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Francesco di Lardo

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  1. Die entsprechenden Entscheidungen wurden auf theoretischer Basis bereits vor Jahren längst vor der Reife der technischen Komponenten getroffen: Und hierbei ist die Einschätzung des Pentagons, Chinas, und Rußlands sowieso, jeweils ähnlich. Es geht um Zeit. Um nötige Entscheidungen zu fällen, ist für den Menschen aufgrund der technischen Entwicklung immer weniger Zeit vorhanden. Bis zu dem Grad, daß die menschliche Entscheidungsfindung nicht mehr in der Lage ist, mit einer automatisiert-maschinellen Schritt zu halten. Eine russische Zirkon Hyperschallrakete, die mit einem nuklearen Sprengkopf bestückt werden kann, braucht von Königsberg bis Berlin je nach Flugbahn etwas unter zwei bis vier Minuten. In dieser Zeit muß man im Fall der Fälle das Ding bemerken, klassifizieren, einschätzen, was es machen und vorhaben könnte, entscheiden, wie man darauf reagieren will, es tracken, eigene Abwehrmaßnahmen einleiten und das Ding erfolgreich abschießen. Man mag also militärische Systeme mit Menschen "in the loop" (alles läuft automatisiert, aber der Mensch zieht noch den Trigger) oder auch "on the loop" (alles läuft automatisiert, der Mensch überwacht nur noch die Abläufe) konstruieren und so noch eine gewisse menschliche Kontrolle erhalten. In dem Moment aber, wo auch nur ein einziger Gegener Systeme konstruiert, die "out of the loop" (alles läuft automatisiert ohne menschliche Einwirkung) funktionieren, dann hat man mit "in the loop" oder "on the loop" Systemen verloren - die brauchen zuviel Zeit. Aus dieser Logik folgt zwingend, daß man "out of the loop" Systeme konstruieren MUSS, um nicht zu unterliegen. Praktisch läuft das dann so, daß die Systeme bei den Playern mit "mehr Skrupeln" noch "in the loop" oder "on the loop" Funktionalität besitzen, die man aber im Fall der Fälle ausstellt. Bei einigen defensiven Systemen ist dies übrigens schon seit Jahrzehnten so, wie etwa AEGIS, von dem manch einer vielleicht im Zusammenhang mit Marine schon einmal gehört hat. Im Prinzip ging es dabei ursprünglich um die Abwehr von Bedrohungen gegen Schiffe. Heutzutage, und gerade gegenwärtig, sind da natürlich ganz andere Dinge möglich geworden, auch offensiver Natur. Und was viel relevanter ist: VIEL, VIEL billiger. Kreuzer und Zerstörer mit AEGIS konnten sich nur Staaten leisten und betreiben. Einen kleinen Drohnenschwarm kann sich im Prinzip jeder leisten. Und ein großes System könnte bald theoretisch eine Person steuern - das sind die Dinge, um die es bei dem Streit zwischen Antrophic und der Trump-Administration auch geht. Oder letztlich auch bei Google gestern. Dabei ist es nicht so, daß diese Firmen grundsätzlich nicht wollen (von ein paar Mitarbeitern abgesehen). Sie glauben, daß sie noch nicht können. Aber so etwas interessiert einen Trump nicht, noch einen Xi, noch einen Putin - die sehen sich alle lieber möglichst bald an einem "Start"-Button sitzen, ohne daß ihnen da jemand lästig in den Arm fallen könnte oder Befehle nicht umsetzen. Das sind die Unterschiede zu früher. Francesco di Lardo
  2. Irre, nicht wahr? 105.000 Agenten. Binnen fünf Wochen. Von den Usern. Und das sind ja Dinge, die öffentlich kommuniziert werden - wenn auch vielleicht nicht in den verbreitetsten Nachrichtenkanälen. Frag lieber nicht, was derzeit mit Blick auf Drohnen, Drohnenschwärme, militärische Sensornetzwerke und Killchains passiert. Francesco di Lardo
  3. Hinsichtlich Vibe Coding - das Pentagon ist dran. What can possibly go wrong? In less than five weeks, users at the Pentagon built more than 103,000 AI agents using Google’s Gemini-powered Agent Designer on the GenAI.mil network. Francesco di Lardo
  4. Thema von Degas wurde von Francesco di Lardo beantwortet in Neues im Forum
    "Wie ich dir schon per PN sagte, du überschätzt dich." Nächste Wertung meiner Person. Ich war jedenfalls der einzige, der in besagtem Thread D1 verwendet hat. Und in just dem Thread kam Deine Bemerkung. Und bitte - tu Deine Meinung kund wie Du möchtest. Aber nicht deine Wertung von Personen. Gott sei Dank, ja, ich bin nicht Trump. Francesco di Lardo
  5. Thema von Degas wurde von Francesco di Lardo beantwortet in Neues im Forum
