Zu Inhalt springen

Elfen- und Schwarzalbenkongress

Hervorgehobene Antworten

Shayleigh legt Llwynn beruhigend die Hand auf die Schulter und wirft Bryn einen verständnislosen Blick zu. Dann richtet sie das Wort an den Neuankömmling:

 

Willkommen in unserer Runde.

 

Dann nimmt die Elfe die Hand von der Schulter des Alben, schluckt schwer und wagt dennoch, ihre Frage zu stellen:

 

Was hat das zu bedeuten?

 

Dabei macht sie eine scheue Bewegung in Richtung der Überreste des Magierstabs...

Auch die Augen des Spötters wandern von Niriel zu dem zerbrochenen Stab und wieder zurück, während Bryn antwortet.

 

"Hast Du tatsächlich etwas Neues in meinen Worten entdeckt, Bryn?

Dann freut es mich, Dir die Augen geöffnet zu haben, aber ich fürchte, Du wirst keinen großen Vorteil daraus schlagen können...

 

Zu welchen alten Pfaden der Tugend soll ich denn zurückkehren?

Ich bitte Dich doch sehr, solche Beleidigungen zu unterlassen!"

 

Er läßt Niriel nicht aus den Augen.

 

"Ich grüße Dich, Bruder.

Andenken oder Trophäe?"

Ich darf doch sehr bitten, Spötterlein, diese herablassende Art hinter Dir zu lassen, das ziehmt sich nicht für so ein Elfchen wie Du es bist!

 

Mag sein, daß Dein viel zu langes Leben Dich abgestumpft hat für den Wandel, so daß Du den Worten der Menschen gegenüber voreingenommen bist, und gar nicht mehr erkennen kannst, daß euch Alfarabkömmlinge die Menschen in ihrem Wissen längst überholt haben.

Dem einzelnen Menschen gegenüber ist natürlich jeder tausendjährige Elf an Wissen insgesamt weit überlegen, aber, welcher Elf macht sich schon die Mühe, die unterschiedlichen Menschen wirklich verstehen zu lernen, geschweige denn, ihre Entwicklung von der Innenperspektive her zu begreifen? Du sagst doch selbst, daß die Menschen zu rasch kommen und gehen, als das Du Dich an sie erinnern kannst.

Wie willst Du da wissen, ob es unter den Vielen nicht Individuen gibt oder gab, die Dir in einzelnen Aspekten weit voraus sind?

Wir Menschen hingegen vergessen unter günstigen Umständen nicht, was einzelne von uns mal erdacht oder getan haben, wenn die Überlieferung intakt ist, was bei uns Barden und Druiden leisten, in anderen Kulturen Bücher.

 

Euch Elfen fehlt einfach der Druck. Ihr habt soviel Zeit, daß es euch schwerfällt, auf dramatische Veränderungen rasch zu reagieren.

 

Eigentlich eine beneidenswerte Eigenschaft, diese Gelassenheit.

Und ich gestehe, daß mehr Menschen gut daran täten, von dieser Ruhe zu lernen. Die Stärke unserer menschlichen Kultur bringt ja allzuoft mehr Fluch als Segen.

Aber genau deshalb ist die schwarzalbische Überheblichkeit der falsche Weg. Dadurch fordert ihr die leidbringenden Kräfte menschlichen Einfallsreichtums nur heraus, stachelt uns an, euch zu übertreffen.

Sehr zum Leidwesen freiheitsliebender Menschen, die lieber nach elfischer Gelassenheit streben würden.

 

@Shayleigh: Ich habe mich sehr in Rage geredet und schreckliche Dinge angesprochen, verzeiht bitte.

Eigentlich eines Druiden unwürdig, sich so zu menschlichem Zorn und Stolz hinreißen zu lassen. Aber, so seht ihr, was diese Schwarzalben aus uns Menschen herauslocken, mit ihrem provozierenden Hochmut.

Andere Menschen, wie zum Beispiel ein waelischer Skalde, der sich so ziemlich zu Beginn dieses Kongresses zu Wort meldete, würde da gleich tätlich werden.

Niriel lächelt flüchtig, dann huscht ein Ausdruck von Trauer über sein Gesicht.

"Die Menschen reden von 'dunklen Plänen' und begreifen nur immer das Gegenteil dessen, was gesagt wurde. Sie sind wirklich lustige mindere Geschöpfe und verwildern umso schneller, je zivilisierter sie sich dünken. Aber auch ihr, meine Anverwandten, Seelenbrüder und -schwestern, habt ihr soviel vergessen? Habt ihr die alten Türme vergessen, das Wort der Muhme und den Ort, an dem SIE schläft? - Wie schade."

