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  1. #1

    Standard Ringen (an der Waffe)

    Hier eine Hausregelidee zum Ringen an der Waffe. Da ich selbst nur über geringe Spielerfahrung mit Midgard (4) verfüge, würde ich mich über Feedback von Veteranen freuen. Zwar steht ein ausgiebiger Test mit verschiedenen „Charakterbauten“ (Charaktere, die nur aus ihren Werten bestehen) noch aus, der einen guten Hinweis zur Sinnhaftigkeit und Ausgewogenheit, sowie den Punktekosten geben wird. Aber es ist gut möglich, dass ich irgendeine Konsequenz der Regeln übersehen habe, die zu wilden Ergebnissen führt. Die Stränge zu Raufen, WaLoKa und tegarischem Ringkampf habe ich gelesen. Ansonsten lasse ich den Beitrag für sich selbst sprechen.


    Ringen (an der Waffe)
    Gesucht ist ein Regelmechanismus, der das mittelalterliche Ringen an der Waffe abbildet. Dh gerüstete Kämpfer mit (Kriegs-)Waffe, wie etwa dem langen Schwert, nutzen Hebel, Würfe und Schläge. Ziel des Ringens ist es in der Regel, den ebenfalls gerüsteten Gegner in der Folge abzustechen.

    Wer zu dieser Kampftechnik Fragen hat, dem seien als erster Einstieg die Webseiten von Zornhau ans Herz gelegt, auf der weitere Verweise und Literaturangaben zu finden sind. Ebenfalls gibt es zahlreiche Demonstationsvideos auf Youtube.

    Die erste grundsätzliche Idee zum Ringen, ganz unabhängig von der Waffe, ist die Steigerbarkeit von Raufen auf den Graden 2, 4, 6, ..., 14, also dort, wo auch Abwehr gesteigert werden kann. Damit sind die Kampfoptionen „zu Fall bringen“ und „Einleiten eines Handgemenges“ über alle Grade hinweg möglich und sinnvoll. Außerdem bleibt Raufen stark von körperlichen Eigenschaften (vor allem St & Gw, aber auch Gs) abhängig, was dem Realismus unbewaffneter Kämpfe entspricht, wie ihn auch Außenstehende aus der Gewichtsklasseneinteilung im Kampfsport erahnen können.

    Die zweite Idee betrifft nun Abwehrwürfe mit der Waffe. Es wird die Fertigkeit „Ringen an der Waffe“ eingeführt, die nicht höher als Raufen gesteigert werden kann. Sie ist nur mit gewissen Waffen möglich und in einer Kampfrunde nicht mit anderen Kampfstilen, wie etwa „Beidhändiger Kampf“, „Fechten“ oder „Waffenloser Kampf“ kombinierbar. Dh wer am Anfang der Runde einen anderen Kampfstil nutzt, darf nicht auf die Fertigkeit würfeln.

    Wer Ringen an der Waffe beherrscht und die nötige Waffe führt, kann zu Rundenbeginn einen Gegner auswählen. Befindet dieser sich im Kontrollbereich und wird sein erster Angriff vom Ringer mit einer Differenz größer 4 abgewehrt, so kann der Ringer unmittelbar im Anschluss an alle weiteren Angriffe dieses Gegners einen EW:Ringen an der Waffe -4 würfeln, um den Gegner zu Fall zu bringen, ein Handgemenge einzuleiten oder einen unbewaffneten Angriff zu W6-4+SchB auszuführen. Unbewaffnete Angriffe werden als Schlag bzw. Stoß interpretiert, gezielte Angriffe auf eine Gliedmaße als Hebel.

    Außerdem kann ein EW:Ringen an der Waffe bzw. WW:Ringen an der Waffe einen EW:Raufen bzw. WW:Raufen ersetzen. Dies gilt ohne Ausnahme, also auch beim Einleiten des Handgemenges und beim zu Fall bringen. Der Vorteil für den Ringer an der Waffe ist, dass er bewaffnet bleibt. Zwar ist es unmöglich, im Handgemenge reguläre Waffenangriffe zu führen, aber der Schaden des (bewaffneten) Ringers an der Waffe erhöht sich auf W6-1+SchB. Der Kämpfer führt größere Waffen hierbei „halb“, das heißt mit einer Hand an der Mitte der Waffe. Ist einem Ringer an der Waffe ein Festhalten gelungen, so kann ein misslungener Befreiungsversuch sehr schmerzhaft sein. Beträgt die Differenz beim Befreiungsversuch mehr als 4 Punkte, so muss der Ringer an der Waffe sofort einen um 4 erschwerten Angriff mit W6-4+SchB ausführen, dem Festgehaltenen steht ein WW:Raufen zu.

