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Drachenmann

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  1. Jepp, so sehe ich das auch. Problem dabei ist halt meine offensichtliche Regelmissachtung, die mir eigentlich so gar nicht liegt. Deshalb hatte ich meine zwei überlangen Beiträge verfasst. Denn die offizielle GG-Vergabe berücksichtigt eben nicht die Sichtweise der Gottheit, sondern verlangt vom SL folgende Kriterienbewertung: Erklärte Religiosität der Figur, also das dauerhafte (und ausgespielte) Glaubensbekenntnis zu der Gottheit, die die GG vergibt, Ausspielen eines untadeligen Lebenswandels i.S. der Anhängerschaft derselben Gottheit. Nur wenn der SL beide Kriterien als erfüllt bewertet, erhält eine Figur nach den Regeln GG. Herausragende Anhänger, also Pr und Or werden bei der Vergabe gesondert bevorzugt, und auch die nur, wenn sie die beiden Grundbedingungen erfüllen.
  2. @ Kio: Das sehe ich anders. Sinn und Zweck eines Geschosses ist das Verschießen, es handelt sich also zunächst um einen reinen Gebrauchsgegenstand. Die von dir vorgeschlagene und planmäßige Durchführung eines Fernkampfangriffs mit einer Schutzrune auf dem Geschoss, die nur zu diesem Zweck aufgebracht wurde, entspricht also m.M.n. nicht einem regelkonformen Trick. Jede Schutzrune bemerkt die Doppelmoral bei dieser Art der Anwendung und sieht keinerlei Notwendigkeit, ihre Wirkung auszulösen. Erst wenn es sich um ein besonderes Geschoss von z.B. großem persönlichen Wert handelt, erhält die Schutzrune ihren eigentlichen Sinn. Dann allerdings wird sie auslösen. *edit*: Ok, ich sehe noch eine zweite Möglichkeit. Der Schütze weiß, dass ein ganz bestimmter Ersthelfer die Wundversorgung durchführen wird, und dieser Ersthelfer ist das eigentliche und erklärte Ziel des Angriffs, wird also wie der Riese durch eine bestimmte Situation angelockt. In diesem Fall stimme ich diesem planmäßigen Einsatz einer Schutzrune zu und es handelt sich um einen solchen Trick.
  3. Wieso sollen nochmal Nichtgläubige GG erwerben dürfen? Wo steht das jetzt genau? siehe hier Was dort steht ist die Schlussfolgerung Unicums, die er auf Grundlage seiner eigenen Auslassung und Verkürzung (ein Absatz seiner Antwort vorher) des Regeltextes vorgenommen hat.
  4. @ Kio: Auch dieser Ansatz verfehlt in der übergroßen Mehrheit der Fälle den Sinn und Zweck von Schutzrunen. Du überträgst jetzt dieselbe Denkweise wie vorher lediglich auf den Ersthelfer statt auf die getroffene Person. Die einzige Ausnahme, die mir gerade in den Sinn kommt: "Oh verdammt, ich habe alle Bolzen verschossen, und meine Kollegen haben auch keine mehr! Jetzt muss ich doch tatsächlich den Bolzen benutzen, den mir damals der König beim Schützenfest überreicht hat und der mir persönlich soviel bedeutet, dass ich ihn mit einer Schutzrune gesichert habe. Wo habe ich ihn denn...? Ah, im Rucksack! Na, was soll's, rein in die Armbrust damit, aber ich merke mir genau die Flugbahn und hole ihn mir sofort nach dem Kampf zurück!"
