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[Port Blacksand] Gerichtsverfahren


Skyrock

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Ursprungsstrang

 

Wegen Überlänge und um im Sammelthread nicht unterzugehen als separater Eintrag:

 

Neue Fertigkeit:

Recht Verdrehen (In) Wissen, schwer ungelernt+(0)

 

Startwert: +8

Erwerb bei Spielbeginn: Wissen (2LE)

 

Es gibt gerechte, nachvollziehbare oder wenigstens stringente Rechtssysteme auf Midgard - und es gibt die Justiz von Port Blacksand. Die Richter entscheiden willkürlich, je nachdem wie ihnen die Nase des Angeklagten gefällt, wie sehr sie die Rache seiner Freunde fürchten und zuletzt aber nicht am unwichtigsten danach, wie schwer der Geldsäckel ist den er ihnen unauffällig zuschiebt. Je nachdem werden Präzedenzfälle zitiert, Zeugen und Beweise gewichtet und die Strafe abgemessen.

 

Eine Figur, die Recht Verdrehen gelernt hat, ist geübt darin die Mühlen der Blacksander Justiz zu überleben und beherrscht entsprechende spezialisierte Teilbereiche von Beredsamkeit, Etikette, Gassenwissen, Landeskunde (Clanngadarn), Menschenkenntnis, Verhören und Verstellen. Sie kennt die Richter und deren Persönlichkeiten, Verstrickungen und Bestechungsschwellen, kann gegenteilige Präzedenzfälle heranziehen und rhetorisch geschickt präsentieren, weiß wo sie brauchbare Gegenzeugen günstig auftreiben kann und kann Löcher in den Aussagen von unliebsamen Zeugen und Beweisstücken auftun.

 

Angesichts der engen Anwendbarkeit und der hohen Lernkosten werden nur wenige Spielerfiguren diese Fertigkeit erwerben wollen, sondern lieber die Dienste darin geschulter Nichtspielerfiguren erwerben.

Die Gilde der Justiziare bietet jedermann, der sie bezahlen kann, die Dienste freischaffender Anwälte. Die meisten anderen Gilden haben einen oder mehrere fest angestellte Justiziare, die ihren Mitgliedern vergünstigt oder umsonst zur Verfügung gestellt werden, um Gerichtsstreite auszufechten (ausgenommen natürlich solche gegen die Gilde selbst).

 

Gerichtsverfahren in Port Blacksand

 

Festnahme und Gewahrsam

Jeder, der eines Verbrechens verdächtigt wird, kann von der Stadtgarde festgenommen und vor Gericht geführt werden. Die Stadtgarde hat sehr viel Spielraum dabei, Verbrechen zu mutmaßen, und zieht dabei auch in Betracht wie sehr ihr die Nase des Betreffenden gefällt und ob (echte oder eingebildete) Opfer des Verbrechens kaufkräftige Argumente für die Festnahme liefern. Für jeden, der das Geld zur Hand hat, ist jetzt ein guter Zeitpunkt um Bestechungsgeld zu zücken ehe der Fall auf der Distriktwache aktenkundig wird!

 

Der Gewahrsam zwischen Festnahme und Gerichtsverfahren dauert 1W6 Tage. Während dieser Zeit wird der Verdächtige in der Distriktswache untergebracht. Die Distriktwachen haben keine besonders scharfe Sicherheit, so dass Ausbrüche recht häufig sind (den Ausbrecher und seine wiedererkennbaren Fluchhelfer aber brandmarken, besonders wenn auf der Flucht Stadtgardisten zu Tode kommen!)

 

Auf Geheiß von Lord Azzur, seinen Offizieren oder des Distriktcaptains (oder "Opfern", die einen der genannten schmieren können), können besonders schwerwiegende oder gefährliche Verdächtige auch in den Kerkern von Lord Azzurs Palast verbracht werden. Ausbrüche hieraus sind de facto unbekannt.

 

Gerichtsstand

Die meisten Fälle werden am dem heruntergekommenen städtischen Gerichtshof in der Wool Street verhandelt.

 

Spektakuläre, diplomatisch verzwickte und ähnlich pikante Fälle landen vor Lord Azzurs Offizieren. Diese Leute sind im allgemeinen wohlwollend gegenüber hochgestellten Persönlichkeiten, andererseits hart gegen den Pöbel.

