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29. Brief - Aonadag, 1. Trideade Bärenmond

Liebste Mutter,

Und wieder einmal ist so einiges geschehen in den wenigen Tagen, die wir auf dem Jagdfest verbrachten. Nun ist es vorbei und morgen werden uns nach Thame begeben. Es eilt, weshalb wir schon in den frühen Morgenstunden aufbrechen werden. Und du wirst es kaum glauben, wir werden im Auftrag des Lairds dorthin reiten, auf Pferden, die er uns zur Verfügung stellt.

Am Morgen des Seachdag wachte ich auf, als Gray gerade dabei war sich zu richten und das Zelt zu verlassen. Mira hatte ihm seine Beutel mit den Zauberkomponenten abgenommen, damit er uns nicht einfach verlassen würde. Wir wollten ihn alle aufhalten, doch er forderte wütend seine Beutel. Ich war froh, dass Mira sie ihm zurück gab, es war, glaube ich, nicht mit ihm zu scherzen. Wir wussten nicht wohin er ging, aber ich nahm an, er begab sich ebenfalls in den Wald, nur brauchte er seine Ruhe, das war sicher. Wir verbrachten den ganzen Tag im Wald und konnten sogar einen Wolf erlegen, welchen wir zurück ins Lager brachten und dafür den Rang eines Bestiers bekamen. Bis auf eine kleine Unstimmigkeit mit den Gauklern, da Mira und Salomon ihnen ihr Gewerbe streitig machten, verlief der restliche Abend ereignislos und am nächsten Morgen brachen wir wieder früh auf. Gray war am Abend nicht wieder aufgetaucht. Die nächsten Tage verliefen ohne weitere Jagderfolge, jedoch fingen wir Gerüchte über die Freischützen auf, die sich angeblich mit Samiel einlassen und dafür seine Pfeile, die ihr Ziel immer finden, erhalten würden.

Am Abend des zweiten Festtages kam eine junge Frau ins Zeltlager und sprach mit dem Laird. Sie entschuldigte ihre Schwester, die aufgrund eines Fiebers nicht kommen konnte und wollte dem Laird Gold überreichen, um ihre Schuld zu begleichen. Der Laird machte sich über sie lustig und forderte sie zum Tanz auf. Das arme Ding. Als er ihr nach dem Tanz auch noch einen Kuss gab, schmiss sie dem Laird den Beutel an die Brust und verließ hastig das Lager. Einen Moment senkte sich Stille über die Menge, dann begann Donuilh MacConuilh zu lachen und die Spannung verflog wieder. Je mehr ich von diesem Man erfahre, desto weniger halte von ihm. Wir gaben noch unsere musikalischen Künste zum Besten bevor wir uns zu Bett begaben. Mira erzählte mir die Geschichte mit den Gaukler und Dylan meinte, es wäre gut, sich nicht mit ihnen anzulegen. Doch Salomon weigerte sich zu entschuldigen, weshalb ich mit Mira alleine ging.

