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Pegasus goes Midgard (Gründe für die Übernahme - wir spekulieren)

Hervorgehobene Antworten

Zeit: 25.12.2025 um 13:01, Meeresdruide schrieb:

Dass man Midgard übernimmt, war ja nicht geplant. Aber ich gehe davon aus, dass die Ausgaben für Midgard (PTGs, weiterer Redakteur) als Anschubfinanzierung gesehen werden und man langfristig schon auf mindestens eine "schwarze Null" kommen will (oder muss, damit das Finanzamt nicht meckert). Dazu braucht man, wenn man fest angestellte Redakteure bezahlen möchte, einfach mehr Umsatz als Frankes und muss daher neue Käuferschichten ansprechen. Aber den großen Reibach macht man mit Rollenspielen nicht, auch nicht mit Kennerspielen, sondern mit Familienspielen und vor allem Sammelkarten.

Das ist alles zutreffend, denke ich, trotzdem ist Querfinanzierung auch nichts schrecklich Ungewöhnliches in Unternehmen und erfolgt sicherlich nicht nur aus altruistischen oder sozialem Engagement heraus. Rollenspieler sind im Durchschnitt durchaus finanzkräftig und ein guter Ruf im Rollenspielbereich lockt sicherlich auch welche zu den Brettspielen usw. Es geht mitunter auch darum ein Image auszubauen bzw. die Marke Pegasus und ihr ein Profil für breite Käufersichten zu geben, da machen sich ein paar Rollenspiele im Portfolio sicherlich gut. Wer mehrfach den Preis Spiel des Jahres gewonnen hat, kann auch ein paar Euro in Werbung und Markenpflege investieren und sich im Spielesektor wettbewerbsgünstig positionieren.

Man muss da auch den Aspekt Risikomanagement sehen. Wenn Du ein reiner Brettspielladen bist, dann hängst Du halt 100% daran, ob Du ein Spiel des Jahres kriegst oder nicht. Das macht einen Unterschied wie Tag und Nacht. Bei derart - und zwar effektiv zufällig! - schwankenden Umsätzen ist es unglaublich schwer, die "richtige" Fixkostenstruktur festzulegen. Was ist zu viel und trägt sich langfristig nicht? Was ist zu wenig und Dir entgeht so vielleicht ein Spiel des Jahres? Eine weniger schwankende, wenn margenschwächer, dann aber doch stetigerer, Unternehmensbereich kann da einen gewissen Sinn ergeben, auch wenn er im Verhältnis weniger einbringt.

  • 9 Monate später...
Vor 20 Minuten, Eleazar schrieb:

Startet jetzt hier eine Diskussion? Ich halte den Gedanken jedenfalls nicht für ableitbar: Die Unterschiede durch die Abzweigung in der Geschichte vor tausenden von Jahren sind doch in jedem Falle viel größer, als wenn jetzt plötzlich einfach auf der M5-Midgard-Welt die Orks aussterben würden. Daran kann man es wohl definitiv nicht aufhängen.

Wenn überhaupt könnte man überlegen, ob insgesamt auf einer Meta-Ebene Designentscheidungen gefällt werden, die unabhängig von einzelnen, kleinen Entscheidungen insgesamt einen großen Unterschied ausmachen. Dann wäre die eigentlich interessante Frage nicht: "Haben wir Orks oder nicht?", sondern "Wollen wir ein Volk wie die Orks haben oder nicht?", "Wollen wir Abenteuer ermöglichen, in denen XY möglich ist oder nicht!" usw.

Dass sich Damatu von Midgard erst mal deutlich unterscheidet, ist doch sogar wünschenswert. Sonst hätte man gleich bei Midgard bleiben können, wenn da nur ein paar marginale Dinge geändert wären. - wie zum Beispiel Namen.

Welchen Gedanken hälst du nicht für ableitbar? Verstehe nicht genau.

Generell bewirbt sich M6 ja als Nachfolger, wodurch selbstverständlich Spieler Erwartungen haben, dass man bisherige Regel- und/oder Spielwelt-Elemente in irgendeiner Form wiederfindet.

Man könnte in diesem Sinne auch fragen: Wenn man nicht wirklich bei Midgard (regeltechnisch und/oder spielweltmäßig) bleiben möchte, warum dann nicht gleich ein unabhängiges System entwickeln, das sich nicht als Nachfolger präsentiert?