Shayleigh schaut ein wenig irritiert; scheint ihre Gedanken zu ordnen. Sie lächelt leicht, als sie sich an Niriel wendet:

 

Ihr müsst wirklich ... unglaubliche Dinge erlebt haben. Nehmt doch erst einmal Platz und erholt Euch von den Strapazen der Reise.

 

Die Elfe deutet auf eine freie Sitzgelegenheit.

 

Ihr müsst außerdem sehr durstig sein,

 

meint Shayleigh, während sie kristallklares Wasser aus einem irdenen Krug in einen ebensolchen Becher gießt. Nachdem sie den Krug wieder auf den kleinen Tisch gestellt hat, reicht sie dem Schwarzalben den Becher.

Bislang hat Isaldorin das Treiben still beobachtet. Als Shayleigh sich um den beeindruckenden Neuankömmling kümmert zeigt er ein breites Grinsen.

 

leise,kaum hörbar und monoton spricht er:

"fast schon wie die Menschen, den Bückling spielen, vor denen, die man vorher verachtete..."

 

Isaldorin erhebt die Hand zum Gruß und macht eine fließende Bewegung in deren Ende er sich leicht verbeugt.

"Seid gegrüßt Niriel. Sicherlich seid ihr um einiges reicher an Wissen als wir. Was hat es denn mit dem Stab auf sich? Sicher sagt mir die Strähne etwas, doch der Zusammenhang ist mir hierbei unklar."

 

Nach diesen Worten lässt er sich auf einen nahen Stuhl sinken. Nicht ohne der Elfe zuzuzwinkert, die sich so liebevoll um Niriel kümmert.

Niriel wirft Isaldorin einen durchdringenden Blick zu, dann wendet er sich den anderen zu.

"Bislang dachte ich, mein Durst sei so brennend und elementar wie kein anderer, der Durst nach Wissen und Vollendung, doch hier ..." er macht eine Pause, "... finde ich meine Meister, in dieser wie in jener Richtung."

Der Spötter muß sowohl bei Bryns als auch bei Niriels Worten schallend lachen:

 

"Spötterlein...das gefällt mir, wirklich! Es hört sich so nach einer Schaustellersensation an...

 

Hach, meine Kehle ist auch schon ganz verdörrt..."

 

Er steht auf und begibt sich zum Tisch:

 

"Wie ungeschickt von mir, jetzt bin ich doch auf ein Stück Holz getreten...Verzeihung."

 

Mit einem Becher voller leckeren...Wassers...setzt er sich wieder.

Shayleigh sinniert eine weile vor sich hin. Dann lächelt sie. Dann äußert sie sich noch ein wenig gedankenverloren:

 

Wir wissen alle, dass es sehr unwahrscheinlich ist, jemals die von uns angestrebte Vollendung zu erreichen. Dafür ist das Wissen dieser Welt zu umfangreich. Aber im Gegensatz zu anderen dürfen wir wenigstens hoffen, der angestrebten Vollendung am nächsten kommen...

 

Shayleigh

Der Spötter hat sich wieder niedergelassen und lächelt Shayleigh an.

Seine Stimme ist außerordentlich geduldig:

 

"Dürfen wir nicht, Du hast doch Bryn gehört:

 

Euch fehlt der Druck, wir sind zu überheblich...

Und im Schatten unseres geminsamen Dünkels wachsen angeblich unglaublich mächtige Menschen heran.

 

Und weil nur sie ihr Wissen untereinander teilen, weil nur sie Bücher verfassen, werden sie uns hinwegfegen vom Angesicht Midgards.

Wenn Bryn recht behält, wird dies allerdings ein gnädiger Tod, mit dem die Unsterblichen in ihrer Lethargie gar nicht gerechnet hätten, sie sind nämlich viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt...

 

Weißt Du, Bryn, nur, weil ich unsterblich bin, sind meine Taten und Gedanken nicht gleich unendlich langsam.

Ich muß, im Gegensatz zu Euch Menschen, nur nicht noch in demselben Jahr die Früchte ernten.

Ihr seid in allem so schrecklich ungeduldig und fordernd, wie es dem Naturell einer Eintagsfliege entspricht:

Ihr findet einen Meister, schon am nächsten Tag nennt Ihr Euch selbst so.