    Dann bitte ich auch Dich zukünftig von solchen persönlichen Bewertungen und Unterstellungen abzusehen. Dich persönlich stört die Verwendung von "D1". Du persönlich unterstellst mir "offensichtlich abwertende Gründe". Mit "D1" signalisiere ich, daß ich es für etwas anderes halte, als "M5". Daran ist nichts abwertend. Darüber hinaus steht es mir auch völlig frei, Midgard M5 gegenüber D1 lieber zu mögen. Und abermals: Gemäß dem von mir zitierten Post von @Abd al Rahman bewege ich mich mit der Verwendung von "D1" klar auf dem Boden der Admin-Vorgaben: D1, M6 oder LvD - alles davon ist in Ordnung. Er möchte diese Diskussion ausdrücklich nicht, ob es jetzt "richtig" ist, hat dafür sogar Verwarnung angedroht. Ich habe diese Diskussion nicht begonnen, sondern Einskaldir. Die D1-M6 Frage bewegt mich aber weniger: Was ich jedoch nicht hinnehmen will, sind wiederholte Bewertungen oder Unterstellungen mit Blick auf meine Person, insbesondere nicht durch Moderatoren. Ich habe nicht das geringste Problem mit auch stark abweichenden Meinungen. Privat kannst auch Du von mir denken, was Du möchtest. In Deiner Funktion als Moderator gilt auch für Dich, daß Du nach außen gegenüber allen Forenmitgliedern zu Neutralität verpflichtet bist. Francesco di Lardo
  6. Mea culpa, Du hast Recht! Danke für den Hinweis. Ich hoffe, meine Intention ging aber aus ursprünglichen Kontext hervor. Habe ich in meinem Post korrigiert. Francesco di Lardo
  7. Thema von Degas wurde von Francesco di Lardo beantwortet in Neues im Forum
    @Einskaldir Es ist offensichtlich, daß Du mich mit diesen Zeilen meinst. Ich habe Dich inzwischen mehrfach offen und auch per PM freundlich darum gebeten, von persönlichen Bewertungen und Unterstellungen mit Blick auf meine Person abzusehen. Dies wiederhole ich an dieser Stelle freundlich noch einmal: Bitte laß dies in Zukunft sein. Ich denke, gerade als Moderator sollten solche wertenden Äußerungen unterlassen werden, weil sie nicht im Einklang mit einer neutralen Position zu bringen sind, die ein Moderator nach außen gegenüber allen Forenmitgliedern haben muß. Privat magst Du Dir über mich gern jede beliebige Meinung und Wertung bilden, von mir aus auch, ich sei "provozierend und konfliktsuchend", doch behalte sie bitte für Dich. Ich möchte jedenfalls nicht, daß mir öffentlich solche Absichten unterstellt werden, die ich nicht habe. Im Übrigen befinde ich mich mit dem Gebrauch des Begriffes "D1" völlig im Einklang mit den Vorgaben von @Abd al Rahman als Administrator dieses Forums: https://www.midgard-forum.de/forum/topic/6366-diskussionen-zu-moderationen/page/231/#findComment-3733809 Lorenzo di Lardo
  8. Das sind jetzt, ehrlich gesagt, Bereiche, die mich gar nicht interessieren (mal abgesehen von Medien oder Tools im Zusammenhang mit Midgard im weitesten Sinne). In allen Spiel-Foren, wo ich bin oder war, habe ich die Smalltalk-Bereich ohne direkten Spielbezug eigentlich immer links liegen lassen. Aber es gibt eindeutig Bedarf für diese Bereiche, denn man findet sie quasi überall. Francesco di Lardo
  9. Meine Ansicht zum Thread-Thema hier. Francesco di Lardo
  10. Ein guter Tipp! Auf FreePik bin ich kürzlich zufällig gestoßen, hatte da aber schon ChatGPT. Davor war mir gar nicht bewußt, daß es solche Aggregatoren gibt. ChatGPT und Aggregator parallel wäre mir vermutlich zu teuer für die paar Mal, wo ich es nutze.. Francesco di Lardo
  11. Ein bißchen habe ich vor ein paar Tagen auch damit herumgespielt. Der Unterschied ist merklich. Nano Banana kenne ich nicht aus persönlicher Erfahrung, habe aber Gutes darüber gehört. Ich glaube, für den Casual-User genügt ein Tool - die jeweiligen Frei-Versionen sind zu beschränkt. Und parallel kostenpflichtige Versionen wären mir persönlich zu viel - warte ich eben ein paar Wochen, dann gelten mehr oder minder überall neue Maßstäbe. Francesco di Lardo
  12. Bin mal gespannt auf Deine Erfahrungen. Francesco di Lardo
  13. Ich glaube, es gib hier niemanden, der sagen würde: "Iiiih, Du spielst D1." Darin würde ich ohne weiteres auch die Kritiker von D1 mit einbeziehen. Daß die Altspieler dies tun, glaube ich nicht. Die Cons sind ja z.B. zugänglich für D1 (wohl mit einer Ausnahme, wobei ich den Grund dafür aber nicht kenne). Die Tür für die D1er ist also auf Cons, wie auch hier im Forum, offen. Um sich als D1er willkommen zu fühlen, kann man demgegenüber auf Offenheit rechnen, sollte aber nicht so weit gehen, grundsätzlich Begeisterung dafür erwarten. Francesco di Lardo
