Alle Inhalte erstellt von Eleazar
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Soll Ronaldo Rot sehen?
Ein rotes Taschentuch anlässlich seines nächsten Pfostenschusses wäre angebracht.
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Eine Lanze für die Dramaturgie
Es gibt ja unterschiedliche Dramaturgien: Jeder Spielabend kann und wird eine Dramaturgie haben - wir entscheiden zumindest nicht allein nach der Uhr, wann wir Schluss haben. Und auch jedes Abenteuer oder selbstgesteckte Zwischenziel in einer Sandbox läuft auf eine Lösung zu. Ich habe nur Bauchschmerzen, wenn die Dramaturgie die Spielerhandlungen vorgibt und nicht andersrum. Als ich mal im Kopierladen gearbeitet hatte, machte ein Knirps Farbkopien von der geplanten Kampagne. Darauf war im Prinzip schon abgebildet, wie am Schluss der Endkampf aussehen würde. Ich fand das sehr eigenartig, letztlich abstoßend. Ein anderes Erlebnis hatten wir bei "Sieben kamen nach Corinnis". Ich denke, ich kann das ungespoilert so sagen. Aber bitte nicht konkret aufs Abenteuer selbst einsteigen: Kurz vor Schluss hatten wir die Pläne unserer Widersacher so gründlich durchkreuzt, dass das Finale einfach ausfiel. Alle waren an Ort und Stelle, aber der Schlusskampf fiel mangels Startsignal quasi aus. Als nun gar nichts passierte, packten die Abenteurer ihre Sachen und zogen wieder ab. Auf den ersten Blick war das unerwartet und dramaturgisch unbefriedigend, auf der anderen Seite vielleicht die eleganteste Lösung und somit ein dicker Erfolg. Im Nachhinein erzählen wir mehr über den Ausfall des Finales und wie witzig das war, als wenn alles wie im Abenteuer vorgesehen stattgefunden hätte. Noch ein Gedanke: Vorhersehbare Dramaturgien werden schnell langweilig. Unerwartete Wendungen hingegen beleben das Spiel. Auf Spannungselemente braucht man ja auch ohne ausgefeilte Dramaturgie nicht verzichten.
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waffenloser Kampf - nützlich oder unbalanciert?
Ich hatte kurze Zeit zwei minimal abweichende Beiträge gepostet. Meiner Meinung nach sollte der Abwehrbonus nur gewährt werden, wenn man theoretisch auch eine Abwehrwaffe führen könnte. Jemand mit Bihänder hätte den Vorteil also nicht.
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Omnipotenz des Spielleiters
Im Prinzip sind nicht die freien Spielerreaktionen ein Problem, sondern die Konstruktion vieler (Kauf)-Abenteuer. Entweder lassen sie frei agierende Spielfiguren gar nicht zu, weil nur eine Handlungslinie vorgesehen ist (eine Einladung zum Railroading). Zum anderen sind sie einfach schlecht geschrieben und werden so kompliziert, dass der SL unmöglich den Überblick behalten kann, was diese oder jene Aktion der Spieler für das Abenteuer bedeutet. Mir fehlen meist in Kaufabenteuern klar ausformulierte Motivationen und Verhaltensmuster wichtiger NPCs. Meine Sorge ist eigentlich meist, dass ich mich im Abenteuer verzettele, als dass die Spieler irgendwas machen. Deshalb bin ich in selbstgeschriebenen Abenteuern ganz locker - alles, was ich brauche, ist mir klar oder kann ich entwickeln.
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waffenloser Kampf - nützlich oder unbalanciert?
Wenn schon denn schon dann schon könnte man den B-Abzug der Rüstung als negativen Modifikator nehmen. Den könnte man dann auch für jene Bewegungsfertigkeiten verwenden, die durch Rüstungen eingeschränkt werden. (Das war mal eine bewährte Hausregel in unserer Gruppe und hat uns viel Nachschlagen erspart) LR kommt sehr gut weg, KR geringfügig besser, PR genau so und VR etwas schlechter. Ein Wert, den man sowieso wissen muss, für alles. Falls das zu einfach ist, kann man zu diesem Zweck maßgeschneiderte Rüstungen verlangen. Die sind dann dementsprechend teurer und tragen der momentanen Erschwernis Rechnung. Das würde für mich passen und die Kosten rechtfertigen. Dazu würde ich das meiner Meinung nach vollkommen unbegründete Verbot von gezielten Treffern kippen und den Ausweichbonus auch mit anderer Waffe - aber nicht Verteidigungswaffe - in der Hand geben. Dann wäre Waloka auch als Zweitwaffe interessant und der Preis angemessen. Eine massive Aufwertung zwar, aber dies nach einer bisherigen deutlichen Überteuerung.
