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Graf Han aus Sun war ein begnadeter Flötenspieler. Seinem Kaiser war er stets ein treuer Vasall. Und wenn immer der Kaiser danach verlangte, kam der Graf und spielte die Flöte für den Erhabenen. Doch der Erhabene war umgeben von Falschheit. Missgünstige Berater flößten Gift in des Kaisers Ohren. Getrübt von Lug und Trug wandte sich der Kaiser von seinem Grafen ab und Verbannte ihn aus der Provinz Sun. So musste der Graf mit seinem Gefolge in ein karges Land ziehen, das kaum die Bauern ernähren konnte, die auf ihm ackerten.
Doch in diesem Land, lag ein See und in diesem befand sich eine kleine Felsinsel, kaum größer als die Dschunken der Seefischer. Wenn immer den Grafen das Heimweh ergriff, nahm er eine kleine Dschunke zu ruderte auf die Insel, um dort sein Klagelied zu spielen. Eines Tages, während er dem See sein Leid klagte, tauchte vor ihm ein Long auf und fuhr in harsch an: „Was klagst du Nichtsnutz von einem Mensch, dass es die Kiesel des Sees erweicht?“ „Oh ehrwürdiger Long, diese wertlose Person klagt, weil ihr großes Unglück widerfahren ist. Meine ganze Familie wurde aus der Heimat verbannt und muss nun in diesem kargen Land leben, dass nicht einmal seine Bauern ernähren kann.“ - „Du armseliger Mensch. Wie willst du den wissen, ob es ein Unglück ist, dass du deine Heimat verlassen musstest. Kannst du etwa in die Zukunft sehen? – Sehe her!“ Der Long spuckte auf den See und dort wo das Wasser immer größer werdende Kreise zog, konnte der Graf in seine Heimat blicken. Er sah, wie die Berater des Kaisers den neuen Grafen unter das Joch der Drei zwangen. „Siehst du, was dir erspart blieb? – Und du Hundskopf sprichst von Unglück! Aber ich will dir helfen, dass du und deine Bauern keine Not mehr erleiden müssen. Gehe an das Ostufer des Sees und wenn du dort einen Maulbeerbaum findest, setzte dich unter diesen. Halte 12 Stunden innen, ohne auch nur einen Laut von dir zu geben.“
Am nächsten Tag tat der Graf, wie ihm aufgetragen wurde. Einen ganzen Tag und eine ganze Nacht hielt er unter einem Maulbeerbaum inne, doch nichts geschah und so langsam fragte er sich, was der Long wohl gemeint haben könnte. Nach dem die Zeit verstrichen war, dache er, es könne sicher nicht schaden ein wenig die Flöte zu spielen. Kurz nachdem er mit dem Spiel begann, fiel eine Seidenraupe vom Baum herab. Welch ein Glück dachte er bei sich und ging vergnügt nachhause. In den darauf folgenden Jahren ließ er von den Bauern rund um den See Maulbeerbäume Pflanzen und Seidentuch weben. Das Schicksal hatte es gut mit ihm gemeint. Seine Familie und seine Getreuen kamen zu Wohlstand, seine Dörfer vergrößerten sich und auch die Bauern hatten ihr Auskommen. In seiner Freude fuhr er wieder hinaus auf die Insel im See. Dort angekommen stimmte er ein heiteres Lied an. Wieder erschien der Long: „Was spielt du für ein heiteres Lied, dass mir die Krabben auf der Nase Tanzen.“ Sofort viel der Graf auf die Knie und verbeugte sich dreimal vor dem Long. „Oh, mächtiger Long. Wie soll ich Unwürdiger dir nur Danken? Durch dich ist uns großes Glück widerfahren. Die Seide gab unserer Familie den Wohlstand zurück und auch die Bauer finden nun ihr Auskommen.“ „Du armseliger Nichtsnutz! Danke mir nicht. Hast du den immer noch nicht gelernt! Wie willst du wissen, ob dir Glück widerfahren ist?“ Verärgert verschwand der Long in den Tiefen des Sees.
Am nächsten Tag kamen die Bauern zum Grafen und berichteten ihm von einem unheimlichen Ereignis, dass sie in der Nacht beobachtet hatten. Gefleckte Spinnen seien aus dem See gekabbelt und hätten alle Seidenraupen von den Bäumen entlang des Ufers aufgefressen. Nur die weiter entfernten Maulbeerbäume seien verschont geblieben. „Oh, welch ein Unglück!“ rief da der Graf aus und fuhr sofort wieder auf den See hinaus. Noch einmal erschien der Long. „Welch großes Unglück ist mir widerfahren, ehrwürdiger Long.“ flehte der Graf, als er auch schon je unterbrochen wurde: „Ja bist du Hundskopf den immer noch nicht klüger geworden. Wie willst du Wissen, ob dies ein Unglück für dich ist. Aber nun gut. Um dein Flötenspiel wegen will ich dir noch einmal helfen. Tauche am Westufer der Insel in den See hinab und halte die Augen auf!“
Wieder tat der Graf, wie ihm aufgetragen wurde. Unter Wasser sah er, wie die gefleckten Spinnen Netze spannten. Die Netze waren so fest, dass selbst größten Fische, sie nicht zerreißen konnten. Auf seinem Schloss angekommen wies er die Fischer an die Spinnenseide der Wasserspinnen zu ernten und daraus Tuch zu spinnen.
Von diesem Tage an gab es für den Grafen weder Glück, noch Unglück; denn er hatte begriffen, dass jedes Glück den Keim des Unglücks und jedes Unglück den Keim des Glücks in sich trägt, ganz so wie es der unsterbliche LiTan es lehrt.
  • HanKwanZe und der Long

    (Nach Motiven des Märchens: „Als der alte Mann von der Großen Mauer sein Pferd verlor“)

Ein Samurai, zog aus, um ein Meister des Schwertkampfes zu werden. Sein Weg führte ihn zum ChuanMenSchan, denn man sagte dort lebe ein alter Daomeister, der den Schwertkampf auf das Vortrefflichste beherrsche. Am Fuße des Berges kreuzte sich sein Weg mit dem Alten, den man den Meister vom ChuanMenSchan nannte. Der Samurai verbeugte sich höflich und bat um Unterweisung. Mit abfälliger Mine ging der Alte um den Samurai herum und musterte ihn von oben bis unten; dann strich er sich über seinen Kinnbart und sprach: "Mein Schüler willst also werde, ja? – Komm mit, es wird sich zeigen, ob du es wert bist.“
Zusammen gingen sie zur Hütte des Alten. Dort angekommen gab der Alte dem Samurai auf, Wasser vom Fluss zu hohlen und Holz zu hacken. Der Samurai, der dies als Prüfung für seine Stärke und sein Geschick verstand, legte seine Rüstung ab und seine Schwerter beiseite, holte Wasser und hackte Holz. Am Abend fragte er den Alten: „Meister, sicher wolltet ihr mich testen. Habe ich vor euren Augen bestanden und wollt ihr mich nun lehren ein Schwertmeister zu werden?“ Da lachte der Alte. „Was, du glaubt ich wollte dich testen? – Nein, testen wollte ich dich nicht. Ich bin ein alter Mann und daher bat ich dich für mich Wasser zu hohlen und mein Holz zu hacken. Wenn du bei mir bleiben willst, dann gehe morgen wieder Wasser holen und Holz hacken.“ Der Samurai glaubte, der Alte wolle ihn erneut testen und so machte er sich in den nächsten Tagen an die Arbeit. Tagein, tagaus holte der Samurai Wasser und hackte Holz. So gingen die Jahre ins Land.
Nachdem drei Jahre vorüber waren, fragte der Samurai den Alten: "Herr, drei Jahren bin ich nun schon bei euch. Bislang habe ich nichts anderes gelernt, als Holz zu hacken und Wasser zu holen. Wann werdet ihr mit meiner Ausbildung beginnen?" Da nahm der Alte ein Hanfseil und band es dem Samurai um seine Handgelenke. "Wir wollen sehen, ob du bereit bist. Gehe dort hinten zu der alten Zeder und klettere an ihr hoch!" Fragend schaute der Samurai den Alten an: "Aber Herr! Wie soll ich an dem Baum hochklettern, wenn ihr mir die Hände zusammengebunden habt? Daraufhin löste der Alte das Seil und ging: "Du bis nicht bereit - geh! Doch der Samurai rannte dem Alten hinterher. "Meister! Herr, ich weiß, ich habe versagt, aber bitte gebt mich nicht auf. Ich will euch zeigen, dass ich würdig bin." Da strich sich der Alte über seinen Kinnbart und brummte vor sich hin: "Nun gut. Führe mich zu dem Holz, welches du in den letzten Jahren gespalten hast." An den Holzmieten angelangt, zeigte der Alte auf eine Hängebrücke. Die Brücke führte über den Fluss, an dem der Samurai all die Jahre Wasser geholt hatte. Zuvor war ihm die Brücke nie aufgefallen. "Siehst du die Hütte des Köhlers?“ Der Alte deutete auf die andere Seite des Flusses und in der Tat stand dort eine Köhlerhütte. Auch die war dem Samurai bis dahin nie aufgefallen. "Trage die Holzscheite zur Köhlerhütte. Nimm nur so viel, wie du über die Brücke tragen kannst. Wenn du deine Arbeit erledigt hast und kein Scheit verloren gegangen ist, dann werde ich vielleicht mit deiner Ausbildung beginnen.“ Sprach dies, drehte er sich um und ging. Der Samurai machte sich an die Arbeit und nahm einige Scheite auf, gerade so viele, wie er tragen konnte. Als er aber über die Brücke ging, begann diese heftig hin und her zu wanken. Gerade konnte er sich noch festhalten, doch die Holzscheite vielen ihm aus den Armen, hinunter an den Fluss. Kein Holzscheit sollte verloren gehen, hatte ihm der Meister aufgetragen und so kletterte er den Abhang hinunter und holte Scheit für Scheit nach oben. Beim nächsten Gang nahm er weniger Scheite, doch es waren immer noch zu viele. Wieder begann die Brücke zu wanken und wieder viel ihm alles Holz hinunter. Dies wiederholte sich, bis er bei jedem Gang nur wenige Scheite über die Brücke trug. Mit der Zeit gelang es ihm jedoch, immer mehr Holzscheite auf einmal unbeschadet über die Brücke zu bringen.
Nach drei Jahren war alles Holz zum Köhler gebracht und so wandte sich der Samurai wieder an den Alten: "Herr, ich habe getan, wie ihr mir aufgetragen. Bin ich nun vor euren Augen würdig genug, unterwiesen zu werden?“ - "Wir sich zeigen.“ Grummelte der Alte und fasste sich dabei an seinen Bart. Zusammen gingen sie einige Zeit durch die bewaldeten Hänge des Berges ChuanMen, bis sie an eine Schlucht kamen. Die beiden Seiten der Schlucht verband der Stamm einer großen Tanne, die im Sturm gefallen war. Der Alte nahm ein Tuch, band es dem Samurai über die Augen und wies ihn an: "Wenn du meinst, bereit zu sein, dann gehe über den Stamm, gehe zur andere Seite der Schlucht." Da viel der Samurai auf die Knie, drückte seine Stirn auf den Boden und die Verzweiflung brach durch seine Stimme hindurch: „Aber Herr, wie soll ich über den Stamm gehen, wenn meine Augen verbunden sind. Ich werde hinunterfallen und einen ehrlosen Tod finden." Da schüttelte der Alte den Kopf: "Du bist noch immer nicht soweit."
Der Samurai glaubte nicht mehr daran, von seinem Meister unterwiesen zu werden und so ging er am nächsten Tag in die Hütte des Alten, um sich zu verabschieden. In der Hütte sah er, wie der Alte meditierend auf dem Boden kniete. Er wollte nicht stören und so machte er Kert um die Hütte zu verlassen. Da schaute der Alte zu ihm auf und sprach mit sanfter Stimme. „Komm, mein Schüler, setze dich neben mich. Lass uns gemeinsam meditieren.“ Von diesem Tag an wich der Samurai dem Alten nicht mehr von der Seite. Er beobachtete all seine Bewegungen aufmerksam und lauscht seinen Worten. Es vergingen drei Jahre, da kamen sie wieder an die Schlucht. Immer noch lag dort die Tanne, die beide Ufer miteinander verband. „Herr!“, sprach der Samurai: „Neun Jahre bin ich nun bei euch und nicht ein einziges mal habe ich ein Schwert geführt. Ich glaube, ihr wollt mich gar nicht unterweisen, aber es ist gut, wie es ist!“ Da grinste der Alte. „Ich habe euch unterwiesen, ganze neun Jahre lang. Drei Jahre habe ihr Wasser geholt und Holz gehackt. Dabei habt ihr Kraft und Ausdauer gewonnen. Drei weitere Jahre habt ihr auf der Brücke an Geschicklichkeit gewonnen und zuletzt habe ich drei Jahre lang euren Geist durch Meditation und Lehre geschärft. Schließt nun eure Augen und gehet über den Stamm auf die andere Seite der Schlucht. Dort werdet ihr finden, wonach ihr gesucht habt. Mit verschlossenen Augen ging der Samurai über den Stamm, ohne auch nur ein einziges Mal ins Wanken zu geraten. Erst auf der anderen Seite angekommen öffnete er die Augen. Vor ihm lagen seine Schwerter. Er steckte die Waffen in seinen Gürtel und drehte sich zu seinem Meister um. Doch auf der anderen Seite der Schlucht war der Alte nicht mehr zu sehen. Im nächsten Moment hörte er das Brüllen eines Tigers. Der Tiger rannte auf ihn zu und sprang ihn an. Ohne nachzudenken, zog er in einer einzigen Bewegung das Schwert und führte im selben Augenblick seine Klinge gegen das wilde Tier und so streckte er den Tiger mit nur einem einzigen Hieb nieder. Da merkte er, dass er Eins geworden war mit seinem Schwert. Als Schwertmeister stieg er vom Berg hinab.
  • Die Legende von dem Samurai und dem alten Meister vom ChuanMenSchan

     

    Die Geschichte eines Samurai, der auszog, den Schwertkampf zu lernen.

Die Bürde der Magier


 
„Bitte, nur noch eine Geschichte. Danach schlafe ich sofort ein, versprochen.“
„Vater hat dir doch bereits die Sage vom unsterblichen Wolf, erzählt.“
„Aber die kenne ich doch schon. Ich will eine neue Geschichte hören. Eine, die ihr noch nie erzählt habt. Bitte!“
Die Mutter seufzte, strich ihrem Sohn über die dichten, schwarzen Haare – und gab nach. So, wie sie es immer tat. Er konnte sie jederzeit um den kleinen Finger wickeln. Was ihm leider auch sehr bewusst war.
„Na fein. Aber nur eine ganz kurze Geschichte, die mir meine Mutter erzählt hat, als ich in deinem Alter gewesen bin. Aber versprich mir hoch und heilig, dass du danach brav bist und die Augen zumachst.“
Der Kleine nickte eifrig. „Ich schwöre bei Vana, dass ich ganz lieb sein werde.“
„Gut. Dann will ich von dem Glück berichten, welches den Herren und Damen in den Gilden der Magier niemals vergönnt sein wird.“ Der Junge kuschelte sich erwartungsfroh in seine Decken. Seine Mutter setzte sich derweil zu ihm aufs Bett, strich ihm ab und an über die Haare und sprach mit ruhiger Stimme.
„In grauer Vorzeit hat es viel mehr Magier gegeben als heutzutage. Sie waren überall, regierten sogar die Geschicke der einzelnen Reiche.“
„Wirklich? Warum machen sie das heute nicht mehr?“
„Wenn du mir zuhörst, wirst du es erfahren“, versetzte die Mutter nachsichtig lächelnd. „Also, damals regierten also die Magier, so, wie es heute die Lairds und der König tun. Aber so viel Macht ist den Magiern zu Kopf gestiegen, sie wollten immer mehr und mehr. So kam es zu Kriegen. Aber anstelle mit Schwertern, wurde mit Magie gekämpft. Das hatte schreckliche Auswirkungen auf alle Menschen. Am Ende sogar auf die Magier selbst, weswegen nur die Wenigsten überlebt haben. Die Götter selbst haben sie für ihre Machtgier bestraft. Und dafür, dass sie die Magie genutzt haben, um das Land derart zu verwüsten, wie sie es getan haben. Sogar mit Dämonen“, Mutter und Sohn vollführten simultan das Zeichen gegen das Böse, „sollen jene Magier paktiert haben. Kein Wunder also, dass ihr Untergang vorherbestimmt war.“
„Darum haben sie heute nicht mehr das Sagen“, schloss der Knabe. Er war stolz darauf, verstanden zu haben.
„So ist es. Diejenigen, die überlebt hatten, wurden streng von den Priestern und anderen Götterdienern kontrolliert. Nie wieder sollten solch schreckliche Ereignisse geschehen. Über die Zeit wurden darum auch die Magiergilden gegründet. Dort durften Magier ihrer Zauberkraft nachgehen, mussten sich aber wichtigen Regeln unterwerfen. In etwa so, wie wir uns an die Gesetze zu halten haben. Immer, wenn ein Magier gegen diese Regeln verstoßen hat, wurde er dafür zur Verantwortung gezogen. Die Götter wollen keinen Missbrauch von Magie, daher waren die Strafen manchmal sehr streng.“
„Durfte man das? Ich meine … sind Magier nicht Edelleute?“
„Damit kenne ich mich nicht so genau aus, aber ja, sie haben sicherlich einen sehr hohen Status. Selbst nach allem, was sie angerichtet haben. Aber die Priester haben geschworen, finstere Machenschaften zu verfolgen und die Übeltäter zu bestrafen. Egal, wie hoch diejenigen auch gestellt sein mögen. Die Magier kennen den Preis, den sie für ihre Macht zahlen müssen. Und soweit ich weiß, zahlen sie ihn gern. Schließlich sind nicht alle von ihnen böse. Die Meisten wollen – laut meiner Mutter – einfach nur lernen. Wissen anhäufen. Und vielleicht auch mit ihrer Magie den Menschen helfen.“
„Ach so. Ich hatte schon Angst, dass sie alle etwas Schlimmes vorhaben“, nuschelte der Junge, der bereits schwere Augen bekam.
„Ich denke nicht, dass viele von ihnen auch nur daran denken, irgendwem zu schaden. Aber wissen kann man das nie. Vielleicht wirkt sich Magie irgendwie auf den Kopf aus. So, dass man irgendwann die Kontrolle verliert“, sinnierte die Mutter nachdenklich. „Aber wie auch immer, es gibt genug Menschen, die ein Auge darauf haben. Wir müssen uns also nicht fürchten.“
Ihr Sohn gähnte mit weit aufgerissenem Mund. Dann fragte er blinzelnd. „Und welches Glück können sie nicht haben? Das wolltest du doch erzählen.“ Er wollte die ganze Geschichte hören, auch wenn er kaum noch die Augen aufhalten konnte.
„Gut aufgepasst, mein kleiner Spatz. Du verstehst nun, warum man auf Magier aufpassen muss und weshalb für sie etwas andere Regeln gelten. Zusatzregeln, sozusagen. Und von einer dieser Regeln will ich dir erzählen. Als meine Mutter mir das erste Mal davon berichtet hat, konnte ich es nicht glauben. Nun … vielleicht hat sie etwas falsch verstanden, oder die Regel gab es früher einmal, nun aber nicht mehr. Bilde dir dein eigenes Urteil darüber.“
Brav nickte der Knabe, gähnte erneut.
„Es heißt, dass die Magier, wenn sie einmal ihrer Berufung nachgehen, keine Kinder haben dürfen. Meine Mutter hat dies von einer Magd erfahren, die regelmäßig die Flure in der Gilde der Lichtsucher gefegt hat. Diese Magd hat ein Gespräch mitbekommen, in dem es darum gegangen ist, einem Magier seinen Sohn zu nehmen. Als ich dies hörte, habe ich darüber nachgedacht, wie viele Kinder in solchen Gilden sind. Und mir ist aufgefallen, dass es dort keine Kinder gibt. Keine kleinen Kinder zumindest. Außerdem habe ich noch nie gehört, dass ein Magier Nachkommen hatte. Sie scheinen alle eher zurückgezogen zu leben, die meisten haben nicht einmal Ehefrauen oder Ehemänner. Wie nun dieser spezielle Magier zu seinem Sohn gekommen ist, kann ich nicht sagen. Leider wusste meine Mutter auch nicht, was damals aus diesem Kind geworden ist. Sie ist aber sicher, dass die Magd nicht gelogen hat – denn bei der Erinnerung an das Gehörte, ist sie sehr blass geworden.“
Die Mutter sah auf ihren eigenen Jungen hinab, der endlich eingeschlafen war. Trotz der eher schauderhaften Wendung ihrer Geschichte. Vermutlich hatte er den Schluss schon gar nicht mehr richtig mitbekommen. Oder, wie sie selbst damals, nicht wirklich verstanden.
Sie dankte den Göttern inniglich dafür, dass ihr Mann ein einfacher Schreiner war. Zärtlich drückte sie ihrem Sohn einen Kuss auf die Stirn, vergewisserte sich, dass er es bequem und warm hatte, und verließ auf leisen Sohlen sein Zimmer.
In Gedanken an diejenigen, die dieses Glück niemals würden kennen lernen, blickte sie nach oben und dankte Vana. Gleich morgen früh, so nahm sie sich vor, würde sie auf dem Markt ein paar schöne Blumen kaufen und sie Vana als Opfer darbringen. Und als Dank für den größten Segen in ihrem Leben: ihren Sohn.
Was bedeutet das, wenn die Völker des Nordens vom Derwyddon Lleuad, dem Druidenmond reden? Nun, zunächst einmal ist es nur das Zusammentreffen von Nordlichtern und Vollmond. So beeindruckend ein grüner, blauer oder auch roter Mond auch ist, dies allein wäre nicht wichtig für uns. Alle paar Jahre aber treten Nordlichter verstärkt auf, manchmal können sie sogar vom Pengannion aus bewundert werden. Der Druidenmond soll Druiden eine besondere Macht verleihen und Zusammenkünfte eines Zirkel erfolgreicher machen. Meine werte Halbschwester habe ich mal dazu bei einem unserer seltenen Treffen befragt, ob die Elfen auch so etwas kennen; sie hat mir leider die Antwort verweigert.
Wenn Du mit dem Hochkönig etwas aushandeln möchtest, dann versuche rechtzeitig den Zeitpunkt des nächsten Druidenmonds herauszufinden und schicke einen Unterhändler zu den Druiden.
 
