Zu Inhalt springen

Elfen- und Schwarzalbenkongress

Hervorgehobene Antworten

Der Spötter schaut etwas verwundert zu Bryn:

 

"Eure persönliche Reaktion verwundert auch mich. Ihr seid wohl sehr enttäuscht worden?

Glaubt mir, auch in Clanngadarn haben die Menschen Angst...Ihr bemerkt sie nur nicht, wenn Ihr immer in Eurem Wald hockt."

Traurig sieht Shayleigh Isaldorin an:

 

Das liegt daran, dass Ihr Euch selbst am nächsten steht...

...seinen eigenen Tod muss man bei weitem nicht so sehr fürchten, wie den Tod eines Freundes oder einer Freundschaft...

 

Shayleigh

Ich glaube, Schwarzalben verwechseln völlige Gefühlskälte mit Tapferkeit.

Sie nehmen ihre Angst nur nicht mehr wahr, weil sie kalte Herzen haben.

Würden ihre Herzen auftauen, sie würden ununterbrochen Zittern vor Grauen, vor Todesangst, vor Schuldbewußstsein.

Aber das können sie nicht, da sie ständig betäubt sind, berauscht von sich selbst. Ihre Droge lautet: ICH! :turn:

"Bryn, auch mit Schmeicheleien bin ich nicht zu beeindrucken, dennoch danke ich Dir für die freundlichen Worte.

 

Doch es stimmt nicht, was Du behauptest.

 

Ich bin nicht gefühlskalt, ich habe mich nur sehr gut unter Kontrolle.

Das läßt sich überhaupt nicht mit Tapferkeit verwechseln.

 

Es ist nicht richtig, daß ich meine Angst nicht wahrnähme, vielmehr bin ich völlig frei von jeder Angst. Ich fürchte nichts, da ich Zeit meines Lebens dem Tod ins Auge sehe.

Auch die Zeit nach dem Tod meiner Hülle fürchte ich nicht.

 

Mein Herz muß nicht auftauen, es schlägt heiß und ist durchströmt von der Kraft des Lebens. Komm her und fühle sein Schlagen!

 

Davon bin ich berauscht, nicht von mir.

 

Und, liebe Shayleigh, auch den Tod eines Freundes mußt Du nicht fürchten, glaube mir.

Der Tod ist weder Feind noch Freund. Er ist ein Tor, ein Übergang, mehr nicht.

Man verliert nur den Körper, die Kraft ist nie verloren."

[...]

 

Und, liebe Shayleigh, auch den Tod eines Freundes mußt Du nicht fürchten, glaube mir.

Der Tod ist weder Feind noch Freund. Er ist ein Tor, ein Übergang, mehr nicht.

Man verliert nur den Körper, die Kraft ist nie verloren."

Bei diesen Worten zuckt Isaldorin leicht zusammen. Eine kleine Gefühlsregung, nicht mehr.

 

An Bryn gewandt:

"Schön, dass ihr meinen Worten beipflichtet. Ich sage es gerne noch einmal, vielleicht seid ihr noch nicht ganz verloren"

 

Dabei setzt Isaldorin ein breites Grinsen auf....

Das finde ich bemerkenswert, Spötter. Du scheinst eher so etwas wie ein dunkler Druide zu sein.

Jedoch, Deinen Gleichmut in Bezug auf den Tod kann ich noch nicht ganz glauben, er scheint mir in Bezug auf Dein Leben unvernünftig.

 

Es sei denn, Tapferkeit, also Wagemut, zählt nicht zu Deinen Eigenschaften.

Selbstkontrolle ist in der Tat etwas anderes als Tapferkeit. Auch Druiden sind selten tapfer, das überlassen wir lieber den Kriegern, die ihr Leben riskieren, da ihre Kraft mit dem Alter nachlässt und Wagemut in ihrer Situation vernünftig ist, denn welchen Lebenssinn kann ein altersschwacher Krieger noch finden?

 

Die Kräfte scheinen bei Dir ein anderes Gleichgewicht zu haben. Auch wenn Du einiges am elfischen Wesen verloren hast, so ist Dir nachwievor eine unvergängliche Lebenskraft zu eigen. Das muß aber kein Widerspruch zu Gefühlskälte sein, da Kälte ja auch konservierenden, bewahrenden Charakter hat.