    Ringen an der Waffe ist grundsätzlich nur mit einer Einzelwaffe (ohne Schild) möglich. Mit anderen Waffenkombinationen ist es aber ausnahmsweise möglich, einen Gegner bei der Abwehr zu Fall zu bringen, so wie oben geschildert und mit dem Abzug von -4, Schilde geben hierbei keinen Bonus. Ringen an der Waffe kann aber auch in diesem Spezialfall nicht mit anderen Kampfstilen kombiniert werden.
    Geändert von Daniel (20.02.2010 um 11:38 Uhr)

  2. #2

    Standard

    Hallo und willkommen im Forum!

    Ich habe keine Ahnung, was Zornhau da so verzapft hat, aber mir ist vor allem der tiefere Sinn nicht klar. Was soll so eine Regelung erreichen, was nicht bereits mit einem EW:Waffe oder alternativ mit einem EW:Raufen abgedeckt ist. So hilft der große Schild z.B. beim Gegner zu Fall bringen usw.

    Verschiedene andere Aspekte beißen sich mit den Regeln für ein Handgemenge. So ist ein großer Vorteil für einen Unbewaffneten, dass der Gegner seine Waffe im Handgemenge fallen lassen muss. Natürlich ist es ein Regelmechanismus, denn es schon denkbar, dass man mit einem Schwert in der Hand über den Boden kullert. Nur kann man es halt nicht einsetzen und nur noch mit einer Hand abwehren.

    Solwac


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  3. #3
    Erstellt von

    Standard

    Zitat Zitat von 20.02.2010, 11:39 von Solwac Beitrag anzeigen
    Hallo und willkommen im Forum!
    Servus Solwac, das war eine schnelle Antwort. Und dankeschön für die nette Begrüßung.

    Zitat Zitat von 20.02.2010, 11:39 von Solwac Beitrag anzeigen
    Ich habe keine Ahnung, was Zornhau da so verzapft hat, aber mir ist vor allem der tiefere Sinn nicht klar.
    Zornhau ist einer von zahlreichen Vereinen, die (historische) europäische Kampfkunst betreiben. Das sieht dann so aus:
    http://www.youtube.com/watch?v=Y3DhjFUOG6Y

    Zitat Zitat von 20.02.2010, 11:39 von Solwac Beitrag anzeigen
    Was soll so eine Regelung erreichen, was nicht bereits mit einem EW:Waffe oder alternativ mit einem EW:Raufen abgedeckt ist. So hilft der große Schild z.B. beim Gegner zu Fall bringen usw.
    Dahinter steckt die äquivalente Erwägung, wie es sie für WaLoKa gibt. Eine reale Kampfkunst wird in Regeln abgebildet.

    Natürlich geht auch weiterhin das zu Fall bringen per Schild, natürlich gehen auch weiterhin EW:Waffe bzw. EW:Raufen. Was nach Standardregeln jedoch nicht geht, ist das Ringen in Rüstung, das Ringen an der Waffe. Was nach Standardregeln nicht geht, ist, dies methodisch zu erlernen.

    Aber ich sehe jetzt ein mögliches Problem beim Aufaddieren der Steigerungen von Raufen auf den geraden Graden und dem großen Schildbonus des zu Fall bringens. Das war nicht beabsichtigt, darüber muss ich nachdenken.

    Zitat Zitat von 20.02.2010, 11:39 von Solwac Beitrag anzeigen
    Verschiedene andere Aspekte beißen sich mit den Regeln für ein Handgemenge. So ist ein großer Vorteil für einen Unbewaffneten, dass der Gegner seine Waffe im Handgemenge fallen lassen muss. Natürlich ist es ein Regelmechanismus, denn es schon denkbar, dass man mit einem Schwert in der Hand über den Boden kullert. Nur kann man es halt nicht einsetzen und nur noch mit einer Hand abwehren.
    Gut, hier sind verschiedene Aspekte zu unterscheiden. Zunächst der Realismus. Dort sehe ich keinen großen Diskussionsbedarf, da die Technik in der realen Welt eingesetzt wurde und wird.