  14. Kann ich gut nachvollziehen. Bin auch kein wirklicher Sammler und hatte aus ähnlichen Gründen wie Du bis vor Kurzem nicht mal M5 Regeln, weil nicht absehbar schien, daß ich M5 spielen würde. Wohl aber hatte ich M5 Quellenbücher, die man auch für M4 nutzen konnte und die es für M4 nicht gab. Neuere Ausgaben eines bestehenden Quellenbuches hole ich mir nur dann, wenn es entweder deutlich verändert, erweitert und verbessert wurde. Oder - im Falle der besagten neuesten Alba-Ausgabe - weil ich nun doch M5 spiele und faul genug bin, das Ding zu kaufen anstatt eventuell die M4 Werte zu M5 umrechnen zu müssen, sollten mich meine M5-Wege mal nach Alba führen. Francesco di Lardo
  15. Den Eindruck habe ich eigentlich nicht. Mir scheint es so, daß viele hier diverse Systeme gespielt haben und nicht wenige auch unterschiedliche Systeme parallel spielen oder außer Midgard auch noch andere Arten von Spielen spielen. Das in einem Midgard-Forum sich naturgemäß jene tummeln deren Lieblingssystem dies ist oder dies vielleicht auch exklusiv spielen, überrascht auf der anderen Seite auch nicht. Spielt sicher eine Rolle. Wird so sein, daß mancher Midgard für so gut befunden hat, daß er zufrieden ist und keinen Anlaß sieht, das Gras auf der anderen Seite des Zauns für grüner zu halten. So etwas wie eine emotionale Bindung zu einer Spielwelt gibt es sicher auch - kann ich zumindest für mich persönlich bestätigen: Für mich ist definitiv Tolkiens Mittelerde DIE Spielwelt - mit Abstand. Danach Hârn, obgleich ich nie Hârnmaster gespielt habe. Mit Blick auf Midgard - geht so, weil die Kulturen sich in meiner Wahrnehmung zu arg nah an den Kulturen unserer Erde orientieren. Bei Midgard sind es eher die "Spielerlebnisse". Für die D&D 5e Kampagne hat unsere SL eine eigene Spielwelt, die zugegebener Weise sehr gut ausgearbeitet ist und an der per se nach meinem Geschmack eigentlich auch nichts wirklich "falsch" wäre. Aber sie "packt" mich einfach nicht so. Na ja, und "Katzenwesen"... Mich turnt das ab, anstatt Interesse zu wecken. Ich mag "geerdetes" Rollenspiel mit Spielerrassen, die entweder im Schwerpunkt Menschen sind oder doch nah dran, wozu ich Elben, Zwerge und Halblinge zähle, nicht aber Echsenmenschen, Gnome, Tieflinge (nebst sonst was für D&D Krams...) und auch nicht Katzenwesen. Zudem mag mein Bias gegen Katzenwesen dadurch verstärkt worden sein, daß im LARP die Leute, die Kender, Katzenwesen und so Zeug gespielt haben, mir zu oft als "anstrengend" in Erinnerung geblieben sind. In dieser Hinsicht in meinem Fall eben schlechte Karten für D1. Das "Einarbeiten" ist ein sehr guter Punkt. Ich empfinde es in gewisserweise als "Overhead" zum eigentlichen Spiel, dem man sich eben stellen muß. Es ist nun nicht so, daß ich (auch umfangreiche und komplizierte) Regeln fürchte - sonst würde ich nicht ASL spielen. Doch wenn ich ein Spiel spiele, möchte ich es auch zumindest bis zu einem gewissen Grad regeltechnisch durchdringen. Das heißt für mich mehr, als nur einmal Kodex, Arkanum, Mysterium und Ars Armorum durchzulesen, was ich in Vorbereitung auf die neue M5 Runde gerade getan habe (oder vor drei Jahren gewissermaßen ähnliche vier Bücher für D&D 5e). Ist alles ganz interessant, nett und nicht schlimm - man braucht es ja schließlich, um vernünftig einen Charakter zu bauen und spielmechanisch sinnvoll steuern zu können. Doch am Ende bleiben die Regeln nur "Mittel zum Zweck" - und der Zweck ist das Spielen. Wenn ich also schon andere Wege mit beträchtlichem Aufwand etabliert habe, über die ich mich dem Spiel widmen kann, ist ein "da capo al fine" in meinen Augen etwas, daß man in Kauf nimmt, doch nichts, was eine Attraktion hätte. Bei alledem sind die Regeln für mich allerdings nur ein untergeordneter Punkt, was das "Einarbeiten" angeht. Die wirkliche Zeit geht beim Durchdringen der Spielwelt drauf - Midgard M5 hat vielleicht maximal 20cm Regalbreite an Regeln, wenn man noch Dunkle Mächte, Daimonomikon, Kräuterbüchlein hineinrechnet. Die Spielwelt hat dagegen ein Vielfaches. Mehr noch, daß ich das "Werkzeug" Regeln beherrschen möchte, will ich die tiefe Immersion in die Spielwelt. Ich will möglichst umfangreiches Wissen internalisiert haben, was ein Charakter, der auf der Spielwelt lebt, hätte. Das heißt nicht, daß ich jetzt alle Abenteuer oder Kampagnen durchlesen muß (was einen ggf. auch spoilern würde, falls man Kaufabenteuer spielen sollte). Aber z.B. ein Händler, der verschiedene Länder Midgards bereist hat, weiß eine ganze Menge über die Welt. Von mir aus auch ein Clankrieger, der Alba nie verlassen hat. Als Spieler möchte ich aber möglichst nah an das Charakterwissen heran, was dieser hat, wenn er auf Abenteuer