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  1. #1

    Registriert seit
    23.02.2004
    Ort
    Dämmerige Grotte im Schlummerland weit im Osten an der Grenze des Hades

    Standard Anwendung von sozialen Fertigkeiten gegen Spielfiguren

    Hallo, ihr alle!

    Bei Midgard gibt es ja alle möglichen sozialen Fähigkeiten, die verwendet werden können, um das Verhalten anderer Personen zu beeinflussen. Nun beherrschen diese Fähigkeiten aber nicht nur Spielerfiguren, sondern auch NSCs, die diese Fähigkeiten auch gegen Spielerfiguren einsetzen können. Jetzt habe ich aber Probleme damit, wie ich es als Spielleiter handhaben soll, wenn ein NSC eine soziale Fertigkeit erfoglreich einsetzt.

    Beispiel: Die Spieler/-innen treffen in einer Stadt einen Magier, der versucht, sie dazu zu überreden, ihm dabei zu helfen, sagen wir einmal ein seltenes Zauberbuch zu besorgen, das er für seine Studien benötigt. Abgesehen davon, dass er den Spieler/-innen eine gewisse Belohnung für diese Aufgabe verspricht, versucht er, sie mittels Beredsamkeit davon zu überzeugen, ihm zu helfen. Der Wurf gelingt ihm. Als Spielleiter habe ich jetzt das Problem, wie ich diesen erfolgreichen Wurf für Beredsamkeit in die konkrete Spielsituation übersetzen soll. Einfach nur zu sagen "Euch kommt der Magier sehr sympathisch vor und ihr schenkt ihm Glauben" und dann zu erwarten, dass sich die Spieler/-innen daran halten werden ist eher nicht so das gelbe vom Ei. Andererseits sind die schauspielerischen Fähigkeiten des Spielleiters/der Spielleiterin auch beschränkt und es braucht schon einiges Geschick, um bei den Spieler/-innen den Eindruck hervorzurufen, die Person sei sympathisch.

    Noch ein Beispiel: Im Zuge eines Abenteuers dringen die Spielfiguren in die Diebesgilde vor. Spieler A dringt bis zur Anführerin der Diebesgilde vor (allein) und versucht, sie gefangen zu nehmen. Diese wirft jetzt ihre weiblichen Reize ins Spiel und setzt Verführen ein -- kritisch erfolgreich. So kann sie den Spieler dazu bringen, sie gehen zu lassen. Wie bringe ich das dem Spieler bei? Der Spieler hat ein berechtigtes Interesse daran, die Frau gefangen zu nehmen und den Autoritäten auszuliefern (das ist sein Auftrag und zum gelingen des Abenteuers notwendig). Egal, wie sympathisch ich die Figur darstelle, wird er doch (allein aus logischer Überlegung und weil er ja nicht in der Situation seiner Spielfigur steht und keinen Bezug zu der Dame hat) versuchen, seinen Auftrag zu Ende zu führen. Und wieder ist es ein wenig langweilig, einfach nur zu sagen: "Die Anführerin der Diebesgilde ist dir so sympathisch und konnte so gut mit dir flirten, dass du sie gehen lässt."

    Wie handhabt ihr es, wenn soziale Fertigkeiten gegen Spieler eingesetzt werden (genausogut kann es natürlich auftreten, dass einem NSC z. B. ein Wurf Beredsamkeit misslingt und er deshalb den Spielfiguren eigentlich unsympathisch sein sollte)?

    Ach ja, beim nochmaligen Durchlesen meiner Frage bin ich daraufgekommen, dass dieses Thema vielleicht eher zu den "Sonstigen Diskussionen" gehört -- es hat ja mit den Regen eher weniger zu tun.
    Geändert von Morpheus (21.09.2006 um 17:32 Uhr)
    Dilige et quod vis fac!
    Liebe und tu, was du willst!
    Augustinus von Hippo - In Epistulam Ioannis ad Parthos

    Andrea: Unglücklich das Land, das keine Helden hat.
    Galilei: Unglücklich das Land, das Helden nötig hat.
    Bertolt Brecht - Leben des Galilei

    Wer ist Morpheus?

