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Alles oder Nichts (Kampagne 'Jenseits der Spiegel')

Hervorgehobene Antworten

Moin moin,

im Abenteuer „Alles oder Nichts“ sollen die Helden, wenn möglich, im Palast von Don Erengar unterkommen. Allerdings finde ich auf der Karte und in der Beschreibung keine Gästezimmer. Befinden sich diese vielleicht im Souterrain bei der Dienerschaft, obwohl nicht vorgesehen ist, dass die Abenteurer dort viel Zeit verbringen?

Übersehe ich etwas, oder wurden die Gästezimmer einfach vergessen?

Vor 40 Minuten, Gehirnschnecke schrieb:

Moin moin,

im Abenteuer „Alles oder Nichts“ sollen die Helden, wenn möglich, im Palast von Don Erengar unterkommen. Allerdings finde ich auf der Karte und in der Beschreibung keine Gästezimmer. Befinden sich diese vielleicht im Souterrain bei der Dienerschaft, obwohl nicht vorgesehen ist, dass die Abenteurer dort viel Zeit verbringen?

Übersehe ich etwas, oder wurden die Gästezimmer einfach vergessen?

Jaeeeein. Tatsächlich habe ich beim Entwerfen des Palastgrundrisses nicht daran gedacht, explizit Räumlichkeiten vorzusehen, in denen die Abenteurer untergebracht werden können. Ich habe das bei den Testspielen so gelöst, dass ich die Abenteurer im Rauchsalon untergebracht habe (wir als heutige Personen blenden aus, wie abgrundtief scheußlich wir den Gestank in diesem Raum finden würden - die finden das ja auf Midgard irgendwie schön). Da werden dann Betten hinein gestellt, davon gibt es welche im Bestand des Hauses. Bei Bedarf kann zudem die Rüstkammer heran gezogen werden (etwa, wenn Abenteurer nach Geschlechtern oder gar nach Stand getrennt untergebracht werden wollen - im letzteren Fall könnten auch Räumlichkeiten der Dienerschaft heran gezogen werden).

Tatsächlich gab es in der Renaissance schon Gästebereiche in Palästen. Du kannst also, wenn Dir das besser passt, auch einen oder mehrere Diener-Räume zu offiziellen Gästeräumen umfunktionieren.

9 Stunden her, Ma Kai schrieb:

Jaeeeein. Tatsächlich habe ich beim Entwerfen des Palastgrundrisses nicht daran gedacht, explizit Räumlichkeiten vorzusehen, in denen die Abenteurer untergebracht werden können. Ich habe das bei den Testspielen so gelöst, dass ich die Abenteurer im Rauchsalon untergebracht habe (wir als heutige Personen blenden aus, wie abgrundtief scheußlich wir den Gestank in diesem Raum finden würden - die finden das ja auf Midgard irgendwie schön). Da werden dann Betten hinein gestellt, davon gibt es welche im Bestand des Hauses. Bei Bedarf kann zudem die Rüstkammer heran gezogen werden (etwa, wenn Abenteurer nach Geschlechtern oder gar nach Stand getrennt untergebracht werden wollen - im letzteren Fall könnten auch Räumlichkeiten der Dienerschaft heran gezogen werden).

Tatsächlich gab es in der Renaissance schon Gästebereiche in Palästen. Du kannst also, wenn Dir das besser passt, auch einen oder mehrere Diener-Räume zu offiziellen Gästeräumen umfunktionieren.

crosseye

Ich kenn das Abenteuer noch nicht, aber das erscheint mir doch sehr... merkwürdig. Darf ich fragen, wie Du auf die Idee gekommen bist, dass für Gäste ein Bett in einen Repräsentationsraum gestellt werden sollte oder eine Person von Stand in einer Abstellkammer untergebracht, statt in einem Gästezimmer?

  • Odysseus änderte den Titel zu Alles oder Nichts (Kampagne 'Jenseits der Spiegel')
5 hours ago, Blaues Feuer said:

crosseye

Ich kenn das Abenteuer noch nicht, aber das erscheint mir doch sehr... merkwürdig. Darf ich fragen, wie Du auf die Idee gekommen bist, dass für Gäste ein Bett in einen Repräsentationsraum gestellt werden sollte oder eine Person von Stand in einer Abstellkammer untergebracht, statt in einem Gästezimmer?

Ich denke, es handelt sich eher um eine Notlösung von Seiten MaKais. Die veröffentlichten Grundrisse kann man nicht mehr anpassen. Also muss man unter den gegebenen Rahmenbedingungen halt die Räume nutzen, für die es am wenigsten unplausibel ist.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Lagepläne in Abenteuern nicht zum Abenteuertext passen (spontan fällt mir Wein ein, der aus einem Weinkeller in einem nicht unterkellerten Gebäude stammt, und Feen, die am Fenster eines fensterlosen Raums auftauchen).

6 Stunden her, Blaues Feuer schrieb:

crosseye

Ich kenn das Abenteuer noch nicht, aber das erscheint mir doch sehr... merkwürdig. Darf ich fragen, wie Du auf die Idee gekommen bist, dass für Gäste ein Bett in einen Repräsentationsraum gestellt werden sollte oder eine Person von Stand in einer Abstellkammer untergebracht, statt in einem Gästezimmer?