  5. Das könnte vielleicht daran liegen, dass sHx in M5 zu reinen NSC erklärt wurden und wHx ganz rausgeflogen sind?
  6. Lieber DiRi, ich danke für diese umfassende und nachvollziehbare Antwort, sie hilft mir sehr. Aus ihr nehme ich mit, übertragen auf eine abstrakte Ebene: Meine Sichtweise von Voll- und Neumondnächten war zu eng gefasst. Ich ging bezüglich ihrer mystischen Bedeutung nur von einer Entweder-Oder-Erklärung aus, nicht von einer Sowohl-Als-Auch-Möglichkeit: Religiös-mystische und magietheoretische Konzepte für die Existenz des Mondes und auch seiner Natur führen zu verschiedenen Ansichten und Gewichtungen der Gefährlichkeit von Vollmond und Neumond für Midgard und seine Bewohner. Diese Konzepte stehen gleichberechtigt nebeneinander und überschneiden sich im Alltag vieler Kulturen; sie haben alle ihre Berechtigung und wegen der realen Wirksamkeit von Glauben und Magie auch reale Konsequenzen. Die Bedeutung der Sonne für das fragile Gleichgewicht der Mächte hatte ich überhaupt nicht berücksichtigt: Erst durch das übernatürliche Wechselspiel zwischen Sonne, Mond und Midgard werden die verschiedenen Mondkonzepte schlüssig. Für manche dieser Konzepte ist zumindest ein rudimentäres Verständnis vom Mond als einem beleuchteten (und nicht selbstleuchtenden) Himmelskörper notwendig; ebenso die Vorstellung einer Bewegung von zumindest Sonne und Mond in einem dreidimensionalen Raum. Nicht dagegen notwendig ist die Vorstellung von Himmelskörpern als kugelförmig.
  7. Hä? Das bedeutet ja für mich im Umkehrschluss: Für Nicht- oder Andersgläubige liegt die Latte bei dir nicht so hoch wie für Anhänger der Gottheit, die die GG vergibt? Oder verstehe ich dich jetzt falsch? Und Kio hat recht, grundsätzlich liegen wir auf einer Linie. Lies dir noch mal die letzten vier Absätze meiner letzten Antwort durch...
  8. Ingram geht davon aus, dass das Opfer mehr als 30m entfernt ist. Damit greift die Ausnahmeregel, dass die Rune weiß (wissen könnte), dass sie nicht auslösen soll, nicht. (MYST S.96, letzter Absatz vor "Feuerkugel") Yon Attan hat ja bereits auf die frühere Diskussion im Forum verwiesen, die auch ähnliche Fragen und Ideen wie diese behandelte. Konsens war damals, dass die in der Schutzrune gebundene Magie sich nicht übertölpeln lässt, da bei einer solchen Verwendung wie bei der hier vorgeschlagenen die ungewollte Berührung nur vorgetäuscht ist. Eine Berührung ist hier tatsächlich gewollt und beabsichtigt. *edit nach Prados Link*: Eine Berührung wird hier aktiv und gewollt, geradezu unausweichlich herbeigeführt. Es handelt sich also nicht um einen regelkonformen Trick, wie er in der Regelantwort geschildert wird. Parallel kam damals die Frage auf, wie sich denn bitte eine Schutzrune im Alltag handhaben lassen soll, wenn schon das Zimmermädchen des Hotels beim Putzen explodiert? Solchen Fragen wurde m.M.n. in M5 Rechnung getragen, indem jetzt ein "Schutzbereich" von 30m eingebaut wurde. Das bedeutet für mich aber noch lange nicht, dass die grundsätzliche Funktion von Schutzrunen jetzt plötzlich eine andere wäre bzw. sie sich über diesen 30m-Bereich aushebeln ließe. Unabhängig von der Verfügbarkeit von Alchimistenmetall taugen Schutzrunen aufgrund ihrer Wirkweise nicht als Ersatz für Runenbolzen oder Runenpfeile, auch wenn die Schutzrunenzauber dazu einladen. (Gerade weil sich die möglichen Zauber von Runenbolzen/-pfeilen/-plättchen von möglichen Schutzrunenzaubern unterscheiden, liegt der Schluss nahe, dass eine Überschneidung der Einsatzbereiche nicht vorgesehen ist.) Als Beleg dafür nehme ich die Textpassage im zweiten Absatz MYST, S.96 "...gegen den Willen des Besitzers..." Dieser Passus gilt immer, die 30m-Regel ist die Ausnahme für etwa das arme Zimmermädchen im Hotel. Da jedoch bei dem hier geplanten Vorgehen diese Bedingung "gegen den Willen" nicht erfüllt ist, sondern im Gegenteil eine Berührung beabsichtigt ist, wird die Schutzrune auch bei einer Entfernung von über 30m nicht ausgelöst. Vielleicht ist das jetzt sehr kleinkariert von mir gedacht, aber nach meiner Meinung handelt es sich bei Schutzrunen nach wie vor um "intelligente Magie", die genau wie in M4 nicht für solche Zwecke taugt. Das kann aber jeder halten, wie er will. Ich für mein Teil freue mich über den positiven Aspekt der 30m-Regelung, nämlich die Handhabbarkeit im Alltag.
