8 Beiträge in diesem Thema

Zur geografischen Einordnung empfehle ich die wunderbare Farbkarte von Chryseia aus der (digitalen) Feder von Peter Laubender in der Midgard-Werkstatt.

Messembrien

Westlich der Kentaurischen Berge, zwischen der Bucht der Bäume und der Bucht der Nereiden liegt das fruchtbare Messembrien. Es ist einer der am längsten besiedelten Landstriche Vesternesses und bis auf kleine Ecken durchgehend Kulturlandschaft. Weinbau wird in Messembrien zwar überwiegend in Flachlagen betrieben, aber an den Auen des Koiphissos und anderer Flüsse wird auch in Hanglagen angebaut. Neben riesigen Olivenhainen und Zitronenbaumplantagen prägen große Weizenfelder das Landschaftsbild. Messembrien ist nach der Kornkammer Trikkalien das größte Anbaugebiet für Weizen in Vesternesse.

Zwischen Palabrion und Emporion findet man einige Zedernwälder, die von Förstern liebevoll gepflegt werden. Diese Wälder gehören den Bürgern Palabrions; ihr Holz wird überwiegend für den Schiffbau verwendet. Zwar haben Kahlschläge und intensive Beweidung viele ursprüngliche Wälder Messembriens großflächig zu Nieder- und Buschwald degradiert, doch gibt es südlich der Stadt Sirme, östlich der Auen des Koiphissos noch das Waldgebiet Elatia, das immerhin stellenweise noch echten Hochwald mit Steineichen, Schwarzkiefern und Fichten aufweist. Dort können aufmerksame Wanderer noch Grabhügel aus alter Zeit finden, in denen Herrscher und Stammesführer der Tusker begraben wurden. Der Wald selbst besteht zu großen Teilen aber aus Niederwald, der sich überwiegend aus Hölzern wie der Flaumeiche, Zerreiche und der Katalideischen Kiefer zusammensetzt.

Emporion

(Wappen: grüner Rundschild mit Lavendelstrauch)

Die Stadt Emporion ist politisch gesehen ein Teil Palabrions. Sie liegt an den südlichen und westlichen Hängen des Melibounos (=Honigberg), inmitten eines Meeres von Lavendelfeldern, in dem kleine Pinienhaine, Inseln gleich, dem Lavendelpflücker bei der Mittagsrast Schatten spenden. In den zahlreichen, kleineren Süßwasserseen des Umlandes werden Fische gezüchtet. In Emporion wird das Lavendelöl hergestellt, welches die Parfümeure von Palabrion so dringend für ihre Kreationen benötigen. Der Name des Honigberges kommt nicht von ungefähr; Emporion ist das Paradies der Imker. Viele reiche Palabrier haben wegen der Schönheit der Landschaft und der ruhigen Lage hier Villen, in denen sie gerne Urlaub machen. Es ist nur ein Katzensprung zum wunderschönen Strand. Die Stadt hat nur einen kleinen Fischerhafen, da größere Schiffe ihre Ladung hier gar nicht löschen dürfen – sie müssen nach Palabrion.

In den letzten zwei Jahren kam es in der Stadt regelmäßig zu bizarren Morden welche bis heute nicht aufgeklärt wurden. Gemeinsam war den Getöteten, dass ihnen die Haut vollständig und sorgfältig abgezogen wurde. Aber über so etwas spricht man nur hinter vorgehaltener Hand in der schnuckeligen Stadt am Meer. Seitdem gleicht der Ort des Nachts einer Geisterstadt.

In der Umgegend ereigneten sich in den letzten Jahren immer mal wieder kleinere aber blutige Gefechte zwischen den Söldnerkontingenten adliger Großgrundbesitzer Argyras und Palabrions. Die Stadt selbst ist uralt, aber sie wurde in ihrer Geschichte schon oft zerstört, das letzte Mal vor etwa 80 Jahren in einem Krieg zwischen Argyra und Palabrion.Nicht zuletzt deshalb ist die Stadt heute ordentlich befestigt, die dicken Steinmauern werden von den MItgliedern des Rates (Bule) gut in Schuss gehalten. Regiert wird das Schmuckkästchen am Honigberg von einem entfernten Vetter des Archonten von Palabrion, dem kauzigen und scheinbar senilen Statthalter Photios Iraklis Rhynakailogos.

Koryphaion

(Wappen: Drei weiße Säulen vor drei sich überlappenden grauen Dreiecken auf blauem Grund)

Das am südlichen Ende der Taugetosberge gelegene Koryphaion ist bekannt für seinen strahlend weißen Marmor. Die am Skerchion und somit an der geografischen Grenze zur Argyräis liegende Stadt steht Argyra zwar politisch näher als Palabrion, legt aber großen Wert auf ihre Unabhängigkeit, denn der Handel mit Palabrion ist ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Gesandte der beiden großen Städte Messembriens treffen sich nicht nur auf Grund der geografischen Lage häufig in der Stadt des weißen Marmors, um schwierige Verhandlungen zu führen.

Die eher kleine Basilika der Heiligen Waage gilt als einer der schönsten Tempel der Nea Dea. Das altehrwürdige Theater der Stadt genießt einen guten Ruf, da der große Tragödiendichter Philippos von Pyrene in Koryphaion lebte und wirkte. Ensemble und Inszenierungen gelten auch heute noch als erstklassig. Aufmerksame (oder paranoide) Besucher der Stadt berichten, dass in Koryphaion erstaunlich viele Katzen leben, die einen ungewöhnlich intelligenten Eindruck machen.

