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Eleazar

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Everything posted by Eleazar

  1. Da ich mal davon ausgehe, dass eine schwere Arbrust genau wie die leichte Armbrust nicht industriell gefertigt ist, macht die verkaufte Stückzahl nicht so den Wahnsinnsunterschied. Beide Armbrüste werden nach Bedarf hergestellt und dann verkauft und dann liegen beim Waffenhändler XY drei leichte und eine schwere im Regal. Und je nachdem, wie sie verkauft werden, macht der Armbrustmacher in der nächsten Woche drei schwere und zwölf leichte oder anders herum. Daher kann ein Preisunterschied kaum kommen. Materialkosten dürften bei der schwerem Armbrust höher sein. Sie ist einfach größer und schwerer. Das verbaute Holz wird nicht so viel ausmachen, das Mehr an Stahl müsste sich im Preis abbilden, aber nicht besonders stark. Es steht nichts davon, dass die leichte Armbrust ein aufwändiger Leichtbau wäre. Ich kann mir das auch nicht vorstellen. Der wirkungsmächtige Unterschied zwischen beiden Armbrüsten ist ja nicht das Endgewicht, sondern dass man die schwere Armbrust nicht mehr einfach mit der Hand spannen kann, dafür aber eine höhere Durchschlagskraft hat. Vor allem aber hat die schwere Armbrust einen verhältnismäßig komplizierten Mechanismus zusätzlich, der bei der leichten Armbrust vollkommen entfällt. Und den zu bauen muss sich der Handwerker bezahlen lassen. Ich vermute, dass der Preis der schweren Armbrust irrtümlich zu niedrig angegeben ist.
  2. Ich glaube, wir dürfen nicht den Fehler machen, dass wir den Lerninhalt einer solchen Ausbildungsstätte auf das beschränken, was nachher auf dem Charakterdatenblatt steht. Setzt man das nämlich in Korrelation mit den regeltechnisch angelegten Lernzeiten, dann fragt man sich: Was machen die eigentlich die ganze Zeit nach dem ersten Halbjahr? Ich stelle mir das Lernen der Neulinge (egal ob beim Lehrmeister oder in einer Ausbildungsstätte) nicht sonderlich geplant oder effektiv vor. Viel Zeit der Schüler geht während einer nicht enden wollenden Dackelphase (Lehrmeister) oder der Ableistung von wenig anspruchsvollen Dienstleistungen (Gilde) dahin. Man muss ja schließlich erst mal unter Beweis stellen, dass man die Geduld und die sittliche Reife aufweist, damit es sich überhaupt lohnt, dass der Meister sich mit einem ernsthaft beschäftigt. Vieles wird sich mit dem befassen, was bei Shaddowrun Ettikette Magier wäre: Verhalten, Gehabe, Benimmkodex, Umgang mit höher- und tiefergestellten. Das Erlernen von Lesen und Schreiben und Lesen von Zauberschrift wird refinanziert werden durch intensives Üben durch Abschreiben bedeutsamer Werke. Allgemeine Erziehungsinhalte werden bei Kindern und Jugendlichen hinzukommen: Eine Gilde oder ein Meister wird nicht durch einen zaubernden Flegel in Verruf gebracht werden wollen. Ich glaube, man wird tendentiell immer dann richtig liegen, wenn man die Lern- und Arbeitsbedingungen radikal nicht vom Interesse der Schüler, sondern von dem der Lehrkräfte her denkt. Lehrjahre sind keine Herrenjahre und Magier haben aufgrund ihrer gehemnisvollen Kräfte eine gewisse Narrenfreiheit auch gegenüber Gleich- oder etwas Höhergestellten. Und sie haben die Lizenz zum Schrulligsein. Wissend, dass der Vergleich hinkt: In der buddhistischen Heiligenlegende Milarepa lässt der Meister seinen Schüler hintereinander 4 oder 5 Türme bauen und wieder abreißen - nur um seinen Hochmut zu brechen. Was ist dagegen das Abschreiben von 3x 1000 Seiten "Der kleine Magieralmanach", wiel der meister weiß, dass er sie teuer verkaufen kann? Oder was ist es dagegen komfortabel jede Woche je einen Tag zu Fuß hin und zurück zur nächsten Stadt zu laufen, weil der Alte Meister mit einem Kollegen Fernschach spielt? Er kriegt ja aufgrund der Großzügigkeit des Meisters genug zu Essen und ein Dach über dem Kopf während seiner Ausbildung. Und wenn der alte Meiste den Weg gehen würde, dann bräuchte er doppelt so lange und der Unterricht könnte nicht erteilt werden. Und lange Fußmärsche dienen doch bekannter Weise der Charakterformung und haben dem Meister vor 60 Jahren auch nicht geschadet. Bei den erfahreneren Magiern, die nur noch ein paar Zaubersprüche lernen wollen, stelle ich es mir so vor, dass auch sie in der Gilde eine Gegenlesitung zusätzlich zum Lehrgeld zu leisten haben: Die Diskussion mit Kollegen bezüglich magischer Streitfragen, die Mithilfe bei der Untersuchung eines Gegenstands, eventuell die Übernahme von 7 Übungsstunden in der ersten Klasse (Der Kollege ist verschnupft; auf Exkursion), ein tiefgreifender Erfahrungsaustausch; ein Vortrag vor einer Klasse ganz ausgezeichneter Studenten, einen Abend Schlauschnacken vorm offenen Kamin mit dem Oberseminar und tüchtig Rotwein ... Je erfahrener und berühmter der Magier ist, desto erlesener und ehrenvoller werden die erwarteten Gefälligkeiten. Ganz nebenbei wäre so ein System von Leistung, Gegenleistung, Verpflichtung und Gefälligkeiten auch ein Grund, warum sich manche Magier abgenervt in einen Turm im Wald zurückziehen und sich weitgehend aufs Eigenstudium oder einen sehr wohldosierten Erfahrungsaustausch beschränken.
