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Erfahrungspunkte für gutes Rollenspiel - Steinzeitrelikt


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Wie kann ein Charakter aus der Rolle fallen? Die wird doch von Spieler definiert. Somit ist jedes Verhalten Rollengerecht.

 

Nicht wenn der Spieler erzählt, wie er sich seine Figur vorstellt (z.B. pazifistisch) und dann gegen seine eigene Vorstellung verstößt (z.B. indem er als erster zur Waffe greift und alle gewalttätigen Lösungen unterstützt).

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Wie kann ein Charakter aus der Rolle fallen? Die wird doch von Spieler definiert. Somit ist jedes Verhalten Rollengerecht.

 

Nicht wenn der Spieler erzählt, wie er sich seine Figur vorstellt (z.B. pazifistisch) und dann gegen seine eigene Vorstellung verstößt (z.B. indem er als erster zur Waffe greift und alle gewalttätigen Lösungen unterstützt).

Und? Dann hat sich seine Weltanschauung geändert. Sagt der Spieler dem SL halt was anderes. Und wenn der Charakter mal so und mal so handelt ist es halt eine sehr instabile Persönlichkeit.

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Wie kann ein Charakter aus der Rolle fallen? Die wird doch von Spieler definiert. Somit ist jedes Verhalten Rollengerecht.

 

Nun gut das von Krayon angeführte Beispiel mit dem Glücksritter ist schon recht eindeutig. In so einem Falle würde der Spieler auch keine EP bekommen.

 

Klar wird die Figur vom Spieler definiert, doch weiß man doch mit der Zeit was der Charakter tun oder lassen würde.

Ich versteh grad nicht auf was Du hinaus willst. Dass der Spieler der Charakterwissen von Spielerwissen nicht unterscheiden kann? Was hat das mit dem spielen der Rolle zu tun?

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Wie kann ein Charakter aus der Rolle fallen? Die wird doch von Spieler definiert. Somit ist jedes Verhalten Rollengerecht.

 

Nun gut das von Krayon angeführte Beispiel mit dem Glücksritter ist schon recht eindeutig. In so einem Falle würde der Spieler auch keine EP bekommen.

 

Klar wird die Figur vom Spieler definiert, doch weiß man doch mit der Zeit was der Charakter tun oder lassen würde.

Ich versteh grad nicht auf was Du hinaus willst. Dass der Spieler der Charakterwissen von Spielerwissen nicht unterscheiden kann? Was hat das mit dem spielen der Rolle zu tun?

 

Genau, das! Wenn der Spieler im Spiel nicht zwischen Charakterwissen und Spielerwissen unterscheidet, dann ist das in diesem Fall für meine Begriffe kein Rollenspiel. Rollenspiel entsteht nach meiner Meinung wenn zum Beispiel ein Ordenskrieger im verschneiten Gebirge seinen Hörnerklang erschallen läßt, da er keine Erfahrung mit Gebirge und Schnee hat, obwohl der Spieler des OR genau weiß, das damit eine Lawine ausgelöst werden kann. Und das hat für mich sehr wohl was mit Rollenspiel zu tun.

 

Ich finde es aber generell nicht so toll, das Rollenspiel der Spieler zu bewerten. Denn einer kann es eben besser und der andere eben nicht. Wenn ich an eine wie eben von mir angeführte Situation kommen, dann ist die Bewertung einfach, aber das kommt ja nicht so häufig vor.

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Ich sehe da sehr wohl eine Situation drin Punkte für das Rollenspiel zu vergeben, natürlich fallen dann auch die ZEP usw. an.

 

Aber hier liegt genau der Hund begraben, ich definiere Situationen anders als Du und somit wird das System mit den Punkten für's "gute Rollenspiel" schwammig und äußerst SL abhängig.

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Das ist genau das was mich stört. Der SL schwingt sich als Richter über das was richtig und falsch ist auf. Ich leite mehr als das ich spiele und trotzdem empfinde ich das als anmaßend.

