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Blog Selinda

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Problemspieler

Selinda

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In meiner Hausrunde ist eine relativ neue Spielerin dabei (hatte bei mir als SL 2 Mal bei One-Shots mitgemacht und hat da super mitgemacht, ist sonst eine D&D-Spielerin).

Beim letzten Treffen hat ein anderer SL das Ruder übernommen und hat die "Season 3" unserer Star Trek Kampagne gestartet. Besagte neue Spielerin hat beschlossen eine "feindliche" Spionin zu spielen und hat unsere komplette Gruppe verraten (wir haben versucht unterzutauchen um unseren Verfolgern zu entkommen) - na ja, zumindest hat sie es versucht. Sie hat von ihrem "Vorgesetzten" den expliziten Auftrag bekommen, uns zu unterstützen, bzw. zumindest nicht im Weg zu stehen, und sie hat prompt unseren Verfolgern gesagt, das es bei der Explosion unseres Schiffes Überlebende gab. Der SL hat sie dann deutlich darauf hingewiesen, dass sie momentan darauf zusteuert, dass es zum Kampf zwischen ihr und uns kommen wird, wenn sie so weitermacht und ihr Charakter das vermutlich nicht überleben wird. Ist okay, meinte sie. Eins muss man ihr lassen, sie hat konsequent gegen die Gruppe gearbeitet. 

Plot happens... und zum Schluss meinte mein 1. Offizier (ja, ich bin der Captain unserer Truppe), was wir mit ihr machen. Ob wir sie irgendwo aussetzen sollen. Ich hab gemeint, dass sie entweder bis auf weiteres im Knast landet, bzw. wir sie gleich töten. Sie weiß zuviel und wir können ihr nicht vertrauen, dass sie die Klappe hält. Aussetzen? Ja, darf einen Spaziergang im Vakuum machen. Ohne Raumanzug. (Und das von meiner Pazifistin.)

Ich war nicht die einzige, die von dem Benehmen angepisst war. Keiner der Stammspieler war davon begeistert. Ich hab für mich schon beschlossen, dass ich als Spieler nicht mehr mit ihr Spielen werde - glücklicherweise hat der SL mir später im Auto gesagt, dass er sie nicht mehr an seinem Tisch sehen will.

Dieses Wochenende leite ich wieder ein One Shot... und sie hat sich angemeldet. Und ich tue mich schwer, mich darauf zu freuen. Ich habe schon daran gedacht, die Runde abzusagen. Ein kleiner gemeiner Teil von mir, will die anderen Spieler eine Nachricht zukommen lassen, dass ich es nur für die Öffentlichkeit ausfallen lasse. Aber das ist eigentlich nicht mein Stil. Aber ich habe noch einen gewissen Grundgrollen ihr gegenüber und keine Lust, das Gespräch zu suchen.

Was meint ihr? (ich weiß, "GRÜN!" .... aber das hilft mir gerade nicht weiter)



28 Comments


Recommended Comments



Wo ist das Problem? Du willst nicht mit ihr spielen, dann sag ihr das und begründe deine Entscheidung.

Nur redenden Menschen kann geholfen werden.

Edited by Einskaldir
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Auch von mir. Rede mit ihr, sag was Dich stört. Ich vermute Dich hat der Verrat bzw. das konsequente gegen die Gruppe arbeiten gestört!? Ist sie einsichtig und ist bereit ihren Spielstil auf kooperatives Spiel anzupassen, gib ihr noch eine Chance. Will sie einfach konsequent ihren Stil durchziehen, sage ihr, dass Du unter diesen Umständen nicht mehr mit ihr spielen möchtest.

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vor 6 Minuten schrieb Einskaldir:

Wo ist das Problem? Du willst nicht mit ihr spielen, dann sag ihr das und begründe deine Entscheidung.

Nur redenden Menschen kann geholfen werden.