Am Morgen des Oachdag brachten wir früh in den Wald auf, doch auch an diesem Tag hatten wir kein Glück. Als wir zurück ins Lager kehrten herrschte dort schon Aufregung. Der Laird hatte Jagd auf einen Hirsch gemacht, doch das Tier war ihm entkommen. Auf den verletzten Hirsch wurde ein Preisgeld von 10 Oring ausgesetzt. Am Nachmittag des Naondag fand Salomon die Spur des verwundeten Hirschs. Als wir ihr folgten stießen wir überraschender Weise auf Gray, welcher gerade mit zwei Wildschweinen unterwegs zum Lager war. Dylan sollte ihn dorthin begleiten, damit er nicht alleine die Schweine zurück schleppen musste. Mira, Salomon und ich verfolgten die Spur des Hirsches. Hätten wir nur gewusst was uns erwarten würde. Nun, selbst in Begleitung von Dylan und Gray, hätten wir wenig tun können. Die Spur führte uns in eine Schlucht, die mit Farn, Gestrüpp und seltsamen Pilzen bewachsen war. Die Sonne verschwand hinter den Bäumen und ein dichter Nebel zog auf. Mich beschlich ein mulmiges Gefühl, ein Schatten legte sich über meinen Geist, meine Seele und meinen Körper. Nachdem wir noch einige Schritte weitergegangen waren, entdeckten wir den Grund für unser Unbehagen. Vor uns in der Schlucht befand sich ein großer Kessel über einen Feuer, umgeben von einem Kreis aus Totenschädeln. Die grünleuchtenden Flammen erhellten die zwei Gestalten, welche um den Kessel standen. Es waren zwei Frauen, eine war uns unbekannt, doch das Gesicht der anderen war uns wohl bekannt, Udele NiRathgar. Daneben standen zwei massige Gestalten, Oger, wie wir richtig vermuteten. Wir schlichen uns noch ein wenig näher heran und versteckten uns dann hinter Büschen. Udele murmelte Worte und rührte dabei immer wieder in dem Kessel herum. Dann erhob sie ihre Hand und ein Pfeil erschien darin, welcher erst grünlich leuchtete und dann erlosch. Da trat aus dem Schatten eine vermummte Gestalt und nahm den Pfeil entgegen. Ein weiteres Mal erhob sie ihre Hand, als plötzlich ein Gong durch die Nacht hallte. Mira hatte auf den Kessel geschossen. Die Wycca schickte einen ihrer Oger um nachzusehen woher der Bolzen gekommen war und dann setzte sie ihr Ritual fort. Der zweite Mann trat aus dem Schatten, dann der dritte. Der Oger war inzwischen auf Salomons und meiner Höhle, blieb stehen und wandte sich dann in unserer Richtung. Mira war in den Wald hinein gerannt. Ich versuchte den Oger mit Magie ins Reich der Träume zu schicken, doch es gelang mir erst beim zweiten Versuch, Salomon versetzte ihn dazwischen in Angst, so dass er stehen blieb. Inzwischen war bereits der nächste Schütze aus dem Schatten getreten, bis schließlich der letzte seinen Pfeil empfing. Insgesamt hatte Udele sieben Pfeile aus dem Kessel geholt. Da hallte eine Stimme durch die Schlucht „Brav meine Herzallerliebsten“ und ein Mann in grüner Gewandung eines Jägers erschien, Samiel. Er sprach von den Pfeilen, die nun ein weiteres Mal für Thame verteilt worden waren, an Menschen die nicht einmal wussten dass sie ihm dienlich waren. Alle Pfeile würden das Ziel ihres Schützen treffen, doch der siebte war Samiels Pfeil, welcher seinem Willen unterliegt. Sein Plan und der seiner Wyccas war es keinen MacBeorn am Leben zu lassen. Doch dann meinte Samiel, dass sie alles Weitere in der Hexenstube besprechen würden, woraufhin die Hexen dem grünen Sigill Treue schworen und sie alle verschwanden. Verwirrt und bestürzt versuchte ich zu begreifen, was wir soeben mit erlebt hatten. Flammender Zorn ergriff mich, welcher einerseits diesen abscheulichen Wyccas und ihrem Meister galt, anderseits sich gegen mich richtete, denn ich war so machtlos gewesen und hatte nichts getan um diese Übeltat zu verhindern. Schließlich töteten wir den Oger, welcher noch immer schlafend am Boden lag und untersuchten den Ort dieses schrecklichen Ereignisses. Neben den Überresten des finsteren Rituals fanden wir ein Schnupftuch, welches mit einer Zielscheiben und einem Bogen bestickt war. War dies ein Zeichen des grünen Jägers?

Wir gingen die Schlucht noch ein Stück weiter und fanden, neben einer Quelle, schließlich den Hirsch, der bereits in den Tod gefunden hatte. Wir kehrten zum Lager zurück, wo uns Gray und Dylan schon erwarteten. Nachdem wir von den Ereignissen berichtet hatten, erfuhren wir von Gray was ihnen auf dem Rückweg ins Lager widerfahren war. Dylan und Gray hatten eine Kapelle mitten im Wald entdeckt, waren darauf zu gelaufen und hatten sie betreten. Von außen hatten sie durch das gleißende Licht welches aus dem Innern strahlte nicht hinein sehen können. In der Kapelle hatten sie einen toten Mann vorgefunden, in dem ein schwarzer Pfeil steckte. Als sie näher traten, wurde das Licht heller, bis sie schließlich nichts mehr sahen. Dann befanden sie sich wieder Wald, die Kapelle war verschwunden, zurück blieben nur ihre Fußspuren auf dem Boden. Höchst sonderbar erschien mir ihre Erzählung, was mochte es zu bedeuten haben?