  9. Danke DiRi, mit deiner Antwort bringst du den Hintergrund meiner Frage auf den Punkt. So hatte ich es auch in Erinnerung, war mir aber nicht sicher, ob es wirklich so drastisch ist oder ob ich es mir nur in meiner Erinnerung so zurecht lege. Genau an diesem Konzept setzt meine Frage an: Wenn der Mond nämlich bekanntermaßen eine derart konkrete finstere und personalisierbare Gefahr darstellt, warum ist dann ausgerechnet die Neumondnacht, in der ja der Mond durch "Abwesenheit" glänzt, ein Unheiltag? Ich versetze mich jetzt mal in einen durchschnittlichen Bewohner Midgards und habe keine Ahnung vom Grund für die Mondphasen. Aber der Mond ist in meiner Wirklichkeit dermaßen angstbesetzt, wie du beschreibst. Er ist die objektisierte Projektion einer realen und latenten finsteren Bedrohung meiner Welt, doch gerade dann könnte ich doch die Vollmondnacht als besonders unheilvoll ansehen, weil ja schließlich dann der Mond am präsentesten ist. Also genau, wie Fimolas es für die Schariden beschreibt. Diesen Gedanken fand ich schon immer nachvollziehbar, weil er sich in das Konzept eines konkret bedrohlichen, finsteren und angstbesetzten Mond einpasst. Die einzige nachvollziehbare Begründung für die Neumondnacht als unheilvolle Zeit ist für mich ein leicht abstrahierender Umkehrschluss: Solange ich den Mond am Himmel sehe, kann das personalisierte Finstere nicht meine Welt heimsuchen. Sehe ich ihn nicht am Himmel, kann ich mir dessen nicht mehr sicher sein. Aus dieser Unsicherheit entsteht die Furcht vor möglichem Unheil, also erlebe ich die Neumondnacht als angstbesetzt. Fehlt mir irgendeine Information, denke ich falsch oder zu kurz?
  10. Nö, würde ich nicht. Schutzrunen werden ausgelöst, wenn sie gegen den Willen des Besitzers berührt werden, dazu steht dein Einsatzplan in klarem Widerspruch. Du stellst eine Falle und rechnest mit einer Berührung, also erfolgt sie nicht gegen deinen Willen, sondern ist beabsichtigt.
  11. Ich sage ja nicht, dass daraus tatsächlich Pech folgen muss. Es kommt mir nur so vor, als ob die Neumondnacht als pechbringend, unheilvoll angesehen wird. Aber angesichts der Mondentstehung sollte doch eher, wenn überhaupt, der Vollmond als böses Omen betrachtet werden, oder liege ich falsch? Und klar, bei Neumond ist die Nacht am dunkelsten, da kommen Leute schon mal auf Gedanken. So etwas meine ich aber nicht, sondern echten Aberglauben, also etwas, das in der Liga von schwarzen Katzen und "Klopf auf Holz" in unserer echten Umwelt spielt.
  12. Auf Midgard scheint ja der Neumond allgemein als Pechtag zu gelten, aber warum? Kaum ein Bewohner der Welt weiß, worum es sich bei ihrem Mond tatsächlich handelt und wie er entstanden ist. Dennoch hielte ich es für plausibler, wenn der Vollmond als Pechtag gelten würde, weil über die Jahre ja immer etwas durchsickert. Diese Frage treibt mich schon seit längerer Zeit um, langsam wird sie aber wichtig für einen Abenteuerhintergrund. Kann mir jemand helfen?