Der weitaus größte Teil des abgebauten Marmors wird exportiert. Nach Süden gelangen die Steinblöcke auf Flussschiffen, die den weiten Schleifen des Skerchion bis zur Mündung in die Bucht der Nereiden in Argyra folgen. Was dort nicht gebraucht wird, wandert in schweren Karren weiter nach Osten, über Arta nach Diptyche und seltener bis nach Kroisos. In den letzten Jahren hat aber auch der Transport nach Norden über Sirme nach Palabrion an Bedeutung gewonnen.

Regiert und verwaltet wird Koryphaion von sieben jährlich durch die Volksversammlung gewählten Archonten (=Herrschende). Derzeit handelt es sich beim ranghöchsten Volksvertreter um Pereandros Stylianos, einen jungen Kaufmann aus einem alten Adelsgeschlecht.

bearbeitet von Orlando Gardiner
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Sirme
(Wappen: schwarzer Rundschild mit Schattenriss eines Pegasus auf weißem Grund, darunter eine liegende Kopis, ca. 5.000 Einwohner)

Gute 20 Kilometer östlich der nördlichen Ausläufer der Silberberge und knapp 50 Kilometer südlich von Palabrion liegt an den Auen des Koiphissos die Stadt Sirme. Sie ist berühmt für ihre glänzenden, mit Kupferblech belegten Dächer und für ihre Kesselmacher, die eben diese herstellen (neben zahlreichen anderen Dingen aus Kupfer und Kupferlegierungen).

Die Bürger der Stadt betreiben Bergwerke, Kupfermühlen und Hammerschmieden in den Silberbergen. Rund um diese Produktionsstätten ist als Pflanzstadt Sirmes die Siedlung Mantenea entstanden. Die schwere Minenarbeit wird zum großen Teil von Menschen aus der Bergregion erledigt, die dafür zwar ordentlich bezahlt werden, aber ob ihrer „Rechtlosigkeit“ in Mantenea unzufrieden sind.

Obwohl die Eisenschmiede die Herstellung von Werkzeug und Waffen schon seit langer Zeit übernommen haben, ist die Bedeutung der Kupferschmiede in Sirme ungebrochen: Gefäße für den weltlichen und sakralen Gebrauch, Reliefs, Spielzeug und Statuen werden von wahren Meistern ihres Fachs entworfen und kreiert. Steinmetze und Steinbildhauer bearbeiten Kalkstein aus den Brüchen der Silberberge, auch eine Handvoll Mosaikkünstler lebt und arbeitet in der glänzenden Stadt (wenn sie nicht gerade in Palabrion beschäftigt sind). Über die Familien der Eisen- und Kupferschmiede Sirmes sagt der Volksmund aber in ganz Messembrien, dass sie von den Telchiden abstammten, einem Volk von boshaften, zauberkundigen Schmiededämonen.

Die schöne, uralte Brücke der Pegasi, die des Nachts von Laternen erhellt wird, verbindet die beiden Stadthälften westlich (Aegileia) und östlich (Mekone) des Koiphissos. Das Bauwerk hat bereits den Krieg der Magier ungeschoren überstanden, es stammt wahrscheinlich noch aus der Zeit der Tusker. Der östliche, ältere Teil der Stadt liegt auf einem flachen Hügel in dem sich Grabkammern aus tuskischer Zeit, Tunnel und Kammern aus nachfolgenden Epochen und eine einfachen Kanalisation befinden. Beide Stadteile sind von trutzigen Steinwällen umgeben. Während die Handwerker und Künstler zum überwiegenden Teil in Mekone leben und arbeiten, befinden sich auf der westlichen Seite mehr Gasthäuser und Tavernen, die palabrische Garnison und ein, für deren Verhältnisse dezentes Konventsgebäude der Versammlung der Arkanen Vernunft (die Magiergilde Palabrions).

Sirme ist mit seiner Mutterstadt Palabrion durch eine halbwegs ordentliche Straße und den ab hier durchgängig schiffbaren Koiphissos verbunden – von Palabrion kommende Flussschiffe werden mitunter getreidelt. Zu Fuß braucht man etwas länger als einen Tag für die Reise zwischen den Städten, weswegen etwa in der Mitte der Wegstrecke auf einem Hügel ein großer Gasthof errichtet wurde. Mit einem Flussschiff benötigt man stromabwärts im Normalfall 20 Stunden, stromaufwärts zwei ganze Tage.

Sirme ist politisch ein Teil Palabrions und wird derzeit vom Ephoros Dion von Kiatos (aus der weitverzweigten Familie der Trachiloniden) geführt, der dem messembrischen Adel entstammt. Der Ephoros vertritt die Stadt gegenüber dem Archonten Palabrions. Die Stadt hat einen Rat (Bule, automatische Mitgliedschaft für Vollbürger mit einem bestimmten Einkommen), der den Ephoros berät und Verwaltungsaufgaben übernimmt. Die Volksversammlung wählt alle drei Jahre einen Stadtherrn aus den Reihen des Rates. Von Ihrer Wehrpflicht für die Polis Palabrion kaufen sich die Sirmeier mit erklecklichen Summen frei. Die Stadtgarde wird von den Ratsmitgliedern finanziert und greift sowohl auf Einheimische als auch auf Söldner zurück.

bearbeitet von Orlando Gardiner
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Mylias
(Wappen: klassischer Schild, zweigeteilt, links: Luchskopf frontal auf grünem Grund, rechts: schwarzer Speer von oben nach unten einen grünen Basilisken aufspießend auf blauem Grund. 3.300 Einwohner)

Seit langer Zeit, zumindest so lang wie das kollektive Gedächtnis der Messembrier zurückreicht, war die Stadt Mylias ein Zankapfel zwischen den Poleis Argyra und Palabrion – bis vor 25 Jahren, als „die Nacht der Luchse“ alles veränderte.

