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Birkin Pfeifenkraut

Bureau Ordnung anno 1880

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I. Gottesfurcht, Sauberkeit und Pünktlichkeit sind die Voraussetzungen für ein ordentliches Geschäft.

 

II. Das Personal braucht jetzt nur noch an Wochentagen zwischen 8 Uhr vormittags und 6 Uhr nachmittags anwesend zu sein, der Sonntag dient dem Kirchgang. Jeden Morgen wird im Hauptbureau das Gebet gesprochen.

 

III. Es wird von jedermann die Ableistung von Überstunden erwartet, wenn daß Geschäft sie begründet erscheinen lässt.

 

IV. Der dienstälteste Angestellte ist für die Sauberkeit der Bureaus verantwortlich. Alle Jungen und Junioren melden sich bei ihm 40 Minuten vor dem Gebet und bleiben auch nach Arbeitschluß zur Verfügung.

 

V. Einfache Kleidung ist Vorschrift. Das Personal darf sich nicht in hellschimmernden Farben bewegen und nur ordentliche Strümpfe tragen. Überschuhe und Mäntel dürfen im Bureau nicht getragen werden, da dem Personal ein Ofen zur Verfügung steht. Ausgenommen sind bei schlechtem Wetter Halstücher und Hüte. Außerdem wird empfohlen, in Winterzeiten täglich 4 Pfund Kohle pro Personalmitglied mitzubringen.

 

VI. Während der Bureaustunden darf nicht gesprochen werden. Ein Angestellter, der Zigarren raucht, Alkohol in irgendwelcher Form zu sich nimmt, Billiardsäle und politische Lokale aufsucht, gibt Anlaß, seine Ehre, Gesinnung, Rechtschaffenheit und Redlichkeit anzuzweifeln.

 

VII. Die Einnahme von Nahrung ist zwischen 11.30 Uhr und 12.00 Uhr erlaubt. Jedoch darf die Arbeit dabei nicht eingestellt werden.

 

VIII. Der Kundschaft und Mitgliedern der Geschäftsleitung ist mit Ehrerbietung und Bescheidenheit zu begegnen.

 

IX. Jedes Personalmitglied hat die Pflicht, für die Erhaltung seiner Gesundheit sorge zu tragen. Im Krankheitsfalle wird die Lohnzahlung eingestellt. Es wird daher dringend empfohlen, dass jedermann von seinem Lohn eine hübsche Summe für einen solchen Fall wie auch für die alten Tage beiseitelegt, damit er bei Arbeitsunvermögen und bei abnehmender Schaffenskraft nicht der Allgemeinheit zur Last fällt.

 

Zum Abschluß sei die Großzügigkeit dieser neuen Bureau-Ordung betont. Zum Ausgleich wird eine wesentliche Steigerung der Arbeit erwartet.

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[M1880] Was man dem Personal heutzutage alles zugestehen muss. Ist unglaublich. Bald haben wir als Arbeitgeber vielleicht noch die Pflicht die Büroräume auf unsere Kosten zu heizen! Wo soll das noch hinführen.[/M1880]

 

Im Quellenbuch steht die Jahreszahl wann die Krankenversicherung eingeführt worden ist. Daher ist der letzte Punkt zu beachten. Aber ansonsten eine super Info.

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Sehr schön!

 

Woher hast Du das, Birkin, oder selber ausgedacht.

 

Es geht aber auch anders:

Zitat an:

 

Berlin 12. März 1885

 

Auswärtiges Amt

ad circulandum

 

 

Verfügung

 

Die Herren Räthe und Hilfsarbeiter des Auswärtigen Amts ersuche ich sich so einzurichten, daß sie mindestens von 12 Uhr Mittags ab in ihren Arbeitsräumen im Auswärtigen Amt anzutreffen sind.

 

Bim.

 

Zitat aus.

