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Die Hexe

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  1. Ich befinde mich in einem Gasthaus eine Tagesreise von Thame entfernt. Ale und Essen sind genießbar und meine Gesellschaft allemal. Ich habe eine neue Bekanntschaft gemacht. Nachdem ich mit Mutter zum Fayre in Adhelstan gereist bin, zog ich weiter Richtung Norden, um Vater wiederzusehen. Bei Crossing traf ich auf eine Bardin, Glannis ihr Name. Ich mochte ihre Art von Anfang an und so beschloss ich, mit ihr zusammen nach Thame zu reisen, bevor ich zu Vater ins Gebirge ging. Die Zeit mit ihr war erfüllt von interessanten Gesprächen und musikalischen Darbietungen, eine bessere Reisegesellschaft hatte ich mich nicht wünschen können. Ich hatte gehofft mit ihr zusammen dort ein paar Tage zu bleiben, doch irgendetwas Dringendes führt sie wieder Richtung Süden.
  2. Ich habe die letzte Zeit genutzt Teile meines verlorenen Wissens wiederzuerlangen. Darüber hinaus habe ich das ein oder andere Nützliche gelernt und meine Freude am Singen wiedergefunden. Doch nun ist es an der Zeit Fiorinde zu verlassen. Hier gibt es nichts mehr für mich zu tun, zumindest nichts was den Absichten meines Mentors entspräche oder mich meinen Zielen näher bringen würde. So ziehe ich hinaus in die Welt, werde mein Wissen und meine Macht mehren, um den Kräften der Ordnung eine Dienerin zu sein. Die Flammenklinge werde ich zurücklassen, Vater wird sie zu sich ins Gebirge mitnehmen. Dieses Schwert hat mir mein Leben gerettet und ich habe das Gefühl, es ist ein Teil von mir. Und doch möchte ich es nicht länger tragen. Seine nicht kontrollierbaren Flammen sind nur ein Grund, es ist mit einer Vergangenheit verbunden, die nicht mehr Teil meines neuen Lebens ist. Es gehört Enya. Wo mich mein Weg hinführen wird, das weiß ich noch nicht. Doch ich bin mir sicher, dass er mich eines Tages an die Bardenschule in Erainn führen wird, damit ich dort die Musikküste erlerne, die einst einer der Urdrachen den Drachensängern beibrachte. Auch wenn sein Erbe nicht mehr zu sehen ist, trage ich es doch in mir und bin immer noch die Tochter von Aneteckroth, dem bronzefarbenen Drachen.
  3. Hier setzt sich die Geschichte welche mit Enyas Briefen begonnen in den Tagebucheinträgen von Edana fort. Die erste Seite im Buch meines Lebens ist aufgeschlagen worden. Heute ist der erste Tag, der Tag meiner Geburt, obwohl ich bereits 21 Sommer zähle. Mein Name ist Edana. Ich wurde nach dem Feuer benannt, der Macht, welcher ich diene, dem Element, dessen Erbe in meinem Blut fließt. Doch mein Name ist auch ein Erbe aus meinem vergangenen Leben, in dem ich einen ähnlichen trug. Von der Feurigen wurde ich zum kleinen Feuer, welches nach Größe, Sinn und Wahrheit sucht. Meine Erinnerungen gleichen Bildern ohne Gefühl und sind mit meinem Leben verbunden und doch kein Teil davon. Ich stehe an einer Weggabelung, der Weg hinter mir ist in Nebenschleier gehüllt, der Weg zu meiner Linken in vollkommene Finsternis getaucht. Auf dem rechten Pfad weiß ich nicht, was mich erwartet und doch ist es der einzige Weg, den ich gehen kann um zu leben und zu erfahren. Ich habe mich vergessen, mich verloren und mein altes Ich nie wiedergefunden. Ich wandelte am Rande des Wahnsinns und drohte immer wieder gänzlich in seinen Abgrund zu stürzen. Doch ich wurde gerettet. Ich weiß nicht wie, doch mein Vater fand mich und brachte mich zu Mutter. Ich wusste jedoch nicht wer sie waren. Ich hatte das Gesicht meiner Mutter in meinen Träumen gesehen und doch konnte ich mich nicht an ihren Namen erinnern. Der sich in ihrem Gesicht wiederspiegelnde Schmerz, brach mir das Herz, welches im Gegensatz zu meinem Kopf nie vergessen hatte. Sie gaben mir meine Erinnerungen wieder. Doch ich konnte mich lediglich bis zu dem Tag, an dem ich das Haus meiner Mutter verlassen hatte, erinnern. Ich wusste nun wer ich war, doch spüren konnte ich mich nicht. Ich verstand das Wesen, welches sie mir offenbart hatten nicht. Mich quälte die Frage, was in dem Jahr, welches ich fern ab von Fiorinde verbracht hatte, geschehen war. Woher waren all die schrecklichen Wunden gekommen, die mein Körper trug, als mein Vater mich zurück nach Hause brachte? Immer wieder wurde ich von schrecklichen Träumen heimgesucht, die meinen verwirrten Geist noch mehr ins Chaos stürzten. Sehnsucht war ein ständiger Begleiter geworden und doch wusste ich nicht nach was mein Herz sich sehnte. Das Gefühl von Verlust wurde mit jedem weiteren Tag stärker. Eines Tages führte mich Mutter in den Wald, errichtete dort ein großes Feuer und rief ihren Mentor, den Fürst der Flammen. Auch ich war eine seiner Schülerinnen gewesen, doch sein Anblick, wenn gleich merkwürdig vertraut, erfüllte mich mit Schrecken. Er konnte mich weder in seine Dienste nehmen noch mir mein verlorenes Wissen zurückgeben. Ich glaube, ich wäre gänzlich verrückt geworden, hätten Vater und Mutter nicht ein Wunder vollbracht. Für ewig werde ich ihnen dafür dankbar sein. Ich schlief für mehrere Tage bis zum heutigen Tag und als ich erwachte, erwachte ich zu einem neuen Leben. Das kleine Feuer hatte begonnen zu brennen. Edana war erwacht. Mit der Wandlung meines Äußeren, schien eine Veränderung im Inneren stattgefunden zu haben. Seele, Geist und Körper hatten Heilung erfahren. Noch ist mir mein Anblick im Spiegel fremd und doch vertrauter als die Frau mit bronzefarbenen Haaren und den vor Wahnsinn glühenden Augen. Keine Narbe ist mehr sichtbar, keine Schuppen, welche meinen rechten Arm überzogen. Das Vermächtnis meines Vaters. Doch nun gehören sie, ebenso wie meine Erinnerungen, der Vergangenheit an. Ich habe nichts mehr zu verbergen. In mir spüre ich Klarheit und Ruhe. Die Sehnsucht und das Gefühl von Verlust sind nur noch eine schwache Erinnerung. Es spielt keine Rolle mehr, was im vergangenen Jahr passiert ist. Ich möchte meine Vergangenheit, mein anderes Ich hinter mir lassen und einen Neubeginn wagen. Auch wenn ich es mir nicht wünsche, schließe ich es dennoch nicht vollkommen aus. Eines Tages werde ich meine Erinnerungen vielleicht gänzlich wiedererlangen. Wenn es dazu kommen sollte, hoffe ich stark genug zu sein, denn ich habe – davon bin ich überzeugt – aus gutem Grund vergessen.
  4. Abgesehen davon, dass ich Fan von den Dingern (besonders die mit Silber und Gold) bin, bringen sie mir Glück. Seit ich im Besitz von LP-Metern bin, verlieren meine Charaktere (fast) keine LP mehr Ich hab noch zu Hause mit Acrylfrabe ein Standard-LP-Meter mit Bronze/Kupfer (und rot und grün) angemalt (das hat einfach in meiner Sammlung gefehlt). Sieht sehr schick aus, nur klebt die Farbe ein kleines bisschen. (Das passt zu meinem Widerwillen, meinem Charakter LP abzuziehen ) Jetzt haben alle meine Hexen ein eigenes LP-Meter, zwei in passenden Farben
  5. *Räusper* und bitte an der Seite von Chelinda, die ist empört, dass du sie vergessen hast zu erwähnen
  6. Na, wenn ich die Brechstange ansetze und zudem ein paar NSCs mit der dicken Luftpumpe aufblähe, könnte das vielleicht noch klappen. Ich bräuchte da zunächst ein paar Details über die Chars. Klingt fast so, als wärest Du AUCH interessiert!? Chelinda ist harmlos. Auf dem letzten Con wieder bemerkt. Ich kann sie dir aber gerne vorab nochmal schicken
  7. Von mir weißt du ja, das ich (das Abenteuer) schon eine Weile bei dir spielen möchte
  8. Thema von Bart wurde von Die Hexe beantwortet in Valianisches Imperium
    Nein. Ausser das Maralinga heute nur von gelehrten und zur Zeit der Seemeister mindestens vom Adel gesprochen wurde, hab ich keinen Konsens in dem Strang gefunden. Das schien der kleinste gemeinsame Nenner. Und im Übrigen änderten sich Städtenamen auch im Laufe der Jahrunderte. Schöne grüsse aus einem Dorf nahe "Carols Ruhe" das heute als "Karlsruhe" seinen 300 Geburtstag feiert. Wie oft hat Petersburg seinen Namen gewechselt? Wie oft Stalingrad? Ich bastel zur Zeit ein Con-Abenteuer das um die Zeit der Seemeisterkriege spielt - und gehe davon aus das Spielfiguren welche mit "heutigem" Maralinga per Zeitreise dorthin kommen verstanden aber gewiss wegen merkwürdigem Dialektes (den keiner dort "verorten" kann) angeschaut werden. Ja genau deshalb wäre es ja so interessant. Klar, das Orte ihren Namen wechseln, besonders wenn die Herrschaft darüber immer wieder wechselt.
  9. Thema von Bart wurde von Die Hexe beantwortet in Valianisches Imperium
    So wirklich klar ist es nicht, welches Pendant es nun zu Maralinga und Vallinga gibt, oder hab ich was überlesen? Wenn man die (Namens-)Geschichte ehemaliger valianischer Eroberungen (Städte) hinterfrägt, kommt man irgendwann an dieser Frage nicht vorbei...
