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Detritus

Gutes/schlechtes Rollenspiel

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Wir hatten eine Zeit lang den Char-Bogen um einige Attribute erweitert, nämlich: Schlechte Eigenschaften (wie z.B. Goldgier, Neugier und Totenangst ähnlich DSA (man möge es mir verzeihen...)) und Vorlieben / Abneigungen.

Ich habe die Punkte eingeführt, um meine (wenig rollenspielende) Spieler zu mehr / besserem Rollenspiel zu zwingen. Die daraus entstehenden Situationen (Zwergenspieler mit Haß auf Orcs und niedriger Selbstbeherrschung versaute jeden Hinterhalt, da er beim Anblick von Orcs sofort losstürmte... die Gruppe hätte ihn am liebsten erschlagen, oder auch der neugierige Halblingsdieb, der in jede Falle tapste, wenn er von Goldgier getrieben irgendwo einen Schatz vermutete...) kamen meist sehr gut an, einige wurden gar zu running gags über die Jahre. Das ganze Rollenspiel hat sich daraufhin geändert und heute legen meine Spieler (naja, einige zumindest) mehr Wert auf einen schön gespielten Char als auf Gold oder Erfahrung.

Das ist für mich gutes Rollenspiel!

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Um mal wieder zur ursprünglichen Frage zurückzukommen:

 

1. Ja, ich gebe Punkte für gutes Rollenspiel. Finde ich auch wichtig. Wenn ich Anfänger nicht vergraulen will, muß ich es nur richtig machen. Von jemandem, der das schon 20 JAhre macht, kann ich mehr erwarten als von einem Neuling, dementsprechend darf ich nicht dieselbe Messlatte benutzen.

 

2. Ich denke auch (wie sohl die meisten hier) dass man Rollenspiel in erster Linie an der Konsequenz bemißt. Die Charakterklasse ist eher "Richtlinienvoirschlag" am Anfang, die Figur entwickelt sich eh erst beim Spielen.

 

3. Ich finde, dass es gerade gutes Rollenspiel ist, sich in entscheidenden Situationen gegen die Gruppe zu stellen. Nur vor dem Abenteuer in der Kneipe kan jeder seine Rolle ausspielen, aber gerade die Konflikte in kritischen Situationen sind doch das spannende am Rollenspiel. Sich dann mit der Gruppe einigen und Lösungen zu finden, das ist die Herausforderung.

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Ich hab mal ne allgemeine Frage:

Wieviele AEP vergebt ihr für Charaktertreues spielen?

ich würde mich freuen wenn ihr ein maximum sagen könntet

weil ein minimum is ja klar ;) -->0

 

Grüße Amon

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ich bin da wohl eher geizig, mehr als 30 kommen nie zustande (und auch nur in Ausnahmesituationen), das entspricht maximal 20% der Gesamt-EP die im Schnitt (!)verteilt werden pro Sitzung, die dann auch zwischen 8 und 10 Stunden dauern kann.

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Ich hab mal ne allgemeine Frage:

Wieviele AEP vergebt ihr für Charaktertreues spielen?

ich würde mich freuen wenn ihr ein maximum sagen könntet

weil ein minimum is ja klar ;) -->0

 

Grüße Amon

Das erste Problem, was du als Spielleiter meiner Meinung nach bekommst ist, dass zunächst mal definieren musst, wann der Spieler seine Figur charaktergerecht führt. Das finde ich deshalb so schwierig, weil nur der Spieler sagen kann, welches Verhalten in der jeweiligen Situation rollengerecht ist. Deshalb vergebe ich AEP auch eher für "glaubwürdiges" als für charaktergerechtes Rollenspiel. Aber dass sind letzten Endes nur Begrifflichkeiten.

 

Um auf deine Frage zurückzukommen: Ich verteile regelmäßig 10 - 30 AEP pro Spielabend (Spielzeit ca. 5 Stunden). Die absolute Maximalgrenze würde ich einem sehr story- und rollenspielbetonten Abenteuer bei 50 AEP pro Abend ansetzen. Bei uns machen die AEP allerdings auch den Großteil der vergebenen Erfahrungspunkte aus, da wir speziell im Bereich der KEP deutlich weniger Punkte verteilen, als die Regeln vorsehen. Das macht imho auch Sinn, da Midgard ein Rollenspiel und kein KoSim ist.

