anderen Figur komme. Da unsere Figuren gemeinsam erschaffen werden, weiß man ja Bescheid, wer welche Rolle im Spiel zu füllen wünscht (das ist dann ja auch ausgehandelt) und ich bleibe bei meiner. "Erlebnisse" meiner Figur interessieren mich für die Fortentwicklung weniger, aber da ich dort aufstocke, wo mir im Spiel etwas gemangelt hat, ist das Ergebnis letztlich das gleiche. Je nach Spielsystem kann es schon mal vorkommen, dass ich ein wenig längerfristig plane - in manchen Spielen muss man für gewisse Ziele Vorbedingungen schaffen, was ich dann auch mache. Als ich noch auf Midgard-Cons ging, habe ich mich der Usus der mitgebrachten Figuren gefügt und einfach welche direkt auf verschiedenen Graden erschaffen, die mir möglich flexible Einpassung auf unterschiedlichste Gruppen und Abenteuer erlaubten. Punkte haben mich nie interessiert, "gesteigert" habe ich diese Figuren auch nicht - höchstens ausgebessert, wenn das Spielerlebnis suboptimal war.
  3. Warum hat Powergaming einen derart schlechten Ruf?

    @Drachenmann: Nachdem hier als "Powergamer" unter anderem von Barbarossa Rotbart nur der gruppenstörende Egomane benannt wird, können deine Mitspieler keine solchen sein. Sie sind bestenfalls "Regelfüchse" oder gruppendienliche Optimierer oder meinetwegen erfolgsorientierte Gamisten - aber keinesfalls "Powergamer".
  4. Warum hat Powergaming einen derart schlechten Ruf?

    Bevor jetzt wirklich jeder seine persönlichen Anekdoten zur Historie vom eigenen Kennenlernen des Begriffs "Powergamer" abliefert, einigen wir uns vielleicht darauf, dass in manchen Blasen von Anfang an der Begriff negativ konnotiert war und in anderen neutral. Wäre das nicht einfacher? Es ist ja schon von fast allen Seiten festgestellt worden, dass er jedenfalls zum aktuellen und eigentlich einzig relevanten Zeitpunkt in den meisten Blasen negativ verstanden wird und höchstens ein paar Exoten wie Abd, ich und wenige andere ihn neutral gebrauch(t)en - wir also somit zumindest hier im Forum demokratisch gesehen falsch liegen.
  5. Warum hat Powergaming einen derart schlechten Ruf?

    Nein, eigentlich ist es genau anders herum. Mal abgesehen davon, dass im deutschen Sprachraum dieser Begriff sowieso erst Ende der 90er mit den ersten MMORPGs auf breiter Fläche aufgetaucht ist, findet man noch ältere Quellen (teilweise aus den 70ern), in denen "Powergamer" zunächst wertneutral als Spielstil bezeichnet wurde, bei dem es eben dem Spieler in erster Linie darum geht, mit seiner Spielfigur möglichst viel Macht (engl. eben "power") anzuhäufen. Wenn man sich die Urfassungen von D&D anschaut, wo die Spielfiguren auf bestimmten Leveln automatisch Gefolgsleute, Burgen und Ländereien bekommen, sieht man recht schnell, dass das wohl der ursprüngliche Spielstil von Gygax und Co war. Die negative Deutung begann mit dem Aufstieg der sog. Storyteller-Systeme v.a. Vampire und der Rest der World of Darkness. Wobei ja gerade die unglaublich zum Powergaming einladen und entsprechende Spieler anziehen - aber das ist wirklich ein anderes Thema. Die Genese und Geschichte ändert aber nichts daran, dass der Begriff faktisch inzwischen "verbrannt" wurde. Einerseits sicherlich durch Menschen, die ihr Powergaming auf für Mitspieler unangenehme Weise vorantrieben, andererseits vermutlich auch durch welche, die ihren eigenen, anderen Spielstil durch Abwertung des Powergamings erheben wollten. So oder so wird er inzwischen (und das schon locker seit 20 Jahren) wohl bei vielen nur noch negativ wahrgenommen.
  6. Warum hat Powergaming einen derart schlechten Ruf?

    @Barbarossa Rotbart: Dann zeige doch mal auf, wo ich in meinen letzten Posts den Wiki-Definitionen widerspreche.
  7. Warum hat Powergaming einen derart schlechten Ruf?