  10. ... du beim Zanharzt auf dem Stuhl liegst und das erste was dir auffällt, der blaue Punkt mit der weißen Schrift "LP" und darunter "AP" ist und du dich dann wunderst wo die Zahlenangaben dazu geblieben sind. (Ich habe mich gefragt, wie viel LP und AP wohl der Endgegner (Zahnarzt), welcher gleich kommt hat und erst dann habe ich mich gefragt, was diese Lebens- und Ausdauerpunkte wirklich bedeuten...Danach musste ich dann lachen und war froh noch allein im Raum zu sein)
  11. Alims Basar Im selben Viertel wie die Magiergilde von Haelgarde* gelegen, in einer Nebenstraße, findet sich ein, für das Auge eines Albai, merkwürdiges Schild über einer Tür (siehe Anhang). Die Tür ist aus dunklem Holz und mit Metallschnörkeln beschlagen. Auffällig sind ebenso die buntverglasten Fenster. Tritt man in „Alims Basar“ ein, wird man von einem exotischen Gemisch von verschiedensten Gerüchen empfangen. Eine kleine Treppe führt hinauf in einen rechteckigen Raum. Unzählige Kerzen und mit buntem Leder bespannte Lampen an der Wand tauchen den Raum in schwaches, orangefarbenes Licht. Der größte Teil der Wände ist (von der Mitte der linken Wand bis zur Mitte der rechten) von hohen Regalen bedeckt. In der Ecke links von der Treppe steht ein Tisch, auf dem Tücher liegen, manche mit exotischen Stickereien bestickt und/oder silbernen oder goldenen Münzen versehen. Hier findet sich unter anderem Stoff sowohl für einen Gesichtsschleier als auch für einen Turban. In der rechten Ecke stehen eingerollte Teppiche (Mit einigem Glück (2% Chance) kann einer der Teppiche fliegen. Allerdings hat dieser seinen Preis und wird nicht einfach an jeden dahergelaufenen Kunden verkauft.) und ein paar Krummsäbeln, manche in reichlich verzierten Scheiden. Auf einem kleinen Tisch liegen scharidische Dolche. Einige davon sind verziert und/oder stecken in einer verzierten Scheide. In den Regalen findet sich alles Mögliche von Lichtquellen jeglicher Art (Kerzen, Lampen, Laternen), über Tassen und Schüsseln/Schälchen, verzierte Metallkästchen, Amulette, Wasserpfeifen, Gewürze, verschiedene Teesorten, Kräuter für die Schwangerschaftsverhütung, Körper- und Duftöle, Schminke, bis hin zu Parfüm. Sogar ein paar Wunderlampen verstecken sich zwischen all den Waren. Durchaus befinden sich unter all dem Krimskrams einige wenige magische Spielereien und Artefakte (z.B. eine magische Laterne, die kein Brennmaterial benötigt). Auf dem Ladentresen, welcher reichlich mit Tüchern bedeckt ist, stehen mehrere, kleine, geöffnete Truhen. Auf Samt eingebettet liegen dort Armreifen, Ketten, Ohrringe und Ringe. Dazwischen stehen zwei besonders schöne Wunderlampen, eine aus Gold die andere aus Silber. Sie sind jedoch nicht zum Verkauf, sondern vielmehr zu Zierde gedacht. Ihr Preis wäre unbezahlbar, denn in ihnen wohnen tatsächlich ein kleiner Feuerelementar und ein Luftelementar. Der Luftgeist kommt hinaus, wenn man in den Schnabel der silbernen Lampe pustet. Dreimal steht er demjenigen, dessen Atem ihn geweckt hat, mit all seinen Kräften zur Seite, dann verschwindet er wieder und kann erst nach einiger Zeit erneut gerufen werden. Mit dem Feuergeist verhält es sich ähnlich. Um ihn zu rufen, stellt man die goldene Lampe ins Feuer. Er erfüllt jedoch nur einen in seiner Macht stehenden Wunsch. Die Preise liegen etwas höher, als bei vergleichbarer Ware aus Alba und den umliegenden Ländern, denn die Ware stammt ausschließlich aus Eschar, Aran und Rawindra. Das Meiste kommt jedoch aus dem Heimatland der drei Scharidinnen, die „Alims Basar“ führen. Djamila, Kamila und Layla sind noch recht jung (zwischen 20 und 30) und eine schöner als die andere. Sie sind nicht immer zu dritt, doch alleine wird man keine der Schönheiten im Laden entdecken. Die eigentliche Inhaberin von „Alims Basar“ ist Delinda, ebenfalls Besitzerin des Gasthauses „Zur tanzenden Wüstensonne“, welches auf der anderen Straßenseite direkt gegenüber zu finden ist. Sie sieht man im Laden fast nie, das Geschäft überlässt sie den drei Frauen. Warum der Laden dennoch „Alims Basar“ heißt, ist ein Rätsel. Auf Fragen diesbezüglich antworten die Frauen nur mit einem geheimnisvollen Lächeln. Albisch sprechen Djamila, Kamila und Layla erstaunlich gut, auch wenn sie einen unüberhörbaren, scharidischen Akzent besitzen. Neben ihrer exotischen Schönheit und ungewöhnlicher Gewandung (scharidische Mode) zeichnen sie noch weitere Besonderheiten aus. Weiblicher Kundschaft gegenüber sind sie freundlich und offen und beraten sie äußerst kompetent in Sachen Schönheit und Körperpflege. Männern gegenüber sind sie zurückhaltend, obgleich auch höflich. (Auf ev. Avancen reagieren sie mit Gleichgültigkeit und Nichtbeachten.) Egal was ein Kunde kauft und welchem Geschlecht er angehört, so ist ein Kauf immer mit einem abendlichen Besuch im Gasthaus „Zur tanzenden Wüstensonne“ verbunden. Darauf muss der Käufer sein Ehrenwort geben, ob er dies dann auch hält, ist ihm selbst überlassen, jedoch wird er den Besuch in diesem Gasthaus nicht vergessen… (*Anmerkung: Der Krämerladen kann sich natürlich auch an jedem anderen Ort befinden, für ein größeres Projekt habe ich ihn in Haelgarde angesiedelt Voraussichtlich wird es zu den hier genannten Personen in einem anderen Beitrag mehr Informationen geben) Hier klicken um artikel anzuschauen
  12. Die Ziele variieren je nach Figur. Hier wurden zwei unterschiedliche Arten von Zielen angesprochen. Einmal die Lernziele und die persönlichen Ziele des Charakters (die nichts mit steigern direkt zu tun haben). Jeder Charakter von mir bekommt beim Erstellen ein oder mehrere Ziele und sei es nur die Welt kennenzulernen. Im verlauf des Spielens kommen dann neue dazu, die alten werden möglicherweise erfüllt oder verändern sich. Häufig ergeben sich größere Ziele erst durch die erlebten Abenteuer. So wollte eine Figur zu Beginn sich tatsächlich nur die verschiedenen Magiergilden in Alba anschauen, mittlerweile wird die Unsterblichkeit angestrebt. Eine andere möchte einfach nur wieder eine heile Nase und "kämpft" dafür seit mehreren Jahren (Allheilung ist teuer). Die Lernziele ergeben sich aus mehreren Dingen. Meinem Wissen als Spieler, was sinnvoll/brauchbar ist. Daraus was die Figur erlebt, d.h. wie bereits genannt, sie merkt an einer Stelle fehlt etwas, also wirds gelernt, vorausgesetzt es ist nicht ganz abwegig. Oder sie sieht den Einsatz von Fertigkeiten (i.d. R. Zauber) bei anderen und denkt sich, ach das ist ja nett, das brauch ich auch. Und zum Schluss noch spielwetltechnische Einflusse, wie z.B. ein Mentor. es grüßt die Hexe
  13. Mehr braucht es für mich auch nicht. Zumal der Charakter bis spätestens Breuberg wieder "frei" sein soll Aber zumindest ein Ende für die begonnene Szene wäre nett und dann natürlich zum Abschluss EP und Belohnung.
  14. Und ev. sogar GG? (hat ja eine ganze Truppe Geisterwesen + ein Todloser den ewigen Frieden gefunden) Mfg Yon So sind die Prioritäten unterschiedlich, ich würde gerne wissen wies in den göttlichen Geilden weitergeht und ob wir gleich Culsu höchst persönlich begegnen...
  15. Ich finde das ebenfalls nicht notwendig. Eine andere Lösung wäre, wenn denn tatsächlich eine "essentielle" Fertigkeit für den Hintergrund fehlt, sie einfach zu lernen und dann starten der Charakter halt bereits mit einem kleinen ES (kann ja trotzdem noch Grad 1 sein). Irgendwie bekommt man das mit der Geschichte schon hin. Die Ausführungen von Donnawetta zum kulturellen Hintergrund finde ich dazu sehr schön. In der Regel können die SCs selbst auf Grad 1 deutlich mehr als die meisten Bewohner Midgards, zumindest in meiner Vorstellung der Welt. Und ansonsten gibts ja mittlerweile Regeln zu Doppelklassen...
  16. Hier enden die Briefe von Enya an ihre Mutter. Ihre letzten Worte, bevor sie ihr Gedächtnis verlor, erreichten Chelinda nie. Wie es Enya weiterhin ergangen ist, kann in Edanas Tagebuch nachgelesen werden: http://www.midgard-forum.de/forum/index.php?/blog/2295-edanas-tagebuch/ Liebste Mutter, in den frühen Morgenstunden des Dosandag, 1.Trideade Bärenmond sattelten wir die Pferde des Lairds und ritten los. Auf dem Weg überlegten wir, wie wir vorgehen würden. Mehrere Möglichkeiten waren uns gegeben. Ich war der Meinung sechs Pfeile würden das Ziel ihres Schützen treffen, sehr wahrscheinlich die Zielscheibe, einer von den sieben würde nach Samiels Willen fliegen und sein Ziel war ein MacBeorn. „Sechs werden treffen, einer wird äffen.“ Das waren Samiels Worte gewesen. Gray war anderer Meinung, jedoch änderte dies nichts an unserem Vorgehen. Das wichtigste und dringendste war, die Pfeile ausfindig zu machen und die Schützen daran zu hindern, sie am Fest zum Einsatz zu bringen. Salomon und mir war es ebenfalls wichtig die Schützen zu stellen, was eine Diskussion mit Gray auslöste. Trotz der unterschiedlichen Ansichten waren wir alle der Meinung, dass die Überprüfung der Pfeile vor dem Fest stattfinden musste. Schließlich wollte der Laird kein Aufsehen erregen und die Chance, dass wir einem der Pfeile übersehen würden, war zu groß. Wir hatten drei Zauber, die uns eventuell bei unserer Suche weiterhelfen würden. Zwei davon beherrschte Salomon, jemanden der des Erkennen der Zauberei mächtig war, würden wir nur in der Magiergilde finden. Deshalb beschloss Gray noch einmal mit Arlena NiConuilh zu reden und sie um Unterstützung zu bitten. Am späten Nachmittag kamen wir in Thame an und kehrten in Romildas Herberge ein. Dort erfuhren wir über die Schützenschaft des heiligen Maltrier, welche ein Teil der Bürgerwehr war. Gray und ich begaben uns zur Magiergilde, während Dylan und Mira Glarn Rabenbart von unserer Situation berichten wollten und Salomon die Schützengilde ausfindig machen sollte. Bei keinem von uns gelang das eigentliche Vorhaben. Gray und ich fanden eine Frau vor, die dem Schnupftuch des Lairds und unserer Geschichte wenig Bedeutung beimaß. Gray verlor beinahe die Beherrschung und mein Herz stand für einen Moment vor Schreck still. Den Göttern sei Dank konnte er sich zurückhalten und eilig verließen wir die Gilde. Glarn Rabenbart war derzeit nicht in Thame, sondern ins Atrossgebirge aufgebrochen. Salomon begab sich nicht zu Schützengilde sondern in den Einbeinigen Kobold, die heruntergekommenste Taverne in Thame. Doch davon erfuhren wir erst, als wir uns alle, bis auf Salomon wieder in Romildas Herberge versammelt hatten. Wir folgten dem Mann, der uns zu ihm führen würde. Ich entschuldigte mich für den Hexenjäger und wir nahmen ihn wieder mit. Als er sich eine Pfeife anzünden wollte, brach ein Streit aus, denn was er rauchte war eine Droge, nach der er süchtig war. In der Taverne fanden wir drei der Bogenschützen und nahmen die Pfeile an uns. Nach einem Besuch im Tempel, äußerte ich den Verdacht, das Colbran de Soel, ehemaliger MacBeorn und Oberhaupt der Ordensritter, das Ziel von Samiels Pfeil war. Wir begaben uns in die Ordensritterburg und informierten seinen Vertreter Dugal de Soel von unserem Verdacht. Bruna stieß die Tage zu uns und verabschiedete sich endgültig von uns. Ich sang ihr das Lied welches ich eigentlich für ihren Geburtstag gedacht hatte vor, dann verließ sie uns. Ihre Schulden wird sie begleichen. Mutter, nun gilt es den morgigen Tag abzuwarten, ich hoffe dass es uns gelingen wird, die restlichen Pfeile zu finden und den dunklen Machenschaften in Thame ein Ende zu bereiten. Oh, ich merke dass es spät ist und ich sehr müde bin. Ich kann nicht mehr klar denken, ich werde dir in den nächsten Tagen noch einmal ausführlich von unseren Untersuchungen berichten. In Liebe Enya