 

Norgel

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Wir hatten eine Zeit lang den Char-Bogen um einige Attribute erweitert, nämlich: Schlechte Eigenschaften (wie z.B. Goldgier, Neugier und Totenangst ähnlich DSA (man möge es mir verzeihen...)) und Vorlieben / Abneigungen.

Ich habe die Punkte eingeführt, um meine (wenig rollenspielende) Spieler zu mehr / besserem Rollenspiel zu zwingen. Die daraus entstehenden Situationen (Zwergenspieler mit Haß auf Orcs und niedriger Selbstbeherrschung versaute jeden Hinterhalt, da er beim Anblick von Orcs sofort losstürmte... die Gruppe hätte ihn am liebsten erschlagen, oder auch der neugierige Halblingsdieb, der in jede Falle tapste, wenn er von Goldgier getrieben irgendwo einen Schatz vermutete...) kamen meist sehr gut an, einige wurden gar zu running gags über die Jahre. Das ganze Rollenspiel hat sich daraufhin geändert und heute legen meine Spieler (naja, einige zumindest) mehr Wert auf einen schön gespielten Char als auf Gold oder Erfahrung.

Das ist für mich gutes Rollenspiel!

Um laue Spieler zum Spielen einer farbigeren Rolle zu ermuntern, ist das gar kein so schlechter Weg! :thumbs:

 

@Norgel: Naja, ich kann als SL in meiner Hausgruppe schon nach einer Weile beurteilen, ob ein Verhalten einer Figur rollengerecht ist, oder ob der Spieler hier gerade oportunistisch agiert und das Ausspielen seiner Rolle deshalb vernachlässigt. Denn meistens kommen eher charakteruntypische Reaktionen, wenn sich Spieler in der aktuellen Situation Vorteile erhoffen, bzw. Nachteile fürchten, wenn sie ihre Rolle ausspielen würden.

 

Beispiele siehe in dem von mir zitierten Beitrag von Torkvin.

 

Euer

 

Bruder Buck

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Ich finde, gutes Rollenspiel wird selten gewürdigt und noch seltener mit Erfahrungspunkten belohnt.

Gutes Rollenspiel erzeugt am Spieltisch oft gute Laune oder grosse Aufregung, weil sich daraus entsprechende Situationen ergeben. Unser zwergischer Kriegspriester hat das ziemlich gut drauf. Unsere Herrschaftspriesterin ebenfalls, wobei ich mir da nie sicher bin ob das gespielt ist oder ob der Spieler da mal wieder handelt bevor er darüber richtig nachgedacht hat ;)

Erfahrungspunkte gibts aber viel mehr wenn man einen Kampf provoziert oder permanent seine Fähigkeitenliste scannt welche Fähigkeit man gerade einsetzen kann um möglichst oft würfeln zu können.

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Schlechtes Rollenspiel ist u.a. die ganze Zeit über beschissene Regeln zu schimpfen aber nichts daran zu ändern. Auch deswegen finde ich D20 nicht mehr soooooo schlimm - ich lasse einfach die ganzen Teile weg die mir nicht passen (wie ZB die Miniaturen-Teile) und ändere jene Teile die etwas Anpassung benötigen, wie zB das es so Kampf-orientiert ist.

Gutes Rollenspiel ist es diese Defizite zu akzeptieren, das Regelwerk zu wechseln oder es entsprechend anzupassen.

....das ist natürlich nur die Management Seite. Und hat nichts mit Rollenspielen zu tun. Aber mit professionellem Rollenspielen. Versteht ihr was ich meine?

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Ich finde, gutes Rollenspiel wird selten gewürdigt und noch seltener mit Erfahrungspunkten belohnt.

 

Die Erfahrung habe ich in den letzten Jahren nicht machen müssen. In den Runden in denen ich z.B. auf Cons gespielt habe wurde Rollenspiel ganz gut belohnt. Ich konnte mich nicht beschweren.

