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Das Forum wird 25 - Verlosung

Hervorgehobene Antworten

Gut, es scheint hier ja ein bisschen darum zu gehen, was wir hoffen, was wir erwarten und ein bisschen in die Glaskugel zu schauen.

Ausgangslage

Im Schlagschatten der Veröffentlichung von Midgard 4 ab dem Jahr 2000 sind einige der auch noch heute stattfindenden Midgard Cons in den 2000er Jahren entstanden. Midgard 4 wurde damals - so mein Empfinden und meine Erinnerung - quasi instantan von der Community akzeptiert. Auf Cons wurde die Regelversion 4 gespielt, die Regelversion 3 spielte keine Rolle. Hinzu kam, dass die (gefühlten) Unterschiede zwischen den Versionen 3 und 4 gering waren und die Kompatibilität zwischen M3 und M4 sehr hoch war.

2013 erschien die Regelversion 5 von Midgard. Einiges wurde umgekrempelt, manches vereinfacht. Es gab eine gewisse Kompatibilität, auch wenn sich viele Details unterschieden. Es gab Regeln, Spielerfiguren von der altern Regelversion in die neue Regelversion zu konvertieren. Allerdings gab es nicht von Anfang an für alle Charakterklassen Konvertierungsregeln, zum Beispiel für Heiler oder Beschwörer. Manche Charakterklassen sind nach M5 im Vergleich zu M4 gar nicht mehr wiederzuerkennen, insbesondere betrifft das den Hexenjäger. Dennoch wurden die Regeln verschlankt und gestreamlined. Aufgrund der eingeschränkten Kompatibilität sind manche Spieler (zunächst) bei Midgard 4 geblieben, andere sind mehr oder weniger sofort zu Midgard 5 gewechselt. Aber es gab ein friedliches Nebeneinander und selbst die eingeschränkte Kompatibilität ließ Mischrunden zu.

2021 wurde dann angekündigt, dass Pegasus die Markenrechte an Midgard ab 2025 übernehmen wird...

Die aktuelle Situation

Schon mit der ersten Veröffentlichung des Playtest Guides durch Pegasus gegen Ende 2024 wurden ein paar Dinge klar: das Regelsystem von Midgard sollte vollständig überarbeitet werden. Kompatibilität zu vorherigen Regelversionen war kein Thema. Midgard sollte das, was ihm in der Vergangenheit immer vorgeworfen wurde ("altbacken", "aus der Zeit gefallen") ablegen und ein modernes Regelsystem werden. Hinzu kam, dass die bereits ausgestaltete Welt Midgard verlassen und die neue Spielwelt Damatu eingeführt werden sollte. Während die neue Spielwelt aus wirtschaftlicher Sicht eine absolut nachvollziehbare und notwendige Entscheidung ist, sorgt die Neugestaltung der Regeln in der Community für Aufruhr. Teile der Community fühlten sich abgehängt, was bis zu vollständiger Ablehnung von dem, was manche M6 nennen, reichte. Es gibt gar Leute, die M6 als Begriff bzw. Kürzel ablehnen und von D1 (für Damatu 1) sprechen.

Das vermutliche Ziel von Pegasus ist es, mit der neuen Regelversion neue Käuferschichten zu erschließen und das Regelsystem Midgard auch für diejenigen interessant zu machen, die mit den bisherigen Regelversionen nicht viel anfangen konnten.

Was bringt die Zukunft?

Ja nun, ein Blick in die Glaskugel ist nicht ganz einfach, aber klar ist, nichts ist so beständig wie der Wandel. Ich stelle mal ein paar Spekulationen an, wie es weitergehen könnte und stelle ein paar Szenarien insbesondere im Zusammenhang mit den Midgard Cons dar.

Szenario 1 - Der organische Übergang

Die Wogen glätten sich. M6 wird durch die Community nach und nach toleriert, dann akzeptiert. M5/M4 werden auf Midgard Cons noch lange parallel angeboten. (Man beachte, dass auch heute Runden nach dem über 20 Jahre alten M4 angeboten werden!) Neue Leute, die durch M6 zu Midgard kommen, tauchen auf Midgard Cons auf. Ein paar Alteingesessene bleiben weg. Der Bestand der Midgard Cons ist im Wesentlichen davon abhängig, ob sich für die Con-Orgas, die in den meisten Fällen auch nicht mehr die jüngsten sind, Nachfolger finden.