 

Lord Azzur selbst spricht nur dann Recht, wenn Revision eingelegt wird (s.u.)

 

Verstöße gegen Gildenregeln (z.B. Verstoß gegen Arbeitsverbot an Ljos- und Myrkdagen, Pfusch) werden von der Gildengerichtbarkeit geregelt, nicht von der städtischen Gerichtbarkeit. Das Gericht besteht hier einfach aus einer kurzfristigen Zusammenkunft aller Gildenmeister, die binnen 1W6 Tagen anberaumt wird.

Gewahrsam ist hier unbekannt. Stattdessen wird ein Pfand je nach Art der Gilde erhoben, das nach Erscheinen vor dem Gildengericht zurückerstattet wird. Die Höhe schwankt sehr stark zwischen den Gilden, von 5GS bei armen Gewerben wie Rattenfängern bis zu 100GS für die reichen Gilden der Kaufleute, Justiziare und Magier.

Bei Nichterscheinen vor dem Gildengericht erlöschen Pfand und Gildenmitgliedschaft.

 

Anwälte

Der erste Schritt ist es, sich einen Anwalt zu besorgen, sofern der Angeklagte nicht selbst ein Rechtsgelehrter ist.

Die Gilde der Justiziare hält unabhängige Anwälten bereit, die gegen eine Gebühr jedermann verteidigen. Die Stadtwache ist dazu verpflichtet, einem Angeklagten einen Anwalt zu besorgen.

 

Die einzelnen Gilden haben zudem eigene Justiziare, die ihren Mitgliedern verbilligt oder sogar umsonst beistehen. Natürlich können diese nicht genommen werden, wenn es die Gilde selbst ist die den Verdächtigen beklagt!

 

Die Gilde der Justiziare hat jeden Tag 1W6 Mietanwälte bereitstehen. Diese haben jeweils einen effektiven Erfolgswert von 4+2W6 in Recht Verdrehen und kosten Erfolgswertx2 +1W20GS als Fallpauschale. (Bei mehreren Figuren wird die Fallpauschale pro Figur fällig.)

Die Kompetenz der Anwälte ist geheim; es erfordert jeweils einen EW in Etikette, Gassenwissen, Landeskunde (Clanngadarn), Menschenkenntnis oder Recht Verdrehen, um den Erfolgswert in Erfahrung zu bringen.

Sofern keiner dieser Anwälte angeheuert wird, sind sie alle auf den nächsten Tag vom Markt, und 1W6 neue Anwälte mit neuen zufällig ermittelten Werten stehen bereit. Wehe dem, der bis zum Tag des Verfahrens einen noch besseren Anwalt sucht und dann feststellt, dass auf den letzten Drücker nur noch ein rotnasiger Saufbold (EW +6) für 32GS zu haben ist...

 

Bestechung

Es ist in Port Blacksand gute und insbesondere von Richtern gern gesehene Tradition, Bestechungsgelder anzubieten. Die Kunst des Bestechens ist, zu wissen welcher Richter wie teuer ist.

 

Jede Reduktion des Punktekontingents kostet:

  • Gildengericht 1W20 GS
  • Städtischer Gerichtshof 1W20 x 5 GS
  • Lord Azzurs Offiziere 1W20 x 10 GS
  • Lord Azzur 500GS (konstant und jedermann bekannt)

Reduktion des Punktekontingents durch Bestechung ist nach oben offen - schließlich _ist_ die Gerechtigkeit in Port Blacksand käuflich!

 

Um den Preis in Erfahrung zu bringen, braucht es einen EW Etikette (nur Lord Azzurs Offiziere), Gassenwissen (nur städtischer Gerichtshof), Geschäftssinn (nur Gildengerichte), Landeskunde (Clanngadarn) oder Recht Verdrehen. Dieser Wurf kann während jedem Tag des Gewahrsams abgelegt werden, und natürlich kann dazu die Expertise eines eventuell angeheuerten Anwalts eingeholt werden.

Wer bis zum Verfahren immer noch keine Ahnung vom Tarif hat, kann nur blind Bestechungsgeld bieten, ohne abschätzen zu können was es bringt und ob draufgezahlt wird.

