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Wer sagt die passende Fertigkeit an: Spielende oder SL

Hervorgehobene Antworten

Zeit: 15.9.2026 um 00:15, Stephan schrieb:

Ich finde es sehr unkooperativ, wenn ein anderer Spieler meine teuer erworbene Fertigkeit dadurch entwertet, dass er sie durch eine viel billigere substituiert. Da bin ich voll bei MaKai. Hat aber mit dem Thema dieses Strangs nur am Rande zu tun.

Absolute Zustimmung! Wenn mir das als Spieler passiert bin ich angefressen. Umgekehrt will ich als Spieler nicht, dass der SL mir nen billigen Ausweg zeigt und ne andere Fertigkeit zulässt. Das entwertet meine Entscheidung etwas nicht zu lernen.

Zeit: 15.9.2026 um 00:15, Stephan schrieb:

Ich finde es sehr unkooperativ, wenn ein anderer Spieler meine teuer erworbene Fertigkeit dadurch entwertet, dass er sie durch eine viel billigere substituiert. Da bin ich voll bei MaKai. Hat aber mit dem Thema dieses Strangs nur am Rande zu tun.

Meiner Meinung nach müsste die Spielleitung das Fingerspitzengefühl besitzen, die unterschiedlichen Fertigkeiten auch zu unterschiedlichen Ergebnissen führen zu lassen.

Mit Geschäftssinn kann ich ja nicht nur feilschen, sondern auch den tatsächlichen Wert eines Gegenstandes bestimmen. Das kann ich mit Beredsamkeit nicht und schon gar nicht mit Menschenkenntnis. Das Ergebnis des Feilschens könnte also total unterschiedlich sein.

Beispiel: Sp1 hat Geschäftssinn, Sp2 Beredsamkeit. Sp1 feilscht erfolglos mit dem Händler mittels Geschäftssinn. Sp2 feilscht mittels Beredsamkeit erfolgreich mit dem Händler und statt 100GS zahlt er nur 90GS. Sp1 stellt allerdings mittels Geschäftssinn fest, dass auch 90GS (alle Umstände berücksichtigt) viel zu teuer und höchstens 50GS angemessen sind.

Bearbeitet ( von Akeem al Harun)

Vor 59 Minuten, Abd al Rahman schrieb:

Die Situation im Kopf der SL sollte die gleiche sein wie die des Spielers. Die Angleichung der Welten passiert durch Kommunikation

Sollte ja. Aber ich halte das für unmöglich.

Wir sind alle nicht perfekt. Aber meistens kommen wir nahe genug aneinander heran, um auf einer hinreichend gemeinsamen Grundlage miteinander spielen zu können.

Einerseits gibt es verwandte Fertigkeiten, die in einer Spielsituation eingesetzt werden können (ggf. mit Malus). Andererseits wird es beliebig, wenn ich quasi immer auch was billigeres einsetzen kann.

Ich kenne es aus unterschiedlichen Runden. Keiner hat Geschäftssinn gelernt, und dann werden die wildesten Sachen herangenommen: Beredsamkeit, Menschenkenntnis, pA, Au… Die Folge: Die Runde mutiert etwas in Richtung Erzählspiel, Werte und Würfeln geraten in den Hintergrund, und teure Fertigkeiten werden nicht mehr gelernt, da sie ja durch Belabern der SL ersetzt werden können. Und wieder einmal „gewinnen“ die lautesten, was ohnehin ein häufiges Problem ist.

Ich bin der Ansicht, Spiely und SL verhandeln die passende Fertigkeit, und im Zweifel entscheidet die SL. Dabei sollte sie sich trauen, nein zu sagen, wenn es nun einmal nicht passt („Durch deine erfolgreiche Beredsamkeit findet dich der Händler sympathisch. Der Preis bleibt bei 100 GS“). Ob z.B. ein heftiger Malus den Einsatz einer benachbarten Fertigkeit erlaubt, ist Teil der Gruppendynamik.

12 Stunden her, Godrik schrieb:

Die Folge: Die Runde mutiert etwas in Richtung Erzählspiel, Werte und Würfeln geraten in den Hintergrund, und teure Fertigkeiten werden nicht mehr gelernt, da sie ja durch Belabern der SL ersetzt werden können.

Mit Verlaub - was ist Midgard denn?

