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Gedankenfetzen eines Kamels - Der Rollenspielblog

Einzelabenteuer (keine Kampagnen) ohne Railroading möglich oder nicht? Vergleich zum Kampagnenspiel

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Ausgehend von diesem Beitrag (incl. Zitate) stelle ich folgende These auf:

Einzelabenteuer sind ohne Railroading fast nicht umzusetzen. Die Betonung liegt hier auf fast. Dass ich mir irgendwelche wilden Beispiele zusammenkonstruieren kann um zu einem anderen Ergebnis zukommen ist mir auch klar.

Wenn ich ein Einzelabenteuer habe, dann startet das immer mit diversen Vorgaben und Annahmen des Spielleiters. Extremer Fall: Das Schiff geht unter. Andere Fälle wären: Euer Verwandter Onkel Benz wird entführt, verhaftet oder ermordet. Die Abenteurer haben bei solchen Abenteuern normalerweise keinen Bezug zur Vorgeschichte. Dashalb heißen sie Einzelabenteuer. In Kampagnen kann diese Vorgeschichte erspielt werden. In obigen Fall können die Spieler entscheiden ob sie diesen Verwandten mögen oder nicht, ihm also helfen wollen oder nicht. Das läßt sich mit den anderen gängigen Abenteuereinstiegen fortsetzen:

Die Abenteurer sind auf einem Schiff und erleben Schiffbruch. Im Einzelabenteuer verfrachtet der Spielleiter die Abenteurer irgendwie auf ein Schiff, damit das geplante Einzelabenteuer stattfinden kann.

Die Spieler erhalten einen Auftrag. Im Einzelabenteuer wissen die Spieler: Nehme ich den Auftrag nicht an, gibt es kein Abenteuer. In einer Kampagne spielen diese Gedanken nur selten eine Rolle.

Einem Abenteurer geschieht irgendwas schlimmes. Im Einzelabenteuer muss der Spielleiter darauf hinarbeiten, damit das Abenteuer stattfinden kann. In einer Kampagne hingegen ist es egal. Je nach Verhalten der Spieler kann das Ereignis eintreten oder auch nicht.

Ich glaube, dass die Meinungsverschiedenheiten zwischen Railroadingfreunden und Gegnern zum Großteil aus einer unterschiedlichen Wahrnehmung heraus, was Einzelabenteuer und was Kampagnen sind, bzw. bedeuten resultieren.

Das Kampagnen sich meistens aus einer Anzahl von Einzelabenteuern zusammensetzen dürfte klar sein. Ich spreche hier also von allein stehenden Abenteuern. Abenteuern die man z.B. auf Cons spielt. Oder Abenteuer eines Spielstils, bei dem man sich ab und zu zusammensetzt um was spannendes zu erleben. Eine zusammenhängende Geschichte also nicht zum Spielspaß gehört.

In solchen Einzelabenteuern gibt also der Spieler bewusst die Entscheidung ab, wo sein Abenteurer sich gerade befindet. Teilweise geben solche Abenteuer bereits die Anfangsmotivation des Charakters vor: "Dein Onkel wird vermisst". Damit solche Abenteuer funktionieren, muss der Spieler sich also auf diese Vorgaben einlassen. In einer Kampagne hingegen, wäre der Onkel den Spielern bereits bekannt. Man hat mit ihm schon was erlebt, ihn als NSC kennen gelernt. Spieler können frei entscheiden, bzw. ich glaube das trifft es besser, sie können die Entscheidung zu helfen aus dem bisherigen Verlauf der Kampagne begründen.

Ich halte Diese Form von Railroading für absolut gerechtfertigt (wobei es ja auch Diskussionen darüber gibt, ob Railroading mit dem alle einverstanden sind überhaupt Railroading ist). Es dient der Vorbereitung für ein Abenteuer und somit dem Spielspass.

Für Diskussionen um das Thema Railroading wäre es also sinnvoll zunächst mal zu klären, ob man von Einstiegen in Einzelabenteuer oder von ganzen Kampagnen spricht.
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Kategorien
Rollenspiel , Rollenspieltheorie

Kommentare

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  1. Avatar von Rosendorn
    Sprichst du hier nur von den Einstiegen? Wenn ja, kann ich kein Railroading erkennen. Irgendwie muss alles anfangen und dieser Anfang kann nur durch Festlegung geschehen.

    Interessanter wäre IMHO die Frage, ob es Railroading während es Spiels dieser Einzelabenteuer braucht oder ob es auch ohne geht.
  2. Avatar von Abd al Rahman
    Naja, Einzelabenteuer fangen halt meistens irgendwie aprupt an. Kampagnen nehmen sich mehr Zeit um sich vorzubereiten.

    Für Railroading während eines Einzelabenteuers... Hmm.. Da kommt mir eine Idee für einen neuen Blog. Immer dann, wenn es eine Komplettlösung wie in einem Computerspiel geben kann ist es Railroading.
  3. Avatar von Rosendorn
    Das muss du elaborieren, denn im Angebot (!) einer Lösung kann ich noch kein RR erkennen.
  4. Avatar von Abd al Rahman
    Ja, ich werd die Tage mal meine Gedanken dazu zusammenfassen. Im Moment hängt da nur 'ne vage Idee in meinem Kopf rum. Eventuell löst sich das auch wieder in Luft auf, weil's Blödsinn war
  5. Avatar von Rosendorn
    Och, denke ruhig laut, vielleicht entstehend aus deinem Blödsinn dann dafür bei anderen Gedanken, die mehr bringen.
  6. Avatar von Abd al Rahman
    Ok. Hier mal meine unzusammenhängenden Gedankengänge:

    Nimm ein Computerspiel. So ein typisches Rollenspiel wie z.B. Neverwinter Nights. Eine Komplettlösung sieht so aus: Gehe nach a, erschlage b, bringe c nach d.

    Viele Kaufabenteuer arbeiten nach diesem Prinzip.
  7. Avatar von Rosendorn
    Ja, aber Railroading haben wir doch nur dann, wenn keine Alternative seitens der Spieler zugelassen ist. Sobald die Spieler sich nach a gehen, sich mit b verbünden, um d zum umgehen können usw. usf., haben wir doch kein Railroading mehr.

    Das RR an sich liegt doch am SL, wie er mit der Komplettlösung und der freien Handlung der Spieler umgeht.
  8. Avatar von Abd al Rahman
    Dann gibt es aber auch keine Komplettlösung mehr sondernd freies Spiel.
  9. Avatar von Rosendorn
    Definiere Komplettlösung bitte. Meinst du damit "der eine einzige zulässige Lösungsweg"?
  10. Avatar von Rosendorn
    Vielleicht gehen wir auch mal wieder von unterschiedlichen Begriffsverständnissen aus. RR ist für mich etwas, das ausschließlich vom SL ausgeht und ausgehen kann. Kein Abenteuer kann einen RR-freien SL zu RR zwingen.
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