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Eleazar

Pädagogischer Nutzen von Rollenspielen z.B. in Jugendzentren

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Angeregt von diesem Strang:

http://www.midgard-forum.de/forum/showthread.php?t=27263

möchte ich mal Beispiele und Gedanken zum pädagogischen Nutzen von Fantasy-Rollenspielen z.B. in der Jugendarbeit z.B. in Freizeitzentren sammeln.

 

Es geht mir zuerst einmal ums Sammeln und Erläutern solche Argumente und weniger um die Diskussion darüber, ob sie stichhaltig sind oder nicht oder doch.

 

Kurz und knapp: Welche Argumente kann man einem Sozialpädagogen im Jugendzentrum nennen, warum er eine Rollenspielrunde anbieten sollte.

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Online-Rollenspiele sind bei vielen Jugendlichen sehr beliebt. P&P Rollenspiel kann an diesem Interesse an Fantasy und imaginärem Abenteuer anknüpfen. Jugendliche können zum Besuch eines JuZes motiviert werden, wo sie vielfältigere und umfangreichere soziale Kontakte knüpfen könnten, als Zuhause vor dem Bildschirm.

 

Durch die Teilnahme eine Pädagogen könnten diese sozialen Kontakte begleitet werden.

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Die Spieler lernen durch eine pädagogische Begleitung im Spiel und im Nachdenken über das Spiel alternative Verhaltensweisen kennen. Solches Verhalten kann spielerisch ausprobiert werden.

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Die Spieler, insbesondere die Spielleiter erhalten eine Anreiz, ihre Phantasie zu nutzen, um sich Abenteuer auszudenken und eigene Spielwelten zu entwerfen. Dazu entwickeln sie selbst die Motivation zu lesen, zu schreiben, zu planen ...

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Wenn ein spielender in seinem Spiel versinkt, taucht er in den Intermediärrraum ein. Ein Raum zwischen Fantasie und Realität. Die Fantasie wirkt verändernd auf die äußerene Gegebenheiten ein und die erfahrene Wirklichkeit regt wiederum die Fantasie an.

 

"Das Merkwürdige an dieser Spielverlorenheit ist, dass sich der Bezug zur äußeren Realitit darin eher intensiviert, als dass er abhanden kommt: Der Kreative findets seine kreativen Lösungen, inderm er seine Fantasie unermüdlich um di anstehenden Probleme kreisen lässt."(Schiffer 2001, S.51)

 

Probleme werden gelöst, die verschiedensten Situationen gemeistert. Der Spielende erlebt die Welt als Herrausforderung und erfährt die Handhabbarkeit, die wichtige Teilkomponente des Kohärenzgefühls ist.

 

(Kohärenzgefühl= Gefühl das nach der Gesundheitslehre entscheidet, ob äußere Belastungen als bedrohlicher Stress, nervend, ermüdend, überflüssig und ärgerlich wahrgenommen werden oder als Herausforderung, die gemeistert werden kann und vielleicht auch noch Spaß macht)

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Das Spiel, die Welt regt vielleicht die Neugier an, sich mit irdischen historischen und kulturellen Vorbildern zu beschäftigen und auseinander zu setzen.

 

Wie lebten die Leute damals?

Was glaubten sie?

Welche technischen Errungenschaften hatten sie?

Welche Kräuter setzten sie wie ein? (Vergleich der tatsächlichen mit der geglaubten Wirkung)

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Ich denke P&P-Rollenspiel fördert vielfach auch den sprachlichen Ausdruck, da man ja lernen muss, sich so zu artikulieren, dass es auch alle anderen verstehen.

 

Man muss frei vor anderen reden, um am Spielgeschehen teilzunehmen und um mitwirken zu können.

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Ersatzhandlungen ist ein Fachbegriff aus dem Deutschunterricht und bedeutet, dass man ersatzweise zu eigenen Handlungen auch aus Handlungen, die man in eine Lektüre liest, was lernen kann.

 

Im Prinzip gilt das Gleiche auch für das Rollenspiel, wobei hier natürlich die Aufgabe des Pädagogen darin läge, die Aufmerksamkeit auf bestimmte Punkte zu richten.

