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  1. #1

    Willenskraft, Selbstbeherrschung und persönliche Ausstrahlung - im Laufe der Zeit steigern?

    Hi all,

    bedanke mich für die Antworten im Thread "Willenskraft". An das Thema "wie spiele ich Wk" schließt sich für mich die folgende Frage an:

    Wie verändern sich die Werte Selbstbeherrschung, Willenskraft und persönliche Ausstrahlung im Spiel und durch rollengerechtes/wertgerechtes Spiel?"

    Gemeint ist folgendes:
    - Nehmen wir an, man entschließt sich einen Charakter mit einem oder mehreren "schlechten" Werten in diesen Bereichen zu spielen. Jeder hat schließlcih Fehler.
    - Wie jeder fehlerbeladene Mensch, der halbwegs vernünftig ist, bemüht man sich, seine Fehler auszugleichen.
    - Die Regeln sehen jetzt die Möglichkeit vor, daß man Widerstandswürfe (WW) gegen ein Attribut mit einem PW:Fertigkeit, eine passende versteht sich, ersetzen kann.

    Für pA z.B. könnte das Schauspielkunst oder so was sein, für Wk z.B. Gassenwissen, Menschenkenntnis - und warum nicht auch Selbstbeherrschung, etc., u.s.w. Andererseits sollte diese Regel ja nun auch nicht dazu führen die Attribute zu konterkarieren.

    Jetzt frage ich mich, ob nicht zum Beispiel ein Charakter mit niedriger pA "einfach" Schauspielunterricht nehmen könnte und dadurch gleichermaßen seine pA "automatisch" ein wenig steigt.

    Weiterhin frage ich mich, ob man nicht durch konstantes Spiel seinen Wert verbessern kann. Könnte doch geradezu eine "Queste" sein, sich abzuhärten (Willenskraft), zu meditieren (Selbstbeherrschung), jeden Tag vor dem Spiegel üben (persönliche Ausstrahlung), oder was weiß ich.

    Wie handhabt Ihr das? Ideen?

    Es grüßt Euch freundlich,
    Hendrik, der Suchende


  2. #2

    Standard

    Hm, gute Fragen Hendrik.

    Schauspielkunst würde ich anstelle der pA ggf. zulassen. Allerdings muß der Spieler, dann auch spielen, nicht nur würfeln. Dies geht aber sicherlich nicht in jeder Situation und häufig nicht ohne Vorbereitung bzw. Ausarbeitung eines Planes. Stehgreifimprovisation kann teilweise heftige Abzüge auf den EW geben. Eine automatische Steigerung der pA durch einen höheren Erfolgswert "Schauspielen" sehe ich nicht. Es gibt genügend Schauspieler, die im Privatleben eher wenig Ausstrahlung haben selbst wenn sie auf der Bühne wer weiß wie wirken.

    Inwiefern Gassenwissen oder Menschenkenntnis einen Wk ersetzen kann verstehe ich nicht. Eine erfolgreiche Anwendung dieser Fertigkeiten kann m.E. nur zu einer Modifikation des PW führen. Diese kann aber auch bei erfolgreichem EW negativ sein. Z.B. wenn der SC erkennt, daß derjenige der ihn verhört TATSÄCHLICH zur Folter greifen wird un nicht blufft

    Für konsequentes ausspielen, daß der SC seine Sb oder Wk verbessern will könnte ich mir vorstellen, daß ich bei Gradsteigerungen die Chance, daß der Wert für Wk oder Sb verbessert wird höher stzen würde.. Allerdings auf Kosten der Chance einen anderen Grundwert zu verbessern.

    Hiram
    If hate and war could solve anything
    Don´t you think they´d have solved it
    a long time ago?