Aus einem Brief von Laird Angus an König Beren, abgefangen bei einem Überfall auf den reitenden Boten etwa einen halben Tagesritt von Harkfast entfernt.
 
 
... Schenk mir noch ein etwas Pfirsichbowle ein, dann erzähle ich euch weiter über meinen letzten Besuch in Sconehenge. Bis wohin hatte ich erzählt? Ach ja, ich hatte erzählt wie ich den Knick gepflegt habe und ein paar aufmüpfige Maulwürfe verscheuchen konnte. Dann war Zeit für eine kleine Erfrischung! Ich hatte mich gerade unter die Weide etwa 300 Schritte nördlich des Gugenor gesetzt und die Schüssel mit dem Brombeerenmus und ein paar Cracker ausgepackt, da kam plötzlich ein Mensch aus der Weide, mitten aus dem Stamm! Nein, ich hatte noch kein Schnäpschen, oder maximal zwei...
Er war auch sehr erstaunt und ich fand als erster die Sprache wieder. Wer bist Du? Wo kommst Du her? Und wie hast Du das gemacht? Er guckte mich an, als ob er noch nie einen Halbling gesehen hätte. Ich bot ihm einen Cracker und etwas von meinem Pflaumentee an, als er in einem holprigen Albisch antwortete, er komme aus dem Norden und hätte sich verlaufen. Er wollte mir vormachen, er sei hier her gelaufen. Empört erwiderte ich, dass ich seinen Schritt aus dem Baum sehr genau gesehen hätte, schließlich haben wir Hobrestains ja alle gute Augen! Schließlich rückte er damit raus, dass eigentlich im Bro Bedwin reisen wollte. Ich sage euch, die spinnen, die Druiden!
 
Aus einer von Gyngolin Hobrestains, einem bekannten Aufschneider, Lieblingsgeschichten
 
 
Liam, geh morgen und bring die Holzkohle ins Dorf. Ich will nicht, dass du heute Nacht draußen bist. Die Druiden werden sich wieder treffen. Du weißt doch was deinem Großvater passiert ist! Er wollte das Licht in einer Vollmondnacht nutzen und ein Reh fangen, nachdem es von den Wölfen aufgescheucht wurde. Er war morgens nicht wieder zurück und ich machte mich auf die Suche. Keine halbe Stunde von unserer Hütte entfernt habe ich ihn gefunden, mit sauber durchtrennter Kehle gebettet auf Moos direkt neben dem grauen Menhir neben der Eiche. Auf seinem Bauch stand ein Körbchen mit Misteln und anderen Heilkräutern. Daneben lag ein erlegtes Reh, nicht einmal die Raben haben es gewagt davon zu fressen. Olwydd hat bei seiner Jagd etwas gesehen was er nicht sehen durfte...
Und alles was mir blieb waren deine Mutter und deine beiden Onkel. Immerhin reichten die Gaben der Druiden damit ihr nicht hungern musstet. Damals habe ich es nicht verstanden, aber Baeddan, unser damaliger Druide hier, hatte recht. Es war nötig das Geheimnis zu bewahren, aber der Preis war hoch. Deshalb flehe ich dich an, gehe heute nicht in den Wald, die Nordlichter sind stark...
 
Ermahnungen von Maud an ihren Enkel Liam, einem Köhler in Clanngadarn.
 
 
Neben diesen und anderen Geschichten kann man auch eine Hausregel einbauen: In einer Vollmondnacht mit Nordlichtern erhalten Druiden WM+1 auf den EW:Zaubern und reisen bei Linienwanderung doppelt so schnell wie normal. Ein Überschreiten der in der Spruchbeschreibung genannten 120 km ist aber gefährlich. Mit 50% Wahrscheinlichkeit fällt er in bis zu 120 km Entfernung vom geplanten Zielort aus einer Linie heraus.
Druiden bewachen das Wissen um die Treffen im Druidenmond sehr eifersüchtig und scheuen nicht die Beseitigung von Zeugen.
  • Ich habe das Thema des Monats mal wörtlich genommen und mir etwas zum Wort Druidenmond überlegt. Inspiration war der durch ein paar dünne Wolken sichtbare Vollmond...

Die Weltensäule - Beitrag zum Thema des Monates März 2016 "Druidenmond"
 
 
In der „Taverne des Erzählwettstreites“ im Halfdal macht sich heute ein Druide bereit über seine Erlebnisse zu erzählen.
 
 
 
Werte Halblinge!
 
Schon immer waren die Berge die Verbindungen zwischen Himmel und Erde. Einige sahen in ihnen die Säulen welche das Firmament tragen. Sieht man die höchsten Berge Midgards so kann man diesen Gedankengang auch sehr gut Nachvollziehen. Und auch die Priester und die Gläubigen setzen ihre Götter gerne auf die Berge ihres Landes.
 
Schwer zu erreichen sind die Spitzen der höchsten Berge allemal, selbst jene welche in Tiergestalt die Höhenmeter einfach überwinden werden die Tücken der Höhe leicht unterschätzen.
 
So erhebt sich ein Berg, von den Menschen und Halbmenschen der umliegenden Ländereien mit vielfältigen Namen bedacht, inmitten eines massives an hohen Bergen. Es ist der höchste, der Erhabenste doch der Name der Druiden für ihn ist "die Weltensäule". Nur selten geben die Wolken den Blick auf die Eis überzogene Spitze ab und doch ist dies eines der "höchsten" Heiligtümer der Druiden Vesternesses.
 
Es mag fast wahnsinnig erscheinen ohne die Möglichkeiten eines erfahrenen Druiden sich auf den Weg zur Spitze zu begeben. Erklimmt man die ersten Meter noch recht einfach, stellen die Dichten Wälder am Fuße doch schon bald ein Hindernis dar. Dies verleitet einem dazu auf den wenigen Schneisen im Wald zu gehen wo Lawinen die Bäume beseitigt haben. Doch wo einmal eine Lawine abgegangen ist, kann auch leicht eine zweite folgen. Schnell ist der Wanderer verschüttet und harrt eines Eisigen Todes.
 
Bald schon tritt der Wald zurück und nur noch kümmerliche Vegetation verbleibt. Auf diesen Stellen kommt man anfangs wieder schneller voran. Doch bald wird es steiler und steiniger und schon trifft man auf die ersten Schneefelder. Die Tiere hier scheinen schon darüber zu wachen das einsame Wanderer oder auch größere Gruppen vom weiteren Aufstieg abgehalten werden. Ein vereinzelter Knochen oder gar ein ganzer Schädel zeigt was dem Wanderer hier blühen kann. Nur die Trittsicheren Gämsen sieht man hier noch an größerem Wild. Von dem Raubtieren sieht man meist erst dann etwas wenn es zu späht ist. Bären, Wölfe und Großkatzen verbergen sich im Wald und auf den noch begrünten Hängen der Berge. Und über all dem kreisen Raubvögel und Aasgeier.
 
Nicht viele der Druiden haben sich jemals auf diesen Weg gemacht und nur wenige haben es geschafft. Die Niederlage den Weg nach oben nicht bezwungen zu haben ist meist kein Makel in der Historie. Nicht einmal der Erzdruide muss diesen Berg bezwungen haben. Es gibt sogar die Erzählungen das welche kurz vor dem erreichen des Gipfels umgekehrt sind. So übermächtig drückt die Erhabenheit des Berges auf das Gemüt der Wanderer.
 
Wie so oft erfuhren auch die Seemeister, bei ihren Zügen durch Vesternesse, von dem unbezwingbaren Berg und dachten sich wie leicht es wohl sei in Tiergestalt den Berg hochzufliegen. Man sagt den Druiden oft nach humorlose Gesellen zu sein. Doch wann immer die Geschichte auf den "Sturm der Seemeister auf den Gipfel der Weltensäule" ins Gespräch kommt hört man schallendes Gelächter in den Steinkreisen Vesternesses. Da gibt es die Geschichte vom gerupften Seemeister, der als Vogel hochflog und vom Sturm so zerzaust war das er so viele Federn verlor das er abstürzte. Oder die Geschichte von dem Wyvern und der "plötzlich auftauchenden Wand" die für den Seemeister in Wyverngestallt recht tödlich ausging. Tatsächlich haben die Druiden einen der bekannten Aufstiegswege "Seemeisters Ruh" genannt. Die Winde um den Berg sind tückisch, schnell zieht Nebel auf und ebenso schnell der Berg. Die Druiden wissen um die Windelementare an diesem Ort und ziehen es deswegen vor es meistens nicht als Vogel den Berg zu versuchen.
 
Doch was erwartet den wagemutigen, oder wahnsinnigen? Der es schafft den Gipfel zu erklimmen?
 
Etwa nur es "geschafft" zu haben? Den Sieg über die Natur und den Berg? Oder ist da noch etwas anderes? Ein großes Geheimnis der Druiden?
 
Das mit dem Geheimnis und der großen macht welche die Druiden dort verbargen ist ein Gerücht das sich sehr hartnäckig hält. Zumindest aus der zeit der Seemeister.
 
Ich war dort, ich stand mit meinen eigenen Füßen auf dem Gipfel.
 
Ich war auf vielen Bergen, es ist immer etwas besonderes dort zu stehen und nach unten zu schauen, auf den Weg den man ging, auf die Welt in der man Lebt. Man fühlt sich einerseits erschöpft, ermüdet und zum Teil schon dem Tode nah. Doch schlägt auch ein gewisses Hochgefühl in der Brust. Wer es nicht kennt dem kann ich es nicht beschreiben.
 
Doch auf diesem Gipfel ist es - intensiver.
 
Die meisten Gipfel auf denen ich war sind einfache Spitzen aus Stein, hier und da etwas Eis oder Schnee. Vielleicht ein einfaches Gipfelzeichen wie eine Stange, ein paar aufgeschichtete Steine oder ein Kreuz.
 
Ja ich denke ihr wollt alle wissen was dort oben ist. Gold? Schätze? Macht?
 
Nein, was ich dort sah war eher der Tod.
 
In der Grenze zwischen Himmel und Erde erklomm ich den letzten Meter und mein Blick viel auf ein freies Plateau, fast drei dutzend Mannslängen im Durchmesser. In der Mitte darin eine Senke die in den Berg führte. Das Plateau war frei von Steinen, es sah fast glatt geschmirgelt aus und leuchtete in der Sonne. Nur an einer Stelle erhob sich ein einzelner Stein.
 
Nicht so ein großer Menhir wie man ihn aus den Steinkreisen in den Wäldern Albas sehen kann. Nein, eher filigran zu diesen Steinen. Er schien zu dem Berg zu gehören und nicht etwa von Menschenhand dorthin bewegt. Doch ein einzelnes Loch direkt an der Spitze zeigte mir als erstes das ich wohl nicht der erste gewesen war. Ich zog mich ganz nach oben und ging in die Mitte.
 
Was ich über den Tod gesagt hatte war mehr als nur eine Rede.
 
In der Senke saßen ein Dutzend eingefrorener Leichen einträchtig nebeneinander. Sie hatten keine Wertsachen bei sich, sie hatten nicht einmal viel Kleidung an. Hier und da konnte ich kleine Druidische Symbole erkennen, oder Federn von Vögeln. Halsketten aus den klauen von Tieren, und doch trugen die meisten nur einfache Gewänder aus Leinen.
 
Wer waren diese Leute?
 
Nun, ich schaute hinaus in die Welt, auf ein Meer aus Wolken das unter mir lag. Es ist wie in einer anderen Welt. Die Winde zerrten beim Aufstieg immer wieder an mir, doch die Spitze war Windstill. Ich glaube das ich dort jedes Geräusch hätte hören können das in meiner nähe erschallt. Doch ich war die einzige Quelle für Laute dort.
 
Die Nacht senkte sich herab und der Mond stieg auf. Bald schon stand der Mond hinter der Säule und so leuchtete er auf einen Platz in der Senke. Nun wusste ich warum ich hergekommen war und nahm meinen Platz zwischen den Anwesenden ein.
 
Urplötzlich wurde mir Warm ums Herz nicht etwa durch das Licht des Mondes, sondern vom Stein des Berges aus. Die Anwesenden wandten sich mir zu und begrüßten mich und doch sagten sie mir das meine Zeit noch nicht gekommen sei in ihren erlauchten Kreis einzutreten. Wenige schafften den Aufstieg auf den Berg und noch weniger waren bereit auszuharren bis der Mond einem den Weg weist.
 
So, ich nehme an ihr wollt nun wissen was die Alten mir erzählten?
 
Nun einige Geheimnisse müssen die Druiden auch behalten, oder was meint ihr?
 
Nur vielleicht so viel, sie warten mich vor Entscheidungen die ich noch zu treffen habe, sie gaben mir Anweisungen die ich ausführen sollte und sie luden mich ein, wenn sich mein Leben dem Ende neigt, sie wieder aufzusuchen und meine Lebensweisheit mit ihnen zu teilen.
 
Denn das ist der eigentliche Schatz am Gipfel der Säule: Weisheit.
 
 
 
 
ps: Auch wenn "die Weltensäule" auch bei WOW (Cataclysm) auftritt hat sie nichts mit dieser Sache zu tun - ausser das ich den Namen hier recycelt habe.
Gast
Gast
Eine kleine Küchenmusik
 
Zauberlied der Stufe 1
Stimme oder Küchengerät
 
Verändern Luft Luft
 
AP-Verbrauch: 0
Zauberdauer: 10 min
Reichweite: -
Wirkungsziel: Geist
Wirkungsbereich: 30 m Umkreis
Wirkungsdauer: Eine Mahlzeit
 
Wird eine kleine Küchenmusik während der Zubereitung gesungen bzw. gespielt, so gelingt sie besser. Dabei ist es unerheblich, ob der Barde selber kocht oder der Koch der Musik lauscht. Dabei spielt der Kulturkreis eine Rolle (vgl. das Lied der Tapferkeit). Stammen Koch oder Barde nicht aus demselben Kulturkreis wie das Gericht, so müssen sie einen EW:Landeskunde schaffen. Die zubereiteten Speisen werden nicht wirklich besser oder anders, aber die Esser empfinden es "wie bei Muttern" mit besonderer Liebe gekocht. Auch ein einfaches Gericht schmeckt weniger langweilig.
Für dieses Lied braucht der Barde kein Zauberinstrument, da die Wirkung eher psychologisch als magisch ist. Einige Köche unterstützen ihre Kochkunst in vergleichbarer Art und Weise mit Musik, allerdings ist deren Wirkung fest auf den eigenen Kulturkreis und entsprechende Gerichte beschränkt.
 
Beispiel: Rosali spielt eine kleine Küchenmusik Jorgos, einem Koch aus Palabrion, vor, der sich an einem lidralischen Gericht versucht. Damit die Musik ihre Wirkung entfalten kann, müssen also sowohl Rosali wie auch Jorgos ihren EW: Landeskunde Küstenstaaten schaffen. Hört aber Cedrik (Albai) die Musik während das Porridge köchelt, dann reicht der gelungene EW:Zaubern, Halblinge kennen die albische Küche leider sehr genau.
 
Wird mit der Fertigkeit Kochen gespielt, so gibt das Zauberlied WM+2 auf den EW.
 
Vielen Dank an Vamp-Duck für die Inspiration. Möge ihre Rosali vielen das Essen leckerer machen.
  • Rosali Gänseblümchen, eine umtriebige Halblingsdame, hat sich um folgende Musik besonders bemüht, aber auch andere Barden mit einem ausgeprägten Hang zur Kochkunst werden ähnliches kennen.