Ich fasste einen Entschluss und teilte den anderen mit, dass ich einige Momente für mich wünschte. Niemand schien von diesem Wunsch begeistert, was ich durch aus verstehen konnte, doch ich beharrte darauf, dass ich keine Begleitung wünschte. Konnten sie es nicht einfach verstehen und mir vertrauen? Ich versicherte ihnen dass ich in sicheren Händen sein würde. „Gehst du zum Laird?“ Für einen Moment konnte ich nicht fassen, dass Dylan mich dies tatsächlich gefragt hatte. Wütend und verletzt blickte ich ihn an. Allgemein stieß seine wohl als Scherz gemeinte Frage auf Missbilligung und so entschuldigte er sich. Sie würden mich nicht alleine gehen lassen, ich musste jedoch alleine sein. Deshalb meinte ich, Gray solle mit mir mitkommen, woraufhin Dylan sich verstimmt abwandte. Genau das hatte uns jetzt noch gefehlt, es gab ja nicht schon genug um was wir uns zu kümmern hatten. Seufzen begab ich mich mit Gray in den Wald. Nach ein paar Schritten machte ich Andeutungen zu meinem Mentor. Er verstand mich, begleitete mich noch ein Stück weiter und blieb schließlich zurück. Ich hatte es gewusst, Gray würde mich und die Bedeutung meines Vorhabens verstehen. Dankbar ging ich noch ein Stück tiefer in den dunklen Wald und entzündete dann ein Feuer. Sobald die Flammen loderten und ich das Feuer gespeist hatte, warf ich einen der Rubine ins Feuer und rief Ihn an. Aus dem Feuer erhob sich eine männliche Gestalt, umhüllt von Feuer und sprach mit tiefer, durchdringender Stimme zu mir. Schon lange hatte ich ihn nicht mehr gerufen und so war ich einen Moment überwältig von seiner Präsenz und Macht. Als ich mich gesammelten hatte, berichtete ich ihm, was ich in den letzten Trideaden bezüglich der finsteren Mächte gesehen und erfahren hatte. Zum Herrn der Nebenberge sagte er nichts, mit der Vernichtung der Wycca in Norrenshold war er zufrieden. Als ich das grüne Sigill erwähnte, meinte er, dass Samiel eine Vorliebe für Hexenbünde hätte. Vielleicht handelte es sich bei dem Sigill um einen solchen. Er trug mir auf, mich nicht vorrangig um Udele zu kümmern, sondern die Pfeilschützen ausfindig zu machen. Sollte ich Erfolg haben, hatte ich Ihn davon zu unterrichten. Zum Schluss zeigte ich ihm noch Feuermal, welches er mir abnahm und betrachtete. Er gab mir die Runenklinge zurück, mit den Worten, dass dies eine mächtiges Schwert sei, dessen Kraft ich für das Richtige einsetzten solle. Ich dankte Ihm und verbeugte mich, dann war Er verschwunden. Ich ließ das Feuer brennen und ging zurück zu Gray. Als wir wieder am Lager waren suchte ich nach Dylan. Ich fand ihn mit einigen anderen Männern an einem Tisch sitzen. Kaum ließ man ihn mal alleine fing er wieder mit dem Trinken an. Mir schenkte er kaum Beachtung und so drehte ich mich um und begab mich zu Bett. Wir hielten Wache, denn wir wollten nicht, dass der Hirsch abhandenkam. Dylan kehrte in dieser Nacht nicht zurück zum Zelt. Am nächsten Morgen fand ich ihn unter einer der Bänke liegen und sein Geruch schlug mir schon von weitem in die Nase. Angewidert weckte ich ihn und teilte ihm mit, dass wir den Hirsch gleich zum Laird bringen würden, dann kehrte ich zu den anderen zurück. Nach kurzer Zeit erschien auch Dylan dort, doch sein Anblick sprach Bände. Am meisten ärgerte mich, dass wir so vor den Laird treten würden. Er kann von Glück reden, dass mich andere, wichtigere, ernstere und dringender Sorgen beschäftigten. Als wir vor dem Zelt des Lairds standen, hörten wir noch das klatschen von Haut auf Haut, dann ein Quietschen und kurze Zeit später trat Donuilh MacConuilh aus seinem Zelt. Ihm war anzusehen, dass wir die letzten waren, die er sich als Jäger seines Hirsches gewünscht hatte, doch er lobte und überreichte uns die 10 Oring Belohnung. Als wir uns abwendeten, meinte Salomon, er würde uns erst mögen, wenn ich mit ihm das Bett teile und Gray gab ihm Recht. Was sie sagten entsprach wohl der Wahrheit und wahrscheinlich meinten sie dies auch nicht böse, trotzdem trafen mich ihre Worte tief. Und als ob es nicht bereits genug Unruhe und Sorgen gab, verhielt sich Dylan sehr distanziert und ihn umgab eine mürrische Aura.