Danke. Eigentlich weiß ich, dass das korrekt ist. Aber manchmal muss man sich den Frust ein wenig von der Seele schreiben und man braucht einen Außenstehenden, der einem die Wahrheit sagt.

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Die anderen in der Gruppe sehen es ja offenbar ebenso wie Du, also bist nicht jetzt Du die Spielverderberin, das war schon sie mit ihrem Verhalten.

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Oh Mann, ich habe ihr eine Nachricht geschickt - nachdem ich meine Unterlagen für Kritik-Gespräche durchgeblättert habe. 

Ich- Aussagen, nicht Verallgemeinern, nicht Angreifen.... Mal schauen, was daraus wird.

 

Danke für Eure Unterstützung. Wie schon geschrieben, eigentlich weiß ich, was ich tun sollte. Hab nur einen Tritt in den Hintern gebraucht, um das Richtige zu tun.

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Ich hoffe, Du hast auch mal ganz schlicht nachgefragt, ob sie davon ausging, daß die Gruppe kein Problem damit haben würde, daß sie einen Gruppenfeind spielt.
Manche mögen sowas. Ich nicht, aber ich mag auch keine Kampfhandlungen und andere finden das gut. 

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vor 2 Minuten schrieb stefanie:

Ich hoffe, Du hast auch mal ganz schlicht nachgefragt, ob sie davon ausging, daß die Gruppe kein Problem damit haben würde, daß sie einen Gruppenfeind spielt.
Manche mögen sowas. Ich nicht, aber ich mag auch keine Kampfhandlungen und andere finden das gut. 

Ich habe nicht nachgefragt - meiner Meinung nach, sollte so etwas vorab erstmal mit dem SL geklärt werden und das war ich beim letzten Mal nicht.

Bei meinen One Shots habe ich beim Erklären der Regeln die Zielvorgabe für die Spieler klar dargestellt: Spaß haben, so lange es nicht auf Kosten des Spaßes anderer geht. Das ist dann eine lockere lustige Atmosphäre. Die Star Trek Kampagne ist hingegen eher ernst und unsere Charaktere kämpfen ums Überleben (eine Alternative Timeline, in denen die Klingonen den Krieg gegen die Föderation gewonnen haben.. und die Borg haben den ALpha- und Beta-Quadranten erreicht, es werden also bald ALLE ums Überleben kämpfen). 

Ich fände es nur höflich, wenn ich zu eine bestehende Gruppe dazu stoße, dass ich dann nicht gleich versuche, alle anderen Charaktere umzubringen. 

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Wer ist denn auf die Idee gekommen, dass sie eine feindliche Spionin spielen sollte - sie oder ihr? Das wäre jetzt für die Beurteilung auch wichtig zu wissen. 

Aber die anderen haben recht: Das muss außerhalb des Spieltisches geklärt werden. Das Wichtigste ist, dass Du sagst, dass der Abend so nicht besonders spaßig war, weder für Dich, noch für Viele der anderen. Star Trek ist meiner Meinung nach auch eher ein Game, das nicht auf Intrigen gegeneinander, sondern stark auf Kooperation der Chars setzt. Das bringt irgendwie der Hintergrund schon mit sich. 

Schade, dass es zwischen Euch allen so schief gelaufen ist.

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Komisch, bei den One-Shots hat es ja anscheinend funktioniert? Da ist wohl jemand vollkommen auf die falsche Schiene gekommen. Das Gespräch dürfte aufschluss- und hilfreich sein.

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vor einer Stunde schrieb Alas Ven:

Wer ist denn auf die Idee gekommen, dass sie eine feindliche Spionin spielen sollte - sie oder ihr? Das wäre jetzt für die Beurteilung auch wichtig zu wissen. 