  17. Liebste Mutter, Und wieder einmal ist so einiges geschehen in den wenigen Tagen, die wir auf dem Jagdfest verbrachten. Nun ist es vorbei und morgen werden uns nach Thame begeben. Es eilt, weshalb wir schon in den frühen Morgenstunden aufbrechen werden. Und du wirst es kaum glauben, wir werden im Auftrag des Lairds dorthin reiten, auf Pferden, die er uns zur Verfügung stellt. Am Morgen des Seachdag wachte ich auf, als Gray gerade dabei war sich zu richten und das Zelt zu verlassen. Mira hatte ihm seine Beutel mit den Zauberkomponenten abgenommen, damit er uns nicht einfach verlassen würde. Wir wollten ihn alle aufhalten, doch er forderte wütend seine Beutel. Ich war froh, dass Mira sie ihm zurück gab, es war, glaube ich, nicht mit ihm zu scherzen. Wir wussten nicht wohin er ging, aber ich nahm an, er begab sich ebenfalls in den Wald, nur brauchte er seine Ruhe, das war sicher. Wir verbrachten den ganzen Tag im Wald und konnten sogar einen Wolf erlegen, welchen wir zurück ins Lager brachten und dafür den Rang eines Bestiers bekamen. Bis auf eine kleine Unstimmigkeit mit den Gauklern, da Mira und Salomon ihnen ihr Gewerbe streitig machten, verlief der restliche Abend ereignislos und am nächsten Morgen brachen wir wieder früh auf. Gray war am Abend nicht wieder aufgetaucht. Die nächsten Tage verliefen ohne weitere Jagderfolge, jedoch fingen wir Gerüchte über die Freischützen auf, die sich angeblich mit Samiel einlassen und dafür seine Pfeile, die ihr Ziel immer finden, erhalten würden. Am Abend des zweiten Festtages kam eine junge Frau ins Zeltlager und sprach mit dem Laird. Sie entschuldigte ihre Schwester, die aufgrund eines Fiebers nicht kommen konnte und wollte dem Laird Gold überreichen, um ihre Schuld zu begleichen. Der Laird machte sich über sie lustig und forderte sie zum Tanz auf. Das arme Ding. Als er ihr nach dem Tanz auch noch einen Kuss gab, schmiss sie dem Laird den Beutel an die Brust und verließ hastig das Lager. Einen Moment senkte sich Stille über die Menge, dann begann Donuilh MacConuilh zu lachen und die Spannung verflog wieder. Je mehr ich von diesem Man erfahre, desto weniger halte von ihm. Wir gaben noch unsere musikalischen Künste zum Besten bevor wir uns zu Bett begaben. Mira erzählte mir die Geschichte mit den Gaukler und Dylan meinte, es wäre gut, sich nicht mit ihnen anzulegen. Doch Salomon weigerte sich zu entschuldigen, weshalb ich mit Mira alleine ging. Am Morgen des Oachdag brachten wir früh in den Wald auf, doch auch an diesem Tag hatten wir kein Glück. Als wir zurück ins Lager kehrten herrschte dort schon Aufregung. Der Laird hatte Jagd auf einen Hirsch gemacht, doch das Tier war ihm entkommen. Auf den verletzten Hirsch wurde ein Preisgeld von 10 Oring ausgesetzt. Am Nachmittag des Naondag fand Salomon die Spur des verwundeten Hirschs. Als wir ihr folgten stießen wir überraschender Weise auf Gray, welcher gerade mit zwei Wildschweinen unterwegs zum Lager war. Dylan sollte ihn dorthin begleiten, damit er nicht alleine die Schweine zurück schleppen musste. Mira, Salomon und ich verfolgten die Spur des Hirsches. Hätten wir nur gewusst was uns erwarten würde. Nun, selbst in Begleitung von Dylan und Gray, hätten wir wenig tun können. Die Spur führte uns in eine Schlucht, die mit Farn, Gestrüpp und seltsamen Pilzen bewachsen war. Die Sonne verschwand hinter den Bäumen und ein dichter Nebel zog auf. Mich beschlich ein mulmiges Gefühl, ein Schatten legte sich über meinen Geist, meine Seele und meinen Körper. Nachdem wir noch einige Schritte weitergegangen waren, entdeckten wir den Grund für unser Unbehagen. Vor uns in der Schlucht befand sich ein großer Kessel über einen Feuer, umgeben von einem Kreis aus Totenschädeln. Die grünleuchtenden Flammen erhellten die zwei Gestalten, welche um den Kessel standen. Es waren zwei Frauen, eine war uns unbekannt, doch das Gesicht der anderen war uns wohl bekannt, Udele NiRathgar. Daneben standen zwei massige Gestalten, Oger, wie wir richtig vermuteten. Wir schlichen uns noch ein wenig näher heran und versteckten uns dann hinter Büschen. Udele murmelte Worte und rührte dabei immer wieder in dem Kessel herum. Dann erhob sie ihre Hand und ein Pfeil erschien darin, welcher erst grünlich leuchtete und dann erlosch. Da trat aus dem Schatten eine vermummte Gestalt und nahm den Pfeil entgegen. Ein weiteres Mal erhob sie ihre Hand, als plötzlich ein Gong durch die Nacht hallte. Mira hatte auf den Kessel geschossen. Die Wycca schickte einen ihrer Oger um nachzusehen woher der Bolzen gekommen war und dann setzte sie ihr Ritual fort. Der zweite Mann trat aus dem Schatten, dann der dritte. Der Oger war inzwischen auf Salomons und meiner Höhle, blieb stehen und wandte sich dann in unserer Richtung. Mira war in den Wald hinein gerannt. Ich versuchte den Oger mit Magie ins Reich der Träume zu schicken, doch es gelang mir erst beim zweiten Versuch, Salomon versetzte ihn dazwischen in Angst, so dass er stehen blieb. Inzwischen war bereits der nächste Schütze aus dem Schatten getreten, bis schließlich der letzte seinen Pfeil empfing. Insgesamt hatte Udele sieben Pfeile aus dem Kessel geholt. Da hallte eine Stimme durch die Schlucht „Brav meine Herzallerliebsten“ und ein Mann in grüner Gewandung eines Jägers erschien, Samiel. Er sprach von den Pfeilen, die nun ein weiteres Mal für Thame verteilt worden waren, an Menschen die nicht einmal wussten dass sie ihm dienlich waren. Alle Pfeile würden das Ziel ihres Schützen treffen, doch der siebte war Samiels Pfeil, welcher seinem Willen unterliegt. Sein Plan und der seiner Wyccas war es keinen MacBeorn am Leben zu lassen. Doch dann meinte Samiel, dass sie alles Weitere in der Hexenstube besprechen würden, woraufhin die Hexen dem grünen Sigill Treue schworen und sie alle verschwanden. Verwirrt und bestürzt versuchte ich zu begreifen, was wir soeben mit erlebt hatten. Flammender Zorn ergriff mich, welcher einerseits diesen abscheulichen Wyccas und ihrem Meister galt, anderseits sich gegen mich richtete, denn ich war so machtlos gewesen und hatte nichts getan um diese Übeltat zu verhindern. Schließlich töteten wir den Oger, welcher noch immer schlafend am Boden lag und untersuchten den Ort dieses schrecklichen Ereignisses. Neben den Überresten des finsteren Rituals fanden wir ein Schnupftuch, welches mit einer Zielscheiben und einem Bogen bestickt war. War dies ein Zeichen des grünen Jägers? Wir gingen die Schlucht noch ein Stück weiter und fanden, neben einer Quelle, schließlich den Hirsch, der bereits in den Tod gefunden hatte. Wir kehrten zum Lager zurück, wo uns Gray und Dylan schon erwarteten. Nachdem wir von den Ereignissen berichtet hatten, erfuhren wir von Gray was ihnen auf dem Rückweg ins Lager widerfahren war. Dylan und Gray hatten eine Kapelle mitten im Wald entdeckt, waren darauf zu gelaufen und hatten sie betreten. Von außen hatten sie durch das gleißende Licht welches aus dem Innern strahlte nicht hinein sehen können. In der Kapelle hatten sie einen toten Mann vorgefunden, in dem ein schwarzer Pfeil steckte. Als sie näher traten, wurde das Licht heller, bis sie schließlich nichts mehr sahen. Dann befanden sie sich wieder Wald, die Kapelle war verschwunden, zurück blieben nur ihre Fußspuren auf dem Boden. Höchst sonderbar erschien mir ihre Erzählung, was mochte es zu bedeuten haben? Ich fasste einen Entschluss und teilte den anderen mit, dass ich einige Momente für mich wünschte. Niemand schien von diesem Wunsch begeistert, was ich durch aus verstehen konnte, doch ich beharrte darauf, dass ich keine Begleitung wünschte. Konnten sie es nicht einfach verstehen und mir vertrauen? Ich versicherte ihnen dass ich in sicheren Händen sein würde. „Gehst du zum Laird?“ Für einen Moment konnte ich nicht fassen, dass Dylan mich dies tatsächlich gefragt hatte. Wütend und verletzt blickte ich ihn an. Allgemein stieß seine wohl als Scherz gemeinte Frage auf Missbilligung und so entschuldigte er sich. Sie würden mich nicht alleine gehen lassen, ich musste jedoch alleine sein. Deshalb meinte ich, Gray solle mit mir mitkommen, woraufhin Dylan sich verstimmt abwandte. Genau das hatte uns jetzt noch gefehlt, es gab ja nicht schon genug um was wir uns zu kümmern hatten. Seufzen begab ich mich mit Gray in den Wald. Nach ein paar Schritten machte ich Andeutungen zu meinem Mentor. Er verstand mich, begleitete mich noch ein Stück weiter und blieb schließlich zurück. Ich hatte es gewusst, Gray würde mich und die Bedeutung meines Vorhabens verstehen. Dankbar ging ich noch ein Stück tiefer in den dunklen Wald und entzündete dann ein Feuer. Sobald die Flammen loderten und ich das Feuer gespeist hatte, warf ich einen der Rubine ins Feuer und rief Ihn an. Aus dem Feuer erhob sich eine männliche Gestalt, umhüllt von Feuer und sprach mit tiefer, durchdringender Stimme zu mir. Schon lange hatte ich ihn nicht mehr gerufen und so war ich einen Moment überwältig von seiner Präsenz und Macht. Als ich mich gesammelten hatte, berichtete ich ihm, was ich in den letzten Trideaden bezüglich der finsteren Mächte gesehen und erfahren hatte. Zum Herrn der Nebenberge sagte er nichts, mit der Vernichtung der Wycca in Norrenshold war er zufrieden. Als ich das grüne Sigill erwähnte, meinte er, dass Samiel eine Vorliebe für Hexenbünde hätte. Vielleicht handelte es sich bei dem Sigill um einen solchen. Er trug mir auf, mich nicht vorrangig um Udele zu kümmern, sondern die Pfeilschützen ausfindig zu machen. Sollte ich Erfolg haben, hatte ich Ihn davon zu unterrichten. Zum Schluss zeigte ich ihm noch Feuermal, welches er mir abnahm und betrachtete. Er gab mir die Runenklinge zurück, mit den Worten, dass dies eine mächtiges Schwert sei, dessen Kraft ich für das Richtige einsetzten solle. Ich dankte Ihm und verbeugte mich, dann war Er verschwunden. Ich ließ das Feuer brennen und ging zurück zu Gray. Als wir wieder am Lager waren suchte ich nach Dylan. Ich fand ihn mit einigen anderen Männern an einem Tisch sitzen. Kaum ließ man ihn mal alleine fing er wieder mit dem Trinken an. Mir schenkte er kaum Beachtung und so drehte ich mich um und begab mich zu Bett. Wir hielten Wache, denn wir wollten nicht, dass der Hirsch abhandenkam. Dylan kehrte in dieser Nacht nicht zurück zum Zelt. Am nächsten Morgen fand ich ihn unter einer der Bänke liegen und sein Geruch schlug mir schon von weitem in die Nase. Angewidert weckte ich ihn und teilte ihm mit, dass wir den Hirsch gleich zum Laird bringen würden, dann kehrte ich zu den anderen zurück. Nach kurzer Zeit erschien auch Dylan dort, doch sein Anblick sprach Bände. Am meisten ärgerte mich, dass wir so vor den Laird treten würden. Er kann von Glück reden, dass mich andere, wichtigere, ernstere und dringender Sorgen beschäftigten. Als wir vor dem Zelt des Lairds standen, hörten wir noch das klatschen von Haut auf Haut, dann ein Quietschen und kurze Zeit später trat Donuilh MacConuilh aus seinem Zelt. Ihm war anzusehen, dass wir die letzten waren, die er sich als Jäger seines Hirsches gewünscht hatte, doch er lobte und überreichte uns die 10 Oring Belohnung. Als wir uns abwendeten, meinte Salomon, er würde uns erst mögen, wenn ich mit ihm das Bett teile und Gray gab ihm Recht. Was sie sagten entsprach wohl der Wahrheit und wahrscheinlich meinten sie dies auch nicht böse, trotzdem trafen mich ihre Worte tief. Und als ob es nicht bereits genug Unruhe und Sorgen gab, verhielt sich Dylan sehr distanziert und ihn umgab eine mürrische Aura. Wir kehrten noch einmal zum Kessel zurück und mussten feststellen, dass er verschwunden war. Salomon drängte, dass man dem Fluss folgen würde, doch wir sahen darin wenig Sinn und so kehrten wir ohne ihn zum Lager zurück. Dort fragte ich Dylan und Gray ob wir nicht ein bisschen für musikalische Unterhaltung sorgen sollten. Ich hatte gehofft, dies würde die Stimmung heben, doch ich hatte mich geirrt. So beendete ich meinen Gesang nach wenigen Worten und setzte mich auf eine der Bänke während Gray und Dylan weiterspielten. Ich bemerkte wie mir die Tränen in die Augen drängten und versuchte sie wütend zurück zu halten. Ich konnte die Disharmonie einfach nicht ertragen und war wütend auf Dylan, den Laird, Gray, Salomon und ganz besonders auf mich. Doch dann besann ich mich und ging wieder zurück zu den beiden musizierenden Männern. Ich holte tief Luft und begann mit einem Liebelied, welches man zusammen im Duett singen konnte. Nach kurzem Zögern stimme Dylan mit ein. Ich wandte meine Aufmerksamkeit ihm zu und nach einiger Zeit merkte ich, wie er weicher wurde und nachdem die Musik verklungen war, nahm er mich in den Arm und küsste mich. Da Salomon noch immer nicht zurückgekehrt war, beschlossen wir bis zur vierten Stunde zu ruhen und ihn dann zu suchen. Doch während Gray Wache hielt, kam der Hexenjäger zurück und erzählte uns wie er dem Fluss gefolgt war und eine Insel in der Mitte des Sees gefunden hatte. Auf der Insel hatte er den Oger wiedergesehen. Es war mitten in der Nacht und noch hatten wir kaum geschlafen, weshalb wir bevor wir uns zu der Insel begeben würden, noch etwas ruhen wollten. Da fragte mich Gray auf einmal ob ich Feuer tatsächlich nicht spüren, oder ob es mir einfach nicht weh tun würde. Für einen Moment wusste ich nicht was ich antworten sollte. Salomon schaute mich verwirrt an und fragte, was Gray damit meine. Innerlich fluchte ich und bedankte mich bei Gray mit einem wütenden Blick. Und wieder einmal tat ich etwas, ohne darüber wirklich nachzudenken. Es war bereits spät und die letzten Tage hatten wir so viel zum Nachdenken gegeben, dass