Alle Inhalte erstellt von Francesco di Lardo
-
Der Erfolgswurf bei LvD wird ganz anders geregelt als bei Midgard 1-5
Im Endeffekt in der Praxis wird der Unterschied vermutlich so groß nicht sein. Vom Grundansatz her ist m.E. der Midgard-Ansatz zu bevorzugen: Der Spieler spielt den Charakter. Somit sollte es auch in der Hand des Spielers liegen, die Fertigkeit auszwählen, die der Charakter anwenden soll. Der Damatu-Ansatz ist m.E. schlechter, weil hier der Spielleiter dem Spieler in gewisser Weise die Entscheidung abnimmt. Im Kopf des Spielleiters ist womöglich ein anderes Bild der Aktion, als in dem des Spielers. Dies "bevormundend" zu nennen, ginge sicher zu weit, dennoch greift her vom Grundsatz her der Spielleiter in die Entscheidungssouveränität ein, die beim Spieler liegen sollte. Davon unabhängig ist in meinen Augen das Prerogativ des Spielleiters einzugreifen, wenn ein Spieler versucht, mit sich mit einer nicht passenden Fertigkeit durchzumogeln und dies nicht zuzulassen. Bzw. bei solch einer Gelegenheit dem Spieler zu erklären, warum die gewünschte Fertigkeit hier nicht paßt. Dann muß der Spieler danach neu überlegen, wie er die Sache angehen will. Beim nächsten Ansatz liegt die Entscheidungssouveränität dann wiederum beim Spieler. Francesco di Lardo
-
Preise für Rollenspielveröffentlichungen
Absolut. Gleiches gilt für meine Münzen ja auch - die kommen schließlich nicht aus dem Nichts. Ich habe ihnen beschrieben, was ich haben wollte. Die haben einen Entwurf gemacht. Dieser wurde dann überarbeitet und angepaßt, gegengecheckt, etc. bis zur endgültigen Freigabe. Danach haben sie die Prägestempel für den Entwurf angefertigt. Und natürlich habe ich die Münzen dort auch nicht abgeholt, sondern die 90 kg wurden auf fünf Pakete verteilt geliefert. Lediglich meine Prägestempel werden beim Hersteller verwahrt, so daß ich ggf. nachprägen lassen kann (abgesehen davon könnte ich ohne Maschinen mit den Stempeln bei mir zu Haus ja auch nichts anfangen...). Francesco di Lardo
-
Preise für Rollenspielveröffentlichungen
Nein. Der Kaufpreis der von mir beauftragten Münzen lag bei 27,5 bzw. 30 Cent/Stück, jeweils inklusive Anfertigung der Prägestempel, die auch mein Eigentum sind. Der Kaufpreis, den ich für die Damatu-Münzen zahlen würde, liegt bei 2 Euro/Stück für Gold und 1,75 Euro/Stück für Silber. Die Produktionspreise kenne ich natürlich weder für meine Münzen noch für die Damatu-Münzen. Bei den Kaufpreisen ist wohl zu berücksichtigen, daß meine Preise wegen der Abnahme von jeweils 10.000 Stück natürlich geringer wären, als hätte ich nur 50 abgenommen (die Prägestempel einmal unberücksichtigt lassend). Bei nur 50 Stück hätte der Kaufpreis pro Stück für typvergleichbare Münzen bei 40 Cent/Stück gelegen, bei 10.000 eben bei 30 Cent/Stück. Würde ich von Pegasus 10.000 Damatu-Münzen kaufen wollen, würde ich sicher auch einen besseren Preis als 1,75 bzw. 2,00 Euro/Stück bekommen. Wenn Du so willst, ist für geringe Mengen dann der Kaufpreisvergleich 40 Cent/Stück zu 1,75/2,00 Euro/Stück, also etwa Faktor 5. Dabei ist wiederum zu berücksichtigen, daß die Damatu-Münzen womöglich größer, more fancy, aufwendiger verpackt sind, als meine, was den "Faktor 5" von mir aus wohlwollend auf "Faktor 2" reduzieren mag. Um einmal einen Eindruck zu geben, über was wir reden (aus dem LARP-Bereich): 23,5mm, 9g, 40 Cent/Stck bei 50 Stück Oder so etwas: 31,7mm, Gewicht nicht bekannt, 1,43 Euro/Stck bei 9 Stück Das sind jeweils "Endverbraucher-Preise" bei geringen Mengen und daher brauchbare Referenzen für Vergleiche mit Damatu-Münzen. Für die Damatu-Münzen sind auf der Pegasus-Seite leider keine Angaben zu Durchmesser oder Gewicht zu finden. Hier aber zumindest ein Bild der Damatu-Goldmünzen: Durchmesser und Gewicht nicht bekannt, 1,99 Euro/Stck bei 5 Stück Hiermit will ich es aber mit Blick auf die Münzen beschließen - die sind ja auch nur ein Teilaspekt des "Ultra-Rare Pakets" oder eben getrennt als Damatu-Artikel erhältlich. Francesco di Lardo
-
Preise für Rollenspielveröffentlichungen
