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Sozialer Angriff - sinnvoll oder nicht?

Hervorgehobene Antworten

Alles das könnte ich mir vorstellen, wenn nicht zeitgleich die anderen schon mit Schwertern aufeinander schlagen würden. Ansonsten halte ich das für einen wirklich grotesken Einfall im Regelwerk, schon im Playtestguide:

Es geht gerade um Leben und Tod und da nehme ich mir die Zeit, der einzigen nicht kämpfenden, nicht lebensbedrohlichen Person im Getümmel zuzuhören, um mir einen Nachteil anquatschen zu lassen, der dann aber wieder ausgerechnet gegen die Personen zieht, auf die ich mich als Kämpfer doch eigentlich gerade konzentrieren sollte. Für mich ein ganz grober, widersinniger, einzig einer verqueren Spielphilosophie geschuldeter Unsinn!

Ich weiß nicht, ob es den Zauber "Angst" oder etwas vergleichbares bei den Legenden von Damatu noch gibt. Aber da war sogar eine magische (!) Wirkung dahin, sobald der Kampf ausbrach. Jetzt kann ich solche Effekte mit einem in das Kampfgetümmel geschrienes "Du bist eine Knackwurst", "He, dein Schuhband ist offen!", "Ich, der hier nur so rumstehe, werde dich zerquetschen wie eine Wanze" oder eben "Da kommen noch drei Leute...".

Das erinnert mich echt eher an Monty Python als an Rollenspiel. Vielleicht kann man den sozialen Angriff in späteren Expertenregeln ja noch zum tödlichen Witz aufmotzen!

Ich finde, man kann diese Aktion wunderbar an seinen individuellen Spielstil anpassen. Klasse für Swashbuckling-Abenteuer.

Bearbeitet ( von Wyndor)

Vor 57 Minuten, Hornack Lingess schrieb:

GRW, S. 187 führt den Sozialen Angriff als Kampfaktion ein. Grundsätzlich finde ich diese Aktion gut.

Beim Lesen bin ich aber darüber gestolpert, dass "nur" auf aggressive Varianten eingegangen wird: ablenken, einschüchtern, demoralisieren, provozieren und verwirren.

Mir fehlt da eine "friedlichere" Option für das Gespräch mitten im Kampfgetümmel. Nämlich eine, bei der auf "Überzeugen" gewürfelt werden kann oder auf "Feilschen".

Ich denke dabei an folgende Beispiele, in denen man die Gegner über weitere Gegebenheiten informiert, z.B. über

  • bald eintreffende Verstärkung: "Hinter der Tür stehen noch drei Leute, die kommen gleich auch noch hier rein. Dann sind wir doppelt so viele wie ihr."

  • "Wenn ihr jetzt aufgebt, lassen wir euch am Leben. Bis jetzt habt ihr niemanden ernsthaft verletzt. Geht und kommt nie wieder. Das ist ein einmaliges Angebot."

  • "Der Kerl, den ihr sucht, ist vor einer Stunde aufgebrochen. Wir haben nichts mit ihm zu tun."

  • "Ich geb euch 10 SS, wenn ihr jetzt einfach verschwindet." Das wäre Feilschen.

  • "Ihr seid hier falsch. Wir sind nicht die Volksfront von Judäa, sondern die judiäische Volksfront."

Würdet ihr solcherlei Händel mitten im Kampf auch als Sozialen Kampf zulassen?

wenn jetzt einige mit Argumenten kommen, das finde ich unrealistisch, sich zu "unterhalten" während 3m weiter links sich Leute mit Schwertern schlagen, dann möchte ich darauf antworten: Hey, Damatu ist nicht die Erde.....
realismus

Wenn die Regeln von M-LvD diese Möglichkeit zulassen, dann ist das eben so! Dann sollte man das auch so annehmen, das diese Regel in die Spielwelt wirkt und dort dann eben diesen sozialen Kampf als "spielweltlogisch" und eben für Damatu eine realistische Alternative zum Waffengekloppe eine normale Sache ist. Die Figuren (SF oder NF) empfinden das als normal, die Spieler der SF vielleicht nicht.

Wer das ändern will, soll sich eine Hausregel schaffen.

Wenn ich MLvD spielen würde, würde ich versuchen, MLvD erstmal ohne Hausregeln zu spielen, um es kennenzulernen, wie es gedacht ist. Und bei MLvD ist es mMn wohl angedacht von den Erschaffern und Designern, dass es so einen sozialen Kampf GLEICHZEITIG zum klassischen Waffenkampf geben soll auf Damatu! Das ist eben Alternate Reality!