mein Kopf in diesem Moment nicht wirklich funktionierte. Ich erhob die brennende Fackel und hielt meine Hand in das Feuer. Augenblicklich zeichneten sich Schuppen auf meiner Haut ab. Erschrocken und mich selbst verfluchend zog ich meine Hand aus dem Feuer und ließ den Ärmel meiner Bluse darüber fallen. Doch es war bereits zu spät. Salomon starrte mich und fragte, was dieses zu bedeuten hätte. Und wieder einmal gab ich keine Antwort, denn wie sollte ich ihm es erklären ohne zu lügen? Er fragte ob ich eine Wycca sei, worauf ich sehr empört reagierte. Ich versicherte ihm, dass ich vollkommen auf der Seite der ordnenden Mächte stand und er nichts vor mir zu fürchten hätte. Er verließ das Zelt, denn er wollte darüber in Ruhe nachdenken. Schmerzlich erinnerte mich seine Reaktion an die von Iros. Ich hatte nur die Hoffnung, dass Salomon ein anderer Mensch war. Nach kaum einer Stunde Schlaf wurden wir von Salomon geweckt und brachen auf in Richtung See. Nach einigen Stunden kamen wir schließlich dort an. Mira und Dylan konnten nicht schwimmen und sich auch nicht mit Magie behelfen, weswegen nur Gray, Salomon und ich die Insel betraten. Auf unserem Weg wurden wir von einem Schwarm zum Leben erweckter, seltsamer Stofftiere angegriffen. Schließlich entdeckten wir eine Höhle, die wir betraten. Neben den Kessel fanden wir dort ein paar Kräuter und andere Dinge, die die Wycca benutz hatte. Als wir die Höhle wieder verließen, hörten wir ein Lachen und Augenblicke später wurden von einer Rauchwolke umgeben. Als ich aus dem Rauch hinaustrat, stand ich direkt vor dem Oger, der mich mit seiner mächtigen Keule angriff und den Pforten von Ylathors um einiges näher brachte. Letztlich konnten wie die Wycca und ihren Oger jedoch mit Hilfe von Mira und Dylan, die es mit einem improvisierten Floß über den See geschafft hatten, überwinden. Als wir die Hexe untersuchten entdeckten wir einen grünen Dolch, welcher auf ihre Brust gemalt war. Bevor wir reagieren konnten, hatte Salomon schon seinen Dolch angesetzt und ihn hinaus geschnitten. Neben Zauberkomponenten fanden wir noch einen Heiltrank bei der Hexe. Ich hatte mich mit Hilfe eines besonders Starken Trunks im Kampf gegen den Oger retten können, doch nun hatten wir nichts mehr um Grays verletztes Bein zu heilen. Er nahm den Trank der Wycca zu sich, doch seine Wirkung reichte nicht aus und so machten wir uns, Gray stützend, auf den Rückweg. Als wir über den See waren äußerte ich den Wünsch uns aufzuteilen, in der Hoffnung noch rechtzeitig zur Preisverleihung zu kommen. Die anderen waren dagegen, doch schließlich brach ich mit Dylan alleine auf, während wir Mira und Salomon zum Schutz von Gray, der weder schnell laufen, noch sich verteidigen konnte, zurück. So ungern ich es zugebe, doch ich hätte besser auf sie gehört. Nach etwa zwei Stunden hörten wir auf einmal ein Knurren und sahen einen großen Bären auf uns zu laufen. Tagelang hatten wir nach einem Bären Ausschau gehalten und waren keinem begegnet und in dem Moment, in dem wir es am wenigsten wünschten, standen wir einem gegenüber. Ich versuchte auf den nächsten Baum zu klettern fiel jedoch nach wenigen Metern wieder herunter. Völlig erschöpft stand ich Dylan beim Kampf mit dem Bären bei. Für einen Moment dachte ich, unser Ende wäre nun gekommen. Doch irgendetwas in mir sagte mir, dass die Klauen des Bären uns nicht den Tod bringen würden. Und tatsächlich schafften wir es aller letzter Kraft das Tier zu besiegen. Notdürftig versorgte ich Dylans Wunden und wir brachten den restlichen Weg zum Lager unbehelligt hinter uns. Doch wir waren zu spät. Das Lager wurde bereits geräumt und die Ehrung war vorüber. Trotzdem begaben wir uns zum Laird und entschuldigten unser Zuspätkommen. Eine Weile später trafen auch Gray, Mira und Salomon ein und gemeinsam begaben wir uns noch einmal zum Laird. Wir berichteten ihm von dem Hexenunterschlupf den wir im Wald gefunden hatten, der Grund für unser verspätetes Kommen. Schließlich erachteten wir es als sinnvoll dem Laird auch den Rest zu berichten. Also erfuhr er auch von Samiel, Udele und dem Pfeilritual. Er schien unseren Worten Glauben zu schenken und beauftragte uns darüber mehr herauszufinden. Für diesen Zweck überreichte er uns ein Taschentuch, welches mit seinem Zeichen bestickt war. Da fiel mir das Tuch ein, welches wir gefunden hatten und zeigte es ihm. Doch es war nicht das Zeichen Samiels, sondern das der Bogenschützengilde von Thame. Vom Laird erfuhren wir, dass es am Fest Irindarsted einen Bogenschützenwettbewerb geben würde und langsam fügte sich alles zusammen. An Irindarsted würden Samiels Pfeile ihre Ziele finden und das hatten wir zu verhindern. Der Laird bat uns darum, kein Aufsehen zu erregen und sollten wir etwas herausgefunden haben, uns bei Fiona MacConuilh, der Stadthalterin zu melden. Wir besprachen noch eine Weile wie wir am besten vorzugehen hatten, dann begaben wir uns zu Bett. In Thame werden wir die Pfeile und Schützen der Bogenschützengilde überprüfen, vielleicht werden wir die Kirgh miteinbeziehen, ein Priester könnte hilfreich sein. Wir vermuten, dass Udele ebenfalls ein Zeichen an sich trägt, welches sie als Mitglied des grünen Sigills auszeichnet, doch darum werden wir uns wahrscheinlich erst nach dem Fest kümmern könne, die Zeit eilt und der Laird möchte, dass das Fest ohne Aufruhr von statten geht. Endlich ist es mir möglich gegen diese dunkle Brut vorzugehen, ich werde alles tun um im Namen meines Herrn für die Vernichtung der dunklen Mächte zu sorgen. Das Feuer der Ordnung wird aufleuchten und das finstere Chaos verbrennen! In Liebe Enya
  18. Liebste Mutter, eigentlich wollte ich dir erst nach dem Fest schreiben, wenn wir wieder bei Nervan sind. Doch ich muss dir die Ereignisse der letzten Tage berichten. Noch immer sitzt mir das Grauen in den Gliedern und mich plagen Zweifel und Schuldgefühle. Am Morgen des Sedag wurden wir von Sheldon MacRathgar, einem Freund von Nervan abgeholt und begaben uns gemeinsam mit ihm auf das Jagdfest. Bruna begleitete uns nicht, ihr geht es in letzter Zeit nicht so gut, immer wieder muss sie das Bett hüten. Aber vielleicht ist sie auch nicht die richtige für eine Pirschjagd im Wald. Nicht dass ich es bin, aber ich werde mein Bestes tun. Am Abend kamen wir dort an und stellten uns, wie sich das gehört, beim Laird vor. Wie naiv, wie unbekümmert, wie unvorsichtig ich gewesen war. Ich hätte dies alles leicht verhindert können, doch wie konnte ich wissen, dass es so kommen würde? So überraschend, so plötzlich, dass ich gar nicht wusste was geschah. Wir betraten sein Zelt, verbeugten uns und nannten unsere Namen. Er meinte, dass wir ihm bekannt vorkämen und wollte wissen, woher. Ich merkte wie die anderen zögerten, doch es war besser der Laird erfuhr es gleich von uns, als wenn er es später herausfinden würde. So erwähnte ich die Gerichtsverhandlung um den Tod von Rubin NiRathgar. Warum hatte ich gesprochen, warum die Aufmerksamkeit auf mich gelenkt? Warum hatte ich meine Haare offen getragen? Warum habe ich mich nicht einfach an Dylans Seite gestellt und warum bin ich dort nicht geblieben? Er trat auf mich zu und machte mir Komplimente. Ich erschauderte, als ich bemerkte, wie er mich mit seinen Blicken auszog. Doch noch fühlte ich mich sicher, denn alle waren bei mir und er würde nicht…Da machte Mira eine Bemerkung zu den gelben Zelten der Huren. Ich schluckte erschrocken, doch der Laird lachte und meinte, würde ich dort arbeiten, wäre ich die reichste Frau Albas. Eine leichte Übelkeit machte sich in mir breit, die sich verschlimmerte, als er Gray, Mira und Dylan aus dem Zelt bat. Ich konnte nicht begreifen was geschah. Warum ließen mich die anderen alleine? Hilfesuchend wandte ich mich um und blickte Dylan an. Was ich in seinem Blick las, schnürte mir die Kehle zu. Es fiel ihm schwer, doch er würde nicht gegen den Befehl des Lairds gehen. Wie schrecklich dieser Moment für ihn gewesen sein musste, nicht zu wissen was passieren würde, sich so hilflos und ohnmächtig zu fühlen. Es tut mir so leid. Als die anderen das Zelt verlassen hatten, stellte Donuilh MacConuilh mir seinen Sohn und noch weitere Personen vor. Kurz darauf betrat Salomon das Zelt. Er war zuvor bei den Damen der gelben Zelte hängen geblieben und stellte sich nun ebenfalls dem Laird vor. Ein Funken Hoffnung glühte in mir auf, doch erstarb wieder, als Salomon meinen flehenden Blick ignorierte und mit ein paar Worten an Donuilh MacConuilh, lächelnd das Zelt verließ. Dann war ich mit dem Laird alleine. Er schenkte mir Wein ein, doch ich nippte nur daran. Auf keinen Fall durfte ich meinen Verstand vernebeln. Ich ließ mir die Regeln der Jagd erklären und berichtete dann von dem Auftrag Nervans. Doch schon schnell bemerkte ich, dass sein Interesse an meinen Erzählungen nur gespielt war und sich sein wahres Interesse zwischen meinen Beinen befand. Eigentlich hatte ich gehofft, er schenke mir Gehör und unternähme etwas gegen die noch verliebenden Orcs in der Binge, die die Umgebung unsicher machen und wer weiß, ob sie nicht doch noch dem Herrn der Nebelberge von Nutzen sein können. So beendete ich meinen Bericht. Als er begann meine Bluse aufzuknöpfen, wurde mir erst wirklich bewusst, in welcher Lage ich mich befand. Ich konnte mich unmöglich diesem Mann verwehren. Selbst ohne dass ich mich mit ihm hätte gutstellen und unser Ansehen wiederherstellen wollen, war es anmaßend den Wunsch des Lairds auszuschlagen. Und doch, ich wollte nicht, alles in mir schrie. Ich saß Dylans Blick, als er das Zelt verlassen musste und malte mir seine Qual aus. Wie würde ich ihm jemals wieder in die Augen schauen können? Meine Augen füllten sich mir Tränen, welche langsam ihren Weg meine Wangen hinab fanden. Verwundert hielt der Laird inne und fragte nach dem Grund für meine Tränen. Ich sprach von meiner Liebe zu dem Mann, der mich vor dem Zelt erwartete, von dem mir Wichtigsten in meinem Leben, was er drohte zu zerstören. doch dies interessierte ihn alles nicht und küsste mich. Meinen Widerstand und Unwillen überging er. Doch ich konnte mich nicht wirklich wehren. Ich war gefangen zwischen Entsetzten, Schuldgefühlen und dem Glauben, ich müsse diese Nötigung für unseren Ruf, für die andern über mich ergehen lassen. Von draußen war Miras Schrei zu hören, doch der Laird ließ sich von nichts abhalten. Ich hoffte, sie würde nichts Dummes anstellen. Da tauchte wieder Dylans Gesicht vor meinem inneren Auge auf, ich spürte seine Berührungen auf meiner Haut, hörte seine Worte in meinem Ohr und entzog mich den Händen des Lairds. Ich ging auf die Knie und flehte ihn an, mir zu verzeihen und mir dies nicht anzutun. Da bemerkte ich eine Bewegung an der Zeltwand und sah durch einen Riss Gray dort stehen. Die Wut war deutlich in seinem Gesicht zu sehen und Panik packte mich. Verzweifelt signalisierte ich ihm das Zelt nicht zu betreten. Ich schickte ein Stoßgebet zu den Göttern, dass er seinen Zorn nur dieses eine Mal im Zaum halten konnte. Was dies für uns bedeuten würde, ließ mir mein ohnehin schon rasendes Herz bis zum Hals klopfen. Der Laird schien, den Göttern sei Dank, von dem allen noch nichts bemerkt zu haben und schaute mich weiterhin mit seinen lüsternen Augen an. Er meinte, ich wünsche doch, dass er sich um die Orcs in Nierthalf kümmere. Nun benutze er auch noch meine eigenen Worte gegen mich. Wie konnte er nur so etwas von mir verlangen? Da verließ mich nur für einen Moment meine Beherrschung und mir rutschte über die Lippen, dass ich für diesen Wunsch nicht meinen Körper hergeben würde. Donuilh fasste es anders auf, als ich es gemeint und erwartet hatte. Er schrie mich an und bezeichnete mich als Hure. Er ließ mir die Wahl entweder das Zelt nun als Hure zu verlassen oder ihm das zu geben wonach es ihn verlangte. Was war das für eine Wahl? Entweder ich ließ mich zu Hure machen, weil ich das Zelt verließ und dem Laird seinen Wunsch verwehrte oder gab mich ihm hin und wäre damit nicht anders als eine der leichten Damen der gelben Zelte. Nur war meine Belohnung kein Geld. Am liebsten hätte ich den Mann geschlagen, doch ich schluckte meinen Zorn und meine Abscheu hinunter und erwiderte ruhig, dass ich Enya, Tochter von Chelinda und Aneteckroth mich nicht als Hure beschimpfen lasse, auch nicht von einem Laird und verließ das Zelt. Kaum war ich ein paar Schritte draußen, brach ich zusammen und nichts konnte die Tränen aufhalten. Tränen der Angst, der Scham, der Wut und des Entsetzens. Doch es dauerte nicht lange, da spürte ich vertraue Hände und hörte vertraue Stimmen. Mira und Dylan