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Gendersprache in zukünftigen Midgard-Produkten? Ja / nein / egal


Aradur

Gendersprache in zukünftigen Midgard-Produkten? Ja / nein / egal  

80 members have voted

  1. 1. Wie steht ihr zu gendergerechter Sprache in zukünftigen Produkten

    • Ja - es ist an der Zeit, ich steh' auf Sternchen und Doppelpunkte :)
    • Nö - geh' wech mit dem Unsinn :)
    • Egal - tangiert mich pheriphar am Allerwertesten :)


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vor 7 Stunden schrieb Berengar Drexel:

Da sieht man dann auch schon, dass solche Anpassungen der Sprache eine bestimmte Gesellschaft wiederspiegeln. In einer mittelalterlichen Stadt ist Bürger (m/w/d) oder BürgerIn einfach Unfug. Es ist der Bürger (m) der Steuern zahlt, in den Stadtrat gewählt werden kann und regelmäßig mit dem Spieß auf die Mauer muss. Seine Frau ist eine Bürgersfrau und seine Tochter ein Bürgerstochter - und beide haben weder seine Rechte noch seine Pflichten.

Genau an solchen Punkten habe ich dann auch mein Problem mit der jetzigen Spielwelt von Midgard.

Auch wenn ich gegen das visuelle Gendern mit Sonderzeichen in Texten gestimmt habe, möchte ich hiermit zum Ausdruck bringen, das ich genau solche Texte und Weltanschauungen in einer M6 Welt nicht haben möchte. Ich möchte keine solch antiquierten Spielwelten mehr bespielen. Das ist genau die Darstellung eines Stereotyps, die in einem modernen Rollenspiel, meiner Meinung nach, nichts zu suchen hat. Ich möchte in einer offenen, liberalen Spielwelt spielen, wo es selbstverständlich ist, das es Stadträtinnen gibt. Wo die Bürgerinnen Dienst in der Bürgerwehr tun und Frauen überall gleichberechtigt sind. 

Das ist genau der Punkt an dem die Midgard Spielwelt noch bunter, vielfältiger und moderner werden sollte. Wer es in seiner privaten Runde dann wie oben dargestellt spielen möchte, kann das gerne tun, aber in offiziellen Publikationen sollte genau an diesen Stellen die Modernisierung der Spielwelt stattfinden. 

Ich hoffe das man bei M6 auch hier ansetzt und die Spielwelt vielfältiger macht. Meiner Meinung nach ist das überfällig und täte einem modernen Midgard außerordentlich gut.

 

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Kann ich nicht nachvollziehen. Midgard hat diese Offenheit schon immer geboten. Es war immer eine Mixtur aus irdischem Vorbild und Toleranz. Aus der Historie konnte man sich immer frei bedienen, sie anpassen und seine neuen Elemente einfügen.

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Ich gehe mal davon aus, das Berengar Drexel hier ein Beispiel für seinen aktuellen Spielhintergrund in Midgard (vermutlich Alba) beschrieben hat. Im Alba Quellenbuch kann man ebenfalls nachlesen, dass Frauen, per se, nicht die gleichen Rechte wie Männer haben (Stichwort: eagrel). 
Das mag aus historischer Sicht korrekt für das antike Schottland sein, ist aber in der offiziellen Publikation eines modernen Fantasy Settings, aus meiner Sicht, völlig überflüssig, ohne Mehrwert fürs Spiel und kann für weibliche Spielerinnen ausgrenzend wirken.
Man hätte das schon im M5 Quellenbuch ändern können. Das hätte natürlich eine Evolution des Setting bedeutet.

Ich habe nichts dagegen, wenn man das für die private Spielrunde so spielt, sofern alle damit einverstanden sind. In offiziellen Publikationen finde ich solches aber im besten Fall antiquiert.

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Auch wenn solche Gesellschaftsformen, Regierungen und Bilder antiquiert sind, gehören Sie für mich in ein Rollenspiel, da sie diese in der Menschheitsgeschichte vorkamen bzw. nach wie vor existieren und eben die Vielfalt der menschlichen Kulturen widerspiegeln. Gerne können auch in einem Land intersexuelle Menschen als göttliche Avatare verehrt werden, da sie scheinbar beide Geschlechter in sich vereinen.

