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  1. Letzte Stunde

  2. In Deiner tendenziellen Einschätzung stimme ich Dir zu. Aber ich halte es nicht für eine allgemeine Wahrheit. Ansosten: Jein. Auch wenn es sehr danach scheinen mag, daß ich eine extrovertierte Person bin, entspricht dies nicht meiner eigentlichen wahren Natur - die ist eher stiller. Allerdings habe ich im Laufe der Jahre über das LARP gelernt, die "Rampensau" geben zu können. Das tue ich jedoch nicht generell, sondern nur in bestimmten Kontexten. Ich kann das mittlerweile gewissermaßen ein- oder ausschalten. LARP ist im Grunde eine geschützte Sandbox. Du kannst alle möglichen Dinge tun und Interaktionen spielen, die im wirklichen Leben völlig undenkbar wären bzw. die man als normaler Mensch einfach niemals tun würde. (Natürlich gibt es beim LARP aus gutem Grund auch bestimmte Tabus oder immer die Möglichkeit eines "Not-Aus", wenn sich ein Spieler oder eine Spielerin von einer Situation im Spiel überfordert sieht). Nehmen wir mal folgendes Beispiel: Ich denke, jeder von uns kann sich eine Person vorstellen, der wir persönlich aus dem Weg gehen würden. Sagen wir, dem "Bully" vom Schulhof. Oder vielleicht kennt so manch einer die Situation, spät in Bahnhofsnähe einer Großstadt unterwegs zu sein, wo man möglicherweise vorsichtshalber einen gewissen Bogen um zwielichtige Grüppchen macht, anstatt direkt an ihnen vorbei zu gehen. Echtes Leben also. Sagen wir mal, statt beim Pen&Paper willst Du im LARP einmal spielen, was Du in Wirklichkeit nicht bist: Der Söldner, Barbar, oder Kämpfer. Du hast dann irgendeine Form von Gewandung, wahrscheinlich ein Schwert oder eine Axt, vielleicht ein Schild oder ein Kettenhemd. Deine Ausrüstung signalisiert Kämpfer. Aber Dein Habitus atmet förmlich "harmloser Normalo". Denn das bist Du ja im echten Leben - und diesen Habitus kannst Du nicht einfach so ablegen - und man riecht ihn sieben Meter gegen den Wind trotz Deiner Ausrüstung. Im Spiel wirkst Du damit also erst einmal auf die anderen wie ein unerfahrener Rekrut - und damit liegen sie ja auch gar nicht so falsch. Um Dich herum steht noch ein halbes Dutzend dieser Art. Ihr unterhaltet Euch über den "bösen Ritter", der gerade in der Taverne ist, vor dessen Tür ihr steht. Gefährlicher Mann. Gefürchtet. Hat zig Untaten begangen. Gehört festgesetzt, keine Frage. Ihr seid sieben. Der ist allein. Gegen Euch sieben hat er allerdings keine Chance - aber er würde jeden einzelnen von Euch in Nullkommanix in Scheiben hacken. Wenn ihr ihn umringt, um ihn zu überwältigen, kann es schon sein, daß er einen oder zwei von Euch "mitnimmt" und vielleicht noch mehr Verletzungen davontragen. Nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit wirst Du aber überleben. Die Tavernentür fliegt auf, der "böse Ritter" kommt raus. Sekundenbruchteil: Er sieht Euch und kapiert GENAU, worauf ihr aus seid. Ohne zögern oder mit der Wimper zu zucken, marschiert er direkt auf Deine Gruppe zu mit fies grimmigen Blick. Ihr müßtet jetzt Eure Schwerter ziehen - jeder wartet auf den anderen. Der "böse Ritter" ist noch drei Schritte enfernt, hält weiter auf Euch zu. Schwert nicht mal gezogen. Euer Pulk teilt sich, der "böse Ritter" geht ohne mit der Wimper zu zucken durch die Gasse, die ihr gebildet habt, hindurch und durch das Burgtor hinaus, ohne sich auch nur nach Euch umzudrehen. Erst als er aus Eurem Blickfeld verschwunden ist, lösen sich Eure Zungen: "He, sag mal, warum hast Du Dein Schwert nicht gezogen?" "Hast Du doch auch nicht!" "Wir hätten die Sau fertiggemacht!" Hättet ihr, habt ihr aber nicht. Original Spielsituation - ich war einer aus dem Pulk... Du stehst dann da und glaubst selbst nicht, was (nicht) passiert ist: Ihr wart in der Spielsituation unzweifelhaft im Vorteil. Ihr hattet alles, was ihr braucht. Ihr wart sogar "die Guten" und im Recht. Im Spiel hättet ihr das - alle - zu 95% überlebt. Vielleicht wären ein, zwei nieder gegangen, weitere hätten womöglich ein, zwei Schwerthiebe abbekommen. Aber dann wären sicher die Heiler aus der Taverne durch den Lärm angelockt worden und hätten Euch sogleich "gerettet" Ihr beginnt "außerhalb des Spiels" zu denken: "Verdammt, ich bin zweihundert Kilometer hierhin gefahren, hab dafür bezahlt, mich mit Schaumstoffschwertern zu hauen. Jetzt hatte ich die Möglichkeit auf dem Silbertablett, wäre "der Held" gewesen und nehme sie nicht wahr? WARUM NICHT, zum Teufel?! Ihr