auszieht. Das Gefühl, "Teil der Spielwelt" zu sein, ist es, was den eigenlichen Aufwand erfordert. Und was vor allem das eigentliche Spiel auch so sehr viel reicher macht in meinen Augen. Dieses Gefühl gewinnt man erst - oder zumindest besser - wenn man sich lange auf einer Spielwelt bewegt hat (von mir aus auch mit unterschiedlichen Charakteren) und mit ihr vertraut geworden ist. Ich versuche es einmal so zu umschreiben: Das schöne an einer Sprache ist es nicht, sie zu lernen, sondern sie zu beherrschen und zu sprechen. Ich will nicht ständig neue Spielwelten lernen, ich will sie "sprechen". Und dabei ist es mir lieber, daß ich eine oder sehr wenige Spielwelten "eloquent sprechen" kann, anstatt auf mehreren zu "kauderwelschen" und zu radebrechen. Ich glaube, Communities funktionieren wie folgt: Eine Möglichkeit ist, daß man etwas "Neues" hat und sich dazu eine große Zahl von Leuten findet, die zu einer Community zusammenwächst. Sagen wir mal die europäische Besiedlung der USA - unter solchen Umständen funktioniert ein "Melting Pot". Die andere Möglichkeit ist, daß man irgendetwas Bestehendes hat, was sich nur langsam schleichend verändert. Sagen wir mal "Good Old England". Oder man hat eine bestehende Community, deren Angehörige nicht mit dem aufhören werden, was sie tun, wo aber nennenswerter Nachwuchs ausbleibt, um diese fortzuführen, weshalb sie schleichend vergeht. Etwa die Plattdeutsch-Sprechenden in Norddeutschland. Was nicht so gut funktioniert ist, sehr unterschiedliche Dinge zusammenzuwerfen, sofern nicht eine Seite ein deutliches Übergewicht hat. Hätten wir 50 D1-Spieler und 50 M5-Spieler, wäre mein Tipp, daß hier die Entwicklung eher zu getrennten Communities ginge und nicht zu einer gemeinsamen. Kommen eine Handvoll D1-Spieler zu der größeren M5-Gruppe dazu, dann werden die wohl in die M5-Community integriert ohne größere Schwierigkeiten. Sagen wir mal, für M5 wird langfristig nichts mehr publiziert und D1 wird ein voller Erfolg - dann würde sich die eine Ursprungs-Community womöglich schleichend wandeln. Dabei ist nicht allein die Frage, ob die M5 Leute gegenüber D1 offen sind, sondern nicht minder, ob die Zielgruppe von D1, die ja nicht dieselbe ist, wie für das alte M5, überhaupt Anschluß an letztere suchen wird oder ob diese ihr vielleicht zu fremd ist. Francesco di Lardo
  16. Ich aber... 🤪 Francesco di Lardo
  17. Neben der stabilen Midgard Con-Szene ist genau das m.E. ein weiteres Indiz dafür, daß die Midgard-Community auch in Zukunft stabil bleiben wird - ob nun mit oder ohne D1. Um zum Ausgangspunkt des Threads zurückzukehren: Es ist nicht D1, was die Midgard-Community zusammenhält und zusammenhalten wird, sondern in erster Linie entscheidend das, was vorher da war. Die Frage ist eher, ob und inwieweit der Anteil von D1 daran in Zukunft eher marginal oder signifikant sein wird. Ich tendiere eher zu "marginal", wobei ich "signifikant" nicht ausschließen will, jedoch nicht denke, daß er je "entscheidend" werden wird. Francesco di Lardo
  18. Völlig richtig. Allerdings wage ich einmal folgende Vermutung: Diese Forum ist vermutlich "DER" Anlaufpunkt für Midgard in Deutschland (und weil Midgard ein deutsches Rollenspiel ist eigentlich "DER" Anlaufpunkt schlechthin). Weiß nicht, ob es da ggf. noch Parallelstrukturen bei Facebook, Discord u.ä. gibt. Und ich lege nach: Ich vermute auch, daß alle Midgard Con-Organisatoren hier im Forum "aktiv" im Sinne von @Abd al Rahman sind - zumindest die Mehrheit derselben. Das bedeutet m.E. schon, daß es eine Korrelation zwischen den "aktiven Forenmitgliedern" hier im Midgard-Forum gibt und jenen, die für das Midgard-Hobby insgesamt sehr wichtig sind (Um gar nicht erst Mißverständnisse aufkommen zu lassen: Hiervon möchte ich mich persönlich ausdrücklich ausnehmen, obgleich ich hier in letzter Zeit häufiger herumspuke.). Francesco di Lardo
  19. Stimmt! Jetzt wo Du's sagst, fällt mir ein, daß ich zumindest von den LARPs basierend auf DSA-Hintergründen wußte. Nur, daß es auch für DSA Pen&Paper Cons gibt, ist mir neu - allerdings hatte ich vorher auch noch nie darüber nachgedacht. Also, falls bezüglich ASL mal wieder Interesse bestehen sollte, kenne ich mich da ganz gut aus (auch was die aktiven Leute in Deutschland angeht) und stehe ggf. für Fragen zur Verfügung. Mittlerweile kann man ASL hervorragend übers Netz spielen via VASSAL mit dem Modul VASL womit das Problem gelöst ist, Spieler zu finden. Das einschlägige Forum ist GameSquad.com. Doch nun zurück zu Midgard... Francesco di Lardo
