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Fimolas

moderiert Zwerge - Warum ist diese Rasse bei Spielern so beliebt?

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Inder der zeit von 1987 bis 2009 wurden in 5 Spielrunden (M2-4) insgesamt nur 6 Zwerge gespielt.

 

Was mich absolut nervt! sind Spieler oder noch schlimmer SL, die Vorbilder und Verhaltensweisen aus anderen Systemen wie DSA oder Warhammer nach Midgard übertragen.

 

Zwerge sind nicht dümmer oder schmutzigen als Menschen.

bearbeitet von Sosuke

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Klischees gibt es mMn. überall.- was natürlich nicht bedeutet, dass man alle Zwerge über einen Kamm scheren kann.Doch es ist spannend zu differenzieren, was gerade diese Rasse so einzigartig und beliebt macht.

Dabei hilft es, finde ich, zu beobachten wie sie leben.- Im Herz der Berge, nahe ihrer reichen Schätze.- Ein Zwerg hat die Dinge gerne greifbar.

Statt das Goldstück nur zu betrachten, fasst ein Zwerg es zuerst mit den Händen an, wiegt sein Gewicht. und beißt vielleicht sogar hinein um den Härtegrad abzuschätzen.

(Es könnte ja eine Fälschung oder Feengold sein). Ein Zwerg geht der Sache gerne auf den Grund. Blumigen Worten und schönem Schein misstraut er erstmal.

bis  es mit eigenen Händen erfasst oder durch Taten bewiesen wurde.- Das nicht Greifbare, beunruhigt ihn etwas. 

"Elfenspuk" oder andere Illusionszauber die Materie nur vortäuschen sind ihm vermutlich unangenehm.

"Das was auf der Dose drauf ist, soll gefälligst auch in der Dose drinn sein." -Das Gleiche gilt im positiven Sinn mMn. auch für die meisten Zwergen Charaktere.- Ihnen wohnt ein großer Stolz inne. Sich zu verbiegen oder zu verstellen, ist einem "Kind der Steine" aufgrund seines Wesens vielleicht unangenehmer als anderen Rassen.

(Schwarze Schafe nicht ausgeschlossen)-Trotz seiner geringen Größe geht er gerne aufrecht. Das Wort eines Zwergen gilt schließlich etwas.

Umgekehrt hat er wenig für Lügner oder Täuscher übrig.-Sein Wort zu brechen ist eine sichere Möglichkeit die Gunst eines Zwergen zu verlieren.

Das Gegenüber taugt dann nichts. Und hat den "Härtetest nicht bestanden".

Ein "Tut mir Leid, das nächste Mal mache ich es besser", reicht dann oft nicht, um das Vertrauen des Zwergen wieder zu gewinnen.- Erst durch viele Taten und Gewissenhaftigkeit, kann man ihn von seiner Reue überzeugen.

Und da man nie weiß aus welchem Holz ein Mensch geschnitzt ist, begegnet man ihnen erstmal mit einem gesunden Misstrauen, bis sie sich langfristig bewährt und bewiesen haben.

So ist das zumindest bei uns.

 

Liebe Grüße

bearbeitet von Issi
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Ich habe 1984 meinen ersten Midgard-Char ausgewürfelt: ein Zwerg

 

Meine Lieblingsfigur im Herrn der Ringe: Gimli

 

Von meinen gut fünfundzwanzig Chars sind die meisten. Zwerge (15)

 

Ich liebe es Zwerge zu spielen, da ich in einem Fantasy-Rollenspiel es nicht wirklich so interessant

finde, einen Menschen zu spielen.

 

Für die meisten, die mich bisher in der Midgard-Gemeinde kennengelernt habe, bin ich selber ein

Zwerg (Größe & Statur passen und leise reden kann ich leider auch nicht).

 

Wieso ich überwiegend Zwerge spiele?

 

Ich liebe das, wofür sie stehen:

Verlässlichkeit, Bodenständigkeit, Treue, vorbehaltlose Hingabe, Prinzipientreue bis hin zur Sturheit,

Berechenbarkeit, Beharrlichkeit,

 

Meine Zwerge geben sich am Anfang in neuen Gruppen stets reserviert, brummig, stur und eigen.

Doch sobald sie mit der Gruppe losziehen, steht er mit seinem Leben für jeden einzelnen von seinen

neuen Kameraden ein, ohne Ansehen der Person, selbst für Elfen und wenn es das eigene Leben

kosten sollte.