  3. Danke, DiRi, aber mir ging es gar nicht richtig schlecht. Ich meine ja auch nicht, dass du mit deiner Sicht verkehrt liegst. Du hast nur versucht, sie argumentativ als einzig mögliche darzustellen und anderen Sichtweisen vehement widersprochen. Und das gaben die Quellen, auf die du dich bezogen hast, einfach nicht her. Ich finde das nicht schlimm, dass die Frage nach dem Wie und Wo der Magierausbildung nicht abschließen geklärt ist. Da kann eine Menge wachsen.
  4. Also mal im Ernst, DiRi. Du gibst dir große Mühe, deine Ausgangsthese zu untermauern und es klingt auch alles sehr fundiert. An den entscheidenden Stellen wirst du aber vage und argumentierst mit den Grenzen deiner Vorstellungskraft, stellst Aussagen einfach mal in Frage um sie nachher zu ignorieren oder ziehst mit einer "geahnten" Aussageabsicht der Autoren oder des Textes ins Feld. Auf diesem schwankenden Boden triffst du dann wieder Aussagen, die ausschauen, als wären es unumstößliche Fakten. Das finde ich nicht überzeugend. Auch die von Pandike aufgezeigte selektive Wahrnehmung von Argumenten, die deine These stützen (seh ich) und die sie in Frage stellen (seh ich nicht) gehört dazu. Erst wenn man dich mit der Nase drauf stößt, ruderst du ein paar Meter zurück und beginnst das Spiel von neuem. Auch das finde ich nicht sehr überzeugend. Dann arbeitest du wunderbare Zirkelschlüsse heraus, die sich aus nichts anderem ableiten, als aus deiner Grundthese. Die sollen sie am Ende dann aber erst beweisen (die Rolle von Magistern respektive Magiern im Wissenschaftsbetrieb). Du drehst Argumentationsketten, die für Spielfiguren einen Sinn machen (Beruf "Gelehrter" setzt eine Tätigkeit an einer Einrichtung, die Gelehrte beschäftigt, voraus) einfach mal locker um (NPC Magier Ignatius Dotterbart darf an der Universität keine Zaubersprüche lehren, weil er nicht seit frühester Jugend an den Beruf des Gelehrten gewählt hat.) So geht das nicht. Manche Schlüsse finde ich dann nur noch absurd: Von der Notwendigkeit eines Lehrmeisters zum Lernen eines Zauberspruchs schließt du zurück auf die Unmöglichkeit, so etwas an einer "Universität" oder "Akademie" zu lernen, weil die NPC-Lehrmeister dafür keine Zeit hätten. Dazu führst du Argumente an, die den Wissenserwerb von Spielfiguren reglementieren sollen. Damit stellst du Hürden auf, die gar nicht da sein müssten. Damit lässt die Argumente deiner Gespächspartner inszeniert straucheln, obwohl sie locker höher springen könnten. Und dann sagst du: Siehste! Ganz konkret: Ein Schüler braucht seinen Lehrmeister mehrere Stunden am Tag? Gut, meine Professoren hatten so wenige Lehrveranstaltungen, dass sie das locker hätten gewährleisten können. Es geht aber noch bequemer: Nur weil die Spielfigur in der Lernzeit nicht großartig was anderes machen kann, heißt das ja nicht, dass der Lehrmeister nicht eine vergleichsweise ruhige Kugels schieben kann. Man stelle sich nur in Wirklichkeit mal die Studenten auf den Gängen vor den Büros der Professoren vor, die da Stunden warten, nur weil sie 5 Minuten was klären müssen. Ich stelle mir nicht vor, dass ein Schüler beim Lernen zwingend Körperkontakt zum Meister halten muss. Er wird jeden Tag mit Hausaufgaben und Übungen zu tun haben, die er schön alleine machen kann. Abends gibt es dann ein oder zwei Stunden beaufsichtigtes Training, eventuell sogar mit mehreren Schülern gleichzeitig. Das verträgt sich für den Meister wunderbar mit einem Dozentenjob. Mal ganz im Ernst, wenn ich nur dann in meinem eigenen Leben etwas hätte lernen können, wenn ich bei meinem Lehrmeister ununterbrochen auf dem Schoß gesessen hätte, dann hätte ich nach meinem ersten Lebensjahr wohl nichts mehr lernen können. Praktisch hätte eine Angliederung der Ausbildung an die Gilde ganz erhebliche Vorteile. Z.B. müsste man als Zauberlehrling, wenn man einen etwas gehobenen Zauber erlernen wollte, nicht erst zu 13 entfernt gelegenen Zauberertürmen reisen um zu erfahren, dass der dort ansässige Magier keine Zeit, keine Lust hat den Zauber zu lehren, dass er kurzfristig verreist, längerfristig tot ist oder von dem Zauber selbst keine Ahnung hat. Und eine Gilde / Akademie hätte aus einem Lehrbetrieb den gewaltigen Vorteil, dass sie große Einnahmen generieren kann. Sich dieses Geschäft durch die Lappen gehen zu lassen, wäre einfach nur dämlich und hat sicher nicht den Grund, dass die Nichtspielerdozenten den falschen Beruf oder die falsche Charakterklasse gewählt haben. Und so könnte man weitermachen ... Ohne jetzt noch mal drei Quellenbücher und 10 Gildenbriefe in dieser Frage noch mal gezielt durchgelesen zu haben, legt sich mir nach Kenntnisnahme der ausgetauschten Argumente das so dar: Ganz offenbar lassen die Quellen verschiedene Deutungsmöglichkeiten zu und die immer wieder postulierten Eindeutigkeiten sind hineingelesenes Wunschdenken oder eine Ausblendung von Mehrdeutigkeiten, die sich durch die Texte alleine ohne waghalsige Winkelschlüsse einfach nicht halten lassen. Hogwarts ist kein Modell für die ganze Welt und wird sich in Reinform auf Midgard kaum ansiedeln lassen. Darunter bietet sich ein weiter Strauß von Möglichkeiten wobei es unbestritten hochorganisierte Gilden/Ausbildungsstätten geben wird, die an frühe Universitäten erinnern werden. Es wird in der Magieprovinz Abstufungen davon geben bis man, über kleine Konvente/ Seminare mit 3 oder vier Dozenten schließlich bei Magier XY im finsteren Wald landet, der der einzige in drei Tagesreisen Umkreis ist, bei dem man etwas "Magisches" lernen kann. Wo ist das Problem? Und insofern wird man als Spielleiter die Freiheit haben, nach seinem Geschmack - verantwortungsvoll im Rahmen der Möglichkeiten - die Magierausbildung selbst zu organisieren. Für mich ist das ein äußerst zufriedenstellendes Ergebnis. Und sorry DiRi, dass ich dir hier so in die Argumentation fahre, obwohl du sicher über mehr Faktenwissen verfügst als ich. Aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass dir gerade ein Wurf "Beredsamkeit" missglückt ist.