    Was die Regeln betrifft, so geht es zum einen um die Ausgewogenheit (zB wenn Du vom Vorteil für einen Unbewaffneten sprichst) und um die Konsistenz zu den bisherigen Regeln (hatten wir oben schon kurz).

    Bei der grundsätzlichen Ausgewogenheit ist es so, dass der Ringer einen (fundierten) Kampfstil erlernt hat, der ihm Vorteile im Kampf gibt. Die konkrete Ausgewogenheit muss in Kampftests ermittelt und angepasst werden.

    Zur Konsistenz möchte ich noch erwähnen, dass sich mein Hausregelvorschlag sich sehr eng an den Regeln des Raufens (Handgemenge) bewegt. Zwar hat man eine Waffe in der Hand, aber regeltechnisch bleibt fast alles gleich.

    Der letzte wichtige Punkt, der vielleicht wenig Beachtung findet, weil er so schnell abgehandelt ist, ist die Steigerbarkeit von Raufen (paritätisch zu Abwehr, die Differenz wird also eingefroren). Hier gefallen mir die Regeln gut, ich habe aber die Befürchtung, dass Kampfmanöver, wie das zu Fall bringen und das Handgemenge einleiten, auf hohen Graden an Bedeutung verlieren (mit der von Dir angesprochenen Ausnahme des Schildkämpfers, sowie dem WaLoKä in TR). Dem Spieler und dem Meister hier mehr Optionen zu geben, halte ich grundsätzlich für spassfördernd.

  4. #4

    Standard

    Ich bin da hin und hergerissen.
    Ich äußere einfach mal Vermutungen:

    Am Anfang wurde im Rollenspiel einfache Mechanismen gesucht, um diverse Situationen - in diesem Fall - Kämpfe abbilden zu können.
    Diese groben Mechanismen wurden später immer weiter verbessert und teilweise auch verfeinert, also mehr Regeln, um Feinheiten im Kampf abbilden zu können.
    Daher auch die auch in Midgard - ohne die Sonderregeln zu betrachten - einfachen Regeln: Treffer? Abgewehrt? Schaden verursacht?
    Um Feinheiten abzubilden, kamen dann Sonderregeln hinzu.

    Weitere Vermutung: da wir hier im Westen mit fernöstlichen Kampftechniken oder Lebensarten zur Anfangszeit des RSP nur am Rande in Berührung kamen, hatten diese eine heldenhaftere Aura an sich, als die Kampftechniken, die wir hierzulande kannten.
    Also wollten auch Rollenspieler dieses Besondere durch besondere Regeln aufgreifen.
    Dann noch das mystische des Fernöstlichen, und schwupp-die-wupp haben wir KanThaiPan mit dem ganzen - großartigen - Gedöns.

    Und jetzt entdecken bei uns Leute alte Kampftechniken wieder, die aufgrund unserer westlichen Lebensart und Kriegsmethoden verschütt gegangen sind, und entdecken, dass da zu den fernöstlichen nicht mal sooo der Riesenunterschied herrscht.
    Btw... meiner Meinung nach ist der eigentliche Unterschied, dass dort die Kampfkunst noch mehr als Philosophie gelehrt wird - wahrscheinlich ínzwischen auch nicht mehr in dem Umfang - als bei uns!

    Also machen nun die Rollenspieler alles mögliche, um auch hier das Besondere der alten wiederentdeckten Kampftechniken in Regeln gießen zu können.

    Meiner Meinung nach ein Fehler! Weil sonst wird alles nur noch besonders. Und wenn alles Besonders ist, wird das Besondere Ruck-Zuck normal.

    Kurz und gut: Mein Gegenvorschlag - ohne allerings KTP gut im Kopf zu haben:
    Wenn Du verschiedene Kampfstile abbilden willst, nehme Dir die Regeln aus KTP vor und schneide aber die ganzen Chi- und Dao-Sachen raus.
    Die westliche Kampftechniken haben - meines Wissens nach - nicht diesen - für uns - mystischen Hintergrund, würde daher nicht so passen.

    Also nehme die "reinen Kampfregeln" aus KTP und verpflanze sie auf ganz Midgard, verpasse allen Ländern bestimmte dieser Kampfstile, und - tata! - ein - auch meinem Empfindung nach - ebenfalls stimmiges Midgard ist da!

    Ist nur viel Arbeit, und für die meisten Spieler wohl auch viel Regelwust, durch sie sich durcharbeiten müßten!