 

:männlicherhändedruc

 

Die ZEP- und KEP- Vergabe sind eindeutig. Die AEP-Vergabe sind meist stark SL abhängig und Subjektiv.

Das nächste wären dann die AEP für die guten Einfälle und Ideen...

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Hallo zusammen,

 

ich reg mich immer wieder auf, wenn ich in Regelbüchern den Punkt "Erfahrungspunkte für gutes Rollenspiel" lese. Wie um alles in der Welt soll ich beurteilen, ob jemand seine Figur gut spielt? Das weiß nur der Spieler selbst. Nach was soll sich der Spielleiter bei der Vergabe richten? Nach den Beschreibungen im Regelwerk? Ja dürfen wir denn nur Archetypen spielen? Ist der Spielleiter die Rollenspielpolizei?

 

 

Punkte für gutes Rollenspiel sind Relikte aus der Rollenspielsteinzeit der 80er und gehören (auch bei Midgard) abgeschafft.

Nein. Das heisst ja. Ich verstehe darunter Punkte für charaktertypisches Verhalten, sprich der Spieler lässt seine Figur auch mal was tun, das nichts direkt mit dem Abenteuer zu tun hat oder lässt seine Figur absichtlich auf einen grossen Vorteil verzichten, weil davon zu profitieren nicht zum Charakter seines SC passt.

Entscheidendsgrundlage wann und wofür es Punkte gibt ist die vom Spieler gelieferte Beschreibung seines SC.

es grüsst

Sayah el Atir al Azif ibn Mullah

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Mal abgesehen davon dass ich es für wenig gelungenes Rollenspiel halte wenn jemand unbedingt einen Elfen spielen will der Assassine sein muss bzw. kein Problem damit hat alles zu metzeln was ihm in die Quere kommt.

Ist für mich gutes Rollenspiel wenn der Spieler seinen Charakter aktiv spielt und hilft das Abenteuer zu gestalten. Bei uns hängen einige ziemlich früh in den Seilen :beer:und kriegen dann gar nicht mehr so viele mit vom Spiel, andere sind den ganzen Abend und die Nacht aktiv und sind die einzigen die am nächsten Tag noch wissen was vor sich ging. Da finde ich es schon OK wenn man das unterschiedlich honoriert.

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Wie kann ein Charakter aus der Rolle fallen? Die wird doch von Spieler definiert. Somit ist jedes Verhalten Rollengerecht.

 

Nicht wenn der Spieler erzählt, wie er sich seine Figur vorstellt (z.B. pazifistisch) und dann gegen seine eigene Vorstellung verstößt (z.B. indem er als erster zur Waffe greift und alle gewalttätigen Lösungen unterstützt).

Und? Dann hat sich seine Weltanschauung geändert. Sagt der Spieler dem SL halt was anderes. Und wenn der Charakter mal so und mal so handelt ist es halt eine sehr instabile Persönlichkeit.

 

Kann man so sehen. Das ist sicher auch davon abhängig, was die Runde für einen Spielstil pflegt. Man muss es aber nicht so sehen wie du.

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Vielleicht ist der eigentlich Punkt der Begriff: Erfahrungspunkte!

 

Wenn ich i-düpfeles-scheißerei betreiben wollte, wären das Punkte, die man nur für gemachte Erfahrung bekommt. Also auch nicht für Ideen! Sondern allein für die Umsetzung dieser!

So betrachtet verleitet es aber zu der Stilblüte, die man klischeehaft nach D&D schieben würde.... "He, Spielleiter, gib mir bitte noch einen Goblin, dann komme ich in den nächsten Grad!"

 

Nach meinem Verständnis/Empfinden besteht aber Rollenspiel sowohl aus

- dem Rollen der Würfel - die Äktschn!

