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Würfeln oder spielen?

Hervorgehobene Antworten

  • Ersteller
Vor 3 Minuten, Francesco di Lardo schrieb:

Wenn Dein Charakter weiß, was eine Zweierpotenz ist und gefragt wird, was 4² ist, was tut er, außer "16" zu antworten?

Francesco di Lardo

Die Frage ist, was mache ich. Ich würfle und sage meinem SL: „Hat geklappt, ich gebe die richtige Antwort oder „Ich hab keinen blassen Schimmer“.

Bearbeitet ( von Abd al Rahman)

1 Stunde her, Francesco di Lardo schrieb:

...
Du kannst auch Erfolg haben, bei dem, was Du als Spieler nicht kannst.
Deine Erfolgschancen sind schlechter, bei dem was Du als Spieler nicht kannst.
Deine Erfolgschancen sind besser, bei dem was Du als Spieler kanns

...

Guck, und das ist eben das, was hier manche anders spielen.

2 Stunden her, Blaues Feuer schrieb:

Jupp, darum ging es: wie willst Du es herauskriegen. Die Substanz in dem schon erwähnten Krug analysieren, die gesuchte Info in einer Menge von Schriftstücken zu finden, welchen Rang die beobachtete Person hat,....

Das mag ein wenig vom verwendeten System abhängen:

Bei Midgard wäre nach meiner "Philosophie" der Ablauf vielleicht wie folgt:

1. Element "Plan":
Ich beschreibe, in welchen Aufzeichnungen ich suchen würde oder wen ich aufsuchen würde, um ihn nach Wissen zu dieser Sache zu fragen (was ich augenscheinlich selbst nicht habe oder erinnern muß). Vielleicht beschreibe ich dann, wie ich den Labortisch aufbaue, den Krug zerschlage, um dann die Substanz abzukratzen, die Scherbe mit der Substanz ins Feuer halte und ivM mit der Chemikalie, welche ich zusätzlich ins Feuer halte, eine organge Flamme erhalten müßte, wenn sich mein Verdacht auf Gift X bestätigen soll.

2. Element "geeignetes Werkzeug":
Alchemie, Kräuterkunde, Giftmischen... Das ist hier die Frage... Bei Rolemaster gäbe es die Fertigkeit "Research", die das effektive Nutzen von Bibliotheken und anderen Wissensquellen umfaßt.

3. Element "Ausspielen":
Entfällt hier. Ich baue kein Labor auf dem Spieltisch auf, zerschlage kein Geschirr des Gastgebers der Spielrunde und mache auch kein Feuer.

4. Element "Glück":
[Klacker] 16 gewürfelt auf "Alchemie", für das ich mich als Fertigkeit entschieden habe.


Sieht gut aus, so scheint es. Habe ich Erfolg?

Möglichkeit 1 - Ja:
Der SL hält meinen Plan für brauchbar. Hätte man ihn gefragt, hätte er vielleicht Giftmischen statt Alchemie gewählt, weshalb er mir einen Malus von -2 auf den Würfelwurf gibt. Desweiteren ist er froh, daß ich seinen Spieltisch nicht anzünde. Mein Würfelwurf ist gut! Trotz Malus genügt dies zusammen mit meinem Fertigkeitsbonus für den Erfolg.

Möglichkeit 2 - Nein:
Der SL hört meinem Plan aufmerksam zu. Er reicht mir ein in-game Pergament, während der Phase, wo der Charakter in noch in Schriften liest, in denen etwas über die Wirkung von Giften steht. Das lese ich als Spieler durch und grübele darüber nach. Dabei passiert mir ein Lapsus, weil ich zum Schluß komme, um die bestätigende orangene Flamme zu erhalten müßte ich neben der Substanz dazu "Blaukraut" ins Feuer halten. Hätte ich das in-game Pergament richtig interpretiert, wäre ich zum Schluß gekommen, daß nur "Grünkraut" das richtige Kraut sein kann. Ausspielen enfällt - der SL ist immer noch froh, daß sein Tisch nicht brennt. Aufgrund des ausgehändigten in-game Pergaments konnte ich meinen Plan noch in der Hinsicht verbessern, daß ich Giftmischen (for the sake of the argument) als die geeignetere Fertigkeit im Vergleich zu "Alchemie" identifizieren konnte, so daß ich nun meine "16" ohne den entfallenden Malus von -2 auf "Giftmischen" gewürfelt habe. Mein Charakter arbeitet handwerklich also sehr schön präzise. Ergebnis: Keine orange Flamme, also kein Gift X - so denke ich.
Im Ergebnis also Mißerfolg - geeignetste Fertigkeit ausgesucht, gut gewürfelt, Ausspielen war nicht nötig, aber beim eigenlich brauchbaren Plan unterlief mir ein Fehler, weshalb ich das falsche Ergebnis bekomme.