 

Viele Grüße

hj

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Vorschlag zur Vergabe der "Gutes-Rollenspiel-AEP" (gefunden im Envoyer): Laßt das mal die Spieler machen. Eine gewisse Menge AEP einfach so in die Runde werfen...zur freien Verteilung in der Gruppe. Ich fand die Idee ziemlich gut bin aber nie so richtig dazu gekommen das auszuprobieren. Der eine Versuch war aber ein voller Erfolg, da schlagartig mal die Spieler gesagt haben was ihnen am Spiel der anderen gefällt...oder eben auch nicht. Ich hab als SL da auch schlagartig viel mehr Feedback gekriegt was die Helden motiviert, interessiert bzw. überhaupt im Abenteurerleben hält. Keine Ahnung ob das andere auch schon mal ausprobiert haben...machte auf mich aber einen sehr guten Eindruck.

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Salut,

 

ich halte überhaupt nichts davon, "gutes Rollenspiel zu belohnen" wie es in den Regeln der meisten Systeme angeregt wird. Früher fand ich die Idee gut, aber in der Praxis führt sie zu vielen Ungereimtheiten/Ungerechtigkeiten. Einige sind hier schon benannt (v.a. Spielerfahrung und persönliche Fähigkeiten - des Spielers]. Verzichte jetzt mal auf Beispiele.

 

Als SL vergebe ich trotzdem oft (vor allem in shadowrun) Punkte für "gutes Rollenspiel". Ein Widerspruch? Vielleicht. In Wirklichkeit gibt es Punkte für die Gruppe, für Aufgaben/Probleme die sie erfüllt/gelöst hat.

Hier setze ich das "gute Rollenspiel" an. Mit nicht rollemgemäßen Verhalten/Vorgehen gibt es keinen Erfolg :cool: . Also auch weniger oder keine Punkte. Während ein Fehlschlag bei "korrektem" Rollenverhalten durchaus mit Punkten "belohnt" weden kann, weil die Charaktere was gelernt haben.

 

Einzelvergabe an "herausragende" Spieler halte ich für problematisch: es belohnt nicht nur die "Könner" und "Vorlauten", sondern fördert im Extremfall das Wettbewerbsdenken in der Gruppe (die US-amerikanische Spielweise des immerwährenden "currency", die mir zuwider ist. Im Rollenspiel, versteht sich, nicht in einer Eisenbahn-Aktien-Simulation :D )

 

Liebe Grüße, Malódian (der gerne, sehr gerne EP bekommt!)

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Ich vergebe immer und ganz bewust nach jeder Sitzung Punkte für "gutes Rollenspie". Die werden den Spielern allerdings erst am Ende des Abenteuers in einer Summe mit den anderen AEP, zzgl. zu den KEP und ZEP, per Mail oder im Einzelgespräch mitgeteilt. Keiner weiß, was die Anderen bekommen haben. So vermeide ich Diskussionnen und kann gute Spieler trotzdem belohnen.

 

Was die Frage "was ist gutes Rollenspiel" angeht, so habe ich da meine eigenen Maßstäbe. Ich stelle mir jedesmal die Frage, wer hat den heutigen Abend (Sitzung) getragen, mitgetragen lediglich ertragen oder gar unterminiert? Mit dem getragen oder mitgetragen meine ich ein ganzes Sammelsurium von Dingen. Hat sein Charakter in- oder offplay agiert ("Hallo Schankmaid, bring mir bitte einen Humpen von eurem besten Bier" vs. "Ich bestell ein Bier"), hat er seine Fähigkeiten überhaupt genutzt und sinnbringend angewendet (kennt er die überhaupt? - ja sowas gibts auch!), hat er etwas zum Fortgang des Abenteuers beigetragen oder sich in sinnlosen Einzelaktionen verloren ("ich geh mal eben was klauen!", "Warum?", "Weil ich es auf +14 behersche!", "Aber das bringt uns dochhier nicht weiter?", "Mir macht das aber Spaß."), hat die Figur einen Platz in der Spielwelt (ausgespielter Hintergrund, Beziehung zu den anderen Spielern und zum Umfeld, etc.) oder ist sie nur zufällig in diesem System und kann auch in jeder anderen Welt agieren? Das ist nur ne kleine Auswahl an Überlegungen, die ich so allerdings nicht im Einzelnen abarbeite, sondern nur allgemein bewerte. Punkte hängen dabei von den Vorschlägen des Regelwerks, aber auch von meiner Tagesform und vor allem der der Spieler ab.

