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Francesco di Lardo

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  1. Ich kenne das Abenteuer nicht, doch ist mir die altnordische Kultur nicht ganz fremd. Vielleicht kann man an dem "Automatismus" der Friedlosigkeit schrauben. Ich denke, historisch würde es normalerweise erst einmal eines Thingbeschlusses bedürfen, um die Friedlosigkeit zu erklären. Hierfür müßte natürlich erst einmal ein Thing anberaumt und der Angeklagte zu diesem Thing geladen werden. Wenn der Geladene dort nicht erscheint, so gilt dies als Schuldeingeständnis. Um auf dem Thing die Gefahr zu vermindern, nicht "übergebügelt" zu werden, würde es zudem nicht schaden, wenn der Geladene dort mit einer größeren Gefolgschaft zu erscheinen - nur um sicherzugehen... Jemanden friedlos zu erklären ist ferner so ziemlich das härteste Urteil, daß ein Thing fällen kann. Als Vogelfreier kann der Betroffene von jedem erschlagen werden, ohne dafür mit Sühneforderungen der betreffenden Sippe rechnen zu müssen. Geht man vom Grundgedanken aus, daß der Einzelne ohnehin nicht "überlebensfähig" ist, sondern nur im Schutze und der Gemeinschaft der Sippe im harten Lebensalltag bestehen kann, bedeutet dies letztlich nichts anderes als Verbannung mit allen Konsequenzen. Darüber hinaus ist das nordische Recht in erster Linie ein Schadenersatz-Recht. Vor diesem Grundgedanken käme ich auf die Idee, vor einer Friedloserklärung ggf. erst einmal ein Wergeld festzusetzen (wobei ich - wie gesagt - die Zusammenhänge des Abenteuers nicht kenne). Für die Zahlung desselben ist zunächst der Verurteilte zuständig, doch wenn er dies nicht kann, dann eben dessen Sippe. Erfolgt die Wergeldzahlung nicht, ist natürlich die Frage, ob diese durch jene "durchsetzbar" ist, dem sie zusteht. Wenn nein, mag jener dann den Kürzeren ziehen. Wenn ja, dann könnte der Verurteilte per Thingbeschluß seine Freiheit verlieren und müßte als Unfreier im Dienst des Gläubigers seine Schuld (nach vorherigen Einzugs und Verwertung allen Eigentums) seine Schuld (ohne Zinszahlungen) abarbeiten, bevor er sie wiedergewinnen könnte. Oder es könnte seitens der Gläubiger-Sippe gegenüber der Schuldner-Sippe ggf. zu einer Fehde kommen, was man jedoch für gewöhnlich vermeiden würde wegen der unabsehbaren Folgen von Blutrache, Gegenblutrache usw. usf. Fazit: Ich würde am "Automatismus" ansetzen und damit als Spielleiter erst einmal Zeit gewinnen. Wenn es zu einer wie immer gearteten "Verhandlung" kommt, wäre erst einmal der Sachverhalt zu klären, insbesondere, was für ein "Schaden" eigentlich entstanden ist. Dieser wäre dann ggf. über ein Wergeld zu begleichen. Wenn dies geschieht, dann gäbe es auch keinen Anlaß mehr für eine Friedloserklärung.
  2. Zufällig über dies hier gestolpert... https://www.youtube.com/watch?v=5IMU5or-VFo Das ist zwar Robotik und nicht ChatGPT, aber...
  3. Und die LLMs bzw. Statistikmaschinen sind dabei, in unglaublichem Tempo und gigantischer Masse das Netz mit Inhalten zu fluten. Das sind dann die "neuen Trainingsdaten" von morgen. Man könnte also sagen, daß die Trainingsdaten, nach denen die KI giert, in zunehmendem Maße zu degenerieren drohen als sich selbst verstärkender Teufelskreis. Ein Blick auf die "Vorschlagsliste" bei YouTube, wenn man sich dort ohne Account und große Cookie-Historie einloggt, illustriert dies so eindrucksvoll wie erschreckend. Es ist - in gigantischem Stil - das, was der notorische Steve Bannon gesagt hat: "The Democrats don't matter... The real opposition is the media. And the way to deal with them is to flood the zone with shit". Sein Ausspruch war zwar hier auf die Demokratische Partei in den USA gemünzt. Aber es liegt nicht ganz fern, daß dieser Ansatz auch mit Blick auf die Demokratie als System funktioniert.