  13. Ein Strang für nekromantische Tierfreunde: Welche toten Tiere haben eure Charaktere?
  14. Sehe ich genauso. Hier handelt es sich ja nicht unbedingt um einen Gelegenheitsdiebstahl, wie ihn Taschendiebe in der Fußgängerzone durchführen: Der eine sorgt für Ablenkung wie etwa durch ein Anrempeln, der zweite greift zu und gibt die Beute an einen Dritten weiter. Wem auch immer einen Gegenstand zu stehlen, den derjenige gewohnheitsmäßig in der Hand hält, macht für mich eine andere Vorbereitung des Diebstahls nötig, eine, die speziell auf das Opfer zugeschnitten ist und eine besondere Situation herstellt. Das Opfer muss ja so stark abgelenkt werden, dass es nicht nur den Blick abwendet, sondern auch das Gefühl in der eigenen Hand nicht mehr registriert. Eine solche Vorbereitung erfordert mit Sicherheit einige EW, die dann dazu führen, dass eine Modifikation des EW:Stehlen überhaupt erst eingeschätzt und vorgenommen werden kann. Wenn aber alles passt, könnte ich mir schon vorstellen, dass ich mich auf bis zu -4 einlasse, weniger auf keinen Fall. Wenn ich mir die Situation so vorstelle, würde ich dem Dieb raten, sein Aussehen zu verändern, unter vier Augen mit dem Opfer gemeinsam zu essen oder einen zu heben, ihm Schlafmittel unterzujubeln und dann abzuwarten. Denn warum soll es sich der Dieb unnötig schwer machen? Ist das Opfer bei Bewusstsein, steigt das Risiko schließlich stark an, dass ein Diebstahl zu einem offenen Raub eskaliert...
  15. Ich bin auch recht unglücklich mit dem Spruch. Leider sind wir hier nicht im Meinungsstrang sondern es geht hier um Regeln. Oh, ich wollte keine Meinung zum Zauber selbst äußern, sondern nur darauf hinweisen, dass die damalige Diskussion zu keiner endgültigen Klarheit bei allen Teilnehmern führte. Ich zumindest habe es so in Erinnerung, dass entweder mit logischen Brüchen bei Regeltreue gelebt werden muss, oder die Auflösung dieser logischen Brüche dazu führt, dass entweder der Heimstein an Schutzfunktion verliert oder aber Regeln gebeugt oder ignoriert werden müssen. Es ist auch schon eine ganze Weile her, außerdem konnte ich halt inhaltlich irgendwann nicht mehr folgen und war völlig überfordert. Deswegen kann es auch sein, dass ich Brüche gesehen hatte, wo keine waren. Unglücklich bin ich mit dem Zauber deswegen noch lange nicht, auch weil diese Brüche meiner Erinnerung nach nur absolute Ausnahmesituationen mit Seltenheitswert betrafen und die Diskussion darüber für mich einen sehr akademischen und hypothetischen Charakter annahm.
  16. Thema von Toro wurde von Drachenmann beantwortet in Stammtische
    Wie gruselig, jetzt fühle ich mich so richtig alt. Muss mich an die Zeiten erinnern, als wir im Negativ Live-TV betrieben und uns über die Grufties totgelacht haben: Grundposition Kreis, auf zwei Armlängen Entfernung. Gleichzeitig drei Schritte vor. Vorbeugen und graben, ohne mit den Köpfen zusammenzustoßen. Aufrichten. Drei Schritte zurück in die Grundposition. Ganz wichtig dabei: Todernst bleiben und nicht mal lächeln. Die Formationspartner nicht ansehen. Die Lästereien der bunthaarigen Umgebung ignorieren. Und nach dem Tanz auf dem Gehsteig vor dem Eingang sitzen und weltvergessen einen Apfel besingen.
  17. Thema von Toro wurde von Drachenmann beantwortet in Stammtische
    Wieso "Oh je"? Ich hatte jetzt nie den Eindruck, du fühltest dich gezwungen...? Seit wann liest du nach? Seit ich nicht mehr völlig übermüdet nach mindestens 12 Stunden Arbeit an sieben Wochentagen meine Beiträge verfasse. Und seit ich festgestellt habe, dass die Anzahl meiner "Warning Points" auf Null reduziert wurde... Du glaubst nicht, wie das anspornt! Mal sehen, wie lange ich diesmal eine Blume sein kann...