  5. Ich habe auch im September das Rawindra QB, die erste Waeland QB-Auflage, ein paar Gildenbriefe und Abenteuer bestellt. Hat alles reibungslos geklappt und ich habe sogar noch ein Würfelset dazu geschenkt bekommen. Ich habe allerdings zuerst bestellt, die Zusage abgewartet, dass alles da ist, und dann das Geld überwiesen. Diese Prozedur hat ein bisschen gedauert, so dass ich zwischendurch noch einmal angerufen und mich erkundigt habe. Bei mir überwog definitiv die große Freude, dass der Laden bei den alten Sachen noch so gut sortiert ist, so dass ich die Warterei gern hingenommen habe. Also von meiner Seite aus eine klare Empfehlung. Und: Vielleicht sollte man aufgrund einer maschinellen Auftragseingangsbestätigung nicht unbedingt seine Taler überall hin überweisen. Aber wenn sie in einem Laden das Paket quasi gepackt haben, dann geht das Risiko bei seriösen Geschäftspartnern doch gegen null.
  6. Also in der Tat kann man sich die Waffenhand kaum am eigenen Morgenstern verletzen. Sop ziemlich jedes andere Körperteil wohl schon. Ich bin zwar kein Experte: Ich denke aber auch, dass das Risiko, den Morgenstern selbst abzubekommen, höher als bei den anderenb Einhandwaffen ist (deswegen wird man mit dem Morgenstern auch nicht jeden denkbaren Hieb ausgeführt haben und deswegen ist er auch schwer zu erlernen - trotzdem). Die Möglichkeit, über den Schild zu schlagen, hat gar nicht so sehr was mit der Länge der Kette zu tun, sondern damit, dass man mit dem Morgenstern um die Ecke hauen kann. Bei einem Angriff mit einem Hammer, Streitkolben, einem Schwert und sogar beinahe auch mit einem Beil reicht es dem Schildträger, entweder den Waffenkopf oder den Siel mit dem Schild abzuwehren oder umzulenken. Beim Angriff mit einem Morgenstern kann ich den Stiel munter oben auf die Schildkanze hauen und die Kupel drisch mit einem schönen Bogen dahinter auf Kopf oder Schulter. Das kriegt man mit einer starren Waffe einfach nicht hin.
  7. Sorry DiRi, dass sich mein post jetzt zum Teil an deinen letzten Post anhängt. Er bezieht sich im Prinzip auf verschiedene posts von verschiedenen Autoren. Auf die Magistersache komme ich aber wegen deines Beitrags: Ich habe eben noch mal die M4 Kurzcharakteristik zum Magier gelesen und muss sagen, dass sie deinen Aussagen ziemlich direkt widerspricht. Auch sehe ich nicht, dass man die Trennlinie zwischen Magier und Magister so ziehen kann, wie du es siehst. Weiterhin messe ich einer Charakterklasse, die es nicht ins Grundregelwerk geschafft hat, sondern ihr Dasein im Kompendium fristet nicht die Bedeutung zu, die sie bräuchte um Deutungshoheit über die Begrifflichkeiten Magier und Magiergilde zu erlangen. Schließlich kannst du von der ersten Auflage an bei Magiern immer wieder ein Wort lesen: Wissenschaft, Wissenschaft, Wissenschaft - und so habe ich die hier aufgeführten Beschreibungen von Magiergilden in diesem Teilbereich auch verstanden: Organisierte Forschung und Ausbildung, die nicht zuletzt den Sinn hat, älteren privilegierten Magieren erstklassige Bedingungen zu verschaffen, die Forschung voranzubringen (Laboratorien, Bibliotheken, Assistenten, HiWis - alles in Fantasyform). Die Magister - wenn man sie denn ernsthaft braucht, sind eine Spielart der arkanen Gelehrsamkeit, die vielleicht noch einen Tick mehr die allgemeinen Kunden abgrasen, noch theoretischer ausgelegt sind und im Bereich der Magie selbst schwächer dastehen. Aber sie machen die Magier nicht zu "Handwerkern" der magischen Kunst. Sie sitzen im Zweifelsfall in der gleichen Akademie oder Gilde und belegen viele Vorlesungen gemeinsam. Im Kernbereich der magischen Wissenschaft gibt jedoch der Magier den Ton an. Und zwar mit breiter Brust und vollster Überzeugung, dass er allein die schwere Materie der Magie theoretisch und praktisch durchdrungen