    Allternativ - wie von Solwac beschrieben - lasse alles bei EW:Waffe und EW:WaLoKa und lasse die Spieler bzw. den Spielleiter die Aktionen beschreiben. Es wird wohl auch das gleiche Rauskommen: das gewünschte Flair!

    Alles in allem eine grundsätzlich gute Idee von Dir, aber meiner Meinung nach nicht wirklich an der Wurzel gepackt!

    gruß
    Wolfheart
    „Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.” - Karl Popper *
    „Die Theorie ist nicht die Wurzel, sondern die Blüte der Praxis.” - Ernst von Feuchtersleben *
    „gedacht” ≠ „gesagt” ≠ „gehört” ≠ „verstanden” ≠ „gewollt” ≠ „gekonnt und gewollt” ≠ „getan” ≠ „beibehalten” - in anl. Konrad Lorenz *
    Wolfheart | Spielrunden: Runenklingen - Savage Myrkgard - Wolfstead | blog

  5. #5

    Standard

    @Daniel: Ich halte nicht viel davon, Raufen steigerbar zu machen. Die Regeln sehen vor, dass an fast allen Stellen ein EW:waffenloser Kampf anstelle des EW:Raufen treten kann. Dadurch hat eine Figur schon Möglichkeit sich zu verbessern. Tritt jetzt eine weitere Möglichkeit hinzu, dann werden die Lernkosten entweder insgesamt höher oder es müsste weiter im System etwas geändert werden. Das Regelwerk ist an vielen Stellen so verwoben, dass man nicht mal so eben schnell nur einen Punkt ändern kann. Vor allem wenn ich mir eine Figur auf Grad 10 vorstelle, da wäre der Vorteile eines gesteigerten EW:Raufen schon bei waffenlosem Kampf+12 praktisch nicht existent. Außerdem müsste bei Zauberern die Obergrenze von +14 beachtet werden usw.

    Bei allen besonderen Kampfweisen der irdischen Geschichte sollte geschaut werden, wie weit sie nicht bereits im normalen EW:Angriff untergebracht sind. Wirklich fantastische Dinge könnte man eventuell besser mit ein paar KiDo-Techniken umsetzen.

    Solwac
    Geändert von Solwac (20.02.2010 um 13:51 Uhr)


    Hier gibt es nichts zu lesen, bitte schwampfen Sie weiter!

    Zaubern ist doch keine Hexerei!
    Wer ist Solwac?

  6. #6
    Erstellt von

    Standard

    Hallo Wolfheart,

    kennst Du schon das beeindruckende 3-Wolf-Moon-T-Shirt?

    Ok, Spass beiseite, Du brauchst Dich nicht mit "einfach mal Vermutungen" verstecken, was Du sagst hat Hand und Fuß und wird mE auf breite Zustimmung treffen. Mir liegt es definitiv nicht an Verklärung, Mystizismus oder Romantik. Europäische Kampfkünstler sind trotz der kunstvollen Bezeichnung, wie sie uns die deutsche Sprache eben vorgibt, äußerst bodenständig und ohne Schnörkel.

    Und ich habe auch nicht die Absicht, viele, viele Einzelregeln und -stile einzuführen. Das würde, wie Du sagst, das Problem nicht an der Wurzel packen. Das Problem, wie ich es sehe, ist vor allem, dass Raufen auf jedem geraden Grad einen weiteren Punkt verfällt, weil der Abstand zu Abwehr steigt. Das ist deshalb ein Problem, weil damit Kampfoptionen wie "zu Fall bringen" und "Handgemenge einleiten" verfallen.

    Ich wäre auch für eine schlichte Aufweitung der Handgemengeregeln zu haben, statt neben Raufen noch "Ringen an der Waffe" einzuführen. Sprich: Dinge, die ich dort schildere, grundsätzlich zulassen. Dann kann man meinetwegen auch WaLoKa in die Tonne treten. Wobei man damit natürlich einen Tropus bzw. ein Klischee verliert, nämlich den fliegenden Shaolinmönch, wie wir ihn aus so vielen Eastern kennen.

  7. #7
    Erstellt von

    Standard

    Zitat Zitat von 20.02.2010, 13:30 von Solwac Beitrag anzeigen
    @Daniel: Ich halte nicht viel davon, Raufen steigerbar zu machen. Die Regeln sehen vor, dass an fast allen Stellen ein EW:waffenloser Kampf anstelle des EW:Raufen treten kann.
    Nur in TR, insbesondere was "zu Fall bringen" und "Einleiten des Handgemenges" betrifft. Hier greift meine konstruktive Kritik ja an.