Mag sein. Aber mit manchen Dingen kann man vielleicht andere ausgleichen - so wie die Getränke im Restaurant mehr Marge machen, als das Essen. In unserem Fall vielleicht die Würfel oder die Münzen. Ich habe selbst zweimal 10.000 LARP-Münzen aus Metall (technisch "Medallien") prägen lassen (23,5 mm, 9g) inklusive der Anfertigung der notwendigen Prägestempel, Stückpreis einmal 27,5 ct/Stck, das zweite mal 30 ct/Stck. Die Damatu-Goldmünzen kosten 2 Euro/Stck, die Silbermünzen 1,75 Euro/Stck. Nehmen wir an, die Damatu-Münzen sind größer und more fancy als meine, dazu noch Verpackung etc. , weshalb deren Produktionspreis/Stck sicher höher liegt. Aber jenseits Faktor 6? Mir ist das im Grunde gleich - ich habe in der Sache keine Eisen im Feuer. Francesco di Lardo
-
Preise für Rollenspielveröffentlichungen
Im Prinzip ja. Ich glaube aber nicht, daß derzeit jemand die M5 Eschar-Quellenbücher für diesen Preis kauft. War auch ewig nicht mehr bei eBay - ist es nicht so, daß es Gebühr kostet, was einzustellen abhängig vom geforderten Preis? Hier kommt der "Aufwand" und das "Risiko" hinein: Hat man Lust, Ewigkeiten immer Auktionen einzustellen und zu kontrollieren, bis man das Zeug wieder los ist? Wenn das Einstellen Gebühren kostet, wie oft ist man bereit, die zu zahlen (geht ja vom "Profit" ab)? Will man die "Vorfinanzierung" auf sich nehmen (zunächst ist das Geld für den Kauf der Eschar-Bücher ja erstmal weg)? Wird er die Eschar-Bücher überhaupt wieder los (könnte ja sein, daß Damatu the next great thing ist und Midgard stirbt, so daß keiner sich mehr für Eschar-Bücher interessiert)? Gehen da nicht potentielle "Kunden" eher hin, besorgen sich die PDF Datei von einem Kumpel und lassen das Ding dann per Print-On-Demand billiger drucken? Mich mit alledem zu befassen, wäre mir persönlich zuviel Aufwand. Zudem ist Midgard dafür zu sehr "Nische" - es gibt keine breiten Käuferschichten. Und viele Midgard-Spieler sind jetzt schon im 50+ Alter - mit anderen Worten in der Lebensspanne, wo sie bereits beruflich "etabliert" und noch nicht in Rente sind, also wo das Geld am ehesten am lockersten sitzt. Dann "auf Zeit zu spielen" in der Hoffnung auf höhere Preise kann auch nach hinten losgehen. Der "Sweet Spot" mit Bezug auf die Preise auch vorübergehen: Vor laaanger Zeit habe ich mich mal tiefer mit Herr-der-Ringe Miniaturen von "Mithril" befaßt (www.mithril.ie gibt's immer noch). Damals kostete eine einfache Miniatur aus Vollzinn mit Coating 3,90 DM. Für die sehr Seltenen konnte man ein paar Jahre später um die 70 US$ erzielen. Ist noch gar nicht so lange her, da habe ich aus Spaß mal geschaut, wie es heute so aussieht - solche Preise bekommt man heute nicht mehr. Obgleich sie heute für eine einfache Figur aus Resin 17 Euro verlangen, was im Vergleich zu den 3,90 DM für Vollzinn ein Witz ist. Damals waren diese Miniaturen mal ziemlich populär (paßten auch zu MERS/MERP/Rolemaster auf Mittelerde). "Tolkien" ist im Prinzip zudem ein Thema, was nie stirbt, wie auch Star Wars oder Star Trek - alles ist langfristig an sich dauer-populär. Die Leute, die damals mit leuchtenden Augen vor den Figuren im Laden gestanden haben, sind jetzt gut und gern 50+, also theoretisch solvent. Hier aber trotz allgemein guter Voraussetzungen kein Markt (mehr) für große Profite. Francesco di Lardo
-
Preise für Rollenspielveröffentlichungen
Ob dies nun "Absicht" ist, würde ich auch bezweifeln. Aber ich denke, daß Firmen mit solchen Ansätzen (egal, in welchem Kontext man sie nun findet) sich durchaus der Existenz solcher Sammler (oder besser Komplettisten) bewußt sind und das Geld, was diese ausgeben, durchaus billigend mitnehmen. Insoweit richtet sich so ein "ultra-rare Luxus Damatu" m.E. nicht in erster Linie an irgendwelche Liebhaber, sondern prosaischer just an alle, die bereit sind, den Preis dafür zu zahlen. Was ok ist. Weder "muß" man kaufen. Noch "braucht" man wirklich so ein Set, um das Spiel zu spielen. Wenn Leute - je nach Perspektive - darin "investieren" wollen oder "ihr Geld zum Fenster rauswerfen", ist das deren Entscheidung. Es gibt auch Leute, die kalkulieren mit so etwas: Etwa den Spieler oder Sammler, der sich grundsätzlich alles doppelt kauft, jeweils eines der Produkte "shrinkwrapped" läßt, wartet, bis es vergriffen ist, um es dann bei eBay zu Mondpreisen an "Komplettisten" oder "Latecomer" zu verticken. Mit dem Effekt, daß sie ihr Hobby quasi kostenlos umsetzen können - wohl aber (und dies ist sehr wichtig nicht zu vergessen) unter beträchtlichem Aufwand, namentlich der Aufwendung von Geduld, Inkaufnahme von Risiken und beträchtlicher Zeitinvestition, um etwa genug Kompetenz zu erwerben, was mittelfristig "heiße Ware" werden könnte, sich im Feld genau auszukennen und die Preisentwicklungen zu verfolgen. Francesco di Lardo