Ein Rollenspiel oder ein Würfelspiel?

Für mich steht das Rollenspiel im Mittelpunkt. Es lebt davon, daß zuvorderst Dinge ausgespielt werden. Das schafft die Atmosphäre und Einzigartigkeit.
Ich spiele einen Charakter - nicht ein Blatt mit einer Liste von Werten.

Die Würfel sind in meinen Augen ein Werkzeug, das Rollenspiel zu ergänzen:

  • Einige Dinge lassen sich kaum ausspielen, etwa Angriffe in Kämpfen - hier funktioniert es nicht, wenn man seine Angriffe oder Abwehr beschreibt. Es braucht Mechaniken.

  • Ähnlich ist dies bei einer Reihe von praktischen Fertigkeiten, wie etwa Schwimmen, Klettern, Wahrnehmung. Bei dieser Art Fertigkeiten macht es jedoch bereits einen Unterschied, wie man die Anwendung der Fertigkeiten beschreibt. Dennoch sind Mechaniken auch hier unverzichtbar.

  • Bei allen sozialen Fertigkeiten, die in "Wirklichkeit" Dialog erfordern, sind Würfel in meinen Augen Beiwerk. Das Rollenspiel muß im Mittelpunkt stehen, der Würfelwurf dient in meinen Kampagnen hier nur dazu, die Anwendung der Fertigkeit zu unterfüttern. Wenig überzeugend gespielt und gut gewürfelt gibt ganz sicher keinen überragenden Erfolg. Blendend ausgespielt und ok gewürfelt - da liegt meine Hauptgewichtung als SL auf dem Ausspielen.

  • Ferner sind die Würfel nützlich, um Unberechenbarkeit, Glück und Pech ins Spiel zu bringen, was das Ganze interessanter macht.

Situationen wie das nachfolgende Beispiel sind mir ein Graus:

  • Spieler: "Ich überrede ihn." [Klacker...] "Insgesamt 22. Klappt!"

So etwas als "soziale Interaktion" finde ich völlig öde, langweilig und gänzlich flach.

Als SL will ich von Spielern nicht "belabert" werden - ich will durch gutes Rollenspiel überzeugt werden. Einfach nur die Würfel auf den Tisch rollen, kann jeder Idiot - insbesondere dann, wenn ihm auch noch der Spielleiter bei der Entscheidung unter die Arme greift, worauf er würfeln soll. Schön ausspielen kann nicht jeder - dafür muß man die richtigen Leute finden, doch den Aufwand ist es definitiv wert. Natürlich braucht man nicht jedes Feilschen um eine Flasche Lampenöl auszuspielen. Doch bei allen für den Fortlauf der Kampagne relevanten sozialen Interaktionen will ich Rollenspiel sehen - sowohl als Spieler, wie auch als Spielleiter. Denn das ist es, was die Bilder im Kopf schafft und damit den Reiz der ganzen Angelegenheit ausmacht.

Francesco di Lardo

Bearbeitet ( von Francesco di Lardo)

Es ist selbstverständlich ok, so zu spielen und wenn ihr in eurer Heimrunde alle damit Spaß habt, ist das perfekt. Für mich wärst Du als Spielleiter komplett ungeeignet. Für mich ist es leichter, den Kampf mit Dir auszuspielen, indem ich dir ein paar auf's Maul haue, aber es ist verständlicherweise in Rollenspielerkreisen nicht üblich, sich bei jedem in-game-kampf gegenseitig zu verprügeln.

Was ich aber nicht hinkriege, ist gegen deine outgame-Fähigkeiten im belabern anzukommen, denn darauf läuft es hinaus. Insbesondere, da ich als Spieler in den allermeisten Fällen in der schwächeren Position bin, schließlich will meine Figur etwas von dem NPC und es ist als SL immer einfacher, sich das anzuhören und knapp mit "Ja/Nein/überzeugt mich nicht" zu reagieren.
Ich hab auch Spieler erlebt, die jeden anderen, inklusive des SL unter den Tisch reden können, aber weil ich genau das nicht kann, hab ich ja mit meiner Figur die Fertigkeit gelernt. Sonst bräuchte ich kein fertigkeitenbasiertes System, sondern spiele Du-kannst-was-Du-darstellen-kannst.

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