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Nixonian

Tang

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Tang ist in Zavitaya reichlich vorhanden, aber was kann man (und muß man als Zavitayese) daraus alles machen?

 

Da die Bucht im Brackwasserbereich liegt und noch dazu von den Menschen direkt (Fischabfälle etc.) und indirekt (Fäkalien) sowie auch von den wesentlich überdurchschnittlich vorhandenen anderen Tieren (speziell Otter und Möwen) dauernd überdüngt wird, ist das Algenwachstum gewaltig und die Bucht würde möglicherweise sogar "ersticken" wenn die Zavitayesen diesen Tang nicht vielseitig nutzen würden.

 

Als altes Schlemmermaul habe ich mir einmal Gedanken darüber gemacht, wie man Tang ißt oder eß/genießbar macht.

Interessant wäre aber auch z.B. Tang als Bau- oder Werkmaterial (was kann man alles daraus machen? Seile? Festere Konstruktionen?) o.ä.

 

Aber gut, wie erwähnt zuerst:

Der Tang als Speise

Tang ist eines der Grundnahrungsmittel in Zavitaya. Es gibt sehr viele verschiedene Tangarten, die auch unterschiedlich verwendet werden können, doch die häufigste Form in der Bucht der tausend Flöße ist das Kolikoloï, was nichts anderes heißt als "tägliches Essen". Ob sich das allerdings darauf bezieht, daß sehr viele Speisen in Zavitaya diese Tangart als Grundstoff in verschiedener Form verwenden, oder ob gemeint ist, daß diese Speise täglich verfügbar ist, weil sie immer in ausreichender Menge nachwächst, ist unklar.

Das Kolikoï bildet große, Wald- oder Riesengrasartige Flächen zustande und kann bis zu mehreren Zehnermetern hoch im Wasser wachsen.

 

Die Verarbeitungsarten

Kolikoloï kann frisch verzehrt werden (so wie einige andere Tangarten) und wird so auch manchmal genutzt.

 

Häufiger ist jedoch, den Tang zu ernten, danach aufzulegen und das überflüssige Wasser herauszupressen. Danach kann man Kolikoloi als eine Art "Blätterteighülle" für Fische, zum Füllen derselben oder als "Knabberei" für Zwischendurch verwenden. Auf diese Weise ist der Tang einige Tage haltbar.

 

Doch am häufigsten wird es zu "Tangstaub" verarbeitet. Dies ist eine recht aufwändige Methode, doch dadurch kann man es länger haltbar machen, und  vor allem zu Sachen verarbeiten, die mit dem Urprodukt wenig zu tun haben.

 

Herstellung von "Tangstaub"

Zuerst werden die Tangblätter geerntet, das überflüssige Wasser ausgepreßt, und die Blätter danach zum Trocknen aufgelegt. Wenn sie eine relativ trockene Konsistenz erreicht haben, werden sie zerrieben und dann weiter in Säcken in den Hütten aufbewahrt (möglichst trocken).

Nach etwa einer Woche sind daraus "Raschelblätter" geworden. Diese werden nun weiter in Mörsern zerstampft, bis es ein feiner Staub geworden ist. Dieser wird in Bottichen mit klarem Trinkwasser eingestreut und nach etwa einer Stunde "waschen" wieder herausgezogen. Der starke Tanggeschmack (und speziell das jodig-salzige) ist nun zum Großteil verschwunden und man kann, nach erneuter Trocknung (den jetzt eher block- oder Ziegelartigen) Tangstaub, der inzwischen ein stark Stärkehaltiges Material geworden ist, zu weiteren Sachen verarbeiten.

Für die Rezepte: Siehe unten.

 

Tangnektar

Dies ist eine aufwendige, nichtsdestotrotz für Sachen wie "Tangbier" unerläßliche Prozedur.

Hiebei werden, ähnlich wie bei Tangstaub, Raschelblätter erzeugt und dann vermahlen. Dieses Mahlgut wird aber nun nicht einfach gewaschen, sondern es wird mit (möglichst heißem) Wasser übergossen und dann gewartet und dann mit schweren Steinen gedrückt, sodaß aus dem Tuch eine weißliche Flüssigkeit in die darunter liegende Schale rinnt. Diese Flüssigkeit, die annähernd reine Stärke beinhaltet, wird nun getrocknet, bis nur mehr der eingetrocknete Stärkekuchen übrigbleibt.

Diesem werden nun kleingeschnittene Rennschnecken (im Magen der Rennschnecken befinden sich Bakterien, die Hochmolekulare Polysaccharide in simple mono- und disaccharadie umsetzen, oder einfacher gesagt: Stärke zu Zucker wandeln) und klares Trinkwasser zugesetzt. Innerhalb weniger Tage haben die Bakterien große Teile der Stärke umgewandelt und man erhält "Tangnektar" (so zumindest nennen es die wenigen Besucher von Zavitaya, der originale Name "Koliko-Mataëmanoi-kiritaga" bedeutet nämlich Tang-(tägliches Essen)Rennschnecken-Bauchschleim und das klingt nicht so appetitilich)