  18. Panther, in deinem Beitrag ignorierst du ja genau die Textpassagen, die mir Probleme bereiten: Den permanent untadeligen Lebenswandel und die Religion als ständige Handlungsmaxime, beides beurteilt durch die Glaubensgemeinschaft der Figur. Sobald ich aber diese Passagen berücksichtige und damit eine regelgerechte GG-Vergabe vornehme, hat sich dein Post sofort erledigt, denn deine Art der GG-Vergabe ist im Regelwerk nicht vorgesehen: Die vier Nicht- oder Andersgläubigen aus deinem Beispiel erhalten von vornherein keine GG und auch der Priester nur dann, wenn er die charakterlichen Vorgaben seiner Glaubensgemeinschaft erfüllt. Ich finde das sehr unbefriedigend, weil die Vergabekriterien sehr einseitig auf die moralische Bewertung des Lebenswandels auf der Grundlage des religiösen Verhaltens abzielen, das ganze auch noch aus der Sicht der Glaubensgemeinschaft und ohne Berücksichtigung der Gottheit selbst. In Maßen kann ja meinetwegen die moralische Verhaltensbewertung durch die Glaubensgemeinschaft einfließen, aber doch nicht ausschließlich. Als SL fühle ich mich nicht nur außerstande, sondern auch nicht zuständig für eine solche moralische Bewertung in allen ihren Feinheiten. Ich entstamme einem bestimmten Kulturkreis und halte es bereits für vermessen und selbstgerecht, die persönlichen Glaubensgrundsätze eines meiner christlichen Mitmenschen zu beurteilen. Bei für mich sehr fremdartigen Religionen wie Hinduismus besitze ich noch nicht einmal die allergeringsten Kenntnisse, da stellt sich mir diese Frage erst gar nicht. Religionsgemeinschaften kann ich politisch sehr wohl beurteilen, und ich vertrete dabei einen ganz klaren Standpunkt. Aber der persönliche Glauben eines Menschen unterliegt erst dann meiner Wertung, wenn ich meine persönlichen Verhaltensmaßstäbe anlege und derjenige das im Gespräch überhaupt zulassen möchte. Genauso sehe ich das im Rollenspiel: Ich betrachte mich nicht als moralische Instanz dafür, wie ein Spieler seine Figur führt. Vielleicht kann ich nach ausgiebiger vorheriger Klärung beurteilen, wie glaubwürdig der Spieler die Glaubensgrundsätze seiner Figur umsetzt, aber mal ernsthaft: Ich will zocken und keine Glaubensdebatte am Tisch vom Zaun brechen. Außerdem gehe ich von einem sehr einfachen und grundsätzlichen Spielmechanismus aus: Die Figur kann mit der Hilfe ihrer Gottheit Wunder wirken, also kann ihr Lebenswandel ja so verkehrt nicht sein. Punkt, basta e finito. Nachdem für mich also diese Art von GG-Vergabe ausfällt, brauche ich eine andere. Und das ist nahezu zwangsläufig der Blickwinkel einer Gottheit, die von den Taten der Spielerfiguren betroffen ist. Außerdem stelle ich fest, dass dieser Aspekt in der offiziellen Vergabe von GG keine oder eine mehr als untergeordnete Rolle spielt. Erst, wenn ich mich selbst nicht mehr als Stellvertreter der Glaubensgemeinschaft und ihrer moralischen Bewertung begreife, sondern bewusst in die Rolle der Gottheit schlüpfe, erhält auch dein Posting überhaupt erst einen Sinn. Rein auf das DFR bezogen ist die Aussage deines Postings regelwidrig, und weil ich aber deine Aussage gut finde, habe ich ein Problem mit ARK, S. 57. Jetzt klarer?