 

Regeltechnischer Ablauf des Gerichtsverfahrens

Das Gerichtsverfahren beginnt mit der Feststellung des Punktekontingents des Falles. Dieses Punktekontingent legt fest, als wie schwerwiegend das Vergehen von den Richtern bewertet wird und welche Strafe dem Angeklagten blüht.

 

Durch erfolgreiche (und misslungene) Erfolgswürfe steigt oder sinkt das Kontingent im Laufe des Verfahrens.

Insgesamt werden 5 Erfolgswürfe abgelegt. Zulässig sind:

  • Beredsamkeit
  • Etikette
  • Gassenwissen
  • Landeskunde (Clanngadarn)
  • Geschäftssinn (nur vor Gildengerichten)
  • Recht Verdrehen #
  • Verhören

Jede Fertigkeit darf nur für einen der EWs genutzt werden, außer Recht Verdrehen, die für beliebig viele Würfe herangezogen werden kann. Es ist vor Gericht kein Schaden, ein guter Rhetoriker oder Höfling zu sein, aber für echte Erfolge braucht es einen guten Anwalt.

Jeder Erfolg reduziert das Punktekontingent um 1. Jeder Fehlschlag erhöht es um 1. Kritische Erfolge senken das Kontingent um 1W6 Punkte. Kritische Fehlschläge erhöhen das Kontingent um 1W6 Punkte.

 

Ermittlung des Punktekontingents

 

Gerichtsstand:

0 Gildengericht

2 Städtischer Gerichtshof

2 Lord Azzurs Offiziere

2 Lord Azzur

 

Stand (alle Gerichte außer Lord Azzur und seinen Offizieren):

2 Adel

4 Mittelschicht

6 Volk

8 Unfrei

 

Stand (nur unter Lord Azzurs Offizieren und bei Lord Azzur)

0 Adel

3 Mittelschicht

7 Volk

10 Unfrei

 

Verbrechen:

0 Leicht (illegale Einwanderung, Handel ohne Lizenz, Ruhestörung, Schlägereien, Mißachtung von Befehlen der Stadtgarde, Schuldenprellerei/Diebstahl bis 1GS)

2 Mittel (Körperverletzung, Hehlerei, Kauf von Diebesware, Falschspiel, Verkauf minderwertiger Waren, Schuldenprellerei/Diebstahl bis 10GS)

4 Schwer (Totschlag, Steuerhinterziehung, Schuldenprellerei/Diebstahl bis 1.000GS)

6 Kapitalverbrechen (Mord, Brandstiftung, Piraterie*, Schuldenprellerei/Diebstahl über 1.000GS)

-2 reine Anstiftung/Beihilfe zu Verbrechen, keine eigene Durchführung

 

Sonstige Umstände

2 Widerstand gegen die Staatsgewalt (jegliche Verletzung von Stadtgardisten unterhalb vom Tod)

2 Gefängnisausbrecher

4 Tötung eines Stadtwächters (und zusätzliches Verfahren wegen Mord/Totschlag)

1 Wiederholung der gleichen Tat (kumulativ)

2 als Verbrecher registriert (d.h. schon einmal von einem Blacksander Gericht bestraft)

4 aus Stadt verbannt

 

Bestechung

-1 pro Bestechungspunkt (kumulativ)

 

Strafmaß und Strafen

0- Günstiges Urteil - der Fall wird niedergeschlagen (keine Aufzeichnungen!) und der Beklagte erhält auch noch 3W6 x 5 GS aus der Stadtkasse als Entschädigung für die Unannehmlichkeiten

1 Fall niedergeschlagen (keine Aufzeichnungen!)

2 Fall niedergeschlagen (keine Aufzeichnungen!)

3 Freispruch

4 Freispruch

5 Milde Geldstrafe (3W6 SS)

6 Milde Prangerstrafe (1W3 Tage am Pranger auf dem Marktplatz) §

7 Prangerstrafe (2W6 Tage am Pranger auf dem Marktplatz) §

8 Geldstrafe (3W6 GS)

9 Zwangsarbeit (1W20 Monate)

10 Empfindliche Geldstrafe (1W20 x 10 GS)

11 Zwangsarbeit (1W6 Jahre)

12 Vernichtende Geldstrafe (1W20 x 100 GS)

13 Zwangsarbeit (3W6 Jahre) §

14 Verkauf in die Sklaverei $ §

15 Auspeitschung §

16 Folter §

17 Verstümmelung §

18 Lebenslängliche Verbannung aus Port Blacksand § $

19 Lebenslängliche Kerkerhaft (unter Lord Azzurs Palast) $

20+ Hinrichtung § $

 