- das Schlüpfen in eine Charakterrolle - nen ich es mal das "rollenspezifische oder archetypische" - die Antriebe und Ängste der SpF

- die Rolle, die die SpF in der Spielwelt hat - die Interaktion, inklusive der Logik in der Spielwelt

- aber auch die Ideen, Gedanken, Gefühle, die halt nur der Spieler haben kann und hofft, dass diese auch zu seiner Vorstellung seiner SpF passt

- und die Rolle des Spielers als "aktiver" Zuschauer, der dem Verlauf in der Spielwelt - hoffentlich spannend mitverfolgt

 

Solange aber nur einer oder zwei der obigen Aspekte in der Form belohnt werden, dass die SpF besser wird, befürchte ich, dass bald die nicht-belohnten Punkte weniger ausgeführt werden, und damit verloren gehen!

 

Vielleicht ist genau das der Grund, warum in meinen alten Runden die Punktevergabe eher oberflächlich waren und meist gleich - es sei denn jemand hatte wirklich gegenüber der Gruppe herausragende Einlagen im Spiel.

Oder wir spielten Sachen, bei denen gar keine Punkte vergeben wurden!

 

Um einen Vergleich mit SW zu geben: dort wird durch das Ausspielen von Antrieben und Ängsten ggf. zwar keine Erfahrungspunkte verteilt, aber durch Bennies für den Spielfluss belohnt!

 

Achja, und ich kann aus eigener SpL-Erfahrung sagen, dass ich auch durchaus Spieler abgewatscht habe, wenn diese ihre SpF entgegen des von ihnen gewählten Archetypen bzw. Figurbeschreibung gespielt haben. Z.B. wenn ein edler Paladin z.B. ein Dorf wehrloser Bauern niedergemacht hat, obwohl der Spieler vorher immer große Töne gespuckt hat, wie edel und hilfbereit er sei! Und bei dem Gespräch danach konnte er keine Begründung dafür liefern...

Insofern nehme ich mir als SpL durchaus das Recht heraus, bestimmte - extreme - Handlungen zu belohnen oder zu bestrafen. Und das unabhängig von der Spielwelt-vorgegebenen Sachen!

 

gruß

Wolfheart - wohl ganz anders tickend!

 

Nachtrag: eigentlich wollte ich ja bei Rollenspieltheorie nie mehr was posten, da ich mich mit Theorie nicht auskenne!

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Hallo!

 

Also ich orientiere mich einmal an dem MIDGARD-Regelwerk (DFR. S. 270f.). Demnach gehören zu der Erfahrung für gutes Rollenspiel unter anderem folgende Punkte: kampfloses Überwinden eines Gegners, gute Pläne/Ideen/Einfälle und der Spielerfigur angemessenes Verhalten.

 

Das kampflose Überwinden eines Gegners soll regeln, dass man die Kämpfe nicht nur der Kampferfahrungspunkte wegen sucht, sondern gerade eben auch durch das Umgehen eines Kampfes keinen Nachteil bei der Erfahrungspunktvergabe erleidet. Außerdem sind wir heute wohl größtenteils der Ansicht, dass man Probleme doch lieber mit Verstand und Kommunikation löst als mit Stumpf und Stiel, was sich doch durchaus auf die Punktevergabe auswirken darf.

 

Für gute Ideen und Pläne zur Erledigung der gestellten Aufgabe habe ich schon immer Punkte vergeben und halte dies auch für wichtig und gut.

 

Unter dem angemessenen Verhalten einer Spielerfigur versteht man, wie hier in diesem Strang bereits von Slasar angesprochen, "eine scheinbar nutzlose Handlung [...], die aber in ganz besonderer Weise den Charakter seines [des Spielers] Abenteurers widerspiegelt" (S. 271; Beispiele wurden hier bereits genannt). Das halte ich ebenfalls für angemessen und wurde von mir stets derart honoriert.

