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Autoscooter, oder Einkaufen ist gefährlich

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Drachenmann

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Anscheinend kann ich nicht einmal einkaufen gehen, ohne dass die schrecklichsten Dinge passieren.

 

Neulich jedenfalls wollte ich mich am Abend im Supermarkt um die Ecke mit den Grundgütern des täglichen Lebens versorgen,

Kaffee, Milch, O-Saft, Klopapier... was der Mann von Welt eben so benötigt.

 

Ich wollte ja gar nicht der einzige Kunde sein,

aber außer mir war anscheinend das ganze Viertel zu derselben Zeit auf dieselbe Idee gekommen.

Trotz drei besetzter Kassen standen bestimmt sieben oder acht Einkäufer vor mir an.

Gut, was soll's, es dauert eben so lange, wie es dauert.

Hinter mir wächst die Warteschlange weiter, und direkt in meinem Rücken nörgelt eine Rentnerin den Griff ihres Wagens an:

"Herrgott, wie langsam die wieder sind.

Geht das denn nicht schneller?"

Zum Glück sagt sie das nicht so laut, denn von solchen Leuten bin ich recht schnell genervt.

Was können denn die Kassiererinnen dafür, wenn halb Offenbach gleichzeitig einkaufen will?

Und vor allem, wenn sich die Dame hinter mir dieselbe Uhrzeit aussucht,

obwohl sie höchstwahrscheinlich in ihrer Tagesplanung freier ist als die allermeisten um sie herum?

Aber nein, sie muss ausgerechnet dann ihren fußlahmen Kadaver durch den Markt schleppen,

wenn alle es tun... aber dann noch gereizt sein wollen!

 

Ah, es geht einen Meter weiter.

Verdammt, schlechte Augen hat die Alte auch noch, sie drückt mir ihren Wagen in die Ferse.

Ich gehe ein kleines Stückchen vor, denn das ist echt unangenehm.

Keine zehn Sekunden später habe ich den Wagen wieder in meiner Achillessehne hängen.

Weiter vorrücken kann ich aber nicht, sonst glaubt der Mann vor mir noch, ich wollte was von ihm.

Also mache ich einen Entenarsch und drücke den Einkaufswagen zurück.

 

Der nächste Kunde hat bezahlt, jetzt sind nur noch etwa fünf vor mir.

Ich rücke nach, die Alte auch.

Aber ich bin ja nicht dumm und habe vorsorglich meinen Hintern ausgefahren,

den sie auch prompt mit ihrem Wagen trifft.

Ich grinse mir einen und gehe den Schritt vor, den ich zusätzlich zu meinem Vordermann als Abstand gelassen hatte.

Sehr schön, geht doch alles auch ohne Streit.

 

Plötzlich rammt sie mich von hinten, diesmal richtig schmerzhaft!

Jetzt reicht es mir.

Ich drehe mich um und sehe ihr in die bösartig funkelnden Augen.

Schlagartig wird mir klar: Die sieht nicht schlecht, die ist einfach schlecht und fährt mich absichtlich und mit Freude an!

 

Gut, das kann sie haben:

"Sagen sie mal, haben sie was mit den Augen?

Merken sie nicht, dass sie mir die ganze Zeit ihren Dreckseinkaufswagen in die Hacken fahren?"

 

Und was antwortet diese miese, scheintote Schabracke?

 

"Dann trödeln sie halt nicht so herum, junger Mann!

Aber eigentlich könnten sie mich ja ruhig vorlassen, sie haben ja schließlich Zeit!"

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3 Comments


Recommended Comments

Ich hab, ganz nach Tageslaune, in solchen Situationen schon nach hinten geschoben, oder den Kunden hinter dem Drängler gebeten, ihm zu zeigen dass das nicht angenehm ist was er da tut :)

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