    (Twelfth Night - Sequences)

  3. #3

    Standard

    Ich würde Hiram zustimmen.
    Anwendung einer Fertigkeit anstelle eines Grundwertes nur in bestimmten Ausnahmefällen, wo es halt paßt.
    Um einen Grundwert dauerhaft zu steigern gibt es m.E. zwei Wege:
    1. den von Hiram angedeuteten Weg: Bei einer Gradsteigerung. Dann müßte der Spieler darauf verzichten, evtl. andere Grundwerte zu verbessern. Für den gewünschten Grundwert hätte er dann immerhin eine 25% Chance. (Vorausgesetzt, der Spieler kann glaubhaft machen, dass sich der Char in diese Richtung entwicklet hat.)
    2. göttlicher Eingriff. Das würde ich aber nur unter extrem seltenen Bedingungen zulassen. Voraussetzungen wären hier: Geschieht als göttliche Belohnung im Rahmen eines Abenteuers in dem der Char a) gottgefällig gehandelt hat und b) gerade dieser Grundwert eine besondere Bedeutung für die Lösung des Abenteuers hatte. (Der Char sollte dabei z.B. seine Schwäche in einem kritischen Moment überwunden haben o.ä.) In diesem Fall würde ich eine göttliche Intervention zulassen und den betreffenden Grundwert außerodentlich anheben, allerdings auch nicht über die Maße.

  4. #4

    Standard

    Ich bin ebenfalls der Meinung, daß sich die Eigenschaftswerte nur auf dem "üblichen" Weg ändern sollten. Im übrigen sehe ich das Problem, daß viele Fertigkeiten recht hohe Werte in den zugrundeliegenden Eigenschaften erfordern. Gerade bei sozialen Fertigkeiten ist häufig pA 61 erforderlich. Das gilt - wenn mich mein Gedächtnis nicht mal wieder im Stich läßt - auch für Schauspielern. Damit entfällt diese "Trainingsmöglichkeit" für SpF mit niedrigen Eigenschaftswerten.

    Hendrik, der niedrige Werte bei pA, Wk und Sb gewohnt ist
    Draco dormiens nunquam titillandus.

  5. #5

    Standard

    </span><table border="0" align="center" width="95%" cellpadding="3" cellspacing="1"><tr><td>Zitat (Hiram ben Tyros @ März. 11 2002,15:49)</td></tr><tr><td id="QUOTE">Inwiefern Gassenwissen oder Menschenkenntnis einen Wk ersetzen kann verstehe ich nicht. Eine erfolgreiche Anwendung dieser Fertigkeiten kann m.E. nur zu einer Modifikation des PW führen. Diese kann aber auch bei erfolgreichem EW negativ sein. Z.B. wenn der SC erkennt, daß derjenige der ihn verhört TATSÄCHLICH zur Folter greifen wird un nicht blufft

    Hiram[/QUOTE]<span id='postcolor'>
    Bitte einfach mal bei Verhören nach- Dort steht, dass jemand, der verhört werden soll, sich mit einem WW:Wk/10 dagegen wehren kann. Ersatzweise kann aber auch ein WW:Menschenkenntnis oder ein WW:Gassenwissen gewürfelt werden. Somit kann man also zumindest Teilgebiete der Willenskraft durch das Steigern von Fertigkeiten trainieren.

    Ansonsten halte ich mich hier raus, weil ich noch keine eigene Meinung zu diesem Thema habe.
    Hornack

  6. #6
    Erstellt von

    Standard

    Vielen Dank, soweit&#33;

    Ich finde Hiram&#39;s Vorschlag gut, daß der &quot;miese&quot; Wert bei der Attributssteigerung bei Erreichen des nächsten Grades eine höhere Wahrscheinlichkeit erhält. Das ist regelkonform gedacht.

    Ich meine aber, daß das hier nicht reicht. In dem vorerwähnten anderen Thread &quot;Willenskraft&quot; ist vorgeschlagen worden, daß man beim SPL anfragt, ob man den einen besonders miesen und für die Charakterklasse scheußlich unpassenden Wert neu erwürfeln kann. Alternativ war vorgeschlagen worden, daß man per Definition und Einschränkung der Auswirkung des niedrigen Wertes auf den konkreten Charakter ein &quot;Abmilderung&quot; erreicht und sich - daher auch die Idee für diesen Thread - versucht, konstant &quot;fortzubilden&quot;.

