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Preise in Midgard

Hervorgehobene Antworten

Der Thread über die Preisliste für magische Gegenstände hat mich auf die Frage gebracht, ob ich meiner Spielrunde auch eine Reduktion der Preise (und damit der Menge an Gold auf der Spielwelt) vorschlagen sollte. Auch etwa im Verhältnis 10 zu 1.

Der Grund ist, dass die schiere Menge an Gold im fortgeschrittenen Spiel, auch angetrieben durch das Lernsystem, so atemberaubend ist, dass ich die historische Glaubwürdigkeit in Gefahr sehe.

Welche Argumente könnte man für und gegen eine solche Veränderung der Preise vorbringen? Wäre es überhaupt historisch echter, wenn man den Umlauf von Gold im Vergleich zum Regelwerk deutlich reduzieren würde? Wer kennt sich damit aus?

Es wurde mal von offizieller Seite gesagt, dass es auf Midgard schlicht mehr Gold gäbe als auf der Erde. Insofern ist Realismus schon mal kein Argument mehr. Außerdem wird Geld in weiten Bereichen auf dem Land eher eine untergeordnete Rolle gespielt haben. Viele Familien waren in großem Maße Selbstversorger.

"Unrealistisch" wird es, wenn Abenteurer Schätze mit Schubkarren aus Dungeons karren müssen, um ihre Ausgaben zu decken. Oder wenn sie sich selbst in Gefahr bringen, wenn sie mit ihren Reichtümern auch kleine Heere ausheben könnten.

Das Geld bei Midgard ist Spielgeld und so sollte man es auch behandeln. Und Gold als Belohnung und Motivation kommt ein bisschen aus der Rollenspielsteinzeit. Doch warum sollten Kupferstücke nicht mitspielen können, wenn es denn um Spielgeld geht?

Ich sehe kein Problem in einer Zehntelung. Man muss nur dann eben auch in Kaufabenteuern zehnteln.

Wir haben die Geldwirtschaft in Midgard weitestgehend eliminiert. Fürs Lernen spielt es gar keine Rolle, Heiltränkeverkauf gibt es nicht, Ausgaben für das tägliche Leben lassen wir weg und Ausrüstung wird meistens gestellt. Uns fehlt nichts.

Von M1 nach M2 wurden Punktekostenfür das Lernen durch 10 geteilt.

Nur die Goldkosten wurden nicht gezehntelt.

Wenn man dies einfach als Hausregel nachzieht, sieht es mMn schon viel besser aus. Die Kaufpreise aber lassen. Dann ist ein Langschwert wieder gefühlt wertvoller und passt besser in mein Midgard.

Ich kenne einige Runden, die diese Hausregel haben

Bearbeitet ( von Panther)

Meiner Meinung nach ist das "Wirtschaftssystem" und die Preislisten von Midgard untauglich (womit es sich in bester Gesellschaft zu fast allen Rollenspielsystemen befindet - einzige mir bekannte Ausnahme ist Hârnmaster, das über ein durchgängig schlüssiges und funktionierendes Wirtschaftssystem verfügt), was insoweit schwerwiegend ist, weil das "Wirtschaftssystem" über die Lernkosten mit dem Charakteraufstieg verknüpft ist.

In Midgard ist das nur mit Hausregel halbwegs wirksam anzugehen. Die bereits genannte "Gold geteilt durch 10 für Lernzwecke"-Hausregel ist da ein brauchbarer Anfang. Für den Rest: Bauchgefühl für jene, denen ein Wirtschaftssystem nicht sonderlich wichtig ist. Ist ein funktionierendes Wirtschaftssystem wichtig, entweder selbst eines erdenken, was für die persönlichen Zwecke paßt, oder versuchen, ein "funktionierendes" System zu finden.

Francesco di Lardo

Ich finde man braucht die Hausregel nicht.

Denn faktisch kann der SL viel entscheiden ob er z.b. Lernen durch Lehrmeister anbietet. Und dies sporadisch auflockert. Ob es in der Szene oder dem Abschnitt des Abenteuers überhaupt möglich sein sollte zu lernen und viel mehr.

Für die Immersion sollte man halt auch überlegen ob man in jedem Landstrich einen Ausbilder findet. Z.b. in Kantaipan einen der in den magischen Künsten unterwegs ist.

Genauso sollte man über Preise nachdenken ... nicht das ein Langschwert überall gleich teuer ist... sondern das es je nach Region und Kultur anders sein kann.