 

Auf dieser Grundlage verstehe ich die aktuelle Problematik nicht so recht: Es wird doch überhaupt nicht gefordert, die Art und Weise, wie ein Spieler seine Figur mimt, zu bemessen, sondern lediglich ihr Vorgehen in Bezug auf den Abenteuererfolg zu beurteilen. Ich habe hier das Gefühl, dass sich einige an dem Begriff "gutes Rollenspiel" stören und dabei nicht von den gleichen Grundlagen ausgehen, die hinter diesem Begriff stecken können. Zumindest verlangt das Regelwerk nicht die Form der Beurteilung, die in vielen der hier gelesenen Beiträge mitschwingt.

 

Mit freundlichen Grüßen, Fimolas!

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Mich würde mal interessieren, wie Abd mit einem Spieler umgehen würde, dessen Charakter mit einer Intelligenz von 30 sämtliche verzwickte Rätsel löst oder trotz Herkunft: Stadt und ohne entsprechende Fertigkeit ganz selbstverständlich zwischen Brenn- und Taubnesseln unterscheidet.

Wahrscheinlich bin ich schon wieder zu sehr in der Belohnen/Bestrafen-Ecke, aber das ist für mich untrennbar miteinander verknüpft.

 

Der "gute" Rollenspieler würde von mir EP für gutes Rollenspiel erhalten, wenn er seinen barfüßigen Charakter den direkten Weg (durch die Brennesseln) nehmen läßt oder nach einem mißlungen PW: IN sich mit verschränkten Armen zurücklehnt und sagt: "Ich kenn die Lösung, meine SF ist zu doof. Rätselt mal schön weiter." Damit gibt er die EP für die gelöste Aufgabe auf - belohnt werden sollte er. Finde ich.

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Ein Rätsel ist ein gutes Beispiel, wo "Rollenspiel" völlig hintenansteht, aber sowas von völlig. Da erwarte ich, dass alle Spieler (nicht die Spielfiguren) gemeinsam das Rästel lösen. Okay, sollte jetzt ein Spieler sagen, dass z.B. verzwickte Zahlenkombinationsrätsel ihn überfordern, dann geht er eben raus und kocht die nächste Runde Tee oder Kaffee. Im Spiel selbst steht dennoch eine SpF Wache - oder zwei, während die "intelligenten" SpFen dort (und nur dort) das Rätsel lösen. Nur so geht das. Denn wie, lieber Krayon, soll das gehen, wenn ausgerechnet der Magister mit In100 und Rechnen +18 demjenigen Spieler gehört, der mit solcherlei Rätseln so gar nichts anfangen kann? Dann brauchst Du nämlich wirklich die Fertigkeit "Rätsel lösen". Oder der Spl muss dem Spieler sagen: "Sorry, aber Du kannst den Magister nicht weiter spielen. Du kannst ja keine Rätsel lösen." Das ist also nicht zielführend. Man kann sich dumm stellen, aber nicht umgekehrt.

 

Dein anderes Beispiel mit den Brennesseln ist was anderes. Da ist dann eine Vermischung von Spieler und SpF-Wissen. Das ist unschön. Da muss ein Chemiker, dessen SpF keine Ahnung von Alchimie hat, auch mal den Mund halten, nur so als Beispiel.

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Ob die Figur wirklich erfolgreich zwischen Brennessel und Taubnessel unterschiede, hinge dann ja doch von einem EW ab. Die genannten Punkte haben für mich auch nichts mit "gutem" oder "schlechtem" Rollenspiel zu tun.

Abgesehen davon, wie soll ich, wenn ich keine Ahnung von Pflanzenkunde hätte, eine Figur spielen, die dort brilliert? Vergebe ich mir jede Chance auf "gutes" Rollenspiel, weil ich aktiv nur Dummfug reden könnte? Die Spielweltrealität ist Teil des Aushandelns zwischen allen Spielern, insofern sehe ich im Einbringen von Spielerwissen erst mal kein Problem.

