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Woher kommt die Veränderung des Systems Midgard?


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Kann es sein, dass sich das System Midgard so verändert hat, wie es das tat, weil sich auch die Gesellschaft verändert hat?

Vor über 30 Jahren war die Gesellschaft ja weniger divers, Rassismus, Sexismus wurden anders betrachtet/bewertet und wenn ich mir das heutige M5 anschaue, wo eben alle Figuren alle Fertigkeiten lernen können, nur bei Zauber*innen gibt es noch eine Einschränkung, man macht sich Gedanken über die Sprache und die Kulturen, um weniger rassistische/sexistische Klischees warmzuhalten.

Bei M3 gab es noch die deutlichere Trennung, wer was lernen konnte (quasi Klassismus im Rollenspiel) und auch zu geringe Eigenschaftswerte schränkten da die Möglichkeiten ein. Bei M5 ist das schon mehr "demokratisiert".

Falls jemand meint, das müsse verschoben werden, bitte gerne! Mir scheint es hier erst einmal hinzupassen.

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Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Eingangsfrage beantworten lässt, weil ich nicht sicher bin, ob sie zutreffend gestellt ist. Denn in letzter Konsequenz würde es bedeuten, dass es zu Zeiten von M1 bis M3 (oder auch M4) eine Gesellschaft gegeben hat, die sich bereitwilliger in Kategorien einteilen ließ und Vorgaben befolgte. Das würde ich - rein subjektiv - verneinen.

Meiner Meinung nach hat sich nicht die Kategorisierung durch die Gesellschaft geändert, sondern die Kategorien und ihre Bewertung. Dies könnte sich durchaus auch in der Spielgestaltung widerspiegeln. Aber das ist eine so vage Aussage (und auch Grundlage einer Veränderung, denn als Autory handelt und bewertet man ja automatisch subjektiv), dass ich eigentlich einen anderen Veränderungsgrund vermute: weniger Furcht (falls dies überhaupt der richtige Begriff ist) vor souveränen Regelentscheidungen der Spielys. Waren die frühen Regeln noch sehr streng in ihren Aussagen, hat sich das nun zugunsten eines gewissen Entscheidungsspielraums verändert. Die potenziellen Möglichkeiten der Spielys werden erhöht, was insofern kein Problem ist, da diese dennoch auch weiterhin nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen können (EP-Mangel bleibt bestimmend). Der Steuerungsmechanismus der Figurenentwicklung wird spielzeitlich also nach hinten verlagert, weil dies zu weniger Enttäuschungen zu Beginn (Figurenerstellung) führt, da ein Spiely stets weiß, dass im zukünftigen Spiel zumindest theoretisch die meisten der Entwicklungen möglich sind.

Edited by Prados Karwan
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vor einer Stunde schrieb Jürgen Buschmeier:

Kann es sein, dass sich das System Midgard so verändert hat, wie es das tat, weil sich auch die Gesellschaft verändert hat?

Ich sehe ähnliche Veränderungen im übrigen auch in anderen Systemen auch in anderen (aka ausserhalb "der deutschen") Gesellschaften.

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Ich halte es beim Vergleich mit den Entwicklungen im Rollenspiel für überzogen, das auf Veränderungen in der Gesellschaft zurückführen zu wollen, insbesondere wenn man berücksichtigt das Rollenspiele ein im Vergleich noch relativ junges Genre sind. Man kann höchstens davon sprechen, dass beides in eine positive Richtung geht. 

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vor 11 Minuten schrieb Randver MacBeorn:

Ich halte es beim Vergleich mit den Entwicklungen im Rollenspiel für überzogen, das auf Veränderungen in der Gesellschaft zurückführen zu wollen, insbesondere wenn man berücksichtigt das Rollenspiele ein im Vergleich noch relativ junges Genre sind.

Das einzig beständige ist der Wandel.

Ich finde das sich die Gesellschaft in den lezten Jahrzehnten schon stark geändert hat und denke das Veränderungen immer schneller kommen.

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Ich glaube, dass viele der Änderungen nichts mit den Änderungen in der Gesellschaft zu tun haben, sondern eher damit, dass einige Spieler immer unzufrieden waren, dass sie ihr Lieblingscharakterkonzept nicht umsetzen konnten. Auch kam die zufallsbestimmte Charaktererschaffung in den 1990ern aus der Mode. D&D hat schon mit 3e viele Beschränkungen aufgehoben und sie mit jeder weiteren Edition weiter reduziert. DSA hat mit DSA4 die bisherige zufallsbestimmte Charaktererschaffung durch ein Kaufsystem mit festen Paketen ersetzt und ist später mit DSA5 zu einer vollkommen freien Charaktererschaffung gewechselt, wodurch jetzt Charaktere möglich waren, die selbst in DSA4 in möglich gewesen wären.

M5 hat zwar viele Beschränkungen von M4 abgeschafft, aber hängt den von den Branchenriesen gesetzten Trend zur größtmöglichen Freiheit in der Charaktererschaffung und -entwicklung noch deutlich hinterher.

Auch sonst gibt es einen Trend zur Vereinfachung und Vereinheitlichung der Regeln.

Einige Änderungen haben aber schon etwas mit den Änderungen in der Gesellschaft zu tun. Zum einen sind Rollenspiele in den letzten jahren zum Teil des Mainstreams geworden. Dies hat auch dazu geführt, dass bestimmte Gruppen genauer hinschauen, was da gemacht wird, und deren Druck hat gerade bei D&D einige Änderungen erzwungen.

Aber gleichzeitig erleben wir schon seit längerer Zeit eine Art Rückbesinnung auf die Ursprünge. Gerade sogenannte Old-School-Rollenspiele, die auf früheren Editionen bekannter Rollenspiele (hauptsächlich D&D, aber auch von anderen Systemen, die zum Teil sehr lange nicht mehr erhältlich waren) basieren, erfreuen sich wieder großer Beliebtheit.

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