Jump to content
Kazzirah

Vielfalt im Rollenspiel

Recommended Posts

vor 8 Stunden schrieb EK:

Als nächstes kommt da noch de Rassismus und Genderdebatte ins Rollenspiel ....Nein, danke,

Die ist schon voll da.

Die Genderdebatte sogar seit mehreren Jahren.

Wen es interessiert: 

* Das Buch Roll Inclusive - Diversity und Repräsentation im Rollenspiel bei Feder & Schwert.

* z.B. das Podcast Genderswapped oder mit stärkerem LARP-Fokus: Jetzt mal kurz OT

In letzterem empfehle ich gerade die Rassismusfolge. Die Casterin ist PoC-Deutsche. Ist aber harter Tobak dabei.

Zu Rassismus auch, weil es hier zum Thema passt, ein längerer Talk bei OSTV:

Orkenspalter TV: Vorurteile und Rassismus im Rollenspiel Vierstundenbrett. Interessante Teilnehmer.

Am Tisch sollte im Ende erlaubt sein, was den Anwesenden gefällt. Das ist halt individuell verschieden. Generell ist da die X-Karte als Safety Tool gut. Es ist erst mal alles erlaubt, außer es zeigt wer diese Karte, dann ist dieser Spielaspekt abzubrechen. Ohne Diskussion. 

Moderation:

 

Ich hab mir mal erlaubt, das aus der Diskussion "Midgard bei den Orkenspaltern" raus zu ziehen, weil es doch weit über den einen Fall hinausgeht, aber es offensichtlichen Gesprächsbedarf gibt.
Bei Nachfragen bitte eine PN an mich oder benutzt den Strang Diskussionen zu Moderationen

 

Edited by Kazzirah
Verschiebung und Trennung
  • Like 4
  • Thanks 2

Share this post


Link to post
vor einer Stunde schrieb KoschKosch:

Aber es gibt auch knallharte Patriarchate. Valian z.B.? Moravod? Waeland in gewissem Sinne?

Ich vermute mal "gibt es auch" ist überhaupt nicht das Problem. Eine Fantasywelt soll ja Konflikte in sich tragen und diese Konflikte können auch mal Chauvinismus und / oder Rassismus  oder der zwischen wenig und hochentwickelten Kulturen sein. Wichtig vor allem ist, dass sich da nicht ein Bild zu 100 oder 90% durchträgt:

Zum Beispiel dass Frauen immer am Herd stehen und entmündigt sind, außer bei den Amazonen (die das dann einfach mal spiegeln). Dass die Schwarzen, Gelben, Roten nicht überall kulturrell primitiv und den Weißen zivilisatorisch unterlegen sind. Dass also kurz gesagt unser gesamter Blick auf die Spielwelt heute kein kolonialer oder patriarchaler ist, selbst wenn das mal um 1900 eine historische Realität oder ein allgemein verbreitetes Vorurteil abgebildet haben mag.

Die Probe aufs Exempel ist eigentlich immer: Würde eine Frau mit einer Frauenfigur sich auf dieser Welt genau so wohlfühlen und entfalten können wie ein Mann mit einer männlichen Figur. Gleiches gilt für SpielerInnen aus Afrika, Asien ... oder müsste man als Weltenbuchautor an irgendeiner Stelle peinlich ertappt zusammenzucken? Insofern sollte jede Ethnie im Spiel kulturell Licht und Schatten zu bieten haben.

Historische Anleihen holen einem da immer eine problematische Thematik ins Boot, da die Sichtweise und die Kultur in der Vergangenheit einfach patriarchaler und oft auch rassistischer war. Vor allem Stelle ich mir das schwierig bei historischen Rollenspielen vor, wo das Thema Kolonialismus geradezu gesetzt ist. Ich habe den Eindruck, dass da öfters mit modernen Blasen gearbeitet wird: "Eigentlich haben Frauen zu der Zeit kaum Freiheiten und Rechte oder ein selbstbestimmtes Leben, aber unter den Abenteurern sammeln sich dann die ganzen Ausnahmen und werden dann auch akzeptiert." Und dann auch eben von der umgebenen Spielwelt mehr, als es das um 1900 oder 1880 tatsächlich wohl gewesen wäre.