  2. #2

    Standard Einfach:

    Die Anwendung sozialer Fertigkeiten durch Spielerfiguren gegenüber NSCen werden ebenso behandelt. Es können ja nicht zweierlei Maßstäbe für die gleiche Regel angewandt werden. Das Verführen eines NSCs mißlingt eben auch automatisch, wenn es nicht in die Handlungsabsicht des NSCs paßt.
    Geändert von Lukarnam (21.09.2006 um 18:09 Uhr)
    Kreol der Barde: Männer sind simpel ... und Frauen verstehen nicht einmal das.
    Niels Bohr: Alles ist möglich, vorausgesetzt, daß es genügend unvernünftig ist.

  3. #3

    Standard

    Also bei mir sage ich dem Spieler dann Outplay: "Die sieht so schön aus, und wirkt so supersympatisch, dass Du garnicht anders kannst als Dich Ihr voll und ganz hinzugeben" Oder so ähnlich. Also ich nehme dem Spieler dann bewusst ein wenig seiner "Freiheit zu handeln" genauso wie ich es auch mache, wenn ein Spieler vin einem Geist übernommen oder durch MüM verzaubert wurde. Der Spieler muss sich dann ein stückweit zurücklehnen und schauen, was sein Char gerade macht...

    Anta
    Ich bin nicht die Signatur! Ich putze hier nur...

    Bro: Du geh putzen, ANTALUS!

  4. #4

    Standard

    Wir trennen in unserer Gruppe sehr scharf zwischen Wahrnehmung und Willen. Nsc können danach zwar das Wissen der SpF beeinflussen, aber nicht deren Willen.

    Bezogen auf deine Beispiele:
    Der Magier kann den SpF natürlich mit Beredsamkeit einen vom Pferd erzählen. Schlägt dann ein Wurf auf Menschenkenntnis fehl, dann sage ich als SpL zu den Spielern, dass sie den Eindruck haben, dass der Magier die Wahrheit sagt bzw. ihnen nichts Böses will. Ob sie daraus den Rückschluss ziehen, dass sie ihm auch helfen müssen, steht ihnen aber frei.

    Genau so bei der Diebin. Die SpF sind nach einem erfolgreichen EW:Verführen von ihr betört. Sie fühlen sich also zu ihr hingezogen und werden entsprechend gewisse Taten mit anderen Augen sehen. Als SpL würde ich demgemäß sagen, dass die SpF den Eindruck hat, dass so ein hübsches Geschöpf wohl kaum von Grund auf schlecht sein kann. Wahrscheinlich ist sie nur ein Opfer der Umstände etc. Andererseits sind die SpF zwar betört, aber deswegen nicht komplett verblödet. Ob sie die Diebin nun verschonen oder nicht, überlasse ich als SpL den Spielern.

    Ich wirke als SpL also immer nur auf der Erkenntnis- und Wahrnehmungsebene. Alles andere hielte ich für einen schweren Fehler.

    Norgel
    It's hard to be religious when certain people are
    never incinerated by spontaneous bolts of lightning.

    - Calvin & Hobbes

  5. #5

    Standard

    Man sollte nicht außer acht lassen, dass beim Einsatz sozialer Fertigkeiten auch meistens ein Widerstandswurf erfolgt. Sollte ein Spieler also allzu abgeklärt spielen und mit guten Worten ist nichts zu machen, dann wird bei uns meistens der Widerstandswurf verlangt (bei verführerischen Frauen kann sich auch ein PW:Selbstbeherrschung dazugesellen). Sollte dieser misslingen, wird das ungewollte Verhalten des Charakters eher akzeptiert, als wenn der Spielleiter dies festlegt.