Sankta Sigurd vom Turm, Schutzpatronin der Monster, Missgeburten und auf See Verschollenen
Die Schwesternschaft um Sigurd stammt ursprünglich aus Urruti und war einem eher liberalem Zweig Telipinus untergeordnet. Mittlerweile haben sich auch einige Türme i Rawindra offen zusammengefunden. Unklar, wo sie sich im Untergrund organisiert haben. Ihr Wirkungsfeld sind die See und die Hafenstädte aller Ozeane.
(Ursprunglich stammen Sigurd und ihre Schwestern aus Oshra und diese haben sich bis nach Mangarom, Nogroshamur und Barradagh verbreitet, aber das ist ganz woanders. Noch ursprunglicher stammen sie aus den Orphan tales, was noch woanderers ist.)
Sankta Sigurd selbst gilt derzeit als verschollen und ihr rotes, lebendes Schiff wurde schon lange nicht mehr gesichtet (weswegen pragmatischerweise die auf See Verschollenen auch ihrem Hoheitsgebiet zugeordnet wurden).
Sankta Sigurd selbst ist ein Monster, eine Missgeburt. Sie wurde mit drei Brüsten geboren und als Heranwachsende von ihren Eltern versteckt und bandagiert um diese Entstellung so heimlich wie möglich zu halten. Doch in kleinen Städten und Dörfern ist kaum ein Geheimnis lange gewahrt. So war das Leben der jungen Sigurd eine qualvolle Sache und nur ungern verließ sie das Hausboot der Familie.
Eines Nachts ertönte Alarm von den Kaimauern. Sigurds Familie und die Nachbarn nahmen kaum Notiz davon; Piraten plündern Lagerhäuser und Handelsschiffe, die Flosshütten und Hausboote der Slums haben nichts von Wert. Dachten sie. Diese Piraten jedoch schienen ausschließlich ein außergewöhnliches Ziel gehabt zu haben und verschleppten die junge Sigurd. Sehr zur Erleichterung ihrer Eltern. Und noch mehr zur Erleichterung von Sigurd selbst.
Die Piraten waren ein furchtbarer Haufen; verwunschene Prinzessinnen, bärtige Damen, Besessene, ausgestoßene Harpyen usw, und die üblichen Missgeburten und Verdammten, die von ihren Familien so versteckt wie möglich gehalten werden. Befehligt wurde diese Crew von einer Fuchsgeistin, Tji-Hi.
Sigurd gewann mit der Zeit das Vertrauen der Füchsin, und als dieser die Pirateri zu langweilig wurde, und sie weiterzog überliess sie das Schiff und die Crew und ihren Kapitänshut Sigurd.
Sigurd änderte eigentlich nicht viel an der Piraterie der Roten Nuss, sie kehrte nur Ursache und Wirkung um. Tji-Hi hatte ihre „furchtbare“ Crew gewählt um sich deren Loyalität in den Raubzügen zu sichern, alle aus der Crew hatten es schlimmer woanders und gaben ihr Bestes; Unter Sigurd wurde Ziel der Raubzüge, neue Crewmitglieder zu finden und die Suche nach ihnen zu finanzieren.
Doch auch auf einem so mystischen Schiff wie der Roten Nuss ist nicht Platz für unbegrenzt viele und einige Crewmitglieder wollten wieder sesshaft werden. So wurden nach und nach die Türme der Sigurd gegründet; in Hafenstädten in denen die Herrschenden zu viel mit Macht und Handel zu tun hatten, als dass sie Notiz davon nehmen würden, wenn im Gewimmel der Häfen sich mal wieder eine neue seltsame Sekte etabliert.
Alle Schwestern der Sigurd legen beim Eintritt in den Orden ihren Namen ab und heißen ab da an „Sigurd“. Ebenso schneiden sie beim Eintritt ihr Haar ab, und die meisten bleiben dabei, ihr Haar kurz oder gar rasiert zu lassen, da es einfach praktischer ist. Dem Eintritt in den Orden folgt ein fünfjähriges Noviziat, während dessen der Kontakt zur Umwelt äußerst eingeschränkt ist; im ersten Jahr ist jeder Kontakt außerhalb des Turmes verboten. Womit die Zeit gefüllt wird, was die Sigurds lernen ist Außenstehenden unbekannt, jedoch wird das Noviziat damit abgeschlossen, dass die neue Sigurd ein Boot oder Schiff baut und das sechste Jahr ihrer Schwesternschaft auf See verbringt ohne dabei je Land zu betreten. Für das siebte Jahr kehrt sie in einen Turm zurück und hilft bei der Ausbildung neuer Schwestern. Danach ist sie eine weise Sigurd und kann tun und lassen was sie will.
  • Sankta Sigurd vom Turm, Schutzpatronin der Monster, Missgeburten und auf See Verschollenen

Geoffrey, Mönch aus Gilstonburgh
 
Vor fast 400 Jahren wurde zwischen Glenachtor und Adhelstan in der Nähe des (fiktiven) Dorfes Gilstonburgh eine Abtei zu Ehren Ylathors errichtet. Einer der ersten Mönche, die nach der Fertigstellung dort lebten, war Geoffrey. Über seine Herkunft ist nicht mehr bekannt, als dass er aus der Gegend stammte und sich im Skriptorium der Abtei als Kopist verdingte. Am Ljosdag vor Ylathorstid, so heißt es, empfing der Schreiber eine Vision von den Göttern und machte sich daraufhin sofort auf den Weg nach Norden. Ungeachtet der winterlichen Kälte und Entbehrungen zog Geoffrey bis in die Ausläufer des Pengannion. Etwa zehn Kilometer westlich des Wearran-Passes, rund 100 Kilometer von Norwardstor entfernt, beendete der Mönch seine Reise schließlich bei einer Quelle. Dort begann er, einen Schrein zu Ehren Xans zu errichten.
 
Der Legende nach ebnete Geoffrey den Untergrund für sein Bauwerk ganz allein, schleppte jeden einzelnen Stein aus den Bergen zur Quelle und behaute ihn ebenso eigenhändig. Als der Schrein errichtet war und nur noch ein Dach fehlte, soll Geoffrey beschlossen haben, einen ganzen Tempel um den Schrein herum zu errichten.
 
Das Bauwerk, das heute unter dem Namen St. Geoffrey’s Fane bekannt ist, besteht aus einem 20 mal 10 Meter messenden Raum mit 4 Meter Deckenhöhe, dessen Zugang – ein hoher Rundbogen – in der Mitte der langen Seite liegt. Über der Mitte des Tempels, exakt über dem zuerst errichteten Schrein, erhebt sich ein etwa 4 Meter hoher Turm, dessen Wände aus ursprünglich offenen Rundbögen bestehen, durch die das Sonnenlicht in den Innenraum fallen kann.
 
Als alter Mann, so heißt es, hätte Geoffrey schließlich die Innenwände des Tempels noch mit göttlichen Symbolen und Gebeten verziert. Er starb jedoch, bevor er diese Arbeit beenden konnte.
 
 
Der Sonnenorden
 
Es war ein ehemaliger Mitbruder Geoffreys, der es mittlerweile zum Abt von Gilstonburgh gebracht hatte, der im Traum vom Tode Geoffreys erfuhr und von den Göttern angewiesen wurde, für dessen Bestattung zu sorgen. Der greise Abt entsandte fünf junge, kräftige Brüder nach Norden, um den Auftrag der Götter zu erfüllen. Als die Abordnung in Geoffreys Tempel eintraf, fand sie seinen Leichnam im Schrein vor – ausgetreckt auf dem Boden zwischen bereits eingetrockneten Farben und Pinseln, mit einem friedlichen Lächeln im Gesicht. Der Körper wies der Sage nach keinerlei Verwesungsspuren auf und verfiel auch später nicht. Die Männer bestatteten Geoffrey schließlich in einem steinernen Sarg in dem noch unfertigen Schrein. Sie blieben, um den ungewöhnlichen Leichnam und den Tempel zu bewachen.
 
Die Abtei von Gilstonburgh bemühte sich fast 30 Jahre lang um die Heiligsprechung Geoffreys, die sich wahrscheinlich wegen der Abgeschiedenheit des so wundersam entstandenen Tempels schwierig gestaltete. In dieser Zeit unterhielten allein die Zuwendungen der Abtei und die Hingabe der „Wächter“ vor Ort das abgelegene St. Geoffrey’s Fane.
 
Die raue, gefahrvolle Bergwelt zwang die Mönche dabei nach und nach, ihre Lebensweise zu verändern, bis sie schließlich mehr Kriegern als Kirchenmännern glichen. Nach und nach entwickelte sich die Gemeinschaft zu einer Art Ritterorden.
 
Als Geoffrey im Jahre 2099 n.L. schließlich doch noch heiliggesprochen wurde, wurde dem weit abgelegenen Tempel endlich mehr Aufmerksamkeit zuteil. Pilger nahmen die beschwerliche Reise auf sich, um Geoffreys Werk zu bewundern und an seinem Sarg zu beten. Die mönchischen "Krieger" schlossen sich endgültig dem Sonnenorden an, der einige Ritter zu ihrer Unterstützung sandte und den Bau eines kleinen Ordenshauses, der St. Geoffrey’s Commandery, finanzierte.
 
 
St. Geoffrey’s Fane & Commandery heute
 
Nach der Heiligsprechung Geoffreys vervielfachte sich die Menge der Personen, die vor Ort sesshaft wurden. Heute ist St. Geoffrey zu einer Burg gewachsen, deren Mauer das Ordenshaus, den Tempel, Stallungen, Übungsplätze und ein Gästehaus umfasst.
 
Um die Burg herum sind einige Bauern angesiedelt. Im Falle eines Angriffs können sie in der Burg unterkommen. Aufgrund des rauen Klimas und des kargen Bodens sind Landwirtschaft und Viehzucht kein leichtes Geschäft. Lediglich das genügsame, kleinwüchsige Pengannion-Schaf gedeiht hier prächtig, und so sind die Hänge und Täler um St. Geoffreys mit hunderten weiß-grauer Punkte gesprenkelt.
 
Auf der Burg finden täglich Waffen - und Konditionstraining statt, außerdem Lesungen und Gottesdienste. St. Geoffrey's ist einer der wenigen Orte, an dem die eigens für Ylathorpriester entwickelte waffenlose Kampftechnik bis zur Perfektion gelehrt wird. Meistens ist wenigstens eines der Gästezimmer der Burg von einem Kampfschüler aus den Reihen der Ylathorpriester belegt. Ansonsten beherbergt das Gästehaus vorwiegend Pilger.
 
Aus Verbundenheit mit Gilstonburgh entsendet der Orden regelmäßig Krieger in die Abtei, wo sie für ein Jahr oder länger als Tempelwache dienen, Mönche und Priester im waffenlosen Kampf unterweisen und gleichzeitig die Möglichkeit haben, ihre geistigen Fähigkeiten zu schulen und sich weiterzubilden.
 
Geoffreys Tempel musste über die Jahrhunderte immer wieder repariert und nachgebessert werden. Trotz diverser baulichen Schwächen gilt er als Wunderwerk eines einzelnen Mannes. Die Historiker schütteln darüber den Kopf: Ihrer Meinung nach ist der Tempel das Ergebnis vieler Hände Arbeit. Da die Kirgh eine wissenschaftliche Untersuchung der Gebäude aber verweigert, wird darüber wohl niemals Klarheit herrschen.
 
Die nicht ganz lotrechten Wände des Tempels wurden im Laufe der Zeit abgestützt und das Dachgebälk weitestgehend erneuert. Die offenen Bögen im Turm wurden mit großen Bleiglasfenstern geschlossen, die zwar die Lichtausbeute, aber auch die Wasserschäden reduzieren. Die verblichenen Gebetszeilen und Malereien an den Wänden wurden so oft, so farbenfroh und wohlwollend restauriert, dass die Gelehrten davon ausgehen, dass sie kaum noch etwas mit Geoffreys ursprünglicher Kunst zu tun haben. Der Tempel wurde nach dem Bau des Ordenshauses mit reich beschnitzten, hölzernen Gebetsbänken aus der Fraterie der Abtei von Gilstonburgh bestückt.
 
 
Der heilige Geoffrey heute
 
Geoffrey wird als Schutzheiliger der Bauleute, aber auch als Schutzheiliger derer angebetet, die im Zeichen der Hingabe an die Götter große Leistungen vollbringen wollen. Er wird für seine Bescheidenheit und seine Beharrlichkeit verehrt. In einigen Regionen wir der Ljosdag im Rabenmond von Steinmetzen als „Geoffreystid“ begangen, an dem die Lehrjungen ledig gesprochen (als Gesellen in die Bruderschaft aufgenommen) werden.
 
Neben Geoffreys Gebeinen werden auch seine abgenutzten Werkzeuge (zwei Meißel, ein Hammer und eine Schieblehre) und seine Mönchkutte als Reliquien in St. Geoffrey’s Fane aufbewahrt. Beides wird von Zeit zu Zeit ausgestellt. Es gilt als glücksbringend, die Werkzeuge zu berühren oder zu küssen – sie sollen einem Handwerker besonderes Geschick verleihen.
 
Der ursprünglich einfache Steinsarkophag wurde durch einen prächtigen Sarg aus coruischem Marmor ersetzt, dessen Deckel das aus dem Stein gehauene Bildnis Geoffreys und ein eingemeißeltes Gebet* ziert, das angeblich aus seiner Feder stammen soll:
 
„Lehre mich, Ylathor, die Zeit zu nutzen, die du mir gibst.
Lass etwas von deiner Erhabenheit, Dwyllan, aus meinen Händen in mein Werk fließen.
Lass mich nie vergessen, Vana, dass alle Arbeit leer ist, die nicht mit Liebe geschieht.
Erinnere mich, Irindar, dass die Müdigkeit meiner Arme dein Preis ist.
Richte über mich, Xan, wenn meine Werke eitel sind.
Die Zeit, Gutes zu Ehren der Götter zu tun, ist jetzt.“
 
 
*Abgewandelt von dem „Gebet eines Handwerkers“, gefunden auf www.handwerkerzunft.com
  • Für den Hintergund meiner Ylatheuse habe ich vor längerer Zeit eine Abtei und ein mit der Abtei verbundenes Ordenshaus der de Soels erfunden und ausgearbeitet. Für das Thema dieses Monats ("Heilige") habe ich einen Teil der Ausarbeitungen nochmal rausgekramt und überarbeitet, um ihn Euch zur Verfügung zu stellen. Ich hoffe, es gefällt Euch!

Der folgende Beitrag wurde anlässlich des 5jährigen Jubiläums des Freiburger Midgard-Treffens 2012(oder13?) und dem damit einhergehenden Wettbewerbs verfasst und auch eingeschickt. Für genauer Informationen folge diesem Link: http://www.midgard-forum.de/forum/index.php?showtopic=24054
 
Ich entschuldige mich an dieser Stelle auch in aller Form für die mehr als lange Überarbeitungsdauer.
 
Das folgende, im pdf-Format zur Verfügung gestellte Kurzabenteuer, wurde damals noch auf M4 erstellt und wurde auch dabei belassen. Die Handlung spielt in einem einsam gelegenen Flecken Albas und ist für Abenteurer mit einem Gesamtgrad von etwa 5 geeignet.
Er umfasst aktuell drei DIN A4-Seiten und enthält...
alle Krit-Tabellen alle Rüstungs-Vor- und Nachteile alle Auswirkungen von LP-Verlusten alle Abwehrwaffen Sturzschaden Handgemenge-Regeln Boni und Mali im Nahkampf Fertigkeiten und Gegen-Fertigkeiten für Widerstandwürfe Beidhändiger-Kampf-Regeln Fechten-Regeln Monatsnamen Anmerkung:
Speziell beim kritischen Schaden wollte ich nicht nur die Infos aus der Tabelle im Kodex haben, sondern auch die Zusatzinfos (die berühmten 2W6+7 Tage ), die an anderer Stelle stehen. Um dennoch alle fünf Krit-Tabellen auf eine Seite zu bekommen, musste ich einen ziemlichen Abkürzungsfimmel entwickeln. So entstanden Sätze wie "1 Rd. nicht angr./abw." oder "bei W100 ≤ LP-Verlust Arme & Beine mit je 20 % Wslk lahm".
Hier ist die aktuellere Version:
 
  • Weil mir bei Midgard 5 ein aktualisierter Spielleiterschirm fehlte, hab ich mir einen gebaut. :)

Abmessung: 60 Meter Kugel, 6 Teleskoplandestützen
Struktur und Panzerung:LP 22, RS 4
Besatzung: 5 bis maximal 40 Personen
Antriebssysteme:
Sublicht
Beschleunigung maximal 115 km/s²
Antigrav/Andruckabsorber
Mittelringwulst mit 12 Normal-Korpuskulartriebwerken für den Unterlichtantrieb
Überlicht:
Not-Sprungantrieb Reichweite 5000 LJ, Einzelsprungreichweite bis 5 LJ; Linearantrieb mit maximal 25000 Lichtjahren Reichweite (HAWK II )
Beiboote: 1 Mini-Space-Jet
Manövrierfähigkeit: 7 MP
Schildsysteme: 1-fach gestaffelter Prallschirm (Schirm 0); 1-fach gestaffelter Prallschirm (Schirm 1); 1-fach gestaffelter HÜ-Schirm (Schirm II)
Bordwaffen:
Schweres Impulsgeschütz in der oberen Polkuppel
3 leichte KNK-Sublichtgeschütze im oberen Bereich des Schiffes
3 leichte KNK-Sublichtgeschütze im unteren Bereich des Schiffes,
Mini-Torpedos
Sensoren: Ortung 20 Lichtjahre, Tastung und Scan 5 Lichtjahre
Hyperfunk: 15 Lichtjahre (Rundumsendung), 150 Lichtjahre (Richtstrahl)
 
Besonderheit:
Bei der Lovely Luzifer handelt es sich um ein ausgemustertes Beiboot der Terranischen Flotte, welches im Laufe der Zeit mehrfach generalüberholt und durch die neuen Eigentümer für zwei Hauptaufgaben ausgerüstet wurde. Das Raumschiff erhielt auf Kosten seiner Ladekapazitäten erweiterte Sensoren und Positroniken um als Forschungs- und Prospektorenschiff eingesetzt werden zu können. In einer weiteren Ausbaustufe wurde eine komplette mobile Ara-Lazaretteinheit aus einem verunfallten Ara-Raumer "geborgen" und so modifiziert, daß sie jetzt für die Ara-Ärztin der Spielerunde als mobile Klinik genutzt wird. Die Lovely Luzifer fliegt als Lazarettschiff abgelegene Raumregionen an, so dass zum Einen vor Ort als Prospektoren gearbeitet werden kann und zum Anderen die Ärztin ihre Dienste und Dienstleistungen in diesen abgelegenen Regionen den Asteroiden-Schürfern, Prospektoren und Kolonisten auf entlegenen Planeten für gutes Geld anbieten kann.
 
Quelle: [EE] Slüram
  • Zivile Raumschiffe: Terranische 60-m-Korvette Kugelraumschiff

     

    Die Lovely Lucifer (diesen Namen haben meine Spieler verbrochen...) ist ein 60 Meter Beiboot und hat meinen Spielern lange in unterschiedlichen "Ausbaustufen" als Spielerraumschiff für ihre Abenteuer gedient. Das Schiff wird mittlerweile von der Schürfer-Allianz um die Handelsstation Peridon-Yüiildam I von dem Planetensystem Bex (Hauptstützpunkt der Allianz) aus zum Wohle der Mitglieder der Allianz eingesetzt.