Die zwei knappe Tagesmärsche südlich von Sirme liegende Stadt Mylias war bis zu diesem Zeitpunkt über Generationen hinweg ein tributpflichtiger Untertan Palabrions gewesen. Mit der Zeit jedoch entwickelte sich die Stadt der Düfte und Farben weg von einer gerechten Schutzmacht und hin zum habgierigen Tyrannen. Die Bürger von Mylias waren ihrer gestrengen Herrin bald überdrüssig und ersuchten die Polis Argyra um Beistand – eine Einladung, welche die Argyraer dankend annahmen.

Lange Zeit belagerten die Truppen der Argyraer die Stadt und zerstörten mit ihren Katapulten nach und nach die Stadtmauern, aber ihre militärischen Angriffe wurden immer wieder zurückgeschlagen. Jedoch konnten auch die frischen Truppen aus Palabrion die Argyraer nicht aus ihrer nunmehr gut befestigten Position vertreiben. Nach fast einem Jahr der Scharmützel und vieler unterdessen ausgebrochener Krankheiten verblieben auf beiden Seiten nur noch wenige kampfbereite Krieger und Söldner. Da entschloss sich Eusebios Iraklios, der General Argyras, zu einem letzten Angriff in der Mitte der Nacht, der Argyra auch tatsächlich einen Teil der Stadt einbrachte. Doch noch bevor der Morgen graute – beide Seiten leckten noch ihre Wunden – kam der Söldnerhauptmann Jannis Grünmantel mit einer Truppe schlagkräftiger Barbaren über Mylias wie eine Flutwelle und nahm die Stadt im Handstreich. Seit dieser Zeit, der "Nacht der Luchse" ist der gerissene Jannis der Herr der Stadt.

Mylias liegt an der Mündung der Mylicheia in den Koiphissos; die Flüsse bilden natürliche Barrieren nach Norden, Westen und Süden (also gegen ganz Messembrien), im Osten sorgt der befestigte Hügel Iktinos, die Akropolis von Mylias, für Sicherheit.

In der Welt der Händler und Handwerker bekannt sind die Mylasier für ihre hochwertigen und leuchtenden Farbstoffe, die sie aus Färberröte (Rubia), Gelbkraut (Reseda) und Färberwaid (Isatis) gewinnen – und dennoch ist Blau ist die Wahlfarbe der Stadt.

Mit seinen wichtigsten Getreuen kontrolliert der inzwischen über 50jährige Söldnerführer Jannis Prasinopaltos (=Grünmantel) auch das Umland von Mylias und alle Versuche ihn zu verjagen, blieben bisher fruchtlos. Die Händler Messembriens haben sich längst mit der Lage arrangiert, die politische Führung der zwei großen Poleis (nun, zumindest deren Demagogen) noch lange nicht. Der vorher etwas träge und bürokratische Verwaltungsapparat wurde stark ausgedünnt und verjüngt, blieb in seiner Grundstruktur aber erhalten. Mit Kungelei und Vetternwirtschaft hat Jannis allerdings aufgeräumt und inzwischen gibt es auch ein paar fähige und zügig arbeitende Beamte.

Die Agora von Mylias dient je nach Bedarf als Ort der Volksversammlung, als Markplatz oder als Theater. Das während des letzten Krieges zwischen Argyra und Palabrion zerstörte Rathaus (Buleuterion) wurde nicht wieder aufgebaut, die Reste seiner Grundmauern dienen heute als Einfriedung, in der bei Bedarf Gericht gehalten wird. 

Scheinbar paradoxerweise laufen die Geschäfte des einst berühmten Bordells Die Grüne Perle seit der Eroberung durch die Söldner immer schlechter, um nicht zu sagen, miserabel. Die meisten Huren sind inzwischen in die Jahre gekommen und der Nachwuchs bleibt aus.* In dem großen heruntergekommenen Gebäude bröckelt der Putz, das Ungeziefer macht sich breit und auch die Freier werden von einer seltsamen Lethargie ergriffen, wenn sie das von seiner Erinnerung zehrende Etablissement betreten. Der abenteuerlustige Dichter Aithon von Laokes, der einst auf der Durchreise einige Tage in Mylias verbrachte, verglich das Etablissement mit einem lidralischen Sterbehospiz voll altersschwacher Bachen. Die einzige junge Frau in der Grünen Perle ist das Mädchen Pasiphae, das nur unter hohem materiellen und rhetorischem Einsatz vom Beischlaf (oder anderen Ferkeleien) zu überzeugen ist; sie kümmert sich lieber um das Wohlbefinden ihrer älteren Kolleginnen. Ein Gerücht besagt, dass sich in einem abgelegenen Zimmer im Seitentrakt ein Dämon einquartiert hat, der langsam aber sicher das Leben aus den Metzen saugt.