  20. Das denke ich auch. Ohne z.B. die Midgard Con-Szene zu kennen, ist diese meiner Einschätzung nach ein gutes Beispiel für einen starken Stablitätsanker der Midgard-Community: Die "Sache" ist es den Organisatoren der neuen Cons wert, das alles auf die Beine zu stellen, was durchaus nicht wenig Arbeit ist. Und die Teilnehmer mögen das Zusammentreffen bei den Cons so sehr, daß sie dafür die ja nicht unbeträchtlichen Kosten für die Unterbringung und Reise auf sich nehmen. All dies ganz augenscheinlich konsistent über die Jahre. (Nebenfrage: Gibt es Vergleichbares eigentlich auch für andere Rollenspiele in Deutschland, etwa DSA?) Im Prinzip erscheint es mir bei Midgard ähnlich zu sein, wie im CoSim-Bereich mit Advanced Squad Leader: Den Midgard-Cons entsprechen dort die Turniere, die teils seit Jahrzehnten laufen. Viele der Teilnehmer kennen sich untereinander, zumindest dem Namen nach (weil die Spielerschaft bei ASL internationaler verteilt ist). Es ist eine sehr gute Atmospäre. Mir wurde z.B. von einem ASLer angeboten, ich könne ohne Probleme bei ihm in den USA übernachten, falls es mich mal in die Gegend verschlagen würde - obgleich wir uns noch noch nie getroffen haben. Ähnlich hatte ich vor zwei Jahren einen Australier für ein paar Tage bei mir, der bei einem Turnier in Holland war. Ich kannte ihn lediglich übers Forum oder weil er bei einigen Spielen am "virtuellen Spielbrett" über Discord als "Zuschauer" mit im Voice-Call mit drin war. Ich habe ihm dann ein wenig die Gegend hier gezeigt, wo sich so manches "ASL-Relevantes" einst zugetragen hat. Guter Punkt! Ich glaube, die Übergänge sind da teils fließend. Man hat erstmal mit ein paar Leuten getroffen, "um zu spielen". Und irgendwann, ohne daß man den Zeitpunkt wirklich definieren konnte, realsiert man dann, daß einige von ihnen zu Freunden geworden sind. Im Falle des besagten Australiers würde ich jetzt nicht von einem Freund im klassischen Sinne sprechen, allein schon aus dem Grund, daß ich rein zeitlich nur überschaubar viel mit ihm zu tun hatte. Aber es gibt wohl etwas, was man als eine gewisse "Geistesverandschaft" bezeichnen kann, die sich aus dem Spiel heraus ergibt (ob nun aus der tiefen Beschäftigung mit ASL, Midgard, oder sonst etwas), welche anders ist bzw. so nicht vorhanden, wenn ich man sich z.B. auf der SPIEL in Essen mit einer unbekannten Runde Leute an einen Tisch setzt, um ein neues Euro-Game auszuprobieren. Die ASL-Community ist, so glaube ich, im Schnitt vielleicht 10 bis 15 Jahre älter, als die hiesige Midgard-Community. Auch dort gibt es (bange?) Fragen, ob sie "zerfällt", "ausstirbt" und dergleichen. In der Praxis hat sie sich aber als sehr resilient erwiesen. Natürlich gibt es Leute, die steigen irgendwann aus. Und vereinzelt sterben sie bereits aus Altersgründen. Vereinzelt tauchen dort auch immer wieder mal Leute auf, die über lange Zeiten nicht gespielt haben (die Gründe sind meist "das Leben" mit Beruf und Familie). Trotzdem das Spiel immer noch durch (viele) Publikationen und Fandom gestützt wird, kommen gefühlt nicht viele neue Spieler hinzu. Ein gewisser Kern an Leuten ist jedenfalls "unerschütterlich" da. Dies erscheint mir hier bei Midgard ähnlich. Hier im Forum postet regelmäßich scheinbar ein ziemlich kleiner Kern. Und wahrscheinlich ließt ein ähnlicher Kern regelmäßig mit. Das wird sich teils mit den Con-Gängern überschneiden und natürlich mit denen, die über lange Zeitperioden regelmäßig spielen. Ob jetzt mit oder ohne D1, ich glaube, daß dieser Kern dies im Grunde mehr oder minder so lange weitermachen wird, bis er "umfällt". Francesco di Lardo
  21. Die Schwierigkeit, gemeinsame Termine finden zu müssen, ist real. Aber ich glaube, daß dies in erster Linie eine Frage des Lebensabschnitts ist. Ich denke nicht, daß es für vier, fünf Schüler oder Studenten an derselben Uni (also die Lebensabschnitte, in denen wahrscheinlich die meisten von uns mit Rollenspiel angefangen haben) heute schwerer ist, einen gemeinsamen Termin zu finden, als früher. Dabei helfen heute sogar noch die ganzen Messenger usw. Sieht natürlich ganz anders aus, wenn man sich nach dem Studium durch die Gegend verteilt hat und die alte Gruppe aufrecht zu erhalten sucht. Zudem machen einen Beruf und Familie weniger flexibel. Das ist schwerer. Ich glaube jedoch auch, daß dies bereits auch vor 20, 30 Jahren schon genau so viel schwerer war - da ist es uns nur noch nicht aufgefallen, da wir noch nicht im