rationalisiert - alle - daß Euch, hättet ihr gekämpft, die Schaumstoffschwerter bei Treffern auch nicht wehgetan hätten. Stattdessen habt Ihr Euch im Spiel wie Feiglinge verhalten - und ein paar Umstehende haben alles mitangesehen, wie peinlich... Das was Ihr darstellen wolltet und was ihr dargestellt habt, könnte ferner nicht auseinanderliegen. Katastrophe!!! Im weiteren Verlauf traust Du Dich nicht "den Grafen" anszusprechen, weil Du ja nicht wichtig bist. Weil Du einen Moment zu lange zögerst, greift ein anderer zu, als der Ent im Wald die "Goldene Wurzel " rüberreicht. Und so weiter. Und so fort... Und das alles in der geschützten Sandbox LARP, wo rational GAR NICHTS Schlimmes passieren kann. Beim Kofferpacken vor der Abreise hast Du Dich out-game mit dem Spieler des "bösen Ritters" noch unterhalten, der sich als ein total umgänglicher und netter Kerl herausstellt. Gibt's doch gar nicht!! Glaub mir, ich kenne wirklich das Gefühl, keine Rampensau sein zu können. Aber Du beginnst nachzudenken: Wie hat er es denn nun "geschafft", daß Du Angst hattest? Warum konnte er den abgebrühten Kämpfer geben, so wie Du ihn eigentlich am liebsten selbst darstellen würdest? Irgendwann, eines Tages, kommst Du auf den Trichter, daß Habitus oder Verhaltensweisen aus dem "echten" Leben im LARP auf dieselbe Weise wirken. Vermutlich "passiert" das anfangs eher unterbewußt, bevor man es bewußt realisiert und rationalisiert. Als nächster wichtiger Schritt muß dann "nur noch" die Mauer im Kopf eingerissen werden: Im echten Leben bist Du ein friedlicher Normalo. Aber im Spiel ist es nicht schlimm, Dich genau so arschig zu verhalten, wie der Bully auf dem Schulhof, den Du im echten Leben verachtest. Du überwindest Dich, ein bißchen "Bully" zu sein. Und - lo and behold - das funktioniert tatsächlich. Alle anderen Spieler kennen den "Bully" - und nehmen ihre Reaktion auf ihn aus dem "echten" Leben ins Spiel und für die Reaktionen ihrer Charaktere mit - die Verachtung und die Angst. Und darum kommst Du mit Deinem "Bully" im Spiel durch. Die nächste Stufe der Erkenntnis, die viel später kommt, ist diese und viel tiefgreifender: Mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit kämest Du mit Deinem "Bully" aus dem Spiel auch im echten Leben durch. Das ist augenöffnend bis verstörend. Alles mögliche, was Du im Spiel probierst an sozialen Interaktionen, würde im echten Leben vermutlich auch funktionieren. Das ist auch saumäßig interessant. Du kannst also hingehen und bestimmte Dinge im Spiel einfach ausprobieren oder üben. Leute einschüchtern, Leute erheben und stolz machen. Ihnen Verantwortung im Spiel geben oder wegnehmen. Die ganze Bandbreite. Du siehst ja, was wie funktioniert und was nicht. Und wenn's funktioniert, probierst Du es mal im echten Leben aus - hoffentlich nicht den "Arschloch-Teil"... Es ist ernüchternd, wie leicht viele Menschen zu manipulieren sind - um Gutes zu tun oder auch Böses. Ich habe im Spiel hunderte Leute zur Wut angestachelt. Oder Dutzende vor Trauer zum Weinen gebracht, daß ihnen die Tränen herunterliefen. Das war - wirklich - unheimlich. Ich dachte mir: "Mein Gott, was hast Du da jetzt angerichtet - Spiel hin oder her!" Ich habe aber auch Hunderte aus dem "Tal der Hoffnungslosigkeit" herausholen können. Meist freilich alles in kleinerem Maßstab. Aber verdammt - ich bin kein ausgebildeter Manipulator, Rhetoriker, Demagoge oder sowas. Und wenn ich das als Laie hinkriege, der eigentlich aus der introvertierten Ecke kommt, was können dann Menschen tun, die sich gewissermaßen "professionell" auf dem Gebiet bewegen - und zwar nicht im Spiel? Im echten Leben will ich keine Leute oder Gruppen manipulieren oder mit deren Gefühlen spielen. Da schalte ich die "Rampensau" lieber aus und begnüge mich damit, vielleicht mal in einem Forum, wenn nicht wortgewaltig, dann zumindest wortreich daherzukommen, wenn mir gerade der Sinn danach steht. Kann sein, muß aber nicht. Um den Kreis zu schließen: Vor diesem Hintergrund "juckt es mich" natürlich durchaus in Rollenspiel-Runden und reizt mich das Ausspielen mehr als der Würfelwurf. Ich glaube aber, das Gefühl des Introvertierten und Stillen nicht vergessen zu haben, der am Tisch auf seine Chance hofft. Ich komme aus der Ecke... Francesco di Lardo
  3. Gestern

  4. Bilder hinzugefügt zu ein Bilderalbum, erstellt von Leif Johannson in Fantasy
    KI wird immer besser..Das hier sind nur einige wenige Beispiele.