    Ich meine, daß die Werte Wk/Sb/pA der konkreten Vorstellung von einem Charakter in besonderem Maße abträglich sein können. Ich möchte das gerne an einem Beispiel illustrieren: Was wäre wenn man anstatt &quot;nur&quot; für Attribute auch für Behinderungen würfeln würde? Wer z.B. würde einen Söldner mit nur einem Bein oder einen Bogenschützen mit nur einem Arm spielen wollen.

    Außerdem bin ich der Ansicht, daß Wk/Sb/pA regeltechnisch nicht so bedeutsam sind, wie St/Gw/Gs/etc, eine Steigerung &quot;aus der Reihe&quot; also weniger schädlich für das Systemgefüge sind.

    Wenn jetzt ein Spieler beim Würfeln für einen &quot;sekundären&quot;/abgeleiteten Wert (im Gegensatz zu St/Gw/Gs/etc. als primäre Werte) einfach Pech hatte und der Spieler sagt &quot;gut paßt zwar nicht, aber das kann ich ja kreativ einbauen&quot;.. &nbsp;Das erreicht doch beim Spieler schon, daß er nicht nur die &quot;perfekte&quot; Heldenfigur spielt und regt zum Rollenspiel an. Warum soll der Spieler, indem er zum &quot;Wert spielen&quot; gezwungen wird - Stichwort WW, wenn&#39;s nicht paßt - davon abgehalten werden, den &quot;ungelieben&quot; Wert durch Rollenspiel zu verbessern. Ich glaube nicht, daß sich das ausschließt. Meine Idee hier wäre, den Spieler direkt zu fragen, wie er sich die Verbesserung vorstellt und wodurch sie eintreten soll. Dann muß der Spieler sich natürlich an sein Programm halten.

    Unabhängig vom Grad, könnte man doch eine Art PPs für die genannten Sekundärattribute verteilen und so eine Steigerung losgelöst vom Gradanstieg möglich machen.

    Wie seht Ihr das?

    Cheers, Hendrik &nbsp;

  7. #7

    Standard

    Also ich würde das nicht so kompliziert handhaben. Wenn jemand z.B. unbedingt eine hohe pA haben will, weil er sich seinen Barden nun mal charismatisch vorstellt... nun ja, dann soll er sie haben. Ich unterstelle bei so was immer, daß die Spieler ihre Charaktere nicht maxen wollen, sondern eben ein entsprechendes Bild haben (daß ich ihnen als SL auch nicht verleiden will, ehrlich gesagt)
    Wir haben es mal eine Zeitlang so gemacht, daß man seine Grundwerte St, Ge, Ko etc. gegen z.B. Au oder pA tauschen konnte (also natürlich nur in eine Richtung, d.h. St, Ge, Ko bekommt den (niedrigeren) pA, Au-Wert und pA,Au den dementsprechend höheren Wert). Damit kann man feststellen, ob es dem Spieler wirklich wichtig ist, schließlich sind Werte wie St oder Ko im allgemeinen spielrelevanter (oder würfelrelevanter). Inzwischen bin ich so nett und lasse den Spielern bei Stand, Größe, Gestalt die Wahl (sofern es passt) und auch bei Au, pA, Sb, Wk und B lass ich mit mir reden.

    - Lars
    "Natsugusa ya - Ah, summer grass - Sommergras
    tsuwamonodomo ga - of stalwart warriors splendid dreams - von den glorreichen Träumen hehrer Krieger
    yume no ato - the aftermath - die Nachernte"


    Matsuo Basho

  8. #8

    Standard

    Hi Lars,

    bei der Neuerschaffung eines Charakters darf einer Spieler bei mir auch einiges frei bestimmen, wenn er diese ausdrücklich wünscht. Auch bei schlechter Au, pA, Sb und Wk lasse ich gerne mit mir reden.