Vor 4 Minuten, Dracosophus schrieb:

Man könnte in diesem Sinne auch fragen: Wenn man nicht wirklich bei Midgard (regeltechnisch und/oder spielweltmäßig) bleiben möchte, warum dann nicht gleich ein unabhängiges System entwickeln, das sich nicht als Nachfolger präsentiert?

Müssen wir das jetzt wirklich zum 74. Mal durchkauen? Das Unterforum "Übergang zu M6" ist voll von solchen Diskussionen. Und du kennst die Antwort: Midgard sollte nicht mit Frankes in die Rente gehen. Deswegen wurden die Rechte an Pegasus weitergegeben. Mit der Vereinbarung, auf einer neuen Welt zu beginnen. Welche Gründe Pegasus dafür hatte, da mitzuspielen, wurde ebenfalls recht ausführlich erörtert / spekuliert. Im selben Unterforum.

Persönlich finde ich den Weg, eine neue Welt spielbar zu machen, sehr gut. Bisher bestand das "Multiversum" Midgards nur aus Midgard und dem inoffiziellen Myrkgard. Da kommt eine neue Welt doch gerade recht!

Vor 1 Minute, Eleazar schrieb:

Den Gedanken, dass man darüber nicht diskutieren will.

[...]

Bist du dir sicher? Lies die Antwort von @Hornack Lingess darüber...

@Hornack Lingess führt letztendlich situative Meta-Gründe als Begründung an und hält das Ganze damit für beantwortet. Ist es aber nicht: Wenn man als Designer/Entwickler etwas erbt oder fortführt, kann man sich halt nicht so frei kreativ ausleben, als wie wenn man etwas Unabhängiges schafft.

Vor 3 Minuten, Eleazar schrieb:

[...]

Der ganze Rest ist die Gretchenfrage, über die wir uns schon so oft die Köpfe heißgeredet haben und die wohl so gut wie jeder für sich anders beantwortet.

Ich hätte ja bei der Spielwelt einen radikalen Neuansatz (Rückseite von Midgard; andere neue Mittelwelt) für besser gehalten. Wenn schon was anderes, dann eben auch total und mit vollkommen neuer Karte. Dann hätte man die meiste Originalität für sein Geld bekommen.

Bezüglich der Regeln wäre ich hingegen gern viel weiter am Original geblieben. So wie die allerersten Überlegungen damals mit @Prados Karwan waren, war es für mich noch okay, hätte aber auch schon weniger sein können.

Andere sehen es genau andersrum: Welt weitestgehend behalten und die Regeln sehr frei neu gestalten. Und es gibt alle Positionen dazwischen.

Ich glaube ja, zu allen Fragen, wie nun das Ergebnis ist und wie es einen zufrieden stellt, kam ja noch eine ganz andere Sache hinzu. Die grundsätzlichen Äußerungen über den Zusammenhang von Midgard und Damatu als Welt und System wurden ganz am Anfang gemacht und wurden ja mehr oder minder unverändert bis zum heutigen Tag mitgeschleppt. Es war eine These oder Arbeitshypothese, die dann am Ende eine lange Spielentwicklung mitmachen musste. Ob es tatsächlich so ist, dass das Endergebnis die ZIelsetzung vom Anfang bestmöglich beschreibt, kann ja diskutiert werden. Ist aber eben auch müßig.

M6 ist, wie es ist. Und M5 war, was es war. Wie nah sich beide schlussendlich stehen - wer soll das "objektiv" beurteilen?

Die Fragestellung nach der Nachfolge kam ja wieder auf, weil gefragt wurde, wie man findet, dass es keine Orks mehr auf der Spielwelt gibt. Das inkludiert nun mal die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Verwerfens von etablierten Spielelementen. Man kann nicht implizit danach fragen, und sich dann beklagen, wenn entsprechend darauf geantwortet wird.

Meine Antwort darauf ist halt im Kern, dass für mich das Vorhandensein derartiger Spielelemente im Einzelnen an sich nicht großartig relevant ist, aber im Kontext davon, dass M6 ein Nachfolger sein soll, schon als störend und als nicht sinnvoll begründet auffällt.

Bearbeitet ( von Dracosophus)

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