    Eigentlich ist @Barbarossa Rotbarts Definition von Powergamer ganz einfach: Er nimmt alle Merkmale des Powergamings und nur wer all diese Verhaltensweisen und Motivationen absolut und bis zum Anschlag erfüllt, ist ein wahrer Powergamer. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass alle anderen, die Powergaming zwar toll finden, aber nicht von Powergamer-Ablehnern abgelehnt werden wollen, einfach mal eine Regellücke auslassen oder einen unbedeutenden Nachteil ins Spiel einfließen lassen und schon sind sie keine Powergamer mehr. Allerdings ist so eine Definition für die Diskussion eher weniger hilfreich. Powergaming ist eine Spielweise, die eigentlich dort beginnt, wo das Hauptspielziel des Spielers darin besteht, seine Figur so mächtig wie möglich zu machen. Da ist eine ganze Bandbreite möglich und man kann darüber sprechen, bei welchen Verhaltensweisen sich andere Spieler gestört fühlen oder welche Nebenziele der Powergamer noch verfolgen sollte, damit das Spiel mit ihm erträglich oder gar schön wird. Wenn ich aber nur in Absoluta spreche, dann brauchen wir nicht weiter reden, weil der Big-Badass-Powergamer nun einmal für alle nicht Big-Badass-Powergamer ein schwer erträglicher Mitspieler ist und lediglich andere Big-Badass-Powergamer ihn im Rahmen den Wettbewerbs untereinander ertragen können. Ich nehme mal wieder eine Sportanalogie. Tennis. Nach Rotbarts Vorgehensweise wären nur der jeweilige Weltranglistenerste und alle die mit ihm mithalten können Tennisspieler und sonst niemand. Ich sage aber, dass mein 75-jähriger Vater auch Tennisspieler ist. Vielleicht kein guter, aber der Wille und das regelmäßige Spiel ist da - und er nutzt alle Möglichkeiten, die er hat, um in dem Sport so erfolgreich wie möglich zu sein. Er optimiert sein Tennisspiel, soweit er eben kann, auch wenn er vermutlich niemals gegen irgendjemanden im zweistelligen Bereich der Weltrangliste auch nur einen Satz gewinnen würde. Immerhin haben mich Rotbarts Ausführungen wieder darauf gebracht, was vermutlich das entscheidende Merkmal für Powergaming ist und auf dieser Basis könnte jeder genauer definieren, ab welcher Ausprägung oder Verhaltensweise das Powergaming für ihn am Spieltisch störend wird. Übereinstimmend wird selbst in den ältesten (noch neutralen) Definitionen von Powergaming festgestellt, dass der Powergamer seine Figur so effektiv und mächtig wie möglich entwickeln will. Er will den Umständen entsprechend mit einer möglichst starken Figur starten und dann möglichst zügig viel "Power" (= Macht, Durchschlagskraft) erreichen. Das kann Kampfstärke sein, aber bei anderen Rollenspielen sind beispielsweise auch soziale Skills sinnvoll einsetzbar, um die Herausforderungen damit zu gewinnen. Ich denke da gerade an meinen elfischen Pornomancer von Shadowrun, einem Ki-Adepten, der alles auf Charisma und unterstützende Ki-Fähigkeiten gelegt hat und sich wirklich durch alles quatschen oder schlafen konnte. Der war letztlich viel effektiver und vor allem vielfältiger als mein mächtiger Trollstraßensamurei mit dicken Wummen, Delta-Cyberware, Riggerkontrolle und einem kleinen Heer von Drohnen. Welche Mittel (Regellücken ausnutzen, schwächste Nachteile auswählen und ggf. ignorieren, mächtige Artefakte besorgen etc.) der Powergamer dazu benutzt und welche Verhaltensweisen (Regeldiskussionen, Eingriffe in die Spielerfreiheit der Mitspieler, Abwürgen von Ausspielzeit etc.) er dabei an den Tag legt, entscheidet letztlich darüber, wie er von den Mitspielern wahrgenommen wird.
  8. Warum hat Powergaming einen derart schlechten Ruf?

    P.S.: Fast alle D&D- und Shadowrun-Spieler sind übrigens Powergamer. Aber halt nicht "Big-Badass"...
  9. Warum hat Powergaming einen derart schlechten Ruf?

    Leute, @Barbarossa Rotbart hat lediglich wieder eine eigene Definition von Powergamer. Da muss man nicht diskutieren. Einfach nicken und akzeptieren. Ich nenne sie für mich einfach den "Big-Badass-Powergamer", dagegen sind wir alle Waisenknaben!
  10. Warum hat Powergaming einen derart schlechten Ruf?

    Das ist beides nicht richtig. Der Begriff Munchkin wurde von den meisten eher ignoriert, da für sie der Begriff "Powergamer" praktisch alles abdeckt. Außer dir nutzt niemand den Begriff "Calvinball" - es ist mir auch nicht gelungen, irgendwo eine sinnvolle Erklärung dazu zu finden, weil ich ihn auch noch nie in dem Zusammenhang hörte. Es gibt nur ein "CCCG" namens "Calvinball" und diesen Artikel: http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/Calvinball However - trotz aller Versuche ist und bleibt hier in diesem Forum der Begriff "Powergamer" eben ein negativ besetzter Begriff vom Regellückenausnutzer, Regeldiskutierer, Nachteilevergesser usw. usf.
  11. Warum hat Powergaming einen derart schlechten Ruf?