Ihr veliebt Euch, schon am nächsten Tag haben Eure Frauen dicke Bäuche.

Ihr schreibt ein möglichst dickes Buch voller Plagiate, schon am nächsten Tag verlangt Ihr, die Unsterblichen sollten doch endlich Eure Überlegenheit anerkennen.

 

Ihr seid wie die Kaninchen und uns daher in der Zahl überlegen, doch ist nicht auch die Qualität ein Zeichen von Überlegenheit?

Für wahre Macht fehlt Euch einfach die Zeit, denn bis Ihr mal soweit sein könntet, tieferes Wissen zu erfahren, leidet ihr an Gicht, an Rheuma, die Zähne fallen Euch aus und Ihr sterbt.

 

Das ist der Wahre Grund für Eure ziellose Grausamkeit: fehlende Lebenszeit und Todesangst, auch in Clanngadarn. Überall.

Glaube mir, ich habe viele Menschen kennengelernt und mich auch bemüht, sie zu verstehen, aber da gibt es nicht viel zu ergründen.

 

Die wahren Triebfedern für Euren Haß auf die Unsterblichen sind Angst und Neid."

Bryn seufzt hörbar, dann schaut er sich kurz im Raume um, bevor er spricht:

 

Hoffentlich hat euch Einskaldir nicht gehört. :motz::nunu:

Es ist wirklich hoffnungslos mit Euch. Seht ihr denn nicht, welche Gefahr ihr mit eurer Gehässigkeit heraufbeschwört?

Könnten die Menschen denn nicht auch ganz anders sein, als ihr sie beschreibt?

 

Seht ihr denn nicht, daß sie nur dann so finster, zahlreich und leidend werden, wenn sie unter Druck geraten?

-Plagiate schreiben, die dennoch ihre Wirksamkeit haben ?

-zwar nicht die ewige Jugend gewinnen, sich aber in zaubermächtige Untote verwandeln können ?

-Ihre ursprünglichen Meister zwar nicht in der Gesamtpersöhnlichkeit übertreffen, aber in einzelnen Disziplinen um Längen schlagen, da sie sich, dank ihrer großen Zahl, spezialisieren können?

-Die Liebe bei ihnen in Wollust und Zeugungswahn umschlägt, wenn zuviele von ihnen getötet werden, was einen Dämonskreis auslöst?

-Neidisch auf die ewige Jugend der Alfarkinder schielen, weil sie an der Unsterblichkeit ihrer Seele zweifeln und somit ihre Freiheit vergessen?

 

Daher kommt übrigens auch der Aberglaube, daß Elfen den Menschen die Seele rauben könnten, da sie selbst keine hätten.

 

Die Coraniaid, nehmt euch ein Beispiel an ihnen, haben diese Vorurteile beim Volk Nathirs durchbrechen können:

Sie sind todesmutig, und haben damit bewiesen, daß sie beseelt sind, und sie

haben mächtige Heilerinnen, die die Todesfälle des Volkes verringern, was eine größere Gelassenheit, ein größeres Vertrauen in das Leben bewirkt.

Und bedenkt, das Machtfülle und Vollkommenheit nicht dasselbe sind.

 

Ein vollkommenses Wesen mag gegenüber jedem anderen Wesen von Angesicht zu Angesicht überlegen sein.

Jedoch macht Vollkommenheit auch einsam. Vollkommene Wesen werden zwar bewundert, aber auch gefürchtet, leider oft auch gehasst.

 

Die Konsequenz ist, daß die Masse der Menschen, ohne die sich keine Macht in unserem Zeitalter voll entfalten kann, nicht um die vollkommensten Wesen schart, sondern um jene, mit denen sie sich identifizieren können. Ihre Götter haben allzu menschliche Schwächen, ihre Herrscher ebenso.

 

So ist es fast überall. Außer in Erainn.

Es sei denn, ihr haltet jene, die aus Emhain Ablach kamen, für vermenschlicht, für degeneriert.

Shayleigh kann sich bei diesen Worten Bryns ein spöttisches Lächeln nicht verkneifen. Doch sofort wird ihre Miene wieder ernst und sie scheint zu hoffen, dass es niemand bemerkt hat. Nachdem Bryn geendet hat, richtet sie das Wort an den Druiden:

 

Ich fürchte, Ihr habt uns anderen einige Begegnungen voraus - und das obwohl Eure Zeit auf dieser Welt doch sehr begrenzt ist...