Francesco di Lardo

Vor 31 Minuten, Widukind schrieb:

Guck, und das ist eben das, was hier manche anders spielen.

Ja. Das ist mir völlig klar.

Ich bin ja nicht hier, um jene dazu zu bekehren, so zu spielen wie ich es bevorzuge.
Ich sage ihnen auch nicht, daß ihre Art zu spielen nicht funktioniert.
Ich sage ihnen auch nicht, daß meine Art "besser" wäre und ihre "schlechter".

Ich sage lediglich:
Während einge dies auf ihre Weise spielt, kann man das auch anders machen und dieser andere Weg ist in sich schlüssig und funktioniert auch im Rahmen des Midgard-Spiels ganz prima. Und - mir persönlich - gefällt die andere Weise besser.

Ein Teil des Diskurses behinhaltet dann, daß Fraktion A sagt, ihr gefalle ihr Weg A besser, während Fraktion B dies von Weg B sagt, vielleicht gar noch eine Fraktion C auftaucht.

"Gestritten" wird dann ggf. über folgendes:
Fraktion A sagt: "Weg B funktioniert gar nicht". Und Fraktion B hält dagegen und sagt: "Weg B funktioniert doch, weil a), b), c)."

Einmal geht es um Präferenzen, das anderemal um Funktionalität an sich.

Francesco di Lardo

Bearbeitet ( von Francesco di Lardo)

Ich finde die Diskussion hier "interessant".

Wenn jemand das Ausspielen der sozialen Fertigkeiten im Rollenspiel für toll findet, ja schön, dann soll er so spielen. Ich würde mich da von diesem Spieltisch fern halten. Nicht weil ich das ablehne, sondern weil es nicht meine Art zu spielen ist.

Was ich allerdings absurd finde, ist die Argumentation eines "Reality check", dass man ja die nicht sozialen Fertigkeiten gar nicht ausspielen, weil man die Möglichkeiten das zu tun nicht hätte, die der sozialen Fertigkeiten jeder aber mit sich brächte und man das daher nutzen oder ggf. LARP spielen sollte.

Ich z.B. bringe die Ausbildung mit, dass ich von jedem auch das Ausspielen der der Überlebensfertigkeiten (mit der entsprechenden Absicherung und Ersthelfer-Anwesenheit) verlangen könnte, ich müsste nur die notwendige Ausrüstung (die ich habe) jedesmal mitbringen.

Natürlich mache ich das nicht. Warum? Weil ich keinen aus der Spielgruppe vorführen will, weil er/sie nicht das kann, was seine Spielfigur laut Charakterblatt kann.

Ich für mich sehe diese "Bevorzugung" der sozialen Fertigkeiten, bei der die Werte des Charakterbogens von der Variable Spielerpersönlichkeit beeinflusst werden als nicht Spielfreude fördernd. Deswegen ist es jedoch nicht falsch, wenn eine Gruppe sich darauf geeinigt hat, dass es bei ihnen so sein soll. Jede Gruppe muss sich in der Sitzung "0" auf die Art und Weise verständigen, wie sie spielen will. Ich würde in dem Fall, dass der Erfolg der soziale Fertigkeiten abhängig von der Person der Spielerin dein soll, die Gruppe spätestens unmittelbar nach der Sitzung "0" verlassen, da ich der Gruppe nicht ihren Spielspaß nehmen will, weil diese Sicht für mich nicht Spaß fördernd ist.

Vor 48 Minuten, Leachlain ay Almhuin schrieb:

Ich z.B. bringe die Ausbildung mit, dass ich von jedem auch das Ausspielen der der Überlebensfertigkeiten (mit der entsprechenden Absicherung und Ersthelfer-Anwesenheit) verlangen könnte, ich müsste nur die notwendige Ausrüstung (die ich habe) jedesmal mitbringen.

Natürlich mache ich das nicht. Warum? Weil ich keinen aus der Spielgruppe vorführen will, weil er/sie nicht das kann, was seine Spielfigur laut Charakterblatt kann.