§ siehe Notizen

$ sämtliches Hab und Gut des Beklagten fällt an die Stadt Port Blacksand

 

Auspeitschung

Auspeitschungen finden stets öffentlich auf dem Hinrichtungsplatz statt und ziehen vereinzelt Schaulustige an, die sich hier und da zu einem lauen Anfeuerungsruf verleiten lassen. (Den meisten Blacksandern ist das Schauspiel einfach nicht blutig genug.)

Eine Figur, die ausgepeitscht wird, reduziert ihr AP-Maximum um 1W3. Bei einem Gradanstieg bzw. Neuauswürfeln gegen Erfahrungspunkte wird das neue AP-Maximum wieder ganz normal bestimmt.

 

Folter

Folterungen finden stets öffentlich auf dem Hinrichtungsplatz statt und ziehen stets etliche Schaulustige an, die den Folterknecht anfeuern und Vorschläge skandieren.

Eine Figur, die gefoltert wird, reduziert LP-Maximum und Ausdauerbonus dauerhaft um 1.

 

Geldstrafen

Geldstrafen sind stets sofort fällig. Wenn die Figur das Geld nicht verfügbar hat, wird sie im Schuldturm in Lord Azzurs Palast festgehalten, bis Freunde und Verwandte das Geld beigetrieben haben.

Jeden Monat besteht eine 20%-Chance, dass Port Blacksand des Durchfütterns eines nutzlosen Schuldners überdrüssig wird und einen anderen Plan entwirft:

1-13: Zwangsarbeit (1 Tag pro GS Geldstrafe)

14-15: Lebenslängliche Verbannung aus Port Blacksand

16-19: Verkauf in die Sklaverei

20: Hinrichtung

 

Hinrichtung

Port Blacksand macht aus jeder seiner Hinrichtungen ein Spektakel für die abgestumpften Massen und legt dabei eine erschreckende Kreativität an den Tag, was Hinrichtungsmethoden angeht (W20):

1. All-Comers-Kampf in der Arena bis zum Tod

2. Aufhängen an einem Haken

3. Aufhängen an einer Kette an der Außenseite der Stadtmauer

4. Ausstellen im Gibbet im Stadtgebiet

5. Erwürgen

6. Erhängen

7. Ertränken

8. Herabstoßen von der Spitze des Nothuns-Tempels

9. Herausschleudern aus der Stadt per Katapult

10. Kielholen unter der "Face of Chaos"

11. Köpfung per Axt

12. Kreuzigen

13. Pfählen

14. Steinigen

15. Totschlagen mit stumpfen Waffen

16. Über die Planke ins Hafenbecken treiben

17. Verbrennen auf dem Scheiterhaufen

18. Verfüttern an Lord Azzurs fleischfressende Pflanzen im Stadtpark

19. Verfüttern an die wilden Tiere in der Arena

20. Vierteilen

 

Lebenslängliche Verbannung aus Port Blacksand

Die Figur wird mit nichts als den Kleidern an ihrem Leib von zwei Trollen zum Stadttor geschleift und danach mit einem Hinterntritt aus der Stadt befördert. Ihr Steckbrief wird an allen Toren ausgehängt, damit die Wächter den Verbannten erkennen. Wer verbannt wurde und beim Versuch der Wiedereinreise erwischt wird, landet direkt vor Gericht wegen illegaler Einreise.

 

Pranger

Die Figur wird auf dem Marktplatz an den Pranger gestellt und bekommt ein Schild umgehängt, auf dem in großen Lettern in Comentang Name, Herkunft und Missetat für jedermann gut lesbar aufgeschrieben werden. Für die zahlreichen Analphabeten wird auch noch ein Bild aufgemalt (wie ein Bierkrug für trunkene Ruhestörung). Während dieser Zeit erhält der angeprangerte gerade genug trockenes Brot und Wasser, um am Leben zu bleiben.