hat. Zur Exegese des Begriffs Magiergilde: Seit der ersten Auflage heißt die magischste alle Charakterklassen Magier. Seitdem kultureller Hintergrund mitgeliefert wird, organisieren sich Magier in Magiergilden, die immer den Aspekt der Interessenvertretung, der Standesorganisation und der Organisation der Wissensvermehrung beinhalten (kein Gildenhaus einer Magiergilde in egal welchem Rollenspielabenteuer war nur Büro oder Kassenstelle oder rein repräsentativ - immer gibt es Schüler, Lehrer, Bibliotheken, Lehrbetrieb). Wenn ein reiner Lehrbetrieb für eine Gilde zu wenig sein sollte, dann mag es stimmen. Den Lehrbetrieb jedoch auszuklammern oder zum unbedeutenden Teilbereich zu machen, ist definitiv gleich. Als für Midgard an vielen Stellen geklärt wurde, was eine Magiergilde ist, da ga es die Charakterklasse Magister noch gar nicht. Jetzt von den drei Seiten im Kompendium alles umwerfen zu wollen, halte ich nicht für sinnvoll. Dann: In diesem Strang wird in der Argumentation eine begriffliche Besonderheit oft nicht beachtet: Analog zum Wort Kirche meint das Wort Magiergilde ein Gebäude, eine Organisation und eine Ansammlung von Menschen. Je nachdem, was man gerade im Fokus hat, ändert sich die Bedeutung des Wortes. Schlussendlich: Ich finde es echt ein bisschen nervig, wie in Begründungszusammenhängen hier zwischen Real- und Fantasywelt hin und her gesprungen wird. Wenn ich sage: "Eine Magiergilde erinnert mich an eine Universität", dann ist das ein Bild, dass erläutern und zeigen soll, was ich für eine Vorstellung habe. Wer eine Universität ähnlich kennengelernt hat, wie ich, dem fällt dazu was ein. Und diese "Magiergilde" gibt es in meiner Phantasie, in meiner Vorstellung einer Fantasywelt und eventuell ja auch auf unserem gemeinsamen Spielplatz Midgard. Die Tatsache, dass es eine so geschilderte Universität in echt und in Aschaffenburg erst ab 1523 gegeben hat, beunruhigt mich da erst mal überhaupt nicht. Das ist echt absolut kein Argument für eine Welt, in der Drachen fliegen und Zwerge in Schächten wohnen. Allenfalls ist es ein Grund um nachzusehen, ob meine Fantasygilde in diese oder jene Fantasyregion passt - und passen eben nicht im Sinne historischer Korrektheit verstanden, sondern im Sinne einer spielfördernden Konsistenz der Spielwelt. Historizität allein für sich ist Mumpitz in Fantasybelangen. Das Argument aber, was der so oder so gestaltete Gildenbetrieb an Möglichkeiten für die Spielfigurenkonurierung und für mögliche Abenteuer bringt, habe ich hier kaum wahrgenommen. Und das allein wäre wichtig. Sonst ist das hier nur eine weitere Auflage des alten Spiels "Wer hat recht in einem Land, das es nicht gibt."
  8. Weil die Magierakademie , wenn es sie denn gibt, nur die Bildungseinrichtung einer Magiergilde ist? Die Magiergilde ist ein wesentlich umfassenderes Gebilde mit vielfältigeren Aufgaben, der allgemeine Zusammenschluss und die Interessenvertretung nach außen für eine Gemeinschaft von Magiern. Nichtsdestotrotz sind die Magier in meinen Augen die Wissenschaftler der Magie und der Zweig (neben der Priesterschaft), der es geschafft hat, so etwas unheimliches und gefährliches wie Zauberei so zu organisieren, dass die einfache und auch nicht ganz so einfache Bevölkerung Magier trotz dem was sie können und tuen nicht als Bedrohung auffasst. In meiner Vorstellung kann sich jeder Zauberer als Mitgied einer Gilde ausweisen und jede Gilde steuert ihre Öffentlichkeitsarbeit und bearbeitet ihre Gildenmitglieder in dem Sinne, dass die Gilde für die Magier die Hand ins Feuer legt und die Magier den guten Ruf der Gilde nicht gefährden, sondern mehren. Im Unterschied zu Hexern oder Freischaffenden können Magier sicher sein, dass man sie wegen ihres Berufsstandes nicht öffentlich kritisiert oder angreift. Es sind per se geachtete Leute.