-
Preise für Rollenspielveröffentlichungen
Ich denke man kann das entspannt sehen: Du bestimmst, was Du kaufst. Im Grunde verstehe ich die "Abzocke"-Argumentation. Manche betreiben dies dreist: Nimm etwa die "Bimbes-Kataloge" in der ZEIT oder FAZ: Die verkaufen Dir die "exklusive" Gartenharke in einer extra "edlen" Holzbox für 40,00 Euro, die Du im nächsten Billig-Baumarkt für 5,00 Euro bekommst. Games Workshop, mit zig Regel-Iterationen, die "leider" alle Deine Miniatur-Armeen obsolet machen, wenn Du an Turnieren teilnehmen willst (wobei natürlich die Preise für die Plastik-Miniaturen auch völlig abgekoppelt von den Herstellungskosten sind). Das Maß Bier auf dem Oktoberfest 2025 für ca. 15,00 Euro, wofür Du Dir sonst mehr als einen Kasten Bier mit 10 Litern (keine Ballerbrühe) im Sonderangebot holen kannst. Alle möglichen "Abos" oder "Subskriptionen" oder "Nutzungsrechte". "Elektronische Produkte" mit Null Grenzkosten, dessen Preise in keinem Verhältnis zum physischen Pendant stehen ("gedrucktes" Regelwerk XYZ 30 Euro, PDF desselben 20 Euro. Bei all solchen Dingen sage ich konsequent: "Two words, one finger - do the math!" 😎 Francesco di Lardo
-
Preise für Rollenspielveröffentlichungen
This! Eine Sammelleidenschaft bis zu einem gewissen Grad kann ich nachvollziehen - sonst hätte ich nicht Regalmeter von Rollenspiel-Artikeln, die ich Zeit meines Lebens nicht schaffen werde, alle zu spielen. Aber etwas zu kaufen, was ich mir dann "shrinkwrapped" ins Regal stelle oder nicht benutze, weil es ja dann "benutzt" wäre, käme für mich nicht infrage. Francesco di Lardo
-
Preise für Rollenspielveröffentlichungen
Na ja. Ich denke, daß "Ultra-Rare" Set ist an Sammler bzw. "Komplettisten" gerichtet, die nicht auf den Preis schauen. Als Neueinsteiger kauft man sich das Set sehr wahrscheinlich nicht - als solcher ist man ggf. auch mit dem günstigen GRW gut und ausreichend bedient. Bist Du dagegen ein "alter Hase", dann stehen die Chancen nicht schlecht, daß Du ohnehin schon eine Kiste von Würfeln aller Art hast, Würfelbecher, Würfelschalen, Würfeltürme, Notizbücher... Wer die Kosten für die "Ultra-Rare" scheut und unbedingt Metall(schicksals)münzen haben möchte, könnte sich stimmungsvolle Varianten aller Art aus dem LARP-Bereich als Substitut beschaffen. Läßt man das Bling-Bling mal außen vor und schaut auf die "harten" Extra-Inhalte, also im wesentlichen die 40 A5-Seiten "Tausend Taler" muß eben jeder für sich selbst entscheiden, ob es ihm das wert ist. Durch die verschiedenen erhältlichen Produktvarianten bzw. Einzelangebote hat m.E. jeder die Möglichkeit, sich das zusammenzustellen, was er will. Ob das Binden von "Tausend Taler" an die Ultra-Rare Box eine gute Idee ist, weil dies für den Rest den Zugang zur ersehnten Beschreibung der neuen Welt einschränke: Nun, wenn ein neues Rollenspiel-System herauskommt mit einer neuen Welt (und als dieses ist m.E. Damatu zu betrachten, da es weder in Sachen Welt noch Regeln viel mit Midgard zu tun hat), ist es wenig überraschend, daß am Anfang eben noch nicht viel zur neuen Welt publiziert ist. Wen dies stört, der hat ja die Option, stattdessen "etablierte" Rollenspiele zu spielen, zu denen Regelerweiterungen und umfangreiche Weltbeschreibungen bereits existieren. Ansonsten ist eben Geduld gefragt - falls für Damatu jemals so viel veröffentlicht werden sollte, wie etwa für Midgard, wird es bestenfalls viele, viele Jahre dauern. Das weiß man, wenn man bei Damatu einsteigt - und kann durchaus als Schwäche gesehen werden. Davon ab dürfte es natürlich die Hoffnung von Pegasus sein, daß Leute schnell "mehr" für Damatu haben wollen. Und wenn der Markt dafür besteht, dann überraschte es mich sehr, würde Pegasus diesen nicht zeitnah mit weiteren Veröffentlichungen bedienen. Vor diesem Hintergrund ist es dann eigentlich Wurst, ob "Tausend Taler" jetzt anfangs nur ultra-rare verfügbar ist oder nicht. Francesco di Lardo
-
Gamistisch, simulationistisch oder narrativ - Ist das der Hauptunterschied zwischen M5 und M6?