 

Selbstkontrolle, stark genug ausgeprägt, kann schon die Grenze zur Gefühlskälte überschreiten. Nun macht es aber einen Unterschied, worüber die Selbstkontrolle ausgeübt wird:

Mitgefühl und Barmherzigkeit gegenüber können sich viele Schwarzalben verschliessen.

 

Aber können sie sich auch den Gefühlsregungen gegenüber verschliessen, die

den Bauch oder das was darunter ist, ansprechen? Können Schwarzalben "Nein" sagen zu luxuriösen Freuden, die ewig jungendlichen Talenten in den Küstenstaaten geboten werden?

Auch der Spötter muß wieder lächeln...

 

"Bryn, auch solche Äußelichkeiten sind nur Mittel zum Zweck. Die Menschen lieben feingekleidete Erscheinungen.

Sieh es als eine Art Arbeitskleidung...

 

Tapfer kann nur der sein, der die Angst kennt und überwindet. Darum bin ich nicht tapfer, ich verachtete den Tod schon immer. Dies ist einer der Unterschiede zwischen den Unsterblichen und Menschlein wie Dir.

 

Und ob Du mir etwas glaubst oder nicht, ist unwichtig. Nimm es hin oder nicht, aber erwarte keine Rechtfertigungen und Glaubensbekenntnisse von mir.

Meine Einschätzung des Todes ist die einzig logische."

Würdest Du also in den Tiefen Wäldern des Bro Bedwen, oder sagen wir, im Rancudin, leben, und nicht mit den Menschen Umgang haben, so würdest Du Dich mit einfacher Waldbewohnerkleidung zufriedengeben?

 

Ich weis nicht. Die Schwarzalben, die ich kenne, legen, auch wenn sie nur unter sich sind, wert auf gepflegtes Äußeres und ein möglichst angenehmes Leben, soweit es ihre natürliche Umgebung und ihre Lebensumstände erlauben.

Druidische Askese, sich auf das Notwendige zu beschränken, scheint eher selten vorzukommen.

Egoismus ist fürwahr eine hervorstechende Eigenschaft von ihnen.

Leben und sterben lassen ihr Motto. Für sich selbst das Beste.

Teilen ist überflüssig, schliesslich ist jede Kreatur für sich selbst verantwortlich.

 

Auf Vesternesse kann man Menschen auf diese Art kaum gewinnen. Mag es in den Küstenstaaten Lakaien geben, die so anmutige, feingekleidete Wesen wie den "Spötter" anhimmeln und ihm zu Diensten sind, auf Vesternesse beurteilt man Fremde nicht nur nach dem Aussehen, sondern auch nach den Taten,

zumindest, solange die Menschen noch bodenständig genug sind.

 

Die Coraniaid gingen einen anderen Weg: Sie sind Tapfer, obwohl sie, im Gegensatz zu den Menschen, durch Wagemut nicht dem Altern zuvorkommen müssen.

Für sie Ist Wagemut ein hohes Risiko und ein großes Opfer, aber durch dieses

Opfer haben sie die Herzen der Menschen gewonnen, ihren Respekt, ihre Bewunderung, ihre Freundschaft.

 

Mag sein, daß ihr Schwarzalben diesen Charakterzug als Vermenschlichung, als Degeneration anseht, nur, die Alfar, von denen ihr abstammt, haben denselben tollkühnen Wagemut, wenn auch seltener als wir Menschen.

 

Denn worum uns die Alfar schon immer beneidet haben, ob nun auf Realtaileann oder Hier auf der Mittelwelt, ist unsere Freiheit, unsere Distanz zu

unserm eigenen Leben, die durch unser Bewußtsein von unserer Sterblichkeit

herkommt.

 

Weil wir sterblich sind, sind wir nicht dauerhaft an ein Schiksal gebunden. Wir können uns durch den Tod lösen, man kann uns nicht erpressen, da wir vor keiner Gefahr zurückschrecken. Die Waelinger nennen diese Gabe Fehu. Unsere Freiheit kann uns niemand nehmen, es sei denn, wir geben sie freiwillig auf, und einige Völker haben schon leider vergessen, das sie von Natur aus frei sind.

Ich weis nicht genau, ob das ein Schwarzalb jemals wird verstehen können: Eure ewige Jugend kann auch ein Gefängnis sein. Sie nötigt euch zur Vorsicht, zur Zögerlichkeit. Ihr mögt das Selbstkontrolle nennen. In Wahrheit Igelt ihr euch nur ein, versteckt euch, agiert heimlich, im Schatten, weil ihr eine offene Konfrontation mit den freien Völkern niemals überstehen würdet!