Zivile Raumschiffe: Terranisches 100-m-Prospektorenforschungsschiff mit angeflanschter 100-m-Transportstufe
 
Abmessung:
Kugelzelle:100 Meter Durchmesser, 12 Teleskoplandestützen
Transportstufe: Zylinder: 100 Meter Höhe, 100 Meter Durchmesser, 4 Teleskoplandestützen
Struktur und Panzerung (Kugelzelle): LP 24, RS 6
Struktur und Panzerung (Transportmodul): LP 30, RS 6
Besatzung: 5 bis 150 Personen
Antriebssysteme:
Sublicht Beschleunigung max. 100 km/s² (ohne Transportstufe); max. 85 km/s² (mit Transportstufe)
Antigrav/Andruckabsorber
Mittelringwulst mit 12 Normal-Korpuskulartriebwerken für den Unterlichtantrieb
Überlicht:
Not-Sprungantrieb Reichweite 2500 LJ, Einzelsprungreichweite bis 5 LJ; Linearantrieb mit maximal 25000 (15000 mit Transportstufe) Lichtjahren Reichweite (HAWK II)
Beiboote: 1 Atmosphärengleiter, 2 Lastgleiter, 1 schwerer Expeditionsgleiter
Manövrierfähigkeit: 6 MP (ohne Transportstufe); 1 MP (mit Transportstufe)
Schildsysteme: 1-fach gestaffelter Prallschirm (Schirm 0 erzeugt durch Kugelzelle); 1-fach gestaffelter Prallschirm (Schirm I erzeugt durch Kugelzelle); 1-fach gestaffelter Prallschirm (Schirm 1 erzeugt durch Transportmodul wenn abgekoppelt)
Bordwaffen:
Leichtes KNK-Sublichtgeschütz (Thermo und Desintegrator) in der oberen Kugelhälfte
Sensoren: Ortung 35 Lichtjahre, Tastung und Scan 20 Lichtjahre
Hyperfunk: 30 Lichtjahre (Rundumsendung), 1500 Lichtjahre (Richtstrahl)
Besonderheit:
Dieser vielseitig einsetzbare Schiffstyp ist in Kooperation von mehreren terranischen Privatwerften entworfen worden, um die große private Nachfrage nach kleinen, im Unterhalt günstigen aber trotzdem möglichst universell verwendbaren Prospektorenschiffen zu befriedigen.
Das Schiff sollte also in der Lage sein sowohl als Forschungs- sowie als Transportraumer einsetzbar zu sein.
Die Kugelzelle eines leichten Kreuzers (100 m Raumer) dient als Basis der Schiffskonstruktion und als Trägerschiff für die an der unteren Schiffshälfte angeflanschte Transportstufe. Die Triebwerke und die Hauptenergieanlagen des gesamten Schiffes sind in der Kugelzelle untergebracht, so daß die Transportstufe ihrem Namen alle Ehre machen kann. Die Transportstufe kann unterschiedlich ausgestattet werden, verfügt aber in der Regel über eine eigenständige Energieversorgung, welche ausreichend für die Errichtung eines Energieschirmes und zur Energieversorgung eines Wohntraktes und Lebenserhaltungssystemen für auf dem Boden arbeitende Prospektoren und Bergleute ist. Zur Ausstattung der Transportstufe können auch Laboreinrichtungen, Werkstätten und Hangars für Boden- und Transportfahrzeuge gehören. Der Rest des Volumens wird in der Regel von großen Laderäumen eingenommen.
 
Quelle: RZ aus Atlan 517 LKS
  • Zivile Raumschiffe: Terranisches 100-m-Prospektorenforschungsschiff mit angeflanschter 100-m-Transportstufe

     

    Ein weiteres kleines Raumschiff, welches in einer Spielrunde den Einsatz finden könnte.

„Erwartung und Sehnsucht liegen in der Luft. Sie [die Kinder] freuen sich auf den Besuch des Nikolosch und das Erscheinen seines bunten Eselskarrens. Dieser freundliche Mann kommt mit Säcken voller Früchte und Süßigkeiten, die er unter den Kindern verteilt.“
 
„In (…) vielen Dörfern spielen einige Erwachsene den Nikolosch, um den Kindern ein vergebliches Warten zu ersparen. Sie legen sich einen Mantel um, setzen sich eine Pelzmütze auf und nehmen einen großen Stab in die Hand, auf dessen Spitze ein gelber kleiner Holzvogel sitzt. Dann fahren sie mit einem von Gehilfen gezogenen Schlitten durch die Straßen und verschenken Schmalzbrötchen, Honigkuchen, Nüsse und Herbstäpfel.“
 
(aus „Der Albenstern“ von GH)
 
 
Der Nikolosch-Markt von Njowimest
 
Das Fürstentum Njowimest liegt im Herzen Moravods nordöstlich des Fürstentum Warogast und südöstlich von Slamohrad. Njowimest ist von beiden Städten rund 100 km entfern. Es hat keine große politische oder wirtschaftliche Bedeutung. Zur gleichnamigen „Stadt“ gehören vier Dörfer: Donskoje am Guba Dons, Mesker, Siwerski und Uljankowa. Der bescheidene Wohlstand Dimitri Iwanowitsch Petrows, des Dschupans von Njowimest, gründet auf der Holzwirtschaft. Die meisten Bürger verdingen sich jedoch als Bauern, Fischer, Jäger oder Sammler. Auf dem wöchentlichen Bauernmarkt werden daher keine Luxuswaren gehandelt.
 
Das ändert sich nur dreimal im Jahr. Der erste Anlass ist das Frühlingsfest, der zweite der Erntedank im Herbst. Der dritte und bei den Kindern beliebteste Festmarkt ist der Nikoloschmarkt, der etwas Aufregung und Licht in den dunklen und oft eintönigen Winter bringt.
 
Der Nikoloschmarkt öffnet in der Mittagszeit und ist bis tief in die Nacht besucht. Neben den alltäglichen Waren gibt es nun auch Spielzeuge und süße und herzhafte Leckereien zu kaufen. Die Marktstände, aber auch viele Häuser sind mit Tannengrün geschmückt, das mit gelben Holzvögeln und roten Äpfeln dekoriert wird.
 
Der Dschupan lässt sich an diesem besonderen Tag nicht lumpen und zusätzliche Marktstände errichten, die die Bürger kostenlos nutzen dürfen, um feilzubieten, was sie für den Markt gefertigt haben. Außerdem bezahlt er das Holz für die großen Feuerschalen, die auf dem Marktplatz verteilt werden und neben Licht auch etwas Wärme spenden. Aus seinen Vorratskellern stammt außerdem das Gemüse für den Nikolosch-Topf.
 
Während des Nikoloschmarktes finden sich immer wieder Leute zusammen, die - meist in der Nähe der Feuerschalen, um sich ab und zu die kalten Hände zu wärmen - für musikalische Unterhaltung sorgen. Beliebte Instrumente sind die Balalaika, die Drehleier, diverse Trommeln, Holzpfeifen und Holztrompeten. Es gehört sich, den Musikanten ein Getränk auszugeben, wenn man der Musik gelauscht oder sogar dazu getanzt hat. Es werden Lieder zu Ehren des Nikolosch, aber auch gängige Volksweisen vorgetragen.
 
Da der echte Nikolosch es nur sehr selten nach Njowimest schafft, sorgen die Bürger der Stadt für Ersatz: Ein bis zwei Stunden nach Sonnenuntergang rumpelt der mit bunten Bändern und Tannengrün geschmückte Eselkarren durch das Stadttor. „Nikolosch“ – mit weißem Rauschebart, Pelzmütze, blau-weißem Wollkittel und einem langen Stab in der Hand, auf dessen Spitze ein gelber kleiner Holzvogel sitzt - verteilt auf dem Markt gut gelaunt Schmalzbrote, Honigkuchen, Nüsse und Äpfel an die Kinder.
 
Viele der Menschen, die aus den weiter entfernten Dörfern kommen, machen sich erst am nächsten Tag auf den Heimweg. Wer es sich leisten kann, übernachtet im Gasthof, die meisten Besucher schlafen jedoch bei Verwandten in der Stadt oder nehmen das Angebot des Dschupan an, in seiner Halle zu nächtigen.
 
 
Auf dem Markt
 
 
Der Nikolosch-Topf
 
enthält keinen Mann mit Bart, sondern würzigen Borschtsch, der in ausgehöhlten Brothälften gereicht wird. Der Eintopf besteht aus Kohl, roter Bete, Knoblauch, Karotten, Tomaten, Paprika, Petersilienwurzel und Rindfleisch. Der Kessel wird jedes Jahr aus der Waschküche des Dschupan zum Marktplatz über ein Feuer gewuchtet und dort von der Köchin oder dem Koch mit Gemüsen aus dem fürstlichen Vorratskeller gefüllt. Das Suppenfleisch spendet der städtische Schlachter, das Brot stellen die der Bäcker zur Verfügung. Eine Mahlzeit kostet 5 Kupferstücke; der Erlös wird dem Waisenhaus gestiftet.
 
 
Die Puppenspieler
 
Manchmal verirren sich Künstler aus den größeren Städten in diesen unbedeutende Winkel der Welt und die Kinder (und Erwachsenen) von Njowimest haben das Glück, einem Puppenspiel beiwohnen zu dürfen. Mit Handpuppen spielt die Schauspieltruppe aus Warogast oder Slamohrad die – vielleicht nicht ganz authentische Geschichte - Nikoloschs nach, der in einem fernen Land aufwächst und als junger Mann erfolgreich auf Abenteuer zieht. Vor exotischen Kulissen, die die Städte Haelgarde, Candranor und Nihavand darstellen sollen, lebt Nikolosch ein Leben in Glanz und Pracht – bis ihm ein kleines Kind zeigt, was im Leben wirklich wichtig ist. Nikolosch legt ein einfaches Gewand an und stellt sein zukünftiges Leben in den Dienst der Kinder. Da Schauspiel endet vor dem Einzug des „echten“ Nikolosch in Njowimest.
 
 
Das Waisenhaus
 
hat ebenfalls einen Verkaufsstand auf dem Nikoloschmarkt. Dort verkaufen die Kinder handtellergroße Frischholzscheiben, die einer Wachskerze als Fuß dienen und mit Tannengrün, Hagebutten und jeweils einem gelben Holzvögelchen verziert sind. Ein solches Gesteck kostet 2 Silberstücke. Der Stand schließt vor dem Eintreffen des Nikolosch (oder, falls Puppenspieler in der Stadt sind, schon zu Beginn des Puppenspiels).
 
 
Kiskas frischer Fisch
 
Kiska verkauft auf jedem Wochenmarkt lebende Schleien, Karpfen und Hechte. Es handelt sich dabei um den Überschuss des Fangs von Donskoje, dem Dorf am See Guba Dons. Kiska ist eine hübsche, junge Frau mit langem, goldblonden Haar. Sie ist die Ehefrau des Fischers Vadim. Er und seine Kollegen haben Kiska ausgewählt, den Fisch zu verkaufen, weil Kiska nicht nur reizend aussieht, sondern über großes Verkaufstalent verfügt. Kiska wird meist von ihrem 15jährigen Bruder Timofey begleitet.
 
Zum Markt werden nur Fische ausgewählt, die ein bestimmtes Größenmaß nicht überschreiten, so dass sie immer am Stück verkauft werden können. Kiska verkauft den Fisch direkt vom Wagen. Wer will, kann sich seinen Fisch selbst aussuchen; er muss dafür nur auf den Wagen klettern. Kiska befördert den Fisch aus den Wassertonnen in die wassergefüllten Eimer, die die Kunden mitbringen.
 
Der im Donskoje gefangene, gebratene und sauer eingelegte Hecht wird aus Keramiktöpfen verlauft.
 
Schleie, etwa 30cm lang, 500g schwer: 6 KS
Karpfen, etwa 40cm lang, 1500g schwer: 13 KS
Sauer eingelegter Hecht, 500g: 8 KS
 
 
Ruslan, der Fallensteller
 
Ruslan ist ein sehniger, kleiner Mann mit einem gewaltigen Schnauzbart. Er verkauft ausgenommene und gehäutete Kaninchen, Eichhörnchen und Hasen. Er bietet nicht nur den eigenen Fang, sondern auch den seiner Kollegen an, die ihm eine kleine Provision für seine Arbeit zahlen. Das Fleisch ist immer frisch und gut abgehangen.
 
Kaninchen (ca. 1000g): 5 KS
Hase (ca. 3000g): 2 SS
Eichhörnchen (ca. 300g): 1 KS
 
 
Die süße Sascha
 
Entgegen ihres Namens ist Sascha nicht sonderlich niedlich; die verhutzelte, gegen die Kälte in Unmengen von Röcken und Tüchern vermummte alte Dame verdankt ihren Namen ihrer Ware: Sascha verkauft Honig und Bienenwachs. Sie stammt aus Uljankowa. Ihre Bienenstöcke stehen sowohl im Wald als auch am Feldrand, so dass Sascha zwei Sorten Honig anbieten kann. Am Stand hilft ihr 11jähriger Enkel Mikael mit aus.
 
Heller Honig, 1 Kelle (200g): 10 KS
Waldhonig, 1 Kelle (200g): 10 KS
Honigkuchen, 1 Portion: 3 KS
Wachskerze, Brenndauer etwa 8 Stunden, ca. 20cm hoch, 50g: 15 KS
10 Wachskerzen: 14 SS
Wachsklumpen(zum Verschließen von Flaschen, Krügen und Fässern, zur Imprägnierung oder als Politur), 100g: 2 SS
 
 
Miroslaw, der Schweinehirt
 
Miroslaw ist ein gemütlicher, dicker Mann mit wenig Haaren auf dem Schädel und recht vielen und langen am Kinn. Er lebt bei Donskoje und besitzt eine stattliche Anzahl von Schweinen, die das Frühjahr und Sommer in den Augen um den Guba Dons verbringen und im Herbst in die Wälder getrieben werden, wo sie sich an Eicheln und Bucheckern fett fressen. Gemeinsam mit seiner fülligen, rotwangigen Frau Tavisha verarbeitet Miroslaw das Schweinefleisch zu luftgetrocknetem Schinken, zu Räucherschinken, Räucherspeck und Wurst. Miroslaw ist ein ständig zu Scherzen aufgelegt. Seine Frau Tavisha ist klein, pummelig und etwas schüchtern.
 
Schweinespeck, geräuchert, 500g: 1 SS
Luftgetrockneter Schinken, 500g: 25 SS
Räucherschinken, 500g: 20 SS
scharfe Paprikawurst im Ring, je 500g: 1 SS
Schweinskopfsülze, 500g, 8 KS
Blutwurst, 500g, 8 KS
Schmalzbrot, 1 Portion: 1 KS
 
 
Lizaveta, die Jägerin
 
Lizaveta ist eine kleine, dunkelhaarige Frau von unauffälligem Aussehen. Sie bietet Wildgeflügel feil. Manchmal verkauft sie auch Biberfleisch und Federn (als Kissenfüllung). An ihrem kleinen Stand findet man (ausgenommen und gerupft oder abgezogen) eine Auswahl aus folgenden Tieren:
 
Rebhuhn, ca. 300g: 7 KS
Schnepfe, ca. 300g: 7 KS
Taube, ca. 200g: 5 KS
Wildente, ca. 1000g: 2 SS
Wildgans, ca. 3000g: 6 SS
Biber, ein Stück Fleisch, 500g: 15 KS
Daunen im Leinensack, 500g: 1 GS
Federn im Leinensack, 500g: 5 SS
 
 
Egor, der Waldschrat
 
Egor ist einer der vielen Menschen, die kein Land besitzen, keinen Beruf erlernt haben und ihren Lebensunterhalt mit Sammeln verdienen. Egor trägt einen buschigen Bart unter buschigen Brauen und buschigem, verfilzten Haar. Er lebt im Wald und verkauft seine Überschüsse auf dem Markt:
 
Walnüsse, 1 kg: 7 KS
Haselnüsse, 1 kg: 12 KS
Esskastanien, 1 kg: 7 KS
Steinpilze getrocknet, 100g: 12 KS
(im Herbst auch frisch für 1 SS das Kilo)
Birkenpilze, getrocknet, 100g: 12 KS
(im Herbst auch frisch für 1 SS das Kilo)
Pfifferlinge, getrocknet, 100g: 12 KS
(im Herbst auch frisch für 1 SS das Kilo)
Blaubeeren, getrocknet, 100g: 12 KS
(im Juli/August auch frisch für 1 SS das Kilo)
Brombeeren, getrocknet, 100g: 12 KS
(von Juli bis Oktober auch frisch für 1 SS das Kilo)
Hagebutten, getrocknet, 100g: 12 KS
(von Oktober bis Februar auch frisch für 1 SS das Kilo)
 
Zunderschwamm, gebrauchsfertig: 1 KS
Getrocknetes Moos (als Wundkompresse), 10 Portionen: 5 KS
Harz (als Klebstoff), daumendickes Stück: 1 KS
Kienfackeln, 10 Stück: 10 KS
 
 
Alyonas Körbe
 
Alyona kommt aus Mesker. Die fröhliche, junge Frau verkauft Körbe aller Größen und Formen aus eigener Produktion und der von „Kollegen“ an.
 
20-Liter-(Einkaufs-)Korb mit Henkel: 5 SS
30-Liter-Kiepe: 7 SS
Wiege: 6 SS
40-Liter-Korb mit Deckel: 7 SS
 
 
Feliks, der Bürstenmacher
 
Der nicht unattraktive Mittzwanziger ist als arbeitsscheuer Tunichtgut verschrien. Tatsächlich arbeitet er nur, wenn ihm das Geld ausgeht – ansonsten angelt er am Guba Dons, stellt den Frauen nach oder betrinkt sich gemeinsam mit seinem Freund Dimitri, dem Schnitzer. Droht er Hunger leiden zu müssen, verdingt er sich als Tagelöhner auf den Feldern oder hilft irgendwo anders aus. Die Tierhaare und Borsten für seine Pinsel und Bürsten bekommt er beim Schlachter, Miroslaw und den Jägern. Die Holzteile fertigt Dimitri. Die beiden jungen Männer teilen sich einen Stand auf dem normalen Wochenmarkt, aber zu Nikolosch braucht Dimitri wegen des Kinderspielzeugs einen Stand für sich allein.
 
Haarbürste mit Holzgriff und Schweineborsten: 5 SS
Kleiderbürste mit Holzgriff aus Schweineborsten: 5 SS
Putzbürste aus Queckenwurzel, klein: 1 SS
Putzbürste aus Queckenwurzel, groß: 15 KS
Anstreicherpinsel aus Schweineborsten: 1 SS
Künstlerpinsel aus Marderhaar: 5 SS
Künstlerpinsel aus Dachshaar: 4 SS
Reisigbesen: 1 SS
Handfeger mit Reisigborsten: 8 KS
 
 
Die Bauern
 
bieten an zwei Ständen ihre Waren feil. Auf einem Feuer brutzeln in Schmortöpfen Bratäpfel, die mit Nüssen und Kompott gefüllt sind. Die Bauern wechseln sich mit dem Verkauf/Braten ab, damit jeder etwas von dem Markt hat.
 
Äpfel frisch, 1 kg: 1 SS
Birnen frisch, 1 kg: 1 SS
Äpfel getrocknet, 100g: 1 SS
Birnen getrocknet, 100g: 1 SS
Pflaumen getrocknet, 100g: 1 SS
Quittenbrot, 1 Beutelchen: 1 SS
Wintergemüse (Weißkohl, Rotkohl, rote Bete, Pastinaken, Petersilienwurzeln, Möhren, Schwarzwurzeln, Lauch, Steckrübe, Winterkürbis) je Kilo: 8 KS
Moravisch Kraut (saures Mischgemüse aus dem Gärtopf), Portion 5 KS
Bratapfel: 5 KS
 
 
Der fahrende Tuchhändler
 
musste wegen eines Achsbruchs Zwischenstopp in Njowimest machen. Zur Freude der Damen nutzt er die Gelegenheit, um mit seinen gefärbten, moravischen Tuchen und Stoffen Geld zu verdienen und den Kundinnen schöne Augen zu machen. Boris ist keine Schönheit, aber stattlich und charmant.
 