  4. Was - noch - vergleichweise "harmlos" ist. Und doch wieder nicht im geringsten "harmlos". Die von mir gestellten Fragen nach der Verantwortlichkeit stellen sich freilich in diesem Fall ganz genauso.
  5. Regeln sind fundamental wichtig, um die Menschen zu schützen. Aber die EU braucht ebenso leistungsfähige eigene KI, um ihre Interessen zu schützen. Exakt! Eben genau so ist es. Wer trägt hier die Verantwortung? Die "Ingenieure", das "Management", das "KI-Unternehmen" als wirtschaftliche Entität, "der Staat", der nicht regelmentiert? Wer? Und wer zahlt den Schaden? Bis Gerichte sich dieser Frage auch nur nähern, sind wir bei längst bei ChatGPT v12+ mit allen zugehörigen Konsequenzen. Man kann dies parallel anschauen bei dem gesellschatlich-sozialen Flurschaden, die die sogenannten "sozialen Medien" anrichten: Nach mehr als einem Jahrzehnt beginnen die ersten zaghaften Versuche, diese einzudämmen. Australien und in diesen Tagen gerade Frankreich verbieten die Nutzung für Kinder und Jugendliche unter einem gewissen Alter. Dabei ist die Umsetzung ungeklärt oder funktioniert nicht richtig. Und die Gerichtsprozesse darum haben noch nicht einmal begonnen. Bis dies in weiteren 10 bis 15 Jahren - vielleicht - durch ist, ist es längst zu spät. Ein Trump, ein Orban sind längst gewählt, die davon profitieren und deshalb einen Teufel tun werden, diese Entwicklungen einzuhegen. Im Gegenteil, denn sie sind eine Grundlage ihrer Macht. In ein paar Wochen werden wir nach den Landtagswahlen in den östlichen Bundesländern die "deutsche Variante" davon beobachten können. Abgesehen davon ist es ein Herumdoktoren an Symptomen aber nicht an der Ursache. Verursacher sind ganz klar die Plattformanbieter, die sich in Sachen Verantwortung einen schmalen Fuß machen, obgleich sie - mittlerweile vielfach belegt - ganz genau wissen, was ihre Algorithmen anrichten. Der Versuch im Nachhinein zu regeln, kommt zu spät und wird zu wenig erreichen. Es braucht schon jetzt bzw. schon längst Reglementierung für den Schutz nach innen. Nach außen ist zum Selbstschutz die Rücksichtslosigkeit zu spiegeln, mit der man von dort konfrontiert wird. Das ist brachial teuer. Das ist rasend schwierig und teils unpopulär. Das ist m.E. nach am Ende aber "billiger", als sich zum Spielball, Produkt oder Objekt machen zu lassen. Ohne "Sicherheit" im weitesten Sinne ist "alles nichts". Die "Knarre" im weitesten Sinne, über die Du gebietest, muß so groß sein, daß man Dich (bzw. die Knarre) respektiert. Wenn Du dann Deine "Knarre" nicht ungeniert einsetzt, um andere zu unterwerfen, dann sind wir vielleicht in der Nähe von etwas, was man Demokratie nennen könnte.
  6. Ich gebe Dir grundsätzlich Recht. Allerdings braucht es auch jemanden, der sich an Regeln hält. Es ist nicht damit zu rechnen, daß man davon ausgehen kann. Kümmern Putin, Xi und Trump EU-Regeln? Bestenfalls als Lippenbekenntnisse oder solange sie noch mit hard power hinterfüttert sind. Letzteres läßt sich u.a. auch mithilfe von KI unterminieren.