Ob die Spielfigur etwas weiß, kann oder whatever, hängt im Zweifel von einem Eigenschaftswurf ab. Da brauche ich keinen zusätzlichen Belohnungs-/Bestrafungsmechanismus. Das ist doch Kindergarten! Wenn ich als SL wirklich glaube, auf solche Erziehungsmethoden angewiesen zu sein, läuft was generell falsch in der Gruppe.

Zu den Rätseln hat Bro schon das relevante gesagt.

 

Aus meiner Sicht ist der Grund für diese Regelkrücke allein darin zu suchen, dass der vermeindlich ausgeglichene Mechanismus der Erfahrung über Fertigkeiteneinsatz/Kampf eben doch nicht so ausgeglichen ist, und daher ein "weicher" Mechanismus hinzugefügt wurde, der als Ventil verwendet werden kann.

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Aus meiner Sicht ist der Grund für diese Regelkrücke allein darin zu suchen, dass der vermeindlich ausgeglichene Mechanismus der Erfahrung über Fertigkeiteneinsatz/Kampf eben doch nicht so ausgeglichen ist, und daher ein "weicher" Mechanismus hinzugefügt wurde, der als Ventil verwendet werden kann.

 

Dem kann ich nur zustimmen. Letztendlich sehe ich diesen Mechanismus als einen Anreiz für die Spieler auch Dinge zu tun, die ihrer Figur keinen offensichtlichen Vorteil oder gar einen Nachteil bringen - eben weil dies zu Ihrem Abenteuertyp bzw. dem Charakter ihrer Figur passt und/oder für eine dichtere Rollenspielatmosphäre sorgt. Ich als Spielleiter möchte nicht dass sich die Spieler nur darauf konzentrieren möglichst schnell Gold und Erfahrung zu sammeln, sondern auch darauf Ihrer Figur - und damit auch der Spielwelt - Leben einzuhauchen, indem sie eine einzigartige Persönlichkeit mit all ihren Eigenheiten darstellen. Natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten dies zu fördern als durch Erfahrungspunkte, z.B. über die Spielwelt selbst (was man m.M.n. zusätzlich tun sollte). Jedoch sind die EP vor allem für die Spieler wichtig, die bewusst Nachteile in Form von Gold und/oder Erfahrung in Kauf nehmen um Ihre Rolle auszuspielen. Die Motivation sinkt sehr schnell wenn man sich gegenüber anderen benachteiligt fühlt oder die zur Bereicherung des Rollenspiels gedachten Taten als nicht gewürdigt empfindet.

 

An dieser Stelle möchte ich auch auf einen Beitrag von Nikomedes hinweisen, weil er meine Meinung beispielhaft ausdrückt.

 

MfG

Tarnadon

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Das Problem ist vielleicht eher die Bezeichnung. "Gutes Rollenspiel" kann ich auch nicht so richtig beurteilen.

 

Ich beurteile eher, ob jemand "Arsch in der Hose hat". Also den Mut, seine Figur nach den selbstgesteckten Eigenheiten und seiner Klasse oder Rasse gemäß auch in Situationen handeln zu lassen, die nicht nur Gutes erwarten lässt.

 

Also den Zwerg, der auch in der Hort des Drachen greift, wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass es dieser bemerkt. Eben weil der Spieler seinen Zwerg als geldgierig beschreibt.

 

Oder der Krieger,Sö, Priester Krieg, der ohne zu zucken in die erste Reihe eilt, auch wenn er noch nicht 12 Schutz- und Unterstützungszauber auf sich gezaubert hat oder hat zaubern lassen, seine Rüstung gerade nicht anhat, weil er geschlafen hat oder nur mit dem Dolch oder der bloßen Hand dem Gegner gegenübersteht.

 

Der Dieb, der mal etwas wagt, auch wenn viele Wachen ein Auge auf das Objekt der Begierde halten.

 

Der Barde, der, wenn so vorher festgelegt, auch dann über jemanden spottet, wenn zu vermuten ist, dass das ins Auge gehen kann.

