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  1. Letzte Stunde

  2. Thema von Abd al Rahman wurde von Panther beantwortet in Spielsituationen
    Naja, ich darf also Spieler eine Fertigkeit, die ich nicht kann, gar nicjt versuchen, zu spielen? Ich weiss dann aber doch als Spieler, das ist riskant, weil ich die Fertigkeit nicht kann, aber wenn ich es als Spieler, der die Figur führt, doch will? Wenn mir der SL den Einsatz der Fertigkeit verbieten will, weil es schlechtes Rollenspiel sei, würde ich das als übergrffig von der SL empfinden, als Rollenspielpolizei und Einmischung in mein Figurenspiel. Bei sozialen Fähigkeiten würfelt der SL für den SC. Der SL würfelt, teilt das Ergebnis in Textform dem Spieler mit (voice zettel oder kurz vor der Tür), dieser sollte dieses Ergebnis dann durch Rollenspiel mit seiner Figur umsetzen. Ansonsten ja, genauso, eine gestotterte gelungene Beredsamkeit, wenn der Stotterer sich dabei sehr unwohl fühlt würde ich dem Spieler die Darstellung als SL abnehmen.
  3. Das kann ich so unterschreiben. Wenn sich eine Runde findet, die so ist, wie deine und solch eine Szene kreiert hat, dann ist das toll. Conrunden können so etwas durch Zufall erfahren. Gefestigte Heimrunden sind da eben was anderes. Was @Francesco di Lardo beschreibt, ist eben für seine Runden erst gut geworden, nachdem klar war, irgendwer passt in diese Runde nicht rein. Er oder jemand anderes. Das ist auch toll. Und Congänger können als Neulinge, ohne jemanden zu kennen viel Spaß haben, aber Zeitdruck usw. bestimmen auch, dass man nicht alles ausführlich ausspielen kann. Und eigene Talente limitieren die Leute eben unter Umständen. Ich erinnere mich lebhaft an eine Rollenspielsituation im beruflichen Umfeld. Im Rahmen einer Fortbildung sollte ich aggressiv gegenüber einem sehr sympathischen und mir lange vertrauten Kollegen auftreten. Ich habe einfach nur einen Lachflash gekriegt, weil ich mich nicht in diese Situation reinversetzen konnte. Es ging einfach nicht. Wir machten kurz Pause, ich sammelte mich und fing wieder an zu lachen. Dann übernahm die Kollegin, eine uns unbekannte niederländische Theatertherapeutin. Innerhalb von drei Sekunden stellten sich mir die Nackenhaare auf, so schnell schaffte sie es, meine Stimmung zu verändern. Da stimmte alles, Körpersprache, Sprache, Duktus, Lautstärke. Und ich dachte mir nur, sie ist halt Profi und ich eben nicht. Da muss bei mir einiges zusammenkommen, damit ich aggressiv werden kann. Und sie hat das in nullkommanix bei mir ausgelöst. Ich bin heute, Jahre später immer noch davon beeindruckt, obwohl mir klar ist, woher sie das kann. Ich war da jedenfalls sehr limitiert und bin es diesbezüglich heute noch. Letztlich muss jede Gruppe ihren Konsens finden, wie sie spielen. Jeder Stil hat seine Berechtigung, ob wir anderen ihn jetzt gut finden, nachvollziehen können oder missbilligen, ist unerheblich. Und es ist bedauerlich, wenn wir das nicht einfach sachlich argumentieren und auch so stehen lassen können.
  4. Thema von jul wurde von Slüram beantwortet in Midgard Cons
    Vermaledeite Schlafapnoe....
  5. Thema von jul wurde von Blaues Feuer beantwortet in Midgard Cons
    Das bezweifle ich, wenn ich daran denke, wieviele Starkschnarcher sich auf Cons schon über die Schnarcher in ihrem Zimmer beschwert habe.