Was ja nicht bedeutet, dass man keine (fiesen) Chauvi-NSF ins Abenteuer einbauen darf. Nur wenn jede zweite Szene für eine eine Frau spielende Frau zu Spießrutenlauf werden würde, wäre es problematisch.

Aber eine Spielwelt ganz ohne fiese, dumme, vorurteilsbehaftete Leute wäre wohl langweilig. Man darf eben nicht auf den Gedanken kommen, die Welt ist so. Oder noch schlimmer: Sollte so sein.

Und was machen wir dann mit den Orks?

  • Like 3
  • Thanks 1

Share this post


Link to post
vor 1 Stunde schrieb KoschKosch:

Aber es gibt auch knallharte Patriarchate. Valian z.B.? Moravod? Waeland in gewissem Sinne?

Valian ist definitiv kein patriarchalisches System.

Edited by Prados Karwan
  • Thanks 2

Share this post


Link to post
vor 16 Minuten schrieb Prados Karwan:

Valian ist definitiv kein patriarchalisches System.

woher kommt dein Wissen, aus einem Quellenbuch? "Definitv" ist ein starker Ausdruck!

Share this post


Link to post
vor 9 Minuten schrieb Panther:
vor 26 Minuten schrieb Prados Karwan:

Valian ist definitiv kein patriarchalisches System.

woher kommt dein Wissen, aus einem Quellenbuch? "Definitv" ist ein starker Ausdruck!

Die obige Aussage ist dennoch ganz und gar richtig.

Woher @Prados Karwan dies weiß, mag, insbesondere auch für @Panther, persönlich, von Interesse sein, kann aber bitte gerne entweder in einem eigenen Strang im Valianbereich oder per PN besprochen werden. Geschieht dies auch noch hier, sprengen wir so langsam den Rahmen dieses Stranges....

Ich schreibe dies jetzt einfach 'mal noch als DiRi und nicht in grün.

Edited by DiRi
  • Thanks 2

Share this post


Link to post
vor 2 Stunden schrieb EK:

Ganz ehrlich?

Ich mag im Rollenspiel Diversität. Die bedeutet für mich aber bitte klassische patriarchalische Strukturen und welche mit Gleichberechtigung, am besten auch noch matriarchalische und solche mit fixen Aufteilungen.

Ich mag keine aufgepfropfte political Correctnes im Rollenspiel. Als nächstes kommt da noch de Rassismus und Genderdebatte ins Rollenspiel ....Nein, danke,

D&D hat genau das getan. Die wollen jetzt „traditionell böse“ Wesen wir Orks komplexere und vielschichtigere Kulturen geben, mehr Geschlechter und Sexualitäten häufiger erscheinen lassen etc. 

Ist aber ein anderes Thema

  • Like 2

Share this post


Link to post
5 hours ago, Eleazar said:

Ich vermute mal "gibt es auch" ist überhaupt nicht das Problem. Eine Fantasywelt soll ja Konflikte in sich tragen und diese Konflikte können auch mal Chauvinismus und / oder Rassismus  oder der zwischen wenig und hochentwickelten Kulturen sein. Wichtig vor allem ist, dass sich da nicht ein Bild zu 100 oder 90% durchträgt: … 

Die Probe aufs Exempel ist eigentlich immer: Würde eine Frau mit einer Frauenfigur sich auf dieser Welt genau so wohlfühlen und entfalten können wie ein Mann mit einer männlichen Figur. Gleiches gilt für SpielerInnen aus Afrika, Asien ... oder müsste man als Weltenbuchautor an irgendeiner Stelle peinlich ertappt zusammenzucken? Insofern sollte jede Ethnie im Spiel kulturell Licht und Schatten zu bieten haben.

Die fiktive Welt darf sexistisch und rassistisch sein wie sie will. Das darf aber nicht dazu führen, dass Spieler (m/w/d) eines bestimmten Geschlechts, einer bestimmten Ethnie oder einer bestimmten Weltanschauung sich unwohl fühlen. Letztlich geht es ja darum, das Rollenspiel für möglichst viele Spieler zugänglich zu halten.

