Das finde ich interessant - denn die Richtung und Schwerpunkte der Änderungen waren doch deutlich anders. M5 war vereinfachend; M4 und eigentlich auch die Versionen davor waren komplexitätserhöhend. Wenn Dir das - in der Rückschau, im Vergleich - extrem detailverliebte, sehr komplizierte M4 gefallen hat, dann wird Dir das viel "fließendere" M6 naturgemäß nicht so sehr zusagen, genauso wie Dir allerdings auch ein M2 dann vielleicht auch nicht so hätte zusagen sollen. Diese Argumentation meinerseits setzt voraus, dass Du die über Jahrzehnte verteilten Regelversionen an einem konstanten, unveränderlichen Zielmaßstab gemessen hättest, was ja nicht notwendigerweise der Fall sein muss. Wenn Du sagen würdest, dass Dir nach den Vereinfachungen von M5 die weiteren Vereinfachungen von M6 zu weit gingen, dann wäre das eine andere, aber vielleicht nachvollziehbarere, Argumentation.
Wenn wir jetzt diese Punkte mal durchgehen - ich glaub' eine breite Auswahl an Abenteurertypen wird es weiter geben, ein breites Fertigkeitenspektrum wird es weiter geben und das können alle lernen. EW und WW auf 20 bleibt bei allen Fertigkeiten, und die Erfahrungspunkte und das Lernen müssen doch in M5 nicht unbedingt den Endstand der "genau richtigen" Komplexität erreicht haben, oder?
Mit anderen Worten, um Deine konkreten Punkte müsstest Du Dir vielleicht so viel Sorgen gar nicht machen. Was auf die Frage überleitet, warum Du trotzdem ein so deutlich ablehnendes Fazit ziehst. Es könnte wohl sein, dass da eine emotionale Komponente involviert wäre, über die Du vielleicht ein wenig nachdenken könntest.
Es kann jetzt jemand sagen, auch die Damatu-Kulturen seien an irdische Kulturen angelehnt. Das stimmt. Es sind aber andere. Und weil die bekanntesten Kulturen schon von Midgard "weggenommen" waren, sind die kulturellen Vorbilder von Damatu bisweilen ein wenig unbekannter. Wobei Byzanz eigentlich dem beidem widerspricht, das ist ja für einen Hof voller Intrigen sogar sprichwörtlich.
Man kann sich jetzt auch darüber streiten, wie eng oder vollständig das jeweilige kulturelle Vorbild umzusetzen sei. Es ist z.B. eine m.E. sehr offene Frage, ob die im veröffentlichten Quellenbuch relativ frauenfeindliche Gesellschaft Eschars genauso aussähe, wenn Stephanie "Die Pyramiden von Eschar" für Midgard heute geschrieben hätte. In der Hinsicht war m.E. Midgard ziemlich extrem - ich habe das z.B. in meinem "Kupfermarkt von Meknesch" in den DDD ein bisschen thematisiert. Damatu ist in der Hinsicht anders aufgestellt. Das ist eine Tatsache, die man entweder mag oder nicht. Wobei das nicht heißt, dass es auf Damatu keine Diskriminierung oder Unterdrückung geben wird, nur dass die keine historische solchen duplizieren.
Insgesamt ist der Ansatz des Weltenbaus von Damatu doch sehr nah verwandt demjenigen von Midgard, insoweit als historische Vorbilder verfantasisiert werden.
Eigentlich sollte einem die Hautfarbe von Personen doch egal sein, oder? Wenn als Fantasy-Element auch mal die Hautfarben ein bisschen durcheinandergewürfelt werden, ist das jetzt echt schlimm?
Worauf gründest Du das "so heißt es" in Deiner Aussage - hast Du konkrete Punkte, an denen Du fest machen würdest, dass dies behauptet, aber nicht gehalten würde? Wenn Du keine konkreten Punkte hast, ist Deine Formulierung ein bisschen unverschämt.
Fakt ist, Damatu ist etwas "fantastischer" als Midgard. Das ist eine Setzung, die man mögen kann, aber nicht muss. Allerdings würde mich interessieren, wie Du auf die Assoziation mit Entenhausen - immerhin Schauplatz von im Fantasybereich geradezu unglaublich erfolgreicher Publikationen, aber so positiv dürftest Du das nicht gemeint haben - kommst?
Für meine Begriffe, wenn Elfen, Zwerge und Halblinge zum normalen Straßenbild gehören, warum dann nicht auch Katzenmenschen? Bloß weil vor etwas über 80 Jahren ein britischer Literaturprofessor nicht auch noch über diese geschrieben hat? Wären Uruk-Hai dann akzeptabel?
Wir kannten das als "Schwarze Galeeren" - und sie sollen wohl auf Damatu ungefähr so wenig häufig wie auf Midgard sein.
Na, einen "Konzern" würde ich Pegasus nun nicht direkt nennen. Ich arbeite tagsüber für einen; das ist schon arg anders als das, was da in Friedberg läuft. Man liegt sicher nicht falsch, wenn man den Leuten von Pegasus genauso wie den Frankes unterstellt:
Ich glaub' damit hast Du eine ziemlich allgemeine Ansicht ausgedrückt.
Ich glaub' für das Forum gibt es ziemlich positive Signale auch seitens Pegasus.
Aus Deinem Beitrag klingt viel Emotion, die aus meiner Sicht nicht unbedingt zu dem sachlich-rational beschriebenen Bild passt, das man auch sehen könnte. Das hängt sicher mit der Veränderung zusammen. Die Frankes haben M5 einfach gemacht und irgendwann gesagt, hier ist das neue Grundregelwerk. Bei M6 hingegen hatten wir jetzt ein paar Jahre zum Fingernägelknabbern und dann kommt etwas, das halt auch merklich anders ist. Hätte Pegasus ganz platt M5 kopieren wollen, hätten sie das ja einfach weiter publizieren können - insoweit als auch die Weltenrechte übergegangen sind - und sich damit viel Arbeit gespart. Stattdessen macht sich Pegasus die Mühe, ein aus ihrer Sicht besseres Midgard zu entwickeln. Mit dem Versuch ist offensichtlich der Wunsch verbunden, etwas besser zu machen. Ich finde, man könnte sich das zumindest im Gesamtbild anschauen - Pegasus scheint ziemlich gut im Verpacken von Starterpacks und so zu sein. Eine Ablehnung aus dem Bauch heraus muss m.E. nicht sein.