Während unseres Rollenspielurlaubs haben wir das Abenteuer Das große Rennen der Söhne Asgards durchgespielt. Wir haben insgesamt vier Sessions von je ca. 4 – 5 Stunden gebraucht. Der Einstieg ging relativ schnell, da die Gruppe ja in London basiert ist und damit nur eine schnelle Zugfahrt von Liverpool entfernt. Da die Gruppe vor einiger Zeit schon mein selbst entworfenes Abenteuer Die Suche nach dem Riesenalk gespielt hatte, welches auch an Island vorbeiführt, waren sie auch eine sehr logische Wahl für Heusler Senior als Team. Ich hatte sogar einen Artikel der Basler Zeitung mit Bericht über die Expedition gebastelt, durch den er auf sie aufmerksam wurde. Das hatte den schönen Nebeneffekt, dass die Spieler merken, wie ihre Abenteuer in der Welt von 1880 rezipiert werden. Insgesamt hat die Gruppe das Abenteuer erfolgreich bestanden und es kam auch gut an, weil es etwas anderes war als das, was sie sonst so machen. Den übernatürlichen Aspekt des Abenteuers habe ich aber nur sehr dezent angedeutet, denn mit dem Übernatürlichen haben sie sonst schon genug zu tun. Die vielen prominenten Mitbewerber kamen gut an. Am Ende wurde extra noch einmal nachgehakt, wer alle dabei war. Was nicht so gut funktioniert hat, war die relativ zufällige Verteilung der Mitbewerber auf die Rennpositionen durch das im Abenteuer vorgeschlagene Würfelsystem. Das hat die Spieler etwas demotiviert und den Eindruck erzeugt, dass eigene Bemühungen sich nicht so richtig lohnen. Ich habe das ab etwa der dritten Etappe dann auch geändert und die Würfe stärker auf die jeweils aktuelle Position der Teams bezogen. Das hat es etwas verbessert, auch wenn ich dummerweise einen Fehler gemacht habe, der den Eindruck, wieder etwas verwischt hatte. (Ich hatte mich bei einer Teiletappe verrechnet, wo die Gruppe die Abkürzung erfolgreich genommen hatte, und den schnellsten Gegner auf der normalen Strecke zu dicht hinter sie gesetzt.) Schön war aber zu sehen, wie die Gruppe am Anfang sehr ehrenhaft gehandelt hat, aber dann langsam von den fiesen Tricks der Gegner „umerzogen“ wurde. Daher haben sie auf der letzten Teiletappe, als sie als erste beim Fischerdorf ankamen, alle vorhandenen Boote angemietet, um sie den anderen vorzuenthalten. Damit war ihnen der Sieg dann nicht mehr zu nehmen, da zwei der Charaktere ziemlich gut in Bootsführung sind. Interessant war, dass sie am Anfang etwas langsam mit der Recherche waren. Sie hatten nicht sofort auf dem Schirm, dass sie auch über die aktuelle (Teil-)Etappe hinaus Infos suchen können (und sollten). Da half es, dass ich es ihnen bei einer Etappe an dem Team der US-Frauen vormachen konnte, wie die einen NSC systematisch nach allem befragen. Von der „Ressource“ Heusler Junior haben sie danach insofern Gebrauch gemacht, dass der während der Fahrt in der Edda lesen musste. Da war er eh der einzige Kandidat für, da die Charaktere Isländisch nur etwas sprechen, nicht aber lesen können. Was sich als wichtige und richtige Entscheidung herausgestellt hat, war dieses Abenteuer für den Rollenspielurlaub anzusetzen. Wir spielen ja gemischt, meist online, aber im Urlaub, oder wenn ich mal in Norddeutschland bin, auch offline. Aber die große Karte und vor allem die Rennsituationen kamen direkt am Tisch doch viel besser zur Geltung als es am Computer der Fall gewesen wäre. Die vielen NSCs und die ganzen Rennsituationen im Auge zu behalten, sind kein leichter Job für die SL. Daher ist gute Vorbereitung hier wichtig. Es sei noch kurz erwähnt, dass ich an einer Stelle über eine unpassende Angabe im Abenteuer gestolpert war (vermutlich eine unkorrekte Entfernungsangabe). Leider erinnere ich mich gerade nicht mehr an genaue Details. Ich werde später noch einmal schauen und finde das dann hoffentlich wieder. Insgesamt war es ein spannendes Abenteuer, dass auch gute Abwechslung bot zu den sonst bei uns üblichen Geschichten.