 

" Besagte neue Spielerin hat beschlossen eine "feindliche" Spionin zu spielen"

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Sie hatte beschlossen, dass sie in die Sozialen Fähigkeiten einen Schwerpunkt legt, und der SL fragte Sie ob Sie dann eher Diplomatin oder Spionin wäre. Und sie hat sich spontan für Spionin entschieden. Den Hinweis, dass sie dann entscheiden sollte, für wen sie arbeitet. Da hat sie sich zunächst entschieden, dass sie ungebunden und freischaffend ist.... aber gespielt hat sie das als treue Klingonin (Haus Duras). Und sie hat sämtliche subtile und deutliche Hinweise vom SL ignoriert, dass sie sich gerade mit der Gruppe anlegt. Das war ihr schnurzegal.

Hab das Gefühl, sie wollte einfach, dass sich alles um sie dreht und dass es nach ihrem Kopf geht. 

 

Zitat

SL: Warum macht dein Charakter XYZ?

Spielerin: Das geht dich nichts an.

SL: Hey, verrate es mir einfach.

Spielerin: Nein!

SL: Ich bin der SL und ich muss das wissen um zu leiten. Wenn du es nicht laut sagen willst, dann schreib es auf einen Zettel.

Das mit dem "Nein!" hat den SL ziemlich fassungslos gemacht. Ich chauffiere ihn immer, und an dem Abend hat er auf der Rückfahrt das immer wieder aufgegriffen. 

 

 

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Auch wenn du nicht mehr mit ihr spielen willst, solltest du ihr sagen, warum und wie ihr Spiel bei euch angekommen ist. Dann kann sie wenigstens was daraus lernen.

Ich hätte auf so eine Spielweise auch keinen Bock, obwohl wir in unserer Gruppe auch schon viel Spaß mit Verrätern gehabt haben. Die haben allerdings gegen "die Sache" gearbeitet und versucht, die Gruppe da rauszuhalten. Außerdem haben sie sich mit ihren Intrigen teilweise neutralisiert. Aber gegen die Gruppe ... ätzend.

Ich würde vielleicht noch mal abwarten, ob sie das einsieht und was ändert, aber ich bin da auch nicht konsequent ... oder leide unter Spielermangel.

Doch an sich: Traue deinem Bauchgefühl.

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Meinem Verständnis nach liegt der Fehler schon ganz am Anfang (oder Du hast es nicht erwähnt). Was ist die Übereinkunft der Gruppe, wie gruppenkonform ein Charakter sein muss und wurde mit der Spielerin vorher drüber gesprochen? Ich kenne Spielrunden, in denen hat jede Figur eine hidden Agenda, die nicht gruppenkonform ist (z.B. wenn man eine Midgard-Runde mit Schwarzalben, schwarzen Hexern und finsteren Dämonenbeschwörern etc. spielt). Kann funktionieren.

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12 hours ago, Selinda said:

Das mit dem "Nein!" hat den SL ziemlich fassungslos gemacht. Ich chauffiere ihn immer, und an dem Abend hat er auf der Rückfahrt das immer wieder aufgegriffen.

"Nein" ist immer ein schlechtes Wort beim Rollenspielen - da du es aber angeschrieben hast - gab es den Text auf dem Zettel?

Und ich muss als SL nicht immer wissen was die Motivation hinter einer Aktion ist,... ich muss nur die Motivationen von meinen NSC wissen.

Ich bin auch schon mal einem Spieler begegnet der konsequent eine Figur gespielt hat, die ganze Gruppe hatte Probleme mit dieser Figur,... Anderes Spiel, andere Figur - der Spieler macht es wieder konsequent und es macht superspass. In der Regel sage ich mir immer jeder sollte eine zweite Chance bekommen. Und ja ich mache von dieser Regel aus Ausnahmen, manche bekommen nicht mal eine erste Chance. Du schreibst selbst das sie zweimal bei dir spielte und es gut war - nun war es einmal schlecht 2:1,...

Schlussendlich müsst ihr es selbst entscheiden wie ihr weiter verfahren wollt. Aber Kommunizieren sollte man das dann immer. Und klare Ansagen helfen da - und sei es nur weitere unangenehme Momente zu vermeiden wenn sie noch einmal anfrägt ob sie mitspielen kann.