Ein Schwarzalb hat alle Zeit der Welt, glaubt er zumindest.

Was er aber in zwanzig Jahren lernt, kann ein Mensch, wenn nötig, in nur einem Jahr lernen.

Unsere Kurzlebigkeit ist ein Vorteil: Wir Menschen vertrauen einander, tauschen unser Wissen aus, zumindest, sofern es zu verantworten ist, so handhaben es jedenfalls Druiden.

Und wir können uns weitaus mehr Wissen aneignen, als ein einzelner durch Lebenserfahrung jemals würde sammeln können. Da wir untereinander vertrauen, können wir das Wissen von Generationen behalten und überliefern.

 

Spötter, Du sprachest davon, daß ich die Herrschaft der Arracht selbst nicht erlebt habe. Trotzdem weis ich davon. Ich erfuhr es durch meinen Lehrmeister Teirnon, der es wiederum von seinem Lehrmeister erfuhr, wärend es vor langer Zeit die Elfen waren, die uns davon erzählten.

Wo Vertrauen und Aufrichtigkeit herrschen, kann ein einzelner Mensch soviel Wissen sammeln, wie ein einzelner Alb durch 1000 Jahre Lebenserfahrung nicht würde sammeln können.

 

Ihr Schwarzalben habt jedoch die Gabe, die Menschen zu verderben, ihnen all das zu nehmen, was ihre Überlegenheit euch gegenüber ausmacht. Ihr könnt Lügen verbreiten, Zweifel und Zwietracht säen, und ihr könnt sie verführen, nach dem ewigen Leben zu streben. Ganze Völker habt ihr schon verdorben.

Isaldorin kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

 

"Ihr habt eine sehr hohe Meinung von euch und von den Menschen. Ebenso von den Coraniaid. Ist es euch aber vielleicht die Grausamkeit und die Kälte der Menschen entgangen? Ist der Krieg der Magier längst aus eurem Kopf verschwunden? Es gibt nicht einen Schwarzalb, der es auch nur annähernd mit der Grausamkeit der Menschen aufnehmen kann. Wie dem auch sei, ich will mich eigentlich in keinster Weise rechtfertigen. Was mich nur ein wenig amüsiert, dass ihr euch in einer Weise glorifiziert, wie ihr sie eigentlich immer uns zugeschrieben habt. Was die Bande der Freundschaft und des Vertrauens angeht, so teile ich zu einem gewißen Punkt eure Ansicht. Es ist wirklich ein bemerkenswertes Merkmal. Vielleicht der Punkt, der euch über die Orks erhebt. Dennoch sind die Schwarzalben und ihre Glaubensbrüder nicht derart dumm, wie ihr sie hier darstellt. Ich denke, dass werdet ihr noch früh genug feststellen....

Jetzt frage ich euch nur, woran ihr euren scheinbaren Wissensvorsprung festmacht? Ich habe Elfen kennengelernt, die euren bescheidenen Verstand bei weitem übertreffen."

Shayleigh mustert einen Moment den Spötter und streift dann Isaldorin mit einem kurzen Blick. Dann lächelt sie wieder leicht, während sie sich wieder erstgenanntem zuwendet:

 

Ihr scheint ja doch an etwas zu glauben...

...oder möchtet Ihr behaupten, die Erfahrung des Todes bereits einmal gemacht zu haben?

 

Shayleigh

Bevor der Spötter antworten kann spricht Isaldorin Shayleigh an:

"Shayleigh denkt ihr wirklich ihr könnt eine Diskussion führen ohne auf euer Gegenüber einzugehen?? Spitzfindigkeiten und wahllose Unterstellungen sind nicht wirklich dafür geeignet euren Standpunkt zu untermauern, bzw. euer Gegenüber in die Enge zu treiben. Ach und noch was zu euren Andeutungen, ein Wolf der das Laufen liebt, wird seine Flügel, die er nicht besitzt auch nicht vermissen....."

Shayleigh wendet sich Isaldorin zu:

 

Da kommt mal wieder Eurer aggressives Wesen zum Vorschein: Ist Euch eigentlich schon mal in den Sinn gekommen, dass das Ziel einer Diskussion nicht zwangsläufig darin besteht, sein Gegenüber in die Enge zu treiben und zu zwingen sich auf irgendwelche Aussagen festzulegen?