Szenario 2 - getrennte Wege

M6 wird auf Midgard Cons generell abgelehnt. Die Community kapselt sich nach außen hin ein bisschen ab. Insbesondere die älteren Midgard Spieler werden die kommenden Jahre noch in ihrer Heilen-Welt-Bubble aus M4/M5 leben. Ob sich Nachfolger für die Con-Orgas finden, ist in diesem Szenario fraglich. Demnach werden die Cons vermutlich nach und nach aussterben. M4/M5 wird in diesem Szenario voraussichtlich irgendwann nur noch Heimrunden und auf Mini-Cons/Spielertreffen stattfinden.

Szenario 3 - eine wilde Mischung

Die Spaltung der Community zeigt sich auf auf den Cons. Einige Cons werden explizit für "Midgard Classic" (M5 und früher, Abenteuer 1880 und Perry Rhodan) angeboten, andere lassen auch M6 und andere Alternativen wie Altgard und Utgard (...oder was auch immer da noch kommen mag) zu. Cons, die sich offener präsentieren haben (vielleicht) eine besser Chance, Nachfolger für die Con.Organisation zu finden, während die anderen nach und nach verschwinden.

Und nun?

Manchmal denke ich mir, haben wir das "Leben und leben lassen" so ein bisschen vergessen. Für meine Midgard Runde zu Hause sehe ich in den kommenden Jahren auch keinen Grund, auf eine neuere Version als Midgard 5 umzusteigen. Wir haben noch einen Haufen Abenteuer (erweiterte Karmodin Kampagne, Schandmaul Kampagne, ...), die wir spielen können und wollen, was uns auf jeden Fall noch mehrere Jahre beschäftigen wird. Dennoch bin ich grundsätzlich auch dafür offen, andere Regelsysteme, inkl. Midgard 6, mal auszuprobieren. In wie weit andere Regelsysteme bleiben werden, ist ungewiss. Immerhin spiele ich Midgard 4 und 5 nun auch schon über 20 Jahre und fühle mich in Regelsystem und Spielwelt sehr wohl. Allerdings schließe ich nicht von mir auf andere. Wenn andere das anders sehen, dann ist das eben so. Ich habe keine Bedenken, auch in den nächsten Jahren Mitspieler für Midgard 4/5 zu finden, wenn ich entsprechende Runden auf Midgard Cons anbieten werde. Immerhin bin ich mit der Community bereits einen langen Weg gegangen.

Was ich mir wünschen würde, ist mehr Gelassenheit im Umgang miteinander. Rollenspiel im Allgemeinen und Midgard im Speziellen nimmt auch bei mir einen nicht unwichtigen Teil meines Freizeitlebens ein. Aber ich wüsste nicht, dass mich jemand zwingen kann, ein Rollenspiel oder eine Regelversion zu spielen, wenn ich das nicht will. ...und wenn sich die Voraussetzungen ändern und auf Cons nur noch M6 angeboten werden sollte und ich das nicht spielen will, dann sind diese Cons eben nichts mehr für mich.

Wie gesagt, nichts ist so beständig, wie der Wandel. Manchmal muss ich mir auch eine neue Jacke kaufen und die neue ist nicht so bequem wie die alte, abgetragene. Vielleicht muss ich mir sogar mal ein neues Bett kaufen! panic

Bearbeitet ( von Akeem al Harun)

Vor einer Stunde, Leachlain ay Almhuin schrieb:

Ich habe ein Problem damit, mein freiwilliges Engagement in der Con-Organisation, oder auch dein Engagement bzw. das der Mods hinsichtlich des Forums, als Geschäft zu bezeichnen. Liegt wahrscheinlich an meinem BWL-Hintergrund, denn bei "Geschäft" unterstelle ich immer eine finanzielle Gewinnabsicht oder zumindest eine nachhaltige wirtschaftliche Verbesserung meiner (des Vereins) Situation, die nicht auf eine andere legale Art und Weise erreicht werden kann.