  9. Ich habe mal ein Abenteuer im Kontext einer Magiergilde geschrieben und mir das so vorgestellt: Gilden dienen dem Zweck, älteren, verdienten Magiern ein komfortables Umfeld für ihre Forschungen zu geben. Sie bieten jüngeren Magiern Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Sie gewähren Schülern den Einstieg in die magische Kunst. Gegenüber dem Volk und der Regierung wird gewährleistet, dass nur "ungefährliche" Magie "verantwortungsbewussten" Charakteren beigebracht wird. Und dann habe ich das Ganze mit der notwendigen Uni-Bürokratie angereichert. Räumlich ist die Gilde ein in sich geschlossener Komplex mit Schlafhäusern für die Schüler und Gästezimmern für durchreisende Gildemitglieder. Es gibt eine Bibliothek mit einem öffentlichen und einem nichtöffentlichen Teil. Und dann gibt es wahrscheinlich noch einen Bücherschrank, von dem keiner was weiß. Es gibt Laboratorien und Übungsplätze. Es gibt einen Dachboden mit einem Magazin noch zu untersuchender bedingt magischer Gegenstände. Es gibt ein Scriptorium. Es zumindest einen Grundstock an Personal. Die Mehrzahl der Studenten und die jüngeren Dozenten wohnen auf dem Gelände, die älteren, gesetzten Professoren haben schöne Häuser in der Stadt. Um die Gilde herum ist natürlich eine Mauer gezogen. Es ist ein Schulgeld zu zahlen, dass aber auch durch gewisse Dienste ersetzt werden kann. Gewisse Arbeiten müssen von allen erledigt werden: Bücher abschreiben, Zaubermaterialien zubereiten, Idotendienste in der Biblothek, Übungen mit den Anfängern .... Das Grundstudium ist stark reglementiert*. Es werden Prüfungen abgelegt, über jeden Student wird eine Mappe geführt. Dort sind persönliche Lernfortschritte, aber auch Gutachten über seine moralische Redlichkeit hinterlegt. Es sind Praktika zu leisten die teilweise mit Aufträgen verbunden sind, die der Gilde dienen. Jedes Mitglied der Gilde dokumentiert die von ihm erworbenen Fähigkeiten und Zaubersprüche. Auch magische Gegenstände in seinem Besitz werden erfasst. Jederzeit muss der Nachweis erbracht werden können, dass etwaiges Wissen nicht auf verbotenem Wege erworben wurde. Nach der Grundausbildung wird die Bindung lockerer. Dennoch wird bei jedem Besuch ein längeres Gespräch über das erworbene Wissen geführt, Nützliches für die Gilde aufgenommen, die Personalakte auf den neuesten Stand gebracht. Schüler-Meister - Verhältnisse werden vertieft. Um von seinem Mentor in zwei, drei Jahren mal einen schweirigen Zauber gelehrt zu bekommen, tut man ihm Gefallen, besorgt dies oder jenes Buch oder eine seltene Komponente. Mit anderen Gilden ist man freundfeinschaftlich verbunden. natürlich hilft man sich gegenseitig und versucht sich doch permanent gegenseitig auszustechen. Nur ein guter Ruf verspricht sichere und reichhaltige Aufträge/ Einkünfte. Und so weiter ... Gilden verschaffen ihren Mitgliedern einen guten, fast untadeligen Ruf. Einen legalen Zugang zu selbst nicht ganz alltäglichen Zaubermaterialien. Als Preis dafür hat man fast immer noch einen Typen über einem, der einen für seine Zwecke einspannt, bevor er das tut, was man will. * Ob man Zauberkunde nun wirklich effektiv lernt, steht auf einem anderen Blatt - aber zu den Vorlesungen ist man verpflichtet.
  10. Beim Pferd ist nicht die größere Masse, sondern die höhere Geschwindigkeit entscheidend. Egal ob nun Pferd oder Wildschwein, die Kräfte, die aufgrund der Masse des beschleunigten Tieres wirken sind so hoch, dass kein Mensch oder Gnom die Lanze in der Hand behalten könnte, um diese Energie abzufangen, ohne sich übelst zu verletzen. Nur zur Vergegenwärtigung: Einer Bekannten hat ein Pferd mal ein Fingerglied abgerissen, nur weil es ein paar Schritte weggegangen ist und sich der Zügel unglücklich um den Finger geschlungen hatte. Der Reiter muss also in jedem Falle zusehen, dass er eben nicht alle Wucht des Reittieres hinter den Stoßspeer kriegt, weil das für ihn und den Stoßspeer und sogar für das Pferd reichlich ungesund wäre. Entscheidend ist die Kraft des Reiters, den Stoßspeer festhalten zu können (und das ist beim Gnom durch den geringen Schadensbonus schon integriert), und eventuell die geringere Geschwindigkeit des Wildschweins (vielleicht Schaden - 1 oder - 2?). Dafür würde ich den Sturmangriff dann aber auch in Situationen erlauben, die für ein Pferd ungünstig sind (lockeres Buschwerk; 4 m Anlauf; 6 m mit einer 45° - Drehung ...).
  11. Also ich finde den Morgenstern im Prinzip eh zu fett, aber den Gedanken mit dem Schild reizvoll. Man müsste diesen Bonus nur wirklich teuer bezahlen. Mein Vorschlag: Wehrt man einen Morgenstern mit einem Schild ab, so kriegt man bei einem kleinen Schild bis zu 2 Punkte von seinem Schildbonus und bei einem großen Schild 1 Punkt abgezogen. Dafür patzt man mit einem Morgenstern auch bei einer 2 auf dem W20. Entweder setzt es einen Wurf auf der Tabelle. Ich würde aber einfach mit einer 50:50 Chance dem Abenteurer oder der nächsten befreundeten Spielfigur einen schweren W6-2 Schaden verpassen. Dann wäre der Morgenstern eine wahrhaft besondere Waffe.
  12. Oder nimmt diesen als Geisel... Cool, ich sehe sie schon, diese absolut ungläubigen Gesichter, wenn der strahlende Ritter in die Stadt einreitet und seinen Dolch an die Kehle einer dicken, fetten Kröte hält ... Das gibt bestimmt eine Strophe in einem Lied, dass er gar nicht hören will!