  6. Thema von Abd al Rahman wurde von Eleazar beantwortet in Spielsituationen
    Mir ist die obige Diskussion zu emotional, zu ideologisch und auch zu feindselig. Ich denke, ich verstehe die genannten Argumente. Ich verstehe auch, inwiefern sie überzeugend sind. Und warum für andere aber auch nicht. Es gibt unter uns unterschiedliche Bedürfnisse, unterschiedliche Spielstile, unterschiedliche Dinge, an denen wir Freude haben. Wie will man das alles durch ein scheinbar "objektives" Nadelöhr wie "richtiges" oder "falsches" Rollenspiel drücken? Das kann in meinen Augen nur schiefgehen und damit anmaßend wirken. Ich spiele in zwei verschiedenen Gruppen. Die eine kennt sich zum größten Teil schon aus der Studienzeit. Alle SpielerInnen haben Redeberufe studiert und üben sie zum größten Teil auch aus. Alle haben einen ähnlichen Bildungsabschluss. Keiner ist auf den Mund gefallen. Natürlich gibt es auch hier extrovertiertere Typen und etwas introvertiertere Typen, aber der Unterschied ist erstens nicht so groß und zweitens bedeutet extrovertiert ja ohnehin nicht "überzeugend". Wir können und argumentativ alle das Wasser reichen. Und wir haben einen Heidenspaß daran, soziale Interaktionen live auszuspielen. Gerade, wenn es um etwas geht. Meine Sternstunde im Rollenspiel war eine improvisierte Gerichtsverhandlung darüber, ob eine Figur einen Zauberring, ihren Ringfinger und das Sorgerecht für ihr Kind behalten dürfte, ob sie weiter in der Gruppe bleiben, verbannt oder hingerichtet werden sollte. Das Ganze haben wir unter der Woche im Anschluss an einen an sich runden Spielabend von 23 Uhr bis 3 Uhr ausgespielt. Die geschädigte Figur hat sich einen Ankläger gewählt, die beschuldigte einen Verteidiger. Der Rest der Gruppe waren Jury und Richter. Der SL hat die Zeugen gespielt. Wie haben nicht einmal gewürfelt, nicht einmal auf unsere Datenblätter geschaut - wir reden noch 35 Jahre später von diesem großartigen Abend und der Tiefe dieses Rollenspielerlebnisses. Wer mir erklärt, das wäre schlechtes oder falsches Rollenspiel, der ist ein Ömmel! Könnte man so was mir einer beliebigen anderen Gruppe machen? Nein! Wäre es ein Ziel für andere Gruppen, das so zu machen? Nein, wieso? War das jetzt "besser" als ein Abend in einer anderen Gruppe, in der der Ausgang dieses Verfahrens allein durch Erfolgswürfe bestimmt würde? Nein! Aber für uns wäre es so perfekt. Und ja, wir achten darauf, dass neue Mitspieler in diese Gruppe hereinpassen. Wer absolut zurückhaltend wäre, würde da ziemlich untergehen. Aber wir haben einen Spielstil gefunden, der für uns wie die Faust aufs Auge passt. Sogar die etwas ruhigeren Leute sind sehr zufrieden, wenn sie situativer ins Spotlight geraten. Mein Fazit: Der Spielstil muss zur Gruppe passen, wenn er das tut, ist er richtig. Ansonsten ist er falsch. Überzeugungsarbeit ist sinnlos und überflüssig. Absolute Wertungen sind meiner Meinung nach fehl am Platze und destruktiv. PS: In der anderen Gruppe sind die Bandbreite der Temperamente und der rhetorischen Begabungen breiter. Da spielen Erfolgswürfe in sozialen Situation auch eine wesentlich größere Rolle.
  7. @Francesco di Lardo , wie geht du in deinen Runden mit etwaigen Traumata um?
  8. Heute

  9. Thema von jul wurde von Slüram beantwortet in Midgard Cons
    Es könnte laut zugehen....
  10. Thema von jul wurde von stefanie beantwortet in Midgard Cons
    Einrennen Wollte ich sagen. Autokorrektur...
  11. Thema von jul wurde von stefanie beantwortet in Midgard Cons
    Schnarcher gesucht ist wirklich innovativ. Die Leute werden Dir die Bude einzelnen.
  12. Thema von Abd al Rahman wurde von Wyndor beantwortet in Spielsituationen
    Sorry vorab, die Texte oben sind mir etwas zu lang, falls ich was übersehen habe. Eines der schönsten Dinge die ich beim Rollenspiel erlebe, ist das Leuchten in den Augen von eher ruhigen Menschen zu sehen, wenn deren Charaktere tolle Dinge anstellen und zum Erfolg des Abenteuers beitragen, egal wie ihr persönliche Performance war. Es zählt nur die Idee, die mit einem tollen Würfelwurf zu Höhenflügen gefunden hat. Und man merkt immer wieder, wie sowas die ganze Spielrunde beflügelt. Ich lasse es mir aber auch nicht nehmen, für sehr gelungenes Ausspielen am Tisch auch mal einen Bonus auf die Probe zu geben, solange mich dafür keiner auf eine Regel festnagelt. Das mache ich nur, wenn alle am Tisch durch die überraschend gute Darstellung Spaß hatten. Das muss für mich dann auch nicht in Regelbuch stehen.