Aber habt doch die Güte, mir zu sagen, auf welche Aussagen sich Eure Äußerung bezieht...

 

Shayleigh

Shayleigh wendet sich Isaldorin zu:

 

Da kommt mal wieder Eurer aggressives Wesen zum Vorschein: Ist Euch eigentlich schon mal in den Sinn gekommen, dass das Ziel einer Diskussion nicht zwangsläufig darin besteht, sein Gegenüber in die Enge zu treiben und zu zwingen sich auf irgendwelche Aussagen festzulegen?

Aber habt doch die Güte, mir zu sagen, auf welche Aussagen sich Eure Äußerung bezieht...

 

Shayleigh

Isaldorin lächelt Shayleigh an.

 

"ich habe meine letzt Äußerung ohne jegliche Schärfe zu euch gesagt. Ihr würdet es merken, wenn ich aggressiv wäre, glaubt es mir!"

 

Die Stimme Isaldorins wurde gegen Ende immer ruhiger und bedrohlicher.

 

"Sicherlich ist mir schon mal in den Sinn gekommen, dass das Ziel einer Diskussion nicht im Überwinden, sondern eher im Gegenteil im Überzeugen seines Gegenübers liegt. Das ist genau das, was ich dir eben vorgeworfen habe....."

Ein Lächeln zeigt sich auf seinem Gesicht.

"Achja und meine Aussage bezog sich auf eure letzte Aussage, in der ihr dem Spötter wieder irgendwelche Sachen unterstellt und einen vermeintlichen Fehler in seiner Argumentation ihm vor Augen führen wolltet...."

Shayleigh mustert einen Moment den Spötter und streift dann Isaldorin mit einem kurzen Blick. Dann lächelt sie wieder leicht, während sie sich wieder erstgenanntem zuwendet:

 

Ihr scheint ja doch an etwas zu glauben...

...oder möchtet Ihr behaupten, die Erfahrung des Todes bereits einmal gemacht zu haben?

 

Shayleigh

 

Das Fehu, das uns Menschen zu eigen ist, und das uns die Angst vor dem Tod überwinden lässt, haben auch einige Elfen gewonnen. Vielleicht auch einige Schwarzalben, aber, es ist doch offensichtlich, das bei den ewig Jugendlichen die Bindungen an das Leben deutlich stärker sind als bei uns Menschen.

 

Das Leben der Elfen gleicht einem ewigen Frühling, das Leben der Menschen einem vollen Jahreskreislauf. Damit macht jeder Mensch, der nicht vorzeitig stirbt, mehr Erfahrungen, als ein Elf, der den Wandel nicht am eigenen Leib zu spüren bekommt.

 

Wenn der Spötter zum Tode eine ähnlich freie Einstellung hat wie ein Mensch mit Fehu, so hatte er vielleicht das Glück, dem Tode sehr nah zu kommen, und

sich ihm im letzten Moment noch entziehen zu können.

Das dürfte aber nicht unbedingt typisch sein für Schwarzalben, die , wenn sie von den angenehmen Dingen des Lebens verwöhnt genug sind, einen weiten Bogen um alles machen, was ihr Leben in Gefahr bringen könnte.

Isaldorin kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

 

"Ihr habt eine sehr hohe Meinung von euch und von den Menschen. Ebenso von den Coraniaid. Ist es euch aber vielleicht die Grausamkeit und die Kälte der Menschen entgangen? Ist der Krieg der Magier längst aus eurem Kopf verschwunden? Es gibt nicht einen Schwarzalb, der es auch nur annähernd mit der Grausamkeit der Menschen aufnehmen kann. Wie dem auch sei, ich will mich eigentlich in keinster Weise rechtfertigen. Was mich nur ein wenig amüsiert, dass ihr euch in einer Weise glorifiziert, wie ihr sie eigentlich immer uns zugeschrieben habt. Was die Bande der Freundschaft und des Vertrauens angeht, so teile ich zu einem gewißen Punkt eure Ansicht. Es ist wirklich ein bemerkenswertes Merkmal. Vielleicht der Punkt, der euch über die Orks erhebt. Dennoch sind die Schwarzalben und ihre Glaubensbrüder nicht derart dumm, wie ihr sie hier darstellt. Ich denke, dass werdet ihr noch früh genug feststellen....