Ansonsten müsste auch die Leibeigenschaft, Sklaverei, Bordelle und viele weitere Aspekte aus den Kulturbeschreibungen verschwinden, weil sie heutzutage in Deutschland von verpönt bis verboten sind.




 

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Mir ist die Argumentation nicht verständlich.

@Kazzirah hats doch schon aufgedröselt:

Selbst wenn man ein Setting spielt, in dem Frauen nicht gleichberechtigt sind, ist das doch kein Argument, ein Regelwerk entsprechend sprachlich zu gestalten oder nicht umzugestalten. 

Wie die Welt ist, hat also keinerlei Einfluss auf die Sprache des Regelwerkes.

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Ich muss es nicht überall haben, aber wenigstens ein paar Kulturen, wo Gleichberechtigung selbstverständlich wäre, wäre schon nicht schlecht (und bitte nicht nur in ein paar exotischen Sonderkulturen abseits des "Hauptbereiches" der Welt).

Ich habe das in meiner Runde auch immer deutlich liberaler gehalten als im offiziellen Midgard, um da den Wünschen der Gruppe zu entsprechen.

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vor 4 Minuten schrieb Lemeriel:

Auch wenn solche Gesellschaftsformen, Regierungen und Bilder antiquiert sind, gehören Sie für mich in ein Rollenspiel, da sie diese in der Menschheitsgeschichte vorkamen bzw. nach wie vor existieren und eben die Vielfalt der menschlichen Kulturen widerspiegeln. Gerne können auch in einem Land intersexuelle Menschen als göttliche Avatare verehrt werden, da sie scheinbar beide Geschlechter in sich vereinen.

Ansonsten müsste auch die Leibeigenschaft, Sklaverei, Bordelle und viele weitere Aspekte aus den Kulturbeschreibungen verschwinden, weil sie heutzutage in Deutschland von verpönt bis verboten sind.




 

Ich weiß nicht, war bei uns eigtl. nie ein Thema. Gibt zwar dem ganzen Struktur (z. B. Amazonen) war bei mir/uns nie ein Thema. Ich überlasse meinen Spielerinnen grundsätzlich die Freiheit zu entscheiden, wie sie mit der Situation umgehen wollen und eine Option ist immer skippen/wo anders versuchen. Und ich hab auch Lore hin oder her, nie Spielerinnen aufgrund des Geschlechts nachteile auferlegt. Und wenn ein Herrscher die Damen um den Mund fuhr gings meisten schlecht für in aus ;)

 

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vor 4 Minuten schrieb Kurna:

Ich muss es nicht überall haben, aber wenigstens ein paar Kulturen, wo Gleichberechtigung selbstverständlich wäre, wäre schon nicht schlecht (und bitte nicht nur in ein paar exotischen Sonderkulturen abseits des "Hauptbereiches" der Welt).

Ich habe das in meiner Runde auch immer deutlich liberaler gehalten als im offiziellen Midgard, um da den Wünschen der Gruppe zu entsprechen.

Genau und in anderen Kulturen eröffnen sich halt für eine weibliche Spielerfigur Möglichkeiten, welche die Männer zum Beispiel nicht hätten, was ich momentan in Mokattam umsetze.

@Pit_87: Habe und werde ich auch nie machen.

Wir schweifen aber vom Thema ab, da es hier um das Gendern vom Text geht und nicht über den Inhalt.

 

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Ich erwarte, wenn Institutionen wie Sklaverei, Leibeigenschaft, Diskriminierung etc Teil der Spielwelt ist, sich die Autor*innen auch entsprechend dazu äußern und sich dazu positionieren, warum sie dies für sinnvoll halten, es als Element vorzusehen. 

Ich haltre es für selbstverständlich, dass sie, wenn sie vorkommen, auch entsprechend gekennzeichnet werden und im Rahmen der heute geltenden Konventionen behandelt werden. 

Wenn es vorkommt, dann halte ich es für selbstverständlich, dass diese Elemente klar als Mittel der "Bösen" erkennbar sind. 

 

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vor 2 Stunden schrieb Die Hexe:

Wie Viktor Frankl einmal sagte: "Die letzte der menschlichen Freiheiten besteht in der Wahl der Einstellung zu den Dingen."

