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Das Rubinelixier


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Meine Gruppe hat nun auch das Rubinelixi(e)r begonnen. Die erste Sitzung verlief schon mal ganz gut, nicht zuletzt dank der Beiträge hier. (Unsere Sitzungsberichte sind wie bei den Tuchenbachern öffentlich zugänglich. Für die Gradangaben beachten, daß wir nach M4 spielen.) Hier also auch ein paar ergänzende Überlegungen von mir, und zwar zur Vampirnatur Swanhilds.

Zunächst hat es mich gewundert, daß Swanhild sich zwar offensichtlich gegen ihre Exekution gewehrt hat, aber dabei nicht auf ihre vampirischen Fähigkeiten zurückgegriffen hat, wie z.B. als Nebelschweif zu entkommen, um so sich und ihr Kind zu retten. Ich wollte schon den Ablauf der Exekution ändern, z.B. die Dörfler ausnutzen lassen, daß sie Zugriff auf den vampirischen Ruheplatz Swanhilds (ihre Kammer) haben. Aber so detailliertes Vampirwissen ist den Bewohnern eines abgelegenen Dorfes kaum zuzutrauen. Zudem sie dann wohl auch gewußt hätten, daß sie den Vampir mit Sonnenlicht viel einfacher und sicherer hätten vernichten können (was dann den Blutsauger als wichtigen Protagonisten aus der Geschichte entfernt hätte). So bin ich schließlich davon ausgegangen, daß Swanhild als frischgebackener Vampir noch nicht in der Lage war, alle ihre neu gewonnenen Fähigkeiten einzusetzen. (Dafür gibt es meiner Erinnerung nach sogar einen explizit beschriebenen Präzedenzfall im Weinenden Brunnen.)

Der andere Anlaß zum Grübeln war, daß die Dorfbewohner Swanhild zwar gepfählt, aber nicht vernichtet haben. Also, daß sie nicht wußten, daß sie den Kopf an einer Wegkreuzung hätten vergraben müssen, sei ihnen als einfache Dörfler verziehen, siehe oben. Aber wenn Swanhild in der Lage war, einen Wolf zu übernehmen, um ihr Kind zu „retten“, dann hätte sie doch auch den Wolf einfach anweisen können, den Pfahl aus ihrem Herz zu ziehen, was ihre Handlungsoptionen stark erweitert hätte.

Ich hoffe, das wirkt jetzt nicht allzu kleinlich. Ich finde aber, daß Vampire extrem respekt- und furchteinflößende Gegner sein sollten. Wenn also ein Vampir auf recht klägliche Art und Weise einen Abgang macht, dann braucht es dafür eine gute Erklärung, um bei den SpF den nötigen Grundernst im Umgang mit Vampiren zu erhalten.

Ich hab mir also folgendes zusammengereimt: Als Swanhilds Geist sich aus ihrem Körper gelöst hat (was ja ein ganz besonderer, den Umständen geschuldeter Vorgang war, zu dem Vampire im allgemeinen nicht fähig sind), hat das ihre vampirische Natur unwiderruflich ausgelöscht. Sie wurde also zu einer „ganz normalen“ gebundenen Seele und ihre Leiche zu einer ganz normalen Leiche. Damit blieb ihr nur noch übrig, ihr weiterhin vampirisches Kind zu bergen. Interessanterweise kommen dabei genau die Auren heraus, die auch @Odysseus vorgeschlagen hat: Das Kind finster, Swanhilds gebundene Seele dämonisch, ihre Leiche aurenlos. (Auch wird die Leiche vom Sonnenlicht nicht zerstört, was meine Gruppe natürlich prompt ausprobiert hat.)

Meine Gruppe hat nun interessanterweise die Theorie aufgestellt, daß Swanhild gar kein Vampir war, sondern nur ihr ungeborenes Kind. Damit bin ich ganz zufrieden, weil es nicht dem besagten Vampirrespekt entgegenwirkt. Wenn die SpF später mehr Details rausfinden und ihre Theorie revidieren müssen, dann auch gut.

Edited by beorn
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  • 2 months later...

Mittlerweile haben wir nicht nur Episode 1 beendet, sondern auch Episoden 2 und 3 hinter uns. Spielberichte ab ab hier. (Vor Episode 4 habe ich die Gruppe dann erstmal auf die Suche nach dem Feuerstern geschickt. Es bleibt ja ein echter Hupperich…) Insgesamt hat alles gut und stimmungsvoll funktioniert und viel Spaß gebracht.

