<span style='color:blue'><span style='font-family:Bookman Old Style'><span style='font-size:57pt;line-height:100%'> Le Monde</span>
<span style='font-size:17pt;line-height:100%'>No. 320 -</span><span style='font-size:15pt;line-height:100%'> Überparteilich - Freiheitlich - Patriotisch</span><span style='font-size:17pt;line-height:100%'> - Mai 1905</span>
<span style='font-size:37pt;line-height:100%'> Orientierungslose Italiener</span>
<span style='font-size:10pt;line-height:100%'>Madrid, Marseille - Ital. Carabinieri verirrten sich auf dem Weg nach Hause. Franz. Spanienheimkehrer geleiteten sie sicher nach Piemont. Ital. Flotte im Mittelatlantik verfranzt. Auch hier konnte die franz. Marine Hilfreich zur Seite stehen.
Der Grenzposten Jaques Frontière staunte nicht schlecht, als plötzlich eine Gruppe ital. Carabinieri an der Grenze zu Spanien auftauchte. Diese schienen auch etwas verwirrt, denn sie erwarteten offensichtlich einen ihrer Landsleute als Grenzposten. Ratlos standen sie etwas herum, bis einer der Italiener in schlechtem französisch fragte, ob dies die Grenze nach Piemont sei. Erleichtert verneinte Jaques Frontière die Antwort. Allerdings blieb ein Restzweifel, denn es machte ihn stutzig, das jemand so gravierend Osten und Westen vertauschen konnte. Gerade als er Meldung machen wollte, erschien ein franz. Einheit aus Spanien. Diese boten auch gleich ihre Hilfe an und nahmen die Italiener mit zurück nach Marseille. Dort wurde jedem noch ein Kompaß geschenkt, damit ihnen diese Peinlichkeit nicht noch einmal widerfährt. Mit Blumen und einigen Geschenken, als Dank für die Schützenhilfe nach dem Fußballspiel, wurden die Carabinieri zum Hafen gebracht, wo schon die Flotte auf die Heimkehrer wartete. Unter Tränen der Freude und wildem Taschentuch gewinke verließ die Flotte dann den Hafen von Marseille und kehrte in die Piemont-Region zurück.
Etwas anders sah es im Mittelatlantik aus. Die aus Brest ausgelaufene Flotte fand die ital. Flotte im Kreis dümpelnd vor. Kurz überlegte man sich, ob man diese Gunst der Stunde nutzen sollte, aber die Order aus Paris waren eindeutig. So erkundigte man sich höflich nach dem Problem. Wie sich herausstellte ein Kompaßschaden auf allen Schiffen. Die Sextanten wurden zu Hause gelassen, weil man sie für zu altmodisch hielt. Ein Fehler, wie sich ja nun zeigte. Freundlich nahm man die kopflose Flotte in die Mitte und geleitete sie nach Nordafrika, wo sie der Küsten bis nach Tunis folgen kann. Für Notfälle wurde dem Admiral ein ausrangierter franz. Sextant überlassen. So zeigte sich trotz des häßlichen Gesichts des Krieges die eine oder andere Freundlichkeit zwischen den Kriegführenden Nationen.
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<span style='font-size:37pt;line-height:100%'> Das Mikado-Prinzip</span>
<span style='font-size:10pt;line-height:100%'>Balkanregion - Im Osten nichts wirklich Neues. Wieder einmal haben die Bündnisse gewechselt. Die Hauptdevise aber hieß: Wer sich zuerst bewegt hat verloren.
Wer hätte das gedacht. Es ist tatsächlich im Balkan nichts wirklich Neues geschehen. Der neutrale Beobachter muß schon aufpassen, das er sich nicht beim Gähnen ertappt. Manch einer soll schon eingeschlafen sein, was nicht unbedingt einen katastrophalen Einbruch bei der Berichterstattung bedeutete, da der alte Artikel immer noch Gültigkeit hat. Österreich stellt einen schweren Block. Das Osmanische Reich kommt aus seiner Ecke nicht heraus und Rußland wird im Norden langsam vom Deutschen Reich aufgefressen. Vielleicht ist er auch nicht ganz aktuell, denn zur Zeit versuchen mal wieder das Osmanische Reich und Rußland gegen Österreich-Ungarn zu agieren. Großartige Operationen wurden versprochen. Es sollte einige fundamentale und weltbewegende Änderungen in den Stellungen geben, die diese Krise schnell beenden sollen. Doch irgendwie scheint die ganze Taktik im Mikado-Prinzip hängen zu bleiben. Wer sich zuerst bewegt hat schon verloren. Die Situation wird durch die sehr unbeständige Bündnislage noch zusätzlich verkompliziert. So kann man die Lage im Balkan gut mit einem Wetterbericht beschreiben: Morgens viel Nebel, im tagesverlauf eher unbeständig. Am Abend dann Sturm aus Nord, Ost oder West. </span>
<span style='font-size:37pt;line-height:100%'> Schlechte Lage</span>
<span style='font-size:10pt;line-height:100%'>St. Petersburg - Die Lage für den russischen Zaren ist mehr als schlecht. Balkankonflikt fordert zuviel Aufmerksamkeit. Der Verlust Norwegens kündigt sich für den Herbst an.
Die Lage für Rußland ist nur mit mehr als schlecht zu bezeichnen. Voll auf den Balkan konzentriert vernachlässigte er das Deutsche Reich auf sträfliche Weise. Immer wieder betonte der Zar, wie gefährlich das immer weiter erstarkende Deutsche Reich sei, doch die Generäle und Taktiker wollten nichts davon wissen. Der Balkan schien wichtiger. Dort sollte Rußland seine Stärke finden, doch gefunden hat man nur Ablenkung und Schwäche. Nun zahlen sie Stück für Stück den Preis für diese Unachtsamkeit. Letztes Jahr war es Schweden, dieses Jahr ist zumindest Norwegen dran und St. Petersburg wird auch schon bedroht. Diese Verluste werden auch die Südfront im Balkan aushöhlen und schließlich bersten lassen. Damit zeichnet sich ein dramatischer Untergang an, wenn die Diplomaten nichts erreichen.</span>
<span style='font-size:27pt;line-height:100%'> Bigfoot und der blaue Müllsack</span>
<span style='font-size:10pt;line-height:100%'>New York - Haariger Type mit großen Füßen entführt Wachmann das Nationalmuseums. Am. Forscher von Bigfoot-Theorie überzeugt. Seltsame Forderungen verwirren Stadtrat.
Ein Wachmann des New Yorker Nationalmuseums wurde vor Zeugen entführt. Diese beschrieben die Entführer als haarige humanoide Wesen mit großen Füßen. Am. Forscher sehen ihre Bigfoot-Theorie bestätigt. Zweifler wundern sich, das die Forderungen der Entführer schriftlich und in franz. Sprache abgefaßt wurden. Der Stadtrat ist verwirrt über die Forderungen. Die Entführer verlangen eine blauen Müllsack, ein Nußholz und 1000 Franc, wenn der Wachmann wieder auftauchen soll. Franz. Forscher vermuten, das es sich bei den Entführern um die als Verschollen geltenden Prof. Luc Tesson und seine Mannschaft handeln könnte. Sie habe ihre Hilfe bei den Verhandlungen angeboten.</span></span></span>