Richtig. Die Freiheit besteht in der Wahl.
Wir können, meiner Meinung nach, Empathie, Respekt, Gleichberechtigung und Chancengleichheit nicht durch einen Zwang von oben herab diktieren. Die Wahl entsteht bei jedem selbst undzwar aus freien Stücken, weil ein Mensch davon überzeugt ist, das Richtige zu tun. Zwang bewirkt, laut Marshall Rosenberg, der Begründer der gewaltfreien Kommunikation nur zwei Möglichkeiten der Reaktion: Unterwerfung oder Rebellion.

Und genau dort sehe ich hier das Problem.

Falls wir uns aus freiem Willen entscheiden, alle Menschen als Individuen zu sehen und zu behandeln, dann kommt eine Gesellschaft zutage, die von Herzen handelt und nicht aus Zwang. ❤️

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vor 1 Stunde schrieb dabba:

Insofern ist die Ansage: "Das war damals halt so." zu einfach.

Das ist freilich gar nicht das Thema hier. Du musst natürlich für MIDGARD keine historische Welt genau nachbauen. Es genügt, wenn Du die Speilwelt genau beschreibst.

In diesem Strang geht es um die Entscheidung,

(A) entweder mit präzisem geschlechtergerechten/-neutralen Sprachgebrauch - der nicht einfach ist - eine Rollenspielwelt zu beschreiben,

(B) oder das eben zu lassen, weil es zu kompliziert ist und zu wenig einbringt.

Ich kann (B) sehr gut verstehen, da man dadurch an einer Nebensache fürs Rollenspiel Aufwand für Autoren und Leser spart.

Wenn man sich freilich für (A) entscheidet, dann muss man auch Leben, Rechte und Pflichten der Personen auf der Spielwelt nach m/w/d aufschlüsseln und Ungerechtigkeiten entsprechend thematisieren: Deine Methode, sich zu drücken, geht dann nicht mehr.

 

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Ich weiß nicht, wie ich auf diese Umfrage antworten soll, und habe es daher bleiben lassen. Fragen, die mich bei einer Antwort mit wertenden Zusatzunterstellungen verbinden, sind schwer zu beantworten. („Haben Sie aufgehört, Ihre Familie zu schlagen?“)

Inhaltlich finde ich es wichtig, eine Form der Sprache zu finden, die einerseits offen ist und andererseits gut lesbar. Sternchen u.ä. finde ich nicht schön (könnte damit aber gut leben). Besser fände ich eine Nutzung der traditionellen Sprache, die die gewünschte Offenheit rüberbringt, ohne den Lesefluss oder technische Umsetzungen zu hemmen. Ein Beispiel, das bei Twitch genannt wurde, war, dass von Spielleiterin und Spielerinnen die Rede ist, auf der anderen Seite alle NSCs zunächst männlich benannt sind. Im Konkreten ist es dann eben Mann oder Frau. Mir hat das spontan gut gefallen.

Beim historischen Argument mag ich nicht mitgehen. Wer Midgard als Geschichtssimulation spielen möchte, sollte auf die Freiheiten nichtadeliger SCs ebenso verzichten wie auf nichthistorische weibliche Rollen. Magie und Monster wären dann auch zu streichen…
In einem authentischen historischen Setting würde es viel weniger Abenteuer geben, und es wäre weniger fantastisch.

Aus meiner Sicht spricht vieles dafür, unnötige Einschränkungen, die dem Zeitgeist der 70er/80er-Jahre entsprangen, bei einer Neu-/Weiterentwicklung fallen zu lassen. Durchgängige männliche Bevorzugung zählt dazu (Buluga fand ich hingegen spannend, weil Geschlechterrollen Spielgegenstand waren, ohne zu dominieren). Das Gegenteil würde mir auch keinen Spaß machen (da ich meist Männer spiele), aber dazu wird es wohl nicht kommen.

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vor 52 Minuten schrieb Heptor:

Ich gehe mal davon aus, das Berengar Drexel hier ein Beispiel für seinen aktuellen Spielhintergrund in Midgard (vermutlich Alba) beschrieben hat.

Da liegst Du falsch. Ich habe ein - eher vereinfachtes - historisches Beispiel benutzt, um zu zeigen, dass geschlechtergerechte Sprache eben auch genauer mit Geschlechterrollen umgehen muss. Das gilt in unserem Falle auch für Rollenspielwelten: unabhängig davon, wie deren Geschlechterrollen aussehen.