Die Menge hat das Recht, den Angeprangerten mit faulem Obst, Gemüse und Eiern zu bewerfen und macht davon tagsüber auch ausgiebig Gebrauch. (Zahlreiche Bettler mit Bauchläden und Bollerwägen sind stets um den Pranger herum unterwegs und preisen lauthals das Pfund fauler Lebensmittel für 1KS an.)

Nachts, wenn die Präsenz der Stadtwache reduziert ist, kommt es vor dass rachsüchtige Feinde, perverse Lustmolche oder einfach nur gelangweilte Tunichtgute sich auf den Marktplatz schleichen um die Angeprangerten zusätzlich zu pieksen, zu befingern oder zu verprügeln - oder dass Freunde (oder Feinde von Feinden) der Angeprangerten sie losschneiden und wegschaffen. Das Zusammentreffen dieser verfeindeten Gruppierungen führt gelegentlich zu großen Straßenkämpfen auf dem nächtlichen Marktplatz.

 

Sklaverei

Die Figur wird zu Lord Azzurs Palast verschleppt, wo sie je nach Geschlecht im Gladiatorentrakt bzw. Serail festgehalten wird. Dort wird sie 1W6 Tage lang gewaschen, aufgepäppelt, aufgehübscht und grob durch einen wertsteigernden Crashkurs gepeitscht, um sie anschließend auf dem Marktplatz als Sklaven zu verkaufen. Der Crashkurs bringt 1W6-3 PP in Athletik (männlich) oder Verführen (weiblich), aber da enden auch schon die Vorteile dieser Strafe.

Die Versteigerung ist öffentlich, so dass die Freunde des Verurteilten mitbieten können, um damit vielleicht das Schicksal nochmal abwenden zu können. Besonders dann wenn die Gruppe vermögende Gegenspieler hat, kann es ein kleines Abenteuer für sich werden, diese am Auktionstag von der Teilnahme abzuhalten...

 

Verstümmelung

Verstümmelungen finden stets öffentlich auf dem Hinrichtungsplatz statt und ziehen stets etliche Schaulustige an, die den Folterknecht anfeuern. Nach der Verstümmelung wird das Körperteil aufgespießt und an exponierter Stelle zur Abschreckung zur Schau gestellt.

Das Körperteil wird zufällig mit 1W10 bestimmt:

1: Rechter Arm (wie kritischer Schaden 41-47)

2: Linker Arm (wie kritischer Schaden 48-55)

3: Rechtes Bein (wie kritischer Schaden 56-64)

4: Linkes Bein (wie kritischer Schaden 65-73)

5: Rechtes Auge (wie kritischer Schaden 98-99)

6: Linkes Auge (wie kritischer Schaden 98-99)

7: Rechtes Ohr (wie kritischer Schaden 86-89)

8: Linkes Ohr (wie kritischer Schaden 86-89)

9: Nase (wie kritischer Schaden 81-85)

10: Finger (zufällig mit 1W10 bestimmen, 1=linker kleiner Finger, 10=rechter kleiner Finger)

 

Zwangsarbeit

Die Figur wird dazu gepresst, für nichts als grundlegendste Kost und Logis Schwerarbeit für die Stadt zu verrichten. Möglichkeiten umfassen Straßenbau und -reparatur, Arenakämpfe, Ruderer auf Lord Azzurs Schiff "Face of Chaos", Kanalisationswartung oder Erforschung der Gewölbe unter Blacksand.

 

Revision

Eine Figur, die mit dem Urteil nicht einverstanden ist, kann Revision einlegen und Nachverhandlung vor Lord Azzur persönlich verlangen.

Da jeder kleine Bettler mit 3 Silberlingen Geldstrafe "Ich bin unschuldig!" schreit, während die Trollgardisten ihn zum Schuldturm zerren, hat der Blacksander Justizapparat sehr effektive Filtermechanismen entwickelt, die es schwer machen tatsächlich Revision zu bekommen wenn man nicht gerade stinkreich ist, gute Beziehungen unterhält oder einfach einen guten Anwalt hat.

 

Anwälte verlangen für den Antrag auf Revision und für die Revisionsverhandlung selbst eine neue Fallpauschale.

 

Wer einen Gefallen bei einer Alten Familie, einer großen Gilde oder Lord Azzur hat, dessen Revisionsantrag ist automatisch erfolgreich wenn er diesen einlöst.