  19. An diese damalige Diskussion muss ich auch die ganze Zeit denken. Und ich fand ihr Ergebnis schon damals sehr unbefriedigend, weil aus ihm meiner Meinung nach logische Brüche entstehen. Denn dann dürfte ein magisch gerufener Nebel trotz seiner nichtmagischen Natur die Barriere nicht überwinden, magisch erzeugter Regen würde an der Barriere entlang nach außen ablaufen usw... Aber ich will das alles nicht noch einmal durchkauen und bleibe bei meiner damaligen Sichtweise: Wahrscheinlich bin ich einfach zu blöd für eine tiefgehende, regelbasierte magietheoretische Diskussion. Schließlich kamen wir damals dermaßen von Höckchen auf Stöckchen, dass ich irgendwann einfach nichts mehr geschnallt hatte und geistig kollabierte. Das zeigte mir damals meine eigenen Grenzen von Magietheorie auf, und heute würde es garantiert wieder dazu kommen...
  20. Spannende Diskussion, nicht nur in Bezug auf die Standpunkte, sondern auch auf die Argumentationen. Außerdem beschäftigt mich das Thema zur Zeit, weil ich die Punktevergabe für ein Con-Abenteuer nachhole, dabei einen ganzen Sack voll GG vergebe und beschlossen habe, dass ich mit der offiziellen Vorgabe (ARK, S.57) in dieser Form nicht arbeiten kann. Nach dieser Vorgabe muss die Vergabe von GG sehr asymmetrisch erfolgen, auch wenn die Gruppe gemeinsam dieselben Taten vollbracht hat. Ausschließlich permanent tugendhafte (i.S. seiner Glaubensgemeinschaft) und geradezu aufdringlich religiöse Abenteurer erhalten GG, andere gehen leer aus. Mit einem solchen Vorgehen konnte ich ja bei der Vergabe von AEP für "gutes" Rollenspiel nach M4 noch einigermaßen leben, obwohl ich auch dieser Art von zählbarer Verhaltensbewertung sehr kritisch gegenüberstand. Aber im Zweifelsfall konnte ich ja immer nachfragen, wie denn der Spieler das Verhalten seiner Figur mit deren Grundsätzen in Übereinstimmung bringt. Göttliche Gnade lässt sich aber nicht ausdiskutieren, ihre Vergabe ist allein von meiner Beurteilung als SL abhängig. Gerade deshalb ist mir die Transparenz und Nachvollziehbarkeit meiner Vergabekriterien besonders wichtig, also muss ich die Sichtweise der beteiligten Gottheit(en) einnehmen: Wofür würde ich als Gottheit die Taten einer Abenteurergruppe würdigen? Wenn diese Taten bedeutend genug sind, meine Aufmerksamkeit zu erregen, das ist die Grundbedingung, denn ich habe noch mehr zu tun, als ständig irgendwelchen Abenteurern über die Schulter zu schauen. Wenn diese Taten schon allein durch ihre Ausführung und ohne mein eigenes Zutun mir das Erreichen meiner eigenen Ziele erheblich erleichtern. Wenn diese Taten offenkundig meine Reputation verbessern, wenn sie also den Glauben meiner Anhängerschaft festigen und vielleicht sogar zu einem Zuwachs von Anhängern führen. Am besten finden solche Taten in meinem Namen UND unter Anwesenheit von Publikum statt, denn unbeteiligte Zeugen machen sich in dieser Situation immer gut. (Natürlich zeige ich als Gottheit meine Gunst auch, wenn einer meiner Gegenspieler in einer abgelegenen Gegend und ohne Zeugen aus dem Weg geräumt wird, aber dann ist die göttliche Gnade doch eher eine reine Privatangelegenheit zwischen mir und den Abenteurern.) Also angenommen, die Abenteurer handeln erfolgreich und publikumswirksam, vielleicht sogar spektakulär, und eine der Folgen ist die Erhöhung meines Ansehens als Gottheit. Nennen wir mich doch mal ganz spontan Culsu. Mir als Culsu ist zwar nicht egal, ob alle beteiligten Abenteurer mich verehren, aber ihre Zugehörigkeit zu meiner erklärten und organisierten Anhängerschaft ist für mich nicht das entscheidende Kriterium für die Vergabe meiner Gunst. Ob ihr bewusster Glauben an mich, also ihre Religiosität, nun ihre Motivation ist oder