 

Der schweigsame und herablassende Elf, der auch dann nicht aufdreht, wenn er Punkte gewinnen könnte.

 

Der Heiler, der durch ein Kampfgetümmel spaziert, als ob es ein Park ist, weil er sagt "Ich bin HEILER! Mich greift niemand an."

 

Ebenso, was Adjana beschreibt. Also Situationen, die zur Unterhaltung aller beitragen und den Abend haben lustig werden lassen oder eben spannend. Vielleicht korrespondiert das sogar häufig mit der ersten Situation.

 

Vielleicht sollte man sie in "CPs" umbenennen.

"Cohones Punkte". :D

Edited by Einskaldir
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Olafsdottir Ergänzung möchte ich noch unterschreiben. Das ist bei dem, was ich meine, auch absolut wichtig. Spieler, die sich immer in den Vordergrund drängen, gehen gar nicht.

Die Charakterzüge, die ich meine, dürfen dabei nicht dem Rest der Gruppe die Freude am Spielen nehmen.

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So wie sich das bisher liest, stößt sich die Contra-Seite eigentlich nur an dem Wörtchen "gutes" im Begriff "Erfahrungspunkte für gutes Rollenspiel".

Es ist in der Tat etwas vermessen wenn man sich als Spielleiter zum Richter über "gutes" und "schlechtes" Rollenspiel aufschwingt.

Ist der Spielleiter sehr liberal eingestellt wird es nicht weiter schlimm sein, aber es kann durchaus auch sehr diskriminierend wirken.

 

Was aber, wenn man das "gutes" einfach weg lässt? Es überliest?

Ist es wirklich so böse oder subjektiv, wenn man einfach Punkte für Rollenspiel an sich vergibt? Wo ist der große Unterschied zu Punktevergabe für den Einsatz von Fertigkeiten oder guter Ideen? (Dazu mehr in Abd's anderem Strang)

 

Dazu muss man natürlich erstmal festlegen was Rollenspiel überhaupt ausmacht. Für mich persönlich bedeutet Rollenspiel, jegliche Aktion die am Spieltisch mit mehr Tiefe betrieben wird, als eigentlich notwendig wäre.

 

Ich kann z.B. einfach auf Beredsamkeit würfeln und meine Argumente indirekt darlegen. Ich kann aber auch ein direktes Streitgespräch (mit dem SL) oder ein Plädoyer vorbringen. In beiden Fällen wird auf Beredsamkeit gewürfelt (eventuell auch mit Boni/Mali für besonders stichhaltige Argumente). Nur beim zweiten Fall gibt es eben auch Punkte für Rollenspiel.

Oder ein anderes Beispiel:

Eine Spielfigur beleidigt eine andere indirekt oder greift dessen Geisteshaltung an. Es könnte z.B. sein, dass er eine abfällige Bemerkung über die Götter macht und die andere Figur ist tiefgläubig.

Rollenspiel ist es, wenn der Spieler aktiv darauf reagiert und optimalerweise die Handlung seiner Spielfigur begründet. Je nach Umständen können verschiedene Reaktionen der Spielfigur folgen. Sie könnte auch stoisch unberührt bleiben (dann eventuell mit PW:Sb). Sie könnte direkt ein Streitgespräch anfangen. Sie könnte die andere Spielfigur die nächste Zeit mit Verachtung strafen. Sie könnte selbst anfangen zu Zweifeln.

Ausschlaggebend für eventuelle Punkte ist nur, dass der Spieler auf eine Situation reagiert die seinen Figur in besonderer Weise betrifft. Für besonders umfangreiche/konsequente Reaktionen kann man ja auch mehr Punkte geben.

 

Für eine solche Vergabe muss der Spielleiter keine Wertung vornehmen. Das einzige was zählt ist die Existenz der Aktion. In diesem Sinne ist "gutes Rollenspiel" die Eigeninitiative der Spieler ihre Charaktere auch mal Abseits von Erfolgswürfen handeln zu lassen. Dabei können diese Handlungen prinzipiell einen direkten Nutzen haben, einen Nachteil bringen oder auch überhaupt keine besonderen Auswirkungen haben.