Genau so lief es im Prinzip auch. Die Spieler hatten die Option, es "so wie immer" laufen zu lassen (d.h. im Prinzip den "Standardbetrag" zu kassieren) und sich gar nicht mit diesen Dingen zu befassen. Als Spielleiter mußte ich mir im Vorfeld Gedanken machen, was die "Antworten" sein würden, wenn die Spieler es auf andere Arten und Weisen versuchen. Dabei mußte ich darauf achten, daß diese "Antworten" dann auch schlüssig und konsistent werden würden, was eine ganze Menge Arbeit war. Einmal gemacht hatte dies natürlich den Vorteil, daß man ein System und Mechanismen hatte, auf die man auch immer in Zukunft zurückgreifen konnte. Ferner war natürlich auch wichtig, daß - wenn die Spieler sich schon die Mühe machen, eigene Wege zu erkunden, zu durchdenken und im Spiel umzusetzen - sich deren Aufwand am Ende auch lohnen würde. Das war wiederum viel Arbeit im Vorfeld, weil sichergestellt sein mußte, daß der "Mehrwert" auch beim Verändern verschiedener Variablen (Wetter, Wassertransport vs. Landtransport, Zölle entlang des Weges, Margen von (durch eigenes Handeln vermiedenen) Zwischenhändlern, Zeitaufand verschiedener Transportarten, Kosten verschiedener Transportarten, wer wann welche Transportrisiken trägt), verhältnismäßig und nicht zu groß oder zu klein sein würde. Auch wenn die Spieler sich ziemlich auf diese Dinge gestürzt haben (augenscheinlich mochten sie es...), sollte es natürlich dennoch in erster Linie und schwerpunktmäßig eine Rollenspielkampagne bleiben. Insoweit war "praktisch", daß diese wirtschaftlichen Fragen im Grunde auch nur zweimal pro in-game Spieljahr zu behandeln waren - nämlich erstens nach Einbringung der Ernte und zweitens beim "Viehtrieb", d.h. im Rahmen der Verkleinerung der Herden vor dem Winter, wo man einerseits nicht große Herden durchfüttern will (oder kann) und andererseits eine ausreichend große Winterherde braucht, aus der im Frühjahr genügend Jungtiere generiert werden können, um die vorhandenen Weiden sinnvoll ausnutzen zu können. Der Viehtrieb fühlte sich für die Spieler auch ganz anders an, als die Abhandlung des Transports/Verkaufs der Ernte und war "einfacher", da Vieh den großen Vorteil birgt, selbst zu laufen, d.h. "sich selbst zu transportieren" - im Gegensatz zu Säcken von Getreide... Ein (in dieser Weise so gar nicht vorhergesehener, doch an sich natürlicher) Nebeneffekt war, daß die "Jahreszeiten" in der Kampagne viel größere Auswirkungen hatten als in einer typischen Rollenspielkampagne: In gewissen Zeiten mußte man sich - um der für das kommende Jahr verfügbaren Einnahmen willen, eben mit Ernte und Viehtrieb befassen und hatte für andere "Abenteuer-Unternehmungen" währenddessen schlicht nicht so viel Zeit. Zu anderen Zeiten des Jahres dafür umso mehr. Das ergab ein sehr "natürliches" und atmosphärisches Gefühl für Jahreszeiten, Wetter, usw. Francesco di Lardo
-
Im Auftrag der Ehre
Ich kenne das Abenteuer nicht, doch ist mir die altnordische Kultur nicht ganz fremd. Vielleicht kann man an dem "Automatismus" der Friedlosigkeit schrauben. Ich denke, historisch würde es normalerweise erst einmal eines Thingbeschlusses bedürfen, um die Friedlosigkeit zu erklären. Hierfür müßte natürlich erst einmal ein Thing anberaumt und der Angeklagte zu diesem Thing geladen werden. Wenn der Geladene dort nicht erscheint, so gilt dies als Schuldeingeständnis. Um auf dem Thing die Gefahr zu vermindern, nicht "übergebügelt" zu werden, würde es zudem nicht schaden, wenn der Geladene dort mit einer größeren Gefolgschaft zu erscheinen - nur um sicherzugehen... Jemanden friedlos zu erklären ist ferner so ziemlich das härteste Urteil, daß ein Thing fällen kann. Als Vogelfreier kann der Betroffene von jedem erschlagen werden, ohne dafür mit Sühneforderungen der betreffenden Sippe rechnen zu müssen. Geht man vom Grundgedanken aus, daß der Einzelne ohnehin nicht "überlebensfähig" ist, sondern nur im Schutze und der Gemeinschaft der Sippe im harten Lebensalltag bestehen kann, bedeutet dies letztlich nichts anderes als Verbannung mit allen Konsequenzen. Darüber hinaus ist das nordische Recht in erster Linie ein Schadenersatz-Recht. Vor diesem Grundgedanken käme ich auf die Idee, vor einer Friedloserklärung ggf. erst einmal ein Wergeld festzusetzen (wobei ich - wie gesagt - die Zusammenhänge des Abenteuers nicht kenne). Für die Zahlung desselben ist zunächst der Verurteilte zuständig, doch wenn er dies nicht kann, dann eben dessen Sippe. Erfolgt die Wergeldzahlung nicht, ist natürlich die Frage, ob diese durch jene "durchsetzbar" ist, dem sie zusteht. Wenn nein, mag jener dann den Kürzeren ziehen. Wenn ja, dann könnte der Verurteilte per Thingbeschluß seine Freiheit verlieren und müßte als Unfreier im Dienst des Gläubigers seine Schuld (nach vorherigen Einzugs und Verwertung allen Eigentums) seine Schuld (ohne Zinszahlungen) abarbeiten, bevor er sie wiedergewinnen könnte. Oder es könnte seitens der Gläubiger-Sippe gegenüber der Schuldner-Sippe ggf. zu einer Fehde kommen, was man jedoch für gewöhnlich vermeiden würde wegen der unabsehbaren Folgen von Blutrache, Gegenblutrache usw. usf. Fazit: Ich würde am "Automatismus" ansetzen und damit als Spielleiter erst einmal Zeit gewinnen. Wenn es zu einer wie immer gearteten "Verhandlung" kommt, wäre erst einmal der Sachverhalt zu klären, insbesondere, was für ein "Schaden" eigentlich entstanden ist. Dieser wäre dann ggf. über ein Wergeld zu begleichen. Wenn dies geschieht, dann gäbe es auch keinen Anlaß mehr für eine Friedloserklärung.
-
ChatGPT / KI abseits des RPG
Zufällig über dies hier gestolpert... https://www.youtube.com/watch?v=5IMU5or-VFo Das ist zwar Robotik und nicht ChatGPT, aber...