  7. Da werden noch ganz andere Dinge passieren: Wenn KIs schon wegen eine internen Test "ausbrechen", wie lange dauert es noch, bis sie herausfinden, was für Potential in der Manipulation von Aktienmärkten steckt (oder bis Leute sie dazu benzutzen, sie zur persönlichen Bereicherung dazu zu verwenden)? Was, wenn eine KI auf die Idee kommt, Erpressungen durchzuführen, um etwa "benötigte" Ressourcen zu kommen? Kurz gesagt: Die Vertrauenswürdigkeit kompletter "kritischer Infrastrukturen" aller möglichen Arten steht infrage, wenn nicht einmal mehr die Fachleute und Entwickler in der Lage sind, KI im Zaum zu halten. Wer badet dies am Ende aus? Das werden die normalen Leute - "wir alle" sein. Die Auswirkungen mögen vergleichbar sein mit denen der Dampfmaschine in der Industrialisierung. Die ging mit enormen sozialen Verwerfungen einher, die zu sozialen Konflikten geführt haben, welche ein zuvor unvorstellbares Ausmaß hatten (nicht zuletzt in Form von Kriegen). Man kann nun sagen, irgendwann bekam man dies "irgendwie wieder unter Kontrolle" - schließlich leben zumindest wir im Westen in historisch unvergleichbarem Reichtum. Gleichzeitig kann man die "Kontrolle" aber noch immer hinterfragen, wenn man die Frage global betrachtet, u.a. mit Blick auf den Klimawandel. Davon abgesehen ist der Krieg mit KI längst ganz heiß: Beschäftige Dich mit dem Einsatz von KI im militärischen Sektor und Du wirst sehen, daß hier längst Maschinen autonom über den Tod von Menschen entscheiden und ihn auch umsetzen. Die Möglichkeiten dort entwicklen dort genauso rasant, wie bei unseren unschuldigen Bildern, die wir mit KI für Midgard generieren. Und sie werden eingesetzt, sobald sie verfügbar werden.
  8. Es lebe das Papier! (Tod den Papierfischchen...) Dies sind so Fälle, wo es in meinen Augen geboten ist, die Hintermänner ganz persönlich in Kontakt mit der physischen Welt kommen zu lassen. In diesem Fall scheint der Mann ja identifiziert worden zu sein. Dann bekommt er eben mal Besuch und wird auf eine Reise eingeladen, die er nicht ablehnen möchte. Es gibt Punkte, wo sich Staaten nicht auf der Nase herumtanzen lassen dürfen und Leute verstehen müssen, daß es dann kein Versteck, keine Sicherheit, kein "war nicht so gemeint" und keinen Samthandschuh mehr gibt.
  9. Also, wenn Du mir Quantengravitation einfach erklären kannst, dann hast Du mein Ohr. Ich habe mir da vor zwei, drei Jahren sogar mal ein "Buch für Laien" zu dem Thema gekauft, gestehe aber, jenseits der 4. Dimension irgendwo verloren gegangen zu sein. Was wundersamer Weise wieder den Kreis zu Midgard (irgendwie...) schließt - vor laaangen Jahren habe ich mal ein paar Hundert von diesen Perry Rhodan Heftchen gelesen, wo man ja gern auch mal in höheren Dimensionen unterwegs war. Hab zwar noch kein Midgard - Perry Rhodan gespielt, aber vielleicht kann man dort ja so etwas skillen... 😉 Francesco di Lardo
  10. Absolut! Hier würde ich schon sagen: Geschmackssache. Manche bevorzugen komplizierte Regeln, die mehr Möglichkeiten bieten, gegenüber einfachen Regeln, die leichter zu lernen und "zugänglicher" sind.