Bearbeitet ( von Panther)

  • Ersteller

Es gab ja auch mal ein Midgard-Abenteuer, das in diesem Animee- oder Manga-Style der Sailormoon-Serie geschrieben war. Um diesen Stil zu kopieren, gab es, meine ich, die Sonderregel, dass man vor jedem Kampf gegen die "Bösen" erst mal einen Satz raushauen konnte oder praktisch musste, während dessen sich die anderen nicht rühren konnten. So nach dem Motto: "Du hast dies oder das Böse getan und im Namen von XYZ werde ich dich bestrafen!" Und dafür gab es dann einen Bonus. Und weil in der Zeit nichts Schlimmes passieren konnte, war das der übliche Start in den Kampf.

... das war jetzt nicht so meins, weil auch schon die Zeichentrickserie jetzt nicht so meins gewesen ist. Ich habe den Band dann einfach in meine Sammlung einsortiert und mich nicht mehr damit beschäftigt. Aber wie gesagt: Es ging um die spaßige Adaption einer damals beliebten Zeichentrickserie. Jetzt ist das offensichtlich Standard.

Und das Kampfgeschehen mit markigen Sprüchen zu begleiten, machen wir ohnehin, wenn wir Bock drauf haben. Und das beeinflusst dann auch die Atmosphäre am Spieltisch. Ich rolle nur die Augen, dass es taktisch fahrlässig sein muss, keinen Cheerleader mit in eine Schlacht zu nehmen. Im Zweifel tun es ja auch die anderen.

Und wenn ich die Regeln richtig im Kopf habe und sich da nichts geändert hat, dann stellt ein einziger Vorteil doch alle Nachteile auf Null, oder? Jede Fraktion braucht also grundsätzlich einen, der anfeuert, damit alle möglichen negativen Faktoren, egal welcher Anzahl, ausgeglichen werden. Wenn es falsch ist, korrigiert mich bitte.

Und ist es in dem Zusammenhang nicht ohnehin egal, an wen sich der soziale Kämpfer wendet? Rufe ich meinen Leuten zu "Ihr seid spitze!", kriegen sie einen Vorteil. Rufe ich den anderen zu: "Ihr seid Luschen!" kriegen die einen Nachteil. Und mehr kann doch eh nicht passieren, wenn die Gegenseite sich nicht ebenfalls einen Vorteil verschafft. Und wenn doch, ist es eh verlorene Liebesmüh. Ich muss einfach nur gegenkontern: Wenn jemand gegen meine Gruppe einen Nachteil bewirkt oder es einen eh gibt, setze ich einen Vorteil dagegen und bin bei Null!

Insofern ist das Standardvorgehen doch klar. Und den Nichtspielerfiguren müsste es auch klar sein.

@Eleazar Du verwechselst/vermischst jetzt leider "Sozialen Angriff" und "Inspirieren" bzw. die Hilfe-Aktion miteinander. Das jetzt alles hier genauer auszuführen würde zu weit führen. Dazu würde ich dann doch zu einem Blick ins Regelwerk raten (das du nicht hast bzw. haben wirst, was die Beteiligung an der Diskussion sicherlich nicht vereinfacht).

Hornack

Schnellstarter, S.30:

SOZIALER ANGRIFF

Aktion Du verlässt dich auf deine Worte, um dir oder Verbündeten einen Vorzug im Kampf zu verschaffen. Führt einen vergleichenden Erfolgswurf mit einer passenden Fertigkeit gegen die Willenskraft des Ziels durch. Das Ziel darf maximal weit (1 Zone) von dir entfernt sein.

Erfolg: Das Ziel verliert seine nächste Aktion oder Bewegung (Wahl des Ziels).

Kritischer Erfolg: Das Ziel verliert seine nächste Aktion oder Bewegung (deine Wahl).

Geringer Erfolg: Das Ziel erhält einen Nachteil auf seine nächste Aktion oder seine nächste Bewegung ist langsam (Wahl des Ziels).

Die verwendete Fertigkeit hängt von deinem Ansatz ab.

• Ablenken: Verwende Darbietung. Einschüchtern/Demoralisieren/ Provozieren: Verwende Einschüchterung. Verwirren: Verwende Manipulation

Schnellstarter, S.24:

Vorteile und Nachteile: Vorteile und Nachteile heben sich gegenseitig auf. Wenn du zwei Vorteile und einen Nachteil erhältst, bleibt dir ein Vorteil.

Bearbeitet ( von Leonidas)

Moderation

@Leonidas Bitte keine Vollzitate kompletter Fertigkeiten hier im Forum posten. Ich mache jetzt hier mal eine Ausnahme, weil der Schnellstarter für jeden kostenlos herunter zu laden ist. In Zukunft bitte darauf achten, nur notwendige Auszüge zu zitieren!

Danke,
Hornack

Bei Nachfragen bitte eine PN an mich oder benutzt den Strang Diskussionen zur Moderation.

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