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Clanngadarn und die Deverry-Romane


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Wie der Zufall manchmal so spielt: Als ich jüngst in Midgard-4-Büchern geblättert habe, fiel mir in den Danksagungen vorne im Arkanum die Erwähnung der Deverry-Romane von Katharine Kerr auf, die eine wichtige Inspiration für die Kulturen von Clanngadarn und Erainn gewesen sein sollen.

Da mich Clanngadarn schon eh und je fasziniert (einmal wegen der Druiden, ihrer Magie und ihrer Weltsicht, und irgendwie hat mich das, na ja, "albische Überlegungsgefühl" immer geärgert), habe ich mir gleich mal den ersten Band der ersten Deverry-Serie bestellt und angefangen zu lesen.

Abgesehen davon, dass mir DAGGERSPELL als Roman ausgezeichnet gefällt (ich lese das amerikanische Original), ist das für die Ausarbeitung Clanngadarns in einer Kampagne eine wahre Fundgrube. Daher also kommt der Begriff "Dweomer"! Ich meine, das Wort ist irdischen Ursprungs, aber die Widmung im Arkanum erwähnt, dass der regeltechnische Begriff diesen Romanen entnommen wurde.

Schon nach den ersten 20 Seiten kann man sich eine Burg und die Architektur der Häuser in Clanngadarn richtig gut vorstellen. Und schon die Landkarten vorne im Buch sind eine Fundgrube an Namen, die man für Personen und Orte in Clanngadarn benutzen kann.

Eine Twyneddin-Burg hat begrenzte Ähnlichkeiten mit einer albischen Motte, hat aber keine Anlagen am Fuß des Burghügels. Der äußere Erdwall umringt die Kuppe, und innen schließt sich eine echte Mauer an. Im Zentrum des Mauerrings ragt ein gedrungener Turm auf, der "Broch", in dem die Familie des Plenadd (des Lords oder Tolwydd-Fürsten) wohnt, umgeben von Nebengebäuden. Häuser sind meist rund, aus Steinplatten errichtet, mit Erde abgedichtet.

Der Anhang schon dieses ersten Bandes findet man ein Glossar und Ausspracheanleitung für die ans Walisische angelehnte Sprache. Immer schön das "r" rollen, je heftiger, desto vorlagengetreuer ...

 

 

Edited by Rulandor
Zeichensetzung korrigiert
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  • Fimolas changed the title to Clanngadarn und die Deverry-Romane

Hallo Rulandor!

vor 6 Stunden schrieb Rulandor:

Oh, nebenbei, wäre ein Moderator so nett, die Rechtschreibung im Thread-Titel zu korrigieren? Clanngadaran, also wirklich!

Moderation:

Das machen wir doch gerne - denn nett sind wir allemal. :colgate:


Bei Nachfragen bitte eine PN an mich oder benutzt den Strang Diskussionen zu Moderationen

Liebe Grüße, Fimolas!

Edited by Fimolas
Formatierung angepasst
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Allerdings hat die Autorin den Begriff Dweomer nicht erfunden, wie der erste Beitrag anzudeuten scheint. Er ist altnordisch und bedeutet nichts anderes als Zauberei oder Hexerei.

Selbst Tolkien benutzt ihn zweimal im Herrn der Ringe, als Eomer (die Eotheod sprechen ja auch „Altenglisch“) Saruman als „cunning and dwimmercrafty“ beschreibt oder als Eowyn den Witch King mit „begone, four dwimmerlaik“ (Also, „Zaubergeist“) verspottet.

Die Autorin hat sich dieses Begriffs lediglich bedient und ihn passend in ihre Werke eingearbeitet. :) 

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vor 18 Stunden schrieb Rulandor:

Ich meine, das Wort ist irdischen Ursprungs, aber die Widmung im Arkanum erwähnt, dass der regeltechnische Begriff diesen Romanen entnommen wurde.

Hi Bro, ich hatte das tatsächlich sehr wohl erwähnt.

 

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Gibt es irgendwo offizielles oder semi-offizielles Material darüber - vielleicht eine Erwähnung in einem Abenteuer -, wie der Penncledd, der Kriegshäuptling eines Tolwydd, bestimmt wird? Wird der Titel in einer Familie vererbt wie der Plennadd?

 

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  • 2 weeks later...

Ich würde weder beim Pennad noch beim Penncledd von "Erbe" sprechen. Die Familie kann groß ziemlich groß sein und selbst ein Cousin 2. Grades kommt für das Häuptlingsamt in Frage (Die Welt, S. 72). Die Familie "wählt" demnach einen geeigneten Nachfolger aus. Analog stelle ich es mir bei Kriegsherrn vor. Die Familie des Herrschers bestimmt einen Penncledd (im besten Fall in Übereinstimmung mit dem Rest der Sippe) und zwar den, der am besten dafür geeignet ist, das wird in der Regel auch jemand aus der Familie des Pennad sein (wenn nicht sogar er selbst), könnte aber auch jemand anders sein. Ich schätze da geht es eher pragmatisch zu und die genaue Prozedur unterscheidet sich von Sippe zu Sippe. Mehr Infos könnte es noch im Artikel "Die Gemeinschaft der Mächtigen" im Gildenbrief 40 geben, aber den habe ich nicht (mehr).