waren bei mir und begleiten mich zum Zelt. Die ganze Zeit über weinte ich hysterisch, ich konnte mich nicht beruhigen, wollte so viel sagen, mich entschuldigen. Endlich hatte ich mich beruhigt und trug den beiden auf Gray zu holen. Sie verließen das Zelt, doch es dauerte mir zu lange, eine innere Unruhe hatte von mir Besitz ergriffen und so ging ich hinter ihnen her. Bevor ich jedoch das Zelt verließ verband ich mir meine Haare. Als ich sie schließlich entdeckte, erfuhr ich, dass Gray vorhatte zu gehen. Er hatte versucht in das Zelt des Lairds zu gehen und hatte mit ihm gesprochen, ihm sogar gewagt zu drohen. Der unbändige Zorn, der ihn noch immer umgab, war deutlich zu spüren. Doch ich wollte nicht, dass er geht. Wir konnten ihr überreden zu bleiben. Irgendwie würden wir es schaffen. Dazu musste er sich erst einmal beim Laird entschuldigen, doch er weigerte sich dies zu tun. Vielleicht war es auch besser so, eine weitere Begegnung würde uns um Kopf und Kragen bringen. Mir ist bewusst, welches Risiko wir eingehen, in dem wir bleiben, doch ich möchte nicht so einfach aufgeben. Nachdem ich einen Tee für Gray zubereitet hatte, kehrte ich an Dylans Seite zurück und erzählte ihm, was im Zelt von Donuilh MacConuilh geschehen war. Schmerzlich wurde ich mir meiner Liebe zu diesem Menschen bewusst, als ich ihn anblickte und seine Nähe spürte. Ich bin so froh, dass ich mich den gierigen Armen des Lairds entzogen hatte. Auch wenn Dylan meinte, er hätte mir verziehen, ich hätte mir selbst nie vergeben können. Ich versicherte ihm, dass ich seine Hilfe nicht erwartet hatte, denn es hätte alles nur noch schlimmer gemacht. Doch musste er mir versprechen, dass er von nun an für den Rest des Jagdfestes stets an meiner Seite bleiben würde. Einen kleinen Teil in mir gibt es jedoch, der tief verletzt ist und mit Vorwürfen um sich wirft. Noch habe ich das Gefühl in dem Moment als ich begriff, dass ich alleine war und mir niemand helfen würde, noch nicht ganz abgeschüttelt. Dieses Erlebnis hat mir gezeigt, dass ich mich nicht immer auf die Hilfe und den Beistand anderer verlassen kann. Doch noch wehrt sich mein Inneres gegen die Erkenntnis, dieses Gefühl der Einsamkeit. Ich weiß jedoch, dass solche Situationen wieder kommen werde, weshalb ich lernen muss sie zu akzeptieren. Die nächsten Tage werden wir im Wald verbringen, ich hoffe wir haben bei unserer Jagd Glück. So verrückt es klingen mag, aber die Ereignisse haben mich neben all dem Schrecken auch mit viel Kraft und Entschlossenheit erfüllt, so dass ich den nächsten Tagen mit Erwartung und Eifer entgegen sehe. In Liebe Enya
  19. ein Blog-Eintrag von Die Hexe in Enyas Briefe
    Liebste Tochter, entschuldige, dass du so lange auf eine Antwort von mir warten musstest. Du hattest Recht, ich war auf Reisen. Zusammen mit einem anderen Sorellor aus der Gilde bin ich nach Valian gereist […] Erst einmal wünsche ich dir alles Gute zu deinem Geburtstag. Von deinem Vater soll ich dich auch ganz herzlich grüßen. Ich freue mich, dass du einen so schönen Tag verbracht hast. Ich hab auch noch ein Geschenk für dich, aber du wirst es erst bekommen, wenn wir uns sehen, denn ich möchte es dir persönlich überreichen. Ich warte auch schon lange auf meines, doch ich nehme an du hast weder den Kopf noch das Geld, dich um ein Geschenk für mich zu bemühen. Das größte Geschenk bist du, sorge einfach gut für dich und dann ist deine Mutter schon glücklich. So viel ist geschehen, ich habe deine Briefe mit Spannung gelesen. Es scheinen sich tatsächlich finstere Wolken am Himmel zusammenzubrauen, aber ich bin mir sicher, die Sonne wird ihren Weg durch die Wolken finden und sie vertreiben. In Glarn Rabenbart und Nervan habt ihr wirklich wertvolle Freunde gefunden. Ich muss immer wieder schlucken und den Kopf schütteln, wenn du von euren Erlebnissen erzählst. Eine Binge mit 200 Orcs, ich bin froh, dass du noch am Leben bist, Tochter. Der Bericht über Iros hat mich wenig überrascht, das was ich von ihm über deine Briefe mitbekommen habe, ließ mich schon vermuten, dass er nicht lange bei euch bleiben würde. Um ehrlich zu sein, bin ich erleichter. Du musst dich schon mit genug gegen Gefahren von außen wehren, es bedarf nicht auch noch der Feinde im Inneren. Ich hoffe ihr werdet mit Salomon mehr Glück haben. Über die Runenklingen sind mir auch schon Geschichten zu Ohren gekommen, aber mehr als du weiß ich über diese mysteriösen Schwerter nicht. Du musst mich über weitere Vorkommnisse unbedingt unterrichten. Ein wahrlich passende Waffe für meine Tochter, wen hätte sie anderes erwählen können als dich, kleines Feuer. Diesem Barden scheinst du ja wirklich wichtig zu sein. Ich werde wohl meine Meinung über ihn ändern müssen, ich hätte nicht gedacht, dass es ihm so ernst ist. Ich freue mich für dich. Ach, wie gerne würde ich dich sehen und deine Gefährten kennenlernen, aber ich werde wohl warten müssen bis ihr nach Fiorinde kommt, denn im Moment gibt es hier so viel zu tun, dass ich die Stadt außer auf Geheiß der Gilde nicht verlassen kann. Ich bin gespannt was du von dem Jadgfest zu erzählen hast und wohin es euch danach ziehen wird. Ich wünsche euch viel Erfolg und macht mir bloß keinen Ärger, Donuilh MacConuilh ist ein wahrlich mächtiger Mann. Nimm dich vor ihm in Acht. Chelinda
  20. An Chelinda, die letzten Tage waren erfüllt mit Studieren, Musik und Gesprächen, so dass ich dir erst jetzt schreibe. Mir geht es gut. Ich bin dabei mein Wissen über die arkane Kunst zu erweitern. Ausgerechnet einen Priester der Dheis Albi habe ich dabei als Lehrmeister. Doch Vater Limric ist ein guter Mann, der mich das Bannen von Dunkelheit und das Erschaffen einer Feuerkugel lehrt und mich in der Sprache der Priesterschaft unterweist. Gleich am ersten Tag, als Gray, Salomon und ich eigentlich auf dem Weg zu Tharyn, der Kräuterfrau waren, bat er uns um Hilfe, wir sollten uns um einen Spuk kümmern, der beim Friedhof sein Unwesen trieb. In einem Loch befand sich ein grauenvolles Gespenst, welches uns in Angst und Schrecken versetzte. Sein Blick allein genügte, um einem das Herz vor Angst erstarren zu lassen. Doch was mich noch mit größeren Entsetzten erfüllte, war der Moment, als Gray mit der Todesangst kämpfte und sein Herz drohte zu versagen. Ich hätte ihn beinahe verloren. Ein weiteres Mal. Mit aller Macht versuchte ich ihm Mut zu zusprechen, um ihn nicht vor meinen Augen sterben zu sehen. Mit vereinten Kräften und der Hilfe des Priesters gelang es uns schließlich den Geist zu bezwingen und zu bannen. Der Schock sitzt noch immer in meinen Gliedern. Wie oft werde ihn noch erleben? Wie lange bis sich die Pforten zu Ylathors Reich doch einmal öffnen? Ich hoffe der Tag wird nie kommen. Ich tue mein Bestes um stärker zu werden. Die Kräuterfrau empfing uns unwirsch und schickte uns sogleich wieder fort, ohne auf unsere Fragen und Bitten Antwort zu geben. Von Myriel erfuhr ich, dass sie sich aufgrund eines Streits mit einem Druiden zurückgezogen hatte. Doch auch dieses Problem konnten wir lösen, indem wir Haern, den Sohn des Druiden, dazu brachten, sich bei Tharyn im Namen seines Vaters zu entschuldigen. Danach bot auch sie sich als Lehrmeisterin an und ich bekam endlich die Kräuter, die mir schon eine Weile ausgegangen waren. Ich sollte anfangen, sie selbst zu suchen. Als wir Morvill einen Besuch abstatteten trafen wir auf ein Mädchen namens Elanor, Anführerin der Wildlinge, einer Gruppe von Kindern. Elanor ist die Tochter von Aethelsbaen, ein Müller und ehemaliger Hexenjäger, den wir, neben dem Wirt Warwick, ebenfalls im Gasthaus kennenlernten. Von ihm erfuhren wir, von den dunklen Gestalten, die im Dorf nach uns gefragt, dem Müller gedroht und sich als Schergen von Thalion ausgeben hatten. Auch er bot sich als Lehrmeister an. Im Dorf geschah etwas mit der Runenklinge. Ich trug sie wie immer bei mir, in der Scheide, die ich hatte anfertigen lassen, als sie plötzlich in Flammen aufging und das Leder zu Asche verbrannte. Gray, der neben mir gelaufen war, verbrannte das Feuer der Klinge ebenfalls. Erschrocken nahm ich das Schwert in die Hand und spürte die Macht, die ihm innewohnte. Für einen kurzen Moment war es zu einer Flammenklinge geworden, doch die Kraft erschien mir so unkontrollierbar. Ich kümmerte mich um Grays Wunden und entschuldigte mich. Danach hielt er Abstand von mir und auch ich erachtete es für sinnvoll, den anderen nicht mehr zu nahe zu kommen, solange ich die Runenklinge bei mir trug. Es wäre sehr hilfreich, würde Nervan den Bann der auf dem Buch über die Runenklingen liegt, lösen. Vielleicht würde ich dort einige Antworten finden und eine Möglichkeit die Macht der Klinge zu kontrollieren. Wie alle anderen sah ich Salomon in der Zeit des Lernens wenig. Doch er überraschte uns, als er eines Tages von den 25 Oring berichtete, die er in Norrenshold gefunden hatte. Er hatte es vergessen und wollte sie nun jedoch aufteilen. Er entschuldigte sich und damit war die Sache für uns erledigt. Bisher ist er nicht negativ aufgefallen, doch ich kann ihn nicht wirklich einschätzen. Nun gut, lange ist er noch nicht bei uns, ich sollte dem noch etwas Zeit geben. Ich nutze die Zeit um endlich mit Dylan zu sprechen. Ich teilte ihm mit, was ich von dem Versprechen an Iros hielt und bat ihn in Zukunft solche Versprechen niemandem mehr zu geben. Das Verhältnis der Versprechen war von solch Unstimmigkeit gewesen, Dylan hatte nur verlieren können, Iros hingegen nur gewinnen. Und seine Worte waren letztlich für uns alle von Nachteil gewesen. Er stimmte mir zu, dass es von ihm unüberlegt gewesen war, jedoch würde er es jederzeit wieder tun, wenn sich die Chance dadurch erhöhe, dass ich zu ihm zurückkehren würde. Dazu wusste ich nichts mehr zu erwidern und konnte nur hoffen, dass er das nächste Mal weiser entscheiden würde oder dass es ein nächstes Mal einfach nicht geben würde. Ich machte ihn auch auf sein Verhalten Gray gegenüber aufmerksam und meinte, dass eine Entschuldigung und Dankbarkeit ihm gegenüber angebracht wären. Die Tage verstrichen und schließlich brach der Morgen des ersten Tags im Bärenmond an. Beim Frühstück stand Dylan auf und beglückwünschte mich, woraufhin alle anderen folgten. Nein, das stimmt nicht, Gray verließ wortlos den Raum, ebenso Salomon. Dylan überreichte mir eine Schatulle, in welcher sich zwei Ohrringe befanden. Sie glichen dem Paar, von dem ich einen an die Echsenmenschen verloren und den anderen Dylan geschenkt hatte. Gerührt und glücklich bedankte ich mich bei ihm. Nervan wollte am Abend ein Fest feiern, doch ich meinte, dass es besser wäre eine große Feier nach der Jagd zu veranstalten, denn Brunas Geburtstag müsste auch noch gefeiert werden. Als ich mich in unser Gemach begab, um mich für den Tag zu richten, entdeckte ich auf meinen Nachtlager einen Handspiegel, Seife und ein Tuch aus gröberem Stoff. Daneben ein Tuch, in dem die acht Rubine eingewickelt waren. Den Tag verbrachte ich bei Vater Limmric. Beim Abendessen war Gray immer noch nicht da, Jaris saß ebenfalls nicht am Tisch. Salomon überreichte mir ein Kästchen, in dem sich ein silbernes Kreuz an einer Kette befand. Auf seiner Rückseite befand sich eine Inschrift auf Neu-Vallinga „Wie Feuer und Flamme“ Salomon meinte, das würde zu mir passen. Überrascht, bedankte ich mich und zog die Kette sogleich an. Dies hatte ich nicht erwartet, freute mich dafür jedoch umso mehr. Gerade als ich das Kreuz angezogen hatte, kamen die Bediensteten herein und brachten einen Kuchen, den Mira gebacken hatte. Ihr Geschenk würde sie mir später überreichen. Es war ein schöner Abend, die Stimmung war ausgelassen und Miras Kuchen sehr gut. Doch einer fehlte: Gray. Nach einiger Zeit begab ich mich auf die Suche und fand ihn schließlich in der Bibliothek. Dort saß er im Schein einer einsamen Kerze. Sein Anblick versetzt mir einen Stich. Ich bedankte mich für sein Geschenk und fragte ihn, ob er uns Gesellschaft leisten würde, doch er weigerte sich, mich zu begleiten. Ich weiß nicht, was geschehen ist, dass er den Tag seiner Geburt mit solch bitteren Erinnerungen verbindet. Als ich ihn ein paar Tage später darauf ansprach, wurde ich um keine Erkenntnis bereichert. Es schmerzt mich, dass er mir dieses Vertrauen nicht entgegenbringt und seine dunklen Seiten nicht teilt, obgleich ich ihn verstehen kann. Die Schätze und das Gold lagerte ich bei Nervan, darunter befand sich auch der Helm, von dem wir noch immer nicht wussten, was er konnte oder ob es einfach nur ein einfacher Helm war. Am einem Morgen ging Gray in unser Zimmer und zog ihn auf. Woraufhin