Die Antwort auf Deine "wie?"-Frage sollte sich zwanglos aus meiner Antwort oben erschließen, so Du Dir die Zeit nähmest, sie zu lesen und nicht nur zu überfliegen. Ich sprach z.B. von einer Unterbringung in Räumen der Dienerschaft im Zusammenhang mit "nach Stand getrennt" - und dabei würde man sicher nicht die Adligen in den Dienerräumen und die aus dem Volk in den Gemächern der Herrschaft unterbringen, oder?

Verzeih' mir bitte, dass ich etwas genervt bin, denn der Fluss der Erzählung wäre besser, wenn es explizite Gästezimmer gäbe. Das geht weit überwiegend auf meine Kappe, einzige Ausrede wäre Zeitdruck. Nachdem das geklärt ist: dezidierte Gästezimmer haben sich auch erst entwickelt. Dass ich die Gäste in "Der Untergang des Hauses Drun" einfach in ein paar Räume im Bergfried stecke, finde ich z.B. vollkommen richtig (da sind wir allerdings in Alba). In Lidralien sind wir halt in einer Übergangssituation. Wenn ich Dich triggern darf, folgt dazu eine erhellende Antwort von Le Chat m.w.N.:

Die historische Entwicklung der Gästezimmer

In der Geschichte der Wohnkultur gab es explizite Gästezimmer erst ab der Renaissance (15.–16. Jahrhundert), als sich die funktionale Raumaufteilung in Palästen und Bürgerhäusern durchsetzte. Vorher wurden Gäste anders untergebracht – hier ein Überblick:


1. Antike (z. B. Griechenland, Rom)

  • Keine separaten Gästezimmer: Gäste wurden in Mehrzweckräumen untergebracht, z. B. in Andronen (Männerräume in griechischen Häusern) oder Triclinien (römische Speiseräume mit Liegen).

  • Gastfreundschaft als Pflicht: In der Antike war die Xenia (Gastfreundschaft) heilig – Gäste schliefen oft im Hauptwohnbereich oder in Gemeinschaftsräumen des Haushalts.

  • Ausnahme: In römischen Villen gab es manchmal Gästetrakte für Besucher, aber diese waren nicht als eigenständige Zimmer konzipiert, sondern als abgetrennte Bereiche im Hausjoachimwerner.info.


2. Mittelalter (5.–15. Jahrhundert)

  • Große Hallen: In Burgen und Adelshäusern wurden Gäste in der Ritterhalle oder im Großen Saal untergebracht – oft auf Strohmatratzen oder Bankbänken.

  • Gemeinschaftsschlaf: In Bauernhäusern schliefen Gäste im Wohn- und Schlafraum der Familie (oft ein einziger Raum mit Herdstelle).

  • Klosterherbergen: Reisende (z. B. Pilger) fanden Unterkunft in Kloster-Gästehäusern (Hospitia), die speziell für Fremde bestimmt waren.

  • Keine Privatsphäre: Der Begriff des privaten Schlafzimmers existierte kaum – selbst Adlige teilten sich oft Räume mit Dienern oder Gästen.


3. Renaissance (ab 15. Jahrhundert)

  • Erste funktionale Trennung: Mit der Renaissance entstanden in Stadtpalästen (Palazzi) und Bürgerhäusern spezielle Gästebereiche.

    • In Florenz (z. B. Palazzo Medici, Palazzo Pitti) gab es repräsentative Räume für Gäste, die vom Schlafbereich des Hausherrn abgetrennt waren.

    • Die Aufteilung in Schlafzimmer, Arbeitszimmer und Gästezimmer wurde zur Norm – ein Zeichen für Reichtum und Statusoriginal-ideas.net+1.

  • Höfe und Residenzen: In Fürstenresidenzen (z. B. Schloss Chambord) entstanden Gästeflügel für hochrangige Besucher.


4. Barock und Aufklärung (17.–18. Jahrhundert)

  • Gästezimmer als Standard: In Schlössern und Herrenhäusern (z. B. Versailles) gab es eigene Gästesuiten, oft mit eigenem Bad und Dienerzimmer.

  • Bürgerliche Häuser: Wohlhabende Bürger bauten separate Gästezimmer ein, um Besuch zu empfangen.

Es ist also keineswegs abwegig, dass einzelne Repräsentationsräume entsprechend genutzt werden, und ich denke, das Abenteuer funktioniert damit sehr gut. Als Backup stellt es ja außerdem noch einen kompletten Gasthof zur Verfügung, allerdings sind dann die Abenteurer halt hin und wieder nicht im Zentrum des Geschehens dabei, deshalb ist das aus meiner Sicht eben wirklich nur eine Rückfallebene.

Wenn ich im Übrigen oben gesagt habe:

17 Stunden her, Ma Kai schrieb:

Du kannst also, wenn Dir das besser passt, auch einen oder mehrere Diener-Räume zu offiziellen Gästeräumen umfunktionieren.