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Am 6.3.2021 um 04:33 schrieb Orlando Gardiner:

Ich würde weder beim Pennad noch beim Penncledd von "Erbe" sprechen. Die Familie kann groß ziemlich groß sein und selbst ein Cousin 2. Grades kommt für das Häuptlingsamt in Frage (Die Welt, S. 72). Die Familie "wählt" demnach einen geeigneten Nachfolger aus. Analog stelle ich es mir bei Kriegsherrn vor. Die Familie des Herrschers bestimmt einen Penncledd (im besten Fall in Übereinstimmung mit dem Rest der Sippe) und zwar den, der am besten dafür geeignet ist, das wird in der Regel auch jemand aus der Familie des Pennad sein (wenn nicht sogar er selbst), könnte aber auch jemand anders sein. Ich schätze da geht es eher pragmatisch zu und die genaue Prozedur unterscheidet sich von Sippe zu Sippe. Mehr Infos könnte es noch im Artikel "Die Gemeinschaft der Mächtigen" im Gildenbrief 40 geben, aber den habe ich nicht (mehr).

Ja, dieser Sicht kann ich mich anschließen.

Den Gildenbrief 40 habe ich zum Glück noch - wie meine ganze GB-Sammlung -, aber der Inhalt ist nicht gänzlich kompatibel mit dem aktuellen Material aus Die Welt. Der GB-Beitrag "Die Gemeinschaft der Mächtigen" liefert aber kompatible Details, die im Weltband nicht stehen und für das Spiel durchaus hilfreich sind - und nicht zuletzt für eine Adaption der Deverry-Romane im Spiel. Insbesondere werde ich die Silberdolche und die Grenzwächter in meinen Kampagnenhintergrund einbauen.

Ist schon mal in irgendwelchem Material erwähnt worden, wie groß Dinas Dron ist, was dort abgeht und zu welchem Stamm die Stadt gehört (ich tippe auf Wendwyn)?

Ist der Ystrad bis hinauf nach Dungawry schiffbar? Mit einem Kleinsegler bestimmt, aber die Frage ist, ob Dungawry einen ausgewachsenen Hafen mit nennenswertem Verkehr hat. Dungawry ist für mich spannend, weil der Umstand, dass Berggnome dort die Produkte der Dunkelzwerge aus dem Penprydyn verkaufen, ein interessanter Anknüpfungspunkt für die Einreise ausländischer Abenteurer nach Clanngadarn ist.

Bevor ich als albischer Abenteurer, den ein Abenteueransatz in Clanngadarn lockt, über den Pengannion klettere oder durch den Bo Bredwen schleiche, würde ich eher eine Schaluppe von Deorstead nach Dungawry nehmen.

 

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Quellen kenne ich keine zu Dinas Dron. Im Zweifel ist es so groß, wie Du es gerne hättest. Da es in "Die Welt" nicht erwähnt ist, gehe ich von unter 8.000 Einwohnern aus (hat dort die kleinste erwähnte Stadt in Clanngadarn); Dinas Taran in Ywerddon ist eine Festungsstadt und hat 6.000 Einwohner. Dinas Dron ist etwas abgelegener, könnte daher vielleicht sogar noch etwas kleiner sein als Dinas Taran. Ganz grob so um die 5.000 Einwohner scheint mir persönlich ganz passend zu sein (auch wenn Du hier eigentlich nicht nach einer Meinung gefragt hast).

Ystrad schiffbar? Im weitesten Sinne ja (wenn man gegen ein bisschen Umtragen a la Fitzcarraldo nichts einzuwenden hat). Da eignen sich dann besser etwas kleinere Schiffe (irgendwie sind die Waräger ja auch über Wolchow, Düna, Dnjepr & Co und ziemlich lange Portagen dazwischen bis nach Konstantinopel gekommen und das regelmäßig). Was ich mir vorstellen kann: Es gibt an den nicht schiffbaren Stellen (Stromschnellen, Wasserfälle, usw.) schon ein paar Leute, vielleicht in einigen Fällen sogar "Spezialisten" die gegen gute Bezahlung helfen, die Hindernisse zu überwinden (bei zu wertvoller Ladung helfen sie sogar dabei, diese leichter werden zu lassen).

Edited by Orlando Gardiner
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  • 1 month later...

Inzwischen lese ich in "Darkspell", dem zweiten Band des Deverry-Zyklus.

Mir ist eine Menge aufgefallen, was man als Inspirationsquelle für das midgardsche Clanngadarn betrachten kann: die Söldnergemeinschaft der Silberdolche, die Haartracht, der Wiedergeburtsglaube, der Kult der universellen Göttin und ihres dunklen Aspektes.