  13. Weil es zu einigen Irritationen geführt hat und vielleicht auch einfach zu dahingeworfen war, noch mal eine Lanze gebrochen für zu viel Alkohol in Finstermagiern: Warum ich Doppelkorn und noch mal Doppelkorn für eine gute Lösung halte und ich das genannt habe, obwohl das schon genannt war. Erstens kann man eine sehr einfache und effiziente Methode, einen Zauberer mittelfristig unschädlich zu machen, durchaus ein zweites mal nennen, wenn sie unter Mengen von hochspezialisierten Lösungen (fette Zauber und KiDo-Techniken), die lange nicht für jede Gruppe und für jeden Bauernhaufen zur Verfügung stehen, undiskutiert unterzugehen droht. Zweitens bezieht sich das wiederholte nennen der Doppelkornflasche durchaus darauf, dass man den Zauberer so 2-3 Tage durch die Gegend transportieren kann. Diese Zeit könnte reichen, um ihn wenigier improvisiert unter Kontrolle zu halten. Drittens ist mir schon klar, dass das betrunken machen erst der Schritt 2 nach der Überwältigung des Magiers ist. Aber der Transport einer solchen Person ist in der Regel mindestens ein ebenso großes Problem wie die Gefangennahme. Und zur Kochtopf- + Augenbinde- + Knebellösung: Regeltechnisch ist das sicher ziemlich wasserdicht. Ein bisschen weiter gedacht gibt es dabei aber auch gewisse Risiken: Will man einen derart verschnürten Zauberer z.B. zu Pferd transportieren, wird man sich ständig zwischen dem Risiko hin und herbewegen, dass einem der Magier wegen einer zu festen Fesselung erstickt oder dass er sich befreien kann. Macht der Zauberer dann noch Theater und markiert den toten Mann, dann wird man Kochtopf und Knebel entfernen müssen, um seinen Zusatnd zu überprüfen. Und spätestens in der Situation hätte ich dann lieber einen betrunkenen als einen nüchternen Finstermagier vor mir. Und bevor man ihm einen Helm mit Kaputze verkehrt herum aufsetzt, sollte man doch so gnädig sein, und ihn gleich schonend erdrosseln. Regeltechnisch spricht aber wohl nichts dagegen den Helm richtig und nur die Kaputze verkehrt herum aufzusetzen. Nehme ich dann noch die Möglichkeit dazu, dass ein mächtiger Magier vielleicht noch das ein oder andere unauffällige Gimmick dabei hat, das im Zweifelsfall nicht selten über ein Schlüsselwort aktiviert werden wird, bin ich schon wieder beim Schnaps. Die Droge nimmt dem Zauberer die Möglichkeiten, viele andere der Vorschläge schränken die Möglichkeiten nur ein.
  14. Die Masse ist zwar konstant, aber die "Wucht" ist eine andere. Wie nennt man physikalisch eine beschleunigte Masse, bzw. die in ihr "gespeicherte" Energie? Ich glaube mit etwas gutem Willen versteht man aber trotz unklarer Begrifflichkeiten dennoch, was gemeint ist.
  15. Der Morgenstern ist als Waffe für einen Rundumschlag absolut ungeeignet: Die Kraftübertragung auf die Kugel geschieht durch den Schwung beim ausholen. Nach dem ersten schweren Treffer ist die Energie weg und kann nicht ohne weiteres wieder aufgebaut werden, da die Kette ja keine starre Verbindung zur Kugel hat. Zweitens kannst du mit einem Morgenstern unmöglich deinen ganzen Reichweitenbereich horizontal durchschwingen. Was mit einem Schwert noch geht, dass du den Schwung bis quasi hinter den Körper mitnimmst, würde mit dem Morgenstern dazu führen, dass du dich fast zwangsläufig selbst verletzt. Auf der Linie wo das Schwert nämlich zum Stillstand kommt, da ist für Kette und Kugel noch lange nicht Schluss. Drittens: Ich glaube nicht, dass man mit einem Morgenstern tatsächlich ähnlich rundumschlagsmäßig wie ein Hammerwerfer agiert. Meines Wissens nach ist das Pfund des Morgensterns vor allem, dass man damit über den Schild des Gegner schlagen kann und dieser Angriff einfach sehr schwer zu parieren ist. Vor allem jedoch: Die Regel erlaubt es nicht und der Morgenstern ist eh schon fett genug. Würde man den Morgenstern noch weiter aufwerten, dann hätte jeder einen.
  16. Eine Pulle Doppelkorn. Und wenn das micht hilft, noch eine Pulle Doppelkorn. Das dürfte reichen um selbst den Gedanken an Zauberei auszuschalten.
  17. Also, zuerst ist man ja miteinander im Gespräch. Dann hat der SL das letzte Wort bezüglich der Dinge, die nicht gehen. Durch das Gespräch sind die Vorstellungen sehr ähnlich, was viele Probleme von vornherein beseitigt. Ganz klar ist natürlich, dass die Eigenkreationen der Spieler im Rahmen bleiben müssen. Vor allem soll man sich so nicht unbedingt gerade Vorteile erarbeiten. Und dann ist es ganz normal: Wenn ich einen NPC spiele, dann bestimme ich sein Verhalten. Und auch die Diebe kennen z.B. nicht jedes Geheimnis ihrer Gilde.
  18. Ich würde fast widersprechen: Das wirklich gute an der Methode ist, dass die Spielgruppe und die Spieler, die jeweils für sie wichtigen Belange im Kopf haben. Dazu gehört auch Expertenwissen, dass in der Gruppe nicht unbedingt Allgemeingut ist. Außerdem entwickeln Spieler und Spielleiter ein Feeling für den Schuplatz, wovon ausgehend sie neue Bereiche erschließen können. Im Prinzip ist es doch unerheblich, ob der Spieler oder der Spielleiter die 08/15 NPCs in der Gerbergasse, der Nachbarschaft des Onkels des Spitzbuben ausmalen. Schreibt man alles nieder, ist es entweder zu banal, zu starr, man muss ständig nachschauen oder man offenbart Geheimnisse an jedermann, der es liest. Verschriftlichung als Gedächtnisstütze ist aber okay. Da könnte ich mir dann aber auch wieder Arbeitsteilung vorstellen: Der Dieb beschreibt seine Gilde, der Priester seinen Kult, der Magier die Universität ... Eventuell gibt es eine A5-Seite mit allgemeinem Wissen, das alle haben. Und der Rest liegt nur dem Spieler und jeweils dem Schreiberling vor.