  5. Ich würde gern mitspielen P.S.: meinst du nicht Sonntag?
  6. ich würde gern mitspielen: ich hatte als char: επίσημος φορέας Jakchos Priester Alejandro Domínguez Escoto, Thaumaturger-Ermittler Dotti Botterblom, Halblingsköchin (Heiler)
  7. Thema von jul wurde von Puschel beantwortet in Midgard Cons
    Freiwillige Mitschnarcher gesucht: Da ich stark schnarchen kann, werde ich versuchen, mir ein Einzelzimmer zu sichern. Es sei denn, es gibt hier erwachsene Mitschnarcher, die sich nicht dran stören? Dann können wir uns auch gerne ein Doppel- oder Viererzimmer teilen. Allerdings kommt für mich nur ein "unteres Bett" in Frage. Ich plane, die gesamte Con auszunutzen: also Mittwoch bis Sonntag.
  8. Ja, definitiv. Es ist ein bisschen mehr "die Gruppen kennen" als "sich auf eine Formel verlassen". Es hilft auch, sich zu verinnerlichen, dass Nebenfiguren bei vollem Bonus in der Range +9 bis +18 liegen, Spielfiguren aber in +5 bis +19 bzw. +4 bis +14 in den Resistenz. Das heißt, alle Spielfiguren, die nichts bis wenig ins aktive wie passive Überleben in einem Kampf investiert haben, gegnerischen Figuren mit Kompetenz 1 (die mit vollen Bonus agieren) generell statistisch unterlegen sind. Wobei natürlich beide Seiten mit einem W20 würfeln und jede Augenzahl mit derselben Wahrscheinlichkeit gewürfelt werden kann. 🙂 Trotzdem gibt es, wenn man ungefähr weiß, wo die Spielfiguren liegen, zumindest eine halbwegs belastbare Orientierung. Diese Grundlage ist aber mehr von den individuellen Fertigkeiten abhängig als dem Grad.
  9. Ja, wir werden da sein.
  10. Ein Szenario für Abenteuer 1880 England 1893: Sir Reginald und Lady Fenella Ponsonby wenden sich an eine/n unserer Abenteurer*Innen, die/der ein/e Freunde*In der Familie ist: Ihr zweitältester Sohn Edward wird seit drei Tagen vermisst, nachdem er vom Trinity College, Universität Cambridge, wegen „unehrenhaften Betragens“ relegiert worden ist (wie übrigens seinerzeit auch schon sein Vater). Nach Angaben von Doktor Oswald, seinem Tutor in Cambridge, hatte sich Edward auf den Weg zum Bahnhof gemacht, um den Abendzug nach London zu nehmen. Es ist durchaus möglich, dass er den Bahnhof nie erreicht hat. Lady Fenella ist verzweifelt – sie hat Angst, dass Edward wegen der Relegierung „etwas Dummes“ getan haben könnte. Die Detektive machen sich nach Cambridge auf, den verschwundenen Ex-Studenten zu finden, und geraten mitten in eine Verschwörung gegen die Regierung Ihrer Majestät! Hinweis: Dieses Abenteuer beruht auf dem Szenario The Dreaming Spires für das Rollenspiel „Leagues of Adventures“ von Triple Ace Games. Ich habe es bereits auf dem Breuberg-Con angeboten, wo es auf einigen Zuspruch gestoßen ist, Wer es kennt, sollte bitte nicht mitspielen. Mitspieler*Innen mit Maschinenwesen, Mechanik und/oder Sprengmeisterschaft wären besonders nützlich. Spieltermin: Donnerstag, 19.11.26, von 10.00 Uhr bis max. 22.00 Uhr. Gesucht werden fünf Spieler*Innen. Jul _______________________ _______________________ _______________________ _______________________
  11. Thema von Wyndor wurde von Solwac beantwortet in Rollenspiel-Smalltalk
    Die Elfe sieht klasse aus, eindeutig eine leicht verpeilte Magierin.