... dann hatte ich das so gemeint, dass die geneigte Spielleitung per Tippex bzw. Grafikprogramm die entsprechenden Räume umbenannt und -möbliert hätte, so dass der Zweck des jeweiligen Raumes komplett neu definiert wird. Plötzlich einen Dienerraum für Herrschaften herzurichten fände ich auch ... merkwürdig.

Ich hoffe, das hilft zum Hintergrund und vor allem für Gehirnschneckes Spielen.

Ich habe deine erste Antwort gelesen, die Rückfrage war halt trotzdem offen geblieben. Aber deine Antwort reicht völlig aus. Da ich diese Abenteuer mit allergrößter Sicherheit niemals spielen oder leiten werden, ist es eigentlich für mich auch egal.

  • Ersteller

Hallo Ma Kai,

vielen Dank für deine Antwort und Erklärung. Ich werde es wie folgt handhaben: Die Familie Ribadas Losarín lässt ihre Gäste in der Regel in nahegelegenen Gasthäusern unterkommen. Da sich Evri jedoch deutlich wohler fühlt, wenn die Abenteurer in ihrer Nähe nächtigen, müssen einige Bedienstete ihre Zimmer räumen. Im Verlauf des Abenteuers, wenn Don Erengar die Hilfsbereitschaft und Nützlichkeit der Abenteurer erkennt, wird er veranlassen, angemessenere Räumlichkeiten herrichten zu lassen. Dabei kann es sich entweder um die Räume der Dienerschaft handeln oder, abhängig von den Taten der Abenteurer, sogar um einen der Säle.

Hört sich gut an!

Hängt immer auch vom (sichtbaren) Stand der Abenteurer ab, wie sie behandelt werden... wobei Evri da, wie Du andeutest, auch ein paar Wörtchen mitredet. Ich mag Deine "ihrigen" Gedanken, die sehr gut zu meiner Vorstellung von ihr passen.

  • Ersteller

In diesem Zusammenhang könnte es interessant sein zu erwähnen, dass Evri und auch Erengar bereits einen Charakter der Gruppe kennen. Wir spielen mit den vorgefertigten Abenteurern aus dem Kompendium, und da Tashminah in Fergio aufgewachsen ist, dachte ich, dass dies eine gute Möglichkeit bietet, die Gruppe von Anfang an emotional zu binden.

Tashminah (immer schon Raupe) verlor in jungen Jahren ihre Eltern, vermutlich durch einen Anschlag der Händlerfamilie Rescomez (natürlich Katzen), und wuchs bei ihrer Tante und ihrem Onkel auf. Die beiden hatten Kontakte zur Diebesgilde, und Tashminah musste früh verschiedene Aufgaben für die Gilde erledigen. Eine dieser Aufgaben war, dass Tashminah, die ja sechs Jahre älter als Evri ist, sich mit Evri anfreundet, um Einblick in die Familie Ribadas Losarín zu erhalten und so an mögliche gewinnbringende Informationen zu gelangen.

Tashminah mochte Evri wirklich sehr und fand auch ihre Familie sympathisch, sodass sie sich letztlich dagegen entschied, wichtige Informationen weiterzugeben.

Zu Beginn des Abenteuers irrt Evri durch die Stadt, getrieben vom Ergebnis der Kartenlegung, auf der Suche nach ihren Rettern: einer „alten Freundin, in Begleitung eines attraktiven Herren, der einmal ihr Ehemann sein könnte“.

Ich vermute, dass die Spielerin von Tashminah versuchen wird, den Tod ihrer Eltern aufzuklären. Bisher habe ich mich jedoch nicht weiter in die Kampagne eingelesen, um die Verbindungen der Familie Rescomez und deren aktuelles Wirken in Fergio zu ergründen. Ich möchte mir für das letzte Abenteuer der Kampagne, „Das Kloster im Nebel“, nichts verbauen oder erschweren. Besser wäre es natürlich, in diesem Abenteuer eine Motivation zu säen.

Aktuell bindet mich dieses Abenteuer allerdings so stark, dass ich dafür keine Ressourcen habe. Zuvor haben wir in Alba gespielt und mehr oder weniger „klassische“ Abenteuer bis Stufe 5 erlebt, und nun „Alles oder Nichts“. Das bring mich ordentlich an meine Grenzen. Aber bitte nicht falsch verstehen: Trotz des hohen Aufwands, das Abenteuer leiten zu können, bereitet mir das Einarbeiten und Vorbereiten sehr viel Freude.

Vor einer Stunde, Gehirnschnecke schrieb:

Trotz des hohen Aufwands, das Abenteuer leiten zu können, bereitet mir das Einarbeiten und Vorbereiten sehr viel Freude.

Das freut mich sehr und ich helfe Dir gerne dabei!

Schöne Story!

(ich kann Dir allerdings hinsichtlich der anderen Spiegel-Kampagnen-Abenteuer nur begrenzt helfen, da ich die probegespielt, aber auch noch nicht gelesen, habe...)

  • Ersteller

Ich hätte gleich eine kurze Frage: Wo genau befindet sich das Gildenhaus? Hast du vielleicht zufällig noch eine Karte dazu in irgendeinem Ordner?

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