  13. Thema von Abd al Rahman wurde von Widukind beantwortet in Spielsituationen
    @Francesco di Lardo deine Erfahrungen im LARP in allen Ehren, aber ich denke wir sind uns einig, dass LARP ein ganz anderer Spielstil ist. Auch beim LARP gibt es unterschiedliche Spielstile, es gibt LARPS die eher "Du kannst, was du kannst" fordern oder auch Punkte- bzw. fertigkeitenbasierte Regeln, wo man mit einem großen Schaumstoffwürfel einen Prüfwurf macht, um zu schauen, ob das Spurenlesen oder der Zauber funktioniert. Ob und wie deine Persönlichkeit sich durch LARP weiterentwickelt hat, ist für das Thema nur mäßig interessant. Es geht mir übrigens nicht nur um das Thema "extrovertiert" gegen "introvertiert", dass greift mir persönlich noch etwas zu kurz. Es geht darum, ob ich als Spieler in einer konkreten Situationen, aus welchen Gründen auch immer, eine Fertigkeit aus dem Bereich "Soziales" gut in wörtlicher Rede darzustellen. Niemand verlangt, dass du bei einem erfolgreichen Wurf auf Seilkunst anschließend noch einen echten Knoten in ein echtes Seil machst. Warum wird das also bei "sozialen" Fertigkeiten erwartet? Dahinter steht oft die Meinung "reden kann jeder". Und eben das möchte ich hinterfragen. Es liegt nicht nur daran, ob jemand extrovertiert oder introvertiert ist, sondern ob er oder sie in gerade dieser einzelnen Situation das kann und möchte. Ein Spieler hat vielleicht kein Problem damit, denn Händler in gerne und Boden zu quatschen, um das Schwert 5% günstiger zu bekommen, aber in der von mir oben geschilderten Situation mit der Obristin der Stadtwache möchte die "Verführung" nicht ausspielen, was total zu respektieren ist. Hinter jedem Spieler steht ein Mensch, meist ohne professionelle Schsuspielausbildung, der seine ganz eigene Geschichte mitbringt. Gerade auf einem Con weißt du fast nichts über die Person und selbst in einer festen Runde weißt du vielleicht nicht alles über Familienkonstellationen, psychische Gesundheit, sexuelle Orientierung und was weiß ich nicht alles. Ist auch okay, ich kann eben nicht nur darstellen, was ich kann, sondern was mein Charakter kann, steht auf dem Charakterblatt. Da kann die Antwort des Spielleiters "Na dann zeig mal, wie du die Obristin verführst" mindestens mal grenzüberschreitend sein, und ich denke mal selbst beim LARP kannst du als hochadliger Ritter, dem in der Spielwelt vermutlich keine großen Konsequenzen drohen würde, in echt nicht einfach der Schankmaid an die sekundären Geschlechtsmerkmale packen. Was ich persönlich aus dieser Diskussion mitnehme: ich möchte versuchen, sensibler zu sein, sowohl als Spieler als auch besonders als Spielleiter, wem es um diese sozialen Fertigkeiten geht. Zulassen, wenn jemand es "ausspielen" möchte, und ebenso zulassen, wem jemand "nur würfeln" möchte. Im Sinne des gemeinsamen Spielspaßes.