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Neue Gruppe mit Anfängern und Erfahrenen - wie zusammen bringen?
Ein stumpfes "Man kennt sich von früher" könnte schon reichen. Die Spieler könnten sich doch eine gemeinsame Vorgeschichte ausdenken, die allen zusagt. Eventuell ist der eine der kleine Bruder des anderen, man hat schon mal einen Auftrag gemeinsam ausgeführt, stammt aus dem gleichen Dorf. Mir scheint es nur wichtig, dass die Spieler sich entscheiden können, was sie wollen. Ich habe viel Freude gehabt an einer Gruppe, die aus der gleichen Stadt kam und vorher z.T. untereinander befreundet und z.T. nur miteinander bekannt war. Das ganze war dann schon mal eingebunden in ein Kennenlernen unserer Stadt.
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waffenloser Kampf - nützlich oder unbalanciert?
Benutzt ein hochgradiger Hexer für B-Zauber nicht eher seinen Thaumagral-Dolch? nur, wenn er einen hat. Meine Hexe hat keinen Dolch-Thaumagral und wird auch nie einen bekommen. Knauseriger Spielleiter? Immerhin würde so ein Dolch mindestens einen um 2 höheren EW und auch ansonsten bis zu 3 Punkte mehr Schaden machen. Wobei die Chance auf einen magischen Dolch höher sein dürfte als auf eine magische Hand, falls man sich mal mit Wesen anlegen sollte, die darauf Wert legen. Für mich gilt "Zauberer brauchen Waloka" nach Berengars Einwand hinfällig.
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waffenloser Kampf - nützlich oder unbalanciert?
Aber auch in diesem Fall wäre Dolch+KR oder PR die wesentlich bessere Variante als Waloka+TR. Nur bei speziellen Handlungen, in denen "Raufen" zur Geltung kommt, kann man mit Waloka einen Vorteil haben. Zum Vergleich für einen Glücksritter: Dolch+12 = 1055 GFP - Waloka+12 = 3095 GFP. Dolch+14 = 2655 Ich bin jetzt sogar davon ausgegangen, dass die Grundkenntnisse für beide noch erlernt werden müssen. Allerdings werden die meisten Figuren bei der Charaktererschaffung den einen Lernpunkt für eine Stichwaffe schnell mal übrig haben. Dann wäre Dolch noch mal 400 GFP günstiger. Mein Fazit bislang: Waloka ist vor allem was für Sicherheitsfanatiker, die nie ganz ohne Waffe dastehen wollen. Die Situation ist aber normalerweise auch nicht öfter dran als "nie ohne Fernkampfwaffe dastehen wollen" oder "nie ohne Stoßspeer usw. und nicht zwischenpieken können" oder "nicht ohne magische Waffe angreifen können". Gegen alles kann man sich nicht effektiv absichern. Als weiteres Argument kommt die Verwendung bei Berührungszaubern. Bei der Menge von GFP, die ein Zauberer dafür aber aufwenden muss, stellt sich mir wieder die Frage, ob sich das lohnt. Ich würde die AEP lieber in andere Zauber und die KEP in andere körperliche Fertigkeiten oder sogar in meinen Magierstab o.ä. stecken. Eventuell würde ich sogar auf solche Berührungs-Angriffszauber verzichten und nur die verzaubern, die sich freiwillig anfassen lassen. Doch das ist jedem selbst überlassen.
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waffenloser Kampf - nützlich oder unbalanciert?
Tarzan hätte das mit einem Dolch zwischen den Zähnen, mehr Schaden und höherem EW erledigt.
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waffenloser Kampf - nützlich oder unbalanciert?
Im Handgemenge selbst ist meist der Dolch die stärkere Waffe, da sie mehr Schaden macht und wesentlich leichter und damit höher zu lernen ist. Und der Dolch ist meist ja auch nicht die Primärwaffe. Muss ich zwischen Dolch oder Waloka wählen, ist der Dolch für mich in jedem Fall die erste Wahl. Damit rückt Waloka grundsätzlich schon mal an Position 3. Und ganz ehrlich: Eine Verteidigungs- oder Fernkampfwaffe halte ich für einen Kämpfer auch für notwendiger. Also Position 5 - also im Regelfall ausgemustert.