nicht: Sie haben mir erheblich in die Karten gespielt, und deshalb biete ich jedem von ihnen meine Gunst für Notfälle an. Schließlich hat auch jeder von ihnen seinen Beitrag zum Gesamterfolg in meinem Sinne geleistet. Und wer weiß, vielleicht konvertiert daraufhin ja einer von ihnen und wird mein Anhänger? Solche Leute kann ich immer gut brauchen und über den Lebenswandel können wir dann ja immer noch reden... Wegen aller beschriebenen Gedanken komme ich mit diesem Passus im ARK so gar nicht klar: Selbstverständlich handelt es sich um meine GG-Punkte in diesem Moment um ein Geschenk, manche würden es sogar als Lockangebot verstehen. Deswegen muss auch jeder Spieler selbst entscheiden, ob seine Figur dieses Geschenk meiner Gunst, meiner Hilfe in der Not annimmt. Dabei kann ich ihm als Culsu nicht helfen. Als SL aber schon, indem ich wie gesagt die Vergabe möglichst transparent und nachvollziehbar gestalte. ----------------------------------------------------------------------------------------------------- Leicht OT: Womit ich außerdem echte Schwierigkeiten habe, ist die "möglichst unauffällige" Hilfe durch mich als Culsu, wenn GG-Punkte vom Spieler eingesetzt werden. Warum das denn? Das hört sich ja geradezu schambesetzt an. Hej, ich bin die einzig echte und wahrhaftige Culsu, ich verstecke mich nicht hinter "unwahrscheinlichen, aber nicht unmöglichen Glücksfällen mit durchaus natürlichen Ursachen"! Tue Gutes und rede darüber! Wie soll ich denn meine Macht, meinen Einfluss, meine Anhängerschaft vergrößern und deren Glauben stärken, wenn nicht durch wirksame Selbstinszenierung? Ich helfe nicht insgeheim und verborgen, sondern strahlend und weithin leuchtend, am besten auf einer großen Bühne vor möglichst zahlreichem Publikum! Als SL wäre für mich eine publikumswirksame Anwendung von GG vor möglichst vielen Mitgliedern der Glaubensgemeinschaft des Abenteurers sogar Anlass genug für die erneute Vergabe von göttlicher Gnade. Denn in diesem Fall hätte der Abenteurer mit der Wurst nach dem Schinken geworfen...
  21. Noch mal in die Regeln geschaut: Ich muss meine Dicke-Backen-Aussage bezüglich Feuerregen korrigieren, denn die "faustgroßen Flammen" sind tatsächlich nicht magisch. Der Zauberer benötigt seine Konzentration nur für ihre Entstehung, in diesem Fall ober- und außerhalb des Heimsteins. Du hast also völlig recht, sie durchdringen die Magiesperre, genau wie etwa ein magisch herbeigerufener Nebel (der ja selbst nicht magisch ist), über die magische Barriere verweht werden kann. Ich bin einfach auf die spektakuläre visuelle Wirkung des Feuerregens reingefallen und habe vorschnell geantwortet.
  22. Nein, ich glaube, dass ich richtig denke. Die Tropfen sind eine bildliche Ausschmückung. Der eine SL lässt sie einfach weg, der andere schmückt sie episch aus. Regeltechnisch durchdringt Feuerregen einen Heimstein nicht.
  23. Feuerregen ist konzentrationsabhängig, damit ist es auch seine Wirkung. Ohne Konzentration kein Feuerregen. Sieg nach Punkten für Heimstein. edit: Sorry, deinen Beitrag falsch gelesen.
  24. Und da kein Zauber den Wirkungsbereich eines Heimsteins durchdringen kann, findet keine Beschwörung jemals ihr Ziel. Denn der Heimstein verhindert schon die Beschwörung als solche. Also kann überhaupt erst kein Dämon herbeigerufen werden. Deswegen wird er auch niemals wissen, dass er je gerufen wurde. Und darum stellt sich überhaupt erst gar nicht die Frage, ob und wo er erscheinen könnte.
  25. Himmel, kein aktiver Zauber kann einen Heimstein durchdringen, weder von innen nach außen, noch von außen nach innen. Fertig. Ist das so schwer zu verstehen? Das Zauberwort ist aktiv.

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