  14. In Deiner tendenziellen Einschätzung stimme ich Dir zu. Aber ich halte es nicht für eine allgemeine Wahrheit. Ansosten: Jein. Auch wenn es sehr danach scheinen mag, daß ich eine extrovertierte Person bin, entspricht dies nicht meiner eigentlichen wahren Natur - die ist eher stiller. Allerdings habe ich im Laufe der Jahre über das LARP gelernt, die "Rampensau" geben zu können. Das tue ich jedoch nicht generell, sondern nur in bestimmten Kontexten. Ich kann das mittlerweile gewissermaßen ein- oder ausschalten. LARP ist im Grunde eine geschützte Sandbox. Du kannst alle möglichen Dinge tun und Interaktionen spielen, die im wirklichen Leben völlig undenkbar wären bzw. die man als normaler Mensch einfach niemals tun würde. (Natürlich gibt es beim LARP aus gutem Grund auch bestimmte Tabus oder immer die Möglichkeit eines "Not-Aus", wenn sich ein Spieler oder eine Spielerin von einer Situation im Spiel überfordert sieht). Nehmen wir mal folgendes Beispiel: Ich denke, jeder von uns kann sich eine Person vorstellen, der wir persönlich aus dem Weg gehen würden. Sagen wir, dem "Bully" vom Schulhof. Oder vielleicht kennt so manch einer die Situation, spät in Bahnhofsnähe einer Großstadt unterwegs zu sein, wo man möglicherweise vorsichtshalber einen gewissen Bogen um zwielichtige Grüppchen macht, anstatt direkt an ihnen vorbei zu gehen. Echtes Leben also. Sagen wir mal, statt beim Pen&Paper willst Du im LARP einmal spielen, was Du in Wirklichkeit nicht bist: Der Söldner, Barbar, oder Kämpfer. Du hast dann irgendeine Form von Gewandung, wahrscheinlich ein Schwert oder eine Axt, vielleicht ein Schild oder ein Kettenhemd. Deine Ausrüstung signalisiert Kämpfer. Aber Dein Habitus atmet förmlich "harmloser Normalo". Denn das bist Du ja im echten Leben - und diesen Habitus kannst Du nicht einfach so ablegen - und man riecht ihn sieben Meter gegen den Wind trotz Deiner Ausrüstung. Im Spiel wirkst Du damit also erst einmal auf die anderen wie ein unerfahrener Rekrut - und damit liegen sie ja auch gar nicht so falsch. Um Dich herum steht noch ein halbes Dutzend dieser Art. Ihr unterhaltet Euch über den "bösen Ritter", der gerade in der Taverne ist, vor dessen Tür ihr steht. Gefährlicher Mann. Gefürchtet. Hat zig Untaten begangen. Gehört festgesetzt, keine Frage. Ihr seid sieben. Der ist allein. Gegen Euch sieben hat er allerdings keine Chance - aber er würde jeden einzelnen von Euch in Nullkommanix in Scheiben hacken. Wenn ihr ihn umringt, um ihn zu überwältigen, kann es schon sein, daß er einen oder zwei von Euch "mitnimmt" und vielleicht noch mehr Verletzungen davontragen. Nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit wirst Du aber überleben. Die Tavernentür fliegt auf, der "böse Ritter" kommt raus. Sekundenbruchteil: Er sieht Euch und kapiert GENAU, worauf ihr aus seid. Ohne zögern oder mit der Wimper zu zucken, marschiert er direkt auf Deine Gruppe zu mit fies grimmigen Blick. Ihr müßtet jetzt Eure Schwerter ziehen - jeder wartet auf den anderen. Der "böse Ritter" ist noch drei Schritte enfernt, hält weiter auf Euch zu. Schwert nicht mal gezogen. Euer Pulk teilt sich, der "böse Ritter" geht ohne mit der Wimper zu zucken durch die Gasse, die ihr gebildet habt, hindurch und durch das Burgtor hinaus, ohne sich auch nur nach Euch umzudrehen. Erst als er aus Eurem Blickfeld verschwunden ist, lösen sich Eure Zungen: "He, sag mal, warum hast Du Dein Schwert nicht gezogen?" "Hast Du doch auch nicht!" "Wir hätten die Sau fertiggemacht!" Hättet ihr, habt ihr aber nicht. Original Spielsituation - ich war einer aus dem Pulk... Du stehst dann da und glaubst selbst nicht, was (nicht) passiert ist: Ihr wart in der Spielsituation unzweifelhaft im Vorteil. Ihr hattet alles, was ihr braucht. Ihr wart sogar "die Guten" und im Recht. Im Spiel hättet ihr das - alle - zu 95% überlebt. Vielleicht wären ein, zwei nieder gegangen, weitere hätten womöglich ein, zwei Schwerthiebe abbekommen. Aber dann wären sicher die Heiler aus der Taverne durch den Lärm angelockt worden und hätten Euch sogleich "gerettet" Ihr beginnt "außerhalb des Spiels" zu denken: "Verdammt, ich bin zweihundert Kilometer hierhin gefahren, hab dafür bezahlt, mich mit Schaumstoffschwertern zu hauen. Jetzt hatte ich die Möglichkeit auf dem Silbertablett, wäre "der Held" gewesen und nehme sie nicht wahr? WARUM NICHT, zum Teufel?! Ihr rationalisiert - alle - daß Euch, hättet