    Übrigens: Wenn Du Hausregeln grundsätzlich nicht magst, sondern lieber beim Alten bleibst, dann ist das natürlich iO. Ich möchte auch niemanden nerven, in dem ich ihn zB aus falsch verstandener Höflichkeit gegenüber einem neuen Forumsteilnehmer, nötige, sich hier Arbeit zu machen und Regeländerungsvorschläge mit ihren Konsequenzen, also Vor- und Nachteilen in der nötigen Tiefe durchzudenken. Sprich: Du musst Dich hiermit nicht abplagen, nur um nett zu sein. Das bist Du auch so.

    Zitat Zitat von 20.02.2010, 13:30 von Solwac Beitrag anzeigen
    Dadurch hat eine Figur schon Möglichkeit sich zu verbessern. Tritt jetzt eine weitere Möglichkeit hinzu, dann werden die Lernkosten entweder insgesamt höher oder müsste weiter im System etwas geändert werden.
    Der WaLoKä in TR hat mE keinen Grund, Raufen zu steigern, im Gegenteil. Bei dem Kämpfer in Rüstung ist das eine andere Sache, aber auch hier ist es mE kein zwingender Automatismus. Ich würde mich zumindest für das eine oder das andere entscheiden.

    Zitat Zitat von 20.02.2010, 13:30 von Solwac Beitrag anzeigen
    Das Regelwerk ist an vielen so verwoben, dass man nicht mal so eben schnell nur einen Punkt ändern kann.
    Das ist absolut richtig. Hier ist es wichtig, sauber und mit dem Blick für die Zusammenhänge und das Ganze zu arbeiten.

    Zitat Zitat von 20.02.2010, 13:30 von Solwac Beitrag anzeigen
    Vor allem wenn ich mir eine Figur auf Grad 10 vorstelle, da wäre der Vorteile eines gesteigerten EW:Raufen schon bei waffenlosem Kampf+12 praktisch nicht existent.
    Es sind mE Alternativen. Wer mag, kann WaLoKa steigern. Wer mag, kann Raufen steigern. Wenn es Leute gibt, die unbedingt beides steigern wollen, kann man da sicher einen Ausgleich finden.

    Zitat Zitat von 20.02.2010, 13:30 von Solwac Beitrag anzeigen
    Außerdem müsste bei Zauberern die Obergrenze von +14 beachtet werden usw.
    Siehst Du da ein Problem beim Ringkampf mit einem Kämpfer? Dass der Zauberer nicht mehr wegkommt?

    Zitat Zitat von 20.02.2010, 13:30 von Solwac Beitrag anzeigen
    Bei allen besonderen Kampfweisen der irdischen Geschichte sollte geschaut werden, wie weit sie nicht bereits im normalen EW:Angriff untergebracht sind. Wirklich fantastische Dinge könnte man eventuell besser mit ein paar KiDo-Techniken umsetzen.
    Ok, erstens halte ich nicht so viel von wirklich fantastischen Dingen. Dann ist es tatsächlich so, dass bereits eine Menge von ganz normalen Regeln abgedeckt wird. ZB der Hebel und Stoß zur Seite mit anschließendem Zustechen in die abgewandte Seite, das wird durch Parade und Angriff bereits voll abgedeckt. Sicher, der Gegner würde vielleicht woanders hinschauen, aber wir gestehen ihm einfach Mal ein Zurückdrehen zu.

    In der Regel wird man als Kämpfer auch nur in gewissen Fällen das Handgemenge suchen, effektiver ist es idR den Gegner zu Fall zu bringen, nachzustechen und gut. Das kann auch noch halbwegs von normalen Regeln abgedeckt werden, allerdings muss man da schon mit einem Schild kämpfen und es geht das dichte Aufeinanderfolgen der Aktion verloren, die sie effektiv macht.

    Regeltechnisch schwierig wird es dort, wo man die Waffe als Werkzeug im Ringen nutzt.