Ein paar Gedanken zu Episode 2:

  • Die Blaue Bannsphäre des magischen Anderthalbhänders am Eingang habe ich so interpretiert, daß sie „portabel“ ist, also sich permanent mit der Waffe mitbewegt. Das hat zu einigen lustigen Situationen geführt, die regeltechnische Kreativität verlangt haben. Beim nächsten Mal würde ich es wohl eher so regeln, daß man den Anderthalbhänder irgendwo reinrammt, um eine konventionell unbewegliche Bannsphäre zu erzeugen, die erlischt, wenn man ihn wieder rauszieht.
  • Wie schon weiter oben im Strang von @Odysseus überzeugend dargelegt, habe ich kein Problem damit, daß die gebissenen Ordensleute bisher nicht zu Vampiren geworden sind. Sie sind ja nicht vom Rubinelixier betroffen, sondern von einem normalen Vampirbiß. Sie würden erst nach dem Ableben aus dem Grab steigen und selbst dafür zwölf Tage brauchen, aber genau das sollte die spezielle Feuerbestattung, die man in Saingorn (nicht ohne Grund) betreibt, wirkungsvoll verhindern.
  • Viel mehr hadere ich damit, was @BadKarma auch gestört hatte, daß die Ordensleute einerseits absolute Profis bei der Bekämpfung alles Finsteren sind, andererseits aber mit der Situation ziemlich überfordert scheinen. Erschwerend kommt hinzu, daß meine Gruppe nicht so drauf ist, daß sie heldenhaft alles selber machen will, sondern eher versucht, mit NSpF zu kooperieren. Sie würde sich also eher daran abarbeiten, die „Führungskrise“ bei den Ordensleuten zu lösen, damit sie dann als echte Profis sich selbst den Umtrieben in der Abtei widmen könnten. Damit Egardys und die anderen „Heiligen“ kompetenter erscheinen, habe ich es mir so ausgemalt, daß Sialur sie (ähnlich, aber nicht ganz so kraß, wie bei Maedard) unter bewußtseinstrübende Drogen gesetzt hat (die auch noch etliche Tage weiterwirken, nachdem Sialur geflohen ist). So hat er generell auch Barns andere Opfer behandelt, damit sie sich nicht so genau an den Tathergang erinnern können und eine Erklärung als Unfall wahrscheinlicher erscheint. An das Blutsaugen durch Barn erinnern sie sich dann wie an eine erotische Begegnung mit Barn (man vergesse nicht den erotischen Aspekt das Vampirismus!), so daß dann noch gewisse Schamgefühle dabei helfen werden, lieber nicht so genau über die eigenen nebulösen Erinnerungsfetzen nachzudenken. (Die Äbtissin mit dem hübschen und unschuldigen jungen Novizen…tztztz! Das unterstreicht auch die Perfidie Sialurs, den er war es ja selbst, der in Wirklichkeit die naive Zuneigung Barns für seine Absichten ausgenutzt hat.)
  • Daß übrigens niemand der Ordensleute schon längst die Vermutung geäußert hat, daß der verschwundene Barn zum Vampir geworden sein könnte, läßt sich eleganterweise gerade durch das umfassende Wissen der Ordensleute erklären: Klarerweise war Barn ja niemals für 12 Tage von der Bildfläche verschwunden, bevor die Angriffe begonnen haben. Daher kann er ja gar nicht zum Vampir geworden sein, wofür er ja erstmal 12 Tage im Grab liegen müßte…
  • Kleine Mäkelei am Ende: Sialur hat St42, womit er die Tür zu seinem Geheimraum gar nicht alleine hätte öffnen können (S.33).

Zu Episode 3 ist zu sagen, daß ich ziemlich besorgt war, ob die Gruppe nicht zu lange im dunkeln tappen würde und einfach nur frustriert die Zufallsbegegnungen abarbeiten würde. Ich war also fest entschlossen, dem Zufall im Zweifelsfalle im Sinne der angestrebten Dramaturgie nachzuhelfen (was man ja wohl immer mit Zufallsbegegnungen so machen sollte). Es hat sich dann aber so gefügt, daß es viel zu schnell ging (interessanterweise wie bei den Tuchenbachern, aber das ist mir erst im Nachhinein aufgefallen). Hier würde ich beim nächsten Mal noch sorgfältiger auf die dramatische Progression achten, also weder zu schnell noch zu langsam, vielleicht also es gar nicht erst mit dem Zufall versuchen, sondern einfach immer passende Begegnungen auswählen.

Edited by beorn
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  • 1 month later...

Hallo!

Ich bereite gerade die erste Episode Die Totenbrut vor und bin dabei über die geheimnisvoll-verstörend klingende Filmmusik von The Village -Das Dorf (2004, Komponist: James Newton Howard) gestolpert, die ich ungemein passend finde und an der ich mich entsprechend bedienen werde.

Mit freundlichen Grüßen, Fimolas!

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vor 1 Stunde schrieb Chriddy:

Hat jemand eine passende Musik für Teil 3 in der verseuchten Stadt?

Ich habe damals vor allem mit verschiedenen Tracks der Minas Morgul Erweiterung von Lotro gerabeitet: Playlist auf Youtube

Aufgeteilt in Main Theme, Tags, Nachts und einige besondere Schauplätze. Falls jemand die Aufteilung interessiert, gerne PN an mich.

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