  19. Also: Ich sehe hier inzwischen eine ganze Reihe von goldenen Brücken, die gebaut wurden, von Gesprächsangeboten, von milden Tönen, die angeschlagen wurden usw. Wenn also jemand den Bedarf hätte, seinen Ärger hier aus der Welt zu schaffen oder sich mal wieder im Erwachsenenmodus an einen Tisch zu setzen, dann hätte er alle Chancen der Welt, das auch zu tun. Passiert aber nicht. Dafür habe ich zwei Erklärungen: Entweder der Betreffende liest nicht mehr mit (denn: gute Reise) oder der Betreffende will beleidigt sein und wird auch beleidigt bleiben. Dann wird ihn kein noch so freundlich gemeinter Post irgendwie aus seiner Ecke holen. Und dann ist dieser ganze Strang hier Buchstaben gewordene verschwendete Lebenszeit. Und von der Größe des Schweigens auf die Tiefe irgendeiner Verletzung oder die Rechtmäßigkeit des Schmollens zurückzuschließen, finde ich übrigens wenig weiterführend. Wer schmollt, soll gehen. Dann ist am Tisch wieder mehr Platz für Leute, die sich erst aufs Maul hauen und sich hinterher wieder vertragen und dann einen Orkstamm mit Prinzessin auslöschen. Richtige Kerle, die streng riechen. Du meine Güte, seid doch mal ein bisschen mehr wie eure Spielfiguren! Ist doch echt unpassend hier für ein Midgardforum. Sorry, aber es hilft mir ungemein, das hier gerade ein wenig spöttisch zu sehen.
  20. Trotzdem ist das gerade ziemlich eigenartig und für mich schwer nachzuvollziehen: Jemand macht einen Strang auf. Ich poste meine Gedanken. Jemand anderes findet meine Einträge interessant und möchte sie verbreiten. Ich fühle mich geschmeichelt. Von offizieller Seite werden Bedenken wegen des Datenschutzes geäußert. Ich sehe das ein und erkläre meine Bereitschaft zur Weitergabe meiner Einfälle. Und dann gibt es einen für mich nicht nachvollziehbaren Zoff. Lieber daimonion. Ich kann ja nur drüber mutmaßen, warum dich diese Vorgehensweise so aufregt. Ich hätte in diesem konkreten Fall auch keine Datenschutz- oder geistiges-Eigentum-Debatte gebraucht. Aber vielleicht geht es manch einem ja anders. Vielleicht würde es mir bei einer andersgearteten Verwendung meiner posts durch Dritte auch stören. Insofern ist eine individuelle Anfrage, ob man seine posts zur Veröffentlichung freigibt, doch wahrscheinlich für jeden in Ordnung. Sieh es doch einfach auch als eine Form von Höflichkeit. Es ist immer schöner, wenn man gefragt wird: "Kann ich bitte von dir XYZ nehmen?" und tatsächlich eine Antwort abgewartet wird, als dieses "Ich nehm mir mal eben ..." und grabsch, isses weg. Ich würde dir meine Ideen noch immer gerne zur Verfügung stellen und fände es schade, wenn du dem Forum den Rücken kehrst. Es ist um jeden aktiven Mitforumsianer schade, der sich zurückzieht.
  21. Zuerst: Ich habe selbst noch keine praktischer Erfahrung mit diesen Abenteuern, werde also theoretisieren. Andererseits habe ich eine Gesamtausgabe der Märchen der Gebrüder Grimm von Reclam, die ich jedem nur empfehlen kann. Beim Lesen dieser Märchen fällt mir auf, dass sie in der Originalfassung wahnsinnig kurz sind. Für ein Abenteuer muss man wahrscheinlich eh immer eine Menge hinzufügen. Es gibt eine Menge Märchen, die man schon kennt und eine größere Menge, die man aus den einschlägigen nacherzählten Märchenbüchern nicht kennt. Ich finde auch zurecht. Ich habe kein unbekanntes supertolles Geheimmärche bei den Grimms gefunden, das es nun unbedingt verdient hätte, ans Licht gezerrt zu werden. Will sagen: Wenn es ein weitgehend unbekanntes Märchen sein soll, dann muss es nicht unbedingt Grimm sein. Da wird man in exotischeren Märchenbüchern aus anderen Ländern besseres Material kommen. Ich hatte als Kind mal ein Buch mit russischen Märchen in Händen, das kam mir sehr rollenspielgeeignet vor. Knöpft man sich die Klassiker der Gebrüder Grimm vor, dann ist es wahrscheinlich wenig reizvoll, wenn man sie 1:1 nachspielt. Irgendwann wieß dann auch der letzte, worum es geht und wie es jetzt weitergeht. Der Reiz bei diesen Märchensachen besteht wahrscheinlich darin, dass man Bekanntes wiedererkennt - und sich vertraut mit der Materie fühlt, dann aber verstört und verunsichert wird, weil es doch nicht in den Kram passt. Da fallen mir verschiedene Ansatztpunkte ein: Meine bevorzugte Version: Das Märchen ist der Aufhänger oder ein Hinweis für die "wahre" Geschichte dahinter. Z.B. die Abenteurer kömmen in ein Dorf im Wald, in dem gerade ein Kind vermisst wird. Am Abend erzählt man ihnen die alte Geschichte die an der Herdfeuern dieses Dorfes seit jeher kursiert und von vergangenen Unglücken ähnlicher Art erzählt. Und dann kommt wahlweise Rotkäppchen oder Hänsel und Gretel. Bei Rotkäppchen könnten man einen Werwolf, einen wildgewordenen Naturgeist, ein Rudel Dunkelwölfe als Hintergrund nehmen. Bei Hänsel und Gretel könnten böse Sklavenhäöndler die Kleinen entführen und sie in engen Berghöhlen nach Kristallen suchen lassen, oder ein fieser Magier macht im Kellergewölbe einer Hexenhausruine irgendwelche fiesen Rituale, kannibalische Ghule sind von einer Begräbnisstätte entwichen und dezimieren die Dorfjugend, usw. Immer sollten Elemente auftauchen, die klarmachen, warum aus der wahren Geschichte das Märchen geworden ist. Z.B. spielt sich die Rotkäppchengeschichte in eine wolfreichen Gegend ab, die die Abenteurer auch mal aufsuchen. Z.B. findet man in der H&G-Variante ein altes niedergebranntes Haus mit den Überresten eines Scheiterhaufens, auf dem der Mob die ehemalige absonderliche, aber an sich harmlose Bewohnerin des abgelegenen Häuschen verbrannt hat. USW. Die nächste Version: Das Märchen wird verfremdet, taucht aber in der Realität auf. Mir fallen zwei Möglichkeiten ein, in denen Filme entsprechende Vorlagen sein könnten: Die Rotkäppchen-Variante "Zeit der Wölfe" oder so und eine Schneewittchen-Variante mit Signorey Wheaver (wie auch immer die sich schreibt). Egal, wie man es anfässt, wenn man nicht gerade auf Klamauk a la Shrek aus ist, dann muss man Märchen und Fantasy gut dosieren. Und es kommt auf das gute Zusammenspiel von Vertrautheit und Verfremdung an. Die gute Mischung macht es interessant. Ach ja: Und wenn ich es ernsthaft machen wollte, würde ich auch keine Märchen miteinander vermischen, sondern strikt jeweils bei einem Märchen bleiben.