Fast in jeder Gruppe ist es dann nur noch eine Frage der Zeit, bis sich meine Zwerge einigen Kameraden

öffnen und langsam Freundschaften entwickeln (Bromir Glaubenskeule, mein Zornal-Priester hat nach

gut drei epischen Abenteurern sogar zwei Elfen (Kreghen & Xescu) akzeptiert und würde sein Leben ohne

zu zögern für sie geben.

 

Die menschlichen Kameraden meiner Zwerge neigen dazu, alles zu Tode zu diskutieren, ihre Meinungen

permanent zu wechseln, in Kämpfen sich mehr für ihr eigenes Leben, als das Wohlergehen der Gruppe

zu interessieren, und sich immer zuerst um sich selbst und nicht um den Kameraden zu kümmern.

Meine Zwerge stellen das Überleben und Wohlergehen der Kameraden, egal welcher Rasse, über alles,

und sind bereit dafür und für den Erfolg der Mission ihr Leben zu geben. Dafür ziehen sie auf Questen.

 

Meine Zwerg sind dabei aber weder prollig, noch tumb, sondern versuchen sich der Etikette, sofern sie

ihnen bekannt sein sollte, anzupassen und halten sich in menschlichen und elfischen Angelegenheiten

stets im Hintergrund, solange sich diese nicht totzulaufen drohen. Auch sind meine Zwerge lernfähig,

wenn einer von ihnen zehn Mal ins Wasser gefallen und dabei beinahe ertrunken ist, dann lernt dieser

Zwerg aus Überzeugung und Erfahrung halt schwimmen. Wenn ein Zwerg mehrfach am eigenen Leib

erfahren hat, was man erreichen kann, wenn man gekonnt von einem Pferd auf eine Horde Orcs

geschleudert wird, dann lernt dieser Zwerg vor allen Waffensteigerungen Reiten, Kampf zu Pferd und

Athletik, um sich zukünftig selber aus dem Sattel auf Orcs schwingen zu können.

 

Wenn meine bisherigen Mitspieler auf den Cons ehrlich zu mir waren, dann haben ihnen meine Zwerge,

und die Art und Weise, wie ich sie spiele und interpretiere, bisher zugesagt und sie nicht gestört oder

angeödet.

 

Ich möchte mir keine Gruppe ohne eine Zwerg vorstellen, der seine Kameraden erdet und auf den Boden

Midgards hält und für die Gruppe ohne zu zögern sein Leben zu geben bereit ist.

 

Diese Eistellung fehlt mir bei den meisten Menschen und Elfen, mit denen meine Zwerge ausgezogen sind.

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In meinen Augen ist das eingangs von Fimolas skizzierte Zwergenbild heute nicht mehr der Standard. Klar begegne auch ich diesen Klischeezwergen immer wieder einmal, immerhin hat D&D dieses Bild jahrzehntelang verbreitet (auch das frühere DSA ist da nicht ganz unschuldig).

Aber mittlerweile ist das Zwergenbild doch deutlich vielschichtiger, wie in den Quellenbüchern von DSA, Midgard und vor allem Earthdawn zu finden.

 

Ich spiele seit dreißig Jahren Zwerge. Meine detailiertesten Charaktere sind Zwerge. Und in meiner Umgebung werden gerne Zwerge gespielt. Ich stehe diesem Volk positiv gegenüber, und erlebe als Spielleiter sehr viele unterschiedliche Zwergentypen.

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Servus.

 

Man kann sich nicht aussuchen ob man ein Zwerg  ist oder nicht. Es gibt mMn. tatsächlich echte Zwerge :pappaschwampf: , und solche die hin und wieder Zwerge spielen. Unser Zwerg war immer auch privat einer und erfüllte deshalb sämtliche Klischees. Ab und zu hat er versucht auch andere Rollen zu spielen. Aber Zwerg bleibt eben Zwerg. Da kann man nix machen.-

Umgekehrt kann ich als SPL keine Zwerge spielen, weil sie meinem Naturell einfach gar nicht entsprechen.

 

Meine Erfahrungen (als SL wie auch in der Rolle eines SC) liegen ähnlich. Ich würde auf Basis dessen auch sagen, daß es gibt Spieler, zu denen passt die oder jene Rolle bzw. Rasse am besten, gehen in ihr richtig auf und andere wiederum überhaupt nicht. Mir fällt aktuell auch niemanden ein, den ich persönlich kenne und ein Alrounder dahingehend ist (was nicht heist, daß es sie nicht gibt!).