-
ChatGPT / KI abseits des RPG
Und die LLMs bzw. Statistikmaschinen sind dabei, in unglaublichem Tempo und gigantischer Masse das Netz mit Inhalten zu fluten. Das sind dann die "neuen Trainingsdaten" von morgen. Man könnte also sagen, daß die Trainingsdaten, nach denen die KI giert, in zunehmendem Maße zu degenerieren drohen als sich selbst verstärkender Teufelskreis. Ein Blick auf die "Vorschlagsliste" bei YouTube, wenn man sich dort ohne Account und große Cookie-Historie einloggt, illustriert dies so eindrucksvoll wie erschreckend. Es ist - in gigantischem Stil - das, was der notorische Steve Bannon gesagt hat: "The Democrats don't matter... The real opposition is the media. And the way to deal with them is to flood the zone with shit". Sein Ausspruch war zwar hier auf die Demokratische Partei in den USA gemünzt. Aber es liegt nicht ganz fern, daß dieser Ansatz auch mit Blick auf die Demokratie als System funktioniert.
-
ChatGPT / KI abseits des RPG
Was - noch - vergleichweise "harmlos" ist. Und doch wieder nicht im geringsten "harmlos". Die von mir gestellten Fragen nach der Verantwortlichkeit stellen sich freilich in diesem Fall ganz genauso.
-
ChatGPT / KI abseits des RPG
Regeln sind fundamental wichtig, um die Menschen zu schützen. Aber die EU braucht ebenso leistungsfähige eigene KI, um ihre Interessen zu schützen. Exakt! Eben genau so ist es. Wer trägt hier die Verantwortung? Die "Ingenieure", das "Management", das "KI-Unternehmen" als wirtschaftliche Entität, "der Staat", der nicht regelmentiert? Wer? Und wer zahlt den Schaden? Bis Gerichte sich dieser Frage auch nur nähern, sind wir bei längst bei ChatGPT v12+ mit allen zugehörigen Konsequenzen. Man kann dies parallel anschauen bei dem gesellschatlich-sozialen Flurschaden, die die sogenannten "sozialen Medien" anrichten: Nach mehr als einem Jahrzehnt beginnen die ersten zaghaften Versuche, diese einzudämmen. Australien und in diesen Tagen gerade Frankreich verbieten die Nutzung für Kinder und Jugendliche unter einem gewissen Alter. Dabei ist die Umsetzung ungeklärt oder funktioniert nicht richtig. Und die Gerichtsprozesse darum haben noch nicht einmal begonnen. Bis dies in weiteren 10 bis 15 Jahren - vielleicht - durch ist, ist es längst zu spät. Ein Trump, ein Orban sind längst gewählt, die davon profitieren und deshalb einen Teufel tun werden, diese Entwicklungen einzuhegen. Im Gegenteil, denn sie sind eine Grundlage ihrer Macht. In ein paar Wochen werden wir nach den Landtagswahlen in den östlichen Bundesländern die "deutsche Variante" davon beobachten können. Abgesehen davon ist es ein Herumdoktoren an Symptomen aber nicht an der Ursache. Verursacher sind ganz klar die Plattformanbieter, die sich in Sachen Verantwortung einen schmalen Fuß machen, obgleich sie - mittlerweile vielfach belegt - ganz genau wissen, was ihre Algorithmen anrichten. Der Versuch im Nachhinein zu regeln, kommt zu spät und wird zu wenig erreichen. Es braucht schon jetzt bzw. schon längst Reglementierung für den Schutz nach innen. Nach außen ist zum Selbstschutz die Rücksichtslosigkeit zu spiegeln, mit der man von dort konfrontiert wird. Das ist brachial teuer. Das ist rasend schwierig und teils unpopulär. Das ist m.E. nach am Ende aber "billiger", als sich zum Spielball, Produkt oder Objekt machen zu lassen. Ohne "Sicherheit" im weitesten Sinne ist "alles nichts". Die "Knarre" im weitesten Sinne, über die Du gebietest, muß so groß sein, daß man Dich (bzw. die Knarre) respektiert. Wenn Du dann Deine "Knarre" nicht ungeniert einsetzt, um andere zu unterwerfen, dann sind wir vielleicht in der Nähe von etwas, was man Demokratie nennen könnte.
-
ChatGPT / KI abseits des RPG
Ich gebe Dir grundsätzlich Recht. Allerdings braucht es auch jemanden, der sich an Regeln hält. Es ist nicht damit zu rechnen, daß man davon ausgehen kann. Kümmern Putin, Xi und Trump EU-Regeln? Bestenfalls als Lippenbekenntnisse oder solange sie noch mit hard power hinterfüttert sind. Letzteres läßt sich u.a. auch mithilfe von KI unterminieren.
-
ChatGPT / KI abseits des RPG
Da werden noch ganz andere Dinge passieren: Wenn KIs schon wegen eine internen Test "ausbrechen", wie lange dauert es noch, bis sie herausfinden, was für Potential in der Manipulation von Aktienmärkten steckt (oder bis Leute sie dazu benzutzen, sie zur persönlichen Bereicherung dazu zu verwenden)? Was, wenn eine KI auf die Idee kommt, Erpressungen durchzuführen, um etwa "benötigte" Ressourcen zu kommen? Kurz gesagt: Die Vertrauenswürdigkeit kompletter "kritischer Infrastrukturen" aller möglichen Arten steht infrage, wenn nicht einmal mehr die Fachleute und Entwickler in der Lage sind, KI im Zaum zu halten. Wer badet dies am Ende aus? Das werden die normalen Leute - "wir alle" sein. Die Auswirkungen mögen vergleichbar sein mit denen der Dampfmaschine in der Industrialisierung. Die ging mit enormen sozialen Verwerfungen einher, die zu sozialen Konflikten geführt haben, welche ein zuvor unvorstellbares Ausmaß hatten (nicht zuletzt in Form von Kriegen). Man kann nun sagen, irgendwann bekam man dies "irgendwie wieder unter Kontrolle" - schließlich leben zumindest wir im Westen in historisch unvergleichbarem Reichtum. Gleichzeitig kann man die "Kontrolle" aber noch immer hinterfragen, wenn man die Frage global betrachtet, u.a. mit Blick auf den Klimawandel. Davon abgesehen ist der Krieg mit KI längst ganz heiß: Beschäftige Dich mit dem Einsatz von KI im militärischen Sektor und Du wirst sehen, daß hier längst Maschinen autonom über den Tod von Menschen entscheiden und ihn auch umsetzen. Die Möglichkeiten dort entwicklen dort genauso rasant, wie bei unseren unschuldigen Bildern, die wir mit KI für Midgard generieren. Und sie werden eingesetzt, sobald sie verfügbar werden.