    CU
    FLo
    Realität ist da, wo der Pizzamann herkommt.
    - T-Shirt Aufschrift

    Midgard Wiki

  6. #6

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    Standard

    Man sollte es von den Gegebenheiten abhängig machen: Ist die SpF, die die Diebin gefangen nehmen soll, ein "Glücksritter", der an keinem Rock vorbeilaufen kann: der lässt sich vielleicht gern verführen, vor allem, wenn die Diebin auch noch ein heftiges Sex-Appeal hat. Ist die SpF ein moralisch gefestigter Priester eines Todesgottes, sieht die Sache vielleicht anders aus.

    Bei der Magiersache würde ich einen WW:Beredsamkeit der SpF mit dem höchsten Bonus auf Beredsamkeit machen, um festzustellen, ob die SpFen merken, dass sie besabbelt werden. Merken sie es nicht, sage ich: "Die Sache klingt absolut toll. Ihr seid begeistert!" und halte es so wie Antalus.
    "While love lives, while suns set,
    while snow moons rise in November skies,
    while ties bind, while souls cry,
    while oceans ride in an endless tide,
    while love grows, while blood flows,
    while truth is real you need never feel alone."
    (All About Eve)

  7. #7

    Standard

    Die Anwendung von Beredsamkeit usw. erfordert natürlich, dass der Spieler auch darauf eingeht. Die Möglichkeit von WWs ist ja gegeben, so dass die Figur nicht schutzlos der Willkür des SL ausgesetzt ist. Vielleicht ist ein Blick ins Kompendium hilfreich (KOM S.84), da werden Versuchungen "gegen" die Spielerfiguren angewandt, die Rolle der WWs übernehmen da PW:In und PW:Sb (wobei diese nicht einfach gesteigert werden können).

    Ein guter Spieler wird nach einem verlorenen Duell EW gegen WW auch kein Problem damit haben, mit der neuen Situation umzugehen.

    Solwac


    Hier gibt es nichts zu lesen, bitte schwampfen Sie weiter!

    Zaubern ist doch keine Hexerei!
    Wer ist Solwac?

  8. #8

    Standard

    Zitat Zitat von 22.09.2006, 00:13 von Schwerttänzer Beitrag anzeigen
    Was machst du mit dem Char der Wahre Liebe hat und nie seine Liebe freiwillig(sprich solange ihn niemand verzauber oder das Messer an die Kehle setzt) betrügen würde,
    In dem Fall wird der WW soweit modifiziert, dass die Chance zu Widerstehen für den Betreffenden deutlich höher ist. Allerdings setzt das voraus, dass der Charakter wirklich glaubhaft bis zu diesem Zeitpunkt seine Verliebtheit ausgespielt hat (dazu gehören Schwärmereien, Briefe schreiben, etc...). Je nerviger... äh... glaubhafter, desto höher die Modifikation. Vielleicht sogar bis zur völlständigen Immunität.
    Wer sich zu spät an seine Liebe erinnert hat in diesem Fall Pech gehabt und muss das Beste hoffen.

    Es hängt bei mir an der Spielweise des betroffenen Charakters.

    Und ehrlich, auf solche Situationen würde ich nicht verzichten wollen. Sie würzen das Rollenspiel.

    Aber ich seh schon wieder die Angst der Spieler in den Augen glitzern, die Angst vor einer Situation mit der man nicht umgehen mag. Die Gefahr einer Versuchung zu erliegen...

    Detritus
    Geändert von Detritus (22.09.2006 um 06:44 Uhr)
    "Ich erreichte den Sandkasten im Alter von einem Jahr auf eigenen Füßen. Seit dem wird mein Leben vom Kampf um Schäufelchen und Eimerchen beherrscht." - der kleine Felsherr

    „Ein Kluger bemerkt alles. Ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.“
    (Heine)






  9. #9

    Standard

    Zitat Zitat von 21.09.2006, 19:45 von Solwac Beitrag anzeigen
    Die Anwendung von Beredsamkeit usw. erfordert natürlich, dass der Spieler auch darauf eingeht. [...]

    Ein guter Spieler wird nach einem verlorenen Duell EW gegen WW auch kein Problem damit haben, mit der neuen Situation umzugehen.