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vor 4 Stunden schrieb Zwerg:

Ferner ist es für mich eine sprachliche Vergewaltigung

Ich halte den Gebrauch dieses Wortes, das für eines der schlimmsten Verbrechen steht, in diesem Zusammenhang für unangemessen. 

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@Kazzirah: Danke - volle Zustimmung.

Deshalb bleibt mein Votum:

  • - Gendergerechte Publikationen: (JA - die deutsche Sprache bietet dazu das Handwerkszeug - auch ohne Genderzeichen)
  • - Gendergerechte, vielfältige Spielwelt: (JA - möglichst keine Stereotype bedienen)
  • - Gender-Sonderzeichen in Publikationen: (NEIN - das behindert meinen Lesefluss)
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vor 5 Minuten schrieb Ma Kai:

Ich halte den Gebrauch dieses Wortes, das für eines der schlimmsten Verbrechen steht, in diesem Zusammenhang für unangemessen. 

Kurz nachdem ich die von dir zitierte Nachricht gelesen habe, hat Sarah Bosetti dazu in Puffpaffs Happy Hour was sehr schönes gesagt

Ich hab’s leider nicht mehr im Kopf

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vor 9 Minuten schrieb Ma Kai:

Ich halte den Gebrauch dieses Wortes, das für eines der schlimmsten Verbrechen steht, in diesem Zusammenhang für unangemessen. 

Danke! Wer dieses Wort im Zusammenhang mit Sprache verwendet, ist sich offensichtlich des Leids nicht bewusst, das dieses Verbrechen in unserer Welt schafft. Ein Verbrechen übrigens, bei dem das Opfer in einen lebenslangen Zwang gerät, daran zu leiden, denn wenn es aus dieser demonstrativen Opferrolle ausbricht, wird ihm das entstandene Leid abgesprochen. Ja, es wird sogar als Grund herangezogen, den oder die Täter*in zu entlasten. 

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Wir sind hier ja inzwischen bei mehreren Themen angekommen. Für das Thema (von Berengar maßgeblich eingebracht - Danke dafür, ein wirklich wichtiger Punkt, nur gehört er eigentlich nicht zur sprachlichen Gestaltung des Texts) "wie sollen die Kulturen der Spielwelt mit Geschlechterunterschieden umgehen?" habe ich ein separates Thema aufgemacht: https://www.midgard-forum.de/forum/topic/39087-geschlechterdiskriminierung-auf-midgard/, um diese faszinierende Diskussion weiter führen zu können, ohne hier noch weiter vom Thema weg zu driften. 

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vor 6 Stunden schrieb Kazzirah:

Danke! Wer dieses Wort im Zusammenhang mit Sprache verwendet, ist sich offensichtlich des Leids nicht bewusst, das dieses Verbrechen in unserer Welt schafft. Ein Verbrechen übrigens, bei dem das Opfer in einen lebenslangen Zwang gerät, daran zu leiden, denn wenn es aus dieser demonstrativen Opferrolle ausbricht, wird ihm das entstandene Leid abgesprochen. Ja, es wird sogar als Grund herangezogen, den oder die Täter*in zu entlasten. 

Es ist schon interessant, wie das Schreiben in der deutschen Sprache sich zum Spießrutenlauf entwickelt hat.

Der Ausdruck: Vergewaltigung der Sprache wurde übrigens bei mir von meinen Deutschlehrerinnen in meiner Jugend geprägt. Da waren die Damen und Herren damals noch nicht so hypersensibel, wenn miteinander geredet wurde. Da werden Nebenschauplätze aufgemacht, die mit dem eigentlichen Thema dann leider nichts mehr zu tun haben. Es wird sich an Formulierungen festgebissen, sich gegenseitig belehrt, anstatt sich sachlich unterhalten. Es wurde doch verstanden, was der*die Schreibe*r*nde ausdrücken wollte. Schade!

Dieses Thema ist eigentlich dafür zu wichtig!

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vor einer Stunde schrieb rito:

hypersensibel

Beim Durchlesen des Threads scheint man zugleich einen Effekt zu sehen, von dem auch anderswo berichtet wird: Die Minderheit ist eher lautstark und davon überzeugt auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen. Die Mehrheit ist zwar ablehnend, formuliert (im Durchschnitt) aber durchaus meinungs-inklusiver und ausgewogener und damit weniger prägnant in der Meinungsauseinandersetzung. Ohne auf das Resultat der Umfrage zu schauen, käme man als unbedarfter Leser vermutlich zum Schluss, dass die Befürworter des Genderns hier deutlich in der Mehrheit wären.