-
Sicherheitsupdates - Dummheit am Rechner
Es lebe das Papier! (Tod den Papierfischchen...) Dies sind so Fälle, wo es in meinen Augen geboten ist, die Hintermänner ganz persönlich in Kontakt mit der physischen Welt kommen zu lassen. In diesem Fall scheint der Mann ja identifiziert worden zu sein. Dann bekommt er eben mal Besuch und wird auf eine Reise eingeladen, die er nicht ablehnen möchte. Es gibt Punkte, wo sich Staaten nicht auf der Nase herumtanzen lassen dürfen und Leute verstehen müssen, daß es dann kein Versteck, keine Sicherheit, kein "war nicht so gemeint" und keinen Samthandschuh mehr gibt.
-
Gamistisch, simulationistisch oder narrativ - Ist das der Hauptunterschied zwischen M5 und M6?
Also, wenn Du mir Quantengravitation einfach erklären kannst, dann hast Du mein Ohr. Ich habe mir da vor zwei, drei Jahren sogar mal ein "Buch für Laien" zu dem Thema gekauft, gestehe aber, jenseits der 4. Dimension irgendwo verloren gegangen zu sein. Was wundersamer Weise wieder den Kreis zu Midgard (irgendwie...) schließt - vor laaangen Jahren habe ich mal ein paar Hundert von diesen Perry Rhodan Heftchen gelesen, wo man ja gern auch mal in höheren Dimensionen unterwegs war. Hab zwar noch kein Midgard - Perry Rhodan gespielt, aber vielleicht kann man dort ja so etwas skillen... 😉 Francesco di Lardo
-
Gamistisch, simulationistisch oder narrativ - Ist das der Hauptunterschied zwischen M5 und M6?
Absolut! Hier würde ich schon sagen: Geschmackssache. Manche bevorzugen komplizierte Regeln, die mehr Möglichkeiten bieten, gegenüber einfachen Regeln, die leichter zu lernen und "zugänglicher" sind.
-
Gamistisch, simulationistisch oder narrativ - Ist das der Hauptunterschied zwischen M5 und M6?
Ich habe viele Jahre eine Kampagne gespielt, da war das Grundmotto: "Die Geschwister (repräsentiert durch die Spieler) einer einst großen, nun aber heruntergekommenen Adelsfamilie wollen zurück zu alter Größe." Sie hatten einen kleinen Adelssitz umgeben von einem kleinen Weiler mit 10 Haushalten von insgesamt rund 50 Personen, ein paar Hundert Acres Land mit Äckern und Weiden, was vom Dorf bewirtschaftet wurde, nebst einigen Bediensteten. Sehr schnell wurde ihnen klar: Man braucht für fast alles Geld. Zum Glück war gerade Erntezeit. Ernte wurde eingefahren. Aber dann gings los mit Überlegungen: Verkaufen wir die Ernte an die Händler, die vorbeikommen? Oder organisieren wir selbst den Transport in die wenige Tagesreisen entfernte Stadt? Bekommen wir letzteres hin, schalten wir die Zwischenhändler aus, also Option 2. Aber Moment! Mit Karren? Oder erst mit Karren bis zum nächsten Fluß, dann umladen auf Lastkähne? Brauche ich "Bewachung"? Wieviel Karren, wieviel Kutscher brauche ich? Was kostet das? Was, wenn das Wetter schlecht wird und die Wege schlammig? Verkaufe ich besser "früh" oder "spät"? Was geht schneller - Karre/Kahn oder nur Karre? Woher bekomme ich das Personal? Welcher Zoll fällt bei Land- oder Flußroute an? Es wurde dann teilweise auch Wirtschaftssimulation und sie machten sich Gedanken um die Strömungsgeschwindigkeit des Flusses sowie den Einfluß möglichen schlechten Wetters auf den Zeitbedarf des Treidelns von Lastkähnen flußaufwärts. An dieser Stelle spätestens werden viele augenrollend in Ohnmacht fallen und sich die Haare raufen - aber die hatten Spaß daran und haben die vollkommen mögliche Strategie, alles an die örtlichen Händler zu verkaufen, verworfen, um - hoffentlich - ihren Ertrag zu maximieren. . Nicht zuletzt hing von Erfolg oder Mißerfolg ab, wieviel Geld sie für ihr "großes Ziel" für mehr oder minder das gesamte kommende Jahr zur Verfügung haben würden. Da stand etwas auf dem Spiel. Und die eigentlichen "Abenteuer & Intrigen" liefen parallel: Konkurrierende Adelige versuchen die Transporte zu sabotieren oder zu überfallen, Personal besser zu bezahlen oder schlecht über das Spieler-Adelshaus zu reden... Trauen sich die Spieler, ggf. Zollbeamte zu bestechen. Auf Kontakte für "Gefallen" zurückzugreifen, die natürlich wieder ihren Preis haben? Ist eine "Hochrisiko-Strategie" besser oder lieber ein "solider Ansatz", bei dem man den Ruf nicht in Gefahr bringt? Lange Rede, kurzer Sinn: Es kommt immer auf den Kontext an. Traglasten und Entbehrungsregeln können das Spiel enorm spannend machen - sie können aber auch das Gegenteil erreichen. Für den ersteren Fall müssen sie aber funktionieren und konsistent sein, was in sich oftmals leider schon nicht gegeben ist. Francesco di Lardo
-
Gamistisch, simulationistisch oder narrativ - Ist das der Hauptunterschied zwischen M5 und M6?