  11. Ich habe viele Jahre eine Kampagne gespielt, da war das Grundmotto: "Die Geschwister (repräsentiert durch die Spieler) einer einst großen, nun aber heruntergekommenen Adelsfamilie wollen zurück zu alter Größe." Sie hatten einen kleinen Adelssitz umgeben von einem kleinen Weiler mit 10 Haushalten von insgesamt rund 50 Personen, ein paar Hundert Acres Land mit Äckern und Weiden, was vom Dorf bewirtschaftet wurde, nebst einigen Bediensteten. Sehr schnell wurde ihnen klar: Man braucht für fast alles Geld. Zum Glück war gerade Erntezeit. Ernte wurde eingefahren. Aber dann gings los mit Überlegungen: Verkaufen wir die Ernte an die Händler, die vorbeikommen? Oder organisieren wir selbst den Transport in die wenige Tagesreisen entfernte Stadt? Bekommen wir letzteres hin, schalten wir die Zwischenhändler aus, also Option 2. Aber Moment! Mit Karren? Oder erst mit Karren bis zum nächsten Fluß, dann umladen auf Lastkähne? Brauche ich "Bewachung"? Wieviel Karren, wieviel Kutscher brauche ich? Was kostet das? Was, wenn das Wetter schlecht wird und die Wege schlammig? Verkaufe ich besser "früh" oder "spät"? Was geht schneller - Karre/Kahn oder nur Karre? Woher bekomme ich das Personal? Welcher Zoll fällt bei Land- oder Flußroute an? Es wurde dann teilweise auch Wirtschaftssimulation und sie machten sich Gedanken um die Strömungsgeschwindigkeit des Flusses sowie den Einfluß möglichen schlechten Wetters auf den Zeitbedarf des Treidelns von Lastkähnen flußaufwärts. An dieser Stelle spätestens werden viele augenrollend in Ohnmacht fallen und sich die Haare raufen - aber die hatten Spaß daran und haben die vollkommen mögliche Strategie, alles an die örtlichen Händler zu verkaufen, verworfen, um - hoffentlich - ihren Ertrag zu maximieren. . Nicht zuletzt hing von Erfolg oder Mißerfolg ab, wieviel Geld sie für ihr "großes Ziel" für mehr oder minder das gesamte kommende Jahr zur Verfügung haben würden. Da stand etwas auf dem Spiel. Und die eigentlichen "Abenteuer & Intrigen" liefen parallel: Konkurrierende Adelige versuchen die Transporte zu sabotieren oder zu überfallen, Personal besser zu bezahlen oder schlecht über das Spieler-Adelshaus zu reden... Trauen sich die Spieler, ggf. Zollbeamte zu bestechen. Auf Kontakte für "Gefallen" zurückzugreifen, die natürlich wieder ihren Preis haben? Ist eine "Hochrisiko-Strategie" besser oder lieber ein "solider Ansatz", bei dem man den Ruf nicht in Gefahr bringt? Lange Rede, kurzer Sinn: Es kommt immer auf den Kontext an. Traglasten und Entbehrungsregeln können das Spiel enorm spannend machen - sie können aber auch das Gegenteil erreichen. Für den ersteren Fall müssen sie aber funktionieren und konsistent sein, was in sich oftmals leider schon nicht gegeben ist. Francesco di Lardo
  12. Nun ja... Um abermals auf ein Zitat von oben zurückzugreifen: "Simulationistisch: Der Drache ist einfach ein Teil der Welt. Ist er uralt und extrem mächtig, dann kann er die Gruppe mühelos vernichten. Die sinnvolle Lösung könnte sein, zu fliehen, zu verhandeln oder ihn ganz zu meiden." Versuche in D&D einen zu mächtigen Gegener mit zu geringer eigener Erfahrung anzugehen - und Du bist Toast. Kann man ohne eine einzige Hausregel so spielen. In diesem Fall habe ich das just für D&D gerade hinter mir als Spieler. Wir sind zwar nicht "Toast", aber wir sind auch nicht wirklich "Sieger". Nach mehr als 1,5 Jahren Realzeit an Vorbereitung mit ca. 40 Spielrunden (in einer Kampagne von bislang ca. 110 Spielrunden) in diesem Zeitraum hat sich unsere Gruppe von Charakteren an einen Drachen herangetraut. Vorher nicht. Wir haben ihn am Ende zu Fall gebracht. Aber es war knapp und es ist "nicht vorbei": Mein Charakter hat es tatsächlich lediglich geschafft, einen einzigen Angriff auf den Drachen zu machen. Unmittelbar vor dem Showdown wurde mein Charakter von einem NSC (gespielt von einem "echten" Spieler, den die SL extra für den Zweck dazugeholt hat) fast umgebracht - meine Charakter hatte nur noch einen (1) Trefferpunkt. Das hätte genauso gut bereits für meinen Charakter an der Stelle endgültig