er runter auf den Hof stapfte und den Hauptmann Rensgar nach seinem stärksten Mann fragte. Im folgenden Kampf verlor Gray die Kontrolle und hieb auf Rupert, seinen Gegner blindlings ein. Wir versuchten ihn aufzuhalten und nach mehreren Versuchen gelang es mir ihn einzuschläfern, doch der Helm ließ sich nicht von seinem Kopf lösen. Von Salomon erfuhren wir, dass der Helm verflucht war und ich schickte ihn los, um den Priester zu holen. Vater Jaris bannte die finstere Magie, die sich des Helmes bemächtigt hatte und er zerbrach. Zu meinem Entsetzten lagen nicht nur die Stücke des Helmes neben Grays Kopf, sondern auch das zerbrochene Diadem, welches er darunter getragen hatte. Und wieder einmal war durch Grays Neugier etwas geschehen… So viel Wirbel um dieses Diadem und nun ist es unbrauchbar. Ich hoffe, dass der Moment in dem wir seine Zerstörung bitter bereuen, niemals kommen wird. Für die Zukunft wird derjenige, der ein magisches Artefakt ausprobiert, nur dieses bei sich tragen. Bei dem Kampf hatte Rupert Gray einen Arm gebrochen und er würde nun mehrere Tage nicht mehr zu gebrauchen sein. Es waren noch sechs Tage bis zum Jadgfest. Den Göttern sei Dank wusste ich von einem Kraut welches die Heilung des Bruchs beschleunigen würde und fand es auch, so dass Grays Arm nach fünf Tagen, dank meiner täglichen Fürsorge, wieder verheilt war. Doch außer Gray galt meine Aufmerksamkeit noch einem anderen Menschen, Jaris, der Tochter von Nervan. Je länger ich sie beobachtete, desto sicherer war ich mir, dass sie schwanger war. Ich sprach ihre Zofe Betty an und sie bestätigte meinen Verdacht. Ich erfuhr das Tachwallon der Vater des Kindes war und dass die zwei ehrliche Gefühle für einander empfanden. Jaris hatte Angst es ihrem Vater zu sagen, denn der Barde war kein Mann von Stand und diese Verbindung wäre Nervans Ruf nicht zuträglich. Doch ich redete mit ihr und überzeugte sie, dass es besser sei, denn irgendwann würde er es ohnehin erfahren. Ich versicherte ihr meine Unterstützung und versprach ihr, dass ich mit ihren Vater nach dem Jadgfest reden würde. Bald ist es soweit. Auf das Fest und den Laird bin ich schon sehr gespannt. Ich weiß von ihm nur, dass er einen gewissen Ruf als Wüstling genießt. Ich hoffe wirklich, dass es uns gelingt uns mit ihm gutzustellen, er ist schließlich einer der mächtigsten Männer des Landes. Ich bin froh ein paar ruhige, mehr oder weniger sorgenfreie Tage gehabt zu haben, wobei sie nicht wirklich ruhig waren, aber zumindest befanden wir uns mal nicht im Gefängnis, eine verlassenen Zwergenbinge mit 200 Orcs oder einer verlassenen Hochmotte mir Hexen, Dämonen und Ogern. So langsam frage ich mich wirklich, in welche fernen Gefilde meine Mutter gereist ist und wann ich eine Antwort erhalten werde. In Liebe Enya
  21. An Chelinda, als wir in am Deachdag in Clydach ankamen, begaben wir uns in den Apfelkeller, dem einzigen Gasthaus in dem kleinen Dorf. Dort begegneten wir neben zwei könig-albischen Waldläufern, zwei Ordensritter, ein ältere und ein jüngerer. Der Junge hatte seltsame Anwandlungen und rief völlig zusammenhangslos heilige Wörter, Orte und Namen. Ansonsten geschah nichts Außergewöhnliches und das Treffen der Ordensritter verlief ohne weitere Schwierigkeiten. Nach einem Gespräch mit Gwyddon, er konnte mir leider nicht mehr über die Hexe erzählen, gingen wir zu Bett. Am nächsten Morgen gab uns der Druide als Dank einen Heiltrunk mit auf den Weg. Am Mittag des Myrkdag gelangten wir an die Stadttore von Thame. Sogleich begaben wir uns zu Glarn Rabenbart, der uns empfing und unserer Geschichte lauscht. Wir überreichten das verlorengegangene Schriftstück und ich zeigte ihm den Mantel aus Zwergenbärten. Baldur war sehr erleichtert und fragte uns nach seinem Maultier. Salomon hatte jedoch gemeint, er müsse es verkaufen und so stand er wortlos auf, verließ den Raum und kehrte nach einiger Zeit ebenfalls wortlos mit dem Tier zurück. Am Ceaddag der zweiten Trideade im Wolfmond kamen wir spät abends in Dun Irensrod an und erklärten Nervan unser spätes Kommen. Er berichtete uns, dass er die Magie, welche auf dem Zwergenbuch lag, noch nicht bannen konnte. Er würde es als nächstes mit einer Kombination aus Magie und Alchemie versuchen. Als wir über unsere weiteren Pläne sprachen, erzählte der Gelehrte uns von dem Jadgfest, welches der Laird Donuilh MacConuilh veranstalten würde. Dort hätten wir die Möglichkeit unseren Ruf und unser Ansehen zu verbessern. Außer bei den Zwergen waren wir nicht gern gesehen in Thame und es wäre gut, wenn sich dies wieder ändern würde. Das Fest beginnt am Sedag der 1. Trideade im Bärenmond. Wir entschlossen die Zeit bis dahin mit Studieren und Kennenlernen der Gegend und ihrer Bewohner zu verbringen. Um die Chance bei unserem Aufenthalt in Dun Irensrod bösen Überraschungen zu erleben zu verringern, erzählte ich Nervan von Sandrina und er versprach den Hauptmann Rensgar davon zu unterrichten. Da fiel mir der Stein ein, den mir Meister Cleobolus mitgegeben hatte und reichte ihn Nervan, woraufhin er ein Spiel hervor holte, mit dem wir uns noch eine Weile beschäftigten. Ich stellte mich gar nicht so schlecht an und gewann gegen Gray und Salomon. Gegen Nervan hatte ich natürlich keine Chance. Ich schaue den kommenden Tagen mit Freude entgegen. Es gibt sicher viel zu lernen und zu erfahren. Um einige Dinge werde ich mich noch kümmern müssen, auch wenn sie nicht nur angenehm sind. Das Fest von Bruna steht immer noch offen und bald habe auch ich Geburtstag. Aber ich befürchte die Zeit bis zum Fest wird viel zu kurz sein, um alles zu tun, was ich mir vorgenommen habe. Ich freue mich wieder von dir zu hören, es ist schon eine Weile her, dass ich einen Brief von dir erhalten habe. Wahrscheinlich bist du unterwegs und liest diese Zeilen erst, wenn du zurückkehrst. Ich bin gespannt, was du zu erzählen hast. In Liebe Enya
  22. An Chelinda, am Morgen verabschiedeten wir uns von Cleobolus und machten uns auf den Weg zur verlassenen Hochmotte Norrenshold. Es wäre ein Leichtes gewesen sie zu finden, doch wir wurden durch Hexenkunst in die Irre geführt. Als wir dies begriffen, konnten wir uns von dem Zauber befreien und fanden schließlich an unser Ziel. Wir betraten die Motte durch das Nebengebäude und kamen im ersten Stockwerk in einen Flur. Am Ende des Flures stand ein Tisch mit einem silbernen Kreuz darauf. Augenblicklich kam mir in den Sinn, um was es sich hier handeln musste. Ein Ankoral, an dem etwas gebunden war. Da begannen Salomons Augen in einem weißen Licht zu glühen und er teilte uns mit, dass zwei Dämonen an das Kreuz gebunden waren. Von solch einem Zauber habe ich noch nie gehört, er scheint mir aber durchaus nützlich. Als wir den Gang betraten, erschienen die zwei Dämonen und wir nahmen den Kampf mit ihnen auf. Während wir gegen diese finsteren Kreaturen kämpften, erschien ein Oger aus einer der Türen, doch auch dieses Wesen konnten wir abwehren. Schließlich durchsuchten wir die restlichen Räume, doch von dem Brief fehlte jegliche Spur. Im Erdgeschoss fanden wir jedoch eine Falltür, die wir öffneten. Im Raum darunter befand sich die Hexe, die uns mit ihrem Hexenwerk und einem beschworenen Dämon erwartete. Erschöpft vom letzten Kampf zogen wir uns erst einmal zurück. Während Gray versuchte seine Kräfte durch Meditation wiederzuerlangen, begaben Salomon und ich uns nach oben, um die Umgebung im Auge zu behalten. Nach kurzer Zeit sahen wir eine Ogris auf den Eingang der Motte zu laufen. Wir warnten die anderen und verstellten die Tür. Nach einiger Zeit tauchte jedoch eine Axt aus dem Holz hervor. Schnell packten wir diese, entrissen sie den Händen der Ogris und Dylan schoss mit seiner Armbrust durch das entstandene Loch. Nach zwei Pfeilen floh sie und Salomon und ich nahmen die Verfolgung auf. Nachdem die Kreatur ihr Ende gefunden hatte, entdeckten wir bei ihr einen Mantel aus Zwergenbärten geknüpft. Mit Entsetzten betrachtete ich ihn, denn in den Händen hielt in den Mantel des Ogers von Thame oder vielmehr ein zweites Gewand dieser Art. Wir kehrten zurück und nach einiger Zeit öffneten wir die Falltür, diesmal leise, fanden im Keller jedoch nur den Dämon vor, den wir vernichteten. Um ein Haar wäre uns die Hexe entkommen, denn sie hatte sich hatte sich mit Magie unsichtbar gemacht. Doch wir hörten ihre Schritte auf der Treppe und folgten ihr. Als sie durch Grays Magie schlafend darnieder lag, fesselten und knebelten wir sie. Während Gray und Mira die verbliebenen Räume untersuchten, verhörten Salomon und ich das Hexenweib. Doch als ich nach ihrem Herrn fragte, spürte ich einen Windhauch, als ihre Brust aufriss und sie starb. Ihr finsterer Herr hatte erfolgreich verhindert, dass wir von ihm erfahren. Gray und Mira hatten im Keller neben dem Brief einen verletzten Mann gefunden, um den ich mich sogleich kümmerte. Er stellte sich als Gwyddon ap An vor. Er ist ein Druide aus Clanngadarn und wurde von der Hexe Edris gefangen und ausgefragt. Sein Ziel ist Clydach, ein kleines Dorf nördlich von Norrenshold. Wir boten ihm an, ihn dorthin zu begleiten, denn er war schwer verwundet und konnte sich nicht verteidigen, sollte etwas auf dem Weg passieren. Für unsere Hilfe versprach er uns eine Belohnung. Wir zerstörten das Pentagramm, mit welchem die Wycca den Dämon beschworen hatte und brachen dann auf. Die erste Nacht werden wir wohl im Freien verbringen, denn Salomon weigert sich in der Motte, wo die Hexe ihr Unwesen getrieben hat, zu nächtigen. Auch ich war wenig begeistert von dieser Idee. Ich bin froh der Wycca ihr Handwerk gelegt zu haben, doch es erzürnt mich, dass ich nicht den Namen ihres Herrn erfahren habe. In diesem Moment kam ich mir so machtlos gegen die Mächte der Finsternis vor. Noch viel habe ich zu lernen, Mutter. Noch sehr viel. In Liebe Enya
  23. An Chelinda, nachdem ich mit dem Brief an dich fertig war, begab ich mich zum Haus der Wunder in dem die Berggnomin Kelda Glitzerfels, eine Thaumaturgin, Talismane, Amulette und andere magische Artefakte verkauft und fragte nach einem Artefakt, welches die Haare dauerhaft färben könne, doch ihr war nichts dergleichen bekannt. So kehrte ich wieder in die Gilde ein und kaufte dort Zauberkomponenten, während ich auf Gray wartete. Bald kam er mit einem zerknirschten Gesichtsausdruck zurück. Die Gildenvorsteherin hatte ihm deutlich gemacht, was passieren wird, sollte er noch einmal in der Öffentlichkeit zaubern ohne einer Gilde beigetreten zu sein. Allerdings erfüllte er die Voraussetzungen für einen Beitritt in der Gilde des Weißen Steins nicht. Es wurden zwei Fürsprecher innerhalb der Gilde benötigt, zusätzlich würden sie selbstverständlich die Gesinnung überprüfen. Diese Anforderungen werden wir in jeder Magiergilde in Alba erfüllen müssen. Wir sollten in naher Zukunft um uns eine Mitgliedschaft bemühen, doch ich halte Thame für keine gute Wahl, zu viel ist in dieser Stadt schon passiert und unser Ruf zu schlecht. Ich würde sehr gerne nach Fiorinde reisen und dort der Gilde beitreten. Vielleicht wird uns unser Weg irgendwann dorthin führen. Ich hoffe es wird nicht mehr allzu lange dauern. Schließlich begaben wir uns ans Tor und bald tauchte Mira auf. Sie erzählte uns, sie hätte Meister Cleobolus getroffen. Er würde uns gerne zu Nervan begleiten. Ich wunderte mich, denn es war schon Abend und wer würde des Nachts reisen, außer ihn zwingen die Umstände dazu? Doch der Grund, weshalb er uns am Tor treffen wollte, wurde sogleich aufgeklärt, als er in Begleitung eines jungen Mannes auftauchte. Wir wunderten uns über seinen fehlelenden Wagen, doch er winkte ab und meinte nicht er würde uns begleiten. Er stellte uns den Mann als seinen Enkel Salomon vor. Der Mann war in einen schwarzen, zerfetzten Ledermantel gekleidete, hatte einen ebenfalls schwarzen Schlapphut auf und trug ein Langschwert bei sich. Er war etwa in meinem Alter, von durchschnittlicher Statur und Aussehen. Gray fragte Cleobolus, ob er für uns noch einmal die Sterne gedeutet hat. Und tatsächlich prophezeite uns der alte Mann, dass finstere Mächte sich sammeln und ihr Netzt um uns spannen würden. Das ist auch der Grund, warum er Salomon an unserer Seite wissen möchte. Er ist ein Jäger der finsteren Mächte. Cleobolus war der Meinung, nachdem der junge Mann eine schwierige Zeit durchgemacht hätte, wäre er nun bei uns gut aufgehoben. Nun, da mag er recht haben, trotzdem konnten wir uns eines gewissen Misstrauens nicht erwehren, welches sich noch steigerte als Cleobolus die Heimat Salomons erwähnte: Die Küstenstaaten. Wenig erfreuliche Erinnerungen