Das Endprodukt ist eine eher zähflüssige, süße Masse, die eingedickt in Tongefäßen aufbewahrt und zum Süßen von Speisen verwendet werden kann. Es ist meist nur in kleinen Mengen in Haushalten vorhanden, und gesüßte Speisen (oder gar Süßspeisen) sind äußerst hohen Festtagen vorbehalten. (Die Schneckenstücke werden übrigens nicht entfernt, sondern dienen als so etwas ähnliches wie Rosinen oder kandierte Früchte und werden abgeschöpft und als zuckerhaltige Delikatesse anderen Speisen, wie z.B. den gefüllten Kolikoï (s.u.) in kleinen Mengen beigegeben, wenn es besonders lecker schmecken soll)

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Zubereitung

Den Tangnektar kann man durch "Impfung" mit geeigneten Bakterien und Zusatz von klarem Trinkwasser zur Gärung bringen. Das Endprodukt ist das sehr begehrte und leicht (je nach Stärke/Wasserverhältnis etwa  2-5 % Alkohol) alkoholische "Tangbier". Eine Destillation kennen die Zavitayesen nicht.

Der Tangnektar  in seiner ursprünglichen Form wird  zur Süßung von Speisen eingesetzt und in kleinen Mengen oft anderen, würzigen (sprich tangsalzigen) Speisen zugesetzt, um einen feineren Geschmack zu erreichen.

 

Der Tangstaub ist überall dort einsetzbar, wo man ein Stärkehaltiges Produkt braucht:

 

Kolikoï bezeichnet nicht nur den Tang selbst, sodern auch das einfachste Produkt, daß man mit dem Tangstaub herstellt: Wasser wird mit Tangstaub gemischt und mit den hie und da auf den Oberflächen der Flöße wachsenden Schlauchpilzen vermischt. Dadurch ergibt sich ein Teig, der dann in über der Feuerstelle hängenden Töpfen gebacken wird.

Heraus kommt eine Art Fladenbrot, das eben auch Kolikoloï genannt wird. Das kann auch z.B. mit Fischen oder mit Frischtang und Krabben gefüllt, gegessen werden.

Oft wird auch dem Teig bereits kleingehackte Shrimps, Tintenfische oder Muschelfleisch beigemengt.

 

Tangkekse (auf vielfachen Wunsch eines Einzelnen wink.gif )

Eine Festtagsspeise, die nur selten kredenzt wird, aber klassischerweise  Fremden gemeinsam mit Fischtee gereicht wird (man will ja gastfreundlich sein und zeigen, was man hat):

 

Man nehme etwa vier Tassen Tangstaub, zwei Tassen ausgelassenes Störfett und  zwei Tassen  gut auskristallisierten Tangnektar. Dazu benötigt man noch 2-3 mittelgroße Möweneier und je nach Geschmack noch möglichst eine Festlandzutat, die man sich zumeist schwierig erhandelt hat (besonders beliebt sind hier Nüsse und/oder Gewürze).

 

Den Tangstaub auf eine glatte Oberfläche häufen, oben eine kleine Mulde rein und die Möweneier darein schlagen. Das Störfett nach links häufen, den Tangnektar nach rechts. Eventuelle zusätzliche Zutaten nach vorne und hinten legen.  

Jetzt nehme man die Akurei-Muschelschale (diese besitzt einen scharfen relativ geraden Rand und wird etwa bis 40 cm lang, Anm. des Verfassers) und hacke in den Häufchen so herum, daß man alles dabei immer wieder zur Mitte schiebt. Kann man die einzelnen Bestandteile nicht mehr auseinanderhalten, nimmt man den Brocken in die Hände und knetet ihn, bis er sich so anfühlt wie ein junger Seehecht und formt ihn zu einer Kugel, die aussehen soll wie ein mittlegroßer Kugelfisch. Das ganze legt man hin und wartet, bis er aussieht wie ein Kugelfisch, der sich nicht fürchtet.

 

Danach wird er mit einem geeigneten Mittel plattgedrückt bis er nicht dicker ist als eine Flunder und danach in kleinere Teile geschnitten. Sehr beliebt ist hierbei auch das Ausstechen mithilfe von Modeln aus Holz, die häufig den Fischotter, aber auch Fische und andere Tiere darstellen.

 

Danach werden die ausgestochenen Formen in einen geeigneten flachen, mit Störfett gut ausgeschmierten, Topf gelegt und dieser Topf inmitten von im Feuer erhitzten Steinen (zur Not reicht auch die Glut eines Feuers) platziert. Dann heißt es aufpassen, speziell in der Glutvariante: Die Kekse müssen dauernd beobachtet werden und wenn sie sich zu bräunen beginnen, sofort vom Feuer nehmen.

Die Tangkekse halten sich recht lange, sofern sie trocken gelagert werden.

Guten Appetit

 

 

 

 

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Tang kann auf jeden Fall als Baustoff u.ä. genutzt werden. So können die großen Blätter geflochten werden und so Basis für Hüttenwände, Körbe, Seile usw. sein. Die kleinen Blätter oder auch eine bestimmte Sorte wird in kleinen Stücken zwischen die doppelt geflochtenen Wände gestopft. Auf diese Art erlangen die Wände eine größere Stabilität gegen Wind und Wetter und isolieren auch gleichzeitig besser.

 

Solwac   div200.gif

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