Wolltuch aus Schafswolle, naturfarben, 1x1m: 2 SS
Wolltuch aus Ziegenwolle, naturfarben, 1x1m: 3 SS
Leinen, naturfarben, 1x1m: 1 SS
Nessel, naturfarben, 1x1m: 2 SS
 
Die Stoffe und Tuche kosten das 1,5fache, wenn sie in billigen Farben (Gelb, Grün, Braun, Grau, Rostrot, Blaugrau) gefärbt sind. Ein leuchtendes Blau, ein relativ reines Rot und ein fast schwarzes Anthrazit kosten das 5fache.
 
 
Pelzhändler Nicolai
 
ist ein untersetzter, vierschrötiger Mann mit rötlichbraunem Haar und Bart, dessen große, rissige Hände nicht aussehen, als könnten sie geschickt mit Nadel und Faden umgehen - was ein Trugschluss ist. Nicolai lebt und arbeitet in Njowimest. An seinem Stand verkauft er Pelzbekleidung:
 
Kaninchenfellmantel: 30 GS
Rotfuchspelzmantel: 50 GS
Rotfuchspelzkragen: 7 GS
Rotfuchspelzkappe: 10 GS
Rotfuchspelzmuff: 5 GS
Marderpelzmantel: 200 GS
Marderpelzkragen: 10 GS
Marderpelzkappe: 15 GS
Biberpelzjacke: 90 GS
Biberpelzkragen: 10 GS
Biberpelzkappe: 15 GS
Biberpelzmuff: 10 GS
Dunkler Ziegenwollmantel mit Rotfuchspelzfutter: 50 GS
Dunkler Ziegenwollmantel mit Kaninchenpelzfutter: 40 GS
Kaninchenfelldecke, 2x2m
 
 
Dimitri, der Holzschnitzer
 
verkauft hauptsächlich Gebrauchswaren für das tägliche Leben. Für den Nikoloschmarkt schnitzt er aber das ganze Jahr über Kinderspielzeug, das er dann zusammen mit den üblichen Dingen anbietet. Dimitri ist Feliks bester Freund, im Gegensatz zu diesem aber ein wenig bodenständiger. Nicht selten muss er Feliks aus der Patsche helfen. Das auffälligste an Dimitri sind sein makelloses, schönes Lächeln und die etwas zu langen Eckzähne.
 
Holzkamm: 1 SS
Hornkamm: 3 SS
Knöpfe aus Holz, 10 Stück: 1 SS
Knöpfe aus Horn, 10 Stück: 15 KS
Löffel: 6 KS
Schöpfkelle: 1 SS
Holzteller: 8 KS
Holzschale: 15 KS
Bemalte Holzfiguren (Pferd, Esel, Bauer, Schwein, Kuh, Ziege, Schaf, Maid, Prinzessin, Schwertkämpfer, Axtkämpfer): je 6 SS
Einfaches Spielzeugboot mit Kordel: 5 SS
Bemaltes Steckenpferd: 1 GS
Brettspiel (ähnlich Backgammon) in Schachtel: 1 GS
Kegelspiel: 2 GS
Würfel: 3 KS
Bemalter Kreisel: 5 SS
Holzschwert: 3 SS
Holzzauberstab: 1 SS
Holzaxt: 4 SS
 
 
Flüssige Freuden
 
Vor Ilyas Taverne hat Ilya seinen alljährlichen Nikolosch-Ausschank eröffnet. An seinem Stand bietet Ilya neben seinem Hellen auch wärmende Getränke an. Die Taverne übernimmt derweil seine Frau mit zweien seiner Söhne. Der älteste hilft seinem Vater am Marktstand. Die Preise gelten pro (üppige) Portion:
 
Helles Vollbier: 2 SS
Klarer Schnaps: 3 SS
Nikoloschpunsch (Schnaps, Apfelsaft, Birnenstücke, Gewürze und Honig): 3 SS
Kinderpunsch (Apfelsaft, Birnenstücke, Gewürze und Honig): 1 SS
 
 
Der Bogenmacher
 
Nicolai bietet seine Waffen auch am Nikoloschtag feil:
 
Bogen aus Ulmenholz (goldfarben): 15 GS
Bogen aus Eibenholz (rötlichgold): 15 GS
Kurzbogen aus Ulmenholz (goldfarben): 14 GS
Pfeile aus Eschenholz, mit Metalljagdspitze und Befiederung, 10 Stück: 2 GS
Pfeile aus Kiefernholz, mit Metalljagdspitze und Befiederung, 10 Stück: 2 GS
Sehne aus Nessel: 15 KS
Sehne aus Hanf: 1 SS
 
Kinderbogen aus Haselnuss (bräunlich): 4 GS (1W6-4)
Pfeile aus Kiefernholz für Kinder, geschnitzte Spitze, Befiederung, 10 Stück: 1 GS
  • Weil ich gerade eine Mini-Kampagne in Moravod stricke und ohnehin einen Markt brauche, habe ich für das Thema des Monats "vorgearbeitet". Ich hoffe, es gefällt Euch!

Neu-Tefrodisches System- Patrouillienboot 80 m Kugel
 
Abmessung: 80 Meter Kugel, 12 Teleskoplandestützen
Struktur und Panzerung:LP 23, RS 4
Besatzung: 5 bis maximal 40 Personen
Antriebssysteme:
Sublicht
Beschleunigung maximal 125 km/s²
Antigrav/Andruckabsorber
Mittelringwulst mit 12 Normal-Korpuskulartriebwerken für den Unterlichtantrieb
Überlicht:
Not-Sprungantrieb Reichweite 500 LJ, Einzelsprungreichweite bis 5 LJ; Linearantrieb mit maximal 500 Lichtjahren Reichweite (HAWK II ähnlich)
Beiboote: keine
Manövrierfähigkeit: 7 MP
Schildsysteme: 1-fach gestaffelter Prallschirm (Schirm 0); 1-fach gestaffelter HÜ-Schirm (Schirm II)
Bordwaffen:
Überschweres Impulsgeschütz in der oberen Polkuppel (Kreuzerkaliber)
3 Impulsgeschütze, 3 leichte KNK-Sublichtgeschütze im oberen Bereich des Schiffes
3 Impulsgeschütze, 3 leichte KNK-Sublichtgeschütze im unteren Bereich des Schiffes,
Überschweres Impulsgeschütz in der unteren Polkuppel (Kreuzerkaliber)
Mini-Torpedos
Sensoren: Ortung 20 Lichtjahre, Tastung und Scan 5 Lichtjahre
Hyperfunk: 15 Lichtjahre (Rundumsendung), 1500 Lichtjahre (Richtstrahl)
 
Besonderheit/Taktische Rolle:
Bei dem System-Patrouillienboot handelt es sich um einen speziellen Schiffstyp, welcher in erster Linie für die Planetare Objektbewachung, bzw. Systempatrouillendienste gedacht ist. Diese Schiffe sind flinke, wendige kleine Kraftpakete. Bei der Konstruktion richteten die Ingenieure hierbei den Schwerpunkt auf eine verhältnismäßig große Offensivkraft (Regeltechnisch umgesetzt durch Waffen mit Kreuzerkaliber) und einen starken Schutzschirm (umgesetzt in HÜ-Schirm). Dagegen wurde nur ein Minimum an Platz für spartanische Kabinen für die Besatzung integriert, das Schiff verfügt über keine Beiboote und keine Frachtkapazitäten. Um möglichst viel Raum für Sublichttriebwerke, Kraftwerke und Schutzschirmgeneratoren in der Schiffszelle freizumachen sind diese Schiffe nur mit einem leistungsschwachen, aber kompakten Linearantrieb ausgestattet - der taktische Schwerpunkt Systemschutz und Systempatrouillendienst legt hierauf aber auch wenig Wert. Die System-Patrouillienboote werden von Trägerschiffen in ihre jeweiligen Aufgabengebiete gebracht und dann ggf. auch abgeholt und neu verbracht. Sie werden meistens in Gruppen zu drei bis neun Schiffen in einem zu schützenden Planetensystem stationiert.
In den letzten Jahren sollen einige von der regulären Neu-Tefrodischen Flotte ausgemusterte Schiffe auf dem freien Markt zu erwerben gewesen sein.
Quelle: [EE] Slüram
  • Neu-Tefrodisches System- Patrouillienboot 80 m Kugel

Zivile Raumschiffe: Terranischer 100-m-Kugelfrachter der IDC-Klasse
 
Abmessung: 100 Meter Durchmesser, 12 Teleskoplandestützen,
Struktur und Panzerung: LP 24, RS 6
Besatzung: 5 bis 22 Personen
Antriebssysteme:
Sublicht Beschleunigung max. 100 km/s²
Antigrav/Andruckabsorber
Mittelringwulst mit 12 Normal-Korpuskulartriebwerken für den Unterlichtantrieb
Überlicht:
Not-Sprungantrieb Reichweite 2500 LJ, Einzelsprungreichweite bis 5 LJ; Lineartriebwerk maximale Reichweite 50000 Lichtjahre (2 Hawk II Linearkonverter)
Beiboote: 1 Atmosphärengleiter, 1 Lastgleiter
Manövrierfähigkeit: 2 MP
Schildsysteme: 1-fach gestaffelter Prallschirm (Schirm 0), 1-fach gestaffelter Prallschirm (Schirm I)
Bordwaffen:
1 leichtes KNK- Sublichtkombigeschütz im oberen Pol
Sensoren: Ortung 30 Lichtjahre, Tastung und Scan 17 Lichtjahre
Hyperfunk: 30 Lichtjahre (Rundumsendung), 1500 Lichtjahre (Richtstrahl)
Besonderheit: Die 100-m-Kugelfrachter der Independant-Carrier-Class sind mit mehreren in Äquatorhöhe installierten Traktorstrahlprojektoren in Teleskopauslegerform ausgestattet. Diese ermöglichen es dem Raumschiff seine Ladung unabhängig von stationären Raumhafenanlagen zu löschen.
Aufgrund seiner geringen Größe und der Traktorstrahlprojektoren kann das Frachtschiff z.B. auf jungen Koloniewelten auf behelfsmäßigen Landepisten Be- und Entladen werden. Dies spart zum Einen die teuren Liegegebühren auf einem Raumhafen und macht die Schiffe zum Anderen flexibler in ihren Einsatzbereichen.
Dieser robuste Schiffstyp wird in entsprechend modifizierter Ausstattung (die durchaus auch verstärkte Schutzschirme - hier ist auch ein HÜ-Schirm und eine erweiterte Bewaffnung möglich - beinhalten kann) auch gerne von privaten Prospektoren und Planetenentwicklungsteams verwendet.
Quelle: In Anlehnung an rzj Ausgabe 118
  • Zivile Raumschiffe: Terranischer 100-m-Kugelfrachter der IDC-Klasse

     

    Abmessung: 100 Meter Durchmesser, 12 Teleskoplandestützen,

    Struktur und Panzerung: LP 24, RS 6

    Besatzung: 5 bis 22 Personen

    Antriebssysteme:

    Sublicht Beschleunigung max. 100 km/s²

    Antigrav/Andruckabsorber

    Mittelringwulst mit 12 Normal-Korpuskulartriebwerken für den Unterlichtantrieb

    Überlicht:

    Not-Sprungantrieb Reichweite 2500 LJ, Einzelsprungreichweite bis 5 LJ; Lineartriebwerk maximale Reichweite 50000 Lichtjahre (2 Hawk II Linearkonverter)

    Beiboote: 1 Atmosphärengleiter, 1 Lastgleiter

    Manövrierfähigkeit: 2 MP

    Schildsysteme: 1-fach gestaffelter Prallschirm (Schirm 0), 1-fach gestaffelter Prallschirm (Schirm I)

    Bordwaffen:

    1 leichtes KNK- Sublichtkombigeschütz im oberen Pol

    Sensoren: Ortung 30 Lichtjahre, Tastung und Scan 17 Lichtjahre

    Hyperfunk: 30 Lichtjahre (Rundumsendung), 1500 Lichtjahre (Richtstrahl)

    Besonderheit: Die 100-m-Kugelfrachter der Independant-Carrier-Class sind mit mehreren in Äquatorhöhe installierten Traktorstrahlprojektoren in Teleskopauslegerform ausgestattet. Diese ermöglichen es dem Raumschiff seine Ladung unabhängig von stationären Raumhafenanlagen zu löschen.

    Aufgrund seiner geringen Größe und der Traktorstrahlprojektoren kann das Frachtschiff z.B. auf jungen Koloniewelten auf behelfsmäßigen Landepisten Be- und Entladen werden. Dies spart zum Einen die teuren Liegegebühren auf einem Raumhafen und macht die Schiffe zum Anderen flexibler in ihren Einsatzbereichen.

    Dieser robuste Schiffstyp wird in entsprechend modifizierter Ausstattung (die durchaus auch verstärkte Schutzschirme - hier ist auch ein HÜ-Schirm und eine erweiterte Bewaffnung möglich - beinhalten kann) auch gerne von privaten Prospektoren und Planetenentwicklungsteams verwendet.

     

    Quelle: In Anlehnung an rzj Ausgabe 118

Viele Hofgelehrte in den mehr zivilisierten Gegenden haben sich Kabinette zugelegt, die ihnen als Referenzsammlungen dienen (z.B. MW +2 - +6 auf diverse ¨kunde). Diese Kabinette verfügen über viele verzierte Fächer, Laden, Schübe usw um, Exponate der verschiedensten Disziplinen zu sammeln und ehrwürdig und prunkvoll darzustellen. Ein bekanntes Beispiel dieser Kabinette ist der von Gnomen erschaffene Wunderschrank (oder heißt der Schrank der Wunder??? Jedenfalls sieht er ungefähr so aus: http://www.gustavianum.uu.se/en/exhibitions/regular-exhibitions/the-augsburg-art-cabinet/?languageId=1).
Auch Meister Nikolajeff wollte einen solchen und machte sich mit seinen Gehilfen ans Werk. Und sie schufen wahrlich ein Meisterwerk, das sich jedoch reichlich von den geläufigen Kabinetten unterscheidet.
Das ca 2.5 m hohe Möbelstück hat eine quadratische Grundfläche mit ca 1.2m Kantenlänge und endet oben in einer Kuppel. Eine Seite wird fast vollständig von einer in Gold eingefassten Glasscheibe eingenommen. Die Glasscheibe ist hervorragend gearbeitet und zum grössten Teil wesentlich planer als bestes Fensterglas. Die Unebenheiten in dem Glas scheinen jedoch absichtlich zu sein; zum einen handelt es sich eingeschliffene oder eingeätzte Verzierungen in Form von Symbolen zum anderen sind es sowohl konkave als auch konvexe linsen, Fresnellstrukturen oder dicht gepackte winzige säulenförmige Strukturen. In der Mitte der Scheibe ist eine ca 30cm x 30cm grosse Fläche absolut plan. In der Goldeinfassung um die Scheibe sind auf Höhe dieser Fläche Halterungen für Bandfedern angebracht mit denen ein flacher Gegenstand (z.B. einpergament) gegen die Fläche gedrückt werden kann.
Die drei übrigen Seiten sind untereinander identisch und schlicht gehalten; in schwarzem, blank poliertem harten Holz gefertigt. Jede Seite enthält 12 Klappen, 20cm breit, 30 cm hoch, die an der oberen Seite 7-8cm herausgezogen werden können. Unter jeder Klappe sind 6 kleinere (2x3cm) Holzstückchen so auf Achsen gelagert, das sie gedreht werden können und entweder die übliche schwarze polierte Holzseite Zeigen oder ein Elfenbeinseite.
An einer der unteren Ecken des Möbels befindet sich eine ca 10cm x 10cm grosse Klappe aus dem gleichen Holz. Die Klappe fällt nicht weiter auf und kann durch einen leichten Druck geöffnet werden.
Das Innere des Möbels, dass man durch die Glasscheibe erspähen kann, ist angefüllt mit Abertausenden von kleinen gewölbten Spiegeln, Metallstreifen mit bizarren Mustern, ausbuchtungen und Einschnitten, Glaskugeln, Sonnensegeln und viele weitere Einzelteile, von denen man ohne einen krit-EW:Gerätekunde nicht einmal den Namen weiss.
Das Möbelstück wird so aufgestellt, dass die Glasscheibe auf eine starke Lichtquelle gerichtet wird, normalerweise ein grosses nach Süden weisendes Fenster. Wird bei ausreichendem Licht (mindestens Tageslicht an einem sonnigen Tag) auf die Scheibe geworfen und lediglich die plane Fläche in der Mitte der Scheibe bedeckt, z.b. mit einem beschriebenen Pergament, zeigt sich welche Naturalien in diesem Kabinett gesammelt sind: Schriften und Sprachen.
Wird nun eine der Klappen der anderen drei Seiten geöffnet, so wird die Schrift die sich auf dem Pergament befindet auf die Decke des Raumes projiziert, allerding übersetzt in eine andere Sprache, je nachdem, welche Klappe geöffnet wird. (Durch einen unvermeidbaren Rückkopplungseffekt, wird leider nach 1W6*10min das Pergament soweit erwärmt, das es anfängt zu schmirgeln und nach weitern 10min anfängt zu verkohlen).
In welche Sprache das Pergament übersetzt wird hängt von der Wahl der Klappe und von der Stellung der 6 Plättchen unter dieser Klappe ab.
Lediglich Meister N kennt derzeit den genauen Mechanismus und es ist unklar, ob er eine Erklärung aufgeschrieben hat.
Hinter der kleinen Klappe am Boden des Kabinettes ist ein ca 10cm tiefer Hohlraum aus dessen Rückwand zwei Metalldrähte hervorgucken die in einem dünnen Kupfer und einem dünnen Eisenstreifen enden. Normalerweise stecken diese Metallstreifen in einem Apfel. Dies ist notwendig, um den Mechanismus des Kabinettes zu betreiben. Der Apfel muss, je nach Sorte und Grösse, nach jeweils 1W6+2 Wochen ausgetauscht werden.
  • Viele Hofgelehrte in den mehr zivilisierten Gegenden haben sich Kabinette zugelegt, die ihnen als Referenzsammlungen dienen (z.B. MW +2 - +6 auf diverse ¨kunde). Diese Kabinette verfügen über viele verzierte Fächer, Laden, Schübe usw um, Exponate der verschiedensten Disziplinen zu sammeln und ehrwürdig und prunkvoll darzustellen. Ein bekanntes Beispiel dieser Kabinette ist der von Gnomen erschaffene Wunderschrank (oder heißt der Schrank der Wunder??? Jedenfalls sieht er ungefähr so aus: http://www.gustavianum.uu.se/en/exhibitions/regular-exhibitions/the-augsburg-art-cabinet/?languageId=1).

    Auch Meister Nikolajeff wollte einen solchen und machte sich mit seinen Gehilfen ans Werk. Und sie schufen wahrlich ein Meisterwerk, das sich jedoch reichlich von den geläufigen Kabinetten unterscheidet.

Wie man sich bettet so liegt man.
 