  • Like 3
  • Thanks 1

Share this post


Link to post
vor 17 Minuten schrieb Meeresdruide:

Die fiktive Welt darf sexistisch und rassistisch sein wie sie will. Das darf aber nicht dazu führen, dass Spieler (m/w/d) eines bestimmten Geschlechts, einer bestimmten Ethnie oder einer bestimmten Weltanschauung sich unwohl fühlen. Letztlich geht es ja darum, das Rollenspiel für möglichst viele Spieler zugänglich zu halten.

... wenn das Thema jetzt ausufert, müsste diese (sinnvolle) Diskussion mal an passende Stelle verschoben werden:

Ja, grundsätzlich ja. Und trotzdem sind das doch gerade Faktoren, die steuern, wer sich wo unwohl fühlt.

Bei manchen historischen Settings kommt man irgendwie nicht drumrum: Würde man ein Rollenspiel während des amerikanischen Bürgerkriegs spielen, dann müssten die Leute im Süden im Großen und Ganzen die Sklaverei befürworten. Und zwar mit Peitsche, N-Wort und mit Baumwollfeldern. Sonst macht das Setting keinen Sinn. Innerhalb des Settings kann man dann hervorragend schwarze und weiße SklavenbefreierInnen spielen und meinetwegen auch den einen damit sympatjisierenden Großgrundbesitzer. Aber wenn dessen Nachbarn auch alle ihre SklavInnen freilassen, exlodiert einem das Setting.

Baue ich eine rein patriarchale Fantasywelt, in der die NSF der Frauenfigur (am besten mit Spielerin) überall und die ganze Zeit sagen, dass sie eigentlich in Haus zu Herd und Kindern gehört, könnte ich mir vorstellen, dass Frauen als Gesamtheit über dem Spiel den Stab brechen. Ebenso in Spielen, in denen immer auf der Häuslichkeit von Frauen bestanden wird (war im Mittelalter ja historisch), aber der Unfreie mit dem Adligen im selben Gästezimmer schläft und am selben Tisch ist (war im Mittelalter wohl eher nicht historisch). Rassismus und Chauvinismus können also auch in der unreflektierten Auswahl stecken, was am als historisch übernimmt oder nicht.

Share this post


Link to post

Ja, vielleicht einen eigenen Strang wert, das aber mag ich hier Insofern noch mal kommentieren, weil es den Kern mitausmacht, was an den historisierenden Fantasysettings kritisiert wird und auch stark in Mháires Argument mit einfließt.

vor 8 Minuten schrieb Eleazar:

denen immer auf der Häuslichkeit von Frauen bestanden wird (war im Mittelalter ja historisch)

Das ist falsch. Unser heutiges Mittelalterbild ist fast vollständig eine Konstruktion, die in der Romantik aufgekommen ist und ein gesellschaftliches (bürgerliches) Ideal in die Vergangenheit projeziert hat. Das europäische Mittelalterwar durchaus vielfältiger als sich viele heute überhaupt vorstellen mögen. Die Reduzierung der Frau auf den häusliche den Bereich ist in der Form vor dem 19. Jahrhundert unbekannt und auch eigentlich in Deutschland erst in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts real geworden. 

Was kritisiert wird: die Verbrämung eines eurozentrierten, romantisierden, ausschließenden Vergangenheitskonstrukts als Normalfall. 

  • Like 5
  • Thanks 4

Share this post


Link to post
Am 1.8.2020 um 16:56 schrieb Kazzirah:

Ja, vielleicht einen eigenen Strang wert, das aber mag ich hier Insofern noch mal kommentieren, weil es den Kern mitausmacht, was an den historisierenden Fantasysettings kritisiert wird und auch stark in Mháires Argument mit einfließt.

Das ist falsch. Unser heutiges Mittelalterbild ist fast vollständig eine Konstruktion, die in der Romantik aufgekommen ist und ein gesellschaftliches (bürgerliches) Ideal in die Vergangenheit projeziert hat. Das europäische Mittelalterwar durchaus vielfältiger als sich viele heute überhaupt vorstellen mögen. Die Reduzierung der Frau auf den häusliche den Bereich ist in der Form vor dem 19. Jahrhundert unbekannt und auch eigentlich in Deutschland erst in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts real geworden. 