schiefgehen können. Ferner mußte ich einige meiner "Joker" bereits verwenden, um irgendwie meine Haut zu retten, anstatt sie gegen den Drachen einsetzen zu können. Bis ich es dann geschafft habe, meinen Charakter wieder zu heilen (was ohne langfristige strategische Vorbereitung so schnell gar nicht möglich gewesen wäre), danach den Ort des eigentlichen Kampfs zu erreichen, die ganzen über lange Zeit gesammelten Gegenstände, Buffs, etc. zu "aktivieren", war es fast vorbei. Der eine Angriff, den ich dann anbringen konnte, hat den Drachen jedoch "zum Absturz" gebracht. Und kam gerade noch zur rechten Zeit, um den Rest der Gruppe aus verzweifelter Situation zu retten, nachdem sie die "Vorarbeit" geleistet hatten, bei der mein Charakter schmerzlich vermißt wurde. Wir haben dann erst im Nachgang herausgefunden, daß es nicht nur einen Drachen gab - der andere, "kleinere" hat sich zurückgezogen, ist jetzt "sehr sauer" auf uns und dürstet nach Rache. Uns war zwar vorher bewußt, daß wir nicht einfach gegen "einen Drachen" kämpfen, sondern gegen ein ganzes Netzwerk seiner Schergen, von denen wir nicht alle identifizieren konnten (und einer von den nicht Identifizierten mich fast erwischt hätte). Den zweiten Drachen hatten wir aber überhaupt nicht auf dem Plan. Und an den kommen wir mit unseren derzeitigen Mitteln nicht heran. Wohl aber er an uns - wenn er will. Zumindest haben wir uns soweit "Respekt" verschaffen können, da wir gewissermaßen den "großen Bruder" erledigen konnten und der "kleine Bruder" vielleicht erst einmal die direkte Konfrontation vermeidet. Drachen sind eben verteufelt schlau. Er könnte uns einzeln fertig machen - weiß der "kleine Bruder", wissen wir. Sehr blöde Situation. Als wäre dies nicht genug, habe ich noch einen Teil des Geistes des "großen Bruders" im Kopf meines Charakters. Die clevere Idee, durch gewisses Probing im Drachengehirn an Informationen über das Versteck dessen Horts heranzukommen, hat zwar funktioniert - aber nun muß mein Charakter ständig "kämpfen", wer in seinem Kopf gerade die "Oberhand" behält. Das war nicht geplant. Und wie man den "Drachengeist" (den man rief) wieder los wird, weiß keiner... Ausgang offen - vielleicht haben wir uns trotz 40 Sessions Vorbereitung übernommen. Grundsätzlich ist D&D in meinen Augen dabei kein System, was sich ausgerechnet für "Simulationen" anbietet: Nur eine Handvoll von Skills. Voll von Powergamer-Blingbling. Die Historie mancher der D&D Spielwelten inkonsistent, usw. usf. Dazu auch meiner Meinung nach manche regeltechnischen Schwächen und Inkonsistenzen. Aber wenn man "akzeptiert", daß bei D&D eben ein "Meteorsturm" zu den möglichen Werkzeugen etwa eines hoch-level Magiers in einer zugehörigen Welt "gehört", dann wird so ein absurder Quatsch eben zur angemessenen "Simulation" der betreffenden Welt. Das ist natürlich eine "Simulation" in einem ganz anderen Sinne, als würde ich z.B. Harnmaster auf Harnworld spielen, wo die Chancen, an einer Wundinfektion zu sterben, ebenso real sind, wie an einer Kampfverletzung. Wo ich mit einem verbleibenden Trefferpunkt fast nichts mehr machen kann, während ich bei D&D noch "voll einsatzfähig" bin. Wo ich ggf. Wochen zur Heilung brauche, anstatt mich wie bei D&D mit ausreichend Magie binnen ein paar Runden von "so gut wie tot" wieder auf "voll einsatzfähig" hochbomben kann. Ähnlich kann man dies auf M5 / D1 (oder andere Systeme) transferieren: Was ist denn eigentlich die "Realität" der betreffenden Spielwelt / des Systems? Von der jeweiligen "Realität" hängt es am Ende ab, ob ich sie gut oder schlecht "simuliere". Francesco di Lardo
  13. Ich glaube, daß die GNS Frage nicht wirklich an einem bestimmten Rollenspiel-System festgemacht werden kann. Man kann so ziemlich jedes Rollenspiel mit unterschiedlichen Gewichtungen dieser Punkte spielen. Und dabei kann die Gewichtung kontextbedingt auch innerhalb desselben Rollenspielsystems und auch derselben Spielrunde unterschiedlich sein, etwa im zitierten Sinne: "Zum Beispiel kann dieselbe Runde Dungeons & Dragons sehr unterschiedlich gespielt werden: gamistisch, wenn schwierige Kämpfe, Beute und Charakteroptimierung im Vordergrund stehen, narrativ, wenn die Handlung, Beziehungen zwischen Figuren und persönliche Geschichten wichtiger sind als taktische Perfektion." In erster Linie ist das in meinen Augen eine Frage der konkreten Spielrunde und von dessen Spielleiter. Francesco di Lardo