Der rechte Teil des Stadtwappens (schwarzer Speer von oben nach unten einen grünen Basilisken aufspießend auf blauem Grund) geht auf eine Geschichte zurück, die mehr als hundert Jahre zurück liegt. In der östlich von Mylias gelegenen Sphakia-Schlucht, die sich fast 20 Meilen durch die Hügel zum Kentaurion hinzieht, hauste ein besonders ekler und gefräßiger Basilisk, unter dem die Landbevölkerung schwer zu leiden hatte. Schließlich wurde er aber bei einem seiner Raubzüge vom letzten Überlebenden einer Schäferfamilie erschlagen. Der blinde und äußerst gläubige Jüngling Imbros war noch keine zehn Jahre alt, als er den Hirtenstab seines Vaters ergriff. Es heißt, dass der Stab sich durch die Gunst der Götter in einen mächtigen Speer verwandelte, den der Junge mit aller Wucht durch den Leib des Ungeheuers stieß. Imbros wird noch heute als Chryse vereehrt, angerufen insbesondere beim Kampf gegen scheinbar übermächtige Gegner.

*So manch junge Frau arbeitet inzwischen direkt für die Söldner (eher selten als Dirne), für die Stand und Geschlecht bei der Einstellung kaum eine Rolle spielen.

bearbeitet von Orlando Gardiner
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Liest sich sehr gut und ist sehr schlüssig. Klingt für mich so, als ob das "Chrysea-QB" hiermit auf gutem Kurs ist.

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Schöner Text mit nicht zu viel Infos, aber genau der richtigen Menge, um zu eigenen Ideen und guten Flair-Beschreibungen anzuregen. Dein Schreibstil gefällt mir sehr, Orlando! 

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Ich hoffe, demnächst noch mit der Stadt Edessa die Ortschaften Messembriens (vorläufig) abzuschließen. Wie es dann weitergeht, ist noch nicht ganz raus. Ideen bisher: Beschreibung der Jahreszeiten (Ernte, Feste, Landschaft im Wandel, Handelssaison, usw.), Stereotype Personen (Tagelöhner, Bauer, Handwerker, Söldner, Kurtisane, Strauchdieb, oder ähnliches), etwa ein Dutzend Persönlichkeiten. Vielleicht auch die Beschreibung einzelner Landschaften oder bestimmter Routen.

Ein QB Chryseia ist von meiner Seite nicht geplant. Was ich mir eher vorstellen kann (ist aber eher utopische Zukunftsmusik) ist ein Band mit Palabrion, Messembrien, einem Abenteuer und einer Handvoll Abenteuerplots. Und mit ein paar schönen Karten von LarsB...

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Liest sich wirklich toll. Sollte ich mal in Chryseia leiten, kann ich mir die Gegend gut vorstellen zu benutzen. Vielen Dank!