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waffenloser Kampf - nützlich oder unbalanciert?
Ohne Frage finde ich Waloka auch gut, sonst hätte ich den Strang nicht eröffnet. Ich halte die Fertigkeit nur entweder für massiv überteuert oder für übertrieben eingeschränkt. Ich würde wahrscheinlich bis Grad 10 immer was anderes finden, was ich meinen Zauberer stattdessen lernen lassen würde. Gerade wenn KEP und AEP doch eher knapp sind. Aber das kann ja jeder wie er will imrahmenderdemokratischfreiheitlichengrundordnung .
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Amerikanische Rollenspielwelt nutzt den Namen "Midgard"! Legale Konsequenzen?
Ich sage es mal so: Danke für den Hinweis! Elsa wird jetzt entscheiden, ob und was sie deswegen unternehmen kann/wird. Sie weiß sicherlich am besten, ob ihre Rechte hier betroffen sind. Oder sie kennt jemanden, der das ganz genau weiß. Der Rest ist eigentlich nicht unser Bier und schon gar kein Grund, sich deswegen in die Haare kriegen.
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waffenloser Kampf - nützlich oder unbalanciert?
@ Stephan und BF: Ja, theoretisch ist Waloka eine feine Sache, aber bringt ihr das euren Figuren bei? Ich habe eben noch mal nachgeschaut. Es gibt bei der Charaktererschaffung keine Möglichkeit, an Waloka zu kommen, außer über die Waffenfertigkeiten. Dort rangiert er außer für den As immer in der teuersten Kategorie. Für die meisten Zauberer ist er gar nicht zu kriegen oder liegt bei 8 oder 9 Lernpunkten und damit jenseits von Gut und Böse. Ergo werden wohl potentiell As, Sö und Kr sich Waloka am Anfang leisten können. Wenn ich die Meuchelregel richtig verstanden habe, taugt Waloka z.B. nicht zum Meucheln - blöd für den As. Die Grundkenntnisse sind mit am teuersten und das für die Zauberer x4 - dafür erwirbt man sich aber nur zwei Waffenfertigkeiten als Option, die im normalen Nahkampf suboptimal sind. Wird der Zauberer da zugreifen? Ich würde es nicht so sehen, wie ihr. Nicht unter den momentanen Bedingungen.
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waffenloser Kampf - nützlich oder unbalanciert?
Ich musste eben schnell weg und war mit meinem letzten Beitrag etwas kurz: Realismusargumente interessieren mich bei meiner Frage überhaupt nicht. Die Schwierigkeitsstufen, der EW und der Schaden sind doch eh nur Konstrukte und es ist doch überhaupt nirgends festgelegt, wie der Effektivitätsfortschritt eines erhöhten EW sich bei verschiedenen Waffen "realistisch" zeigen sollte. Für mich ist allein von Interesse, ob ihr der Meinung seid, dass es sich bei Midgard "lohnt", Waloka zu lernen. Ich würde diese Frage verneinen und damit erfüllen die momentanen Regelungen zum Waloka ihren Zweck nicht: Eine Fertigkeit, die nicht interessant ist, kann gestrichen werden. Wie könnte man das Kosten/Nutzen-Verhältnis verbessern? Eine Lösung ist bereits genannt: Lernkosten runter. Doch im Prinzip ändert das nicht viel. Waloka hat dann immer noch etliche Nachteile gegenüber anderen "Waffen" und nur in extrem seltenen Spielsituationen einen definitiven Nutzen. Als Primärwaffe taugt er nie, bei den zweiten und dritten Waffen gibt es genug Kandidaten, die günstig sind und mehr können. Und Waloka scheint vom Stil her nicht dazu bestimmt, der xte Waffenskill zu sein, den ein Krieger auch noch mit hochzieht. Aber was könnte das Kosten/Nutzen-Verhältnis verbessern? Mir schwebt Folgendes vor: Ein paar Hemmnisse können ersatzlos gestrichen werden: Gezielte Treffer werden möglich; Meucheln/Betäuben ist möglich; Abwehrbonus auch beim Kampf mit anderen Waffen. Die Begrenzung auf TR sollte man ruhig beibehalten. Gegebenenfalls könnte man maßgeschneiderte Lederrüstungen vorschlagen. Die Lernkosten könnten ebenfalls so bleiben oder falls ihr das so seht, um 1 oder 2 Kategorien erleichtert werden. Vielleicht ist das nicht mal nötig. Tatsächlich würde Waloka damit für leichtgerüstete, hochbewegliche Kämpfer interessant werden, die damit ihre Abwehr unterstützen. Für Krieger würde die Attraktivität in jedem Falle steigen. Klar würde das ein paar Kampftechniken des KiDo ersetzen. Ja und - dem KiDoka entsteht kein Nachteil, weil er die Vorteile ebenfalls kostenlos dazu bekommt. Ich könnte mir was Vergleichbares zum KiDoka außerhalb von KTP vorstellen, aber das ist schon ein anderes Thema.