Ansonsten braucht es einen erfolgreichen EW auf Etikette, Landeskunde (Clanngadarn) oder Recht Verdrehen.

Hierbei gelten folgende Modifikatoren:

0 Figur ist Adelig

-2 Figur entstammt Mittelschicht

-4 Figur kommt aus dem Volk

-6 Figur ist Unfrei

+1 pro 100GS Bestechungsgeld (kumulativ)

 

Bei einem Mißerfolg wird die Revision unwiderruflich abgelehnt.

Bei einem Erfolg kommt es zur Revisionsverhandlung. Die Revision findet stets am Myrkdag des Monats statt. Der Verurteilte wird unter schwerer Bewaffnung in den Verhandlungssaal des Palastes getrieben, wo Lord Azzur (oder einer seiner Doppelgänger) hinter einer vergitterten Trennwand schweigend thront und scheinbar höflich den Argumenten des Verurteilten lauscht.

 

Wegen der Straffheit der Verhandlung gibt es nur einen Erfolgswurf, der dafür aber stärkeren Effekt hat: Bei einem Erfolg verbessert sich das Kontingent um 1W6 Punkte, bei einem Misserfolg steigt es um 1W6 Punkte, bei einem kritischen Erfolg verbessert es sich um 5W6 Punkte - und bei einem kritischen Misserfolg schießt es um 5W6 nach oben.

 

Das revidierte Urteil ist unwiderrufbar.

Es besteht eine 10%-Chance, dass Lord Azzur auf Sippenhaft besteht und fordert, dass auch der Anwalt und die Freunde, Verwandten und Begleiter des Verurteilten dem gleichen Urteil unterworfen werden.

 

Ausführliches Beispiel:

Aelfred der albische Söldner (Mittelschicht, Gassenwissen +12, Gefallen bei der Alten Familie der Kobassis) hat sich in eine Schlägerei verwickeln lassen und wurde dabei von der Wache festgenommen. Hierbei widersetzte er sich und verletzte eine der Wachen. Davon abgesehen ist er bislang ein unbeschriebenes Blatt.

Weil der Fall Routine ist, entscheidet der Spielleiter dass sich der städtische Gerichtshof darum kümmert - für Lord Azzurs Offiziere ist er schlichtweg zu unwichtig.

 

Er gerät zunächst in Gewahrsam. Der Wurf von 1W6 ergibt 1 - er hat damit nur einen Tag Zeit, sich einen Anwalt zu suchen! Er zögert auch nicht lange und lässt seine Freunde umgehend den besten Anwalt auftreiben, der sich für Geld finden lässt.

Der 1W6-Wurf für die Anzahl der freien Anwälte ergibt 1, es gibt also nur einen. Der 2W6-Wurf für Kompetenz erbringt eine 7, der W20-Wurf für die Kosten eine 13. Der Anwalt hat somit Recht Verdrehen +11 und kostet 35GS. Aelfred bringt die Kompetenz mit einem EW:Gassenwissen in Erfahrung und entscheidet sich dafür, den Anwalt anzuheuern.

 

Der Anwalt rät Aelfred dringend dazu, das Gericht zu bestechen. Aelfreds EW:Gassenwissen, um die Bestechungsschwelle festzustellen mißlingt, aber der EW:Recht Verdrehen des Anwaltes zum gleichen Zweck gelingt, womit bekannt ist wie käuflich der zuständige Richter ist. Der W20-Wurf erbringt eine 12, jeder Punkt Kontingentverbesserung kostet also 60GS. Da Aelfred auf Nummer sicher gehen will, lässt er seinem Anwalt 120 von seinen 150 verbleibenden GS an die Richter überbringen, was ihm -4 Kontingent erbringt. (Die verbleibenden 30GS hätten keinen Nutzen mehr gehabt, weshalb er sie lieber behält.)

 

Schließlich kommt der Tag der Verhandlung.