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    • Von Mitel
      Hallo zusammen,
      in unserer Chryseia-Runde mache ich als Spielleiter eine Pause und gebe den Leiterstab weiter. Bisher haben wir in der Gegend um Nikostria und Alabastria gespielt, später wollte ich die Gruppe in den Zyklus der zwei Welten einführen, also mit Start in Oktrea im Westen.
      Da der nächste Spielleiter die bestehende Gruppe übernehmen wird und mir nicht in die Quere kommen will, haben wir überlegt ob Abenteuer rund um Thalassa möglich wären. Durch die Seemeistervergangenheit der Stadt erwarte ich (hab das QB noch nicht gelesen), dass dort einige Verbindungen zum Zyklus der zwei Welten bestehen (die Abenteuer hab ich auch noch nicht gelesen).
      Etwas über Seemeister zu wissen, wenn man in den Zyklus startet ist sicher nicht schädlich, vielleicht auch von Vorteil. Wie seht ihr das? Ergänzen sich die Stadt und die Abenteuer gut? Wäre eine Reihenfolge zu empfehlen? Ist von irgendetwas abzuraten?
      Ich bitte auch um den Versuch, sowohl den Zyklus als auch Thalassa so wenig wie möglich zu Spoilern.
      Danke und Gruß
      Mitel
    • Von Orlando Gardiner
      Ein Waffengeschäft der besonderen Art
      Eigentlich hat der Laden in der Einhorngasse in der Altstadt Palabrions (Parasinikia) keinen Namen. Der Enthauptete Geist wird das Geschäft wegen eines einzigartigen, überlebensgroßen Gemäldes genannt, welches sich über der Ladenfront in der Mitte der Hauswand, zwischen den hohen Fenstern des ersten Stockwerks befindet.
      Das Werk des Meisters Konstantin Asamnos zeigt einen klassischen Helden, der gerade dabei ist, einen Geist zu enthaupten. Das Kunstwerk ist eine optische Täuschung: Kommt man gerade von Süden in die Einhorngasse (der übliche Weg), sieht es aus, als würde der Kämpfer noch ausholen. Wer sich Haus und Bild nun aber nähert, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass auf dem Bild etwas passiert: Es scheint fast, als würde der Hieb den Kopf erreichen und schließlich den Hals durchtrennen. Steht man direkt vor dem Gemälde, sieht man es in seiner vollen Pracht; das bewegte Schwert glänzt wundersam unwirklich und zieht einen durchschimmernden Blutteppich nach sich, der aus dem Hals des Geistes stammen muss.
      Beim Enthaupteten Geist handelt es sich um ein Waffengeschäft der besonderen Art. Der Zauberkrämer Arkadios von Messene verkauft hier ausschließlich magische Waffen und Meisterstücke von legendären Waffenschmieden, deren Eigenschaften durchaus an die von magischen Waffen heranreichen können. Der 45-jährige Arkadios ist ein eher loses Mitglied der Versammlung der Arkanen Vernunft, der er auch immer mal wieder magische Waffen abkauft, für die der Orden keine Verwendung hat. Einen Teil seines Angebots stellt Arkadios zusammen mit dem Waffenschmied Emindas Kalperides, einem bärbeißigen aber geschäftstüchtigen Hünen, selbst her. Arkadios ist ein guter Verkäufer und zieht bei seinen Preisen auch gerne mal nach oben an, wenn er seine Kunden als wohlhabend oder reich einschätzt, was ihm auf Grund seiner guten Menschenkenntnis oft gelingt. Der meist gut gelaunte Palabrier hat aber auch eine Schwäche: schöne, junge Frauen (etwa im klassischen Abenteureralter zwischen 20 und 30 Jahren). Wenn diese dann mit ihm noch über die Herstellung von Waffen fachsimpeln können oder gar Geschichten von legendären magischen Klingen der Valianer, Zwerge oder Elfen zum Besten geben können, wird Arkadios plötzlich großzügig (EW: Gassenwissen).
      Die Kosten magischer Waffen
      Arkadios verlangt für eine eine typische magische Waffe (ab Stufe 6) das Dreifache der Herstellungskosten.
      Stufe 4: (100Gs + 5facher Waffenpreis) x 2; Beispiel Langschwert (+0/0) 1.200 Gs
      Stufe 6: (200Gs + 5facher Waffenpreis) x 3; Beispiel Langschwert (+1/0) 2.100 Gs
      Stufe 8: (500Gs + 5facher Waffenpreis) x 3; Beispiel Langschwert (0/+1) 3.000 Gs
      Stufe 10: (1.000Gs + 5facher Waffenpreis) x 3; Beispiel Langschwert (+1/+1) 4.500 Gs
      Hinzu kommen mögliche Kosten für besondere Materialien und Verzierungen. Die Preise für vergleichbare nichtmagische Waffen von Meisterschmieden liegen grundsätzlich etwas darunter, fallen aber doch häufig höher aus, weil sie besonders aufwendig gearbeitet und/oder verziert sind. Werden Arkadios magische Waffen zum Verkauf angeboten, zahlt er die Herstellungskosten einer solchen Waffe, maximal aber das 1,5fache der Herstellungskosten. Bevor er dies tut, bittet er sich aber aus, die Waffe einen Tag in seinem Labor (im Keller des Hauses) zu untersuchen.
      Selbstverständlich bietet Arkadios auch hochkarätiges Zubehör an (die stark erhöhten Preise fallen bei den teuren Waffen nicht so auf): von wirklich ganz exklusiven Schleifsteinen (!) und hochkarätigen Waffenölen über mit Silberblech beschlagene Schwertscheiden in Juchtenleder bis zu wunderbaren, edelsteinbesetzte Waffengürteln. Der Zauberkrämer ist auch im Besitz einer Handvoll magischer Einzelstücke, deren Fähigkeiten über die der oben beschriebenen Waffen hinausgehen, die er aber nur ausgewählten Kunden anbietet.

      View full artikel
    • Von Orlando Gardiner
      Eigentlich hat der Laden in der Einhorngasse in der Altstadt Palabrions (Parasinikia) keinen Namen. Der Enthauptete Geist wird das Geschäft wegen eines einzigartigen, überlebensgroßen Gemäldes genannt, welches sich über der Ladenfront in der Mitte der Hauswand, zwischen den hohen Fenstern des ersten Stockwerks befindet.
      Das Werk des Meisters Konstantin Asamnos zeigt einen klassischen Helden, der gerade dabei ist, einen Geist zu enthaupten. Das Kunstwerk ist eine optische Täuschung: Kommt man gerade von Süden in die Einhorngasse (der übliche Weg), sieht es aus, als würde der Kämpfer noch ausholen. Wer sich Haus und Bild nun aber nähert, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass auf dem Bild etwas passiert: Es scheint fast, als würde der Hieb den Kopf erreichen und schließlich den Hals durchtrennen. Steht man direkt vor dem Gemälde, sieht man es in seiner vollen Pracht; das bewegte Schwert glänzt wundersam unwirklich und zieht einen durchschimmernden Blutteppich nach sich, der aus dem Hals des Geistes stammen muss.
      Beim Enthaupteten Geist handelt es sich um ein Waffengeschäft der besonderen Art. Der Zauberkrämer Arkadios von Messene verkauft hier ausschließlich magische Waffen und Meisterstücke von legendären Waffenschmieden, deren Eigenschaften durchaus an die von magischen Waffen heranreichen können. Der 45-jährige Arkadios ist ein eher loses Mitglied der Versammlung der Arkanen Vernunft, der er auch immer mal wieder magische Waffen abkauft, für die der Orden keine Verwendung hat. Einen Teil seines Angebots stellt Arkadios zusammen mit dem Waffenschmied Emindas Kalperides, einem bärbeißigen aber geschäftstüchtigen Hünen, selbst her. Arkadios ist ein guter Verkäufer und zieht bei seinen Preisen auch gerne mal nach oben an, wenn er seine Kunden als wohlhabend oder reich einschätzt, was ihm auf Grund seiner guten Menschenkenntnis oft gelingt. Der meist gut gelaunte Palabrier hat aber auch eine Schwäche: schöne, junge Frauen (etwa im klassischen Abenteureralter zwischen 20 und 30 Jahren). Wenn diese dann mit ihm noch über die Herstellung von Waffen fachsimpeln können oder gar Geschichten von legendären magischen Klingen der Valianer, Zwerge oder Elfen zum Besten geben können, wird Arkadios plötzlich großzügig (EW: Gassenwissen).
      Die Kosten magischer Waffen
      Arkadios verlangt für eine eine typische magische Waffe (ab Stufe 6) das Dreifache der Herstellungskosten.
      Stufe 4: (100Gs + 5facher Waffenpreis) x 2; Beispiel Langschwert (+0/0) 1.200 Gs
      Stufe 6: (200Gs + 5facher Waffenpreis) x 3; Beispiel Langschwert (+1/0) 2.100 Gs
      Stufe 8: (500Gs + 5facher Waffenpreis) x 3; Beispiel Langschwert (0/+1) 3.000 Gs
      Stufe 10: (1.000Gs + 5facher Waffenpreis) x 3; Beispiel Langschwert (+1/+1) 4.500 Gs
      Hinzu kommen mögliche Kosten für besondere Materialien und Verzierungen. Die Preise für vergleichbare nichtmagische Waffen von Meisterschmieden liegen grundsätzlich etwas darunter, fallen aber doch häufig höher aus, weil sie besonders aufwendig gearbeitet und/oder verziert sind. Werden Arkadios magische Waffen zum Verkauf angeboten, zahlt er die Herstellungskosten einer solchen Waffe, maximal aber das 1,5fache der Herstellungskosten. Bevor er dies tut, bittet er sich aber aus, die Waffe einen Tag in seinem Labor (im Keller des Hauses) zu untersuchen.
      Selbstverständlich bietet Arkadios auch hochkarätiges Zubehör an (die stark erhöhten Preise fallen bei den teuren Waffen nicht so auf): von wirklich ganz exklusiven Schleifsteinen (!) und hochkarätigen Waffenölen über mit Silberblech beschlagene Schwertscheiden in Juchtenleder bis zu wunderbaren, edelsteinbesetzte Waffengürteln. Der Zauberkrämer ist auch im Besitz einer Handvoll magischer Einzelstücke, deren Fähigkeiten über die der oben beschriebenen Waffen hinausgehen, die er aber nur ausgewählten Kunden anbietet.
    • Von Läufer
      Es geschehen noch Zeichen und Wunder!
       