Der Dieb, der einen Teil des erbeuteten Schatzes heimlich verschwinden lässt und ihn so der Gruppe vorenthält verdient sich ebenso Punkte wie der Ordenskrieger der die Plünderung eines Grabes verweigert.

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Nachdem der andere Strang geschlossen wurde, kann ich leider nur hier auf Abd al Rahmans Hinweis antworten. Ich hatte dort gesagt, dass

Hatte ich irgendwo von Abzügen gesprochen? Wenn ja, bitte mit einem Zitat nennen! Ich finde das nämlich nicht!

Abd hat mich dort freundlicherweise darauf hingewiesen :beer:, dass ich hier etwas geschrieben habe, dass ganz offensichtlich anders lautet:

Achja, und ich kann aus eigener SpL-Erfahrung sagen, dass ich auch durchaus Spieler abgewatscht habe, wenn diese ihre SpF entgegen des von ihnen gewählten Archetypen bzw. Figurbeschreibung gespielt haben. Z.B. wenn ein edler Paladin z.B. ein Dorf wehrloser Bauern niedergemacht hat, obwohl der Spieler vorher immer große Töne gespuckt hat, wie edel und hilfbereit er sei! Und bei dem Gespräch danach konnte er keine Begründung dafür liefern...

Insofern nehme ich mir als SpL durchaus das Recht heraus, bestimmte - extreme - Handlungen zu belohnen oder zu bestrafen. Und das unabhängig von der Spielwelt-vorgegebenen Sachen!

Danke für den Hinweis! Dann ist diese Antwort von ihm durchaus berechtigt...

Du schreibst hier deutlich, dass Du aus Deiner Sicht untypisches Spiel abwatschst. Wenn das nicht bestrafen ist, weiß ich auch nicht.

 

Ja, ich habe auch Leute abgewatscht! Korrekt! Stolz bin ich nicht drauf... was ich versäumt habe zu erwähnen ist, dass wir das auch mehrfach versucht haben ams Spieltisch zu klären... leider ohne Erfolg!

Vielleicht hätten wir damals auch den Typ aus der Runde schmeissen müssen... vielleicht! Haben wir damals nicht, weil wir diesbezüglich zu weichspülerisch waren!

Würde ich heute noch genauso handeln, ihn also bei sowas auch bei mehrfachen Gesprächen "abwatschen"? Ich hoffe nein! Ihn statt dessen mit Einheitsbeschluss der Gruppe aus der Runde rausnehmen? Ich hoffe ja! Passieren kann eine solche Reaktion leider trotzdem. Ich bi ehrlich und glaube nicht, dass ich 100%ig bin! :dunno:

 

Nichts desto trotz nehme ich mir zumindest das Recht raus, zu belohnen! Besonders wenn ich sehe, dass der Spieler versucht dem von ihm selbst vorgegebenen Charakter der SpF treu zu bleiben, weil er einen 180°-Gesinnungswandel in der Situation absolut nicht erklären kann - auch nicht mit Hilfe anderer Spieler - und dadurch einen dicken Nachteil an Bord nimmt, was zwar nicht das Abenteuer aber doch die erzählte Geschichte bereichert! Und das unabhängig von der Spielwelt-vorgegebenen Sachen! Auch wenn mir daraus auch wieder ein Strich gedreht werden kann...

 

Ich hoffe, dass ich diesmal alles, was ich beim Formulieren gedacht habe, auch verständlich niedergeschrieben habe!

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Ich beurteile eher, ob jemand "Arsch in der Hose hat". Also den Mut, seine Figur nach den selbstgesteckten Eigenheiten und seiner Klasse oder Rasse gemäß auch in Situationen handeln zu lassen, die nicht nur Gutes erwarten lässt.