  12. Wir hatten uns für "unsere" Version wegen der Umsatzsteuer entschieden. Mit der Buchpreisbindung hatte das nichts zu tun. Meeresdruide hat das gerade sehr schön dargelegt.
  13. Thema von Abd al Rahman wurde von Ma Kai beantwortet in Neues im Forum
    War da was? Mal wieder völlig geräuschlos... sauber, sauber...
  14. Vielen Dank, das hast Du sehr schön formuliert. Ich war anfangs der Ansicht, dass ein separater Bereich im Forum vielleicht besser wäre. Aber ich verstehe Deine Ansicht und kann mich dieser nun auch aus eigener Überzeugung anschließen. An dieser Stelle auch ein großes Dankeschön an @Bruder Buck und Dich @Abd al Rahman !!! Es war und ist gewiss nicht einfach, mit seiner eigenen Trauer umgehen zu müssen und trotzdem für uns andere hier im Forum dieses schwere Thema zu betreuen (Spendenaktion, Informationen zur Trauerfeier,...).
  15. Da braucht es ja keine Vorankündigung, er muss nur den Termin für uns festsetzen, z. B. Mi-Fr😉
  16. Thema von Quicksilver wurde von Wyndor beantwortet in Konzertsaal
    Ich liebe es, Musikern, die was drauf haben, zuzusehen. Ich schau mir die Clips meist nur deswegen an, nicht um den Song zu hören. Einfach großartig.
  17. Thema von stefanie wurde von Slüram beantwortet in Midgard Cons
    Das muß heissen:
  18. Letzte Woche

  19. Moderation Die Diskussion, ob soziale Fertigkeiten ausgespielt werden oder nicht wurde abgetrennt und in das bestehende Thema Würfeln oder spielen? geschoben vom Modfeuer Bei Nachfragen bitte eine PN an mich oder benutzt den Strang Diskussionen zu Moderationen
  20. Thema von Leif Johannson wurde von Leif Johannson beantwortet in Midgard Cons
    Ok, damit haben schon mal genügend Spieler Interesse. Mal schaun, wann es sich ergibt.
  21. Die Erläuterungen von @Prados Karwan leuchten mir ein und sind gut spielbar, danke auch für den Hinweis, dass man im beschriebenen Fall beim Addieren der Boni im Sinne der Stimmung und der Spieldynamik die Regeln auch mal flexibel auslegen kann. Aber als Nachtrag: Wie oben beschrieben, war ich ursprünglich der Ansicht, dass nach Abschluss von Blutsbrüderschaft stiften keine Magie mehr zwischen den Blutsbrüdern wirkt. Dass die Blutsbrüderschaft nach den angegebenen Regeln wieder aufgehoben werden kann, beweist aus meiner Sicht nicht das Gegenteil: Nur der Zauberer, der die Verbindung geschaffen hat, kann sie wieder aufheben und der weiß (auch ohne Magie?) genau, wo er in den Köpfen der Blutsbrüder die betreffenden Links gesetzt hat. So, wie er diese Links ohne zuvor vorliegende Magie eingefügt hat, kann er sie als der einzige, der über das entsprechende Wissen verfügt, jetzt auch wieder entfernen, ohne dass hier zwischenzeitlich noch Magie wirken muss(te). Hätte ich jetzt intuitiv angenommen, die Annahme kann natürlich beliebig falsch sein. Das ist aber nichts, was man hier im Detail ausdiskutieren müsste, nicht dass man mir noch Haarspalterei nachsagt :-D. Die spieltechnisch relevante Frage wurde ja bereits beantwortet.
  22. Hier ein lustiger Beitrag zum Thema "wie gefährlich ist KI", der aber dennoch zum Nachdenken anregen könnte: Der Postillon"Beruhigt euch! Wir würden die Menschheit niemals auslösc...In letzter Zeit häufen sich die Warnungen, dass sich Künstliche Intelligenz zu schnell entwickelt. Dass die Menschheit die Kontrolle verlieren könnte.
  23. Einen deutschen Trailer gibt es jetzt auch: https://youtu.be/1GlZQ2fgLqs?si=IqwDU2OjHRcusz_Q
  24. Für Schnellentschlossene: wir starten jetzt mit "Sturm über Ägypten" Abenteuer 1880

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