      Aus dieser Anfrage ist jetzt dieses geworden:
       

       
      Zu beziehen beim DDD-Verlag für 15€ genau hier
       
      Es geht um das Leben und Überleben des kleinen Clans MacTreoch, um Vertreibung und Rückkehr der jüngsten Tochter des Lairds, Gwynned NiTreoch, um eine Söldnereinheit 'Die Falkenfrauen', die von Gwynned in Chryseia aufgebaut wird, und um dunkle Magie, Hexerei, Freundschaft, Intrigen, Trolle, Poeten und das Wirken der Götter und ihrer Diener.
       
      Noch mal vielen Dank an Carsten dafür, aus meinem Text so ein geniales Buch gemacht zu haben und all jene, die im kleinen und großen geholfen haben (z.B. indem sie hier im Forum meine seltsamen Anfragen beantwortet haben.)
       
      Zu den Sternen
      Läufer
    • Von Orlando Gardiner
      Der erste Teil meiner Stadtbeschreibung ist im Gildenbrief 47 als "Palabrion - Stadt der Düfte und Farben" zusammen mit einem einfachen Stadtplan erschienen. Die folgende Beschreibung befindet sich im Forum im Strang "Palabrion" (Landeskunde und andere Sphären/Chryseia). Ich wollte einfach mal den Artikelbereich antesten, habe aber auch ein bisschen editiert.
       
      Dem Reisenden bietet sich, wenn er die Stadt zum ersten Mal, noch aus der Ferne erblickt, ein fantastisches Bild: es scheint als hätten die Wellen des schäumenden Meeres vor langer Zeit innegehalten und so die Mauer der Stadt der Neun Hügel geformt. Der Sage nach hat der Held Lemnos, Sohn des Meeresgottes Nothunion und der Tochter des Königs Mydeiraos, Nausikaa, den nach ihm benannten Wall auf eben solche Weise erschaffen. Freilich sind heute nur noch Reste der ersten Mauer erhalten. Nirgendwo sonst scheinen die Elemente eine so ästhetische Ehe eingegangen zu sein wie in Palabrion: Im Übergang von Wasser zu Land manifestiert sich das Feuer der Sonne auf den roten Schindeln der Dächer und in den Kaminen der Häuser; die Winde wehen den süßen Duft der Pinien und die salzige Luft des Meeres durch die Straßen.

      In Sillybos dominieren mehrgeschossige Mietskasernen das Bild, für deren Bau abwechselnd Hau- und Ziegelsteinbänder verwendet werden. Die Etagen werden sichtbar durch halbrunde Gesimse voneinander abgestuft, das Erdgeschoß öffnet sich zur Straße und zum Hof hin in Arkaden. Selten werden diese Gebäude, deren Walmdächer schindelbesetzt sind, verputzt. Es gibt einige Gasthäuser wie der Rote Korsar, in denen Fremden im besten Fall misstrauisch begegnet wird.
      Viele der Häuser sind baufällig oder heruntergekommen, die ungepflasterten Straßen strotzen vor Dreck, da die Kanalisation des Bezirkes schon lange zerstört ist und niemand sich um die Reparatur kümmert oder dazu im Stande wäre. Hin und wieder treffen Wind und Regen die Stadt und spülen den ganzen Dreck davon, der sich dann zumeist Richtung Stratagoia aufmacht und von hier in den Koiphissos gespült wird.

