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    Die Zwillingskistchen - Beitrag zum Thema des Monats Oktober 2014


    Die Zwillingskistchen

     

     

    Kurzbeschreibung

     

    Es handelt sich hier um zwei Kistchen, die meist getrennt voneinander aufbewahrt werden, jedoch eine Einheit bilden. Das eine ist nicht ohne das andere zu öffnen und umgekehrt.

    Sie sind in ihrer Funktionsweise und in ihrem Grundaufbau gleich, nur äußerlich gibt es Unterschiede. Zu jedem Kistchen gibt es drei Schlüssel aber nur jeweils einer von ihnen schließt auch das richtige Schloss.

     

    Eine Kistchen hat eine Länge von 20 cm, eine Breite von 15 cm und eine Höhe von 10 cm. Dazu kommt der gerundete Deckel mit einer Höhe am Scheitelpunkt von 4 cm. Der Boden des Kistchens setzt sich des Weiteren an einer Breitseite um 10 cm fort und bildet die Unterlage für kunstvoll gearbeitete Figürchen (eine davon ist ein lanzentragender Ritter).

     

    Die Schauseite des Kistchens ist auch die Seite, an der der Deckel aufspringt. Hier findet sich ein Relief mit verschiedenen Figurengruppen. Zusätzlich geschmückt ist diese Seite mit diversen Edel- und Halbedelsteinen.

    Die Breitseite, an die die das Diorama anschließt, bildet den Hintergrund zu eben diesem. Des weiteren finden sich hier einige dünne Löcher in der Wand. Außerdem finden sich hier weitere vier Öffnungen an den Rändern der Breitseite, je zwei links und rechts, bzw. oben und unten.Auf der Schauseite ist die untere Öffnung durch ein zum Diarama gehörendem „Gebirge“ verborgen, dass sich von der Kiste bis über den Rand hinaus durchzieht und bis auf etwa 5 cm Höhe kommt. Am Ende des Gebirges ist die Öffnung allerdings sichtbar und durch sie führt ein Gestänge dessen Ende eine Hand bildet, deren Finger hakenförmig gekrümmt sind. Die obere Öffnung ist hier frei sichtbar. Auf der Schauseite ist die untere Öffnung frei, dafür die obere von einem Wolkenband verdeckt, dass sich ebenfalls über die gesamte Breite des Diaramas und darüber hinaus zieht, allerdings verdecken diese die oberen 5 cm. In der Mitte des Wolkenbandes ist eine Sonne zu sehen, die diese durchbricht. Auch hier führt ein Gestänge durch einen „Wolkentunnel“ dessen sichtbares Ende ebenfalls von einer „Hakenhand“ geschmückt ist.

    Die gegenüberliegende Breitseite zeigt stilisierte Zahnräder, Sprungfedern, Stangen und Knöpfe. Zwei von diesen Knöpfen sind tatsächlich betätigbar. Sollten beide Knöpfe auf beiden Kistchen gleichzeitig gedrückt werden, kann man sie wieder voneinander trennen.

    Auf der Rückseite findet sich das selbige wie auf der zweiten Breitseite, nur dieses Mal nicht in stilisierter Form. Zwischen einer Vielzahl ineinander greifenden Zahnrädern, kunstvoll gearbeitet und wie die Schauseite ebenfalls mit Edelsteinen verziert, finden sich drei Schlösser.

    Wird eines der Schlösser geöffnet, beginnt sich das gesamte Uhrwerk zu drehen, einschließlich der verborgenen Mechanik innerhalb des Kistchens. Es ist unmöglich, sich das Gesamtbild der Mechanik vorstellbar zu machen.

     

     

    Funktionsweise

     

    Die beiden Kistchen sind durch die insgesamt vier Hakenhände zu einer Einheit verbindbar. Gleichzeitig sorgt jeweils eine der Hakenhände dafür, dass der Öffnunsgmechansimus der Kistchen miteinander verbunden wird. Des Weiteren muss darauf geachtet werden, dass die Lanzen der beiden Ritter durch die richtige gegenüberliegende Figur und somit in das richtige Loch an der nun gegenüberliegenden Wand geführt wird.

    Nun erst können die Kistchen geöffnet werden, wobei die Schlösser für die Kistchen auf dem jeweiligen Zwillingskistchen zu finden sind. Sprich, eines der Schlösser auf Kistchen 1, öffnet Kistchen 2, und eines der Schlösser auf Kistchen 2 öffnet Kistchen 1.

     

     

    Ein Falle, viele Möglichkeiten sie zu aktivieren

     

    Sollte das Kistchen unsachgemäß geöffnet werden, wird eine Falle ausgelöst. Einer unachtsamen Person mag es erscheinen, als wäre der Deckel aufgesprungen, in Wirklichkeit drücken zwar Federn den Deckel auf, jedoch ohne deren Bodenplatte. Gleichzeitig wird eine gläserne Phiole durch einen Eisendorn zerstört, woraufhin der Inhalt der Phiole mit dem eindringenden Sauerstoff reagiert. Das dadurch entstehende Schlafgas sollte für den Möchtegerndieb unangenehme Folgen haben.