 

Es könnte sich hier um die Unterschrift von Bismarck handeln, allerdings ist die Signatur sehr schwer zu lesen (Kopie)

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</span><table border="0" align="center" width="95%" cellpadding="3" cellspacing="1"><tr><td>Zitat (Glenn @ Juni. 12 2002,10:09)</td></tr><tr><td id="QUOTE">[...]Woher hast Du das, Birkin, oder selber ausgedacht. [...]<span id='postcolor'>

Hab ich auf dem Speicher gefunden, war so ein vergilbter Zettel in altdeutscher Schrift. Keine Ahnung wie alt der war.

 

Tom

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Also ein echter Zufallsfund...

Sehr schön!

 

Tja, damals mußte man als armer Arbeiter noch dankbar sein, wenn man arbeiten durfte (heute, wenn man Arbeit hat). Und Wiederworte gabs nicht!

 

Und somit eigentlich auch eine schöne Quelle für 1880 als Hintergrundinfo!

 

Glenn

 

 

 

 

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    • By Olafsdottir
      Es kam eine Anfrage, ob es das Compendium und die Miszellen auch als PDF geben könne. Da ich denke, dass meine Antwort von allgemeinem Interesse ist, bringe ich sie hier.
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      Beim Compendium sitze ich gerade an einer kompletten Neubearbeitung. Sie ist sogar bereits lektoriert. Die alte Druckauflage ist fast aufgebraucht, und der Text hat eine Reihe von Mängeln, die ich gern beheben würde. Und mit den alten Druckvorlagen (PageMaker 6) kann heute keiner mehr was anfangen. Das wird natürlich alles ein bisschen dauern, bis es gesetzt ist. Dann können wir auch über eine PDF-Version reden. Ich würde allerdings lieber zuerst das Cabinett fertigstellen.
      Die Miszellen sind in Teilen veraltet bzw. überflüssig. Diener und Eingeborener sind jetzt Teil der Kernregeln. Bei den Vorzügen und Mängeln hat es kleine Änderungen gegeben (und eine große bei Hellsehen). Die Beispiele zum Erstellen neuer Fertigkeiten (Mathematik und Navigieren) gibt es mittlerweile in der Drittauflage (Navigieren als Teil von Himmelskunde). Bei den Archetypen würden Anpassungen für die neuen Fertigkeiten nötig. Da könnte ich mir allenfalls vorstellen, einzelne Teile (Archetypen, Vorzüge/Mängel) herauszuziehen und in einer bearbeiteten Form als PDF herauszubringen. Das sollte auch relativ einfach möglich sein. Allerdings muss dazu erst "Das große Rennen der Söhne Asgards" fertig gesetzt sein ...
      Rainer
    • By Olafsdottir
      Beim Arbeiten an der Broschüre für den GRT stellte sich mir eine Frage zum bislang vorgesehen Vorgang beim Steigern der Fertigkeit Zaubern.   Der bisherige Regelabschnitt sieht so aus:   "Zaubern kann nur von einem Lehrer gelernt werden, nicht aus einem Grimoire. Ist die Fertigkeit einmal gelernt, kann sie jedoch auch durch Grimoires gesteigert werden. Dazu benötigt der Lernende Zugang zu einer Bibliothek, die mindestens ebenso viele verschiedene Grimoires enthält, wie die Höhe seines aktuellen Erfolgswertes für Zaubern beträgt. Der Zauberer muss alle diese Grimoires auch lesen können, d.h. die Sprachen gelernt haben, in denen sie geschrieben wurden. Das Steigern allein durch Grimoires dauert 2 Wochen (s. Lernen durch Erfahrung, Buch der Regeln, S. 116). „Spontanes“ Lernen durch einen Praxispunkt (s. Buch der Regeln, S. 116) ist allerdings auch ohne Zugang zu Grimoires möglich!"   Jetzt sind Grimoires so häufig nicht. Die Frage ist also: Ist die Steigerungsregel zu restriktiv, oder wird sie durch die Praxispunkt-Regelung ausgeglichen?   Rainer
    • By Olafsdottir
      Für den Gratisrollenspieltag am 14. März 2020 wird es von uns eine Sonderausgabe der Broschüre "Mein erster Magier" mit ägyptischem Thema und 20 Seiten geben. Diese enthalten neben den aus "Mein erster Magier" bekannten Einführungsregeln wird es ein neues Grimoire mit neuen Zaubern, einem Regelartikel über Mumien sowie eine fünfseitige Schauplatzbeschreibung mit Kurzabenteuer geben.   Wer auf dem GRT für Abenteuer 1880 Spielrunden anbieten möchte, könnte dies ja mit diesem Band tun. Für das Abenteuer gibt es zudem ein Spielleiterinnen-Pack mit 29 Seiten (hauptsächlich Auszüge aus dem Text zum Austeilen sowie Bilder, aber auch vorgefertigte Spielerfiguren). Natürlich kann man das auch auf anderen Cons nach dem GRT benutzen.   Wenn ja jemand mal vorher drüberschauen möchte, würde mich das freuen - dann bitte eine Nachricht an mich!   Rainer
    • By Kurna
      In der Ausgabe 32/33 der DausendDodeDrolle ist soeben das Abenteuer Auf Krokodillenjagd erschienen. Hier kann darüber diskutiert werden.
      Ich habe das Abenteuer überflogen und finde es sehr schön, insbesondere auch mit der möglichen Zusatzbegegnung. Schön ist auch das Wiederaufgreifen schon bekannter Orte und Charaktere. Das gibt der gesamten Spielwelt einen stärkeren Zusammenhalt.
      Wann ich das Abenteuer für meine Gruppe leiten werde, weiß ich noch nicht, da ich vermutlich mindestens noch auf das Erscheinen von Die Tiefen der Elbe warten werde. Ich habe auch das Mädchen aus der Themse noch nicht gebracht, da ich Kampagnen lieber erst leite, wenn ich sie komplett habe und die Zusammenhänge überblicken kann. Auf jeden Fall kann dieses Abenteuer helfen, den Zeitraum zwischen "Themse" und "Elbe" zu überbrücken.
       