      Der Bezirk des Militärhafens Stratagoia beginnt südlich der Straße der Lauernden Köter und ist, sowohl an Fläche wie an Einwohnern, der Kleinste der Stadt. Dominiert wird das Viertel von der trutzigen Seeburg am Dokischen Hügel, das Hauptquartier der Palabrischen Marine. Zimmermänner, Schiffbauer, Segelmacher, Seiler und natürlich Söldner haben hier ihre Werkstätten, Geschäfte und Wohnungen. Die Bettler halten Stratagoia für den einträglichsten Teil der Stadt; die wenigen guten Plätze sind hart umkämpft.
      Eine Handvoll mieser Spelunken, unter anderem Zum zahnlosen Kentauren und zwei Gasthäuser mittelmäßiger Qualität (An der Goldenen Glocke und Zum Hungrigen Kapitän) lassen sich hier noch finden.

      Der schläfrige Pilger ist eine Herberge an der Grenze zu Taelimnion, einem Viertel, welches von vielen Stadtbewohnern auch Anarcheia genannt wird, und in dem es, wie der Name schon vermuten lässt, oft hoch hergeht.
      In diesem Hafenviertel, dem heimlichen Herz der Stadt, treffen Fernhändler aus den Küstenstaaten auf Seeleute aus Erainn und Alba, Glücksritter und Spitzbuben versuchen naiven Handwerkern das Geld aus der Tasche zu ziehen und ihnen die Herzen ihrer Mädchen streitig zu machen. Hier befindet sich auch die berüchtigte und verruchte Gasse der Grünen Witwen, auf der zahlreiche Amüsierbetriebe zum Verbleib einladen. Jedes Lokal hat hier mindestens eine Bühne und zwei gut besuchte Hinterzimmer, in vielen Etablissements sind auch Übernachtungen möglich. Immer wieder gibt es kuriose und sexistische, völlig pervertierte Aufführungen von alten Klassikern des chryseischen Dramas und Huren en masse auf den Straßen.
      Das Piratennest ist wahrscheinlich die übelste Kaschemme an den Gestaden der Bucht der Blauen Wellen und wer hier alleine reinspaziert, hat schon so gut wie verloren. In dem verwinkelten Gebäude gibt es unzählige Hinterzimmer und eine Hahnenkampfarena. Einst verfügte das Piratennest auch über eine Bühne, auf der allerdings keine Bardin je eine Chance hatte; es wird geschrien, gepöbelt, gewettet und gewürfelt, Armdrücker messen ihre Kräfte und Halunken wetzen ihre Dolche bei einem Gläschen billigen Fusels. Doch irgendwann ist jede noch so gesellige Nacht zu Ende und der Wirt Ajax Langarm gönnt den Überlebenden ein wenig frische Luft.
      Verbrechen sind im gesamten Viertel an der Tagesordnung. Der Widerstand gegen die gottlosen und vor allem gefährlichen Verhältnisse in Anarcheia formiert sich vor allem in der Priesterschaft der NeaDea, doch jene, die wirklich etwas zu sagen haben und diesen Zustand zumindest beeinflussen könnten, schalten auf stur. Ausländische Kaufleute haben indes nicht so viel zu befürchten wie es den Anschein hat. Denn es gilt das ungeschriebene Gesetz, dass ihnen nichts zu Leide getan werden darf. Für die Einhaltung dieses Prinzips sorgt eine Art Diebesgilde, die unter dem Namen "Die Elstern von Istramos" bekannt ist, im Viertel aber einfach als "die Familie" bezeichnet wird. Mit Sicherheit fließt coruanisches Blut in den Adern ihrer Elite. Die Macht dieser Gruppe ist aber auf Anarcheia beschränkt.

      Nur eine, zugegeben breite, liebevoll gepflasterte und gepflegte Straße trennt das Hafenviertel vom Bezirk der Goldenen Gärten, das ausgedehnte Refugium der Reichen, Schönen, Fleißigen und Mächtigen. Riesige Grundstücke, gepflegte Parks, ordentliche Stadtwachen, und durch die Straßen schlenderndes Dienstpersonal prägen das Bild des Viertels. Es gibt hier elegante Villen mit Fußbodenheizung und eigenen, kleinen Thermen, deren Mosaike in verschwenderischer Vielfalt und glitzernder Farbenpracht das Auge der Besucher entzücken (und vor Neid erblassen lassen) sollen. Es sind nicht zuletzt die reichen Kauffahrer, die den Namen "Stadt der Farben" populär machten.
      Der Gasthof An der Alten Mauer ist prachtvoll eingerichtet und verfügt über kulinarische Kostbarkeiten aller Herren Länder. Zum selbstverständlichen Service gehören ein Badehaus, schöne Mädchen und Jungen. Um hier auch nur einen Tisch zu bekommen benötigt man eine Empfehlung von einer der adligen Familien Palabrions (Ausnahmen bestätigen die Regel). Chef des Hauses ist Philaret von Lankassos, ein umtriebiger Geschäfts- und Lebemann, der mit Athanasios "die Zunge" und der Halblingsdame Rosalie Bedevers die wohl besten Köche Chryseias auf seiner Lohnliste stehen hat.
      Handelfürst Ithomis ist einer der Sorte von Auftraggebern, die die Abenteurer normalerweise nie zu Gesicht bekommen; die Reichtümer seines Palastes spotten jeder Beschreibung. Eine Kleinigkeit aus Ithomis Hause zu entwenden, gilt unter den Dieben und Spitzbuben Palabriens als Meisterstück. Die Gilde der palabrischen Fernhändler hat ihren Sitz in einer altehrwürdigen Burg inmitten des größten Parks der Stadt an der Grenze zum Färberviertel.