ihr gekämpft, die Schaumstoffschwerter bei Treffern auch nicht wehgetan hätten. Stattdessen habt Ihr Euch im Spiel wie Feiglinge verhalten - und ein paar Umstehende haben alles mitangesehen, wie peinlich... Das was Ihr darstellen wolltet und was ihr dargestellt habt, könnte ferner nicht auseinanderliegen. Katastrophe!!! Im weiteren Verlauf traust Du Dich nicht "den Grafen" anszusprechen, weil Du ja nicht wichtig bist. Weil Du einen Moment zu lange zögerst, greift ein anderer zu, als der Ent im Wald die "Goldene Wurzel " rüberreicht. Und so weiter. Und so fort... Und das alles in der geschützten Sandbox LARP, wo rational GAR NICHTS Schlimmes passieren kann. Beim Kofferpacken vor der Abreise hast Du Dich out-game mit dem Spieler des "bösen Ritters" noch unterhalten, der sich als ein total umgänglicher und netter Kerl herausstellt. Gibt's doch gar nicht!! Glaub mir, ich kenne wirklich das Gefühl, keine Rampensau sein zu können. Aber Du beginnst nachzudenken: Wie hat er es denn nun "geschafft", daß Du Angst hattest? Warum konnte er den abgebrühten Kämpfer geben, so wie Du ihn eigentlich am liebsten selbst darstellen würdest? Irgendwann, eines Tages, kommst Du auf den Trichter, daß Habitus oder Verhaltensweisen aus dem "echten" Leben im LARP auf dieselbe Weise wirken. Vermutlich "passiert" das anfangs eher unterbewußt, bevor man es bewußt realisiert und rationalisiert. Als nächster wichtiger Schritt muß dann "nur noch" die Mauer im Kopf eingerissen werden: Im echten Leben bist Du ein friedlicher Normalo. Aber im Spiel ist es nicht schlimm, Dich genau so arschig zu verhalten, wie der Bully auf dem Schulhof, den Du im echten Leben verachtest. Du überwindest Dich, ein bißchen "Bully" zu sein. Und - lo and behold - das funktioniert tatsächlich. Alle anderen Spieler kennen den "Bully" - und nehmen ihre Reaktion auf ihn aus dem "echten" Leben ins Spiel und für die Reaktionen ihrer Charaktere mit - die Verachtung und die Angst. Und darum kommst Du mit Deinem "Bully" im Spiel durch. Die nächste Stufe der Erkenntnis, die viel später kommt, ist diese und viel tiefgreifender: Mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit kämest Du mit Deinem "Bully" aus dem Spiel auch im echten Leben durch. Das ist augenöffnend bis verstörend. Alles mögliche, was Du im Spiel probierst an sozialen Interaktionen, würde im echten Leben vermutlich auch funktionieren. Das ist auch saumäßig interessant. Du kannst also hingehen und bestimmte Dinge im Spiel einfach ausprobieren oder üben. Leute einschüchtern, Leute erheben und stolz machen. Ihnen Verantwortung im Spiel geben oder wegnehmen. Die ganze Bandbreite. Du siehst ja, was wie funktioniert und was nicht. Und wenn's funktioniert, probierst Du es mal im echten Leben aus - hoffentlich nicht den "Arschloch-Teil"... Es ist ernüchternd, wie leicht viele Menschen zu manipulieren sind - um Gutes zu tun oder auch Böses. Ich habe im Spiel hunderte Leute zur Wut angestachelt. Oder Dutzende vor Trauer zum Weinen gebracht, daß ihnen die Tränen herunterliefen. Das war - wirklich - unheimlich. Ich dachte mir: "Mein Gott, was hast Du da jetzt angerichtet - Spiel hin oder her!" Ich habe aber auch Hunderte aus dem "Tal der Hoffnungslosigkeit" herausholen können. Meist freilich alles in kleinerem Maßstab. Aber verdammt - ich bin kein ausgebildeter Manipulator, Rhetoriker, Demagoge oder sowas. Und wenn ich das als Laie hinkriege, der eigentlich aus der introvertierten Ecke kommt, was können dann Menschen tun, die sich gewissermaßen "professionell" auf dem Gebiet bewegen - und zwar nicht im Spiel? Im echten Leben will ich keine Leute oder Gruppen manipulieren oder mit deren Gefühlen spielen. Da schalte ich die "Rampensau" lieber aus und begnüge mich damit, vielleicht mal in einem Forum, wenn nicht wortgewaltig, dann zumindest wortreich daherzukommen, wenn mir gerade der Sinn danach steht. Kann sein, muß aber nicht. Um den Kreis zu schließen: Vor diesem Hintergrund "juckt es mich" natürlich durchaus in Rollenspiel-Runden und reizt mich das Ausspielen mehr als der Würfelwurf. Ich glaube aber, das Gefühl des Introvertierten und Stillen nicht vergessen zu haben, der am Tisch auf seine Chance hofft. Ich komme aus der Ecke... Francesco di Lardo
  15. Gestern

  16. Bilder hinzugefügt zu ein Bilderalbum, erstellt von Leif Johannson in Fantasy
    KI wird immer besser..Das hier sind nur einige wenige Beispiele.