verbinden wir mit Küstenstaatlern. Doch ich hatte mir vorgenommen, offen zu sein und mich nicht zu verschließen und sollte er tatsächlich ein Gegner finsterer Mächte sein, hatten wir immerhin schon ein gemeinsames Ziel. Gleich zu Beginn erzählten wir Salomon, warum wir ihm mit Misstrauen und Vorsicht begegneten, unterrichteten ihn über die „Regeln“ in unserer Gruppe und alles und jeden, der uns verfolgte und Schaden wollte. Die meiste Zeit über blieb er still und hörte sich an, was wir zu berichten hatten. Da niemand von uns etwas gegen seine Begleitung einzuwenden hatte, verabschiedeten wir uns von Cleobolus und machten uns auf den Weg nach Dun Irensrod. Es wurde bereits dunkel und wir kamen nur langsam voran. Dylan und Salomon waren dafür in ein Gasthaus einzukehren, Gray erinnerte sie daran, was letztes Mal passiert war, doch schließlich entschieden wir uns doch, die Nacht nicht im Freien zu verbringen. Doch bevor wir an ein Gasthaus kamen, trafen wir auf Bruna, die uns hinterher geritten war. Es war schon sehr spät, doch wir wurden dank Dylans Bekanntheit noch eingelassen. Am Tisch nahm ich meinen Becher und füllte das Ale vor mir hinein, um auf den Boden des Bechers zu schauen. Zu meiner Erleichterung fand ich dort kein eingeritztes S. Doch nach wie vor war ich vorsichtig und nahm erst einmal nur einen Schluck. Wir erzählten Bruna von den Ereignissen mit Iros und erklärten ihr, wie wir die Aufteilung der Gegenstände dieses Mal gehandhabt hatten. Es folgte eine kurze Diskussion über den Zwergenhammer, den wir in der Binge gefunden hatten, doch schließlich waren wir uns einig, er würde an Vater gehen, um unsere Schulden zu begleichen. Er wird ihm sicher gefallen, ein magischer Steilhammer, besonders effektiv gegen Orcs. Im Verlauf des Gesprächs packte Bruna einen Helm aus, den wir völlig vergessen hatten. Auch dieser würde an Vater gehen. Dafür nahm Bruna das Amulett, welches ihre Wunden schneller heilen ließ, an sich. Zu unserer Erleichterung verbrachten wir eine ruhige Nacht. Am nächsten Morgen brachen wir auf. Salomon hatte ich mein Pferd überlassen und ritt zusammen mit Dylan. Ich fragte den jungen Mann nach seinen Gründen für die Jagd der finsteren Mächte, doch er zog es vor zu schweigen und so fragte ich nicht weiter nach, konnte ich ihn doch am besten verstehen. Vielleicht würden wir es eines Tages erfahren. Ich hatte ebenfalls meine Zeit gebraucht, mich der Gruppe anzuvertrauen und noch immer wissen sie nicht alles. Nach dem wir eine Weile geritten waren, hörten wir ein Stöhnen aus dem Gebüsch am Waldrand. Umgehend stieg ich vom Pferd und eilte dorthin. Ein Zwerg in schwarzer Kleidung mit einem flammenden Zeichen auf der Brust lag dort, übelzugerichtet, kaum mehr bei Bewusstsein. Ich rief Bruna zur Hilfe und gemeinsam kümmerten wir uns um ihn. Als er wieder bei Sinnen war, stellte er sich an Baldur Schattenbann vor und erzählte uns, dass er ein Bote des Zwergenkönigs von Dvarnaut im Penganniongebirge sei und einen wichtigen Brief für Dvarin Doppelaxt, dem König des Atrossgebirges, bei sich gehabt hatte. Doch er war von zwei Wesen, er war der Meinung Oger, überfallen und niedergeschlagen worden. Nun fehlte das Schreiben, welches er zu Glarn Rabenbart hatte bringen sollen. Das Schriftstück enthält Informationen über eine Hexe, die ihr Unwesen in der Gegend treibt. Normalerweise jagt er Schattenzwerge, doch diesmal hatte er die Wycca, eine menschliche Kreatur der Finsternis, verfolgt, sie jedoch verloren. Die Stadt schien und nicht aus ihren Fängen entkommen zu lassen und so bauten wir eine Trage, auf die wir den Zwerg legten, kehrten um und machten uns ein weiteres Mal auf den Weg nach Thame. Am Abend erreichten wir das Tor, betraten die Stadt und begaben uns zum Zwergenviertel. Glarn war verwundert uns so schnell wieder zusehen und wir erklärten ihm den Grund unseres Kommens. Er rief augenblicklich nach jemandem, der sich um den Zwerg kümmern würde und lauschte dann Baldurs Geschichte. Der Besuch auf Nervans Burg würde wohl noch eine Weile warten müssen, denn wir machten es uns natürlich zur Aufgabe, das Schreiben zurückzubringen. Die Oger hatten sich, wenn man den Worten Baldurs Glauben schenkte, in eine verlassene Hochmotte zurückgezogen. Glarn holte eine Karte der Gegend und breitete sie auf dem Tisch aus. Schnell fanden wir den Ort, an den das Schriftstück wahrscheinlich gebracht worden war. Wir verabschiedeten uns und begaben uns in Romildas Herberge, wo wir auf Meister Cleobolus trafen. Eine Nacht werden wir in Thame zu verbringen, morgen werden wir uns auf den Weg Richtung Amberford machen, von dort aus, ist es nicht mehr weit zu der verlassenen Hochmotte Norrenshold. Schon wieder wird uns keine Rast gegönnt. Wie sehr wünsche ich mir einfach mal ein paar Tage Ruhe. Die Zeit im Halfdal scheint schon so lange her, so viel ist seitdem passiert. Vielleicht haben wir nach dieser Aufgabe die Möglichkeit auf Nervans Burg etwas zur Ruhe zu kommen, uns zu sammeln und das ein oder andere zu lernen, doch viel Hoffnung habe ich nicht. Schon lange wollte ich die Geburtstage der anderen wissen, doch erst jetzt bin ich dazu gekommen, sie zu fragen. Außer Mira war jedoch niemand begeistert von der Idee diese Tage zu feiern. Besonders Gray zeigte wenig Freude, den Tag an dem er geboren wurde, wollte er uns nicht nennen, wir sollten ihm einen beliebigen aussuchen. Welche bitteren Erinnerungen er damit wohl verbindet? Doch bei allem was wir erleben, uns schon wiederfahren ist, sind Momente der Freude und des Glücks umso wichtiger und kostbarer. Und diese Tage sollen von Glück, Freude und Unbeschwertheit erfüllt sein. Gemeinsam mit Mira werde ich mir Mühe geben! Für Bruna werden wir auf Dun Irensrod ein Fest feiern, denn ihr Geburtstag ist heute, am Seachdag, 1. Trideade Wolfsmond. Ich habe darüber nachgedacht, wie ich dir oder Vater die Abzahlung unserer Schulden zukommen lasse und bin zu der Entscheidung gekommen, dass ich sie in Dun Irensrod lagern und sobald der Betrag die nötige Höhe erreicht hat, ins Pengannion zu Vater reisen werde. Wenn dieser Zeitpunkt gekommen ist, werde ich dich davon unterrichten, damit du Teck unser Kommen ankündigen kannst. In Liebe Enya
  24. Liebste Mutter, nur wenige Tage sind vergangen und doch hat sich so viel ereignet, dass ich nicht weiß wo ich beginnen soll. Mit der Annahme, die Reise nach Thame und wieder zurück, würde ohne weitere Vorkommnisse und Schwierigkeiten verlaufen, hatte ich mich schwer getäuscht. Am ersten Abend kamen wir an eine Taverne an der Königsstraße und kehrten ein. Wir hatten bereits für Unterkunft, Speis und Trunk gezahlt, als wir am Tisch saßen und ich mein Ale trank. Ich nahm den letzten Schluck, als das eingeritzte S am Boden des Bechers mir wie ein Dolch ins Auge stach. Augenblicklich warf ich den Becher von mir und übergab mich. Ich verspürte Übelkeit, doch noch zeigten sich keine weiteren Anzeichen einer Vergiftung. Verwundert fragten die anderen nach und ich zeigte auf den Becher. Schlagartig wurde es eiskalt im Raum und Gray ging zum Wirt, packte diesen und brüllte ihn an. Den anderen Menschen in der Taverne befahl er hinaus zu gehen und damit sie seinem Befehl Folge leisteten, ließ er es schneien. Es ging so schnell und noch war ich zu überrascht über die Ereignisse, dass ich ihn nicht aufhalten konnte. Gray und Iros bearbeiten den Wirt solange, bis wir erfuhren, dass Sandrina ihm vor nicht allzu langer Zeit fünf Oring dafür gezahlt hatte, den vergifteten Becher uns zu reichen. Wir forderten unser Geld zurück, Iros nahm die fünf Oring an sich und wir verließen das Gasthaus. Doch zuvor sprach Gray unzusammenhängende arkane Worte und sagte dann dem Wirt, dass er nun alles mitbekommen würde, was in dem Raum passiere. Natürlich war dies völliger Unfug. Draußen standen die Menschen und schauten uns mit angsterfüllten Augen an. Gray teilte ihnen mit, sie könnten wieder hinein, doch niemand bewegte sich. Den Göttern sei Dank, ich hatte schnell genug reagiert, denn das Gift hatte noch nicht begonnen in mir zu wirken. Mit dem Wissen, dass Sandrina in der Nähe war, entschieden wir uns, nicht mehr in Gasthäuser einzukehren und die Nacht durchzureiten. Bis nach Thame machten wir immer wieder kleinere Pausen, doch wirklich schlafen konnten wir nicht. Am Morgen des zweiten Sedag im Wolfmond kam uns ein Trupp entgegen. Es waren Ritter des Sonnenordens, die uns aufgrund der Ereignisse im Gasthaus verhafteten. Gray wollte alleine mit ihnen gehen, doch sie ließen nicht mit sich reden. Das Grays Verhalten Folgen haben würde, hatte ich mir bereits gedacht. Wann wird er lernen, mit der Magie in Alba noch vorsichtiger zu sein und seine Wut besser zu kontrollieren? So kamen wir also in die Ordensritterburg in Thame, die ich eigentlich nie von Innen hatte sehen wollen. Angst überkam mich, ich hatte das Gefühl, der Name Vraidos stand auf meiner Stirn geschrieben. Hinzu kamen meine noch ungefärbten Haare, die ich wieder unter dem Tuch versteckt hatte. Ein weiteres Mal wurden uns unsere Waffen abgenommen. Uns wurden die Augen verbunden, wir wurden gefesselt, geknebelt und in eine Zelle geworfen. Ich konnte und wollte es nicht glauben. Wieder befanden wir uns in Gefangenschaft und hatten und auch noch mit den Ordenskriegern des Xan angelegt. Doch diesmal mussten wir keine sechs Tage ausharren, nach kurzer Zeit kamen ein Ordensritter und eine Frau an unsere Zellentür. Bei der Frau handelte es sich um Arlena NiConuilh, die Vorsteherin der Magiergilde von Thame. Wir übergaben das Schreiben von Nervan und schilderten ihr die Ereignisse aus unserer Sicht. Danach wurden wir wieder entlassen, doch die Sorellis wollte noch ein Gespräch mit Gray über seine Taten führen. Wir bekamen unser Hab und Gut zurück und begaben uns zum Zwergenviertel Thames. Dort erzählten wir Glarn Rabenbart unsere Geschichte und ließen die magischen Artefakte und den Schmuck schätzen. Und dann begann die Diskussion. Wie erwartet ließ sich das Geld und die Gegenstände nicht einfach so verteilen. Iros wollte das Schild, das Amulett, das Diadem und am liebsten auch noch den Dolch behalten, war aber nicht bereit uns dafür auszuzahlen. Er weigerte sich an die Abmachung, die wir vor Betreten der Zwergenbinge gemacht hatten, zu halten. Er war der Meinung, das Diadem war bei ihm am besten aufgehoben und ließ keine andere Meinung zu. Stundenlang diskutieren wir. Es war so ermüdend, Iros zeigte keinerlei Einsicht. Mira hatte sich zu Beginn der Diskussion verzogen und kam erst zurück, als wir zu einer Einigung gekommen waren. Noch immer war Iros uneinsichtig und nicht bereit sein eigenes Verhalten zu überdenken, stattdessen beschuldigte er uns neidisch auf ihn zu sein und ihm die magischen Artefakte nicht zu gönnen. Vergeblich versuchte Gray ihn vom Gegenteil zu überzeugen und ihm die Unsinnigkeit seiner Worte vor Augen zu halten. Altes wurde wieder auf den Tisch gebracht, doch es brachte uns nicht weiter. Schließlich gab Iros nach und die Gruppe sollte über den Träger des Diadems bestimmen. Als Mira wieder zu uns stieß, berichteten wir ihr kurz, was vorgefallen war und dann ergriff Gray das Wort. Er sprach mir aus der Seele, als er Iros mitteilte, dass er solche Diskussionen in Zukunft nicht mehr führen wollte und dass er seine Drohung, die er damals ausgesprochen hatte, wahr machen würde. Ein Gruppenmitglied, welches sich nicht gruppendienlich verhielt, im Gegenteil, gegen die Gruppe agierte, könnten wir nicht tragen. Mira versuchte noch einmal einzulenken, doch die Entscheidung war gefallen. Als ich versuchte etwas zu sagen, fuhr mir Iros über den Mund und behauptete, dass wir uns noch nie verstanden hätten, er könne mich nicht ausstehen und ich ihn nicht. Viel konnte ich dazu nicht mehr sagen. Er hatte mich nie verstanden, er hatte es nicht einmal versucht. Nicht ihn akzeptierte ich nicht, sondern sein Verhalten. Schrecklich war das Gefühl in dem Moment, ich sah wie schwer es Gray fiel, dies Iros zu sagen. Auch ich hätte mir etwas Anderes gewünscht, doch es würde sich nichts ändern. Es war die richtige Entscheidung gewesen und jetzt da sie getroffen wurde, erfüllte mich neben der Bedrückung auch Erleichterung. Da ergriff Dylan das Wort. Da er ein Versprechen Iros gegenüber gemacht hatte, mich jedoch nicht verlassen wollte, bot er ihm an, seine Schulden zu übernehmen. Zuerst weigerte sich Iros und verlangte von ihm, ihn nach Chryseia zu begleiten. Doch Dylan meinte, er würde nicht von meiner Seite weichen und wenn er dafür wortbrüchig werden müsste. Schließlich einigten sie sich