 

Also den Zwerg, der auch in der Hort des Drachen greift, wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass es dieser bemerkt. Eben weil der Spieler seinen Zwerg als geldgierig beschreibt.

 

Oder der Krieger,Sö, Priester Krieg, der ohne zu zucken in die erste Reihe eilt, auch wenn er noch nicht 12 Schutz- und Unterstützungszauber auf sich gezaubert hat oder hat zaubern lassen, seine Rüstung gerade nicht anhat, weil er geschlafen hat oder nur mit dem Dolch oder der bloßen Hand dem Gegner gegenübersteht.

 

[...]

Etwa so wie mein Söldner, der den seit Wochen ungeschlagenen König des Faustkampfes in einem offenen Schlagabtausch bis zum Tod herausfordert (waffenlos, der Gegner hat +1/+1 Schlagringe, mit nacktem Oberkörper), weil eben dieser Champion eine für uns wichtige Information hat und die niemals freiwillig rausrücken würde. Es war knapp! Der nächste Treffer brachte zwangsläufig die Entscheidung und ich hatte das Glück, vorher zu treffen! ...und es war eine der coolsten Situationen mit dieser Figur.

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Ich denke, keiner hat etwas dagegen, wenn die Spieler ihre Figuren "coole" Sachen machen lassen, die auch gefährlich sind, und dabei eben nicht auf einen Vorteil schielen, sondern die Gruppe rollenspielerisch bereichern wollen. Aber warum muss man dafür Punkte vergeben? Zum einen entscheidet dann doch immer nur der Spielleiter, was cool/gutes Rollenspiel/Rollenspiel war und was nicht. Und zum anderen tun es die Leute dann vielleicht ja doch nicht wirklich, um gut Rolle zu spielen, sondern weil sie wissen, dass es dafür Punkte gibt.

 

Ich denke, man sollte es bei den Punkten für das Überwinden von Gegnern und Hindernissen und das Lösen von Questen belassen und keine Punkte für "gutes Rollenspiel" vergeben. Wenn eine Gruppe die Charaktereigenschaften ihrer Figuren ausspielen will, dann wird sie es auch ohne Punktemohrrübe tun und dabei einen Riesenspaß haben. Wenn sie es nicht will und das ganze mehr als Actionspiel betrachtet (und eben damit einen Riesenspaß hat), ist das auch okay, dann ist es nicht die Aufgabe des SL, der Gruppe sein alleinseligmachendes Rezept von "gutem Rollenspiel" reinzudrücken. Wenn ein Teil der Gruppe (und da schließe ich jetzt auch den SL ein) Charakterspiel machen will und ein anderer Teil nicht, dann haben wir da ein grundliegendes Problem in der Gruppenstruktur, das sich auch durch Punkte für gutes Rollenspiel nicht lösen lässt (eher im Gegenteil, fürchte ich).

 

Das A und O beim Rollenspiel ist eine Gruppe mit gleichen Vorstellungen von Spielspaß und das dazu passende Rollenspielsystem. Dann geht alles wie von selbst und man braucht keinen, der den Direktor spielt. Und Powergamer mit Method Actor geht gar nicht. ;)

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Hallo!

 

Erfahrungspunkte für 'gutes' Rollenspiel gibts bei mir für 2 Situationen:

 

- Wenn ein Spieler durch Handlungen seines Chars für gute Laune in der Runde sorgt. Spass haben ist nuneinmal das Hauptziel von Rollenspiel.

 

- Wenn jemand durch rollentypisches (= kosistentes) Verhalten Nachteile in Kauf nimmt.

 

Jede Gruppe hat ihren eigenen bevorzugten Spielstil. Bei uns ist es Characterplay. Gruppen die Powergaming, H&S oder was sonst immer bevorzugen können alle Vorschläge die 'Rollenspiel' betreffen ausser Acht lassen. Die ergeben für sie keinen Sinn.

 

LG

 

Chaos

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