 

Ich persönlich spiele z.B. grundsätzlich keine Menschen, wenn es die (bzw. eine akzeptable) Wahl gibt. Meine persönliche bevorzugte und in den vielen Jahren am meisten gespielte Rasse ist und bleibt wohl der Elf. Einen Zwerg spielte ich auch schon versuchsweise. Hat auf jeden Fall Spaß gemacht, war mal was anderes aber doch eher nichts für mich auf Dauer. Mit der Rasse (wie auch mit Gnomen oder Halblingen) kann ich mich nicht ausreichend gut identifizieren/gehe darin nicht auf oder wie auch immer man es sagen will, als daß ich sie gerne laaange Zeit spielen wollen würde. Daß ich irgendwann auch mal wieder einen Zwerg spielen wollen würde, möchte ich damit kategorisch nicht ausschließen (man ändern sich  ja doch auch mit der Zeit).

 

Zu der Eingangsfrage. Ich kann diese Erfahrung jetzt nicht unbedingt teilen. Ich hatte zwar immer mal wieder mit Zwergen zu tun. Daß sie aber sehr beliebt waren, würde ich nicht sagen. Tendenziell war in meinem RPG-Umfeld die Rasse Mensch bisher am häufigsten vertreten.

 

Ansonsten würde ich zur Eingangsfrage und den bisherigen Tenor - Zwerge sind sehr beliebt - aufgreifend noch die These aufstellen, daß Zwerge bei Midgard womöglich deswegen oft vorkommen bzw. beliebt sind, weil sie so mitunter die einize nichtmenschliche Rasse ist, die ausführlicher - in Form eines Buches - beschrieben wird. Vielleicht liegt es ja daran?

 

 

Grüße  ~Shar~

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(Ich hab nur den Eingangspost gelesen und war zu faul für den Rest vom Strang.)

 

Ja, die Beobachtungen von Fimolas sind auch meine. Deswegen spiele ich keine Zwerge und deswegen mag ich keine Zwerge. Weil sie eben alle gleich sind, und wenn nicht, dann wirkt das künstlich. Wie der goldhäutige Zwergenbarde aus Nahuatlan, oder der bewusst anti-klischeehafte Marinezwerg. So "ich bin anders und zeige das". Lediglich Zwergen-Beschwörer "überraschen" am Spieltisch meiner Erfahrung nach insofern, als sie eben nicht wie alle anderen Zwerge mit der Axt draufhauen, sondern das lieber ihre Elementare machen lassen (vermutlich, weil Beschwörer jeden einzelnen Punkt in Beschwörungen stecken müssen, wenn sie darin effizient werden wollen). Auch in den Verhaltensweisen außerhalb der Kämpfe finde ich Zwergenbeschwörer meist angenehmer, weil sie nicht den stinkenden, bärtigen Biertrinker und Haudrauf verkörpern, sondern eine recht interessante Art von bodenständigem Gelehrten. Tendenziell natürlich nur.

 

Zwerge sind Waelinger in kleiner und breiter. Beide finde ich unendlich langweilig. Klasse ist auch egal - Krieger, Händler ... gibt es sonst überhaupt noch was bei Zwergen?? Bzw. bei Waelingern halt Nordlandbarbar, Seefahrer oder Händler. Die Klassifikation "Zwerg" oder "Waelinger" ist deutlich vielsagender als die Charakterklasse, und -wie Fimolas schreibt- eine weitere Beschreibung ist überflüssig.

 

... aber genau das finde ich ist das Problem bei fast allen nichtmenschlichen Rassen. Meiner Erfahrung nach sind auch nahezu alle Halblinge und Elfen austauschbar. Nur bei Gnomen weiß man echt nicht vorher, was da auf einen zukommt; die scheinen deutlich weniger klar durch ihre Rasse vordefiniert zu sein, und auch die Charakterklassen erscheinen mir irgendwie vielseitiger bzw. werden eben mangels klarer Definition nicht so sehr von der Rasse überlagert.

 

Kurzum: Ich spiele selbst nur noch Menschen. Meinen Halbling (zweiter Charakter überhaupt) packe ich nur dann aus, wenn wirklich gar nichts anderes passt. Und dann spiele ich ihn eher wie einen Menschen gemischt mit Gollum. (De facto ist er aber trotz und wegen seines Alters eher charakterlos, ein bloßes Vehikel, um interessante Abenteuer zu erleben, nicht um seine Rolle auszuspielen.)

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Hallo!