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Die Spieler müssen auch ein komplexes Regelwerk verstehen und anwenden. Man kann davon auch allgemein etwas zu Modelltheorie, Statistik, Wahrscheinlichkeitsrechnung, Erwartungswerten lernen - sehr viel Realitätsbezug dabei. Rollenspiel hat mir sehr, sehr viel zum Umgang mit Risiko beigebracht.

 

Das ganze Rollenspiel findet ja eigentlich in einem kontinulierlichen Dialog statt. Also: Sprache. Außerdem in einer Gruppe. Also: soziales Verhalten. Wer spricht wann. Wie entscheidet die Gruppe. Wer macht was. Die Figuren haben unterschiedliche Profile, jeder kann etwas besonders gut und besonders schlecht. Es geht - meistens - nur kooperativ vorwärts. Ein ganz wichtiger Lerninhalt. Jeder Spieler, jede Figur, bekommt ihre fünf Minuten im Rampenlicht.

 

Rollenspiel ist auch eine wunderbare Möglichkeit, Konflikte auszutragen bzw. Konfliktlösungsstrategien zu lernen. Gewalt führt ja meistens recht bald zur Bekanntschaft mit dem "W6 wie lange Du noch lebst" oder den verschiedenen Möglichkeiten, Gliedmaßen mehr oder weniger permanent zu verlieren...

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@ Eleazar:

 

Ich kenne jemanden in einem benachbarten Forum, der seine Sozialpädagogik-Diplomarbeit über das Thema geschrieben hat. Wenn es Dich interessiert, kann ich Dir per PM Forum und Forumsnamen nennen, er würde Dir sicher eine Kopie per E-Mail zukommen lassen (meine ist irgendwo auf meiner Festplatte vergraben).

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@ Eleazar:

 

Ich kenne jemanden in einem benachbarten Forum, der seine Sozialpädagogik-Diplomarbeit über das Thema geschrieben hat. Wenn es Dich interessiert, kann ich Dir per PM Forum und Forumsnamen nennen, er würde Dir sicher eine Kopie per E-Mail zukommen lassen (meine ist irgendwo auf meiner Festplatte vergraben).

 

Ja, gerne.

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Rollenspieler haben meiner Ansicht nach immer Vorteile bei einem Berufsstart und auch später im Berufsleben.

 

- bei den meisten Assessment Centern gibt es Rollenspiele

- Vorteil bei Verhandlungen, da ähnlich Situationen bei einem Rollenspiel auftreten (Auftrags/Gehaltsverhandlungen, Einkaufsverhandlungen/Kauf von Ausrüstung)

- Verbesserung der Ausdrucksweise und Schlagfertigkeit

- Erlernen des Umgangs von ungewohnten Situationen (Vorstellungsgespräch, Firmenpolitik, Mobbing) und die Selbstverständlichkeit auch in scheinbar ausweglosen Situationen nach einer Lösung zu suchen.

- Arbeiten im Team

usw usw

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Auch wenn das Thema wohl schon seit geraumer Zeit nicht mehr diskutiert wird, komme ich nicht drum herum, einen wie ich finde unglaublich essentiellen und wichtigen Aspekt anzumerken: Empathie!

 

Nirgendwo lernt man so gut sich in andere Persönlichkeiten hinein zu versetzen wie beim Rollenspiel. Ich selbst habe viel von Markos von Eichbaum, dem faschistischen Ordenskrieger, der alle Ungläubigen und "Untermenschen" gen Hölle sandte, sobald er sie erblickte, eine Menge gelernt. Eine zwar für mich arg ungewohnte Perspektive, aber sie hat mich gelehrt, was derlei Menschen so anziehend finden an einem autoritären, glaubensfanatischem Weltbild.

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Ja, überhaupt die Folgen, die sich daraus ergaben, das man gelernt hat, dass man in die Rolle eines anderen schlüpft und die Situation aus der Sicht DIESER Person betrachtet. Das ist vielen völlig fremd!

 

In der Firma bei uns heißt das "kundenorientiertes Denken". Wenn man das nicht hat, kannst du auch nichts verkaufen.

 

In unser egoistischen Ellenbogen-Gesellschaft ist das wohl schwer geworden, dass man seine geplanten Aktionen überdenkt, in dem man sich sagt, wie kommt das bei meinem Gegenüber eigentlich an. Wie denkt der denn? Schlüpf mal in die Rolle deines Gegenüber!

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