Zusammenfassung der Gasellenarbeit des Malfurion Acrippa, im Convendo Parduna.
 
Für mein Gesellenstück der Thaumaturgischen Lehrwerkstatt durfte ich ein uraltes Möbelstück untersuchen. Ziel war es so viel als nur möglich darüber in Erfahrung zu bringen. Ich bedanke mich im besonderen für die Besitzerin welche mir das Möbelstück für einige tage überließ als ihr Schiff auf dem Wege nach Vigalis hier im Hafen lag. Sie möchte hier nicht namentlich genannt werden.
 
Vor mir befindet sich ein recht einfach anmutendes Bettgestell. Bettkissen, Bettlaken, alles aus Stoff wurden entfernt. Hauptsächlich weil es – vom Bett aus gesehen schon fast „Verbrauchsmaterialien sind“. Ich habe als vor mir nur ein 3 x 7 Fuß großes Gestell aus dunklem Holz. Die Füße stecken in Stahlschuhen und das Bettgestell ist einfach zusammenzuklappen. An einer Stelle ist eine ausgebesserte Kerbe zu finden, ich assoziiere diese Kerbe mit einer Barbarenstreitaxt.
Am Kopfende steht man eine Jahreszahl 1554 nL – wenige Jahre vor dem Krieg der Magiere.
 
Darunter hat sich der Schreiner verewigt:
„Ich TH wählte die Hölzer für dieses edle Werk, HJ verzauberte es. Möge es den Schlafenden in jeder Nacht und wann immer Bedarf ist – gute Dienste leisten.“ (1)
 
Wer „TH“ und wer „HJ“ ist kann ich hier aus den Küstenstaaten nicht erfahren, hierfür müsste man in Candranor recherchieren, doch brannte Candranor in dieser Zeit einmal ab. (2)
 
Unter dem Text ist eine Nummer eingeschlagen: eine 12. Ich gehe davon aus das es mehr als eines dieser Bettgestelle gibt. (3)
 
Es gibt am Kopfende des Bettes eine kleine Ablage und ein Fach in welches man einen Gegenstand in der Größe eines Dolches hineinlegen kann. Auch eine Ablage für eine Öllaterne (einige Ölspuren sind dort zu sehen) und Feuerstein und Zunder sind zu finden.
 
Das Holz ist alt jedoch in tadellosem zustand. Einige kleine Dinge wie etwa die Kerbe sind ausgebessert worden.
 
Auf den zweiten Blick – vor allem an der Unterseite, entdeckt man Zauberrunen welche in den natürlichen Verlauf des Holzes so perfekt eingebunden sind das man sie auf den ersten Blick für die natürliche Holzmaserung hält.
 
Dies waren die ersten oberflächlichen Dinge welche an dem Bett aufgefallen sind. Es brauchte dafür keine besonderen magischen Fertigkeiten, nur gesunde Augen und genügend Licht.
 
Da der Gegenstand nur eine Leihgabe ist und unversehrt zurückgegeben werden muss durfte ich leider keine Alchemistischen Untersuchungen durchführen.
 
Im weiteren Ablauf einer Untersuchung steht nach Kapitel 2 des Lehrbuches zur Untersuchung nun ein „Erkennen von Zauberei“ an. Etwas das man sich eigentlich schenken kann wenn jemand für einen magischen Gegenstand eine Lizenz für die Küstenstaaten erlangen will.
Natürlich sprach der Zauber an und es stellte sich als magisch dar.
 
Ich entschloss mich nun die Zauberrunen genauer anzuschauen und machte einige Nachforschungen im Katalog der Zaubersprüche. Ich fand eine Referenz auf „Zeitmagie“ - nicht etwa „Macht über die Zeit“ sondern eher „Beschleunigen“. Nun ist die Frau von welcher wir das Bett haben eine Schönheit, aber ich weiß an dieser Stelle trotzdem nicht so recht was ein Bett mit Zeitmagie zu tun haben soll. (4)
 
Ich entschloss mich an dieser Stelle für eine Kreative Pause und beratschlagte mich im „Seehecht“ mit meinen Kommilitonen. Erst spät in der Nacht und mit etwas zu viel schweren Chryseischen Weines gingen wir wieder zurück in den Convendo.
 
Ich möchte nicht Plagiieren, deswegen schreibe ich das die Idee von meinem Freund Bertutico Lippy gekommen ist: einfach mal in dem Bett schlafen! Ich holte also mein Bettzeug und schlief in dem fremden Bett im Labor. (5)
 
Als ich aufwachte blieb ich erst einmal liegen und resümierte über meinen Schlaf. Ich war als ich um kurz nach Mitternacht ins Bett gegangen bin etwas alkoholisiert – ansonsten hätte ich es mich nicht getraut dieses Experiment durchzuführen – und sehr müde. Als ich um kurz nach 4 Uhr am Morgen aufwachte war ich ausgeschlafen und ich denke das auch mein Alkoholpegel geringer war als ich eigentlich erwarten müsste.
 
Ich machte mich sofort wieder an die Arbeit.
 
Aufgrund meiner Untersuchungen komme ich zu dem Schluss das dieses Bettgestell auf einen Schlafenden „Beschleunigen“ Zaubert – damit dieser doppelt so schnell schläft. Eine geniale Sache! So braucht man nur 4 Statt 8 stunden Schlaf am Tag,...
Ich würde in diesem Bett gerne noch andere Dinge ausprobieren ... etwa wie schnell man darin Bücher liest,... (6)
 
Ich würde dieses Bett als Ungefährlich einstufen und vom Convendo für die Küstenstaaten freigeben.
 
 
Malfurion Acrippa, im Convendo Parduna
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Magistarium des Convendo in Parduna als Gesellenstück freigegeben,
der Geselle wird jedoch ersucht dass er ein Meisterstück mit der gleichen Schludrigkeit nicht schaffen wird.
 
Wir haben noch von der Besitzerin, einem Mitglied des Convends aus Candranor noch einige Kommentare zu dem Bericht.
 
 
Meine Bemerkungen zu dem Gesellenbericht:
 
1.) Beide Handwerksmeister sind uns bekannt.
 
2.) Der Geselle bringt da wohl etwas durcheinander,...
 
3.) Es gab wirklich mehrere Betten dieser Machart. Mindestens 4 Stück befinden sich noch in unserem Familienbesitz, ich gehe davon aus das es noch einige mehr gibt, die Betten sind unauffällig genug um nicht weiter aufzufallen. Sie sind gegen Verfall recht gut geschützt.
 
4.) Danke für das Kompliment das ich „sehr hübsch“ bin. Aber so etwas in ein Dokument zu schreiben halte ich für unprofessionell. Bitte machen sie ihren Gesellen darauf aufmerksam!
 
5.) Sehr Mutig. Ich benutze das Bett selbst nur in Situationen in welchen ich es für notwendig erachte. Wie er wohl geschlafen hätte wenn man ihm gesagt hätte das vielleicht in diesem Bett schon mal ein dunkler Meister genächtigt hat? (Das wäre durchaus möglich!)
 
6.) Aus unserer Hausunterlagen:
 
Wie ich im mündlichen Gespräch schon festlegte:
Dieses Bett zaubert nachhaltig etwas ähnliches wie Beschleunigen auf den Schläfer. Ist man wach verfliegt der Zauber in der Regel innerhalb kurzer Zeit.
 
Die Resultate sind wie folgt: Man ruht sich schneller aus und Erschöpfungen vergehen schneller. Die Wirkungen von Krankheiten sind auch doppelt so schnell weg. Wir wissen auch das etwa „Gifte“ doppelt so schnell wirken in diesem Bett. Es hat also durchaus seine Nachteile.
Für mich als „sehr hübsche“ ist auch von belang: man altert in diesem Bett doppelt so schnell.
Jemand der Tagein Tagaus in diesem Bett schläft wird das schnell merken.
 
Ich benutze dieses Bett nur wenn ich es brauche.
 
Zur Geschichte:
Ein Schreiner welcher in der Armee des Seekönigs diente lies sich nachdem er ein Bein verkrüppelt hatte zum Thaumaturgen ausbilden. Als ehemaliger Soldat war ihm bewusst das es kritisch ist in Kampfsituationen nicht ausgeschlafen zu sein.
Wir wissen das er mehrmals in befestigten Stellungen belagert wurde und deswegen die Idee hatte das es am besten wäre Soldaten zu haben die überhaupt nicht schlafen müssen. Da ihm dies aber nicht möglich war entschloss er sich dazu die Schlafzeit zu verkürzen.
 
 
 
 
 
Wirkungsweise:
Schläft man in diesem Bett so ist alles doppelt so schnell. Man ruht sich schneller aus, und Krankheiten und Gifte wirken doppelt so schnell. Die Betonung liegt auf „schlafen“. Wacht man auf so ist man noch 1w6 Runden Beschleunigt (wie der Zauber) – das hilft beim „Kampfebereit machen“ oder auch gegen die 1w6 Runden in welchem man erst „wach werden muss“.
 
Diese Betten wurden in der Zeit vor dem Krieg der Magiere hergestellt das die Truppen des Seekönigs eh schon stark bedrängt wurden. Während des Krieges brach die Produktion zusammen. Die Betten fand man meistens direkt in den Wachstuben der Wachhabenden an den Fronten des Imperiums und den Offiziersunterkünften. Es wurden sicher einige Hundert hergestellt, aber viele gingen in den Galeeren des Seekönigs, den dunklen Türmen und anderen Schlachten in Flammen auf.
Gast
Gast
So soll der Überlieferung nach der begnadete Meistertischler Ikear Møbelsson sein erstes Vielseitigkeitsmöbel kommentiert haben. Übertrieben hat er dabei nicht unbedingt. Bergen doch die Vielseitigkeitsmöbel selbst für jenen noch so manche Überraschung, der sie bereits seit Jahren in Besitz hat.
 
Vielseitigkeitsmöbel wirken auf den ersten Blick wie eine bizarre Ansammlung von Brettern, Scharnieren, Beschlägen, Schraubverbindungen und Bohrungen, deren Funktion sich auf Anhieb nicht erschließt. Richtig zusammengelegt, fällt ein Vielseitigkeitsmöbel allerdings auf die Größe eines Rucksacks zusammen. Das Möbelstück ist in Anbetracht seines Gewichts von ca. 8 kg trotzdem nur mit einem Packpferd oder Karren bequem zu transportieren.
 
Wozu dient denn nun so ein Möbelstück? Sein Erbauer würde wohl sagen: „Das entscheidet Ihr allein, werter Kunde!“
 
Das Vielseitigkeitsmöbel kann viele Formen annehmen. Man kann es zu einem Schrank, einer Truhe, einem Boot für zwei Personen, einem Unterstand, einem Tisch, einer Bank für drei Personen und ungefähr eine Myriade weiterer Gegenstände zusammensetzen, einfach indem man die zahlreichen Scharniere, Bretter und Beschläge in die richtige Anordnung bringt. Die Möbel werden mit einem über 200 Seiten starken Handbuch ausgeliefert, in welchem die verschiedenen Möglichkeiten des Zusammenbaus grafisch dargestellt sind. Zusammenfassend gesagt kann das Vielseitigkeitsmöbel im Prinzip in jedes Möbelstück mit einem Rauminhalt von maximal 2 Kubikmetern verwandelt werden.
 
Dabei sind Vielseitigkeitsmöbel sehr günstig. Ikear verkauft sie zum Spottpreis von 30 Goldstücken! … allerdings wäre da noch eine winzige Kleinigkeit zu beachten: Zum Verstellen der zahlreichen Schrauben und Scharniere benötigt man einen speziellen siebenkantigen Schlüssel aus Alchimistenmetall, der nur von Ikear selbst verkauft wird. Diesen Schlüssel überlässt er seinen Kunden zum „ruinösen Selbstkostenpreis“ von 300 Goldstücken.
 
Um das Vielseitigkeitsmöbel aufzubauen ist es zunächst erforderlich, die entsprechende Anleitung zu verstehen (PW:In mit WM+20). Hat man die Anleitung gerade einmal nicht zur Hand, so erhöht sich dieser WM sogar auf +40. Damit ist aber nur die erste Hürde genommen. Auch wenn das komplett montierte Möbelstück recht robust ist, geschieht es immer wieder, dass beim Zusammenbau Schrauben oder Scharniere ausbrechen, Beschläge nicht exakt passen oder Bohrungen komplett fehlen. Deshalb ist bei jedem Zusammenbau ein Wurf die Auseinanderbrechwahrscheinlichkeit (Abw) fällig. Bricht das Möbel auseinander, so ist es bis zu seiner Reparatur unbrauchbar. Der Abw beträgt 15, wenn man Ikears siebenkantigen Schlüssel verwendet. Benutzt man ein Imitat bzw. ein handelsübliches sonstiges Werkzeug steigt der Abw auf 30 bzw. 60.
  • „Einzigartig in Form und Funktion!

    Man möchte vor Ehrfurcht erstarren beim Anblick solch meisterlicher Handwerkskunst!

     

    ...und das sage ich nicht nur, weil sie von mir stammt!“

Dies ist nur die Einleitung. Das vollständige Abenteuer ist als PDF angehängt.
 
Im Januar 2015 erfüllte ich mir so eine Art Jugendtraum und begann, eine KanThaiPan-Kampagne zu leiten, in deren Zentrum die „vier Klassiker“, also die vier Richter-Di-Abenteuer, stehen sollten. Ein Vorteil der späten Traumerfüllung war, daß wir wirklich mit dem Fall des Mondloses anfangen konnten. Dadurch stellte sich aber die Frage, wie wir die gut zehnjährige Lücke zwischen dem
Mondlos und den Füchsen überbrücken sollten. Selbst mit einem bißchen Füllmaterial und Tricks blieb bei uns eine Lücke von 2392nL bis 2400nL. Schickte man die SpF wirklich so lange auf Abenteuer aus, dann wären sie danach so ca. auf Gr9 (in M4-Zählung), was dann doch etwas heftig wäre für den Rest der Kampagne, ganz abgesehen mal davon, wie lange man dafür bräuchte. Natürlich hätte ich jetzt die SpF acht Jahre lang ihrem „normalen“ Leben nachgehen lassen können, oder ich hätte die Geschichte umschreiben können und die anderen Richter-Di-Abenteuer früher stattfinden lassen. Beide Möglichkeiten fand ich aber aus verschiedenen Gründen unbefriedigend.
 
[spoiler=gewisse Details aus diesem Abenteuer und auch der Richter-Di-Kampagne]So habe ich aus der Not eine Tugend gemacht und dieses Abenteuer entworfen, wo als Teil der Handlung die SpF einen Zeitsprung unternehmen werden, und das sogar ohne die naheliegende Macht über die Zeit, sondern unter Ausnutzung bekannter Eigenschaften des Multiversums.
 
Um mit dieser Klappe gleich noch ein paar andere Fliegen zu schlagen, passieren noch ein paar andere Dinge:
Die SpF lernen Ming kennen, den wichtigen Protagonisten aus Kurai-Anat, das Schwarze Herz. Das ermöglicht es, später den Kernteil dieses Abenteuers auch mit einer reinen KanThai-Gruppe zu spielen. Ein paar Szenen aus dem Abenteuer, die sonst gar nicht mehr zur Geltung kämen, können hier auch gleich verwurstet werden.
In den Perlen der Füchse schmuggelt der Weiße Lotus Gingseng in weitem Bogen von irgendwo am Schattenmeer durch Minangpahit über den Seeweg nach KuenKung. Dabei liegt doch der Hauptproduzent von Gingseng, die Provinz Yü, mehr oder weniger direkt vor den Toren der Stadt. Dieses Abenteuer liefert eine Erklärung, wie es dazu kommen konnte. Obendrein erfährt man ein wenig über das Verhältnis zwischen Weißer Orchidee und Weißem Lotus. Letzterer war ja zu Beginn des Abenteuers noch keine eigenständige Geheimgesellschaft, sondern lediglich eine Loge von ersterer.

 
 
Ich kann mir vorstellen, daß auch andere Gruppen in der gleichen Situation stecken. Daher habe ich mich entschlossen, das Abenteuer hiermit der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Ich bitte, den etwas rohen Ausarbeitungszustand zu verzeihen. Ich habe im wesentlichen auf die Schnelle meine Notizen ausformuliert. Karten und Skizzen sind in dem beklagenswerten Zustand eingescannt worden, in dem sie mein bescheidenes manuelles Zeichentalent hinterlassen hat.
 
Ein Spielbericht meiner Gruppe findet sich in unserem Kampagnenwiki.
  • Ein Abenteuer in KanThaiPan für 3-5 SpF der Grade 1-3. Dieses Abenteuer ist perfekt geeignet, um die Lücke zwischen dem Fall des Mondloses und den anderen Richter-Di-Abenteuern zu überbrücken. Es ist für M4 ausgearbeitet.

  • Anhang: text.pdf
Soziale Auseinandersetzungen werden in MIDGARD immer nur durch einfache vergleichende Würfelwürfe abgebildet (z.B. Verhören). Das funktioniert so lange gut, wie der Konflikt keine entscheidende Rolle spielt. Wenn es aber um eine für das Abenteuer wichtige Frage geht, hinterlässt der eine Wurf bei mir einen faden Beigeschmack. Ich hab mir hier öfter detailliertere Regeln gewünscht, die es ermöglichen sozialen Auseinandersetzungen einen ähnlich großen Raum bieten wie bewaffnete Konflikte.
 
Die Regeln hier sind der Versuch, dieses Ziel zu erreichen.
Donja Felicitas wurde noch als Mädchen mit dem reichen und frisch geadelten Don Fabiano de Rudolfino verheiratet. Sie konnte sich zwar ihre Ausbildung zur Magierin erstreiten, musste aber in der Stadtvilla dafür auf ein eigenes Zimmer wie bei ihrer Familie verzichten. Unzufrieden mit dem "passenden" kleinen Tischchen wandte sie sich an Giuseppe, den Tischlermeister, mit der Bitte um ein massgeschneidertes Möbel. Um ihren Ehemann nicht weiter zu reizen konnte sie nur relativ wenig Geld bieten, weshalb Guiseppe vorschlug, sein Geselle Zantero könne doch ein Tischchen als sein Meisterstück fertigen. Mit der Bezahlung waren weitaus edlere Materialien möglich als nur mit Zanteros Ersparnissen.
 
In den nächsten Wochen schuf Zantero ein zierliches Tischchen aus edlen Hölzern des Ikenga-Beckens. Vier geschwungene Beinchen mit prächtigen Intarsien versehen tragen eine nur leicht abgerundete und ansonsten eckige hölzerne Tischplatte. Unter dieser Platte hängt mechanisch stabil aber optisch äußerst filigran gearbeitet eine Schublade mit silbernen Kanten und Beschlägen aus Gold und Edelsteinen. Hinten auf der Tischplatte befindet sich ein Aufsatz mit zwei offenen und zwei verschließbaren Ablagefächern, verziert mit Elfenbein und Edelsteinen. Der vordere Teil des Tischchens ist von einem aufklappbaren Pultdeckel verdeckt. Dieser Deckel ist mit verschiedenen Furnieren verziert und gibt im aufgeklappten Zustand eine mit Samt belegte Schreibfläche frei. Eine Ecke des Pultdeckels ist ausgespart und bietet so Platz für ein Tintenfässchen und Schreibfeder bzw. -Pinsel. Seitenflächen und Rückseite des Aufsatzes sind mit feinen Mosaiken geschmückt.
 