 

Ich danke bereits jetzt allen Schreibern für ihre zahlreichen Rückmeldungen. :thumbs:

 

Allerdings möchte ich den Fokus noch einmal etwas stärker auf einen Aspekt lenken (fette Markierungen im Zitat), der mir bislang in der Diskussion zu kurz kam, obwohl er entscheidenden Anteil an meiner Ausgangsfrage hat:

 

Zwerge verkörpern das Ur-Männliche: bodenständig, laut, stark, zäh, selbstsicher, starrsinnig, geradeaus, klare Kante zeigen; lieber einmal auf den Tisch/Orc hauen und erst danach fragen; Vorliebe für Bier, Bärte, Äxte, Handwerk und Leibesfülle; wenig Gefallen an komplexeren Gedankengängen und schöngeistigen Dingen (gespiegelt in der Ablehnung des "Elfischen") oder gar längeren Entscheidungsfindungsprozessen; Abneigung gegen übertriebene Reinlichkeit und Übersinnliches/Magisches. In einer realen Welt, in der eben genau dieses Männerbild immer mehr außer Mode geraten ist, bieten zwergische Abenteurer eine wunderbare Möglichkeit der Rückkehr zu alten Wurzeln, wo man noch einmal so richtig Mann sein kann - aber bitte immer mit dem spielerisch-witzigen Aspekt der leichten Übertreibung. Wem also der normale Krieger zu wenig Brustbehaarung und Achselschweiß aufweist, der greift doch am besten gleich zum Zwergenkrieger, also dem quadrierten Haudrauf.

 

Woher rührt die in der spielerischen Zwergenadaption oftmals positive Besetzung eines Männerbildes, das in der Realität als altmodisch gilt und daher zumindest in unserer Gesellschaft immer mehr auf dem Rückzug ist? Ist dessen Verwurzelung so groß, dass man es problemlos jederzeit heranziehen kann, um damit eine Figur in einem überwiegend positiven Licht zu charakterisieren? Warum gibt es kein entsprechend archetypisches Frauenbild dazu - oder zumindest keinen übermäßig artikulierten Bedarf danach?

 

Mit freundlichen Grüßen, Fimolas!

bearbeitet von Fimolas

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Hi Fimolas,

 

wäre dann das entsprechende "archetypische Frauenbild" nicht eher so, dass die Frau eine Gebärmaschine ist und auf die Männer zu hören hat? Sowas wollen die wenigsten Spieler spielen, darum trifft man nur emanzipierte Furien mit Stärke 100. ODER aber gewitzte Verführerinnen, die sich aber im Endeffekt auch nichts sagen lassen, sondern die Männer halt mit ihren eher weiblichen Waffen schlagen.

 

Zum Männerbild der Zwerge hatte ich - glaube ich - schon etwas geschrieben.

Meiner Meinung nach kann man männlich sein, ohne dauernd zu Furzen, Rülpsen oder derbe Witze zu reißen... Mutig eine Spinne wegtragen reicht schon aus. ;) Darum braucht es für mich keine derb-männlichen Zwerge mit Ganzkörperbehaarung (*schauder*).

 

LG Anjanka

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Es gibt keinen Elfen-, Halblings- oder Gnomen-Quellenband. Zu den Zwergen hingegen gibt es einen sehr guten Quellenband, der die Kultur der Zwerge wunderbar darstellt und die Fantasie der Leser beflügelt. Alleine diese Quellenlage stellt die Zwerge als Spielerklasse heraus. Man könnte also durchaus unterstellen, dass die Verlagspolitik die Zwergenrasse gegenüber den anderen Fremdrassen bevorteilt und deswegen die Spielerschaft zum Spielen von Zwergen ermutigt.

 

Im Gegensatz zu Mormegil finde ich, dass es sehr wohl sehr verschiedene Möglichkeiten gibt, einen Zwergen darzustellen. Sicherlich gibt es den stumpfen Hau-Drauf, der nur ein kleines Abziehbild des waelischen Barbaren darstellt. Aber das ist genauso eindimensional wie das Denken der betreffenden Spieler. Die haben eben ihren Spaß dabei, in den Kampf zu ziehen und nicht ewig zu diskutieren. UND SIE HABEN DABEI SPASS! Ist doch auch legitim. Wer sagt denn, dass wir "echten" Rollenspieler die einzig wahren sind? Warum erdreisten wir uns zu glauben, die Wahrheit mit Löffeln gefressen zu haben und uns über diejenigen erheben zu dürfen, für die Rollenspiel einfach nur ein Feierabendvergnügen ohne Tiefgang ist?

 

Und auf der anderen Seite gibt es sehr vielschichtige Zwergencharakterklassen, die sehr weit vom stumpfen Hau-Drauf-Barbaren entfernt sind: Runenmeister, Thaumaturgen, Händler, Priester etc.

 

Wer also rollenspielerische Tiefe sucht, wird sie auch bei den Zwergen finden. Wer einfach nur die Axt schwingen will, um sein Feierabend-Testosteron auszuleben, der findet bei den Zwergen genauso seinen Spielspaß wie bei menschlichen Barbaren oder Kriegern.