Würdest Du in Deiner Rollenspielrunde jede Überlebensfertigkeit mit Absicherung und Ersthelfer-Anwesenheit ausspielen lassen, angenommen, der Rest der Spieler würde sich das wünschen?

Francesco di Lardo

Vor 35 Minuten, Francesco di Lardo schrieb:

Würdest Du in Deiner Rollenspielrunde jede Überlebensfertigkeit mit Absicherung und Ersthelfer-Anwesenheit ausspielen lassen, angenommen, der Rest der Spieler würde sich das wünschen?

Ja, ich bin mir aber sicher, dass sie das nur einmal machen wollen würde. Sie müssen mir ihr Leben anvertrauen und werden dafür auch noch von mir "gewertet". Das ist fast schlimmer als mich anzusprechen, wenn ich noch keinen Kaffee hatte.

5 Stunden her, Francesco di Lardo schrieb:

Wir diskutieren hier aber die ganze Zeit über die Fertigkeiten, die sich am Spieltisch darstellen lassen - und nicht über solche, bei denen das nicht möglich ist.

Du kannst am Spieltisch sitzend real darstellen, wie und auf welche Art Dein Charakter im Dialog jemanden versucht zu belügen - darum geht's.
Du kannst am Spieltisch sitzend nicht real darstellen, wie und auf welche Art Dein Charakter eine Felswand hochklettert oder durch einen Fluß schwimmt - darum geht's nicht.

Francesco di Lardo

Nein, ich kann eben NICHT am Spieltisch sitzend real darstellen, wie und auf welche Art mein Charakter im Dialog jemanden versucht zu belügen.
Ich könnte aber real darstellen, wie ich eine Tür eintrete.

Damit werde ich per se gegenüber jemandem benachteiligt, der sehr eloquent ist, aber keine Tür eintreten kann, wenn die Spielleitung darauf besteht, dass ich einen Dialog real darstellen soll.

3 Stunden her, Francesco di Lardo schrieb:

Reality-Check: ☺️


Francesco di Lardo

Dann machen wir doch mal den "Reality Check" umgekehrt im Hinblick auf das Ausspielen sozialer Fertigkeiten.

Die durchschnittliche "Realität" sieht doch so aus, dass eine Gruppe nerdiger, gerne alter weißer Männer um die 50, an einem Tisch sitzt und mit aus ihrer Sicht eloquenten Worten Beredsamkeit oder Verführen ausspielt, die besonders im letzten Falle bei realen Frauen unangenehme Gefühle auslösen oder übergriffig ankommen. Zumindest kommt es so bei mir an, wenn ich am Tisch sitze. Bestenfalls ist es nur Fremdschämen. Und wenn man nun noch die realen Attraktivitätswerte der Jungs hinzunimmt, denn Hey, der real introvertierte Spieler bekommt ja auch Abzüge, wenn er nicht vernünftig vorträgt, dann müssten in der Realität WM -8 bis -12 erfolgen, statt Zuschläge.

Wie gesagt, nur der "Realitätscheck".

Wenn man also den tatsächlichen realen Wert des Ausspielens heranzieht, dann kann man tatsächlich den Spielern auch einen Besenstiel in die Hand drücken, um den Schwertkampf zu simulieren oder die Kletterroute an der Couch nachstellen. Das ist nicht "unrealistischer" in der Umsetzung als die hehren Worte, die angeblich einen Zuschlag rechtfertigen und vorallem bei Nichtvortrag einen Abzug bei fehlendem Vortrag. Das "Niveau" ist vergleichbar.

Oh und ein Schelm, der Böses dabei denkt, dass soziale Fertigkeiten ausgespielt gehören, körperliche aber nicht, wenn man sich den durchschnittlichen Rollenspieler anschaut.

Und witzig, dass du @Blaues Feuer aufs LARP verweist, wo du den LARP Gedanken durch das Ausspielen hereingebracht hat.

4 Stunden her, Francesco di Lardo schrieb:

Was ich in der Diskussion immer wieder wahrzunehmen vermeine, ist eine Sorge vor vermeintlicher eigener Benachteiligung oder vermeintlicher Begünstigung anderer.
Dabei erscheint es mir, als ob es dabei teils mehr um das "Gefühl" geht, als um die Frage, ob am Ende bei Berücksichtigung aller Faktoren überhaupt ein Vor- oder Nachteil herauskäme oder ob dieser signifikant wäre. Ganz zu schweigen davon, ob eine Situation vorliegt, in der sich ein solcher Vor- oder Nachteil überhaupt praktisch auswirken könnte.