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waffenloser Kampf - nützlich oder unbalanciert?
Ich fragte nach den Kosten/Nutzen-Verhältnis.
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waffenloser Kampf - nützlich oder unbalanciert?
Allgemeine Einschätzung: Ich halte die vielen Einschränkungen, die Waloka gemäß der Regeln im Vergleich zu anderen Waffen mit sich bringt in Blick auf die exorbitanten Kosten, für reichlich überzogen. Es gibt den einen Vorteil, dass man seine bloße Hand tatsächlich überall dabei hat. Aber ansonsten ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis absolut grottig. Negativ: Geringer Schaden, höchstens TR, Abwehrbonus nur im Waloka, keine gezielten Treffer, keinen Einsatz vom Pferd aus ... wahrscheinlich würde mir noch mehr einfallen. Seht ihr das ähnlich oder haltet ihr den Waloka für ausgewogen?
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Akzeptable Artefakte
Ich bin an sich zurückhaltend mit der Vergabe von Artefakten, insbesondere von besonderen Artefakten. Aber das hat mit dem gewohnten Spielstil zu tun und dem Unwillen einer Übersättigung der Spieler oder einer Überladung der Abenteurer vorzubeugen. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit mächtigen Artefakten gemacht, wenn sie entweder einen gewichtigen Nachteil oder aber eine hohe ABW hatten. Ich als Spieler hebe mir Artefakte mit hoher ABW immer für einen Big Point auf. Manchmal ermutigt ein mächtiger Rettungszauber mich, waghalsige Situationen einzugehen. Ich hoffe zwar, den Gegenstand nicht benutzen zu müssen, könnte es aber tun. Gut finde ich auch mächtige Gegenstände, die im Spiel eine Rolle spielen können: Ein mächtiger Ring, der aber mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit einen mächtigen Dämon herbeiruft usw. Supermächtige Abenteurer aufgrund ihrer tollen Artefakten haben auf mich die gleiche Wirkung wie alte Knacker in Sportwagencabrios. Nein, nicht Neid!
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Stören Computer auf Midgard Cons
Wobei ich das eher als eine Frage der Vorbereitung und Übung ansehe; die Verzögerungen gibt es ja auch, wenn der SL in einer aktuellen Situation ein (physisches) Bild, ein Handout oder die Werte eines bestimmten NSC etc. heraussuchen muss. Ja und nein. Für einen normalen Spielabend habe ich eventuell als SL 10 Zettel oder Mappen, mit denen ich hantiere. Ein überschaubarer Rahmen, ich weiß, was ich habe und was ich nicht habe. Ich würde wahrscheinlich niemals während des Spiels das Zimmer verlassen, einen Bildband holen und dann ein Bild vorzeigen, an das ich bei der Vorbereitung nicht gedacht habe. Habe ich das Bild irgendwo auf dem Laptop, dann könnte es mir schon passieren, dass ich so ein Bild in meinen Dateien suche. Mal ganz davon abgesehen davon, dass ich das Rumzeigen von Bildschirmen auch nicht für die Weißheit letzten Schluss halte. Im Gegenteil: Von der Seite siehst du schlecht, rumgeben ist auch nicht immer eine Option, scheint ne Lampe oder die Sonne drauf, kannst du nicht viel erkennen und an einem großen Tisch ist der Eindruck präsentierter Bilder aus den hinteren Rängen auch nicht wirklich befriedigend. Viele solcher Präsentationen können schnell mal gut gemeint sein, aber nicht sonderlich überzeugend. In Kombination mit einem Beamer sieht das schon anders aus. Aber dann wünschte ich mir auch einen Trailer zur Einstimmung in eine Landschaft oder eine bestimmte Kultur. Und danach alle Macht den inneren Bildern.