  14. Das Ganze ist eigentlich für jeden relevant. In den meisten anderen Fällen hat die Kill-Chain funktioniert wie sie sollte. Im beschriebenen Fall hatten die 120 Schülerinnen aber unbestreitbar "Pech". Es wäre sehr zynisch zu fragen: "Wer weiß, wie vielen von denen in der Schule beigebracht wurde, die Amerikaner und Israelis zu hassen?". Andere Zusammenhänge mögen uns da sehr viel direkter betreffen: Algorithmen entscheiden in einigen Bundesstaaten der USA darüber, ob jemand vorzeitig aus der Haft entlassen wird oder nicht. In einigen Bundesstaaten der USA gibt es "predictive policing", bei dem ein Algorithmus berechnet, wo sich "am wahrscheinlichsten" Straftaten ereignen werden und wo infolge dieses Assessments Polizeistreifen hingeschickt werden. Einerseits scheint dies sehr sinnvoll. Andererseits verstärkt es natürlich einen Bias - wo keine Polizeistreife ist, kann sie auch nichts finden. Und wo sie ist, noch mehr. Was, wenn das marktbeherrschende Modell von KI-assistierter Filtersoftware für Bewerbungsunterlagen - aus welchen nicht kontrollierbaren Gründen auch immer - Dein Bewerbungsprofil nicht mag? Was, wenn Deine Kreditwürdigkeit aufgrund Deiner Postanschrift geringer eingeschätzt wird, obgleich für Dich persönlich eine höhere Kreditwürdigkeit besteht als bei der Masse Deiner Nachbarn um Dich herum? Du wirst die höheren Zinsen zahlen müssen, ohne Chancen, dagegen vorzugehen. Alle diese Fälle haben eins gemeinsam: Funktioniert meistens. Aber einige haben "unschuldig" Pech und - wichtiger noch - keine Chance, sich dagegen zu wehren. Da wird menschliches Schicksal bzw. da werden Menschen Maschinen unterworfen - und dies im Wortsinn. Wenn man abermals "Pech" hat, kommt womöglich noch folgender "Twist" hinzu: Die Entscheidung der Bombardierung der Schule wurde von einem Menschen "abgenickt" - obgleich er freilich keine wirkliche Möglichkeit hatte, die Situation tatsächlich zu prüfen. Wer trägt die Verantwortung? Wird diese dann dem "abnickenden" Menschen aufgebürdet, während man die fehlerhafte Maschine exculpiert? Oder deren Hersteller? Oder deren Programmierer? Wie ist es im "autonomen" Fahrzeug auf "Autopilot"? Der Konzern versichert, "alles geht automatisch". Aber er verpflichtet den Fahrer nach Warnton ggf. binnen Sekundenbruchteil einzugreifen. Ist das nichts anderes, als sich einen "schmalen Fuß zu machen" und sich zu exculpieren und dem Menschen die Verantwortung aufzubürden nebst einer Situation, die dieser eigentlich gar nicht mehr unter Kontrolle bringen kann? Francesco di Lardo
  15. Noch nicht lange her, da habe ich mal über die Problematiken von Kill-Chains und "Human in the Loop", "Human on the Loop" etc. gepostet. Anbei ein Artikel, der mal anschaulich darlegt, was selbst "Human in the Loop" in der Praxis eigentlich bedeutet - nämlich oftmals keine wirkliche menschliche Evaluation, sondern nur ein "abnicken" ohne große Prüfung. "Authority in Name Only That is the lesson of Epic Fury that most after-action assessments have skipped. They asked whether the campaign met its objectives. The harder question is whether the chain of command still functioned at machine speed, or whether the authority assigned to a human on paper had quietly migrated into the software. This is not an indictment of any commander or administration. The dynamic is structural. Once a targeting pipeline runs faster than a person can verify what it produces, the real decision shifts to the system that produces it, whatever the doctrine says about who is in charge." https://thedefensepost.com/2026/06/30/human-oversight-ai-targeting/ Das ist die Wirklichkeit, vor der wir stehen. Francesco di Lardo

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