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Fimolas

Museen & interessante Ausstellungen mit MIDGARD-Bezug

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Hallo Adjana!

vor 52 Minuten schrieb Adjana:

Würdest du meinen, dass das auch kindergeeignet ist? 

Als ich in der Ausstellung unterwegs war, wurden zeitgleich zwei Grundschulklassen darin herumgeführt. Diese waren durchweg angetan und motiviert bei der Sache, zumal es ein gesondertes Begleitprogramm für Kinder mit einem Flügelpferd-Symbol gibt; man soll dafür Zettel und Stift bereithalten. Ob die Krönchen und Holzschwerter aber speziell vom Museum waren oder ob die Klassen das Material mitgebracht hatten, weiß ich nicht. Unabhängig davon gibt es viel zu sehen (wenn auch für Kinderaugen einiges zu hoch in den Vitrinen steht und installierte Lupen auf Erwachsenengrößen ausgerichtet sind), vor allem auch kleine Filmchen, und einige Audiostationen.

Ohne es bewusst auf Kindertauglichkeit hin begutachtet zu haben, würde ich zusammenfassend tendenziell mit einem Ja antworten.

Liebe Grüße, Fimolas!

Edited by Fimolas
Rechtschreibfehler korrigiert
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Ich hatte es ja schon im Museumsratten-Club angekündigt, aber hier noch einmal für alle:

Wir sind wieder bei der Extraschicht im LWL-Museum für Archäologie dabei! Die findet wie jedes Jahr am letzten Samstag im Juni statt, also dieses Jahr am 27. Juni.

Das Thema der diesjährigen Veranstaltung im Museum ist: "Digitale Spielwelten". Das ist aber, wie mir der Museumspädagoge telefonisch mitgeteilt hat, nicht so eng zu sehen (schließlich sollen ja auch die Leute vom Herner Spielekreis mitmachen können). Nichtsdestotrotz werden wir natürlich auf digitale Hilfsmittel, besonders aber auch auf das Forum aufmerksam machen. Eine Sonderausstellung wird es zu dieser Zeit nicht geben, so dass thematisch ansonsten nichts vorgegeben ist. D.h., wir können prinzipielldas Konzept vom letzten Jahr verwenden. Aber neue Ideen sind jederzeit willkommen.

Ich würde mich über jede*n freuen, die/der mitmacht oder auch einfach nur reinschaut.

Alle weiteren Informationen dann hier im Forum im Museumsratten-Club,

auf der Website der Extraschicht: https://www.extraschicht.de/extraschicht/

oder auf der des Museums: https://www.lwl-landesmuseum-herne.de/

Es besteht auch die Möglichkeit, dass wir wieder bei der langen Museumsnacht (am 27. März) dabei sind, aber dazu muss ich noch ein Konzept einreichen und einiges andere tun. Watch this space!

Edited by Zeno
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Hallo!

Gestern war ich mit Spielern meiner Gruppe (sowie einem Ehrengast) in der Ausstellung Medicus - Die Macht des Wissens im Historischen Museum der Pfalz in Speyer gewesen. Dieser Besuch veranlasste mich zu der folgenden Rückmeldung an die Veranstalter, die ich als persönliche Beurteilung der Ausstellung hier teilen möchte:

Zitat

Sehr geehrte Damen und Herren!

Als Liebhaber Ihrer großen Kulturausstellungen sind meine Freunde und ich regelmäßige Besucher in ihrem renommierten Museum. Dafür fahren wir gerne die Strecke von Bingen nach Speyer, denn was man in Ihrem Haus zu sehen bekommt, ist in seiner Konzeption und didaktischen Aufbereitung führend in der deutschen Museumslandschaft - zumindest hinsichtlich kulturspezifischer, historischer und archäologischer Schwerpunktsetzung. Positive Glanzlichter in dieser Hinsicht waren für mich neben der Hunnen- und Amazonenausstellung insbesondere die Schauen zu den Maya und über Richard Löwenherz. Hier wurden in meinen Augen wirklich hohe Maßstäbe gesetzt.

Und an diesen habe ich nun auch die aktuelle Ausstellung „Medicus - Die Macht des Wissens“ gemessen. Das doch in meinen Augen eher mäßige Abschneiden will ich zum Anlass nehmen, Ihnen diesbezüglich eine Rückmeldung mit meinen Kritikpunkten zu geben. Dabei will ich meine folgenden Ausführungen ausschließlich als individuelle Beanstandungen verstanden wissen, denn der umwerfende Besucherandrang am vergangenen Sonntag (über 20 Minuten Wartezeit an der Kasse!) spricht sicherlich eine eindeutige Sprache positiver Resonanz. Dennoch habe ich mich an bestimmten Aspekten gestört, die ich im Folgenden ausführen möchte.