Was kritisiert wird: die Verbrämung eines eurozentrierten, romantisierden, ausschließenden Vergangenheitskonstrukts als Normalfall. 

Ganz abgesehen davon, dass wir Geschichten und Figuren spielen wollen, die unserer heutigen, also aktuellen Weltanschauung (mit passenden moralischen und gesellschaftlichen Standards) entsprechen. Soziologisch gesprochen, wir wollen freigesetzte Individuen spielen, die nicht in ständische oder andere gesellschaftliche Beschränkungen eingebunden sind (zumindest für Midgard und andere typische Fantasysettings lässt sich das gut beobachten). Wenn, so wie Eleazar schreibt, bewusst ein historischer Kontext ausgesucht wird, um bestimmte gesellschaftlich Probleme zu thematisieren, mag das wieder etwas anderes sein. Aber im ganz gewöhnlichen Fantasy-Rollenspiel wird meiner Beobachtung zufolge doch eher auf das Ausspielen von sozialer Ungleichheit zwischen den Spieler*innenfiguren verzichtet - wie immer mag es Ausnahmen geben.

Edited by Fabian
  • Like 2
  • Thanks 2

Share this post


Link to post
Am 1.8.2020 um 10:21 schrieb Kazzirah:

Die ist schon voll da.

Die Genderdebatte sogar seit mehreren Jahren.

Zu Rassismus auch, weil es hier zum Thema passt, ein längerer Talk bei OSTV ...

Hier sei angemerkt, dass ich die Auseinandersetzung mit diesen wichtigen gesellschaftlichen Themen im Rollenspiel für sehr relevant halte, vor allem wenn das Spiel für alle offen sein und entsprechende Anknüpfungspunkte bieten soll (siehe z. B. den Rassismus-Talk bei OSTV). Aber auch, weil die Populärkultur in besonderer Weise dafür geeignet ist, (z. B. rassistisches oder sexistisches) Gedankengut zu reproduzieren oder eben einen inklusiven/diversen Gegenentwurf aufzuzeigen. Dieses kann von den Produzierenden (den Akteuren in der Szene) selbst entschieden werden und damit liegt die Verantwortung dafür bei eben diesen! Das gilt sowohl für die Musik, den Comic, Youtube-Kanäle, den Film und andere (pop)kulturelle Produkte, wie eben auch das Rollenspiel. Da das Hobby meiner Wahrnehmung nach, immer mehr das Nerd-Nischendasein verlässt, muss es sich auch zentralen gesellschaftlichen Fragen stellen, ob es will oder nicht.

Edited by Fabian
  • Like 3
  • Thanks 3

Share this post


Link to post
Am 1.8.2020 um 16:56 schrieb Kazzirah:

Die Reduzierung der Frau auf den häusliche den Bereich ist in der Form vor dem 19. Jahrhundert unbekannt und auch eigentlich in Deutschland erst in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts real geworden. 

Hier kann noch ergänzt werden, dass das im 19. Jahrhundert im Grunde nur für das noch vergleichsweise kleine Bürgertum galt, Arbeiterfamilien hatten hingegen gar nicht die Wahl, da sie sich dieses Leben nicht leisten konnten (die Frau bleibt zuhause und steht dem Haushalt vor), das wurde erst in den 50. und frühen 60. Jahren des 20. Jahrhunderts (durch das so genannte Wirtschaftswunder und den damit verbundenen "Fahrstuhleffekt" (vgl. U. Beck) ) möglich.

Edited by Fabian
  • Like 2

Share this post


Link to post
Am 1.8.2020 um 11:03 schrieb Panther:

woher kommt dein Wissen, aus einem Quellenbuch? "Definitv" ist ein starker Ausdruck!

:guck:"Die Welt", S. 225 und S. 8 Eintrag zu Valian und der Pfortenarchipel.

  • Thanks 2

Share this post


Link to post

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!

Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.

Sign In Now

  • Recently Browsing   0 members

    No registered users viewing this page.

×
×
  • Create New...