    Hier geht es aber nicht darum einen Charakter neu zu erschaffen. Der Charakter wurde bereits gespielt. Nachträglich möchte ich solche grundlegenden Änderungen nicht so leicht zulassen. Deshalb mein Vorschlag bei den normalen Gradanstieg die Chance einen bestimmten Wert zu verbessern zu erhöhen sofern es zum bisherigen Spiel passt.

    @Hornack
    Danke, hilft hatte ich schon lange nicht mehr

    Hiram
    If hate and war could solve anything
    Don´t you think they´d have solved it
    a long time ago?

    (Twelfth Night - Sequences)

  9. #9

    Standard

    Nun, da sind wir wohl voll bei einer Hausregel-Debatte. Wie meine Vorredner meine auch ich, daß man das Problem am besten bei der Charaktererschaffung löst. Man könnte z. B. die W100-Würfe innerhalb der Eigenschaften pA, Wk und Sb tauschen oder auch bei EINEM dieser Werte zweimal würfeln dürfen. Eigenschaften dagegen gezielt zu steigern - egal ob mit einer Art PP oder was auch immer - ist mir dagegen zu &quot;Midgard-untypisch&quot;. Fertigkeiten werden gesteigert, Eigenschaften steigen allenfalls bei Stufenanstiegen. Ansonsten könnte man ja auch argumentieren, daß man durch Krafttraining Stärke oder durch Lernen Intelligenz steigern könnte. Das ist aber gerade nicht gewollt.

    Das Problem liegt allein auf rollenspielerischer Ebene und sollte daher auch da gelöst werden. Entweder im Dialog mit dem SL, der kleine Vergünstigungen beim Auswürfeln gewähren kann, oder durch geschicktes &quot;Umdefinieren&quot; eines niedrigen Eigenschaftswerts (&quot;Mein As mit Wk 11 ist zwar ein Weichei, aber in Abenteuersituationen weiß er, worum es geht, um reißt sich zusammen&quot.

    Hendrik, der sich noch nie von Werten den Charakter hat diktieren lassen
    Draco dormiens nunquam titillandus.

  10. #10

    Standard

    Also ich muß mich Hendrik da noch mal anschließen... ein &quot;fertiger&quot; Charakter sollte nur in Ausnahmesituationen einen der Basiswerte erhöhen können...
    Ich denke gerade bei pA, Wk und Sb ist das problematisch, weil diese Werte ja irgendwie mit dem Charakter verbunden sind und mit 20-25 (das typische Startalter) ist diese Entwicklung eben prinzipiell abgeschlossen.
    Und die 1W6+1, um die es in dem von dir angegebenen Fall steigt, sind ja auf einer Skala von 1-100 nicht gerade gravierend. Wenn ich nun mal nicht reden kann, keine Leute führen kann, kein Gespür für andere habe, dann hilft mir noch so viel Bedauern nichts, die pA bleibt niedrig.
    Und wenn ich noch so viele Kilometer im Winter marschieren muß, oder noch so oft gefoltert werde... mit einer niedrigen Wk jammert man eben dann immer noch. In einem bestimmten Maße sind diese Dinge sicherlich trainierbar, aber ich würde sagen, daß das mit dem Start einer Abenteurerkarriere abgeschlossen ist... ab einem bestimmten Punkt hat man keine Motivation und kein Interesse oder auch nicht mehr die Möglichkeit charakterlich etwas zu ändern. Die zufälligen 1W6+1 sind da eben die Ausnahme.
    Letztlich spricht nichts dagegen, daß wenn man die 25% beim Gradaufstieg realisieren kann, sich den zu steigernden Wert frei aussuchen kann (was zum Rollenspiel passt), allerdings finde ich nicht, daß diese minimale Änderung den gewünschten Effekt erzielen kann. Ob ich nun pA 22 oder 27 habe ist wohl nicht wirklich relevant....

    - Lars
    "Natsugusa ya - Ah, summer grass - Sommergras
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    Matsuo Basho

 

 
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