    Solwac
    So sehe ich das auch. Ich erwarte von meinen Spielern als SL, dass sie entsprechend den erfolgreichen Anwendungen entsprechender Fertigkeiten der NSC spielen - falls sie das komplett ignorieren sollten, finde ich das schade für's Spiel.

    Wenn Spieler, wie Norgel, schön ausführt, dann aus begründetem Anlass anders agieren und das gut rüber bringen, habe ich keine Probleme damit.

    Euer

    Bruder Buck
    "Tolerant bin ich, wenn ich toleriere, dass andere meine Absichten gutheißen. Würden sie meine Absichten verwerfen, wären sie intolerant. Und mit Intoleranten tolerant zu sein, das kann keiner von mir verlangen." (Guy Rewenig)
    ____________________________________________________________________________________________________

    Mache, net babble!

  10. #10

    Standard

    Zitat Zitat von 21.09.2006, 17:24 von Morpheus Beitrag anzeigen
    Wie handhabt ihr es, wenn soziale Fertigkeiten gegen Spieler eingesetzt werden (genausogut kann es natürlich auftreten, dass einem NSC z. B. ein Wurf Beredsamkeit misslingt und er deshalb den Spielfiguren eigentlich unsympathisch sein sollte)?
    Die Spieler sind für einen gelungenen Rollenspielabend ebenso verantwortlich, wie der Spielleiter. Der Spielleiter ist kein Pausenclown und kein Alleinunterhalter. Daraus folgt in meinen Augen auch die Pflicht der Spieler, auf entsprechende Hinweise des Spielleiters einzugehen.

    Es spricht nichts dagegen, dass die Spieler in Fall 1 dem Magier versichern, dass sie ihm helfen werden und dann erst mal einen Trinken gehen. Ob sie ihm dann wirklich helfen, kann eine andere Geschichte sein (nachdem sie sich in Ruhe darüber beraten haben). Sie sollten jedoch zunächst auf die Situation eingehen.

    In Fall 2 könnte der Spieler bzw. die Figur sich auch auf ein Abenteuer mit der Chefin der Diebesgilde einlassen und aufgrund eines hohen Rechtsbewußtseins, sie trotzdem an die Behörden ausliefern.

    Dazu sei noch gesagt: so etwas Schauspielerisch darzustellen ist natürlich von Vorteil. Oft genügt es aber, die Situation ausführlich zu beschreiben. Wenn der Magier von den Spielfiguren Hilfe möchte, wird er ihnen Honig um den Bart schmieren, ihnen ein paar Bier ausgeben usw. um sie sich gewogen zu machen. Einfach auf Beredsamkeit zu würfeln halte ich für genauso platt vom Spielleiter, als wenn der Spieler einfach nur mal so "Beredsamkeit" einsetzt.

    Die Chefin der Diebesgilde könnte versuchen Sex als Waffe einsetzen. Sprich, sie verführt ihn nach allen Mitteln der Kunst und während er selig schläft, stiehlt sie sich davon, fesselt ihn oder bringt ihn um (letzteres sollte allerdings nicht die Regel sein).

    Letztendlich ist die Situation ähnlich schwierig, als wenn die Spieler/Figuren soziale Fertigkeiten untereinander einsetzen. Die Lösung des Spielleiters beim letzten mal, dass ich das ausschließlich per Rollenspiel ausspielen soll und ein gelungener Wurf überhaupt nicht wirkt, fand ich etwas unglücklich.

    Viele Grüße
    Harry
    ~ Interessensgruppe Dumme, schlechte Rollenspieler ~

    ~ Midgard Stammtisch in Essen am 11. Juni 2013, 19:00 h ~
    ~ Midgard Con Survival Guide ~

    ~ ▬|█████████|▬ This is Nudelholz. Copy Nudelholz into your signature to make better Kuchens or other Teigprodukte!
    Oder Take it und hau it on the Kopp of a bekloppt Person to give a better Gefühl than vorher! ~

 

 
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