Jetzt frage ich euch nur, woran ihr euren scheinbaren Wissensvorsprung festmacht? Ich habe Elfen kennengelernt, die euren bescheidenen Verstand bei weitem übertreffen."

 

Und was Grausamkeit und Kälte von Menschen angeht: Sie ist im Laufe der letzten Jahrtausende immer mehr gewachsen.

 

Es sei denn, ihr empfandet schon die Lebensgewohnheiten der Jäger und Sammler als grausam und kalt. Das sieht für ein Wesen mit ewiger Jugend vielleicht so aus. Aber, was ihr ewig jugendlichen als grausam empfindet, ist für uns Menschen normal.

 

Das Altern kann man vielleicht als natürliche Grausamkeit betrachten, auf das wir Menschen manchmal rigorose Antworten entwickeln: Den Tod auf dem Schlachtfeld zum Beispiel, oder den Opfertod.

Aber beides ist angenehmer und leichter, als bei lebendigem Leibe zu verfaulen

oder immer schwächer zu werden. Das mutet uns die Natur, uns und den meisten anderen Lebewesen, nun einmal zu. Das ist der Preis für die enorme Kraft, für unsere Lebendigkeit, für unsere Fruchtbarkeit, für unsere Macht, vorübergehend beiindruckende kulturelle Leistungen zu vollbringen.

 

Wir Druiden haben uns nun zur Aufgabe gemacht, die gewaltigen Kräfte, die die sterblichen Menschen aufbringen können, zu mäßigen und unsere unwissenden Brüder und Schwestern davor zu bewahren, Wege des Leids einzuschlagen, wie es leider viele andere Völker getan haben.

Und das haben wir den Elfen zu verdanken, die uns beibrachten, unsere Kräfte zu bändigen und in harmonische Bahnen zu lenken.

Von den Elfen haben einige natürlich weit mehr Lebenserfahrung, als ich jemals werde erlangen können.

Aber sind jahrtausendealte Elfen wirklich weiser als gebrechliche menschliche Druiden? Werde ich, wenn ich den Herbst des menschlichen Lebens erreiche, nicht Dinge erfahren, die einem Elfen für immer verschlossen bleiben?

...

Shayleighs Blick streift fast unbewusst jene Stelle, die Llwynns Ohr vermissen läßt

...

 

Llwynn steht plötzlich dicht vor Shayleigh und raunt Ihr zu:

"Ja, es wurde mir von Menschen genommen. Als Trophäe. Sie schnitten es von meinem halbtoten Leib, aber ich überlebte."

 

dann wendet er sich den anderen zu:

 

"Ihr habt keine Angst vor Menschen? Ich hatte Euch mehr Weisheit zugetraut.

Das einzige das ich fürchte sind Menschen. Die Menschen und Ihre Hinterhältigkeit, Ihre Unfähigkeit ohne Vorurteile an eine Sache heranzugehen und sich Ihre eigene Meinung zu bilden, Ihre Brutalität und Ihren Interlekt. Jeder von Euch, des dies nicht tut wird untergehen, denn erst die Angst lässt und die nötige Vorsicht im Umgang mit Ihnen walten.

Ohne Angst wird die Vorsicht zur Hochmütigkeit und Selbstüberschätzung."

Der Spötter hat den Kopf schief gelegt und staunend der Wortflut Bryns gelauscht. Manchmal hat er dabei gelächelt, mehrmals irritiert geblinzelt, aber nicht einmal den Menschen aus den Augen gelassen:

 

"Das ist so eine Sache mit Euch Sterblichen, immer macht Ihr soviele Worte, je weniger Ihr wisst...

In einem hast Du recht: Auch wenn kein einziger Mensch auf Midgard mehr wohnte, würde ich niemals in Lumpen gehüllt Löcher im Wald graben und das dann Weisheit nennen...aber genug der Ironie:

 

Nicht nur die Menschen besitzen kollektives Wissen, doch das gesamte Wissen der Menschen stammt aus zweiter Hand.

Dagegen ist nichts zu sagen, die Unsterblichen halfen dereinst gern, doch was ist der Dank der Schüler?

Abgeschnittene Ohren...

 

Das Ihr so kurz nur lebt ist kein Indiz für Zusammenarbeit, erst recht nicht für Todesmut.