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Zitat

und sie hat prompt unseren Verfolgern gesagt, das es bei der Explosion unseres Schiffes Überlebende gab. Der SL hat sie dann deutlich darauf hingewiesen, dass sie momentan darauf zusteuert, dass es zum Kampf zwischen ihr und uns kommen wird, wenn sie so weitermacht und ihr Charakter das vermutlich nicht überleben wird.

Hat der Charakter das in Anwesenheit der anderen Charaktere getan? Dann war das für die Verfolger doch wohl offensichtlich. Hat sie sich heimlich mit den Verfolgern verständigt, dann müssen die anderen Charaktere erst mal Verdacht schöpfen und ihr falsches Spiel bemerken. Da fehlt mir die Trennung zwischen Spieler- und Charakterwissen.

Ich sehe die Aufgabe des SL nicht darin, für gute Zusammenarbeit zwischen den SC zu sorgen, wenn ein Spieler seine Rolle anders sieht. Das ist Rollenspiel. Ich sehe die Aufgabe des SL auch nicht darin, einen Spieler zurecht zu weisen, dass er im Abenteuer aus der Reihe tanzt. Das ist Railroading. Ich hätte als SL die Spielerin mal beiseite genommen und sie neutral gefragt, ob sie diesen Kurs weiter fahren will und ansonsten dafür gesorgt, dass die anderen Spieler wirklich erst mal heraus finden müssen, dass sie einen Verräter in der Gruppe haben. So etwas kann auch sehr spannend und unterhaltsam sein.

Geheimaktionen einzelner Spieler sind bei uns selten aber nicht wirklich ungewöhnlich. Es liegt dann in der Entscheidung des Spielers, ob er den anderen mit teilt, was er gemacht oder was er erfahren hat. Spieler und SL gehen dafür gewöhnlich kurz in die Küche :)

Edited by Airlag

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P.S.: Wenn ein Spieler solches Verhalten ständig zeigt, auch mit unterschiedlichen Charakteren, dann wird es Zeit für die Überlegung, ob der Spieler überhaupt teamfähig ist und ob man mit diesem Spieler seine Freizeit verbringen möchte.

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vor 7 Stunden schrieb Irwisch:

"Nein" ist immer ein schlechtes Wort beim Rollenspielen - da du es aber angeschrieben hast - gab es den Text auf dem Zettel?

Und ich muss als SL nicht immer wissen was die Motivation hinter einer Aktion ist,... ich muss nur die Motivationen von meinen NSC wissen.

Ich bin auch schon mal einem Spieler begegnet der konsequent eine Figur gespielt hat, die ganze Gruppe hatte Probleme mit dieser Figur,... Anderes Spiel, andere Figur - der Spieler macht es wieder konsequent und es macht superspass. In der Regel sage ich mir immer jeder sollte eine zweite Chance bekommen. Und ja ich mache von dieser Regel aus Ausnahmen, manche bekommen nicht mal eine erste Chance. Du schreibst selbst das sie zweimal bei dir spielte und es gut war - nun war es einmal schlecht 2:1,...

Schlussendlich müsst ihr es selbst entscheiden wie ihr weiter verfahren wollt. Aber Kommunizieren sollte man das dann immer. Und klare Ansagen helfen da - und sei es nur weitere unangenehme Momente zu vermeiden wenn sie noch einmal anfrägt ob sie mitspielen kann.

In einer Spielwelt, in denen es Empathen und Telepathen gibt, die die Motivation anderer problemlos "sehen" können, gibt es durchaus Momente, wo der SL die aktuelle Motivation abfragen sollte. Und ja, sie hat dann die Antwort auf einen Zettel geschrieben. War auch nicht das einzige Mal, wo sie den SL nix verraten wollte.

"Wo macht dein Charakter jetzt?" "Ist meine Sache." "Okay... dann mache ich bei den anderen weiter."