 

Natürlich ist so ein Vorgehen subjektiv, aber ich bin der Herr, dein SL! Du sollst MIR und niemenden anders zu gefallen sein! :D

 

Bislang waren meine SpielerInnen und ich uns in diesem Punkt letztlich immer einig.

 

 

Barmont, maßgebend.

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Gutes oder schlechtes Rollenspiel ist nicht unbedingt eine funktionierende Einteilung. Viel eher tendiere ich dazu, zu behaupten entweder man versucht sich am Rollenspiel oder man bleibt in der Spielerrolle (lediglich der "Würfler"). Außerdem kann das Rollenspiel sowieso nicht gänzlich durchgehalten werden - nach der 2. oder 3. Übernachtung immer noch den Abend im Gasthaus zu spielen wäre wohl übertrieben. Wichtiger ist es mir daher, in bestimmten Szenen in-time zu bleiben (Gespräch mit dem Auftraggeber/Sammeln von Informationen/Interaktionen zwischen den Charakteren, die die Gruppe formen/usw.). Und wenn man permanent drauf besteht, in der Figur zu bleiben, dann kann das sogar nervig sein (manchmal will ich einfach nur die 08/15 -Besorgungen machen, die bei jedem Krämer vorhanden und gleich teuer sind), das Leben des Brian lässt grüßen ("Burt, dieser Mensch will nicht feilschen!").

 

Zusätzlich zu diesen Szenen ist auch wichtig, ob sich eine Figur stimmig verhält. Verzichtet ein Spieler auf figurspezifische Reaktionen (macht es also keinen Unterschied, ob er einen Assassinen oder Priester Fruchtbarkeit spielt), dann lohnt es kaum, mit dieser Figur zu interagieren.

 

Ich werde jedenfalls beim nächsten mal den Posten Rollenspiel-AEP gesondert vergeben und mal schauen, wie meine Spieler reagieren...

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Ich habe das schon gemacht und es kommt auch sehr gut an.

 

Das finde ich sehr interessant. Kannst Du dazu ein bisschen mehr schreiben?

 

Gruß

 

Jakob

 

Gerne:

 

Ich hab gesagt, okay, ihr habt jetzt jeder 20 Punkte zu vergeben, frei nach Eurer Einschaetzung von Aktivitaet, gutem Rollenspiel, die Gruppe weiterbringen usw.

Und so gibt Spieler 1 4 Punkte an Spieler 2, 5 Punkte an Spieler 3, 5 Punkte an Spieler 4 und 6 Punkte an Spieler 5.

usw....

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    • By Nelson
      Habe gerade ein wenig gestöbert und bin über die "Fan Mail" gestolpert. Es ist ein Element aus "Primetime Adventures". Und dient Spielern dazu, anderen Spielern ein Belohnung zukommen zu lassen, wenn diese ihre Figuren besonders rollengerecht oder wie auch immer belohnenswert in Szene gesetzt haben.
      Habt ihr darüber schon mal was gelesen oder gar ein System gespielt, das so etwas nutzt.
       
      Dabei ist mir aufgefallen, das mein Bonuswürfelsystem etwas in diese richtung geht, da ich diese Würfel als SL ja auch für persönliches Gefallen oder "objektiv" Abenteuer förderndes Spielen vergebe. Vielleicht lässt sich das ja erweitern...?
       
      Anyway...
      hier könnt ihr euch was darüber durchlesen:
      http://greifenklaue.wordpress.com/2008/12/12/fan-mail-ein-mechanismus-um-rollenspiel-zu-fordern/
       
      Primetime
      http://www.rpg-info.de/Primetime_Adventures_%28Rezension%29
       
      Ausufernder auf Tanelorn
      http://tanelorn.net/index.php/topic,44855.0.html
    • By Mormegil
      Hallo allerseits,
       
      dass ich tatsächlich nochmal ein Thema im Rollenspielbereich eröffne, hätte ich nicht unbedingt für wahrscheinlich gehalten, aber hier ist es.
       