Freier in Euren Entscheidungen werdet Ihr dadurch auch nicht, der Tod bläst Euch stets in den Nacken...

 

Ein Mensch kann zur Not in einem Jahr so viel Wissen erwerben wie ein Unsterblicher in zwanzig?

Darüber kann ich nur lachen!

 

Ich schließe mich Isaldorin an: Fast möchte ich meinen, die Unsterblichen sollten doch endlich von den Menschen lernen, doch was nur?

 

Bryn, Du sprichst von Deinesgleichen, doch übersiehst Du, daß alle Menschen, die sich vertrauensvoll an die Unsterblichen wenden, von ihrer eigenen Art verfolgt und an die Ränder der Welt gedrängt werden!

 

Die Menschen sind eben nicht bereit, irgendetwas, irgenjemanden neben sich zu dulden.

Sie sind wie grausame Kinder, die das ganze Haus verwüsten und dabei etwas lallen von dem Willen der Götter.

Sie reden von Weisheit und verstopfen sich zugleich die Ohren, um tatsächliche Weisheit nicht zu hören.

Tief im Süden gibt es heimatlose Schwärme von Insekten, die alles fressen, was nicht fliehen kann oder zu schwach ist, sich zu wehren.

Die Menschen verhalten sich ebenso, nur, daß sie ihr Verhalten mit dem Mantel der Religion verbrämen.

 

Sie leben Zerstörung, sie feiern den Krieg und nennen ihn Glauben.

 

Warum ist der Mensch so?

 

Weil er nicht die Weisheit der Liebe versteht.

Der Mensch stößt die liebende Hand, die ihn leiten will, weg!

 

Dadurch wurde er kopflos und erfuhr die Angst.

Erschuf sich Götzenbilder, die ihm helfen sollen, Wege aus der Angst zu finden.

Genau das tue ich:

Wenn der Schüler den liebenden Lehrer nicht zu würdigen vermag, muß der Lehrer andere Wege gehen.

Ich lehre die Menschen Wege aus der Angst.

Unter meiner Anleitung lernen sie, nicht die Unsterblichen zu hassen und für das eigene Schicksal verantwortlich zu machen, sondern für sich selber zu sorgen, den Tod zu akzeptieren und ihr Leben auszufüllen mit dem, was ihrer Natur am Nächsten liegt:

Dem Streben nach Gold und Macht!

 

Ich verderbe sie nicht, ich gebe ihnen das, was sie fordern!"

Shayleigh seufzt leise als sie Isaldorin antwortet:

 

Manchmal habe ich das Gefühl, Ihr wollt mich einfach nicht verstehen: Ich sagte "Eurer aggressives Wesen" nicht, dass Ihr momentan aggressiv seid...

 

Shayleigh macht eine kleine Pause, um Isaldorin Gelegenheit zu geben, das Gesagte zu überdenken. Danach fährt sie gelassen fort:

 

Vielleicht wart Ihr kurz unaufmerksam, als der Spötter seinen Standpunkt in Bezug auf den Glauben darstellte. Demzufolge gäbe es nichts, was den Glauben lohnt...

 

Sanft fügt sie hinzu:

 

Und meint Ihr nicht auch, dass der Spötter durchaus in der Lage gewesen wäre, sein Mißfallen bezüglich meiner ihn betreffenden Argumentationsweise kundzutun? Sollte ich mich irren, kann es natürlich auch sein, dass Ihr die Meinung vertretet, es könnte etwas geben, was dem ehrenwerten Herrs derart die Sprache verschlägt, dass er Eures Mundes und Eurer Worte bedarf...

 

Shayleigh

Als Llwynn so plötzlich vor ihr steht zuckt Shayleigh erschrocken zusammen. Fast hat es den Anschein, als wolle sie nach etwas greifen - doch ihre Hand faßt ins Leere... diese Reaktion nahm lediglich einen Wimpernschlag in Anspruch. Wütend funkelt sie Llwynn an. Aber auch diese Reaktion nimmt nur einen Sekundenbruchteil in Anspruch. Dann scheint sich die Elfe über sich selbst zu ärgern und setzt ein etwas angespanntes Lächeln auf, während sie den Schreck schnellstmöglich überwindet... glücklicherweise gibt Ihr die Rede des Spötters ausreichend Gelegenheit dazu.