Felicitas war überglücklich als sie das fertige Möbel sah. Alle ihre Wünsche an die praktische Nutzbarkeit waren mehr als erfüllt und dazu war es ein wertvolles Schmuckstück. So wurde Zantero als Tischlermeister aufgenommen und viele Gäste Felicitas fragten in den nächsten Jahrzehnten Möbel bei ihm an. Felicitas selber nutzte ihr Tischchen eifrig und wurde nach einigen Jahren des Studiums zu einer angesehenen Magierin.
 
 
So entstanden im Laufe der Zeit viele solche Tischchen und auch andere Möbel mit dieser besonderen Tischlerkunst. Die Schlösser sind aufwendig gearbeitet (WM-2 oder gar WM-4 auf den EW:Schlösser öffnen) und auf Wunsch enthalten die abschließbaren Fächer und Schubladen Fallen die entweder den Unbefugten verletzten bzw. vergiften oder auch den Inhalt unbrauchbar machen (unmodifizierter EW:Fallen entdecken). Mechanischer Schaden und Gift variieren stark.
Die meisten Tischchen haben verborgene Fächer, sei es im Boden der Schublade oder unter der Samtauflage. Das Möbel gibt optisch keinerlei Hinweise und eine intensive Suche birgt immer auch die Gefahr einer Beschädigung oder gar Zerstörung.
 
 
Einige Tischchen wurden aber auch zu mehr als nur hervorragenden Kunstwerken. So bemerkten die Enkel von Felicitas vor einigen Jahren, dass sämtliche Muster und Mosaike auf dem Tischchen als magische Symbole interpretiert werden können. Direkt hinter dem Platz für die Tinte gibt es ein magisches Geheimfach für bis zu drei Bücher (in Summe etwa 60*40*20 cm³). Dabei ist das Tischchen definitiv innen größer als von außen zu erahnen. Auch haben Bedienstete in den letzten Lebensjahren Felicitas nie gesehen, wer das Tischchen immer wieder ans Fenster und zurück an die Wand getragen hat. In Wahrheit bewegte sich das Tischen wie unter Belebungshauch von alleine und hätte seine Herrin zur Not auch aktiv verteidigt.
 
Wird mit Gewalt gedroht (unabhängig ob absichtlich angesprochen oder nur implizit durch erhobenes Werkzeug oder entsprechende Waffen bzw. Magie), so wird ein derartiges Möbel sich möglichst geschickt aus der Gefahr bewegen wollen. Für solche Handlungen agiert es wie mit In m20, es hat aber ansonsten kein eigenes Bewusstsein (oder etwa doch?). Das allererste von Zanteros Zaubertischchen ist heute in Besitz von Penelope, einer Ururnichte Felicitas. Auch sie ist Zauberin und wer weiß wer wen ausgesucht hat...
  • Vor mehr als 125 Jahren schuf der begnadete Künstler und Tischler Zantero aus Tura sein Meisterstück, eine verkleinerte Version eines Sekretärs, gedacht um die damals aktuelle Mode für Möbel und die Bedürfnisse gebildeter Frauen in wohlhabenden Kreisen zu vereinen. Damals war es üblich, dass Frauen ohne eigenen Arbeitsplatz ein kleines Tischchen für ihre persönliche Korrespondenz hatten und dieses hatte kaum Platz zur Ablage, das Schreibzeug oder ähnliches. Ein größerer Tisch, ein richtiger Schrank oder so wäre aber zum einen unhandlich (da könnte man ja gleich ein Arbeitszimmer einrichten) und vor allem mit dem Status einer Dame der Gesellschaft unvereinbar.

Wer schon mal FATE gespielt hat, wird diese Art der Charaktererschaffung kennen - also nicht wundern
 
Ich bin kein Freund von langen Vorgeschichten. Auch als SL find ich sie zu 99% langweilig. Trotzdem kann eine vernünftig geschaffene Vorgeschichte das Spiel bereichern, und zwar auf mehrerlei Weise:
Sie kann dem SL zeigen, was für Abenteuer der jeweilige Spieler erleben möchte
Sie kann Anknüpfpunkte für kommende Abenteuer bieten
Sie kann die Abenteurer miteinander verknüpfen

Punkt 1 und 2 funktioniert leidlich gut. Was aber so gut wie nie gemacht wird, ist Punkt 3. Und da kommt diese Systematik ins Spiel.
 
Die Vorgeschichte wird in drei Phasen entworfen:
 
Phase 1: Das erste Abenteuer
 
Jeder Spieler denkt sich das erste erlebte Abenteuer aus. Das kann etwas ganz einfaches sein. Vom Überfall der Räuber auf den heimischen Hof, die Begegnung mit einem übernatürlichem Wesen usw. Es sollte nichts alltägliches sein. Es sollte etwas sein, dass der Spieler gerne mit seiner Figur erlebt hätte. Gerne nehme ich da ein Ereignis, das den Startpunkt für die Abenteurerlaufbahn bedeutet - das muss aber nicht so sein.
 
Das Ganze wird in wenigen kurzen Sätzen beschrieben (ich verwende da gerne eine DIN A4 Seite, die gedrittelt wird. Ins obere Drittel schreibt der Spieler seine Geschichte).
 
Phase 2: Wer spielt in meinem Abenteuer eine Rolle?
 
Die Geschichte aus Phase 1 wird vorgelesen. Jeder der Spieler sucht sich ein Abenteuer eines anderen Spielers aus und man überlegt gemeinsam (entweder die ganze Gruppe oder die betreffenden Spieler untereinander), welche Rolle die eigene Figur in der ursprünglichen Geschichte (also das was in Phase 1 beschrieben wurde) hatte. Das kann natürlich die ursprüngliche Geschichte noch verändern. Der Spieler schreibt seinen Anteil in das 2. Drittel des Blattes.
 
Achja: Es ist sinnvoll, wenn zwei Spieler nicht einfach die Blätter miteinander tauschen.
 
Phase 3: Wer spielt in meinem Abenteuer noch eine rolle?
 
Das Ganze wird nochmal wiederholt (außer für zu kleine Gruppen versteht sich ). Das Ergebnis von Phase 2 wird vorgelesen und jeder Spieler erhält die Gelegenheit sich nochmal in das Abenteuer eines Mitspielers einzuschreiben.
 
Ergebnis:
 
Aus der Gruppe kennt jeder Abenteurer bereits zwei weitere Abenteurer. Man hat einen Grund zusammenzuarbeiten. Man kennt sich zumindest flüchtig und das erste Zusammentreffen der Gruppe wirkt sich so gekünstelt.
 
Außerdem hat der Spielleiter sofort diverse Anknüpfpunkte für Abenteuer und kann in etwa abschätzen, was die Spieler gerne mit ihren Figuren erleben wollen.
 
Das Ganze macht Spass. Es fühlt sich bereits wie Rollenspiel an. Ich hab z.B. dafür 100 EP und 500 GS vergeben. Es war ja schon ein erlebtes Abenteuer.
 
Das Ergebnis der sechs Geschichten häng ich mal hier dran.
 
Enna.pdfOtis.pdfOsini.pdfDeclan.pdfBryga.pdfAlana.pdf
Inhalt:
 
Eine neue Rasse: Gobblers
Eine neue Klasse: Tüftler
Einige neue Regeln für Alchemie und Fallenmechanik zum Bau von "lustigen spassigen dingen"
 
zum Beispiel:
"Seil im Glas"
"Eisbombe"
 
und
 
"Krabbler" (Nur echt mit Doppelflügelschlüssel)
 
 
Siehe PDF
  • Bevor ihr weiterlest:

    Ich gehe davon aus das man für die Midgard-Welt wenig bis nichts übernehmen kann. Die Regeln sind aber auf M5 aufgesetzt. Vielleicht kann der ein oder andere Teile aus diesem

    Text benutzen.

  • Anhang: Ein NSC2.pdf
Gast
Gast
Ein kleines Grab,…
Achtung - nichts für schwache Nerven,... Stichwort: kleine tote Kinder.
 
Die Grabstelle ist klein, die Erde ist aufgewühlt und es liegen keine Blumen auf ihr. Außerhalb von geweihter Erde und auch außerhalb der menschlichen Behausungen könnte man sie finden. Nicht zu weit weg von den Behausungen, aber mit Sichtschutz zu diesen.
Kindersterblichkeit, tote werdende Mütter, Mütter die im Kindbett sterben und Säuglinge welche in den ersten Tagen sterben. Diese traurigen Enden sieht man oft auf den Friedhöfen der Welt.
Doch manche Kinder werden nicht gewollt, nicht vom Vater oder nicht von der Mutter. So gibt es den Beruf des „Engelmachers“ schon sehr lange. Manchmal will eine arme Familie eben nicht noch ein Kind das es durchzufüttern gilt. Manchmal will eine Frau nicht das Kind eines verhassten Mannes austragen. Es mag noch andere Gründe geben, sie seien erst einmal dahingestellt.
Die werdende Mutter sucht also jemanden auf und schließlich wird das werdende Leben getötet. Auf welche Art, ob nun brutal „mechanisch“, über einen Trank oder durch Magie. Immer wird „etwas“ zurückbleiben und dieses „etwas“ wird vor Scham irgendwo an abgelegener Stelle verscharrt werden. Die „anderen“ sollen es nicht erfahren. „Was werden die Nachbarn von mir denken?“ Die Dorfgemeinschaft wacht über die Moral, denn aus Bösem kann nichts Gutes kommen.
Ein kleines Grab also, in welchem verrottet was einmal ein Mensch hätte werden sollen.
In den Kulturen der Welt wurde häufig darüber gesprochen wann einer wachsenden, befruchteten Eizelle die Seele „zugeführt“ wird. Bei der Empfängnis? Bei dem Verlassen des Mutterleibes? Irgendwann dazwischen? Oder erst beim ersten Atemzug?
Ausgestoßen aus dem warmen Mutterleib, ausgestoßen selbst aus dem warmen Haus, aus der Gemeinschaft der lebenden Dorfgemeinde und selbst die Gemeinschaft auf dem Friedhof wird verweigert.
Was kann da gutes daraus werden?
-nichts-
Tief in der Nacht. Einen, maximal zwei Monde nach der „Geburt“ (so man es so nennen mag) kann ein Ungeborenes aus seinem Grab krabbeln und die Dorfgemeinschaft heimsuchen. Krabbelnd bewegt es sich leise auf das Dorf zu auf der Suche nach einer werdenden Mutter. Mit seiner abgerissenen Nabelschnur saugt es deren Blut und ihre Lebensenergie und die ihres Kindes auf. Rechtzeitig bricht die Kreatur das saugen ab und kriecht wieder in sein Loch und wühlt sich in die unheilige Erde zurück.
Die werdende Mutter siecht dahin und kein Kraut, keine Medizin will helfen. Die Stelle an welcher das Blut verloren wird (meist an Hand, Arm und Bein) ist klein und man wird sie kaum finden, sie sieht eher wie der Aderlass eines Blutegels aus und hat nicht das charakteristische eines Vampirs.
Die einzige Hilfe ist die werdende Mutter aus dem Dorf zu entfernen, bei größeren Dörfern kann es schon ausreichen sie an den anderen Dorfrand zu verlegen wo sie das Ungeborene nicht in einer Nacht erreichen kann. Oder natürlich die unnatürliche Existenz zu beenden.
Dies kann natürlich auf „Abenteurer Art“ geschehen. Mit „Austreibung des Bösen“ und der Vernichtung der Leibesfrucht mit roher Gewalt durch Feuer und Schwert. Das kleine krabbelnde Wesen ist – so man es erst einmal entdeckt hat – keine große Gefahr für jemanden. Es kann, krabbelnd nicht einmal einem Gnom in Vollrüstung entkommen.
Doch die Zerstörung mittels brutaler Mittel ist meist nicht ausreichend. Oft schlägt danach die Seele des Ungeborenen zurück. Wie der böse Blick legt sich Fäulnis über das Land und die Ernte in diesem Jahr, die Zahl der „natürlichen“ Fehlgeburten steigt immens für ein Jahr und einem Tage (in dem Umkreis um die Grabstelle welche das Ungeborene krabbelnd erreichen könnte), so nicht mächtige Magie gewirkt wird den Geist des Ungeborenen auch hier täglich zu bannen.
Einfacher ist es jedoch nach altem Ritual das Wesen aufzunehmen. Hierzu muss Vater, Mutter oder ein anderer Verwandter das Ungeborene „fangen“. Ihm einen Namen geben, sich entschuldigen bei der Seele und es in geweihter Erde oder auf dem Grund und Boden der Familie bestatten. Den meisten Menschen wird es jedoch wohl an der dafür nötigen Willenskraft und Selbstbeherrschung mangeln eine stinkende und sehr hässliche Kreatur durch die Nacht zu tragen.
Man erzählt sich auch das, wenn man die Klinge gegen so ein Wesen zieht oder einen Zauber anfängt zu wirken, es sich verwandeln kann zu einem übermenschlich großen Monstrum welches durchaus eine Gefahr für den Angreifer ist. Von sich selbst wird das Wesen nichts tun.
Aus:
The Witcher 3.
 
Werte, Werte, Werte,…
Gibt es hierfür nicht wirklich. Ich muss sagen das ich diese Queste in „The Witcher 3“ mich selbst ziemlich emotional berührt hat. So ihr wirklich „Werte“ braucht könnt ihr das ruhig unten Diskutieren.
Ich bin ebenfalls ein Gegner von „Austreibung des Bösen und gut ist.“
Natürlich klappt dies auch bei mir in vielen Fällen, aber ein cooles Ritual wie eine Todgeburt Nachts mit Singsang in Heiliger Erde zu begraben, sehr viel mehr ‚Macht‘ als ein ‚Heiliges Wort‘.
Da das Thema des Monates „Grabstätten“ war dachte ich es passt ganz gut und ich hab die Queste schließlich am 22.09.2015 durchgespielt.
 
Ideen,...
Ich könnte mir vorstellen dass man so etwas auch in ein Abenteuer einbinden kann. Ähnlich wie in der Quest Reihe von Witcher 3 könnten Abenteurer in ein Dorf kommen in welchem ein so unpassend bestattetes Wesen sein Unheil zieht.
 
 
 
 
Ps:
Es ist noch nicht gar so lange her das in vielen deutschen Friedhofsordnungen drin stand das um dort bestattet zu werden jemand auch erst einmal gelebt - und ein Mindergewicht haben muss. Fehlgeburten landeten lange Zeit, zusammen mit dem Medizinischen Abfall (Amuputate, Abgelaufene Blutkonserven, entfernte Tumore, Verbandsmaterial) im Krematorium.
Es war recht schwer die Leiche eines solchen ‚Engels‘ zur Bestattung freizubekommen.
(Ich beschäftigte mich vor einigen Jahren mal mit unserer Friedhofsordnung)
Gast
Gast
Auszüge aus den Briefen Dianfosys - Eine kleine Abhandlung über die Bestattungssitten von Kobolden
 
 
Auszug aus dem 1. Brief Dianfosys an das Könglich-Albische Kolleg zu Beornanburgh, 2413 n.L. aus dem Süden Albas
 
[…] Ich war jetzt einen Monat zu Besuch bei Knoroks Sippe, als er sich zu mir setzte und mir mitteilte, dass er bald sterben würde. Natürlich wollte ich widersprechen. Er schien dies zu merken und verließ mich. Einen Tag später begann er das Gespräch erneut und dieses Mal unterbrach ich ihn nicht. Er sprach mich auf seine Gefangenschaft an und erinnerte mich an mein Versprechen, dass er niemals wieder Gitter sehen würde. Dann wies er mit der Hand im Kreis und meinte einfach nur: „Gitter. Überall Gitter.“ Ich weiß nicht, ob er damit die Bäume und Büsche meinte, denn in der Tat standen sie hier so dicht, dass man nur schwerlich durchschauen konnte, oder ob das eher allgemeiner oder gar metaphysischer Natur war. Ich fühlte mich schuldig, ich hatte das Gefühl, als hätte ich mein Versprechen gebrochen.
Die anderen Kobolde waren Knorok gegenüber ab dieser Zeit zurückhaltender, sie ließen sich in ihren oft wilden Spielen nicht so sehr hinreißen. Ich denke, sie hatten eine gewisse Achtung vor ihm. Knorok selbst wurde in den kommenden Tagen immer ruhiger. War er nach seiner Heimkehr aufgeblüht, so schien man nun richtig zu erkennen, wie ihn die Lebensgeister verließen. Die anderen Kobolde verschwanden dafür immer öfters irgendwo im Wald. Keiner wollte mir mitteilen, wo sie sich herumtrieben.
Zehn Tage, nach seiner Voraussage erhob sich Knorok plötzlich. Er machte mit der Hand ein Zeichen, das ich vorher noch nicht gesehen hatte und ging in den Wald. Die ganze Sippe schloss sich ihm an. Auch mir wurde das Mitmarschieren nicht verwehrt. Etwa eine Stunde ging es langsam durch den Wald, dabei verhielten sich die Kobolde seltsam ruhig, wie sie es sonst nur taten, wenn sie auf der Jagd waren oder schliefen. Der Ort zu dem wir kamen unterschied sich für mich im ersten Moment durch nichts von irgendeinem anderen in diesem Wald. Dann deutete mir Knorok ihm zu folgen und er begann einen der Bäume hinaufzuklettern. Das war ein ganzes Stück Arbeit für mich und ich fragte mich, wie dieser kleine Kobold es so mühelos schaffen konnte. Noch verwunderte war ich, als wir an die Spitze des Baumes kamen. An der höchsten Stelle hatten die Kobolde eine kleine Plattform errichtet. Etwas Nahrung lag darauf bereit. Ich musste Knorok hinaufheben, stieg selbst jedoch nicht auf die Plattform, die unter meinem Gewicht wohl zerbrochen wäre. Knorok legte sich hin und so wie an dem Tag, als er mit mitteilte, dass er sterben würde, wies er auch dieses Mal in die Runde. Weit und breit konnte man über die Wipfel der Bäume sehen. Die Kobolde hatten sich einen der höchsten Bäume in der Umgebung ausgesucht. „Keine Gitter“, sagte mein Freund. Und dann noch: „Leb wohl.“ Durch ein Zeichen gab er mir zu verstehen, dass ich ihn alleine lassen solle. Dies tat ich.
Erst beim Abstieg sah ich zahlreiche andere Plattformen, teils im selben Baum, teils in Bäumen in der Nähe. Alle schienen neu errichtet. Knorok dürfte sehr großen Einfluss auf seine Sippe gehabt haben. Bestätigt wurde dies einen Monat später, als einer der jungen Kobolde bei einem Unfall starb. Sie trugen ihn wieder zur besagten Stelle und zwei aus der Sippe trugen den Verstorbenen einen Baum hinauf und legten ihn dort auf eine der Plattformen. Sie nahmen auch etwas Nahrung mit, ich vermute, um sie dazuzulegen. Eine gewisse Vorstellung von einem Jenseits dürfte sich bei dieser Sippe etabliert haben, auch wenn mir keiner der befragten Kobolde darüber Auskunft geben konnte oder wollte. „Keine Gitter“, war das einzige, dass ich zu hören bekam. […]
Wie sehr sich diese Sippe von der ersten unterschied konnte ich erneut erfahren, als ich sie auf ihre Toten ansprach. Sie taten sich sehr schwer mit diesem Begriff und es war sehr mühsam herauszufinden, dass tatsächlich vor einiger Zeit einer aus ihrer Sippe gestorben sei. Ich fragte, wo der Tote nun sei, wobei ich diese Frage zwei Mal in verschiedenem Sinne stellte. Ich traf auf großes Unverständnis, bis endlich einer der Kobolde mich zu einer Stelle führte, und auf den Boden deutete. Erst nach genauerem hinsehen konnte ich einige Knochen entdecken, die möglicherweise von einem Kobold stammten. Sie dürften den Verstorbenen nach seinem Tod nicht mehr bewegt haben, sich aber auch nicht in einem speziellen Sinne mit ihm befasst haben. [...]
Sie Sitten dieser Sippe waren ähnlich der zweiten. Auch sie ließen ihre Toten einfach an der Stelle liegen, an der sie gestorben waren. Allerdings meinten sie, dass der nur schlafen würde. Sie könnten aber nicht auf jeden warten, der so lange schlafen würde. Als ich sie fragte, ob denn jemals auch einer wieder nachgekommen war, fingen sie an, sich untereinander zu streiten. Sie waren sich nicht einig, ob das schon einmal der Fall gewesen sei oder nicht. Letzten Endes stellte sich für mich heraus, dass diese Gruppe scheinbar wirklich Schwierigkeiten hatte, Schlaf und Tot zu unterscheiden. [...]
 