Ich könnte von mir nicht behaupten, schon einem vollkommenen Wesen begegnet zu sein.

 

Sie scheint diese Aussage noch einmal kurz zu überdenken, ohne zu einem anderen Schluß zu kommen. Danach fährt sie fort:

 

Zudem möchte ich auch bezweifeln, dass es in Erainn wahrhaft vollkommene Wesen gibt...

 

Shayleigh

Das beruhigt mich, redliche Shayleigh.

 

Endlich eine Elfin, die zugibt, daß weder sie selbst noch ihresgleichen vollkommen sind.

Und das, obwohl ich die Überlegenheit einzelner Elfen über einzelne Menschen soeben anerkannt habe.

 

Vollkommenheit hängt vom Auge des Betrachters ab. Unter Vollkommenheit verstehe ich ein Wesen, daß in seiner Gesamtpersöhnlichkeit vollkommen ausgewogene Kräfte, Fähigkeiten und Tugenden hat.

Eine jahrzehntausende alte Alfarin aus Realtaileann erscheint mir eher Vollkommen zu sein als beispielsweise die Jagdgöttin Dwiannon, obwohl Dwiannon kraft ihrer Gläubigen weitaus mächtiger ist.

 

Aus sicht eines normalen Menschen sind schon normale Elfen und für die oberflächlicheren auch noch Schwarzalben vollkommene Wesen, die sie bewundern, fürchten oder hassen.

Sind sie einmal dahintergekommen, daß diese ewig Jungen auch so ihre Marotten haben, so können sie zu ihnen ein normaleres Verhältnis entwickeln.

Shayleigh nippt bedächtig an ihrem Becher, ehe sie ausführt:

 

Vereinfacht betrachtet gibt es zwei Arten der Vollkommenheit: Zum einen jene, die man aus sich heraus anstrebt. Hierbei wird es wohl niemand zur Vollkommenheit bringen.

Die Vollkommenheit von der Ihr sprecht ist lediglich ein Bild, welches ein Wesen seinem Gegenüber zu vermitteln sucht. Dies habt Ihr ja auch bereits zugegeben. Wenn dieses Bild perfekt ist, erscheinen bestimmte Elfen oder Alben den Menschen als vollkommen. Wenn allein dies ein Grund ist, die Elfen zu hassen, so tut es mir leid um die Menschen. Sie scheinen ein sehr oberflächliches Volk zu sein. Und solltet Ihr jemals eine Alfar von unserer ehemaligen Heimat treffen, die zudem noch das von Euch angegebene Alter erreichen durfte, so fragt die Elfe ruhig, ob sie sich vollkommen fühlt. Ich glaube nicht, dass sie dies bestätigen wird.

Doch lasst uns nicht darüber streiten: wir alle wissen, dass es durchaus auch Menschen gibt, die wir nicht oberflächlich nennen würden...

 

Shayleigh

"Lieber Bryn, ich bin weit davon entfernt, mich als vollkommen zu betrachten.

Allerdings stehen meine Chancen dafür wesentlich besser als die jedes Menschen, rein zeitlich betrachtet...

 

Und außerdem halte ich keinen Menschen für degeneriert, denn dafür hätten sie sich erst einmal entwickeln müssen. Dafür ist mir die Menschheit bis heute jeden Beweis schuldig geblieben.

Sicher, es gibt Einzelfälle, die mich hoffnungsvoll stimmen, doch diese Menschen werden doch meistens recht schnell von ihren Artgenossen totgeschlagen.

 

Der Mensch ist nicht zum Wissen geboren, sondern zum Dienen."

Nein, der Mensch ist zur Freiheit geschaffen worden. Gerät der Mensch in die Knechtschaft, so hat er seine Gaben, die ihm mit auf den Weg gegeben wurden, verloren, und muß sie wiederfinden.

Nur ein freier Mensch kann in Einklang mit der übrigen Natur leben. Freiheit bedeutet nämlich auch die Freiheit von Größenwahn, Besitzstreben und Herrschsucht.

Reichtum und Herrschaft, wozu ihr verhelft, können Menschen oder auch Schwarzalben nur dann entfalten, wenn sie andere Unterjochen.

Keine Knechtschaft ohne Herrscher.

Ihr habt Einskaldir und anderen gerade den perfekten Anlass gegeben, dem "Pack" wo ihr offensichtlich dazugehören wollt, die Rübe abzuschlagen.

 

Ihr seid mit eurer Herrschsucht auch den Druiden im Weg, da sich gezeigt hat, daß unterjochte Menschen am wenigsten in der Lage sind, in Einklang mit den Kräften der Natur zu leben.