Im Deverry-Zyklus muss man erst seine Ehre verloren haben, ehe man Silberdolch werden kann - weil einen keine "Warband" eines Lords noch annimmt. Durch strikte Einhaltung des Söldnerkodex kann man sich dann langsam so etwas wie eine "Ersatzehre" aufbauen.

In Clanngadarn, denke ich mir, ist die Notwendigkeit, sich künftig als Silberdolch durchzuschlagen, vielleicht die Vorstufe einer Verbannung mit Geas. Wer genügend gegen die kultischen Regeln verstoßen hat und/oder im Clinch mit seinem Pennadd oder dem Stammeskönig liegt, könnte sich den Silberdolchen anschließen und so vielleicht einer Verbannung vorbeugen.

Für mein in Arbeit befindliches Kampagnenprojekt "Der Drache von Wyddlaen" werde ich die Romane wohl stark heranziehen. Dass mich ein Quellenbuch Clanngadarn dabei irgendwann in Verlegenheit bringt, ist momentan nicht allzu wahrscheinlich, oder?

Laut GB 40 wurden die "Grenzwächter" von einem Pennadd im Südosten gegründet, nachdem Alba das Land am Devern erobert hatte. Der Hochkönig habe, so heißt es in dem Beitrag, diese Truppe zu seiner persönlichen Leibgarde machen wollen, was aber an der mangelnden Bereitschaft seiner Untertanen gescheitert sei, Steuern zu zahlen. Was allerdings hindert den Hochkönig daran, aus seinen eigenen Mitteln und denen der Prydwyn eigene Grenzwächter aufzustellen? Was ein Provinz-Pennadd kann, kann er längst. Oder?

 

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vor 3 Minuten schrieb Rulandor:

Für mein in Arbeit befindliches Kampagnenprojekt "Der Drache von Wyddlaen" werde ich die Romane wohl stark heranziehen.

Da ich noch kein richtig gutes Clanngadarnabenteuer (in Bezug auf die richtige oder irgendeine Athmosphäre) erlebt habe, würde ich da gern mitspielen. Ich finde das Land schon faszinierend. 

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Posted (edited)
vor 19 Minuten schrieb Bro:

Da ich noch kein richtig gutes Clanngadarnabenteuer (in Bezug auf die richtige oder irgendeine Athmosphäre) erlebt habe, würde ich da gern mitspielen. Ich finde das Land schon faszinierend. 

Okay, ist vorgemerkt.

Eine spezielle Faszination des Landes ist für mich mit dem Buch "Die Welt" entstanden, wurde angefacht durch die betonte Sonderstellung des Dweomer im Magiesystem von M5, durch die Walddrachen im M5-Bestiarium und dann durch die Entdeckung der Deverry-Romane.

Worauf ich mal gespannt bin: Wird man genügend Spieler für eine Kampagne finden, in der das Hintergrunddrama auf frühere Geburten der Charaktere zurückweist wie in den Deverry-Geschichten? Das wäre, finde ich, mal eine Alternative zum Kennenlernen in der Kneipe ...

Nützlich dafür wäre ein an den Dweomer-Meister Nevyn in den Romanen angelehnter Druide, den entweder die Götter von Annwn (oder der Weltgeist) beim Wort genommen haben, als er einen unglücklich formulierten Schwur leistete (und der seither im älter wird, aber nicht sterben kann), oder ein Druide, der beim Urdrama vor vier oder fünf Leben dabei war und seitdem in einer Grube der Zeitlosigkeit (ARK-Ergänzungen) darauf wartet, dass die Charaktere mal wieder alle zur gleichen Zeit und am ungefähr gleichen Ort zur Welt kommen.

 

Edited by Rulandor
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vor 1 Stunde schrieb Rulandor:

[...]

Laut GB 40 wurden die "Grenzwächter" von einem Pennadd im Südosten gegründet, nachdem Alba das Land am Devern erobert hatte. Der Hochkönig habe, so heißt es in dem Beitrag, diese Truppe zu seiner persönlichen Leibgarde machen wollen, was aber an der mangelnden Bereitschaft seiner Untertanen gescheitert sei, Steuern zu zahlen. Was allerdings hindert den Hochkönig daran, aus seinen eigenen Mitteln und denen der Prydwyn eigene Grenzwächter aufzustellen? Was ein Provinz-Pennadd kann, kann er längst. Oder?

 

Ich glaube nicht, dass das Herrschaftssystem in Clanngadarn so gefestigt ist, dass man von Provinzen reden kann oder dass der Hochkönig überall problemlos agieren kann. Ich denke, dass ist eher so, dass der Hochkönig sich im Normalfall im Wesentlichen nur auf seine eigenen Länder/Leute stützen kann. Die anderen würden ihn wohl nur in einem echten, klaren Kriegsfall zur Seite stehen.

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