Zunächst einmal scheint die Ausstellung konzeptionell einen anderen Schwerpunkt zu setzen, mehr Unterhaltung und weniger wissenschaftlich fundierte Informationsvermittlung. Während ich mich im Vorfeld der Ausstellungen zu den Maya oder über Richard Löwenherz bereits im Vorfeld thematisch informiert hatte, konnte man vor Ort (und in den hervorragenden Begleitpublikationen!) noch ausgesprochen viel und das auf hohem Niveau lernen. Dieses Gefühl hatte ich in der aktuellen Ausstellung jedoch gar nicht - und das, obwohl ich medizinhistorisch über nur wenig Hintergrundwissen verfüge. Vieles von dem, was ich bereits aus meiner Schulzeit kannte, wurde zwar überaus ansprechend präsentiert, verblieb aber an der Oberfläche, bot wenig Tiefgang und wurde darüber hinaus an vielen verschiedenen Stellen wiederholt. Hier hätte ich mir die Möglichkeit gewünscht, in bestimmten Themen fachlich und wissenschaftlich fundierter in die Materie einsteigen zu können.

Der stärkere Unterhaltungscharakter wurde auch durch die Videoinstallation, aber auch bei den teilweise langatmigen, dialogisch gehaltenen Audioguide-Sequenzen deutlich. Hier herrschte eine manchmal flapsige, bisweilen auch befremdlich komische Stimmung vor, die manchmal in unfreiwilligen Klamauk abdriftete. Hier hätte ich mir zumindest gewünscht, über den Audioguide kurz und knapp die Fakten vermittelt zu bekommen, die aus den reduzierten Texten in der Ausstellung nicht hatten entnommen werden können. Ohnehin war es in den stark frequentierten Räumlichkeiten nicht immer möglich, die ausgestellten Objekte sicher zu identifizieren, weil die Beschriftungen seitlich und somit manchmal in erheblicher Entfernung zum eigentlichen Artefakt angebracht waren.

Daneben fehlte mir ein klar erkennbarer, roter Faden durch die Ausstellung. Im Audioguide führte zwar Rob Cole aus dem Film durch die Schau, doch visuell wurde dies nach dem Eingangsraum kaum noch aufgegriffen. Ohnehin wirkten viele Bereiche eigentümlich separiert und wenig konzeptionell erschlossen. Als Archäologe freue ich mich zwar darüber, zusammenhängende Grabfunde präsentiert zu bekommen, doch gerade die mannigfachen Aspekte der Medizingeschichte hätten viel mehr Möglichkeiten geboten als eine Verhaftung an reinen Objekten. So hätte ich mich etwa über einen Bereich gefreut, der spezifische Krankheiten und Verletzungen mit ihren unterschiedlichen Behandlungsmethoden zu bestimmten Zeiten und an verschiedenen Orten beleuchtet hätte. Das Thema Sport als gesundheitliche Maßnahme wurde zwar mit der lustigen Idee eines Ergometers aufgegriffen, aber leider fehlte jegliche Einbettung in den historischen Kontext: Seit wann gilt sportliche Ertüchtigung als gesund und wie hat sich dieses Bild durch die Zeiten hinweg gewandelt? Ohnehin schwirren mir nach der Ausstellung mehr Fragen als Antworten durch den Kopf: Seit wann gelten Ärzte als „Götter in weiß“? (Ja, die Ausstellung geht auf den Arzthandwerker in der römischen Antike ein, verliert diesen Aspekt dann aber wieder aus dem Blick - dabei deutet der Untertitel der Ausstellung mit „Die Macht des Wissens“ doch gerade auf eine derartige Fragestellung hin, letztlich wird dieser meines Wissens nach aber nirgendwo inhaltlich aufgegriffen.) Wie steht es um medizinisch fragwürdige Eingriffe wie Schönheitsoperationen, seit wann gibt es diese und wo liegt die Grenze zwischen Quacksalberei (immerhin ein wesentlicher Aspekt der literarischen und filmischen Vorlage) und dem ethischen Kodex der Ärzte? Welche Krankheiten waren einst als solche klassifiziert und wurden entsprechend behandelt, obwohl man heute ganz anderer Ansicht darüber ist - und umgekehrt? Hier wäre viel Potential gewesen, das über die zahlreichen Grabinventare hätte hinausreichen und die Ausstellung mit mehr Leben füllen können.

Für mich persönlich besonders irritierend war der Abschnitt über Hildegard von Bingen. Als langjähriger Museumsführer im Binger Museum am Strom, wo der Schwerpunkt auf der berühmten Nonne liegt, ist mir zwar klar, dass in einer thematisch derart breit aufgestellten Ausstellung nur wenig Raum für eine spezifische Person zu finden ist, aber ausschließlich zwei Absätze, die dabei noch nicht einmal auf die aktuell in der Wissenschaft kritisch betrachtete Überlieferungssituation gerade der naturheilkundlichen Schriften Hildegards eingeht, sind doch arg dünn. Statt fundierter Informationen läuft hingegen einen schlecht verkleideter männlicher Schauspieler im Nonnenkostüm über einen Bildschirm und bringt auf interaktive Weise Gesundheitstipps an den auf ein Tablet tippenden Museumsbesucher - dies entspricht nicht dem Niveau, das ich von Ihrem Haus gewohnt bin.