    Insofern ist mein Hausregelvorschlag als Verallgemeinerung der Grundregeln gedacht. Wenn das Regelwerk Spezialvorschriften (WaLoKa in TR, keine Waffe beim Raufen, usw.) macht, die aus einem anderen Zeitgeist (Eastern Martial Arts Hype), und falschen Bildern, die im realen Kampf unerfahrene Menschen eben von Kämpfern haben, entstanden sind, dann ist es ja keine Sünde hier einem besseren Verständnis der Realität Rechnung zu tragen. Damit urteilt man das Regelsystem auch nicht ab oder vergewaltigt es, auch muss man keineswegs wie ein großer Sturm sämtliche Verwebungen des Regelsystems zerfetzen, indem man an einer Stelle blöd herumpanscht.

    Und das meine ich nicht böse oder verteidigend. Ganz im Gegenteil: Es ist doch schön, guten Regeln zu größerem Glanz zu verhelfen. Dazu muss man natürlich gewissenhaft und analytisch arbeiten.

    Um meine Kernaussage von vorhin zu wiederholen: Ich halte es für spassfördernd, den Spielern und dem Meister Kampfoptionen, die im Grundregelwerk geschildert sind, auch auf höheren Graden zu erhalten. Und das ist mein zentrales Anliegen.

  8. #8

    Standard Keine weiteren Regeldifferenzierungen, sondern einpassen in die Spielregeln.

    Also ich bin eher skeptisch:

    Die Midgardregel vereinfachen ja bewusst, um es dem SL einfacher zu machen, wenn man jetzt wieder aus allem etwas besonderes macht, dann bekommt man einfach ein riesiges Regelwirrwarr, wer kann das schon wollen?

    1. Eine regelmäßige Erhöhung des Raufen-Wertes schwächt vor allem die waffenlosen Kampffertigkeiten Midgards ab, was m.E. nicht wünschenswert sein kann. Wenn diese abgeschwächt werden, weil man plötzlich alles auch in Rüstung machen kann usw. dann besteht m.E. die Gefahr, dass das lernen von waffenlosen Kampffertigkeiten zu unattraktiv wird.

    2. Das Beispielvideo. Keine Ahnung, ob das ihr Ernst ist, dass sie die Klingen mit der Hand umfassen? Das sieht zwar recht schick aus mit dem Entwaffnen usw. Vollgerüstet, sind diese geschmeidigen Abläufe bestimmt so nicht möglich. Gerade beim Hebeln und dergleichen machen es einem die (schweren) Rüstungen doch erheblich schwer einen Arm zu packen oder einen "Scherenwurf" anzusetzen. Die Geschmeidigkeit (in den Gelenken), die man bei Hebeln benötigt, wird wohl durch Rüstungselemente wie Handschuhe und Armschienen doch merklich gemindert.

    Ich denke der (geringe) Raufen-Wert deckt v.a. auch beim Kampf in Rüstungen und dergleichen einen Versuch jemanden umzuhauen [Umrennen/Umwerfen geht ja auch mit EW:Raufen!] (oder zu hebeln) recht gut ab (weil es eben schwer ist). Da man bei diesen von dir angesprochen Aktionen (Hebeln, Werfen), mit der Waffe in der Hand ja eher behindert ist (mit der Waffe kann man ohne die nötige Wucht, die durch die mangelnde Möglichkeit des Ausholens fehlt, nichts anfangen), würde ich es wenn ich es als SL zulasse so regeln.

    Der Spieler kann mit einer Hand die Waffe halten (diese aber in der Aktion nicht einsetzen). Er muss dann eben statt dem üblichen EW:Raufen einen modifizierten EW:Raufen durchführen (Mali von SL festzulegen), da er eben weder so gut hebeln, noch jemanden umreißen kann, wenn er nur eine Hand effektiv benutzt (benutzen kann). Es würde ja wohl auch jeder SL einem einarmigen SC nur modifizierte Würfe auf solche Aktionen zugestehen.


    P.S. mit was für Gummiattrappen üben die in dem Video eigentlich? Mit einem vernünftigen Anderthalbhänder oder Langschwert, dürften solche schnellen Bewegungen wohl kaum drin sein.

  9. #9
    Erstellt von

    Standard

    Zitat Zitat von 20.02.2010, 14:31 von Xan Beitrag anzeigen
    Also ich bin eher skeptisch
    Hallo Xan, das ist eine sehr begrüßenswerte Einstellung, ich würde mir mehr Skeptiker auf dieser Welt wünschen.