      Als ich mich vor drei Jahren hier im Forum angemeldet habe, kannte ich den Begriff "Rollenspieltheorie" nicht und hatte keine Assoziationen damit; ebensowenig hatte ich mir vorher sonderlich viele Gedanken über Balancing gemacht. Dann habe ich begonnen, hier mitzulesen und bin immer wieder über diverse Begriffe gestolpert (am prominentesten sicherlich das "Railroading" und die "Sandbox" bzw. "schlechtes" Spielleiten gegen spielerzentriertes Leiten), die aus der (Rollen-)spieltheorie kommen. Anfangs hat mich das abgestoßen; ich habe einen Strang eröffnet, in dem ich mein Unbehagen über Rollenspieltheorie an sich und meine Angst vor Beurteilung auf Cons nach Maßstäben, die ich nicht halten kann, mitgeteilt habe. Hier habe ich das unsympathische Bild der "Weißkittel", die "alles besser wissen" bemüht.
       
      Inzwischen hat sich meine Einstellung ein wenig geändert. Gewiss bin ich aus Sicht der Theoretiker nicht vom Saulus zum Paulus geworden: Ich habe noch immer kein rollenspieltheoretisches Werk gelesen und kann die Begriffe nur grob zuordnen. Aber ich stehe dem Ganzen nicht mehr gar so negativ gegenüber, und zwar schlicht, weil ich festgestellt habe, dass auch ich mich recht intensiv mit Rollenspieltheorie beschäftige - ich mache mir Gedanken über die Mechanismen des Spiels und darüber, wie ich eine "Spaßmaximierung" erreichen kann; allerdings alles ohne den theoretischen Überbau, den ich nach wie vor für nicht notwendig halte.
       
      Gründe hierfür liegen einerseits darin, dass die Rollenspieltheorie doch nach wie vor in fast jeden Strang hier Einzug findet, wenn auch nicht mehr so prominent in offenen Begriffen wie vor dem "Rollenspiel vs. Con"-Strang (oder ich bilde mir den Effekt nur ein; selektive Wahrnehmung: Es stört mich bloß nicht mehr?). Andererseits ist das Forum an sich eine Fundgrube voller Ausführungen zu verschiedenen Spiel- und Leitstilen, die teils auch als "gut" oder "schlecht" gewertet werden. In jedem Fall kann man sich hier viel Inspiration holen, wie man es gern machen würde, wie man es machen könnte, und wie man es ganz sicher nicht machen möchte. (Drittens habe ich seit etwa der gleichen Zeit Spieler, die sich auch viel um die Theorie Gedanken machen - da sind zwei Computerspiel-Programmierer dabei.)
       
      Und jetzt nach dieser eher länglichen Einleitung komme ich zum Zweck des Themas: Wie sich die Ansprüche an Spieler, Spielleitung und Spielrunde durch den Einfluss des Midgardforums und der Spieltheorie geändert haben. Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob diese Änderungen nur positiv sind.
    • By Akeem al Harun
      Hallo zusammen,
       
      nachdem es hier in den letzten Tagen etwas geknallt hat - die Gründe will ich mal außen vor lassen, es bringt uns nicht weiter, auf den einen oder anderen mit dem Finger zu zeigen - möchte ich eine Empfehlung für alle an der Theorie interessierten abgeben:
       
      Bitte lest wenigstens das Buch "Spielleiten" von Dominic Wäsch. Weiterführende Literatur ist sicher nicht verkehrt, aber wenn man wenigstens dieses eine Buch gelesen hat, hat man wenigstens eine kleine, gemeinsame Gesprächsbasis.
       
      Im übrigen Teil des Forum ist die gemeinsame Basis das Midgard Regelwerk. Das ist hier aber nicht gegeben. Hier blickt man über den Tellerrand hinaus und zwar auf einer teilweise sehr abstrakten Ebene und mit einem teilweise speziellen Vokabular.
       
      Das Buch von Wäsch ist interessant geschrieben und selbst ich, der ich mich mit Sachbüchern nicht immer leicht tue, konnte es flüssig lesen. Wenn sich jemand dafür interessiert, bringe ich das Buch auch gerne zum nächsten Bacharach Con mit und meinetwegen verleihe ich es sogar.
       
      Ich halte es für unerlässlich, wenn man gemeinsam über dieselbe Sache reden will, dass man auch eine gemeinsame Basis hat.
       
      Viele Grüße
      Harry
       
      PS: Weitere Literaturempfehlungen gibt es hier.
    • By Alas Ven
      Hallo,
       
      ab und an lese ich hier im Rollenspiel-Theorie-Forum mal das eine oder andere mit.
       