     

    Schlafgas: Virulenz: + 50

    Wirkungsbereich: 1m Umkreis (sprich die öffnende Person)

    wirkt sofort, wenn eingeatmet

    verflüchtigt sich nach etwa 1 min

    Das Opfer wird für 1 W20 h bewusstlos. Wenn es aufwacht, leidet es unter starken Kopf- und Gliederschmerzen: - 8 auf alles und

    höchstens B4 für noch mal den selben Zeitraum, den das Opfer bewusstlos war.

     

    Die Falle wird ausgelöst, wenn:

    versucht wird ein Kistchen zu öffnen, ohne, dass das zweite daran angeschlossen ist.

    das falsche Schloss verwendet wird.

    der falsche Schlüssel verwendet wird.

    auch nur eine der beiden Lanzen der Ritter durch die falsche Figur und somit in das falsche Loch geführt wird.

    ein Kistchen geöffnet wird, aber beim zweiten Kistchen der richtige Schlüssel nicht im richtigen Schloss steckt. (Sie müssen nicht gleichzeitig betätigt werden.)

     

    Ein Dieb, der sich am Schlösseröffnen versucht muss 1. beide Kistchen vereinigt haben (ohne die Falle auszulösen) und braucht 2. mindestens einen passenden Schlüssel im richtigem Schloss. (Oder einen zweiten Dieb.) Das Öffnen des Schlosses ist mit EW: -8 durchzuführen. Sollten zwei Diebe ohne Schlüssel am Werk sei, müssen beide gleichzeitig diesen Wurf durchführen (und schaffen) um in diesem Fall beide Kistchen gleichzeitig zu öffnen.

    Ein Kistchen alleine lässt sich nicht öffnen, auch nicht bei einem kritischen Erfolg. Der verhindert im besten Fall das Auslösen der Falle (entschärft sie nicht!) und gibt dem Dieb etwas Einsicht über die Funktionsweise der Schlösser.

     

     

    Eine Rückversicherung

     

    Sollte versucht werden, das Kistchen mit Gewalt aufzubrechen, also das Schloss oder die Scharniere zerstört werden oder versucht werden den Boden des Kistchens abzutrennen, vernichtet Säure den zumindest papierenen Inhalt des Schmuckstückes.

     

     

    Hintergrund

     

    Die beiden Kistchen wurden vor vier Generationen in den Küstenstaaten von einem genialen Künstler und Techniker hergestellt. Auftraggeber waren die Oberhäupter der beiden Familien Montalet und Capague. Diese beiden Familien waren über einen langem Zeitraum miteinander in Streit gelegen. Ein Liebesdrama zwischen dem fünfzehnjährigem Sohn der Montalets und der dreizehnjährigen Tochter der Capagues, das nach langem Hin und Her, gepaart mit jugendlichem Leichtsinn und Ungeduld letztlich zum Selbstmord der beiden führte, ließ die beiden Familienoberhäupter ihren Streit begraben. Nach langsamer Annäherung entschloss man sich zu einem Familienbündnis mit gewissen Sicherheiten. Als Behälter für diese Sicherheiten dienen die beiden Kistchen, die einmal im Jahr bei einem großen Fest zusammengefügt und geöffnet werden. Im Laufe der Jahre haben sich hier verschiedenste Traditionen eingebürgert. Zum Beispiel werden die drei Schlüssel jedes Kistchens (wobei nur einer schließt, nicht vergessen!) von drei auserwählten Träger der Familien nach vorne gebracht. Und am Ende der Zeremonie auch wieder an drei andere Träger verteilt. Dies können durchaus auch Angehörige der anderen Familie sein. Die Oberhäupter der Familien öffnen die Kistchen natürlich gemeinsam, nehmen ihren Teil eines Vertragwerkes heraus, fügen ihn zusammen und tragen den Inhalt des Schriftstückes vor. Erinnerungsstücke an die verstorbenen Jugendlichen werden gezeigt. Man stellt sich gegenseitig die Frage, ob die Durchführung der Pfändungen gewünscht wird, was natürlich traditionell verneint wird. Dies alles mit wohlgesetzten Worten, langen Reden und Trinksprüchen. Danach werden die Schriftstücke wieder in die Kistchen gelegt, diese verschlossen und getrennt und anschließend wie erwähnt die Schlüssel neu verteilt.

    Ein im Laufe der Zeit immer länger und kunstvoller werdendes Schauspiel, das die Liebestragödie der verstorbenen Jugendlichen, in der Zwischenzeit breit ausgeschmückt, zeigt, beendet meist den offiziellen Teil des Festes. Sehr gerne wird dieser Tag aber auch zum Anlass für Hochzeiten, Geburtstage oder sonstige Feierlichkeiten genommen.