    Zitat Zitat von 20.02.2010, 14:31 von Xan Beitrag anzeigen
    Die Midgardregel vereinfachen ja bewusst, um es dem SL einfacher zu machen, wenn man jetzt wieder aus allem etwas besonderes macht, dann bekommt man einfach ein riesiges Regelwirrwarr, wer kann das schon wollen?
    Da liegen wir auf gleicher Wellenlänge. Und nur um die Frage zu beantworten: Bei erfahrenen Gruppen kann man oftmals beobachten, dass sie Spezialregeln aus Erweiterungsbüchern nutzen, auch wenn diese kompliziert sind.

    Zitat Zitat von 20.02.2010, 14:31 von Xan Beitrag anzeigen
    1. Eine regelmäßige Erhöhung des Raufen-Wertes schwächt vor allem die waffenlosen Kampffertigkeiten Midgards ab, was m.E. nicht wünschenswert sein kann. Wenn diese abgeschwächt werden, weil man plötzlich alles auch in Rüstung machen kann usw. dann besteht m.E. die Gefahr, dass das lernen von waffenlosen Kampffertigkeiten zu unattraktiv wird.
    Das ist ein guter Einwand, da muss man auf jeden Fall aufpassen.

    Zitat Zitat von 20.02.2010, 14:31 von Xan Beitrag anzeigen
    2. Das Beispielvideo. Keine Ahnung, ob das ihr Ernst ist, dass sie die Klingen mit der Hand umfassen? Das sieht zwar recht schick aus mit dem Entwaffnen usw. Vollgerüstet, sind diese geschmeidigen Abläufe bestimmt so nicht möglich. Gerade beim Hebeln und dergleichen machen es einem die (schweren) Rüstungen doch erheblich schwer einen Arm zu packen oder einen "Scherenwurf" anzusetzen. Die Geschmeidigkeit (in den Gelenken), die man bei Hebeln benötigt, wird wohl durch Rüstungselemente wie Handschuhe und Armschienen doch merklich gemindert.

    [...]

    P.S. mit was für Gummiattrappen üben die in dem Video eigentlich? Mit einem vernünftigen Anderthalbhänder oder Langschwert, dürften solche schnellen Bewegungen wohl kaum drin sein.
    Das sind (authentische) Schwerter aus Stahl, ja, sie fassen sie mit der bloßen Hand an (überhaupt kein Problem) und ja, sie trennen Dir damit ebenso problemlos den Arm ab. Es gibt auch noch ganz viele andere Videos von ganz vielen anderen europäischen Fechtern und ja, da ist auch das Ringen am Schwert im Harnisch dabei.

    Zitat Zitat von 20.02.2010, 14:31 von Xan Beitrag anzeigen
    Ich denke der (geringe) Raufen-Wert deckt v.a. auch beim Kampf in Rüstungen und dergleichen einen Versuch jemanden umzuhauen [Umrennen/Umwerfen geht ja auch mit EW:Raufen!] (oder zu hebeln) recht gut ab (weil es eben schwer ist). Da man bei diesen von dir angesprochen Aktionen (Hebeln, Werfen), mit der Waffe in der Hand ja eher behindert ist (mit der Waffe kann man ohne die nötige Wucht, die durch die mangelnde Möglichkeit des Ausholens fehlt, nichts anfangen), würde ich es wenn ich es als SL zulasse so regeln.

    Der Spieler kann mit einer Hand die Waffe halten (diese aber in der Aktion nicht einsetzen). Er muss dann eben statt dem üblichen EW:Raufen einen modifizierten EW:Raufen durchführen (Mali von SL festzulegen), da er eben weder so gut hebeln, noch jemanden umreißen kann, wenn er nur eine Hand effektiv benutzt (benutzen kann). Es würde ja wohl auch jeder SL einem einarmigen SC nur modifizierte Würfe auf solche Aktionen zugestehen.
    Ich kann dazu nur sagen, dass Du offensichtlich ein falsches Bild von der Realität hast. Das lange Schwert eignet sich prächtig zum Ringen. Schau Dir einfach die Literatur und die Demonstrationen dazu an. Wenn Du mir sagst, wo Du in etwa wohnst, deute ich Dir auch gerne den Weg zum nächsten Verein, da kannst Du es Dir live anschauen oder demonstrieren lassen.

  10. #10
    Erstellt von

    Standard

    Sry, "bloße Hand" stimmt hier nicht, sie haben da Handschuhe an. Das ist angenehmer, auch ich nutze bei meinem Schwert idR Lederhandschuhe. Das kann sonst an den Knöcheln schmerzen.

 

 
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