Nicht vermeintliche Benachteiligung, reale Benachteiligung. Habe ich halt schon so erlebt.

4 Stunden her, Francesco di Lardo schrieb:

Und selbst wenn alles dies zuträfe - wo ist das Drama?

Wenn man sich als eher introvertierte Person am Spieltisch bloßgestellt fühlt, ist das einfach nicht angenehm.

4 Stunden her, Francesco di Lardo schrieb:

Einigen Rollenspielrunden, die ich kenne, ist das Konzept, daß alle Charaktere dasselbe Level haben oder dieselbe Anzahl von Erfahrungspunkten bekommen müßten, völlig fremd. Da gibt es einen Chrakrakter, der ist vielleicht Level 8, der andere Level 10 und das läuft problemlos, ohne daß irgendjemand Anstoß daran nähme.

Zweifelsfrei hat der Level 10 Charakter jede Menge Vorteile gegenüber dem Level 8 Charakter. So what?

Das ist eine ganz andere Situation. Abgesehen davon ist der Unterschied zwischen Grad 8 und Grad 10 jetzt nicht unbedingt substanziell. Wenn du aber mit einer Grad 7 Figur (nach M4, nach M5 etwa Grad 14) im selben Abenteuer mit einer anderen Figur spielst, die denselben Charaktertyp hat, aber Grad 13 ist (nach M4, nach M5 etwa Grad 33), dann ist das schon komisch. In dem speziellen Abenteuer war das vor allem deswegen kein Problem, weil wir beide Heiler waren und ohne meinen Grad 7 Heiler der Grad 13 Heiler hops gegangen wäre (er ist halt größere Risiken eingegangen) und zum anderen der Spieler große Teile des Abenteuers (leider) nicht anwesend war.

Vor 38 Minuten, Einskaldir schrieb:

Die durchschnittliche "Realität" sieht doch so aus, dass eine Gruppe nerdiger, gerne alter weißer Männer um die 50, an einem Tisch sitzt und mit aus ihrer Sicht eloquenten Worten Beredsamkeit oder Verführen ausspielt, die besonders im letzten Falle bei realen Frauen unangenehme Gefühle auslösen oder übergriffig ankommen. Zumindest kommt es so bei mir an, wenn ich am Tisch sitze. Bestenfalls ist es nur Fremdschämen. Und wenn man nun noch die realen Attraktivitätswerte der Jungs hinzunimmt, denn Hey, der real introvertierte Spieler bekommt ja auch Abzüge, wenn er nicht vernünftig vorträgt, dann müssten in der Realität WM -8 bis -12 erfolgen, statt Zuschläge.

Das klingt wahrlich düster. Vielleicht solltet ihr besser eine Horde Orcs darstellen? 😉

Francesco di Lardo

Vor 1 Minute, Francesco di Lardo schrieb:

Das klingt wahrlich düster. Vielleicht solltet ihr besser eine Horde Orcs darstellen? 😉

Francesco di Lardo

"Ihr" ist lustig in dem Zusammenhang. 1skaldir ist einer der eher wenigen Rollenspieler, die körperlich in Form sind. Charmant ist er außerdem.

  • Ersteller
Vor 3 Minuten, Francesco di Lardo schrieb:

Das klingt wahrlich düster. Vielleicht solltet ihr besser eine Horde Orcs darstellen? 😉

Francesco di Lardo

Das ist ein guter Einwand gegen Deine These. Ich spiele eine Figur, die nicht gerade sozial kompatibel in ihrem Wortschatz und Art zu argumentieren nach heutigen Maßstäben ist. Je nach Teilnehmer in der Runde passe ich mein Vokabular an. Das geht wunderbar, weil entscheidend ist immer der Würfelwurf, nicht meine wörtliche Rede.

13 hours ago, Akeem al Harun said:

Noch dazu: ja und nein.

Im Regelwerk steht sinngemäß ja auch, dass nur dann gewürfelt werden soll, wenn der Ausgang ungewiss ist.

Im Wesentlichen stellt sich die Frage: ganz egal wie gut das Argument aus Sicht der Figur ist, ist der Ausgang gewiss?