und Iros verlangte seine Ausbezahlung. Wir gaben ihm seinen gerechten Anteil, doch dies war ihm nicht genug. Er verlangte auch noch die Runenklingen schätzen zu lassen. Doch sie waren von unschätzbarem Wert, so dass wir nur den Materialwert der zerbrochenen Klinge nahmen und ihm auch noch davon einen Anteil gaben. Zorn wallte in mir auf über Dylans dummes Versprechen und Iros Gier nach Geld. In meinen Augen waren die Runenklingen etwas, was man nicht mit Gold aufwiegen konnte. Schließlich waren sie von unschätzbarem Wert und erwählten ihren Träger selbst. Iros Argument für Entschädigung, er könnte ja der Träger sein, sollte die Klinge wieder ganz werden, hatte keinen Wert. Sollte das Schwert ihn tatsächlich wählen, würde sie zu ihm gelangen. Aber ich bezweifelte stark, dass die Klinge solch einen Träger erwählen würde. Wie konnte solch ein egoistischer, gieriger Mensch ein Segen für die Menschheit sein? Dann war es an der Zeit getrennte Wege zu gehen und wir forderten die Artefakte, die er noch bei sich trug. Es wunderte mich nicht, dass er sich weigerte sie herauszugeben. Er wollte uns dafür bezahlen, doch wir meinten, diese Gegenstände gehörten der Gruppe, wie ausgemacht und er hatte seinen Anteil, der ihm zustünde und noch mehr, bekommen. Als er sich zur Tür wendete, waren Gray und ich sofort bereit und nach ein paar arkanen Worten und Gesten von Gray sackte Iros zusammen und lag schlafend am Boden. Es tat mir leid, zu solch Mitteln greifen zu müssen, ja es beschämte mich, aber nach all den Ereignissen mit Iros, Bernardo, Sandrina, Udele, war in uns kein Raum mehr für Gnade und Nachsicht. Mira nahm ihm das Amulett ab, das Diadem hatte Gray zuvor an sich genommen. Doch als sie den kleinen Schild versuchte von Iros Arm zu lösen, wachte er auf und brüllte. Glarn war verwundert und fragte, was das Wirken von Magie in seinem Hause sollte. Wir erklärten, dass wir versuchten die Sache auf eine friedliche Art ohne Blutvergießen zu lösen. Gray schläferte Iros ein weiteres Mal ein und ich stellte mich an die Tür. Als Mira ein zweites Mal versuchte an das Schild zu kommen, gebot ihr Glarn Einhalt. Er wollte es anders regeln, stellte sich breitbeinig über Iros und weckte ihn. Er befahl ihm, uns unseren rechtmäßigen Besitz zu überreichen und dann ohne Weiteres sein Haus zu verlassen. Iros nahm das Schild, warf es von sich und stürmte wutentbrannt durch die Tür. Stille, Zorn und Schwermut füllten den Raum, welchen Iros verlassen hatte. Mira, Gray und ich regelten die restliche Verteilung des Goldes und der Gegenstände. Wir beschlossen, dass jeder in der Gruppe den Stirnreif einmal tragen würde und wir dann entscheiden würden, bei wem er am besten aufgehoben war. Wir waren uns einige und es gab keine Diskussionen mehr. So waren wir recht schnell fertig und begaben uns in die Stadt, um noch ein paar Besorgungen zu machen, bevor wir wieder nach Dun Irensrod aufbrachen. Da wir nun für längere Zeit in Nervans Burg bleiben würden, ließ ich mir meine Haare wieder färben. Dann begaben wir uns in die Magiergilde, denn dort wartete Arlena NiConuilh bereits auf Gray. Mira verabschiedete sich und wir vereinbarten uns am Tor zu treffen. Nun sitze ich hier und warte darauf, dass Gray zurückkommt. Wir sollten dafür sorgen, dass sich unser Ruf in Thame bessert. Gray hat nicht gerade in diesem Sinne gehandelt. Dass wir solch eine Begegnung mit dem Orden der Sonnenritter hatten, kann nichts Gutes bedeuten. Gray…Ich hoffe, er wird lernen seinen Zorn zu bändigen, es könnte uns eines Tages wirklich in Schwierigkeiten bringen. Was kann ich tun, um dies zu verhindern, ihn und uns zu schützen? Nun, irgendeinen Weg wird es geben. Nach all den Ereignissen ist mir noch einmal bewusst geworden, wie wichtig mir Gray, Mira und natürlich Dylan geworden sind und wie stark das Band zwischen uns geworden ist. Ohne sie und das gegenseitige Vertrauen würde ich das alles nicht durchstehen. Mich freut es, dass du sie kennenlernen möchtest. Ich hoffe die Gelegenheit ergibt sich bald. Ich werde einen Teil der Schulden abbezahlen, doch muss ich noch einen sicheren Weg finden, sie dir oder Vater zukommen zu lassen. Das restliche Gold wird bald folgen. Mit Dylan muss ich diesbezüglich noch ein Wörtchen reden… Sobald wir in Dun Irensrod angekommen sind, werde ich Ihn rufen und um Unterweisung bitten. Von Udele und Samiel werde ich Ihm ebenfalls berichten. Wenn finstere Mächte am Werken sind, kann Er mir vielleicht auch etwas zum Herrn der Nebenberge sagen. „Nur durch Vertrauen kann man neue Freunde gewinnen.“ Mutter, es fällt mir schwerer den je den Menschen, auf die wir treffen, nicht mit Misstrauen zu begegnen, sondern ihnen zu vertrauen. Zu viel ist in der Vergangenheit passiert. Erst Bernardo, dann Sandrina, die wie ein Schatten über uns schwebt und uns nicht ruhig schlafen lässt. Wegen Udele ist Thame für uns ein Ort, den wir besser meiden sollten. Und schließlich Iros. Immer wieder habe ich versucht, mir mit ihm eine Chance zu geben, doch ich habe es nie geschafft ihm zu vertrauen. Er hat das bedroht, was mir teuer war, den Zusammenhalt der Gruppe. Er hat uns benutzt und war am meisten auf seinen Vorteil bedacht. Ich dachte, nach dem Gespräch im Halfdal würde sich etwas ändern, doch ich hatte mich getäuscht. Und nun gehen wir getrennte Wege. Der „Abschied“ war grauenvoll und hinterlässt eine bittere Erinnerung. Ich möchte kein Mensch werden, der anderen misstraut. Ich möchte nach wie vor an das Gute glauben. Aber wie weiß ich, wem ich vertrauen kann? Wie oft werde ich noch enttäuscht werden? Und wie oft kann ich die Enttäuschung ertragen, bis ich mein Herz verschließe? In Liebe Enya
  25. Liebste Mutter, wir sind endlich der Zwergenbinge Nierthalf und damit den Orcs entkommen und im Schlauen Fuchs angekommen. Am Morgen begaben wir uns durch die Schmiede ohne weitere Vorkommnisse hinaus und auf den Rückweg. Im Hügelgrab nahmen wir die Rüstung, die wir dort gelassen hat mit. Nach drei Tagen erreichen wir das Gasthaus. Der Weg war grauenvoll, allerdings nur für mich, passiert ist nichts mehr. Aber ich fand kein Wasser, nicht einen noch so kleinen Bach. Ich fühlte mich so unwohl wie schon lange nicht mehr. Schweiß, Blut und Dreck klebten an mir und der Geruch raubte mir fast den Verstand. Doch ich konnte nichts tun und ertrug es still. Schließlich kamen wir am Gasthaus an und betraten es. Das erste was ich sah, war Dylan, der zusammen mit einer jungen Frau ein Lied vortrug. Seinen Händen schien es wohl besser zu gehen. Ich war glücklich ihn wiederzusehen, doch ich war viel zu abgelenkt durch mein Unwohlsein, so dass meine Begrüßung eher halbherzig aus viel. Dylan meinte, dass er froh sei uns zu sehen, woraufhin Gray antwortete, er sei froh, überhaupt noch etwas zu sehen und erwähnte die Anzahl der Orcs, mit denen wir uns gemeinsam in Nierthalf befunden hatten. Ich funkelte Gray an und schon musste ich Vorwürfe und derlei über mich ergehen lassen. Ich ignorierte sie und begab mich zu Wirt, den ich um eine Schale Wasser bat. Wortlos ging ich die Treppe hinauf, Dylan folgte mir, immer noch damit beschäftigt, sich zu beschweren. Oben angekommen, zog ich mich aus, Dylan noch immer nicht beachtend und wusch mich. Er ließ mich nicht wieder meine Kleider anziehen und endlich wieder sauber, wurde mir in seinen Armen bewusst, wie sehr ich ihn vermisst hatte. Ich wäre gerne noch länger mit Dylan alleine gewesen, doch ich wollte bei den Erzählungen, dem Gespräch mit Nervan anwesend sein und so begaben wir uns wieder zu den anderen. Zu uns an den Tisch setzte sich auch die hübsche Bardin, die zusammen mit Dylan Musik vorgetragen hatte. Sie stellte sich als Lilie vor. Nachdem ihm unsere Geschichte, wie wir das Buch gefunden haben, bekannt war, zahlte der Gelehrte uns aus und bot an, dass wir eine Weile auf seiner Burg unterkommen könnten. Er riet uns Thame zu meiden, denn dort war unser Ruf nach den Ereignissen kein guter. Um Udele würden wir uns später kümmern, die Schätze wahrscheinlich in Twineward verkaufen. Nervan hatte bereits, wenn auch nur wenig, über den Herrn der Nebelberge gehört und bezeichnete ihn als Feind der Menschen. Gray äußerte unser Misstrauen, was Nervan etwas überraschte, er hatte jedoch Verständnis dafür. Von den Runenklingen berichteten wir ihm ebenfalls und ich wollte ihn auf seinen Wunsch hin Feuermal in die Hand geben. Doch als er sich gerade über das Schwert beugte, fing es an zu brennen und der Gelehrte wich zurück. Danach wirkte er nachdenklich. Die Runenklingen hatten sich gezeigt und Nervan bestätigte die Worte des Zwerges, nach denen sich die Klingen ihren Träger selbst erwählten und sie bis zum Tode binden würden. Auch er meinte, dass die Träger entweder großen Segen oder Verderben bringen würden. Welche Aufgabe, welche Verantwortung wurde uns mit der Wahl der Klinge auferlegt? Iros ließ verlauten, dass er nach Chryseia reisen wollte, um endlich seine Liebste für sich zu gewinnen. Da erfuhren wir von dem Versprechen, welches Dylan gegenüber Iros gegeben hatte. Sollte er mich sicher aus der Binge zurückbringen, würde Dylan ihm bei seinem Vorhaben helfen. Wir fragten, wie er das machen wollte, denn das Geld hatten weder er noch Dylan. Da meinte Iros, dass es auch andere Wege und Mittel gäbe. Wütend stand Gray auf und verließ den Tisch. Auch in mir brodelte es. Ich wollte meinen Ohren nicht trauen. Wie konnte er nur solch ein dummes Versprechen machen und dann auch noch Iros gegenüber. Als wäre ich ein Gegenstand, welchen der Chryseier bei sich trüge. Iros, dem ich am wenigsten vertrauen würde, mich zurück zu bringen.. Im Gegenteil, Iros wäre der erste der mich sterben lassen würde. Mich lebend aus der Zwergenbinge zurückzubringen, wenn noch drei weitere Menschen uns begleiten und eine Frau aus den Fängen ihres reichen Mannes zu befreien, vor allem mit eher fraglichen Mitteln, sind zwei sehr unterschiedliche Dinge. Doch ich war so fassungslos, dass ich nichts sagen konnte, und einen Streit anfangen, nachdem wir uns erst seit wenigen Stunden wiedergesehen hatten, wollte ich nicht. Am nächsten Morgen brachen wir auf und kamen nach sechs Tagen an die Burg Dun Irensrod und dem Dorf Morvill. In der Burg wurden wir von Nervans junger Tochter Jaris begrüßt. Beim Essen besprachen wir unser weiteres Vorgehen. Wir würden nun doch nach Thame reisen und dort einen Teil der Schätze verkaufen. Danach würden wir wiederkommen und auf Dun Irensrod bleiben und unsere Fähigkeiten verbessern. Nervan würde einen Teil der Kosten für unsere Lehrmeister übernehmen. Er würde wenig Zeit für uns haben, denn er wollte sich dem Buch über die Runenklingen widmen. Gray bat darum, ihn dabei unterstützen zu können. Neben einem Besuch in der Bibliothek der Burg, lernten wir noch die Elfe Myriel kennen, die für den Gelehrten Aug und Ohr im Wald von Tureliand ist. Alle zusammen bekamen wir ein Zimmer für die Nacht. Ich war froh, dass ich mich nicht mehr verstecken musste, es war die richtige Entscheidung gewesen. Beim Frühstück trafen wir auf ein bekanntes Gesicht. Tachwallon, der Barde, ein langjähriger Freund Nervans, saß am Tisch und begrüßte uns. Gray lachte und ich stieß ihn mit dem Ellenbogen in die Seite. Da sagte er etwas, was uns alle zum Lachen brachte: „Jedes Mal wenn unsere Reisegemeinschaft unter widrigen, komischen Umständen einem Barden begegnet, ist es zur Gewohnheit geworden, diese später wiederzutreffen.“ Dabei schaute er ganz bewusst Dylan an, welcher in schallendes Gelächter ausbrach. Außer uns verstand natürlich am Tisch niemand, den Grund für unsere Erheiterung. Bevor wir aufbrachen überreichte uns Nervan zwei Schriftstücke, eines bekundete die Erfüllung unseres Auftrags, das andere beinhaltete die Vergünstigung unserer Lernkosten. Damit wir auf der Reise schneller sein würden, lieh uns der Gelehrte Pferde und so brachen wir auf. Unser Auftraggeber ist wirklich ein wohlhabender, etwas rätselhafter Mann. Mir wäre es lieber gewesen, etwas auf der Burg zu bleiben, auszuruhen und endlich mal wieder beruhig schlafen zu können. Doch es ist besser, sich um die Dinge die zu erledigen sind, gleich zu kümmern. Und ich möchte natürlich so schnell wie möglich die Schulden begleichen, oder zumindest ein Teil davon. Noch wissen wir den Wert des Gefundenen nicht. Wenigstens muss ich mich nicht schon wieder von Dylan trennen, denn er begleitet uns. Bruna bleibt jedoch auf der Burg, ihr ist das Reisen nicht möglich, sie muss sich erst von den Strapazen der letzten Tage erholen. In Liebe Enya

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