betreffenden Lebensabschnitt waren. Klar. Die Rahmenbedingungen der einem zur Verfügung stehenden Zeit setzt im wesentlichen damals wie heute der Lebensabschnitt. Die Wahl, wie man die verfügbare Zeit nutzt, ist m.E. damals wie heute nicht schwieriger oder leichter. Bleibt also die "Anziehungskraft" und "Bindungswirkung" dessen, was man wählt, sich zu beschäftigen. Die gesellschaftlich breite "Abstimmung mit den Füßen" sagt hier ziemlich eindeutig "soziale" Medien, wohinter ausgefeilteste Systeme stehen, die mit allen Tricks auf längsten Verbleib dort getrimmt sind. Das hatten wir früher zum Glück noch nicht und ist heute als neue Variable im Spiel. Ist in diesem Zusammenhang die Wahl gegen Smartphone und für Pen&Paper gefallen, kann man den Faden weiterverfolgen: Ist die Bindungswirkung von etwas Neuem höher oder von etwas Altem und Etablierten? Kommt darauf an. Wer Altes und Etabliertes, von mir aus auch Bewährtes bevorzugt, der wird wohl zu M5 und nicht D1 tendieren. Fällt die Wahl auf Neues, kann man wiederum den Faden weiterverfolgen: Für jemanden, der Pen&Paper nicht kennt, aber NEU in dies Feld hinein will: Was ist am attraktivsten und bindet? die Computerspielvariante? Zumindest ist hier eindeutig klar, daß diese heute weit viel mehr zu bieten hat, als zu C64er Zeiten. Scheidet hier aber aus, weil man ja zum Pen&Paper will. D&D? Weil "hat zumindest jeder schon mal von gehört", Tonnen von Material vom Publisher und Fandomseite, etabliert, vergleichsweise leicht, Leute dafür zu finden, Riesen-Community, Möglichkeiten für Virtual Tabletop. DSA? Vielleicht alles in etwas kleinerem Maßstab als D&D, aber dafür in deutscher Sprache. M5? Vielleicht ähnlich wie DSA, neuerdings (oder bald) zumindest mit dem Unterschied, daß es dafür keine offziellen Publikationen mehr geben wird. D1? Anfangs wenig Publikationen und wenig Spieler, die es kennen. Aber im positiven Sinne ist es "ganz neu" und "noch kennt es niemand", so daß man bei der Avantgarde mit dabei sein könnte. Und die Regeln zielen darauf, "leicht zugänglich" zu sein. Alternativen zu D1? Vielleicht gibt's noch andere, die im Grunde dasselbe versprechen, wie ein D1 und somit auf dieser Ebene konkurrieren - keine Ahnung. D&D und DSA kann man in obiger Kette als "Platzhalter" für große "internationale" oder "nationale" Pen&Paper Rollenspiele verstehen. Mir scheint es zumindest so, daß eine ganze Reihe von Weichen in bestimmter Weise gestellt sein müssen, damit jemand, der NEU zum Pen&Paper kommt, am Ende bei D1 landet - und auch dort bleibt. Ich glaube, die Chancen wären größer, daß er bei M5 gelandet wäre. Und ich glaube auch, daß die Chancen größer sind, daß jemand bei DSA gelandet wäre (ohne es zu kennen), als bei M5 oder D1. Von daher sehe ich für D1 eher ein begrenztes Potential, die Midgard Gemeinde zusammenzuhalten oder eine nennenswerte Damatu Gemeinde zu schaffen. Ich glaube eher, daß Midgard die Midgard-Gemeinde zusammenhalten und D1 eher eine Nische in der Community ausfüllen wird, wie etwa 1880 und Perry Rhodan, wobei sich die Größe der D1 Nische noch zeigen wird. Aber alle Rollenspiele haben irgendwann einmal klein angefangen und manche sind auch neben D&D großgeworden. Mit den neuen Konkurrenten "soziale" Medien und erstarkten Konkurrenten (heutige Computer-Rollenspiele im Vergleich zur C64 Ära) sind die grundsätzlichen Startbedingungen für etwas wie D1 sicher nicht leichter geworden. Francesco di Lardo
  22. Hmmmmm... Man kann natürlich grundsätzlich den Ansatz wählen, einen "Kampf" oder "Wettstreit" sozialer Fertigkeiten zu "mechanisieren". Grundsätzlich gibt es in den allermeisten Rollenspielen und auch Midgard ja auch Mechanismen dafür. Anstatt zu fragen, wie man einen sozialen Kampf weiter "mechanisieren" könnte, kommt mir in diesem Zusammenhang etwas ganz anderes in den Sinn: Warum sollte man dies überhaupt wollen? Für mich sind die "sozialen Fertigkeiten" der eigentliche Kern des Rollenspiels, was man am Tisch in Worten und Dialog tatsächlich "ausspielen" kann. Daher würde ich sie gerade nicht "mechanisieren" wollen, weil in meinen Augen dadurch das eigentliche Rollenspiel verloren geht. Für Kämpfe, Fertigkeiten wie Schlösseröffnen braucht das Spiel Mechaniken, weil man diese schwer oder kaum in Worte fassen kann: "In dem Moment, wo der Gegner tief ansetzt, springe ich über seine Klinge und versuche einen Hieb anzubringen..." So was funktioniert nicht in "Erzählform". In meinen Augen haben Mechaniken für soziale Fertigkeiten