Und das mit den zweiten Chancen... ja, in der Regel gebe ich gerne zweite und dritte und auch mal vierte Chance. Ich frag mich halt, ob ich einen Spieleabend riskieren will, wo dann evtl. 6 andere Personen dann wieder weniger Spaß haben (zwei davon sind Neulinge, die noch nie bei uns gespielt haben - doe kriegen dann einen schlechten Eindruck von der Gruppe... wenn das auch noch komplette Rollenspielneulinge sind, dann verleiden wir denen dann eventuell das Hobby). Was ist mit den Spielern auf der Warteliste? Wäre es nicht fairer, denen eine (erste) Chance zu geben, während wir das mit Problemspielerin abseits des Spieltisches klären?

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vor 7 Stunden schrieb Airlag:

Ich sehe die Aufgabe des SL nicht darin, für gute Zusammenarbeit zwischen den SC zu sorgen, wenn ein Spieler seine Rolle anders sieht. Das ist Rollenspiel

Das würde ich in der Allgemeinheit so nicht stehen lassen wollen. Wenn es nicht ausdrücklich erwünscht ist / gefördert wird ist Rollenspiel ein kooperatives Spiel und PvP ein Problem. 

Als "relativer Neuling" würde ich einen derartigen Spielstil nicht ohne Absprache mit GM und PCs einbringen: Intrige und Verrat sind interessant und können das Spiel bereichern. Aber ungefragt begibt man sich in Opposition zur Gruppe. 

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vor 6 Stunden schrieb Airlag:

 

Hat der Charakter das in Anwesenheit der anderen Charaktere getan? Dann war das für die Verfolger doch wohl offensichtlich. Hat sie sich heimlich mit den Verfolgern verständigt, dann müssen die anderen Charaktere erst mal Verdacht schöpfen und ihr falsches Spiel bemerken. Da fehlt mir die Trennung zwischen Spieler- und Charakterwissen.

Ich sehe die Aufgabe des SL nicht darin, für gute Zusammenarbeit zwischen den SC zu sorgen, wenn ein Spieler seine Rolle anders sieht. Das ist Rollenspiel. Ich sehe die Aufgabe des SL auch nicht darin, einen Spieler zurecht zu weisen, dass er im Abenteuer aus der Reihe tanzt. Das ist Railroading. Ich hätte als SL die Spielerin mal beiseite genommen und sie neutral gefragt, ob sie diesen Kurs weiter fahren will und ansonsten dafür gesorgt, dass die anderen Spieler wirklich erst mal heraus finden müssen, dass sie einen Verräter in der Gruppe haben. So etwas kann auch sehr spannend und unterhaltsam sein.

Geheimaktionen einzelner Spieler sind bei uns selten aber nicht wirklich ungewöhnlich. Es liegt dann in der Entscheidung des Spielers, ob er den anderen mit teilt, was er gemacht oder was er erfahren hat. Spieler und SL gehen dafür gewöhnlich kurz in die Küche :)

Okay, hier die Situation des ersten Verrats:

Die Tempest (unser schwer beschädigtes Raumschiff, ein großes, modifiziertes Cardassianisches Shuttle, mit einem Klingonischen Tarnvorrichtung, die wir gerade repariert hatten) war auf der Flucht.

An Bord sind die meisten Crewmitglieder schwer verletzt, bei Bewusstsein sind lediglich unser Ingenieur Quen'Tin (ein Ferengi, dem bei einer Explosion, die er selbst verursacht hatte die Ohren abgerissen wurden, nicht das erste Mal, wo er sich fast selbst gesprengt hatte), unser Pilot Wes Shoma (ein Mensch, ex-Sternenflotte, evtl. Connection zu Sektor 31, funktionierender Alkoholiker), mein XO Marc Watts (ebensfalls Mensch, ex-Sternenflotte, definitive Connection zu Sektor 31) und Captain Rowann Rin (Halb-Vulkanierin/Halb Betazoidin, mein Charakter - Telepathen werden seit dem Krieg sehr kontrolliert, man traut denen nicht über den Weg. Rowanne hat sich einen Kontroll-Chip einsetzen lassen müssen, die Alternativen waren dass ihre Fähigkeiten mit Drogen außer Kraft gesetzt werden oder eine Teil-Lobotomie). 