Vor dem Hintergrund der hier aufgezählten Punkte betrachte ich auch den Preis für ausgesprochen stattlich. 16,50 € für mehr Unterhaltung und weniger fundierte Information als gewohnt erscheint mir doch ungewöhnlich hoch. Böse Zungen könnten behaupten, dass man sich für weniger Geld den gleichnamigen Film ansehen kann und dabei ähnlich viel Wissen auf ebenso unterhaltsame Weise vermittelt bekommt.

Bitte verstehen Sie meine zahlreichen Kritikpunkte nicht falsch. Ich finde die aktuelle Medicus-Ausstellung nicht grundsätzlich schlecht, doch wundere ich mich über die inhaltliche und konzeptionelle Verschiebung der Schwerpunkte. Mit der Erinnerung an Glanzlichter wie die Ausstellungen über die Maya, die Amazonen oder Richard Löwenherz wurden eben Erwartungen geweckt, die bedient werden wollen. In dieser Hinsicht hoffe ich, dass es zukünftig wieder große kulturhistorische Ausstellungen in ihrem Haus geben wird, die sich wieder vermehrt der klassischen, didaktisch hervorragend aufbereiteten Wissensvermittlung und weniger der einfachen Unterhaltung widmen.

Mit freundlichen Grüßen, [...]!

Mit freundlichen Grüßen, Fimolas!

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vor 6 Stunden schrieb Fimolas:

Hallo!

Gestern war ich mit Spielern meiner Gruppe (sowie einem Ehrengast) in der Ausstellung Medicus - Die Macht des Wissens im Historischen Museum der Pfalz in Speyer gewesen. Dieser Besuch veranlasste mich zu der folgenden Rückmeldung an die Veranstalter, die ich als persönliche Beurteilung der Ausstellung hier teilen möchte:

Mit freundlichen Grüßen, Fimolas!

Hallo Fimolas, 

das fasst ganz gut zusammen, was ich empfunden habe. Ich bin gespannt, ob jemand darauf antworten wird. 

LG Merwyn

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Hallo Merwyn!

Am 4.2.2020 um 05:16 schrieb Merwyn:

Ich bin gespannt, ob jemand darauf antworten wird.

Ich habe Anfang der Woche eine sehr freundliche und ausführliche Antwort von Dr. Sebastian Zanke, dem Sammlungsleiter Frühe Neuzeit/Numismatik/Judaika und einem der beiden Kuratoren der Ausstellung, erhalten. Darin werden viele Einblicke in die Hintergründe der Ausstellung gewährt, die so manche meiner Kritikpunkte relativieren. Darüber hinaus wurde deutlich, dass sich die Medicus-Ausstellung aufgrund ihres breiten Spektrums gezielt an ein großes und auch jüngeres Publikum richtet, weshalb der wissenschaftliche Maßstab ein anderer ist; allerdings wird es zukünftig auch wieder kulturhistorische Ausstellungen nach bewährtem Muster und Anspruch geben.

Liebe Grüße, Fimolas!

Edited by Fimolas
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Etwas schade, dass die Ausstellung nicht deutlicher beworben wurde was ihre Zielsetzung/ Ihr Zielpublikum angeht. Aber sehr erfreulich zu hören, dass eine  freundliche und ausführliche Antwort auf Deinen gut formulierten und sachlichen Brief gab. Ich freue mich auch auf die weiteren Ausstellungen, die dann wieder mehr im Stil "Richard Löwenherz" sein werden.

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Das Deutsche Medizinhistorische Museum startet eine Online (!) Ausstellung zum Thema "Covid-19 & History"

Zitat:

Zitat

„Das hat es noch nie gegeben” – diesen Kommentar zur aktuellen Coronavirus-Pandemie hört man zur Zeit sehr oft. Was richtig ist: Keine/r von uns hat je erlebt, wie sehr eine Seuche (oder die gegen sie ergriffenen Maßnahmen) den kollektiven Alltag verändern kann. Doch dieses Phänomen hat Geschichte. Zwar ging es früher nicht um Covid-19, sondern um Pest, Pocken, Cholera, Grippe oder Kinderlähmung. Auch die Frage nach dem Ursprung und dem Wesen der Krankheit wurde zu jeder Zeit anders beantwortet – was nicht nur vom jeweils gültigen medizinischen Konzept abhing, sondern auch von Ängsten in der Gesellschaft und von der Deutungsmacht der Kirche.

Trotz aller Unterschiede erscheinen uns manche Prinzipien und Phänomene der früheren Seuchenbekämpfung auch heute noch vertraut. Unter dem Stichwort „Covid-19 & History” erzählen wir auf Facebook in lockerer Folge Objektgeschichten vom Umgang der Gesellschaft mit den Seuchen. 

Link: http://www.dmm-ingolstadt.de/aktuell/covid-19-history.html

Die Ausstellung soll täglich erweitert werden.

Mfg Yon

PS: Ich finde das eine super Idee!

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