Wer unterjocht ist, staut eine Wut an, die sich immer wieder unkontrolliert bahnbricht, und unterjochte Völker stauen ein Zerstörungspotenzial an, daß leider nicht bei der Beseitigung ihrer Peiniger haltmacht, sondern in blindwütiger Raserei bis zur völligen Erschöpfung weitertoben muß, wie ein Orkan.

 

Außerdem trachten viele Geknechtete danach, selbst zu herrschen, sich an die Stelle ihrer einstigen Unterdrücker zu setzen.

Ich habe euch gewarnt, wobei ich gewiß nicht der erste bin, der euch diese Warnung hätte übermitteln können:

Die Dämonen, die ihr beschworen habt, werdet ihr nicht mehr los.

Niriel:

Ihr mögt es in Verkennung der Tatsachen HERRSCHEN nennen, es ist aber nichts weiter als ein ANLEITEN und BEGLEITEN. Ihr Menschen seid in eurer Beschränktheit so ... unterhaltsam, dass man es nur glaubt, wenn man euch erlebt hat ...

Nein, der Mensch ist zur Freiheit geschaffen worden. Gerät der Mensch in die Knechtschaft, so hat er seine Gaben, die ihm mit auf den Weg gegeben wurden, verloren, und muß sie wiederfinden.

Nur ein freier Mensch kann in Einklang mit der übrigen Natur leben. Freiheit bedeutet nämlich auch die Freiheit von Größenwahn, Besitzstreben und Herrschsucht.

Reichtum und Herrschaft, wozu ihr verhelft, können Menschen oder auch Schwarzalben nur dann entfalten, wenn sie andere Unterjochen.

Keine Knechtschaft ohne Herrscher.

Ihr habt Einskaldir und anderen gerade den perfekten Anlass gegeben, dem "Pack" wo ihr offensichtlich dazugehören wollt, die Rübe abzuschlagen.

 

Ihr seid mit eurer Herrschsucht auch den Druiden im Weg, da sich gezeigt hat, daß unterjochte Menschen am wenigsten in der Lage sind, in Einklang mit den Kräften der Natur zu leben.

Wer unterjocht ist, staut eine Wut an, die sich immer wieder unkontrolliert bahnbricht, und unterjochte Völker stauen ein Zerstörungspotenzial an, daß leider nicht bei der Beseitigung ihrer Peiniger haltmacht, sondern in blindwütiger Raserei bis zur völligen Erschöpfung weitertoben muß, wie ein Orkan.

 

Außerdem trachten viele Geknechtete danach, selbst zu herrschen, sich an die Stelle ihrer einstigen Unterdrücker zu setzen.

Ich habe euch gewarnt, wobei ich gewiß nicht der erste bin, der euch diese Warnung hätte übermitteln können:

Die Dämonen, die ihr beschworen habt, werdet ihr nicht mehr los.

 

 

Llwynn sitzt nach Bryns Ansprache gelassen zurückgelehnt im Stuhl und klatscht langsam.

 

"Sehr gut erkannt. Ihr zeigt für einen Menschen wirklich erstaunlichen Interlekt und Durchblick. Das ist der Grund, weshalb ich keinen Menschen unterdrücken würde. Deshalb ist es besser die Betreffenden gleich zu töten.

Tote machen keinen Aufstand..."

Niriel:

Ihr mögt es in Verkennung der Tatsachen HERRSCHEN nennen, es ist aber nichts weiter als ein ANLEITEN und BEGLEITEN. Ihr Menschen seid in eurer Beschränktheit so ... unterhaltsam, dass man es nur glaubt, wenn man euch erlebt hat ...

 

Nun hat aber der Spötter nichts von Anleiten und Begleiten hin zu einem Einklang mit den Kräften der Natur gesagt, sondern von einer Anleitung zur Tyrannei, wie er sie offensichtlich aus Gewinn- und Herrschsucht verbrämt.

Er glaubt tatsächlich, daß das, was für ihn selbst gut ist, automatisch für alle anderen gut wäre.

 

@Lwynn: Soviele Menschen, die aus Angst vor Ausrottung gezeugt werden, könnt ihr gar nicht erschlagen.

"Es ist richtig, ich sprach von Beherrschen, und das meinte ich wörtlich.

Es ist aber auch richtig, was Niriel sagt.