Bei seinem ersten Satz lächelt sie wissend...

"Liebe Shayleigh, ich selbst habe kein einziges Wort über einen Glauben verloren, den ich als den meinen bezeichnet hätte.

Ich wurde lediglich so mißverstanden.

 

Falls ich gefragt würde, wäre meine Antwort folgende:

Ich glaube nicht, weil ich nicht fürchte."

Llwynn muss bei den Worten des Spötters lachen.

 

"Ihr fürchtet Euch vor nichts? Lachhaft. Jeder hier fürchtet sich vor etwas und sei es nur das eigene Versagen.

Furcht ist eine der grundlegenden Emotionen die unser Handeln lenken.

 

Wenn Ihr sagt, Ihr fürchtet Euch vor nichts kann ich Euch das nicht glauben. Ist es nicht eher so, dass Ihr vor nichts Respekt habt?

 

Ohne Furcht und Emotionen lebt Ihr nicht, Ihr exsistiert lediglich. Als nächstes werdet Ihr behaupten, dass Ihr keine Liebe kennt.

 

Wenn das wirklich so sein sollte, dann solltet Ihr hier verschwinden, denn Eure Worte wären hohl und leer. Denn zumindest die Liebe zu Eurem Tun und der Perfektion darin sollte in Euch sein.

Bedenkt aber, dass man Emotionen nicht einzeln aussperren kann.

Empfindet Ihr Liebe, dann fürchtet Ihr Euch auch.

 

Denkt darüber nach. Ergründet Euch selbst, dann kann Euch niemand aufhalten."

zu Shayleigh gewandt fährt er fort:

"...und wovor fürchtet Ihr Euch? So zu werden wie Isaldorin oder ich? Ihr tut Recht daran dies zu fürchten, und ich hoffe, dass Ihr Eure Naivität lange behaltet. Schwarz steht Euch nicht."

Zu Isaldorin:

"..und Ihr, vergesst Ihr nicht, weshalb Ihr zu dem geworden, der Ihr jetzt seid! Ihr, wie viele andere auch seid so geworden, weil Ihr die Gefahr erkannt habt, die von den Menschen ausgeht. Auf die ein oder andere Weise. Denkt gut nach, bevor Ihr etwas erwidert. Seid Ihr nicht so, damit andere, wie Shayleigh, so bleiben können wie Sie sind. Schützen wir mit unseren Taten nicht die, die Naiv bleiben? Warum wollt Ihr Sie ändern? Erspart Ihnen den hass und die Verbitterung die wir erfahren. Denk zurück an die Tage bevor ihr zur Einsicht gelangt sein. Was wenn Euch das alles nicht geschehen wäre. Was dann?"

Zu Woolf:

"Nichts, das wollte ich damit auch nicht sagen. Ich bin nur der Meinung, dass Furcht und Respekt in dieser Beziehung oft verwechselt werden.

Um ein Beispiel zu nennen:

 

Ich habe keinen Respekt vor Menschen, ich achte Sie nicht als Lebewesen und kenne auch keine Skrupel einen Menschen zu töten. Trotzdem fürchte ich Sie.

 

Zudem muss ich das Leben auch nicht respektieren um es zu fürchten."

Woolf's Lippen zucken kurz nach aussen und seine Augen leuchten leicht auf als er sagt, "Das ist offensichtlich der grundlegende Unterschied zwischen uns. Ich achte und respektiere Menschen, aber fürchte sie nicht."

Archiviert

Dieses Thema wurde archiviert und kann nicht mehr kommentiert werden.

Kürzlich Online 0

  • Kein Mitglied betrachtet die Seite.

Wichtige Informationen

Wir setzen Cookies, um die Benutzung der Seite zu verbessern. Du kannst die zugehörigen Einstellungen jederzeit anpassen. Ansonsten akzeptiere bitte diese Nutzung.

Konto

Navigation

Suche

Suche

Browser-Push-Nachrichten konfigurieren

Chrome (Android)
  1. Klicke das Schloss-Symbol neben der Adressleiste.
  2. Klicke Berechtigungen → Benachrichtigungen.
  3. Passe die Einstellungen nach deinen Wünschen an.
Chrome (Desktop)
  1. Klicke das Schloss-Symbol in der Adresszeile.
  2. Klicke Seiteneinstellungen.
  3. Finde Benachrichtigungen und passe sie nach deinen Wünschen an.