Nun ja... Um abermals auf ein Zitat von oben zurückzugreifen: "Simulationistisch: Der Drache ist einfach ein Teil der Welt. Ist er uralt und extrem mächtig, dann kann er die Gruppe mühelos vernichten. Die sinnvolle Lösung könnte sein, zu fliehen, zu verhandeln oder ihn ganz zu meiden." Versuche in D&D einen zu mächtigen Gegener mit zu geringer eigener Erfahrung anzugehen - und Du bist Toast. Kann man ohne eine einzige Hausregel so spielen. In diesem Fall habe ich das just für D&D gerade hinter mir als Spieler. Wir sind zwar nicht "Toast", aber wir sind auch nicht wirklich "Sieger". Nach mehr als 1,5 Jahren Realzeit an Vorbereitung mit ca. 40 Spielrunden (in einer Kampagne von bislang ca. 110 Spielrunden) in diesem Zeitraum hat sich unsere Gruppe von Charakteren an einen Drachen herangetraut. Vorher nicht. Wir haben ihn am Ende zu Fall gebracht. Aber es war knapp und es ist "nicht vorbei": Mein Charakter hat es tatsächlich lediglich geschafft, einen einzigen Angriff auf den Drachen zu machen. Unmittelbar vor dem Showdown wurde mein Charakter von einem NSC (gespielt von einem "echten" Spieler, den die SL extra für den Zweck dazugeholt hat) fast umgebracht - meine Charakter hatte nur noch einen (1) Trefferpunkt. Das hätte genauso gut bereits für meinen Charakter an der Stelle endgültig schiefgehen können. Ferner mußte ich einige meiner "Joker" bereits verwenden, um irgendwie meine Haut zu retten, anstatt sie gegen den Drachen einsetzen zu können. Bis ich es dann geschafft habe, meinen Charakter wieder zu heilen (was ohne langfristige strategische Vorbereitung so schnell gar nicht möglich gewesen wäre), danach den Ort des eigentlichen Kampfs zu erreichen, die ganzen über lange Zeit gesammelten Gegenstände, Buffs, etc. zu "aktivieren", war es fast vorbei. Der eine Angriff, den ich dann anbringen konnte, hat den Drachen jedoch "zum Absturz" gebracht. Und kam gerade noch zur rechten Zeit, um den Rest der Gruppe aus verzweifelter Situation zu retten, nachdem sie die "Vorarbeit" geleistet hatten, bei der mein Charakter schmerzlich vermißt wurde. Wir haben dann erst im Nachgang herausgefunden, daß es nicht nur einen Drachen gab - der andere, "kleinere" hat sich zurückgezogen, ist jetzt "sehr sauer" auf uns und dürstet nach Rache. Uns war zwar vorher bewußt, daß wir nicht einfach gegen "einen Drachen" kämpfen, sondern gegen ein ganzes Netzwerk seiner Schergen, von denen wir nicht alle identifizieren konnten (und einer von den nicht Identifizierten mich fast erwischt hätte). Den zweiten Drachen hatten wir aber überhaupt nicht auf dem Plan. Und an den kommen wir mit unseren derzeitigen Mitteln nicht heran. Wohl aber er an uns - wenn er will. Zumindest haben wir uns soweit "Respekt" verschaffen können, da wir gewissermaßen den "großen Bruder" erledigen konnten und der "kleine Bruder" vielleicht erst einmal die direkte Konfrontation vermeidet. Drachen sind eben verteufelt schlau. Er könnte uns einzeln fertig machen - weiß der "kleine Bruder", wissen wir. Sehr blöde Situation. Als wäre dies nicht genug, habe ich noch einen Teil des Geistes des "großen Bruders" im Kopf meines Charakters. Die clevere Idee, durch gewisses Probing im Drachengehirn an Informationen über das Versteck dessen Horts heranzukommen, hat zwar funktioniert - aber nun muß mein Charakter ständig "kämpfen", wer in seinem Kopf gerade die "Oberhand" behält. Das war nicht geplant. Und wie man den "Drachengeist" (den man rief) wieder los wird, weiß keiner... Ausgang offen - vielleicht haben wir uns trotz 40 Sessions Vorbereitung übernommen. Grundsätzlich ist D&D in meinen Augen dabei kein System, was sich ausgerechnet für "Simulationen" anbietet: Nur eine Handvoll von Skills. Voll von Powergamer-Blingbling. Die Historie mancher der D&D Spielwelten inkonsistent, usw. usf. Dazu auch meiner Meinung nach manche regeltechnischen Schwächen und Inkonsistenzen. Aber wenn man "akzeptiert", daß bei D&D eben ein "Meteorsturm" zu den möglichen Werkzeugen etwa eines hoch-level Magiers in einer zugehörigen Welt "gehört", dann wird so ein absurder Quatsch eben zur angemessenen "Simulation" der betreffenden Welt. Das ist natürlich eine "Simulation" in einem ganz anderen Sinne, als würde ich z.B. Harnmaster auf Harnworld spielen, wo die Chancen, an einer Wundinfektion zu sterben, ebenso real sind, wie an einer Kampfverletzung. Wo ich mit einem verbleibenden Trefferpunkt fast nichts mehr machen kann, während ich bei D&D noch "voll einsatzfähig" bin. Wo ich ggf. Wochen zur Heilung brauche, anstatt mich wie bei D&D mit ausreichend Magie binnen ein paar Runden von "so gut wie tot" wieder auf "voll einsatzfähig" hochbomben kann. Ähnlich kann man dies auf M5 / D1 (oder andere Systeme) transferieren: Was ist denn eigentlich die "Realität" der betreffenden Spielwelt / des Systems? Von der jeweiligen "Realität" hängt es am Ende ab, ob ich sie gut oder schlecht "simuliere". Francesco di Lardo
-
Gamistisch, simulationistisch oder narrativ - Ist das der Hauptunterschied zwischen M5 und M6?
