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ChatGPT / KI abseits des RPG

Hervorgehobene Antworten

7 Stunden her, LarsB schrieb:

Ich zu meinem Teil will es mal so ausdrücken: Jede KI ist nur so klug, wie es der KI-Benutzer ist. Punkt. Daher hilft es, ein "Querdenker" zu sein.

Im "alten" Sinn von "Querdenker" - als jemand, der hinterfragt und kritisch denkt - ja.

Leider gibt es seit Covid sozusagen "neue" sogenannte "Querdenker", die unhinterfragt und ohne kritisches Denken Behauptungen vertreten, die einer sachlichen Überprüfung nicht standhalten. Ein solcher selbsternannter "Querdenker" zu sein, hilft niemand - außer vielleicht denjenigen, die die genannten Behauptungen lancieren, um damit unsere Gesellschaftsordnung zu destabilisieren.

Ja, du kannst es mittlerweile etwas feintunen, insgesamt ist die Sprache aber fast immer wenig individuell und neigt dazu, bestimmte Wörter untypisch häufig zu verwenden.

Gerade, wenn man den typischen Schreibstil von jemanden kennt, fällt ein GenAI- Text auf. (Außer in dem Spezialfall, dass das Modell nur an eigenen Texten trainiert wurde, dann kriegst du einen sehr durchschnittlichen Text in deinen sehr typischen Stil.)

Der Musiker Angela Aux hat kürzlich erzählt, dass er Musik-KI mit seiner eigenen Musik füttert und dann als Sparringspartner und Herausforderung nutzt: das Ergebnis der KI ist der Durchschnitts-Angela Aux und damit das, was er nicht neu schaffen will. Solche Sachen verwirft er dann früh. Auch ein interessanter und m.E. sinnvoller Einsatz.

10 Stunden her, Francesco di Lardo schrieb:

Ich glaube, es gab kürzlich eine Umfrage vom Branchenverband Bitkom (kann mich nicht mehr genau erinnern), nachdem schon um die 50% der Schüler in der 7. Klasse (!) sich von KI bei den Hausaufgaben "helfen" lassen.

Meine Tochter und ich müssten das auch mit "ja" beantworten, wenn es um Sachen geht wie "wir war noch gleich die Formel für den Rauminhalt einer Kugel". Diese Frage hätten wir auch einfach googeln können, aber es gab ein paar solche Nachschlagepunkte, die wir mit Chatti einfach am schnellsten erledigt hatten.

Bei manchen Schulaufgaben, die man 1:1 in ChatGPT eingeben und eine gute Lösung heraus bekommen kann, darf man schon die Sinnfrage stellen. Ich hätte es mir z.B. gewünscht, dass meine Kinder in Latein viel mehr an Strukturen und dem Sinn von Sätzen und Texten geknobelt hätten, und viel weniger Vokabeln auswendig gelernt hätten - einschließlich Formen. Warum müssen die alle Endungen auswendig lernen, wenn man die einfach nachschlagen kann (wer zu viel nachschlagen muss, dem reicht eh' die Zeit nicht)? Warum kann man die Zeit nicht stattdessen damit verbringen, die Struktur eines Satzes zu erfassen und daraus eine sinnvolle Übersetzung abzuleiten?
Natürlich kann man die üblichen Matheaufgaben "ich gebe Dir eine Seite und die Höhe einer Pyramide, rechne mir das Volumen aus" tatsächlich 1:1 in ChatGPT eingeben und eine richtige Antwort heraus bekommen - und wahrscheinlich stellt einem das Ding auf Nachfrage auch noch den Rechenweg dar. Der Lerneffekt ist da ja, dass man heraus arbeitet, welche gegebenen Werte man in welche Formeln einträgt, um welche anderen Werte zu erhalten, mit denen man am Ende die gestellte Frage beantworten kann. Da kommt hinzu, dass die richtige Antwort via ChatGPT von der erarbeiteten richtigen Antwort praktisch nicht zu unterscheiden ist, so dass man das suboptimale "lösen" nicht einmal bemerkt.

Ich verbiete ihnen nicht, ChatGPT zu benutzen, aber ich betone immer wieder, dass sie verstehen müssen, was sie fragen, was herauskommt, und warum das heraus gekommen ist.