  17. Triggerwarnung! 😇 Es folgt extreme Haarspalterei. Man kann sehr kleinteilig argumentieren, um zu hinterfragen, ob Widersprüche bestehen oder nicht. In letztlich wenig relevanten Fragen wie hier lohnt sich das nicht. Ihr wißt das. Ich weiß das. Führt nicht weiter und ist mühsam. Im folgenden Post mache ich es mal aus Spaß an der Freud. Nehmt das bitte nicht ganz ernst. Sollte jemand mit ähnlichem Wahnsinn erwidern, wäre ich überrascht. Ich würde es mit Schmunzeln lesen, aber mich nicht berufen fühlen, auf der Ebene weiterzumachen. Ihr seid gewarnt... 😉 Zitat von mir: "Bei allen sozialen Fertigkeiten, die in "Wirklichkeit" Dialog erfordern, sind Würfel in meinen Augen Beiwerk. Das Rollenspiel muß im Mittelpunkt stehen, der Würfelwurf dient in meinen Kampagnen hier nur dazu, die Anwendung der Fertigkeit zu unterfüttern. Wenig überzeugend gespielt und gut gewürfelt gibt ganz sicher keinen überragenden Erfolg. Blendend ausgespielt und ok gewürfelt - da liegt meine Hauptgewichtung als SL auf dem Ausspielen." (Nocheinmal zur Klarstellung: Das ist meine Meinung. Jeder kann eine andere haben. Ihr müßt nicht meiner Meinung sein. Es stört mich nicht, wenn Ihr eine andere Meinung habt. Hier geht's nur darum, ob meine Meinung widerspruchsfrei ist oder nicht...) Gut, dann sezieren wir noch einmal bis ins Aller-Aller-Kleinste: "Bei allen sozialen Fertigkeiten, die in "Wirklichkeit" Dialog erfordern, sind Würfel in meinen Augen Beiwerk. Das Rollenspiel muß im Mittelpunkt stehen, der Würfelwurf dient in meinen Kampagnen hier nur dazu, die Anwendung der Fertigkeit zu unterfüttern." In diesem Satz sage ich nicht, alle Faktoren für Erfolg wären Rollenspiel und Würfelwurf - die ganze Liste (1. bis 4.) erwähne ich erst danach. In diesem Satz sage ich daß bei sozialen Fertigkeiten den Faktor Rollenspiel höher gewichte, als den Faktor Würfeln. Sagen wir, ich werte Rollenspiel mit 60% und Würfeln mit 40%. Sagen wir "wenig überzeugend" = "mangelhaft"/Note 5 oder "ausreichend"/Note 4. Sagen wir 20/6 = 3.33. Dann entspräche ein Würfelwurf von 13.33 bis 16.67 = "gut"/Note 2. Sagen wir ein "überragender Erfolg" = "sehr gut"/Note 1. Bei Gewichtung 60% "mangelhaft"/Note 5 und 40% "gut"/Note 2 wäre der "Gesamterfolg" ((6x5)+(4x2))/10 = (30+8)/10=3,8, also "ausreichend"/Note 4+ Jetzt zu "kein tolles Ausspielen" und "unabhängig vom Würfelwurf". Sagen wir "tolles" Ausspielen entspräche "sehr gut". Dann ist "ohne tolles Ausspielen" bestenfalls "gut". Nehmen wir den besten Würfelwurf an - also "sehr gut" Die Rechnung wäre ((6x2)+(4x1))/10 = (12+4)/10 = 16/10 = 1,6 also "gut"/Note 2+ Wäre also ein "sehr gut"/Note 1 unmöglich unabhängig vom Würfelergebnis bei der Gewichtung 60% Ausspielen und 40% Würfelwurf? So scheint es, denn bei den "bestmöglichen" Ausgangswerten kommen wir nur auf die "Endnote" 1,6, also 2+. Aber halt! Wir haben ja nicht nur 2 sondern 4 Faktoren! "Plan/Idee" sowie "geeignetes Werkzeug" haben wir bislang noch gar nicht berücksichtigt! Wenn wir die fehlenden zwei Faktoren noch einbeziehen, verschiebt sich die Gewichtung der Einzelfaktoren: Sagen wir "Plan" 20%, "Werkzeug" 15%, "Rollenspiel" 40%, "Würfel" 25% Nach wie vor ist "Rollenspiel" mit 40% der (gewichtigste) Faktor der im Mittelpunkt steht. Er schlägt aber nur noch mit 40% zu Buche, nicht mehr mit 60%, als wir nur zwei