Das Kontingent sieht wie folgt aus:

 

+2 Gerichtsstand (Städtischer Gerichtshof)

+4 Stand (Mittelschicht)

0 Leichtes Verbrechen (illegale Einwanderung, Handel ohne Lizenz, Ruhestörung, Schlägereien, Mißachtung von Befehlen der Stadtgarde, Schuldenprellerei/Diebstahl bis 1GS)

+ 2 Widerstand gegen die Staatsgewalt (die verletzte Stadtwache)

-2 Bestechung (2 Bestechungspunkte à 60GS = 120GS)

 

= 6

 

Das Kontingent startet somit bei 6 - die Richter platzen umgehend mit der Forderung nach 3 Tagen Prangerstrafe heraus. (Ohne die Bestechung wäre Aelfred bei 8 gestartet, was eine Geldstrafe entspricht.)

 

Da Aelfreds Gassenwissen besser als die Rechtsverdrehungskünste seines Anwalts sind, macht er den ersten der fünf Erfolgswürfe auf sein Gassenwissen, um einen präparierten Zeugen zu präsentieren den er über seine Kenntnis der örtlichen Halbwelt aufgegabelt hat.

Da er Gassenwissen nur einmal einsetzen darf, müsste er für die restlichen vier Würfe entweder auf ungelernte Fertigkeiten zurückgreifen oder auf das Recht Verdrehen seines Anwalts einsetzen. Er beschließt, für den Rest seinen Anwalt für sich reden zu lassen.

 

Die Würfe gehen wie folgt aus:

1. EW: Gassenwissen - Erfolg (-1)

2. EW: Recht Verdrehen - Erfolg (-1)

3. EW: Recht Verdrehen - Fehlschlag (+1)

4. EW: Recht Verdrehen - Fehlschlag (+1)

5. EW: Recht Verdrehen - Kritischer Fehlschlag (+1W6 = +6!)

 

Der Auftakt verläuft so gut, dass der Richter sogar einen Freispruch erwägt. Danach baut der Anwalt aber einige Schnitzer, die den Richter wieder in Richtung Prangerstrafe treiben. Am Ende macht der Anwalt alles zunichte, und der Richter entscheidet sich für eine vernichtende Geldstrafe (1W20 x 100GS). Der W20 ergibt eine 18, so dass der Richter bei der Urteilsverkündung eine Strafe von 1.800GS verhängt - wesentlich mehr, als sich Aelfred leisten kann, der daraufhin im Schuldturm landet.

 

Aelfred hat keine Lust, diese Strafe auf sich sitzen zu lassen, und will in Revision gehen.

Nach dieser Pleite hat Aelfred erst einmal genug davon, sich auf Anwälte zu verlassen, und benutzt stattdessen seinen Gefallen bei den Kobassis um den Antrag zu stellen, wodurch dieser ohne Wurf automatisch durchgeht.

 

Am nächsten Myrkdag findet er sich vor Lord Azzur wieder. Die 500GS pro Bestechungspunkt bei einem Schwergewicht wie Azzur kann Aelfred sich nicht leisten, womit er auch so das Verfahren bestehen muss.

Sein Kontingent in der Revision sieht wie folgt aus:

 

+2 Gerichtsstand (Lord Azzur)

+3 Stand (Mittelschicht - Lord Azzur ist diesem gegenüber großzügiger als seine Gerichte)

0 Leichtes Verbrechen (Schlägerei)

+2 Widerstand gegen die Staatsgewalt (verletzter Gardist)

 

=7

 

Azzur folgt dem Verfahren schweigend, tendiert aber gedanklich dazu, die Geldstrafe zu annullieren und stattdesssen nur eine Prangerstrafe auszusprechen.

Aelfred verlässt sich erneut auf sein Gassenwissen, um einen guten Zeugen aus der Halbwelt aufzutreiben und diesen für sich sprechen zu lassen.

 

Beim EW:Gassenwissen fällt ein kritischer Erfolg - Aelfred reduziert sein Ergebnis um 5W6, was eine 14 ergibt. Damit ist der neue Endstand -7.

 

Lord Azzur verkündet, dass der Fall niedergeschlagen wird, und ordnet die Streichung der Aufzeichnungen am städtischen Gericht an, womit Aelfred nun wieder ein unbeschriebenes Blatt ist, wenn er erneut vor Gericht landet. Zudem weist Azzur seine Bediensteten an, Aelfred für seine Umstände mit 35 GS zu entschädigen (3W6-Wurf ergab 7).

(Der Prozentwurf auf Sippenhaft entfällt, da Aelfred alleine angeklagt ist und keinen Anwalt dabei hat.)

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