 
Auszug aus dem 2. Brief Dianfosys an das Könglich-Albische Kolleg zu Beornanburgh, 2414 n.L. aus Chrysea
 
[…] Sehr interessant waren die Vorstellungen der Kobolde dort von einem nächsten Leben. Hier waren sie sehr genau, und ich kann mich nicht erinnern, dass irgendeine andere Koboldgruppe, die ich bisher getroffen hatte, bisher so detailliert von einem Jenseits sprach wie diese hier in Thalassa. Ein mutiger, richtig handelnder Kobold würde nach seinem Tod Zugang zu einer immer offenen, sich niemals leerenden Speisekammer haben. Welche Nahrungsmittel man dort finden würde, schien genau festgelegt zu sein, denn in die Aufzählung fielen alle Kobolde ein. Durchaus rhythmisch könnte man es fast für eine Art Gebet halten. Eine Übersetzung wäre müßig, doch ging es in etwa so: Äpfel wirst du essen, ja Äpfel immerzu! Schaffleisch wirst du essen, ja Schaffleisch immerzu. Und so in einem fort. Leider begann ich zu spät mitzuzählen, doch es waren bestimmt über hundertfünfzig, oft sehr spezielle Nahrungsmittel die hier aufgezählt wurden. Menschen würde es dort auch geben, aber die seien so klein wie Mäuse und könnten leicht gefangen und als besondere Mahlzeit zwischendurch dienen. Hier möchte ich anmerken, dass ich in der Zeit, in der ich dort lebte, sie niemals Menschfleisch essen sah. Von dieser Vorstellung her erklärt sich auch ihre seltsame Sitte, tote Kobolde in Vorratskammern zu legen und sie mit Essen zu belegen. Natürlich nützen sie dabei auch die Chance, so viel Essbares wie möglich zu vertilgen und mitzunehmen. […]
Ich habe bereits erwähnt, dass sich dieser Bergstamm gerne mit Hilfen von Rutschen fortbewegt. Etwas, dass ich selbst auch als sehr lustig empfunden habe, wenn mir meine Größe hier auch manches mal Schwierigkeiten bereitete. Einmal führten sie mich zu einer Rutsche, die ihnen ganz besonders wichtig zu sein schien. Ein besonders alter, ehrwürdiger Kobold trat vor die Rutsche hin, verabschiedete sich von seiner Sippe und rutschte mit einem freudigen „Huij“ die Rutsche hinunter. Man hörte sein Freudenrufen noch sehr lange. Von ihm selbst sah man aber nie mehr etwas. Er würde auch nicht mehr kommen, meinten seine Familienmitglieder. Ich konnte schließlich herausfinden, dass sie ihre Toten diese Rutsche hinunterschicken würden, es aber auch öfters vorkommt, dass jemand schon zu Lebzeiten dieses letzte Vergnügen in Anspruch nimmt. Wo genau die Rutsche endet, konnte mir keiner sagen, es schien ihnen auch nicht weiter wichtig zu sein. […]
 
 
Auszug aus dem 3. Brief Dianfosys an das Könglich-Albische Kolleg zu Beornanburgh, 2417 n.L. aus Ywerddon
 
[…] Wie bereits erwähnt, war dieser Stamm sehr stolz darauf, dass einst ein König aus ihrer Mitte hervorgekommen war. (Der Nachbarstamm hatte übrigens das selbe behauptet.) Nach langem Bitten führten sie mich dann tatsächlich zu dem Ort, den sie als sein Grabmal bezeichneten. Dies war wohl einer der gefährlichsten Augenblicke meines Lebens, denn der Ort der Bestattung lag in einem Orkgebiet und mir ist es nicht vergönnt, die engen Gänge der Kobolde zu verwenden. Auch mein Begleiter, Inwk, der davon träumte, selbst einmal König zu sein, ging hier kein geringes Risiko ein. Doch hatten wir Glück und wir kamen unbeschadet beim Grabmal an. Nichts deutete daraufhin, dass hier das Grab eines legendären Koboldkönigs zu finden war. Die Kobolde hatten ihren König scheinbar in eine große Grube von etwa 10 m Durchmesser gelegt und diese einfach mit kleinen Steinen ausgefüllt. Dies musste wirklich viel Zeit in Anspruch genommen haben. Die Frage nach Grabbeigaben beantwortete mein Begleiter nicht. Äußere Zeichen hatten sie keine angebracht, zumindest keine, die sich mir erschlossen. Inwk war sich jedoch sehr sicher, dass dies die richtige Stelle sei. Er verhielt sich auch durchwegs sehr ehrfürchtig vor diesem Steingrab und wirkte durchaus ergriffen auf mich. Leider mussten wir uns sehr bald wieder auf den Weg machen, weil wir Geräusche in der Ferne hörten und wir keinen Kontakt mit den Orks wünschten. Auf diese war Inwk nicht sehr gut zu sprechen, denn seit sie diese Höhlen besetzt hatten, konnten die Kobolde nicht mehr unbehelligt zu diesem Grab pilgern.
Diese Art der Bestattung hat sich bei ihnen, wenn auch in kleinerem Maßstab durchgesetzt. Meist suchen sich die Kobolde schon zu Lebzeiten kleine Gruben aus und sammeln auch selbst bereits besonders schön Steine für diesen Zweck. Hier konnte ich auch beobachten, dass sich manche Kobolde etwas weniger Mühe geben als andere und ganz einfach Steine von einem der anderen stehlen. Andere wiederum, die mit ihrem nahen Tod rechneten, belegten sich bereits auch selbst mit Steinen, vermutlich um das Stehlen dieser zu verhindern. Ein belegtes Grab wird übrigens nicht mehr angerührt, hier scheinen sie eine gewisse Scheu zu haben. Die Gruben, die sie wählen sind manches Mal so groß, dass sie nie genug Steine sammeln können, manches Mal so klein, dass sie nie im Leben und natürlich auch nicht im Tod hineinpassen könnten. Das ist ihnen aber völlig gleich. So gibt es einige Orte hier im Gebirge, wo einige Steinhaufen scheinbar willkürlich in einer Grube oder mitten am Weg liegen. Man kann annehmen, dass darunter ein toter Kobold liegt. [...]
 
 
Auszug aus dem 4. Brief Dianfosys an das Könglich-Albische Kolleg zu Beornanburgh, 2421 n.L. aus Furdain
 
[…] Sie hatten mir versprochen, mich bei meiner Rückkehr zu einem dieser Orte zu führen. Cadfannan ließ ich in diesem Fall zurück, zum einen, weil die Kobolde sich für ihn nicht so sehr erwärmen konnten, was auf Gegenseitigkeit beruhte, zum Anderen, weil ihm Grabstätten unheimlich waren und er sie nach Möglichkeiten mied. Im Nachhinein hätte ich ihn gerne dabei gehabt, seine Fähigkeiten in der Wildnis wären wohl für die Wissenschaft vom Vorteil gewesen.
Die Kobolde führten mich zu einem Ort, an dem sie eine Schlacht gegen eine andere Sippe geführt hatten. Schlacht meint in diesem Fall ein Kampf zwischen wohl bis zu hundert Kobolden, dies ist aber eine Schätzung meinerseits, denn mit Zahlen sind die Kobolde etwas ungenau und „so viele wie Blätter an diesem Baum“ ist als Angabe nur wenig hilfreich. Tatsächlich dürften an diesem Ort mehrere Kobolde gefallen sein. Sie hatten die Leichen begraben, allerdings nicht sehr tief und die meisten Toten dürften von Aasfressern wieder aus der Erde herausgeholt worden sein. Überall lagen Holzspeere und Knochen herum. Es sah tatsächlich wie ein Schlachtfeld aus, aber da es nur Kobolde unter den Toten gab, wirkte es auf mich wie ein Gemetzel, die dem arme Kobolde einfach hingemordet wurden. Schließlich zeigten sie mir auch ein frisches Grab. Auch hier war der Tote nur wenig unter der Erde begraben, ich bildete mir sogar ein, seine Zehen sehen zu können. Vielleicht waren es aber auch nur Aststücke. In die Mitte des Grabes hatten sie einen ihrer Speere gesteckt, der somit den Ort des Grabes markierte. Wie schon ihre Verwandten im Süden legten auch hier die Kobolde ihre Toten nicht an bestimmte Plätze, sondern begruben sie dort, wo sie gestorben waren. Ob man ihnen ihre Besitztümer ließ oder sogar etwas dazulegte schien rein willkürlich zu sein. Ich vermute, dass es so ist, dass sehr wohl einer etwas ins Grab hineinlegt und der nächste es gleich wieder herausnimmt, bevor sie es zuschütten. Diese Art von Verhalten scheint aber toleriert zu sein. […]
Der junge Kobold war in der Nacht nun doch an seiner Krankheit gestorben. Da holten sie ihren Schamanen und der flocht einen Stein an ein ledernes Band und pendelte diesen dann über Kopf, Brust und Bauch des Toten. Der Tote wurde dann einfach für die Tiere liegen gelassen. Dann wanderte die Gruppe einfach weiter. Erst später fiel mir auf, das nicht wenige der Kobolde selber einen oder mehrere dieser Steine um den Hals hängen hatten. Einer von ihnen zeigte mir dann auch einen Stein, der ihm besonders gefiel, und den er immer dabei hatte, damit er „bereit“ sei. Der Rätsels Lösung war schließlich eine Stelle im Wald, wo von den Zweigen der Bäume lauter Steine an Lederbändchen herabhingen. Die Kobolde, die einen Stein um den Hals hängen hatten, nahmen ihn jetzt ab und hängten ihn ebenfalls in das Geäst. Als die Gruppe aufbrach, blieben einige der Älteren zurück. Alle anderen schienen sehr erleichtert zu sein. Wochen später war der Schamane erst bereit, mir die Bedeutung zu erklären. Diese Gruppe von Kobolden glaubte, dass der Schamane den Geist der Toten im Stein auffangen konnte. Das war wichtig, weil er an die richtige Stelle gebracht werden musste, denn nur dort konnte er Ruhe finden. Deshalb waren auch einige der Alten zurückgeblieben um dort zu sterben. Wichtig war auch, dass man den „richtigen“ Stein hatte, ein Stein, mit dem man eine Art Verbindung hatte, denn nur der konnte den Geist des Toten aufnehmen. Bei dem jungen Toten, der an einer Krankheit gestorben war, war es sehr schwierig gewesen den Geist zu fangen, weil der noch keinen passenden Stein gefunden hatte und der Schamane einen vorbereiten musste. Kobolde, deren Geist nicht gefangen wurde mussten ruhelos herumziehen und würden ihre Sippe verfolgen und in den Träumen beschimpfen. [...]
 
 
 
 
Spieltechnische Anmerkungen
Grundsätzlich kann man alle Orte überall dort auftauchen lassen, wo sie einem passend erscheinen. Hier nur einige zusätzliche Anmerkungen; was man wie verwenden will und was man noch dazu erfindet, steht natürlich frei. Aber wem erzähle ich das?
 
zum 1. Brief
Mitglieder der ersten genannte Sippe, zu der der Kobold Knorok gehörte, werden sich nie gefangen nehmen lassen. Ebenso werden sie mit allen Mitteln versuchen, einen ihrer Gefangenen zu befreien. Ihr Schlachtruf ist „Keine Gitter!“ und zwar tatsächlich auf Albisch, wenn auch schwer zu verstehen.
 
 
zum 2. Brief
So mancher plötzlich auftauchender, mit Essen bedeckter toter Kobold, könnte in dieser Bestattungssitte in Thalassa seinen Grund finden.
 
Diese „letzte Rutsche“ endet in einem tiefen Abgrund. An dessen Boden kann man die Koboldknochen mehrere Generationen finden. Unter Umständen auch den einen oder anderen wertvollen kleinen Gegenstand. Möglicherweise führt auch noch ein anderer Weg hinein und sollte man sich gerade unten befinden, kann es sein, dass man ein seltsames Rufen hört, dass immer näher zu kommen scheint und es auch tut, bis einem ein Kobold auf den Kopf fällt.
 
 
zum 3. Brief
Den Kobolden ist dieses Grabmal tatsächlich heilig. Sie werden es nach Möglichkeiten verteidigen und möglicherweise findet sich eine Abenteuergruppe, die für sie die Höhle von den Orks reinigt. Die Abenteurer müssen nicht einmal wissen, was sie gerade Gutes getan haben, sie würden sich in diesem Fall möglicherweise etwas wundern, wenn plötzlich seltsame Geschenke neben ihren Schlafstätten auftauchen, oder ein Kobold sie vor etwas warnt oder sie ganz einfach plötzlich von Kobolden umzingelt und als Helden gefeiert werden.
 
 
zum 4. Brief
Sollte einer der Abenteurer eine dieser Halsketten mitnehmen, kann es sein, dass er in nächster Zeit schlecht träumt, sich verfolgt fühlt und mehr Hunger hat als früher. Unter Umständen erscheint ihm auch ein Koboldgeist, der ihn auffordert, den Gegenstand zurückzubringen oder ihn ununterbrochen beschimpft. Kann sein, dass dieser Geist dann nur für diesen einen sichtbar ist, so dass andere Gruppenmitgleider sich schon über das seltsame Verhalten ihres Reisebegleiters wundern. Die Ablenkung kann unter Umständen sogar so stark sein, dass man diverse mali auf Erfolgswürde bekommt.
Möglicherweise wurden auch alle Halsketten entwendet und ein (Kobold-)Schamane bittet die Abenteurer sie zurückzubringen, damit die Geister ihre Ruhe finden. Auch eine Vision kann hier eine kleinen Schubs geben.
  • Killian MacTillion, Mitglied des Königlich-Albischen Kollegs zu Beornanburgh an seinen guten Freund Onios, Eingeweihter der zweiten Schale der tränenden Wissenschaften, Ikarium, 2424 n.L

     

    … so muss ich leider gestehen, dass sich im Kollegium kein einziger findet lässt, der genaueren Einblick in das Wesen dieser seltsamen Bewohner dieser Welt hat. Auch muss ich zugeben, dass mir selbst nur Abbildungen bekannt sind und mir noch kein persönlicher Kontakt – den ich allerdings auch nicht gesucht habe – vergönnt war. Dies trifft auch auf den Großteil des restlichen Kollegs zu. Des Weiteren ist der Bücherbestand unserer ehrwürdigen Einrichtung noch immer als eher unzufriedenstellend einzustufen und außer einigen klassischen Abhandlungen, die es kaum vermögen in die Tiefe zu gehen, wird man hier nicht weiter fündig werde. Nichts desto trotz werde ich dir eine Abschrift der entsprechenden Stellen zukommen lassen und verweise ansonsten weiter auf die mehr als großzügig ausgestattete Bibliothek von Cambryg.

    Einzig unser Koch behauptet steif und fest, dass irgendwo in unserem Gebäude wohl eine „Kolonie dieses Ungeziefers“, so sein Wortlaut, hausen müsse. Ich vermute, dass ihm nichts von den mitternächtlichen Heißhungerattacken einiger unser besonders fleißig arbeitenden Mitgliedern bekannt sein dürfte.

    So bleiben nur noch einige Briefe von einem gewissen Magister Dianfosy, die sich mit diesem Thema befassen. Seit Jahren sendet er sie uns aus allen möglichen Winkeln Vesternesses. Zumindest behauptet er dies. Ein bisschen möchte ich das bezweifeln, zum einen, weil der Inhalt seiner Briefe oft mehr als fantastisch klingt, zum anderen, weil dieser besagte Herr selbst vielleicht nicht ganz richtig im Kopf zu sein scheint.

    Ich werde dir kurz das Wenige, das ich über ihn weiß zusammenfassen und du kannst die selbst aus dieser Beschreibung und seinen Briefen ein Bild von ihm machen. Sein letzter Brief erreichte uns vor etwa drei Jahren. Darin teilte er uns noch mit, dass sein nächstes Ziel Moravod sei. Ich kann nur hoffen, dass diese Piraten keinen Trinkbecher aus seinem Schädel machten.

    Es ist jetzt schon über zehn Jahre her, dass dieser damals junge Mann sich bei uns im Kolleg vorstellig machte und um ein Stipendium bat um eine Forschungsreise zu starten. Natürlich verwiesen wir ihn auf die knappen finanziellen Ressourcen unserer Einrichtung. Ich entsinne mich aber, wie er uns mit ein paar lustigen Anekdoten über Kobolde tatsächlich dazu bewegte zumindest eine kleine Sammlung für ihn abzuhalten. Und nachdem er uns nach seinem Aufbruch regelmäßig Briefe schickte, nehme ich an, wir konnten somit seinen vorzeitigen Hungertod vermeiden. Verzeih, ich schweife ab.

    Von Gestalt her war dieser Dianfosy wahrlich keine Augenweide. Die Augen standen weit auseinander, vermutlich weil die Nase dazwischen fehlte, um sie zusammenzuhalten. Klein und nicht sehr eindrucksvoll, war er behaart wie ein Eber. Dunkles dichtes Haarkleid bedeckte bis auf sein Gesicht alle sichtbaren Körperteile. Ich vermute, dass er im Sommer wohl auf seine Kleidung verzichten könnte. Man möchte ihm seine Geschichte fast glauben, dass er in seiner Kindheit von einem Kobold gebissen wurde und sich seitdem in einen verwandeln kann.

    Während sein Äußeres eher abschreckend war, schien er ansonsten eine sehr gefällige Persönlichkeit zu besitzen. Er sprach gepflegt und war von einem, ich möchte fast sagen heiligen Eifer für seine Sache besessen.

     

    Nun, mehr ist dazu wohl nicht mehr zu sagen.

    Allerdings habe ich auch selbst eine kleine Anfrage zu stellen. Letztens begegnete ich auf dem Markt einer Dame von gar eindrucksvollem Wuchs. Wie du weißt, bin ich ansonsten sehr redegewandt und scheue nicht den direkten Disput mit Kollegen. Doch wollte es mir nicht gelingen in Anwesenheit dieser Dame auch nur ein Wort...

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