der vier Faktoren berücksichtigt haben. Nehmen wir an, alle Faktoren außer Rollenspiel sind "sehr gut", Rollenspiel ist nicht "toll", also bestenfalls nur "gut". Rechnung ((6x1)+(4x2)) = (6+8)/10 = 14/10 = 1,4, also "sehr gut" / Note 1- Damit wäre schon einmal der "Beweis" erbracht, daß ein "überragender Erfolg" = "sehr gut" auch "ohne tolles Ausspielen" nicht unmöglich ist. Doch damit nicht genug: Bei unserer Gewichtung "Plan" 20%, "Werkzeug" 15%, "Rollenspiel" 40%, "Würfel" 25% haben wir das "Gewicht" des Faktors Rollenspiel mit Absicht hart hoch angesetzt. Wir könnten dem Faktor "Rollenspiel" noch 10% Gewicht wegnehmen und anderswo verteilen - und noch immer könnte es mit 30% noch der stärkste Faktor bleiben. In diesem Fall wäre die Chance, einen "überragenden Erfolg" in der Gesamtnote auch ohne "tolles Rollenspiel = sehr gut" zu erreichen, noch größer. Ich weiß. Niemand führt ernsthaft im Spiel solche Berechnungen durch. Ich auch nicht. Unser Spiel hier erläutert lediglich die Gedanken hinter dem allgemeinen Konstrukt. Habe ich mir also widersprochen? Wie dargelegt - nein: Ein überragender Erfolg ohne tolles Ausspielen in diesem Modell ist nicht unmöglich. Wie dargelegt - nein: Ich habe meinen Standpunkt nicht geändert. Im besagten Satz "Bei allen sozialen Fertigkeiten, die in "Wirklichkeit" Dialog erfordern, sind Würfel in meinen Augen Beiwerk. Das Rollenspiel muß im Mittelpunkt stehen, der Würfelwurf dient in meinen Kampagnen hier nur dazu, die Anwendung der Fertigkeit zu unterfüttern." habe ich mich lediglich mit der Gewichtung dieser beiden Faktoren befaßt aber nirgends gesagt, daß dies alle Faktoren seien. Wenn ich mir aber nicht widersprochen habe (wie dargelegt) und ich dies so äußere, warum wäre dies vorwerfbar? Francesco di Lardo
  18. !!!mod!!! Bitte achte auf Deinen Ton. Hier erzählt niemand Stuss.
  19. Ich würde gern mitspielen P.S.: meinst du nicht Sonntag?
  20. @Francesco di Lardo Ganz ehrlich, dann schreib hier halt nicht so einen verallgemeinernde Sachen, die einen denken lassen, du hast keine Lebenserfahrung. Stuss. Und jetzt halte ich mich aus der Diskussion mit dir wieder raus. Bringt nichts.
  21. ich würde gern mitspielen: ich hatte als char: επίσημος φορέας Jakchos Priester Alejandro Domínguez Escoto, Thaumaturger-Ermittler Dotti Botterblom, Halblingsköchin (Heiler)
  22. Mir war das die ganze Zeit klar. Was ich sage ist: Eine soziale Fertigkeit zu spielen die man nicht hat und dafür ein positives Ergebnis erwartet ist schlechtes Rollenspiel. Weil man genau dann seine Rolle nicht spielt. Gutes Rollenspiel ist zu würfeln, schauen was das Ergebnis ist und dann dieses Ergebnis zu spielen. Und egal wie man bei Beredsamkeit stottert, Erfolg ist Erfolg.
  23. Thema von Abd al Rahman wurde von Godrik beantwortet in Spielsituationen
    Ich wüsste nicht, wie ich durch das Fehlen darstellerischen Talents bessere Ideen oder passendere Mittel zur Umsetzung hätte. Weiter oben war noch Regelkenntnis erwähnt (ich weiß nicht von wem). Auch das wird nicht besser, wenn ich irgendwas nicht so gut kann. Puh, ich glaube, wir beide werden uns bei diesem Thema nicht verstehen. Ist auch in Ordnung. Da Du aus verschiedenen Richtungen Gegenwind bekommen hast, würde ich mich ab jetzt gern auf das Lesen beschränken. Dieses „alle gegen einen“ mag ich nicht.