      Ein paar kleine Errata muss ich auch noch anbringen:
      Auf Seite 37 heißt es oben links im zweiten Absatz, der Kongo sei der zweitlängste und wasserreichste Fluss der Welt. Da ist vermutlich des Kontinents gemeint.
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      P.S.: Ich habe den Thread im Unterforum zur Bibliothekswelten-Kampagne eröffnet, da es ja ein Prolog zu "Die Tiefen der Elbe" sein soll. Falls das nicht passt, bitte verschieben (@Mods).
    • By Olafsdottir
      Noch eine Regelfrage:   Nach sieben Staffeln Buffy und fünf Staffeln Angel im Schnelldurchgang würde ich gern unseren Abenteurern erlauben, Vampire im Nah- bzw. Fernkampf zu pfählen (falls der wahre Tod des betroffenen Vampirs das Pfählen ist, was nicht zwingend der Fall sein muss).   Um das zu simulieren, kann man im Nahkampf die Fertigkeit Dolch anwenden, wobei der Holzpflock vom Schaden her wie ein kleineres Messer gilt (also 1W6-2). Zum Pfählen eines Vampirs, der sich im Nahkampf wehrt, ist ein nicht abgewehrter schwerer Treffer mit -8 auf den EW:Angriff notwendig. Mit einer Fernkampfwaffe (es empfiehlt sich die Armbrust) ist es möglich, speziell vorbereitete Holzpflöcke zu verschießen; da solche Geschosse aber größer und schwerer sind als ihre „normalen“ Entsprechungen, sollte dies mit -2 auf die EW:Angriff und einer Halbierung der Schussweite einhergehen. Um damit einen Vampir mit einem Treffer zu pfählen, muss ein gezielter Schuss (s. Buch der Regeln, Seite 122f.) mit einem Ergebnis von 2 x 30 gelingen.   Meinungen?   Rainer
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