beim Rollenspiel drei Zwecke: Damit lassen sich Interaktionen von NSCs schnell abhandlen, bzw. Dinge, die abseits der eigentlichen Spielhandlung geschehen. Sie können manche Spielsituationen beschleunigen, in denen es gerade nicht auf ausgspieltes Rollenspiel ankommt - wie etwa der 20. Besuch auf dem Markt, um Rationen für die nächste Reise zu erhandeln. Sie können im Dialog ausgespielte soziale Fertigkeiten komplementieren. Es kann halt sein, daß ein Charakter rhetorisch glänzt, aber der Spieler nicht notwendiger Weise in demselben Maße (Wir sind ja in aller Regel normale Leute und keine "Helden"...). Würde man hier also gänzlich auf die realen rhetorischen Fertigkeiten der Spieler abstellen, wären die real-redegewandte Spielerin des Kämpfers dem real nicht so eloquenten Spieler des Gelehrten immer überlegen, obgleich dies im Spiel zumindest unwahrscheinlich wäre. Hier können dann Würfelwürfe die real ausgespielten Dialoge komplementieren, so daß der Gelehrte in Summe von real-mäßiger Argumentation, hohem (mechanischen) Fertigkeitsbonus plus Würfelwurf dann doch noch den real-eloquenten Kämpfer mit niedrigem (mechanischen) Fertigkeitsbonus plus Würfelwurf übertreffen kann. Es zählt also weder allein die "Mechanik", das Glück oder die reale Fähigkeit, sondern das "Gesamtpaket" in einem sozialen Wettkampf. Auch hier wäre mein Ansatz, mögliche Schwächen eines Charakters in dieser Hinsicht gerade nicht "mechanisch" umzusetzen, sondern spielerisch, wofür sich die genannten Punkte geradezu anbieten: Ein Beispiel: Mein Glücksritter ist gierig, also spiele ich ihn gierig. Der böse Drache ist endlich tot, der Glücksritter will unbedingt an den Hort heran - aber er weiß nicht, wo sich der verdammte Hort befindet. Gleichzeitig kann er sich ausmalen, daß "die Uhr tickt" und irgendjemand anderes ihn finden und "stehlen" wird, wenn man ihn nicht bald ausfindig macht. Das macht ihn wahnsinnig und auch nicht gerade vernünftig. Er hat mal gesehen, wie ein Bösewicht etwas vom Hirn eines Opfers gegessen hat und in Verbindung mit einem magischen Trankes an Wissen dieses Opfers gelangen konnte. Natürlich alles böse, verboten, no-no. An einen solchen Trank kann der Glücksritter aber herankommen. Tja. Jetzt riskieren, "alles" zu verlieren, weil irgend ein Ar*** einem den wohlverdienten Hort wegschnappt, der einem "zusteht"?' Oder dem toten Drachen den Schädel einschlagen, was vom Hirn essen, den Trank dazu trinken und hoffen, daß man so herausbekommt, wo der verdammte Hort ist? Moralisch sicher nicht astrein - aber ein gieriger Glücksritter kann die Chance auf den Drachenhort einfach nicht wegwerfen. Das würfele ich als Spieler nicht aus, das lasse ich den Charakter einfach machen. Also Drachenhirn fressen, Trank trinken und frohlocken... ... bis man (als Spieler überraschend) herausbekommt, daß man nicht nur den Ort des Drachenhorts kennt, sondern Überbleibsel der Drachen-Persönlichkeit im eigenen Kopf zu reden beginnen, der "seinen" Hort durch den Charakter gesichert wissen will. Soweit kann der Charakter eigentlich in seiner Gier nur vollends zustimmen. Der Drachengeist im Kopf des Glücksritters sieht aber nicht im geringsten ein, weshalb dessen Abenteuergefährten auch nur ein Kupferstück davon abbekommen sollten. Da muß der Spieler des gierigen Glücksritters einsehen - der Drachengeist hat da einen sehr guten Punkt... Nun würfele ich nicht, ob ich dieser Suggestion zulasten meiner Gefährten widerstehen kann. Sondern ich versuche den Glücksritter durch irgendwelche cleveren Scharaden einen größeren Anteil zuzuschustern, ohne daß der Rest dies mitbekommt. Klappt dies - prima! Erfolgreich ausgespielte Gier. Fliegt dies auf, muß der Glücksritter den wie auch immer gearteten Preis tragen, falls er es nicht schafft, sie dergestalt herauszureden, daß die Spieler der Charaktere seiner Gefährten ihm das auch abnehmen. Francesco di Lardo
  23. Was die Videospiele angeht, bin ich bei Dir. Was die Zeit angeht, glaube ich das nicht. Haben heute die Leute wirklich weniger Zeit als vor 20, 30 Jahren? Was manch einer von uns in den "aktivsten Jahren" in Midgard bzw. Pen&Paper gesteckt hat - also durchaus massig Zeit - stecken viele heute eben in Videospiele oder "soziale" Medien. Ich glaube, sie haben nicht weniger Zeit, sondern brauchen sie nur anders. Francesco di Lardo