Wenn man etwas lange und laut genug sagt, dann wird es eine neue Wahrheit - zumindest für viele der Zuhörer und Leser. Das wissen wir spätestens seit Trump. Es ist ein Effekt, auf den von fast allen, am gesellschaftlichen Diskurs teilnehmenden, Fraktionen gesetzt wird, wenn man neue (und in der Natur der Sache begründet) Minderheits-Meinungen durchzusetzen versucht. Es verwundert daher dann auch wenig, dass angesichts der relativ-gesehen lautstarken Meinungsäusserungen der einen Fraktion die am Thema weniger interessierte bzw. die dem Thema weniger Bedeutung beimessene Mehrheitsfraktion dann irgendwann verstummt https://www.focus.de/politik/deutschland/allensbach-umfrage-mehrheit-der-deutschen-ueberzeugt-die-meinungsfreiheit-ist-in-gefahr_id_13403028.html. Die sich dabei angemasste Tabusierung und Kontroll-Erlangung über Sprache und Wortschatz ist in diesem Zusammenhang eine Geisteshaltung, die auf Zwang und Freiheitsentzug der anderen Diskursteilnehmer oder - einfach gesprochen - des Anderen setzt. Mit anderen Worten das Handeln einer Person, die für sich das Recht in Anspruch nimmt, über den Ausnahmezustand zu entscheiden. In einer moralisch-aufgeladenen Diskussion (wie der des Genderns) geschieht dies natürlich nicht aus niederen Beweggründen, sondern aus dem Gefühl und der Überzeugung heraus, über höhere Einsichten oder überlegene Ethik als andere Diskursteilnehmer zu verfügen.

Ich denke die ganze "inhaltliche" Gender-Diskussion ist immer von der beschriebenen Diskrepanz überlagert, da man den Inhalt nur schwer vom "Messenger" trennen kann. Daher enden diese Diskussionen dann nicht allzu selten im gegenseitigen Anschreien beider Fraktionen oder im Verstummen der einen Fraktion.

LG

dHib

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vor 25 Minuten schrieb Der Himmel ist blau:

Die sich dabei angemasste Tabusierung und Kontroll-Erlangung über Sprache und Wortschatz ist in diesem Zusammenhang eine Geisteshaltung, die auf Zwang und Freiheitsentzug des anderen im Diskurs setzt. Mit anderen Worten das Handeln einer Person, die für sich das Recht in Anspruch nimmt, über den Ausnahmezustand zu entscheiden. In einer moralisch-aufgeladenen Diskussion (wie der des Genderns) geschieht dies natürlich nicht aus niederen Beweggründen, sondern aus dem Gefühl über höhere Einsichten als der andere Diskursteilnehmer zu verfügen.

Magst du mir für diesen Kernpunkt deiner Ausführungen erklären, wie du darauf kommst? Ich habe derartiges nämlich hier im Thread nicht erkennen können. Auch in M6 wird jede Person Midgard sprachlich so spielen dürfen wie sie will. Es geht hier nur darum, wie das Regelwerk gestaltet wird. Das ist eine (bereits gefallene) Entscheidung der Redaktion. Man kann diese gut oder schlecht finden. Aber die Behauptung von Freiheitsentzug , Zwang und "Ausnahmezustand" finde ich in diesem Kontext mehr als unangebracht und erlebe das eher als den Versuch einer "Stimmungsmache", also genau das, was du selbst anprangerst.  

Mit anderen Worten: Die Redaktion hätte auch entscheiden können, dass Midgard-Werke ab sofort nur noch in Großbuchstaben geschrieben werden. Kann man gut oder schlecht finden. Hindert aber niemanden daran, im eigenen Sprachgebrauch auch weiterhin Kleinbuchstaben zu verwenden. 

Mfg   Yon

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Gerade eben schrieb Yon Attan:

Magst du mir für diesen Kernpunkt deiner Ausführungen erklären, wie du darauf kommst? Ich habe derartiges nämlich hier im Thread nicht erkennen können. Auch in M6 wird jede Person Midgard sprachlich so spielen dürfen wie sie will. Es geht hier nur darum, wie das Regelwerk gestaltet wird. Das ist eine (bereits gefallene) Entscheidung der Redaktion. Man kann diese gut oder schlecht finden. Aber die Behauptung von Freiheitsentzug , Zwang und "Ausnahmezustand" finde ich in diesem Kontext mehr als unangebracht und erlebe das eher als den Versuch einer "Stimmungsmache", also genau das, was du selbst anprangerst.  