Ich erlebe jeden Tag, das nur der beherrschte Mensch angeleitet werden kann, der unbeherrschte nimmt keinerlei Rat zur Kenntnis.

 

Der nicht beherrschte Mensch ist nicht automatisch frei. Er ist dann nur orientierungslos und kann sich nie entscheiden. Darum greift er zum Schwert gegen uns, es ist der Neid.

Die Menschen, die ich beherrsche, greifen gegen mich nicht zum Schwert.

Sie achten mich, sie vertrauen mir. Sie brauchen keine Götzen, sie sind auf einem wirklich guten Weg...

 

Und selbstverständlich ist meine Herrschaft im Einklang mit der Natur.

Die Natur...das heißt: Leben.

Leben aber bricht sich in vielen Formen Bahn.

Bryn, es gibt so furchtbar viele Menschen, die passen gar nicht alle in Deine Wälder, um Wurzeln zu wühlen.

Du lebst einzig im Einklang mit dem Wald, nicht mit der gesamten Natur!"

Ihr spracht von unbeherrschten Menschen, die keinen Rat zur Kenntnis nehmen.

Beherrschen können sich die Menschen aber auch selbst.

 

Wir Druiden haben den elfischen Weisen viel zu verdanken, das ist wahr. Wir haben deutlich mehr über die Geheimnisse der Natur erfahren, als unsere Schamanenvorfahren je zu träumen gewagt hätten, wobei ich meine schamanistischen Brüder und Vorväter nicht schlecht machen will.

Viele Völker, bei denen Schamanen noch große Autorität besitzen, haben ein ähnliches, in manchen glücklicheren Konstellationen sogar ein noch harmonischeres Verhältnis zur Natur als die Menschen Clanngadarns oder Erainns,

die zwar durch elfische Weisheiten veredelt wurden, jedoch auch durch Eisenwaffen und grausame Kriege mit den mächten der Finsternis ihren Tribut zu entrichten hatten.

Der Preis der Macht und der Stärke, auch wenn sie nur zur Verteidigung eingesetzt wird, ist leider Entfremdung von der Natur.

 

Deswegen nehmen wir Druiden eine Sonderstellung ein, leben zum Teil in denselben, naturnahen Verhältnissen wie unsere Vorfahren, die schon lange vor den Kreaturen des Anarchen unter dieser Sonne wandelten,

damit die alten Bindungen an unser Land, die wir durch die Weisheiten, die uns die Elfen lehrten, noch vertiefen konnten, nicht abreißen.

 

Und in einem Punkt sehe ich das anders als Du, Spötter:

 

Eure Machtentfaltung möget ihr natürlich nennen. Eine Gewalt wie ein Wirbelsturm, ein Vulkanausbruch, eine Macht so stabil wie ein harter Felsen.

Das sind aber nur Worte, nur Metaphern.

Wer Menschen dazu verhilft, Wissen, aber auch Macht und Reichtum zu erwerben, gibt diesen vielleicht das, was sie wollen, und übt damit keinen unmittelbaren Zwang aus.

Aber kannst Du verhindern, daß sich Deine Schüler in Tyrannen verwandeln, die andere Menschen zu Sklaven machen, oder andere Völker an den Rand der

Ausrottung bringen, mit den bekannten Folgen?

 

Bestreitest Du etwa, daß die Unterjochung einerseits oder der Massenmord andererseits nicht eine Saat ist, die hundertfach Früchte tragen kann?

 

Wieder so eine beschönigende Methapher, eine Saat, deren Früchte noch mehr Tyrannei, noch mehr Kriege sein werden.

Archiviert

Dieses Thema wurde archiviert und kann nicht mehr kommentiert werden.

Kürzlich Online 0

  • Kein Mitglied betrachtet die Seite.

Wichtige Informationen

Wir setzen Cookies, um die Benutzung der Seite zu verbessern. Du kannst die zugehörigen Einstellungen jederzeit anpassen. Ansonsten akzeptiere bitte diese Nutzung.

Konto

Navigation

Suche

Suche

Browser-Push-Nachrichten konfigurieren

Chrome (Android)
  1. Klicke das Schloss-Symbol neben der Adressleiste.
  2. Klicke Berechtigungen → Benachrichtigungen.
  3. Passe die Einstellungen nach deinen Wünschen an.
Chrome (Desktop)
  1. Klicke das Schloss-Symbol in der Adresszeile.
  2. Klicke Seiteneinstellungen.
  3. Finde Benachrichtigungen und passe sie nach deinen Wünschen an.