Die Vereine, die Cons organisieren, haben selbstverständlich eine Gewinnerzielungsabsicht.

Die Cons sollen sich ja durch die Teilnehmerbeiträge finanzieren und nicht durch Spenden oder Zuschüsse.

Du kannst als Verein nicht auf exakt Null kalkulieren, dazu gibt es zu viele Variablen. Also kalkulierst du mit einem leichten Plus ("schwarze Null"), mit dem du Verluste in späteren Jahren (Corona, hust) ausgleichen kannst oder Material für den Con kaufen kannst (Deko, Spielraumausstattung).

Und schon hat der Verein (nicht die dahinter stehenden Personen!) eine Gewinnerzielungsabsicht, auch wenn diese Mittel zum Zweck und nicht der Zweck der ganzen Veranstaltung ist.

(Wie Cons aussähen, wenn die Gewinnerzielungsabsicht im Vordergrund stünde, sieht man dagegen bei D&D in a Castle.)

Bearbeitet ( von Meeresdruide)

Vor 2 Minuten, Meeresdruide schrieb:

(Wie Cons aussähen, wenn die Gewinnerzielungsabsicht im Vordergrund stünde, sieht man dagegen bei D&D in a Castle.)

Spannend finde ich übrigens, dass es in US völlig normal ist, dass jemand, der auf einem Con die Spielleitung übernimmt, Geld dafür bekommt, und zwar von den Teilnehmenden seiner Runde. Auch wenn das nicht unbedingt viel sein muss.

Also nicht nur bei Luxuspremiumveranstaltungen wie DnD in a Castle, wo du gleich das ganze WE in einer Runde mit einer professionellen SL einbuchst. Die sind tatsächlich noch ein ganz anderes Kaliber.

5 Stunden her, Leachlain ay Almhuin schrieb:

Vielleicht sollten darüber mal viele nachdenken, die immer nur Ansprüche anmelden.

Ansprüche haben doch alle Spieler. Sie wollen auf einem Midgard-Con:

  • das ganze Wochenende Spielräume zur Verfügung gestellt bekommen,

  • Spielrunden organisiert bekommen,

  • essen,

  • schlafen (die meisten),

  • einen Orga-Shop haben,

  • jemanden von der Orga haben, der sich um Fragen kümmert und

  • manche Orgas sind noch so cool und bieten selbst Spielrunden an, wenn Spieler keinen SPL finden.

Das ging in den letzten Jahren problemlos. Bis eine Orga aus heiterem Himmel ihre Kunden in "gut" (M1-M5) und "böse, wollen wir nicht haben" (M6) einteilt.(*)

Du hast sogar vollkommen recht, dass sie das mit gutem Recht tun. Es sind schließlich (pro forma**-)Einladungs-Cons.

Als Eingeladener und potentiell zahlender Kunde hat man aber auch das gute Recht sich über diese veränderte Praxis und Intoleranz zu beschweren.

Und gute Orgas hören auf Beschwerden und ziehen die Wünsche ihrer Kunden für ihre Entscheidungen heran. Wie auch immer die letztlich ausfällt.


* - Und dabei auch noch so öffentlich zur Schau stellt, dass sie von aktuellen Entwicklungen der Midgard keine Ahnung hat, siehe hin- und her-Entscheidung mit Altgard bzw. siehe Verträglichkeitsbemühungen von M5/M6 hier: https://www.midgard-forum.de/forum/topic/44230-m5-und-m6-parallel-am-tisch/

** - Ich kenne niemanden, der jemals keine Einladung bekommen hätte, wenn er sie nicht gewollt hätte.

@Leachlain ay Almhuin

Ich möchte der Behauptung entgegentreten, dass ich (sofern ich mit „viele“ mitgemeint war) Ansprüche gegenüber irgendeiner Con-Orga zu haben meine. Eine Con ist ein Angebot, das ich annehmen oder ablehnen kann.

Gleichzeitig möchte ich der Behauptung entgegentreten, dass man freiwillige Angebote nicht doof finden und kritisieren darf. Daraus leitet sich kein Anspruch ab. Das ist es aber, was Du gefolgert hast.

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