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Gast Unicum

 

Hallo!

 

Ich danke bereits jetzt allen Schreibern für ihre zahlreichen Rückmeldungen. :thumbs:

 

Allerdings möchte ich den Fokus noch einmal etwas stärker auf einen Aspekt lenken (fette Markierungen im Zitat), der mir bislang in der Diskussion zu kurz kam, obwohl er entscheidenden Anteil an meiner Ausgangsfrage hat:

 

Zwerge verkörpern das Ur-Männliche: bodenständig, laut, stark, zäh, selbstsicher, starrsinnig, geradeaus, klare Kante zeigen; lieber einmal auf den Tisch/Orc hauen und erst danach fragen; Vorliebe für Bier, Bärte, Äxte, Handwerk und Leibesfülle; wenig Gefallen an komplexeren Gedankengängen und schöngeistigen Dingen (gespiegelt in der Ablehnung des "Elfischen") oder gar längeren Entscheidungsfindungsprozessen; Abneigung gegen übertriebene Reinlichkeit und Übersinnliches/Magisches. In einer realen Welt, in der eben genau dieses Männerbild immer mehr außer Mode geraten ist, bieten zwergische Abenteurer eine wunderbare Möglichkeit der Rückkehr zu alten Wurzeln, wo man noch einmal so richtig Mann sein kann - aber bitte immer mit dem spielerisch-witzigen Aspekt der leichten Übertreibung. Wem also der normale Krieger zu wenig Brustbehaarung und Achselschweiß aufweist, der greift doch am besten gleich zum Zwergenkrieger, also dem quadrierten Haudrauf.

 

Woher rührt die in der spielerischen Zwergenadaption oftmals positive Besetzung eines Männerbildes, das in der Realität als altmodisch gilt und daher zumindest in unserer Gesellschaft immer mehr auf dem Rückzug ist? Ist dessen Verwurzelung so groß, dass man es problemlos jederzeit heranziehen kann, um damit eine Figur in einem überwiegend positiven Licht zu charakterisieren? Warum gibt es kein entsprechend archetypisches Frauenbild dazu - oder zumindest keinen übermäßig artikulierten Bedarf danach?

 

Mit freundlichen Grüßen, Fimolas!

 

Der "Barbar" erfüllt dieses Klischee auch - trotzdem wird diese Klasse nicht gerade häufig gespielt (meiner Meinung nach).

 

Das archetypische Frauenbild ist entweder das Heimchen am Herd - welches niemand spielen will, da die Abenteuer zu "alltäglich" sind (Wie bekomme ich die Kinderschaar satt, wann mach ich die Wäsche, etc).

Oder eben das Mannweib,... Xena - aber als "Ur-Fraulich" würde ich das (aus unserer Kulturellen Sichtweise) nicht bezeichnen, wobei es in der Geschichte durchaus starke Frauen gegeben hat die "ihren Mann" standen.

 

Unser Frauenbild ist dominiert von der Griechischen Sichtweise. Frau>Haus Mann>Jagd/Krieg.

Durch Grabfunde weiß man mittlerweile das Frauen aus anderen Kulturen durchaus an der Seite der Männer in den Krieg gezogen sind. Nicht als Marketenderinnen, sondern - an "der Front". Für Griechen war das undenkbar, selbst bei den großen Philosophen war da schon eine gewisse Blockade im Hirn. (Interessant übrigens: die wenigsten Philosophen waren verheiratet :D )

Einige Grabfunde werden nach Neu Betrachtung auch etwas anders dargestellt aus dem "Fürstengrab" wird das "Fürstinnengrab".

Ich denke deswegen ist das weibliche Gegenstück zu deinem Klischeebild "Zwergen" die "Amazone" (Gibt das ja sogar als Klasse bei DSA) - kann man sicher auch anders sehen.

 

 

 

wäre dann das entsprechende "archetypische Frauenbild" nicht eher so, dass die Frau eine Gebärmaschine ist und auf die Männer zu hören hat? Sowas wollen die wenigsten Spieler spielen, darum trifft man nur emanzipierte Furien mit Stärke 100. ODER aber gewitzte Verführerinnen, die sich aber im Endeffekt auch nichts sagen lassen, sondern die Männer halt mit ihren eher weiblichen Waffen schlagen.

 

 

Oder Mysteriöse Zauberinnen, oder, oder

 

Aber es gibt kaum weibliche Zwerge. Weibliche Elfen gibt es indes etwa so häufig wie weibliche Menschen.