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Stören Computer auf Midgard Cons
Ja ich auch. Ich würde es auch befremdlich finden, wenn der SL Liebesbriefe an seine Freundin schreibt während er leitet oder Gedichte auswendig lernt. Erstens will ich niemanden kontrollieren, sondern ich habe negative Erfahrungen gemacht, die ich in meine Position mit einbeziehe. Das tue ich mit Beobachtungen auch. Eindeutige Beobachtungen helfen mir da weiter als uneindeutige. Zweitens haben scheinbar Computer ein gewisses Ablenkungspotential, das herausragt. Mir ist noch nie aufgefallen, dass ein SL während des Spiels Liebesbriefe schreibt oder liest, oder einen Roman liest ... Beide digital bewaffneten SLs hingegen waren definitiv mit was ganz anderem beschäftigt, was sie noch so mit ihrem Computer anstellen konnten. Das ganze ohne einen feststellbaren Nutzen des Comuters. Gerade fällt mir ein, dass ich neulich den Computer selbst genutzt habe, um Musik einzuspielen. Auch hier waren die Ergebnisse nicht berauschend. Es ist ein Unterschied, eine Stimmung zu erzeugen oder auf einen Knopf "Stimmungserzeugung" zu drücken. Mag aber auch dran liegen, dass diese Gruppe bis dahin ohne Musikuntermalung sehr gut klargekommen ist.
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Stören Computer auf Midgard Cons
Mich stören Computer am Spieltisch. Ich bin da ein gebranntes Kind. Ich hatte zwei SL, die den Computer als Arbeitsgerät am oder neben dem Spieltisch genutzt haben und sie wirkten beide abwesend und nicht bei der Sache. Irgendwann wurde der Computer mitsamt der progammierten Tools und der gespeicherten Vorbereitung dann selbst zum Thema. Zumindest bei dem einem wurde ich das Gefühl nicht los, dass er zwischendurch an seinem Laptop - mal vorsichtig gesagt - mehr als nur das Nötigste gemacht hat. Ich muss auch sagen, dass ich mit technophilen "Guckmalwasichneueshabeundwasderalleskann"-Typen ein echtes persönliches Problem habe. Solche Leute sehe ich an sich lieber am Nachbartisch, damit ich über sie lästern kann. Nicht jeder, der einen Computer am Spieltisch nutzt, gehört deshalb zu dieser Gruppe. Aber wer dazu gehört, der hat seinen Computer am Tisch, ob er nun was nützt oder ob er stört - Hauptsache, er ist da. Mein Problem: Ich will am Spieltisch die Aufmerksamkeit meines SLs. Wenn er sich anders beschäftigt, will ich statt dessen wissen, womit er sich beschäftigt. Liest er ein Regelbuch, ist das selbsterklärend. Wühlt er in seiner Zettelsammlung, ist es das auch. Hängt er vor dem Computer, weiß ich nicht was er macht und wann es weitergeht. Mich nervt das unmittelbar. Neben dem wenigen Guten, was ein Computer am Spieltisch bewirken kann, bewirkt er nach meiner Meinung eine Menge Mikroverzögerungen, gerade bei gutgemeinten Nutzungen - mal eben noch ne Bilddatei aufmachen, mal eben noch einen Sound oder die passende Musik starten. Das stört den Fluss, wirkt die Stimmung ab und nervt. Dann ist der PC für mich in allererste Linie ein Arbeitsgerät, dass ich in meiner knappen Freizeit auch nicht noch am Wickel haben möchte. Unschlagbar positiv ist für mich der Computer für die Vorbereitung der Abenteuer. Ich arbeite quasi nur mit ausgedruckten Vorlagen. Da ich nur wenige, dann aber negative Erfahrungen gemacht habe, mag es sein, dass ich noch mal umgestimmt werde.
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Stören Computer auf Midgard Cons
Was macht die App denn besser? Man kann gegebenenfalls besser mogeln.
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Abschrecken von neuen Spielleitern
So isses! Für mich der Punkt, den Strang verloren zu geben.