      Aber ich denke so langsam daran, diesen Strang hier vollständig zu ignorieren. Der Grund: Ich lese das Forum teilweise auch nicht nur aus Spaß, sondern einerseits, um mich über Midgard auszutauschen (also um Midgard besser zu verstehen und auch mein Verständnis von Midgard zu systematisieren) andererseits, um selbst Impulse geben zu können, damit andere das Spiel besser verstehen.
       
      Aber hier in diesem Strang habe ich nichts gelesen, was mir weiterhilft, besser zu leiten oder auch nichts, was mir weiterhilft, Midgard besser zu verstehen. Hier gibt es nur Debatten über Begriffe, die offenbar so schwammig formuliert sind, dass sie nur ganz wenige verstehen, die 100000 Bücher gelesen haben - und bevor man hier eine Frage stellen darf, wird man rüde auf Suchfunktionen oder eben diese 10000 Bücher verwiesen. Weiterhin gbt es hier kaum Dinge, die konkrete Fragen des Spielleitens betreffen (die werden alle im Spielleiter-Strang geklärt, aus dem ich sogar schon das eine oder andere hilfreiche entnehmen konnte.).
       
      Die Fragen sind für mich also: Was bringt mir als (nicht ganz so erfahrenem) Spielleiter überhaupt die Beschäftigung mit Rollenspieltheorie? Welchen Nutzen haben diese dicken Bücher, für die ich Geld ausgeben soll? Wie haben sie die glühenden Verfechter der Rollenspieltheorie konkret zu besseren Leitern gemacht, die ihren Spielern mehr Spaß verschaffen konnten? Was konnten die Leiter nach der Theorie besser als vor der Theorie?
       
      Ich möchte bei diesem Strang ausdrücklich nicht auf irgendwelche dicken Bücher verwiesen werden, die ich lesen soll. Sondern ich möchte von den Verfechtern der Theorie konkrete Beispiele hören, was sie vor der Beschäftigung mit der Rollenspieltheorie anders gemacht haben als nachher, und inwieweit sich das positiv auf den Spielspaß ihrer Spieler ausgewirkt hat. Damit möchte ich für mich entscheiden, ob sich die Beschäftigung mit Rollenspieltheorie für mich überhaupt lohnt oder nicht.
       
       
      Bitte kein "das ist nicht konkretisierbar" oder allgemeines "das hilft mir, meine Spieler besser zu verstehen" - sondern konkrete Sachen wie: "Ich habe vorher so und so geleitet. Dann habe ich mich mit der X-Y-Theorie beschäftigt. Danach habe ich anders geleitet. Ich habe gemerkt, dass das meinen Spielern sehr viel mehr Spaß gemacht hat.", ok?
      L G Alas Ven
    • By ugolgnuzg
      Moderation :
      Die Beiträge wurden aus Alas Vens Strang Wie hilft euch Rollenspieltheorie ausgegliedert, da dort konrekte Anwendungsbeispiele für praktisch orientierte Rollenspieler eingefordert wurden. Die hierher verschobenen Beiträge nähern sich dem Thema "Sinn" auf einer eher abstrakten, allgemeinen Ebene. Da hier durchaus interessante Punkte angesprochen werden, rechtfertigt das einen eigenen Strang.  
      Bei Nachfragen bitte eine PN an mich oder benutzt den Strang Diskussionen zu Moderationen
       
      Hallo Alas Ven,
      ich habe mich sehr über die EInichtung von "Rollenspieltheorie" hier im Forum gefreut.
      Leider habe auch ich aufgehört darin zu lesen... (völlig aufgehört).
       
       
      Meine Begründung liegt auch in Deinen Gründen. Zuviel Theorie und zuwenig Praxis. Ich hätte gerne die Theorie FÜR die Praxis.
       
      Auseinanderklamüsern von Begriffen, die manche so und andere wieder ganz anders verstehen hilft mir nicht weiter.
       
      Ich muß zugeben, daß ich mehr in ein paar Rollenspielmagazinen (v.a. dem alten englischen Adventurer) über praktische Theorieansätze gelesen und gelernt habe, als in dem Teil des Forums.
       
      Vielleicht soll dieser Titel des Forums gar nicht dazu beitragen "besser" Rollenspiel zu spielen. Sondern "nur" um die Hintergrundtheorien zu diskutieren. Deshalb lese ich dort nicht mehr...
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