 

 

 

Es gibt keinen Elfen-, Halblings- oder Gnomen-Quellenband. Zu den Zwergen hingegen gibt es einen sehr guten Quellenband, der die Kultur der Zwerge wunderbar darstellt und die Fantasie der Leser beflügelt.

 

Die Halblinge kommen nur in Alba vor - der Alba-Quellenband ist der Halblings-Quellenband.

Gnome waren in den früheren Midgard Publikationen wegen des eklatanten AP-Mangels nicht gut zu spielen. ich hab bisher auf Midgard Cons nur zwei Gnome getroffen.

 

Die Elfen sind durch die Midgard typische Geschichte etwas verzettelter als die Zwerge, ich denke ein Quellenband Elfen ist deutlich schwerer anzulegen als es der Zwergen-quellenband war.

 

--------------

Was mich an dem Strang am meisten belustigt ist die Sache - es gibt Leute die spielen keine Zwerge - und andere lieben sie,... und verteidigen sie vehement.

 

Von meinen gut fünfundzwanzig Chars sind die meisten. Zwerge (15)

 

In einem anderen Strang, wo ich mein Hohlwelt Konzept vorgestellt habe wurde angekreidet das es dort keine Zwerge gibt (welche in einem Dschihad ausgerottet wurden weil man befürchtete wenn sie zu tief graben läuft die Hohlwelt voll mit Wasser oder Magma) und gesagt 'deswegen mag ich das Konzept nicht.

 

Tja,...

 

--------------

 

Ich ende mit dem Satz eines Französischen Philosophen (und es ist besser das viele nicht wissen welchen ich meine)

 

"Der Reiz liegt im Unterschied"

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Schade das du zu Faul warst den Rest vom Strang zu lesen, wäre sicher interessant für dich gewesen.

 

LG Gormat

 

Kommt schon noch, ich hatte nur heute Nacht keine Zeit dazu. ;) Mein Post spiegelt aber unabhängig davon meine bisherige eigene Erfahrung in der PRAXIS (auf Cons) wider. Dass es Spieler gibt, die Zwerge anders und überzeugend spielen, bezweifle ich auch gar nicht. Auf Cons hat man dazu halt nur meist wenig Gelegenheit, da die Gruppe sich nicht kennt und man daher zur Vereinfachung vielleicht eher auf die Klischees zurückfällt. In einer Heimrunde hatte ich bisher (seit 1997) noch keinen Zwerg, weder als SL noch als Spieler, sodass ich nicht sagen kann, wie sich ein Zwerg mit echter und beobachtbarer Charakterentwicklung bzw. Hintergrundgeschichte anfühlt.

 

Edit: Soooo, Strang gelesen, insbesondere deinen Beitrag (Gormat). Was du schilderst, klingt nach einem runden und gut durchdachten Charakter, sehr konsistent und glaubwürdig. Dennoch glaube ich nicht, dass ich am Spieltisch an einem Con (wo man sich nur einmal sieht - in einer Heimrunde könnte das anders sein) einen Unterschied zu anderen Zwergen erkennen würde, deren Spieler sich keine so tiefgehenden Gedanken zum Charakterkonzept gemacht haben, sondern einfach nur die Klischees bedienen. Das heißt nicht, dass Zwerge nicht auch Schwung und Spaß in die Runde bringen, ich störe mich lediglich daran, dass ich sie meist als austauschbar empfinde.

 

Ich bin aber überrascht, wie viele Anti-Zwergen-Stimmen hier so laut geworden sind. Und die allermeisten davon aus den gleichen Gründen (wie auch ich sie teile).

 

@Serdo: Ich spreche doch den Zwergen-Spielern nicht ab, dass sie Spaß an ihrem Spiel haben, sei es durchdacht wie Gormat oder eben nicht, und auch nicht, dass ihre Anwesenheit am Spieltisch dem allgemeinen Spaß der Gruppe abträglich ist. ;) Jeder hat das Recht, seinen Charakter so zu spielen, wie er es will - mit Tiefe und Konsistenz, oder auch einfach nur als Vehikel, um mal nem Ork den Schädel zu spalten und viel zu viel Bier zu trinken. Das heißt aber gleichzeitig nicht, dass mir das auch gefallen muss. Ich verlasse keine Gruppe, nur weil ein Zwerg dabei ist, und ich verbiete als Spielleiter auf Cons auch niemandem, einen Zwerg zu spielen. Sie sind einfach nur nicht meine Favoriten unter den möglichen Charakteren.

bearbeitet von Mormegil

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Frauenbild - hatten wir uns nicht kürzlich über die Bekleidung von Hexen unterhalten?