Mit anderen Worten: Die Redaktion hätte auch entscheiden können, dass Midgard-Werke ab sofort nur noch in Großbuchstaben geschrieben werden. Kann man gut oder schlecht finden. Hindert aber niemanden daran, im eigenen Sprachgebrauch auch weiterhin Kleinbuchstaben zu verwenden. 

Mfg   Yon

Ich schlage vor, du liest die letzten drei Postings vor den Unsrigen und folgst dem von in meinem Posting zitierten Rito. Da ich annehme, dass du diesen (trotz hoher Deutlichkeit) Bezug übersehen hast, will ich den restlichen Inhalt deines Postings nicht als Polemik wahrnehmen.

Den von Dir falsch hergestellten und mir unterstellen Bezug weise ich zurück (der ganze Kram zum Thema "Redaktion" den du oben versuchst herzustellen).

LG

dHib

 

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Am 20.6.2021 um 23:25 schrieb Ciri Els:

Richtig. Die Freiheit besteht in der Wahl.
Wir können, meiner Meinung nach, Empathie, Respekt, Gleichberechtigung und Chancengleichheit nicht durch einen Zwang von oben herab diktieren. Die Wahl entsteht bei jedem selbst undzwar aus freien Stücken, weil ein Mensch davon überzeugt ist, das Richtige zu tun. Zwang bewirkt, laut Marshall Rosenberg, der Begründer der gewaltfreien Kommunikation nur zwei Möglichkeiten der Reaktion: Unterwerfung oder Rebellion.

Und genau dort sehe ich hier das Problem.

Falls wir uns aus freiem Willen entscheiden, alle Menschen als Individuen zu sehen und zu behandeln, dann kommt eine Gesellschaft zutage, die von Herzen handelt und nicht aus Zwang. ❤️

Es wird doch hier gar nichts von oben diktiert? Du musst an deiner Sprache gar nichts ändern. Es wird lediglich angedacht in M6 auf die Sprache zu achten. Das ist die Entscheidung des Verlags/der Redakteure, warum kann man sie nicht für diese (offensichtlich mutige) Entscheidung respektieren oder sie zumindest einfach akzeptieren? Sie zwingend damit doch niemand anderen, seinen*ihren Sprachgebrauch zu ändern.

Ich verstehe ehrlich gesagt die Aufregung um dieses Thema nicht so ganz. Ist es wirklich so schlimm ein * in einem Text zu sehen? Es wird in Texten immer mal Wörter geben, die man selbst nicht verwenden würde, nicht versteht oder vielleicht passt einem der Stil des Textes auch einfach nicht. Dass das * der tatsächliche Grund für den teilweise vehementen Gegenwind ist, bezweifle ich stark.

@Der Himmel ist blau Zwischen den Menschen, die sich hier positiv gegenüber einem sensiblen Umgang mit Sprache äußern und Trump eine Parallele zu ziehen ist heftig und in meinen Augen ziemlich unverhältnismäßig.

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vor 4 Minuten schrieb Der Himmel ist blau:

Ich schlage vor, du liest die letzten drei Postings vor den Unsrigen und folgst dem von in meinem Posting zitierten Rito. 

Ich habe diesen Thread durchaus gelesen und teile deine Einschätzung nicht. Da ich gerne verstehen würde, wie du dazu kommst, meine Bitte an dich, mir diese zu erklären. 

Mein Posting ist nicht polemisch gemeint und ich habe dir auch nichts unterstellt (sondern geschrieben, wie ich die Sprachwahl dieses einen Postings erlebe). Wenn du den Eindruck hast, ich hätte dir etwas unterstellen wollen, dann ist das nicht beabsichtigt. 

Mfg       Yon

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Mir ist Lesbarkeit wichtig, wobei mir eigentlich egal ist wie es formuliert ist. Wenn so was wie "Spielleitung" verwendet würde wären doch alle zufrieden, oder?

Was mich überrascht ist die Teilnahme an dieser Diskussion . Hätte nicht gedacht das es soviel Resonanz hervor bringt und es sind viele interessante Antworten dabei.

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