      Im Norden des Gartenviertels liegt der Bezirk Purpureia, in dem folgende Handwerksgemeinschaften ihr Gildenhaus haben, welches häufig auch gleichzeitig Wohnung und Werkstatt des Gildenoberhauptes ist: Parfumeure und Parfumhändler, Färber, Glasbläser, Weber und Tuchmacher, Schneider, Ärzte und Apotheker, Kürschner und Pelzhändler, Steinmetze und Baumeister, Zimmermänner und Tischler, Gastwirte, Wagner, Weinhändler und Ölhersteller, Schlachter; Sattler, Lederhändler, Gerber und Schumacher. Die Handwerker leben und arbeiten auch überwiegend im Viertel. In der Luft liegt ein Gefühl von Arbeitsamkeit und Kreativität. Natürlich wollen auch die fleißigen Bürger Purpureias nach getaner Arbeit ein Bierchen trinken oder professionell unterhalten werden. Dafür begeben sie sich in Gaststätten wie Jakchos' Abendmahl und Fliegende Fische oder in das geräumige Tanzlokal Das Flinke Schneiderlein. Die meisten Häuser des Viertels haben zwei Stockwerke, sind weiß gekalkt und mit bunten Ornamentbändern bemalt.

      Im Bezirk der Schmiede, welcher auch Schilderviertel genannt wird, gehen Plattner, Helmmacher, Waffen-, Gold- und Silberschmiede, Juweliere und Schlosser ihrem Handwerk nach und sorgen für eine typisch untypische palabrische Luft. Wohl kaum ein Reisender erwartet zwischen den rußgeschwärzten Gebäuden Thyreias eine gastronomische Perle wie das Meknesch zu finden. Der Inhaber Abdelmalik hat inmitten all des Schmutzes eine kleine Oase der Ruhe geschaffen. Anhänger Ormuts genießen hier ein Wasserpfeifchen, ein Dampfbad oder ein opulentes Mal, doch auch immer mehr Einheimische erfreuen sich der scharidischen Kochkünste ("Solange sie nur kochen..."). Abdelmaliks Position im Viertel ist aber keineswegs unumstritten und ohne einflussreiche Fürsprecher wie Echelion Bagratides, Gildenoberhaupt der Juweliere und Mitglied des Hohen Rates, wäre er wohl schon längst das Opfer fanatischer Patrioten geworden.

      Im Herzen der Altstadt Parasinikia, am Skylaischen Platz, befindet sich das Konventshaus der Magiergilde der Versammlung der Arkanen Vernunft. Die Gilde hat etwa 50 feste Mitglieder. Das ursprüngliche Gebäude des Konvents ist vor 80 Jahren abgebrannt, nur die Katakomben blieben erhalten. Der berühmte tevarrische Architekt Alessandro da Reggiana entwarf den umstrittenen Neubau. Das Gebäude hat bunte Mosaikfenster, die Ausmaße eines kleinen Schlosses, vier Innenhöfe und zahllose Erker und Türmchen. Die meisten braven Bürger schütteln den Kopf bei so viel Extravaganz. Der Hochmeister Lukas Kontostephanes (hinter vorgehaltener Hand liebevoll "Konto Sturmschnauze" genannt) wohnt nicht im Konvent sondern besitzt eine Villa im Viertel der Goldenen Gärten. Er und der Hofmagus des Tyrannen, Honorios von Ipairos können sich überhaupt nicht leiden, haben aber einen gewissen Respekt voreinander.
      Die fünf Thaumaturgen der Gilde leben und arbeiten nicht im Konvent, sondern haben eigene Labore und Werkstätten, die sich meistens im Keller ihrer Wohnhäuser überwiegend in der Altstadt befinden. Die Zauberhandwerker Thoros von Taprobane und Katakalon Ketaumenos (Schild: golddurchwirktes Kettenthaumagramm, kunstvoll verziert) haben einen Verkaufsraum im Erdgeschoß ihres burgartigen Hauses, indem sie beide mit ihren Familien und ihren Bediensteten wohnen. Ihre Burg ist ein typischer Vertreter der Gebäude der Altstadt: Eine Gruppe von 8 oder 12 kleineren Turmhäusern ist so angeordnet, dass sie einen Block mit Innenhof bilden. Die äußeren Galerien, die früher zur Verteidigung dienten, sind aus hölzernen, beweglichen Elementen gebaut. Palabrion wurde in der Vergangenheit oft überfallen und verwüstet. Die alten Stadtmauern entsprachen kaum der Legende und haben die Angreifer nicht lange aufgehalten. Heutzutage dienen jene Galerien den Bürgern als friedliche Balkone.
      Die Kneipen, Tavernen und Gasthäuser Parasinikias sind zahlreich. Im Gasthof Zum Zaudernden Zauberer trifft man zwar selten auf magiebegabte Menschen, kann aber für wenig Geld formidabel speisen. Berühmt ist der Koch und Inhaber Daniel Bryennios vor allem für seinen einzigartig zarten und delikaten Tintenfisch. Die Zimmer sind durchgehend gut ausgestattet und nicht besonders teuer.

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