Um noch mal bei dem Beispiel der Wachen und dem möglichen Anschlag auf den Laird zu bleiben. Ich entscheide mich als Spieler dafür, der Wache das zu sagen, in der Sicherheit, dass mit das eine Audienz beim Laird einbringt.

Eine 1 in dieser Situation kann zu interessanten Ergebnissen führen. Nur um mal ein paar Beispiele zu nennen:

  • Eine oder gar beide Wachen könnten Teil der Verschwörung sein und die Gruppe mal eben einbuchten.

  • Die Wachen könnten von der Art, wie ich es vortragen, misstrauisch sein und uns deswegen festsetzen.

  • Einer, der Teil der Verschwörung ist, geht zufällig in dem Moment vorbei und bekommt alles mit...

  • ...

Ich verstehe diesen Post nicht. Unter anderem enthält er einige für mich nicht nachvollziehbare Gedankensprünge.

Ob die vorgebrachten Argumente das Würfeln überflüssig machen, entscheidet der SL. Der Spieler kann das nicht wissen.

Z.B. könnte die Wache ja schon vorher instruiert worden sein, dass sie bei Gerüchten über einen Anschlag gegen den Laird, diesen sofort informieren soll (dann würde die Spielfigur ohne Wurf zum Laird vorgelassen) oder die Wache könnte Teil der Verschwörung sein (dann würde die Spielfigur ohne Wurf abgewiesen). Wenn beides nicht zutrifft, dann würde ggf. ein Wurf auf Beredsamkeit fällig, mit einem Malus, wenn die Spielerfigur keine weiteren Details herausrücken möchte.

Wieso die Entscheidung des Spielers, die Wache über den Anschlag zu informieren, zu einer Sicherheit führen soll, vorgelassen zu werden, erschließt sich mir nicht.

Allerdings nimmst du das im letzten Abschnitt ja auch wieder nicht an, da ansonsten der Würfelwurf mit einer 1 nicht erklärbar wäre.

Ich interpretiere jedenfalls einen kritischen Fehler so, dass die Spielfigur beim Anwenden der Fähigkeit einen Fehler gemacht hat. Da die von dir genannten Konsequenzen 1 und 3 unabhängig von dem sind, was die Spielfigur tut, wären sie bei mir keine möglichen Konsequenzen eines kritischen Fehlers.

Falls ich z.B. festgelegt habe, dass die Wache von den Verschwörern bereits so unterwandert wurde, dass jede zweite eingeweiht ist (ein jetzt eher unwahrscheinliches Szenario) und die Spielfiguren durch ihr Vorgehen nichts getan haben, um diese Chance zu beeinflussen (z.B. Warten bis eine als besonders treu bekannte Wache Dienst hat), dann gehört die Wache halt mit 50% Wahrscheinlichkeit zu den Verschwörern. Das würde ich dann ggf. auswürfeln, bevor ich das Gespräch abwickle. Im einen Fall braucht, wie bereits gesagt, gar nicht mehr auf Beredsamkeit gewürfelt zu werden, im anderen eben doch.

Vor 15 Minuten, Abd al Rahman schrieb:

Das ist ein guter Einwand gegen Deine These. Ich spiele eine Figur, die nicht gerade sozial kompatibel in ihrem Wortschatz und Art zu argumentieren nach heutigen Maßstäben ist. Je nach Teilnehmer in der Runde passe ich mein Vokabular an. Das geht wunderbar, weil entscheidend ist immer der Würfelwurf, nicht meine wörtliche Rede.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich verstehe:
Abhängig von den Befindlichkeiten der gerade anwesenden Spieler paßt Du dein Spieler-Vokabular für Deine Figur an, die man aber ohnehin nie sprechen hört, weil Du das, was sie sagen würde, würfelst?

Also, angenommen, da wäre ein sehr sensibler Spieler im Raum, der vielleicht aus Überzeugung auf Kraftausdrücke verzichtet, dann würdest Du für Deine mit Brandschatzung und Raubmord drohende Ork-Figur gegenüber dem Spielleiter dessen Kommunikationsintention benennen (überspitzt): "Der verhaltensoriginelle Humanoide ermutigt die Bauer*In, seine Anregungen positiv aufzugreifen, weil sich alternativ ein Verhaltensraum eröffnen könnte, der Vorkommisse innovativer Eigentumsumverteilung, thermischer Umgestaltung nahegelegener Wohnräume, sowie sensorisch einzigartige wie einmalige Erfahrungen als Entfaltungsmöglichkeit mit einschließt." Dann erfolgt Dein Würfelwurf, der darüber entscheidet, ob der Ork es schafft, dies im imaginierten Klartext rüberzubringen?