Uns heiß auf den Fersen waren ein paar Klingonische Bird-Of-Prey (man hat uns die Vernichtung eines Cardassianischen Außenpostens in die Schuhe geschoben). In einem Asteriodenfeld im Machtbereich des Orion Syndikates haben wir unsere Verfolger kurz abgeschüttelt und die Tarnvorrichtung repariert und angeschaltet. Wir haben keine Waffen, keine Langstreckensensoren und minimale Schilde. Wir brauchen dringend einen halbwegs sicheren Hafen für Reparaturen. Am dringesten sind die Replikatoren - Wasser und Nahrung sind sehr knapp. 

Sonta, die Klingonische Spionin (Charakter von Problemspielerin) und Doctor Val (eine Aenar (= weiße Andorianerin, blind, Telepathin) Charakter einer Spielerin, die schon seit Jahren in anderen Runden mitgespielt hat, aber in der Star Trek Runde ist sie ebenfalls das erste Mal dabei) sind beide auf einem kleinen Minen-Raumstation und unterhalten sich. Sie haben beobachtet, wie unser Shuttle sich getarnt hat, und sehen wie 2 Bird-Of-Prey die Gegend absuchen. Doctor Val sendet von einem Wandterminal eine Allgemeine Nachricht, mit den Koordinaten der Raumstation, nachdem sie bemerkt, dass die Bird-Of-Prey anscheinend eine Möglichkeit haben telepathische Fähigkeiten zu blockieren. Nachdem die Klingonen endlich abziehen, versuchen wir auf die Nachricht zu antworten. Leider hat unser Ingenieur mal wieder Würfelpech und die Tempest gibt ein Nachrichten-Leuchtfeuer von sich. Ein drittes Bird-Of-Prey enttarnt sich und schießt die Tempest zu Klump. Unser Shuttle ist nur noch ein Wrack und nur den hervorragenden Fertigkeiten unseres Piloten, gehen wir nicht in Flammen auf, als wir auf einem Asteroiden "aufprallen" (er hat es geschafft unsere Landung geschickt zu tarnen). Wir setzen unsere Helme auf und verlassen mit den Habseligkeiten, die wir zur Hand haben schleunigst das Schiff, falls die Klingonen sichergehen wollen, dass niemand überlebt hat.

Nachdem die Klingonen dann endlich weg sind, ist auch das Unterdrückungsfeld verschwunden und Doctor Val und Captain Rowanne können telepathischen Kontakt aufbauen. Doctor Val verspricht telepathisch Hilfe. Laut sagt sie, dass sie als Ärztin sichergehen muss, ob es vielleicht doch Überlebende gab. Sie überredet einen Erzschürfer, der ein kleines Shuttle fliegt, das Wrack zu bergen, zumindest zum Teil, und sie mitnehmen soll. Noch bevor Val aufbricht, beschließt Sonta, die Klingonen zu rufen, und sagt denen, dass sie ihren Job nicht korrekt ausgeführt haben, weil es Überlebende gab. Okay, sie hat im Nachhinein behauptet, dass sie dafür in einen anderen Raum gegangen ist - aber sie war mit einer Telepathin in einem Raum. Aber okay, gehen wir also davon aus, dass alle Spielercharaktere keine Ahnung haben.