 

Männerbild - hey, ein bißchen steckt in uns allen ein Macho.

Als Zwerg "darf" man den offensichtlich gefühlt mal ausführen.

Das wolltest Du bestätigt haben, oder?

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Hallo Ma!

 

Männerbild - hey, ein bißchen steckt in uns allen ein Macho.

Als Zwerg "darf" man den offensichtlich gefühlt mal ausführen.

Das wolltest Du bestätigt haben, oder?

 

Wenn dem so ist, dann ja.

 

Liebe Grüße, Fimolas!

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    • Von Camlach
      Abschotten würde ich nicht sagen, aber Midgard macht es einem nicht "leicht" einzusteigen. Es fehlt eigentlich so eine "Einsteigerbox" - wie in Splittermond - obwohl die schon etwas zu "gehaltvoll" war. Runenklingen hat durch seine "buchform" auch schon was abschreckendes... Und der Einstieg mit einer "voll" ausgebauten Orc (EX Zwerg) Festung ist auch nicht hilfreich. Ich würde mir "eigentlich" für "Einsteiger" einen "Hack-and Slash" approach wünschen (Schaut euch mal an was so digital erfolgreich ist). Die Tiefe käme dann in der Erweiterung...
      Damals - Mitte der 80er - als ich das Rollenspiel entdeckt habe - sind uns die Abenteuer - egal welches System schnell ausgegangen - entweder weil es sie überhaupt nicht gab, manchmal aber auch weil sie in "unserer" niemand lagernd hatte. M2 hatte wieviel abenteuer 4? - Unter den Nebelbergen (check) Insel des Widderrgottes (das fehlt mir bis heute  - das mit dem blauen (?) Einband - Krone der Drachen (check) Huracans Heimkehr (check). Wir kamen bald darauf andere Systeme (Ich hatte D&D - das echte ohne A davor ) - ich glaub ich hatte B3 - Palace of the Silver Princess , C(?) 1 Die Kriegsherren von Norwold oder so ähnlich - das wars - und dann hab ich noch (solo) einige DSA Bände "ausgeschlachtet" ZUg durch das NEbelmoor (ich glaub das war sogar ein Fan-erstelltes Abenteuer) Insel der Zyklopen (?) Rahasia (oder war das D&D?), einer aus der Runde hat dann irgendetwas mit einem Turnier in Gareth geleitet. - in Caetharlach waren wir glaub ich öfters   
      Also Fazit : SO schwer den "Abenteuermarkt" durchzuspielen war es damals nicht... UND zusätzlich hatten wir natürlich unsere eigenen Szenarien gespielt (meist aus Büchern abgekupfert die wir gerade gelesen haben)...
       
      Bei UNS kam niemand aus der DSA Ecke - entweder war Midgard das erste System - oder wir kamen von D&D - Kurzzeitig waren wir glaube ich auch in Mittelerde. Hillmen of the Trollshaws (oder so ähnlich) Bree and the Barrow Downs (IIRC aich mit Midgard characteren - dann kams irgendwann auf Deutsch raus - und wir probierten es - Gates of Mordor wasr super . ICE hat schon vieles "richtig" gemacht . "mirkwood" war spitze und Thranduils Halls hab ich geliebt...
       
      Verdammt - damals war WIRKLICH alles besser
      Moderation: Ich (Fimolas) habe diesen Themenstrang aus der folgenden Ursprungsdiskussion ausgelagert: Podcast: Interview mit Jürgen Franke