Ich selbst habe für das Abenteuer, das ich gerade schreibe, ziemlich viel zu den Auswirkungen von Unterkühlung usw. und zu Reisegeschwindigkeiten bei ChatGPT erfragt. An sich müsste ich das wohl mit nochmal so viel Zeit für Plausibilitätsprüfungen begleiten. Ehrliche Antwort: habe ich bisher nicht gemacht. Was ChatGPT ausgespuckt hat, klang für mein bruchstückhaftes Laienwissen plausibel. Ich habe es aber auch - sozusagen probeweise - nach Midgard-Sachen gefragt, und bekam im Brustton der Überzeugung kompletten Quark serviert. Nun ja...

Aber nochmal: wir sollten KI nicht pauschal ablehnen, nur weil sie massive Schwächen hat. Wir müssen unsere Kinder dazu ausbilden, damit fertigzuwerden.

4 Stunden her, Widukind schrieb:

Diese Meinung teile ich nicht. Gerade zu geschichtlichen Ereignissen gibt Rees eigentlich immer ein Kapitel über die Vorgeschichte und Ausgangslage, meist sogar mir den entsprechenden Querverweisen.

Rees?

Ich wundere mich - nun, da ich die Vorgehensweise von ChatGPT als so-ne-Art-Silben-aneinander-reiher erfasst habe - in wie vielen Fällen das Ding eben gerade keinen kompletten Blödsinn liefert.

Nachdem das Ding keine Frage verstehen kann, sondern nur danach geht, was nach einer Frage am häufigsten weiter geschrieben wird, finde ich es erstaunlich, dass trotzdem fast immer auf eine Frage nicht irgendeine Diskussion oder irgendetwas ganz anderes, sondern eine Antwort auf genau diese Frage kommt.

Von Bildern ganz zu schweigen. Wenn auf "ein Glücksritter" ein Bild folgt, das einen Glücksritter darstellen könnte, dann heißt das ja, dass auf diese Worte zumindest als Bild - wenn man annimmt, dass er Bilder als solche erkennt und dann bei der Bildgenerierung nur auf diese Bezug nimmt - wirklich überwiegend solche Bilder folgen. Und das gilt auch für "blickt nach unten" oder "verdreht die Augen" oder "steht aufrecht" oder oder oder. Um das alles so heraus zu bekommen, muss das ja mit Abermillionen Bildern trainiert worden sein, die auch noch sehr ausführlich beschrieben sind. Klar, das Internet ist riesig, aber ich finde das trotzdem bemerkenswert, dass die Trefferquote an sich durchaus hoch ist.

Vor 12 Minuten, Kazzirah schrieb:

Gerade, wenn man den typischen Schreibstil von jemanden kennt, fällt ein GenAI- Text auf. (Außer in dem Spezialfall, dass das Modell nur an eigenen Texten trainiert wurde, dann kriegst du einen sehr durchschnittlichen Text in deinen sehr typischen Stil.)

Ich denke nicht. Schau Dir die Ausgabe des Pro-Modells an. Das könnte genauso ein lektorierter Text sein. Die Ausgabe des kleinen Modells ist da auf einem viel niedrigerem Niveau.

Vor 24 Minuten, Abd al Rahman schrieb:

Ich denke nicht. Schau Dir die Ausgabe des Pro-Modells an. Das könnte genauso ein lektorierter Text sein. Die Ausgabe des kleinen Modells ist da auf einem viel niedrigerem Niveau.

Ich nutze beide Versionen. Ich habe Texte aus beiden Versionen gesehen. Ja, die Pro-Version ist da weniger enervierend. Ja, es wird schwerer zu erkennen, es bleibt aber weiter eine Durchschnittserzeugungsmaschine, das ist im Kern der Modelle angelegt. Das ist nichts genuin schlechtes, für die meisten Gebrauchstexte ist das völlig in Ordnung.

Vor 7 Minuten, Kazzirah schrieb:

Ich nutze beide Versionen. Ich habe Texte aus beiden Versionen gesehen. Ja, die Pro-Version ist da weniger enervierend. Ja, es wird schwerer zu erkennen, es bleibt aber weiter eine Durchschnittserzeugungsmaschine, das ist im Kern der Modelle angelegt. Das ist nichts genuin schlechtes, für die meisten Gebrauchstexte ist das völlig in Ordnung.

Das Thema war, ob man erkennt wenn was KI-generiert ist oder nicht. Das Pro-Modell mit den ganzen Einstellungen (ich bin nichtmal wirklich in die Tiefe gegangen) macht es so gut wie unmöglich.

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