  22. Ich habe das Geld aus dem Lernbetriueb fast vollständig entfernt. Du musst einfach noch mal die Menge der GFP in GS zahlen und fertig. 10 GS in einen EP gemäß Regel umzuwandeln geht zwar auch noch, kommt aber nicht mehr so häufig vor, da das Geld einfach knapper ist. Alternativ und nebenbei haben wir eine Währungsreform durchgeführt. Es gibt Goldmünzen mit einem 1 Karat Edelstein darin eingefasst, der dann einen entsprechenden Wert hat: 1 Diamant = 100 GS. Dazu gibt es Rubine, Topas usw. mit geringerem Wert. Und alles kann man ohne Wertverlust wechseln. Ganz im Ernst: Wenn es tatsächlich die Notwendigkeit gäb, deratige Mengen an Edelmetall für solche Lapalien wie Reiten lernen hin und herzuschleppen, dann würde man sich auch eine Lösung überlegen, wie das praktikabel zu machen ist.
  23. Wobei ich es als Unverschämtheit empfinde, dass der Herr Hoffmann keinen Quellenbezug auf seiner Seite hat. Bellmann hat das Lied geschrieben. Und ihm sollte auch die Referenz gelten. Und Carl Friedrich Zuckmeyer (Is Rächtschraibunk rächtek?) hat den Text übersetzt. War mir schon klar, dass Hoffmann es nicht selbst geschrieben hat, war nur zu faul nachzusehen, wer sonst. Also nicht mit Herrn Hoffmann meckern, derkannixdafür.
  24. Als Klassiker könnte ich mir einen singenden Ex-Söldner vorstellen, der "Der Landknecht" singt von Hannes Wader. Schönes Sauflied ist "So trolln wir uns", ich kenne es von Klaus Hoffmann
  25. Ich würde auch für einen T-Rex so in etwa 10.000-20.000 GS annehmen. Das Biest muss sich ja für den Betreiber der Arena rechnen, d.h. im laufenden Betrieb müssen die Mehreinnahmen durch den Saurier den Kaufpreis recht schnell rausholen. Dafür muss man das Risiko des neuen Dinobesitzers im Augen behalten: Fern der Heimat in anderem Klima könnte der Dino schnell schlapp machen. Überhaupt könnte er in ganz andere Umgebung an für ihn unbekannten Krankheiten eingehen. Eventuell muss er die ganze für ihn subjektiv kalte Jahreszeit im Stall bleiben. Um solche Risken zu minimieren wären die Dienste eines Heilers fest einzuplanen und das kostet. Wenn er richtige Kämpfe machen muss, könnte er verletzt oder sogar getötet werden. Und wenn er nicht kämpft, wie hoch ist das Interesse an einem Dino-Zoo mit wenig Action, wo nur ein paar schwächliche Sklaven verfüttert werden? Ich vermute, dass solche Dinos auch für Arenabetreiber echt ein Risiko darstellen. Falls daraus aber ein Abenteuer wird, könnte ich mir folgenden Schluss vorstellen: Die Abenteurer werden zur ersten Veranstaltung mit dem Dino persönlich eingeladen, sie bekommen einen Logenplatz, werden als tapfere Helden vorgestellt und bejubelt. Die Zuschauer haben Wucherpreise bezahlt, sind aber freudiger Erwartung. Da tritt der Dino auf und kämpft gegen ein Mannchen im Gladiatorenkostum. Nach 30 Sekunden wirft der seinen Dreizack - peng ins Auge, ins Gehirn, der Dino kippt um, zuckt und verstirbt. Eine Minute absoluter Ruhe, dann schreit der erste Zuschauer "Betrug!" und alle fangen an, die Arena auseinanderzunehmen. Der Arenabetreiber schickt seine starken Jungs in Richtung Abenteurer, weil er sein Geld wiederhaben will - alles versinkt in einem wunderbaren Chaos. Und als sie am Abend verschrammt und zerkratzt, aber glücklich auf die Anhöhe vor der Stadt reiten, dann sehen sie hinter sich immer noch eine gewaltige Rauchsäule in den Abendhimmel aufsteigen. Das fänd ich, glaub ich, schön
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