Wenn das Verhältnis so ist, dass man für "ein Lernen" ein Haus, ein Schiff oder eine kleine Söldnertruppe bekommt, dann geht die Glaubwürdigkeit flöten.

Ich habe mich bei "Alles oder Nichts" schlicht davor gedrückt, Zahlen hinzuschreiben, weil ich erwartet habe, dass doch eine Gruppe ankommen wird und den Betrag auf den Tisch legt (ein Mitglied einer "mittelgradigen" Gruppe hat tatsächlich auch schon einen merkbar sechsstelligen Betrag in Goldstücken aufgerufen). Ich habe nur noch geschrieben "mehr Geld, als die Abenteurer je auf einem Haufen gesehen haben". Man kann da fast nicht mehr sinnvoll für schreiben.

Ich habe das Gefühl hier schwenkt man etwas von der eigentlichen Frage in die Richtung ab, wie Lernkosten im Verhältnis stehen. Ich glaube das war nicht das eigentliche Ziel des Fragestellers. Die Frage nach der Menge an Gold zum Lernen ist ohnehin eine eher spielmechanische Frage, als eine der innerweltlichen Logik.

Ich hänge mich ein wenig an der Frage nach der "historischen Glaubwürdigkeit" auf. Ich sehe die Existenz der Welt Midgard leider noch nicht belegt, für mich ist sie immer noch etwas fantastisches. Damit kann man hier durchaus auch mit Gold sein Haus anstreichen, wenn man die Welt gerne so sehen möchte.

Kleine Überspitzung, mir ist schon klar, dass du den Vergleich mit dem realweltlichen Mittelalter ziehen möchtest, da die meisten Kulturen Midgards grob dieser zeitlichen Epoche folgen.

Hierzu sei zu sagen, dass wir uns je nach Kulturkreis auf Midgard im Früh-, Hoch- oder Spätmittelalter bewegen, meist ist das Hochmittelalter am treffendsten. Jedoch unabhängig von der genauen Epoche wurde in der Regel hauptsächlich mit Silber bezahlt. Gold war als geläufiges Zahlungsmittel nicht im Umlauf, alleine schon gegen des sehr hohen Wertes, das könnte man in etwa damit vergleichen, dass man heutzutage einen 500 Euro schein zückt, um seine Brötchen beim Bäcker zu bezahlen.

Gleichzeitig muss man sich auch bewusst machen, dass das Gewicht irdischer Silbermünzen deutlich geringer und die Größe deutlich kleiner war als man dies häufig in Fantasywelten dargestellt sieht. Midgard nennt zum Beispiel ein Gewicht von 10 g für seine Münzen. Möchtest du nach irdischem Vorbild gehen, dann wärst du mit 1-2 g besser bedient. Wir haben für unsere Münzen etwa 4 g als Gewicht festgelegt.

Bei der Fragestellung von Wert, Umlauf und Bezug zu historischen Vorbildern, sei auch das Verhältnis des Wertes von Gold zu Silber zu bedenken. Auf Midgard rechnen wir der Einfachheit halber mit einem Verhältnis von 1:10. Wenn man mal davon absieht, dass der Kurs stets Schwankungen unterlag und auch regionale Unterschiede besaß, bleibt immer noch der Unterschied übrig, dass das Verhältnis eher mit 1:12 bis 1:15 anzusiedeln wäre. Gold war also im Verhältnis zu Silber noch einmal spürbar wertvoller als es das auf Midgard ist.

"Historisch korrekt" würdest du das Gold als Zahlungsmittel eher rausstreichen. Für den Alltag war Gold im Mittelalter kein Zahlungsmittel, es war eher wie so etwas wie eine Wertanlage oder ein privilegiertes Zahlungsmittel anzusehen. Vor allem im mitteleuropäischen Raum. Wieder bekannt als Zahlungsmittel wurde Gold zu beginn des Spätmittelalters in Italien mit dem Florin/Florentiner oder dem (venizianischen) Dukat. Doch auch diese waren eher ein Zahlungsmittel der Reichen.

Zum Schluss hätte ich noch eine kleine Anmerkung zur Zehntelung. Damit machst du Gold deutlich Wertvoller als es bisher in Midgard ist. Gegenstände wie Goldringe, goldene Armbänder oder Goldpokale erhalten damit plötzlich einen enormen Wert. Solche Gegenstände solltest du nicht als pures Gold betrachten, sondern als vergoldete Gegenstände (dies ist übrigens auch realweltlich historisch passender). Aus massivem Gold wären sie außerdem enorm schwer.

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