      Bei Nachfragen bitte eine PN an mich oder benutzt den Strang Diskussionen zu Moderationen  
    • Von SteamTinkerer
      Hallo zusammen,
      in meinem Blog - SteamTinkerers Kabinett des Wahnsinns - plane ich, einen Artikel über Webseiten zu schreiben, die sich mit MIDGARD beschäftigen.
      Kennt ihr vielleicht entsprechende Webseiten ODER habt ihr vielleicht gar selbst eine Webseite? Dann immer her mit den Infos!
      Über entsprechende Links würde ich mich sehr freuen. Nur am Rande: Die "großen" Webseiten, wie MIDGARD Online, MIDGARD Forum oder MIDGARD Wiki, kenne ich selbstverständlich.
      Viele Grüße
      SteamTinkerer
    • Von Tiro MacDraco
      Liebe Midgarder,
      nach einigen Jahren tummel ich mich seit ein paar Tagen wieder hier im Forum herum. Nun bin ich zwei oder dreimal schon auf die Fragerunden an Elsa oder Jürgen Franke auf wohl diversen Cons gestoßen. Ich konnte über die Suchfunktion aber keine vernünftigen Einträge dazu finden. Da ich leider gerade meine Zeitmaschine verlegt habe und daher nicht selbst noch auf die entsprechenden Cons fahren kann, wollte ich fragen ob es Protokolle von diesen Fragerunden gibt bzw. ob die Fragen/Antworten überhaupt relevant genug sind hier veröffentlicht zu werden.
      Nun denn, ich hoffe das Thema ist hier richtig und ich freue mich auf Antworten.
      Tiro
    • Von dabba
      Die wenigsten Bewohner Midgards werden Zauberkunde in Form von wissenschaftlichem Wissen haben.
      Midgard ist aber andererseits auch nicht die Welt von Harry Potter, in der Magie extrem selten vorkommt und zauberfähige Menschen im Untergrund leben. Dort ist Magie unbekannt und wer nicht weiß, dass es Zauberer gibt, wird auf jeden magischen Trick hereinfallen.
      In großen Städten Midgards gibt es Magiergilden – und in Dörfern manchmal einen Priester oder eine Wycca, die ein wenig zaubern und/oder Wunder wirken kann. Aber auch die Unterwelt verzichtet vermutlich nicht auf den Einsatz von Magie. Die Schattenweber sind berüchtigt, aber auch der ein oder andere Spitzbube wird schon gemerkt haben, dass ein magischer Gegenstand seine „Arbeit“ erleichtern kann.
      Deshalb habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, was der gemeine Midgardling so für Wissen oder Halbwissen von der Magie haben könnte und wie er damit umgeht.
       
      Unsichtbarkeit:
      Der Unsichtbarkeitstrank macht nicht nur Zauberer und Mitstreiter von Thaumaturgen, sondern auch gute Kunden der Zauberwerkstatt durchsichtig. Der Zauber dürfte also durchaus bekannt sein. Ein ausgebildeter Wachmann ist also nicht naiv, sondern könnte den Verdacht hegen, dass das verdächtige Geräusch von einem Unsichtbaren kam.
      Was macht er wohl dagegen? Hat er für alle Fälle immer eine Portion Sand dabei, die er irgendwo hinwirft und guckt, wo der Sand mit unsichtbar wird? Oder sperrt er gezielt enge Durchgänge ab?
       
      Illusionszauber:
      Eine Berührung mit Eisen sorgt dafür, dass eine Resistenz gegen das Blendwerk aufhebt, laut Arkanum ein „alter Trick der Gastwirte“. Illusionszauber scheinen also auch beim Volk bekannt zu sein.
      Wenn sich also eine hochgestellte Person sich auf einmal scheinbar anders verhält und/oder ein Verfolgter auf einmal scheinbar verschwunden ist und stattdessen eine ganz anders aussehende Person zu sehen ist, könnte der Aufmerksame auf die Idee kommen, dass er eine Illusion vor sich hat.
      Selbst wenn seine Resistenz nicht gelingt, muss dies nicht zwingend bedeuten, dass der Getäuschte der Illusion deshalb treudoof vertrauen muss. Schließlich weiß er, dass man sich gegen fremde Magie nicht immer erfolgreich wehren kann. Er könnte bspw. einfach mal seinen angeblichen Mitbewohner fragen, was es denn letzte Woche zu essen gab…
       
      Böser Blick:
      Der Böse Blick ist laut Arkanum im Volk bekannt und gefürchtet. Durchaus zu Recht, denn selbst mit Bannen von Zauberwerk kann er nicht ohne weiteres gebannt werden. Zudem quält der Zauber sein Opfer unnötig lange und wäre somit als Selbstverteidigung völlig ungeeignet.
       
      Kampfzauber:
      Sichtbare Kampfzauber (Blitze schleudern, Feuerlanze etc.) machen wohl etwas mehr Eindruck als Fernkampfwaffen, lassen aber auch niemanden Kampferprobten in übermäßige Panik verfallen. Im Gegenteil: Der Zauberer darf über erhöhte Aufmerksamkeit freuen.
       
      Heilzauber:
      Laut Arkanum „teilen  viele  Menschen  Midgards  ein  abergläubisches  Misstrauen  gegen die magischen Künste: ‚Na gut, er mag mich heilen und mir das Leben retten. Aber war mein Tod nicht der Willen der Götter, und versperrt die Heilung meiner Seele nicht den Weg ins glückliche Nachleben?‘“
      Na gut, wie sich diese Denke bei einem Priester oder einer Weisen Frau begründen lässt, sei mal dahingestellt. Auf jeden Fall scheint nicht jeder Mensch den netten Heilzaubern zu vertrauen.
       
      Fällt Euch noch etwas ein?
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