Francesco di Lardo

Bearbeitet ( von Francesco di Lardo)

Vor 42 Minuten, Francesco di Lardo schrieb:

Das klingt wahrlich düster. Vielleicht solltet ihr besser eine Horde Orcs darstellen? 😉

Francesco di Lardo

Das könnte ich sicher überzeugend: Segelohren, Hakennase, keine Haare.

Aber da ich für mein Gesicht nichts kann, fände ich es ziemlich blöde, wenn meine Figur mit Aussehen 80 Konsequenzen für mein Gesicht tragen müsste.

Andersrum bekommt meine Figur auch keinen Bonus für körperliche Attribute, die ich mir als Spieler erarbeitet habe. Auch nicht bei sozialen Fertigkeiten wie Verführen.

Ich halte übrigens nichts von der Kategorisierung in extravertiert und introvertiert. Das ist im ersten Fall oft ein Euphemismus.

Für mich passt in diesem Zusammenhang eher "laute" und "leise" Spieler.

Und viel zu oft wird "laut" fälschlicherweise als besser oder belohnenswerter empfunden. Wirklich gute Spielleiterinnen zeichnen sich dadurch aus, die Lauten einzufangen und den Leisen ihren Raum zu geben.

Bearbeitet ( von Einskaldir)

  • Ersteller
Vor 14 Minuten, Francesco di Lardo schrieb:

Ich bin mir nicht sicher, ob ich verstehe:
Abhängig von den Befindlichkeiten der gerade anwesenden Spieler paßt Du dein Spieler-Vokabular für Deine Figur an, die man aber ohnehin nie sprechen hört, weil Du das, was sie sagen würde, würfelst?

Also, angenommen, da wäre ein sehr sensibler Spieler im Raum, der vielleicht aus Überzeugung auf Kraftausdrücke verzichtet, dann würdest Du für Deine mit Brandschatzung und Raubmord drohende Ork-Figur gegenüber dem Spielleiter dessen Kommunikationsintention benennen (überspitzt): "Der verhaltensoriginelle Humanoide ermutigt die Bauer*In, seine Anregungen positiv aufzugreifen, weil sich alternativ ein Verhaltensraum eröffnen könnte, der Vorkommisse innovativer Eigentumsumverteilung, thermischer Umgestaltung nahegelegener Wohnräume, sowie sensorisch einzigartige wie einmalige Erfahrungen als Entfaltungsmöglichkeit mit einschließt." Dann erfolgt Dein Würfelwurf, der darüber entscheidet, ob der Ork es schafft, dies im imaginierten Klartext rüberzubringen?

Francesco di Lardo

Ich habe nie gesagt, dass ich nicht wörtlich rede. Ich habe gesagt, dass meine wörtliche Rede keinen Einfluss auf meinen Wurf haben soll.

Die Figur ist vulgär. So wie ich mir jemanden vom Volk vorstelle. Wenn ich meine Sprache zügle hat das nichts mit Befindlichkeiten zu tun. Ich möchte z.B. einen jungen Spieler nicht mit derber Vulgärsprache konfrontieren. Ebenso Mitspieler, die mit sowas aus anderen Gründen ein Problem haben.

Vor 12 Minuten, Abd al Rahman schrieb:

Ich habe nie gesagt, dass ich nicht wörtlich rede. Ich habe gesagt, dass meine wörtliche Rede keinen Einfluss auf meinen Wurf haben soll.

Da lag ich dann ja mit meiner Vermutung richtig, daß ich Dich nicht ganz verstanden hatte.

Also, Du läßt schon Deine Figur in direkter wörtlicher Rede sprechen (also "Ich will jetzt sofort mehr Bier bekommen!" anstatt "Meine Figur fordert, daß sie jetzt sofort mehr Bier bekommen will."). Ob Deine Figur ihr Bier sofort bekommt, hängt aber - einzig - vom Würfelwurf ab, nicht von dem, was sie gesagt hat?

Sollte ich Dich jetzt richtig verstanden haben, stellt sich mir aber folgende Frage:
Woher wissen dann die anderen Spieler überhaupt, daß Deine Figur eigentlich vulgär ist?

Francesco di Lardo

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