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Abschrecken von neuen Spielleitern
Wenn ich Zinnfiguren anmalen möchte, dann tue ich das im stillen Kämmerlein. Ich erarbeite einen beklecksten Zinnklumpen und kann ihn mit den entsprechenden Bildern der Profis im Forum vergleichen. Ich weiß von vornherein, wo ich mit meinem Produkt in etwa stehe. Wenn ich Drehleier spielen möchte, dann übe ich im stillen Kämmerlein. Ich erarbeite mir ein Stück und eine gewisse Technik und kann mich mit entsprechenden MP3s anderer im Forum oder denen von den Profis vergleichen. Ich weiß von vornherein, wo ich mit meiner Kunst in etwa stehe. Beim Rollenspiel gibt es außerhalb von Cons weder halboffizielle Vorbilder noch irgendwelche verbindliche Standards noch gibt es die Möglichkeit, heimlich zu üben. Ich wüsste nicht einmal eine andere, weit verbreitete Disziplin, aus der man zuverlässig Erfahrungen aufs Rollenspiel übertragen könnte. Insofern muss ein neuer SL ins kalte Wasser springen und läuft Gefahr, sich live zu blamieren, ohne diese Gefahr vorher ausloten zu können. Diese Situation halte ich für einigermaßen einmalig. Und das produziert ein Unsicherheitspotential, das eben auch was besonderes ist. Hier liegt ein Unterschied. Das trifft nun auf "Expertendiskussionen" z.B. im Midgardforum, die ich eh nicht gerade für die Sternstunden des Forums halte. Es gibt kein "gutes Rollenspiel" gegenüber einem schlechten, weil das einzig taugliche Kriterium "Spaß" je nach Gruppe und Gruppenvertrag hier und dort ganz anders erzielt werden kann. Nichtsdestotrotz wird immer mal wieder um die "reine Lehre" gerungen und indirekt anderen gesagt, wie sie ihren Spaß zu generieren hätten. Und das eben nicht im Habitus eines Spielers/Spielleiters, der aus seinen Erfahrungen spricht und andere Erfahrungen gelten lässt, sondern im Habitus eines "Rechthabers", der das den anderen auch zeigt. Das ist geeignet, ein Klima zu erzeugen, dass man als SL einen bestimmten Spielstil zu pflegen hat und mit einer Abkanzelung zu rechnen hat, wenn man diesem Stil nicht nacheifert oder ihn nicht umsetzen kann oder gar auf anderem Wege Spaß haben möchte. All das hat wie gesagt leider überhaupt gar nichts mit den Inhalten oder dem Niveau der geführten Diskussionen zu tun, sondern mit einer "Ich-weiß-es-du-aber-nicht"-Haltung, die manchmal hier und anderswo in Rollenspielforen an den Tag gelegt wird. Und das kann verständlicherweise zur Folge haben, dass ich mich mit meinen unsicheren Spielleiterkünsten auf einem Con nicht ans Messer liefere, um mir eventuell von einem hier meinungsfreudigen Diskutanten mein verheerendes Urteil abzuholen. Oder ich mache mir die "hohen" Ansprüche zu eigen und vermeide die Gefahr, gegenüber Ansprüchen zu versagen, die meine Gruppe nicht einmal im Traum stellen würde. Beides blöd. Es ist eine Stilfrage. Und ich habe noch überzeugendes kein Argument gehört, warum Erfahrung in einer Sache die Rechtfertigung dafür ist, vom hohen Ross herab zu sprechen. Gut, Dieter Bohlen würde entsprechende Begründungen liefern können, ist aber selbst das beste Beispiel dafür, warum man es lassen sollte. Wenn ich meine Erfahrung aber nicht nutze, um eine hierarchische Überlegenheit darzustellen, dann können auch Anfänger mit Erfahrenen sachlich diskutieren und sich ernst- und angenommen führen. Dass man Neulinge auf der anderen Seite auch annehmen kann, ohne sie in Watte zu packen, sollte auch berücksichtigt werden. An beiden Enden der Skala besteht meiner Meinung nach Besserungsbedarf. Nein, ich habe und wollte keinen persönlich ansprechen, geben aber einen Eindruck wieder, der bei der Erörterung von "gutes/schlechtes Rollenspiel"-Themen bei mir immer wieder unangenehm hoch kommt.
- Umfrage - Was könnte dich motivieren auf einem Midgard Con zu Spielleiten?
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Muss jeder Spieler auch Leiten können?
Keiner muss. Ich kenne etliche Spieler, die auch keinen Spaß daran hätten, und manch einen, bei dem es wohl auch keinen Spaß machen würde. Insofern ist jeder Pflichtgedanke absurd.