     

     

    In den Kistchen befinden sich jeweils

     

    ein schriftliches Freundschafts- und Beistandsversprechen. Dieses wurde in zwei Teile geteilt und in jedes Kistchen ein Teil davon gelegt. Natürlich erhielten beiden Familien auch eine Kopien dieses Vertrages.

     

    ein Pfändungsbrief in der Höhe von 500 000 Gold über die Besitztümer der jeweils anderen Familie. Dieser ist nur am Tag des Festes selbst einlösbar. Natürlich kann dann auch die andere Familie ihren Pfandbrief einlösen. In diesem Fall muss die Familie, die zuerst den Pfandbrief eingelöst hat auch zuerst Güter im Wert von 500 000 Gold von einer neutralen dritten Person (meist die Staats/Stadtgewalt) pfänden lassen. (Sie darf über die Güter aber erst nach einem Monat verfügen.) Dann darf die andere Familie eine beliebige Wahl treffen.

     

    Besitzurkunden über Grundstücke, Handelswaren, Schiffe usw. über jeweils wiederum 500 000 Gold von jeder Familie in der der Kiste der jeweils anderen. Insbesondere sind die Hauptsitze der beiden Familien hier erwähnt, deren Verlust mit einem ungemeinen Prestigeverlust einhergehen würde. Diese Besitztümer werden der jeweiligen anderen Familie zugesprochen, sollte eine Familie aussterben bzw. wenn diese Schriftstücke zerstört werden. Dies ist in einem eigenen Abschnitt auf beiden Teilen des Feundschaftsversprechens erwähnt.

    (Sprich, sollte der Inhalt eines Kistchens zerstört werden, verliert man zwar den Pfändungsbrief, ist aber nun im Besitz der auf den Besitzurkunden vermerkten Immobilien und Realien der anderen Familie, während die andere Familie zwar noch pfänden kann, allerdings nicht zusätzlich auch noch auf die in den Besitzurkunden erwähnten Immobilien der anderen Familie zugreifen darf.)

     

    jeweils ein Erinnerungsstück an die beiden verstorbenen Kinder: Ein Amulett des Jungen und ein Ring des Mädchens. (Sollte ein Kistchen gewaltsam geöffnet werden und somit die Säure austreten, wäre diese beiden Erinnerungsstücke die einzigen, die der Säure standhalten würden.)

     

    Insgesamt soll der Inhalt der Kistchen die beiden Familien aneinanderbinden und gegenseitiges Vertrauen ausdrücken. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass eine Familie (oder einzelne Mitglieder) sich bemüßigt fühlen Mittel und Wege zu finden den Inhalt des eigenen oder des anderen Kistchens zu zerstören, indem man die Wirkung der Säure zu seinen Gunsten verwendet.

     

     

    Das Diarama

     

    Das Diaram besteht aus Figuren, die Ebenbilder der damals lebenden Menschen sind. Zu sehen sind jeweils eine Frau, zwei Kinder (männlich und weiblich) und ein auf einem Pferd sitzender Ritter. Die bewegliche Lanze der Ritter muss durch eine Figur der anderen Gruppe geführt werden. Um die Falle des Kistchens nicht auszulösen muss beim Kistchen der Montalets der Junge und beim Kistchen der Capagues das Mädchen durchbohrt werden. Diese beiden sind natürlich die Ebenbilder des verstorbenen Liebespaares. Das soll die Familien daran erinnern, welches Leid ihr Hass hervorgerufen hat. Gleichzeitig wird beim Zusammenfügen der Kistchen die Sicht auf das Diarama zumindest von der Seite her verstellt. Die Gebirge- und Wolkenbänder, die hier ineinandergeschoben werden führen zu diesem Effekt. Die Sonne, die die Wolken durchbricht, verweist auf das Gute, das mit der Vereinigung der beiden Familien entstanden ist, wenn der Gund für das Bündnis auch ein trauriger war. Die Hakenhände sollen hierbei ein Symbol des angebotenen Friedens sein, der, einmal angenommen, nicht mehr zurückgewiesen werden soll.

     

     

    Die Schauseiten

    Die Schauseiten der Kistchen stellen Szenen der Versöhnung, des gemeinsamen Lebens und der Liebe dar und stehen in ihren geschwungenen Ausformungen im krassen Gegensatz zu der technischen und sterilen, wenn auch nicht weniger kunstvoll gearbeiteten Rückseite. Dass der Deckel des Kistchens auf der Schauseite aufgeht, soll daran erinnern, dass das Materielle letzten Endes dem Leben dienen muss, will es nicht sinnlos sein.

     

     

     

     

    (Die Zeichnungen sollen eine Verständnishilfe sein. Ich behaupte nicht, dass meine Zeichenkünste nachahmenswürdig wären.

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