  24. Ich denke, Deine Analyse ist im Großen und Ganzen realistisch. Persönlich gehöre ich bekanntlich zu denen, die den Schritt zu D1 nicht machen werden. Im Grunde hätte ich auch M5 nicht gebraucht und war mit M4 zufrieden, doch bei diesen und vorangegangenen M-Versionen handelte sich sich eher um Regelwerk-Evolutuion statt um Revolution wie für D1. Und - fast noch wichtiger - die prä-D1 Versionen wurden durch die wunderbar entwickelte Spielwelt zusammengehalten. D1 mit Damatu wird bestenfalls Zeit brauchen, um dahin zu kommen, wo M5 mit der Welt Midgard war. Was Publikationen angeht: Auch hier wird es lange dauern, bis D1 eventuell annähernd aufschließen kann. Für Midgard wurde über Jahrzehnte publiziert, mit der D1 Welt fangen sie jetzt erst an und können daher anfangs auch noch nicht viel bieten und verkaufen, was eine D1-Gemeinde stützen könnte (wobei man sich natürlich immer selbst etwas ausdenken kann oder aus anderen Quellen ziehen). Kann das alte Midgard überleben? Wenn selbst die ehemaligen Inhaber teilweise die Welt von Midgard als "ausgelutscht" betrachteten (was ich nicht teile), dann können wohl jene, die einen Regalmeter davon bei sich stehen haben, zurückgelehnt entspannt auf das zukünftige Fehlen offizieller M5 Publikationen schauen. In meinem Fall startet in zwei Wochen eine neue M5 Runde. Es gibt auch Beispiele - wenn zugegebener Weise auch in einem etwas anderen Sektor - wo Fandom Spiele sehr lebendig gehalten hat. Ich denke da im CoSim Bereich an Advanced Squad Leader, wo die Avalon Hill Company lange Zeit kaum etwas publizierte. Es gab dann Fandom/Drittanbieter, die letztlich das Spiel durch die "schweren Zeiten" getragen hat, bis es dann nach gewissen Wechseln auch wieder von "offizieller" Seite ein Revival erlebte. Auch bei Hârnmaster ist das Fandom von sehr hoher Qualität und großem Umfang. Es hängt natürlich in gewissem Maße davon ab, wie die Rechteinhaber von Midgard (also nun Pegasus) zu solchen Dingen stehen. Man kann Fandom unterstützen oder nicht. Am Ende kann die alten Midgard-Spieler aber niemand daran hindern, weiter "ihr Ding" zu machen. Und die Zeiten elektronischer Medien sind ein zweischneidiges Schwert: Manche bevorzugen gedruckte Regelbücher usw. Aber manche bevorzugen - nicht zuletzt aus praktischen Gründen - Dateien. Noch gibt es PDFs für M5 bis zum Erscheinen von D1 zu kaufen. Sind die nicht mehr käuflich erwerblich und eBay und Restbestände in Läden "abgegrast", muß man kein Prophet sein, um vorherzusehen, daß elektronische Scans oder Kopien irgendwann im Zweifel die Runde machen werden. Mich persönlich betrifft das alles nicht. Für mich lebt M5 in der Praxis. Ich habe eine Gruppe, ich habe das Material. Mein Midgard lebt. Kann das neue D1 überleben? Weiß ich nicht. Mit den "Herr der Ringe" Filmen gingen Rolemaster (weitgehend, zumindest mit Spielwelt Mittelerde) und MERS unter und alle Geldmacht hat es nicht geschafft, "leicht zugängliche" Mittelerde-Rollenspiele an seiner Stelle zu etablieren, die allesamt dem, was vorher da war, nicht das Wasser reichen konnten. Pegasus hat natürlich mehr Mittel als der vorherige Verlag. Allerdings ist es m.E. immer schwerer, in einem etablierten Gebiet eine neue Community aufzubauen, als eine alte zu pflegen. Und da die Verbindungen zwischen M1-5 und D1, abgesehen vom Markennamen Midgard, kleiner sind, als sie sein könnten, wird man wohl nicht umhinkommen, eine neue Community gewinnen und aufbauen zu müssen, die sich teils aus alten Midgardspielern zusammensetzen wird. Ob das reicht in Konkurrenz zu DSA, die massig Publikationen einer laufenden Welt haben? Oder gegen D&D, was noch einmal kommerztechnisch in einer ganz anderen Liga spielt (sich allerdings mit D&D 2024 m.E. auch nicht mit Ruhm bekleckert hat)? Die Zeit wird's zeigen. Francesco di Lardo
  25. Hab kürzlich das "Ars Armorum" gelesen, weil es zu den erweiterten Regeln gehört. Für mich wird es zunächst nicht relevant sein, da ich zum einen eine Hexerin spielen werde und zum anderen unser Spielleiter es nicht zu verwenden gedenkt. Ich kann allerdings anmerken, daß ich nach dem ersten Lesen nicht so recht warm mit den meisten Dingen geworden bin. Mein - allerdings erster und vorläufiger - Eindruck ist, daß sich manche der Spezialtechniken etwas verzettelt anfühlen und alle aufgrund der Kosten eher etwas für fortgeschrittene Levels sind. Dabei neige ich in Tendenz aber auch eher zu "breit" aufgestellten Charakteren und nicht zu solchen, die in einem verhältnismäßig "engen" Bereich hochspezialisiert sind, wozu ich auch Spezialtechniken zählen würde. Francesco di Lardo

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