Ich glaube, daß die GNS Frage nicht wirklich an einem bestimmten Rollenspiel-System festgemacht werden kann. Man kann so ziemlich jedes Rollenspiel mit unterschiedlichen Gewichtungen dieser Punkte spielen. Und dabei kann die Gewichtung kontextbedingt auch innerhalb desselben Rollenspielsystems und auch derselben Spielrunde unterschiedlich sein, etwa im zitierten Sinne: "Zum Beispiel kann dieselbe Runde Dungeons & Dragons sehr unterschiedlich gespielt werden: gamistisch, wenn schwierige Kämpfe, Beute und Charakteroptimierung im Vordergrund stehen, narrativ, wenn die Handlung, Beziehungen zwischen Figuren und persönliche Geschichten wichtiger sind als taktische Perfektion." In erster Linie ist das in meinen Augen eine Frage der konkreten Spielrunde und von dessen Spielleiter. Francesco di Lardo
-
ChatGPT / KI abseits des RPG
Das Ganze ist eigentlich für jeden relevant. In den meisten anderen Fällen hat die Kill-Chain funktioniert wie sie sollte. Im beschriebenen Fall hatten die 120 Schülerinnen aber unbestreitbar "Pech". Es wäre sehr zynisch zu fragen: "Wer weiß, wie vielen von denen in der Schule beigebracht wurde, die Amerikaner und Israelis zu hassen?". Andere Zusammenhänge mögen uns da sehr viel direkter betreffen: Algorithmen entscheiden in einigen Bundesstaaten der USA darüber, ob jemand vorzeitig aus der Haft entlassen wird oder nicht. In einigen Bundesstaaten der USA gibt es "predictive policing", bei dem ein Algorithmus berechnet, wo sich "am wahrscheinlichsten" Straftaten ereignen werden und wo infolge dieses Assessments Polizeistreifen hingeschickt werden. Einerseits scheint dies sehr sinnvoll. Andererseits verstärkt es natürlich einen Bias - wo keine Polizeistreife ist, kann sie auch nichts finden. Und wo sie ist, noch mehr. Was, wenn das marktbeherrschende Modell von KI-assistierter Filtersoftware für Bewerbungsunterlagen - aus welchen nicht kontrollierbaren Gründen auch immer - Dein Bewerbungsprofil nicht mag? Was, wenn Deine Kreditwürdigkeit aufgrund Deiner Postanschrift geringer eingeschätzt wird, obgleich für Dich persönlich eine höhere Kreditwürdigkeit besteht als bei der Masse Deiner Nachbarn um Dich herum? Du wirst die höheren Zinsen zahlen müssen, ohne Chancen, dagegen vorzugehen. Alle diese Fälle haben eins gemeinsam: Funktioniert meistens. Aber einige haben "unschuldig" Pech und - wichtiger noch - keine Chance, sich dagegen zu wehren. Da wird menschliches Schicksal bzw. da werden Menschen Maschinen unterworfen - und dies im Wortsinn. Wenn man abermals "Pech" hat, kommt womöglich noch folgender "Twist" hinzu: Die Entscheidung der Bombardierung der Schule wurde von einem Menschen "abgenickt" - obgleich er freilich keine wirkliche Möglichkeit hatte, die Situation tatsächlich zu prüfen. Wer trägt die Verantwortung? Wird diese dann dem "abnickenden" Menschen aufgebürdet, während man die fehlerhafte Maschine exculpiert? Oder deren Hersteller? Oder deren Programmierer? Wie ist es im "autonomen" Fahrzeug auf "Autopilot"? Der Konzern versichert, "alles geht automatisch". Aber er verpflichtet den Fahrer nach Warnton ggf. binnen Sekundenbruchteil einzugreifen. Ist das nichts anderes, als sich einen "schmalen Fuß zu machen" und sich zu exculpieren und dem Menschen die Verantwortung aufzubürden nebst einer Situation, die dieser eigentlich gar nicht mehr unter Kontrolle bringen kann? Francesco di Lardo
-
ChatGPT / KI abseits des RPG
Noch nicht lange her, da habe ich mal über die Problematiken von Kill-Chains und "Human in the Loop", "Human on the Loop" etc. gepostet. Anbei ein Artikel, der mal anschaulich darlegt, was selbst "Human in the Loop" in der Praxis eigentlich bedeutet - nämlich oftmals keine wirkliche menschliche Evaluation, sondern nur ein "abnicken" ohne große Prüfung. "Authority in Name Only That is the lesson of Epic Fury that most after-action assessments have skipped. They asked whether the campaign met its objectives. The harder question is whether the chain of command still functioned at machine speed, or whether the authority assigned to a human on paper had quietly migrated into the software. This is not an indictment of any commander or administration. The dynamic is structural. Once a targeting pipeline runs faster than a person can verify what it produces, the real decision shifts to the system that produces it, whatever the doctrine says about who is in charge." https://thedefensepost.com/2026/06/30/human-oversight-ai-targeting/ Das ist die Wirklichkeit, vor der wir stehen. Francesco di Lardo