Während Doctor Val und ihr freundlicher Helfer unterwegs sind zum Asteroidenfeld, tauchen die 3 Bird-Of-Prey wieder auf. Nachdem sie herausgefunden haben, wer genau sie beleidigt hat, mit der Behauptung sie hätten schlampig gearbeitet, scannen sie erneut das Wrack der Tempest. Schießen nochmal drauf und verschwinden wieder. Es ist nur sehr viel Glück und eine Mischung aus Technik und Telepathie (unser Ingenieur kann auch kritische Erfolge würfeln) zu verdanken, dass der Rest von uns nicht entdeckt wurden und überlebt haben. Wir landen schließlich auf der Raumstation und hatten unterwegs Zeit, die merkwürdige Rückkehr der Klingonen zu besprechen. Irgendeinen Grund muss es gegeben haben, dass sie zurückkommen und nochmal alles absuchen, bzw. auf das Wrack der Tempest schießen. Von alleine kommen die nicht auf diese Idee, irgendwer muss denen den Floh ins Ohr gesetzt haben (wir haben ehrlich versucht, kein Metagaming zu betreiben). Doctor Val ist natürlich, die erste Verdächtige, kann aber dank telepathischer Verbindung glaubhaft versichern, dass Sie niemanden verraten hat, dass sie wusste, dass wir noch am Leben waren. Auch der Erzschürfer war schnell von der Liste der Verdächtigen, da er nur an dem Wrack interessiert war. Die einzige Person, die durch Doctor Val eventuell auf den Gedanken gekommen ist, dass es hier noch etwas interessantes gibt, ist Sonta. Wir bringen unsere verletzte Crew zur medizinischen Abteilung, wo sich Doctor Val um sie kümmert. 

Kaum sind wir angekommen, kommt Sonta auf die Idee, zu Luxious, der orianischen Leiterin der Raumstation, zu gehen und ihr von den Neuankömmlingen zu erzählen (nein, fragt nicht, woher die Klingonin wusste, dass wir da waren). ... Aber hier beginnt Backstabbing Nummer 2 und 3.

Wie gesagt, wir haben versucht, kein Metagaming zu betreiben und wir haben nicht einfach grundlos die Gedanken anderer gelesen. Erst als wir zum Ende des Spielabends versucht haben, herauszufinden, wem wir trauen können, hat sie von alleine erzählt, was sie getan hat: Dass sie ihrer Familie erzählt hat, (Haus Duras, somit auch der Klingonischen Geheimdienst), das die Crew der Tempest überlebt hat, und auch den 3 Bird-Of-Prey, die uns verfolgt hatten. Wir Spieler müssen also nicht metagamen ihr Character hat uns alles brettlbreit erzählt.

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vor 15 Minuten schrieb thomasjunk:

Das würde ich in der Allgemeinheit so nicht stehen lassen wollen. Wenn es nicht ausdrücklich erwünscht ist / gefördert wird ist Rollenspiel ein kooperatives Spiel und PvP ein Problem. 

Als "relativer Neuling" würde ich einen derartigen Spielstil nicht ohne Absprache mit GM und PCs einbringen: Intrige und Verrat sind interessant und können das Spiel bereichern. Aber ungefragt begibt man sich in Opposition zur Gruppe. 

Wie gesagt, bei mir gilt: Spaß haben, so lange es nicht auf Kosten des Spaßes anderer geht. 

Ich könnte auch sagen, haltet euch an Wheaton's Law: Don't be a ****! (Selbstzensur)

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vor 9 Stunden schrieb Leachlain ay Almhuin:

Meinem Verständnis nach liegt der Fehler schon ganz am Anfang (oder Du hast es nicht erwähnt). Was ist die Übereinkunft der Gruppe, wie gruppenkonform ein Charakter sein muss und wurde mit der Spielerin vorher drüber gesprochen? Ich kenne Spielrunden, in denen hat jede Figur eine hidden Agenda, die nicht gruppenkonform ist (z.B. wenn man eine Midgard-Runde mit Schwarzalben, schwarzen Hexern und finsteren Dämonenbeschwörern etc. spielt). Kann funktionieren.