    Wobei Midgard gerade für Munchkins auch eine ganze Reihe an Möglichkeiten bietet. Theoretisch offene magische Artefakte (+5/+5-Waffen, ABW 0 Amulette etc.), Zufallsgeneration von Figuren (Warum nicht alles auf 100?), sehr komplexe Steigerungsmöglichkeiten, wo man schnell mal ein paar Goldstücke und EP hinzuerfinden kann, was kaum nachvollziehbar ist etc. Gerade die durch den Zufall sehr große Bandbreite an Mächtigkeit, lädt förmlich dazu ein, die Grenzen zu dehnen... Und wenn ich dann noch meine Figur regelmäßig auf Cons bei unterschiedlichen SL spiele - wer kann dann noch nachprüfen, woher mein ABW01-Amulett gegen alles und mein Landschwert *(+6/+6) kommt?
  12. Warum hat Powergaming einen derart schlechten Ruf?

    Mit "Specialist" bezeichnet Laws einen Spieler, der sich völlig auf eine bestimmte Charakterklasse spezialisiert hat und immer nur diesen Typus spielt. ("Ich bin der Ninja!")
  13. Warum hat Powergaming einen derart schlechten Ruf?

    Wäsch bezieht sich bei seiner Klassifizierung aus Robin D. Laws "Robin's Laws of Good Game Mastering" von 2002 und der Optimierer ist dort tatsächlich mehr oder weniger die Übersetzung von "Power Gamer". Die offizielle deutsche Ausgabe von Laws' Buch ("Gutes Spielleiten") übersetzt den Begriff nicht, sondern spricht auch vom "Power-Gamer". Der "Power Gamer" von Laws ist dort übrigens neutral beschrieben - einfach jemand, der als Spielziel hat, seine Spielfigur immer mächtiger werden zu lassen. Diese Beschreibung ist übrigens 2 Jahre älter als der hier zitierte Wikipedia-Artikel auch in der englischen Version. Der neutrale Gebrauch ist also ein wenig ursprünglicher... Wie auch immer, der Begriff "Gamist" kommt im Normalfall aus einer ganz anderen Quelle, nämlich der GNS-Theorie von Ron Edwards, die ihren Anfang 1997 nahm. Ein sehr interessanter Ansatz, wie man Spielgruppen oder auch Spiele klassifizieren kann. Ich selbst neige danach eindeutig zum Gamism, andere hier im Thread (besonders diejenigen, die Powergamer ablehnen) dürften eher in Richtung Narrativism orientiert sein. Interessant ist dazu auch die Beschäftigung mit dem "Big Model", das ebenfalls von Ron Edwards entwickelt wurde - wobei beide Theorien natürlich umstritten sind. So oder so ist es lohnenswert, sich damit zu beschäftigen, weil das durchaus zu interessanten Einsichten über die Funktionsweise von Rollenspielen führen kann. Besonderer Lesetipp sind die in der Wikipedia verlinkten, weiterführenden Artikel und Webseiten. Der "Frustbomber" ist im Original ja der "Butt-Kicker" - ich mag die Bezeichnung... Jedenfalls bringt uns das alles nicht weiter und entfernt sich auch immer weiter von der Ausgangsfrage, die in meinen Augen geklärt ist. Was die (neutrale) Klassifizierung von Spielstilen angeht, sollten wir vermutlich in einen anderen Thread gehen.
  14. Warum hat Powergaming einen derart schlechten Ruf?

    Kurze Antwort: Jemand, der sich viel (auch außerhalb der Spielabende) mit seiner Figur beschäftigt, daran rumbastelt, bewusst steigern, schöne Hintergrundgeschichten erdichtet etc. Lange Antwort: https://richtig.spielleiten.de/2011/11/01/das-barbie-spiel/
  15. Warum hat Powergaming einen derart schlechten Ruf?

    Ich habe Barbiespieler beispielsweise auch nie als negativ empfunden und finde die Bezeichnung sogar auf augenzwinkernde Weise charmant. In manchen Spielen bin ich selbst sogar sehr gerne einer! Mich würde mal ein neutraler Begriff für einen Spieler interessieren, der sich gerne intensiv mit den Spielregeln beschäftigt, diese zu seinem Vorteil und dem der Gruppe einsetzt und Spaß an einer starken Figur mit guter Ausrüstung hat. Der Begriff soll so einen Spielstil mit Schwerpunkt auf Regeln und Benutzung derselben wirklich neutral wiedergeben. Muss auch nicht besonders lobend sein.
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