  24. Sehr schön zusammengefaßt! 👍 So geht es mir auch. Und interessanter Weise läßt sich das von Dir gesagte sogar aufs LARP ausdehnen, wo man als "Charakter" ja "real" z.B. auf der Wiese oder auf dem Burghof steht: Ich bin kein wirklich guter Schwertkämpfer, aber die anderen Spieler bzw. deren Charaktere glauben das und haben Angst vor meinem Charakter. Ich bin allerdings gebissen, wenn ich auf einen echten Könner treffe, der mich dann vermöbelt... 😆 Gut, einen Halbling könnte ich im LARP nicht darstellen - bin halt zu groß. Eine Frau auch nicht - beim Pen&Paper spiele ich vielleicht so 40% weibliche Charaktere, fürs LARP würde ich mich dabei aber nicht wohlfühlen (wobei ich sowohl Frauen und Männer kenne, die Charaktere des anderen Geschlechts spielen, teilweise wirklich grandios). Im LARP waren in den Anfangszeiten Charakterbögen (im Vergleich zum Pen&Paper aus ersichtlichen gründen eher einfach gehalten) verbreitet. Auch heute gibt es sie teils noch, wobei der Schwerpunkt auf DKWDDK (Du kannst, was Du darstellen kannst) beruht. Interessanterweise gibt es in unterschiedlichen Ländern teils ganz unterschiedliche LARP-Gepflogenheiten, wo man erst einmal hinterkommen muß, wenn Spieler aus verschiedenen Ländern zusammenkommen. Aber bei alledem stößt man auch an die Grenzen der Realität: Selbstverständlich gibt es im LARP Magier, die "Feuerbälle" zaubern können. Und noch viel selbstverständlicher wird selbst bei der noch so inspiriertesten Darstellung des Zaubers niemals Feuer durch die Luft fliegen. Eher ein kleiner Softball - was an diesem Punkt wohl dem "Berufen auf den Charakterbogen" entspricht. Francesco di Lardo
  25. Thema von Abd al Rahman wurde von Godrik beantwortet in Spielsituationen
    Siehe das von Dir direkt davor zitierte (erster Teil).
  26. Thema von Abd al Rahman wurde von Godrik beantwortet in Spielsituationen
    Die beiden zitierten Passagen sagen unterschiedliches aus. Einmal ist ein überragender Erfolg ohne tolles Ausspielen unmöglich, unabhängig vom Würfelergebnis: Zwei Faktoren, von denen der eine den anderen schlägt (zumindest bei sozialen Fertigkeiten). Und bei dem anderen Zitat ist es eine Kombination von vier Faktoren. Ich finde es gut, wenn Du in der Lage bist, Deinen Standpunkt in einer Diskussion zu ändern (hier: „bei sozialen Fertigkeiten schlägt das Ausspielen das Würfelergebnis“ zu „Formel mit vier Faktoren, um das Wort Bauchgefühl zu vermeiden“). Es stört mich aber, wenn Du mir unterstellst, ich hätte Dich zuvor nur nicht verstanden.
  27. Na dann werde ich mich mal bewerben! Hätte da einen Grad 11 Waldläufer con den Hjalta Inseln zu bieten! Guter Bogenschütze! Oder Fredoc, Halbling, Schattengänger Grad 13
  28. Wenn der Erfolg Deiner Figur nur von Deinen darstellerischen Fähigkeiten abhängen würde, dann gäbe ich Dir auf der Stelle Recht. So wie ich es schön finde, hängt Dein Erfolg von mehreren Fähigkeiten ab: 1. Gute Ideen, 2. geeignetes Mittel finden, 3. Darstellung - und nicht zuletzt Glück. Ich glaube, das die wenigsten Spieler in allen Feldern glänzen (und wenn jemand ständig beim Glück glänzt, möchte ich dessen Würfel haben... 😁) Der eine hat seine Stärke hier, seine Schwäche dort, der andere umgekehrt, ein weiterer sticht vielleicht nirgends besonders heraus, ist aber dafür sehr breit aufgestellt. Für die meisten wird sich bei 1. - 3. zusammen eine Art "Durchschnittswert" ergeben. Wonach es nicht fernliegt, daß die "Erfolgsquote" underschiedlicher Leute sich auch nicht wahnsinnig von einander unterscheidet - lediglich der Einfluß der Einzelfaktoren, die einen einzelnen Spieler zum Erfolg führen unterscheidet sich. Was dann auch die vielbeschworene "Mischung" in die Gruppen bringt. Du hättest also "im Durchschnitt" nicht weniger oder mehr Erfolgserlebnisse als andere - lediglich die Zusammensetzung der Faktoren, die Deine Erfolgserlebnisse bedingen, unterscheidet sich von der von anderen. Francesco di Lardo

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