Es wurde nicht explizit gesagt, dass Antagonisten unerwünscht sind. Es wurde aber klar herausgestellt, dass wir als Team unterwegs sind, dass die Klingonen den Krieg gegen die Föderation gewonnen hat (und nicht wie im normalen Star Trek Universum in einem Freidensabkommen endete) und dass wir ex-Sternenflotten-Offiziere, bzw. Neutrale Charaktere spielen (Ferengi, Cardassianer, Romulaner). Als sie gesagt hat, dass sie eine Klingonin spielen will, hat der Sl extra nochmal betont, dass das Verhältnis zu den Klingonen sehr schwierig ist und dass sie sich angstrengen muss, damit sich ihr Charakter in die Gruppe integriert. 

Bei uns haben fast alle Charaktere noch eine eigene Agenda, von denen ein paar sowohl Spielern sowie Charakteren bekannt sind, manche Verknüpfungen sind nur uns Spielern bekannt. Z.B. die beiden Menschen haben Verbindung zu Sektion 31 (das ist allgemein bekannt) - was Captain Rowanne nicht weiß, ist das der Pilot Wes den Photonentorpedo abgefeuert hatte, der ihr erstes Schiff (die USS Thunderchild) zerstört hat. Rowanne hatte eine heiße Affäre mit einem Top-Agenten des Obsidianischen Ordens, dieser ist zur Zeit verschollen bzw. alle Indizien deuten darauf, dass er getötet wurde. Sie hat einen ehemaligen Bajoranischen Rebell um einen Gefallen gebeten, das zu untersuchen (die Affäre und der Tod ist allgemein bekannt, der Auftrag an den Bajoraner nur den Spielern). Unser Cardassianisches Crewmitglied ist ein Agent des Obsidianischen Ordens (was aber wieder nur wir Spieler wissen). Und dem allen zum Trotz funktioniert unsere Gruppe, weil die Charaktere NICHT gegen die Gruppe agieren, vor allem, wenn das Würfelpech uns genug Probleme verursacht. 

Übrigens: Was weder Spieler noch Charaktere (inklusive dem betroffenen Charakter selbst) wissen, ist, dass meine Rowanne von einer telepathischen Entität (Armus, ist bei uns die Verkörperung aller bösen Gedanken und Emotionen der Wechselbälger) besessen ist, der sie gerade auf einen langen Pfad in die Dunkelheit führen wird. Es ist noch nicht absehbar, ob das Gute in ihr stark genug sein wird, darüber zu triumphieren, oder ob ihre Crew es früh genug merkt um ihr helfen zu können (sie weiß ja momentan nicht einmal selbst, dass dieses Problem existiert). Dieses ist mit dem SL natürlich im Vorfeld abgeprochen und war die einzige Möglichkeit gewesen, das Leben ein anderen Crewmitglieds (ohne sein Wissen) zu retten. Wer sich ein wenig mit den Marvel-Comic-Büchern auskennt, erkennt hier vielleicht die Phönix-Saga wieder. Ja, das ist Absicht ;)

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Ich muss die Frau ja jezt auch nicht irgendwie verteidigen. Vieleicht ist sie ja als Kind mal zu Heiß gebadet worden,...

1 hour ago, Selinda said:

Ich frag mich halt, ob ich einen Spieleabend riskieren will, .... . Was ist mit den Spielern auf der Warteliste? Wäre es nicht fairer, denen eine (erste) Chance zu geben, während wir das mit Problemspielerin abseits des Spieltisches klären?

Dein Entschluss - denn so sehe ich das - ist völlig legitim,... aber wenn du das wort fair benuzt dann solltest du auch ihr gegenüber fair sein und ihr sagen "wegen unserem Star Treck leztens möchte ich dich da nicht dabei haben" (das wurde ja oben auch schon von anderen angesprochen).

Was mich nur irritiert hatte war das du ja auch schon nicht-negative erlebnisse mit ihr hattest.
Ich denke du bekommst das geregelt!

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