Wir kehrten noch einmal zum Kessel zurück und mussten feststellen, dass er verschwunden war. Salomon drängte, dass man dem Fluss folgen würde, doch wir sahen darin wenig Sinn und so kehrten wir ohne ihn zum Lager zurück. Dort fragte ich Dylan und Gray ob wir nicht ein bisschen für musikalische Unterhaltung sorgen sollten. Ich hatte gehofft, dies würde die Stimmung heben, doch ich hatte mich geirrt. So beendete ich meinen Gesang nach wenigen Worten und setzte mich auf eine der Bänke während Gray und Dylan weiterspielten. Ich bemerkte wie mir die Tränen in die Augen drängten und versuchte sie wütend zurück zu halten. Ich konnte die Disharmonie einfach nicht ertragen und war wütend auf Dylan, den Laird, Gray, Salomon und ganz besonders auf mich. Doch dann besann ich mich und ging wieder zurück zu den beiden musizierenden Männern. Ich holte tief Luft und begann mit einem Liebelied, welches man zusammen im Duett singen konnte. Nach kurzem Zögern stimme Dylan mit ein. Ich wandte meine Aufmerksamkeit ihm zu und nach einiger Zeit merkte ich, wie er weicher wurde und nachdem die Musik verklungen war, nahm er mich in den Arm und küsste mich.

Da Salomon noch immer nicht zurückgekehrt war, beschlossen wir bis zur vierten Stunde zu ruhen und ihn dann zu suchen. Doch während Gray Wache hielt, kam der Hexenjäger zurück und erzählte uns wie er dem Fluss gefolgt war und eine Insel in der Mitte des Sees gefunden hatte. Auf der Insel hatte er den Oger wiedergesehen. Es war mitten in der Nacht und noch hatten wir kaum geschlafen, weshalb wir bevor wir uns zu der Insel begeben würden, noch etwas ruhen wollten. Da fragte mich Gray auf einmal ob ich Feuer tatsächlich nicht spüren, oder ob es mir einfach nicht weh tun würde. Für einen Moment wusste ich nicht was ich antworten sollte. Salomon schaute mich verwirrt an und fragte, was Gray damit meine. Innerlich fluchte ich und bedankte mich bei Gray mit einem wütenden Blick. Und wieder einmal tat ich etwas, ohne darüber wirklich nachzudenken. Es war bereits spät und die letzten Tage hatten wir so viel zum Nachdenken gegeben, dass mein Kopf in diesem Moment nicht wirklich funktionierte. Ich erhob die brennende Fackel und hielt meine Hand in das Feuer. Augenblicklich zeichneten sich Schuppen auf meiner Haut ab. Erschrocken und mich selbst verfluchend zog ich meine Hand aus dem Feuer und ließ den Ärmel meiner Bluse darüber fallen. Doch es war bereits zu spät. Salomon starrte mich und fragte, was dieses zu bedeuten hätte. Und wieder einmal gab ich keine Antwort, denn wie sollte ich ihm es erklären ohne zu lügen? Er fragte ob ich eine Wycca sei, worauf ich sehr empört reagierte. Ich versicherte ihm, dass ich vollkommen auf der Seite der ordnenden Mächte stand und er nichts vor mir zu fürchten hätte. Er verließ das Zelt, denn er wollte darüber in Ruhe nachdenken. Schmerzlich erinnerte mich seine Reaktion an die von Iros. Ich hatte nur die Hoffnung, dass Salomon ein anderer Mensch war. Nach kaum einer Stunde Schlaf wurden wir von Salomon geweckt und brachen auf in Richtung See. Nach einigen Stunden kamen wir schließlich dort an. Mira und Dylan konnten nicht schwimmen und sich auch nicht mit Magie behelfen, weswegen nur Gray, Salomon und ich die Insel betraten. Auf unserem Weg wurden wir von einem Schwarm zum Leben erweckter, seltsamer Stofftiere angegriffen. Schließlich entdeckten wir eine Höhle, die wir betraten. Neben den Kessel fanden wir dort ein paar Kräuter und andere Dinge, die die Wycca benutz hatte. Als wir die Höhle wieder verließen, hörten wir ein Lachen und Augenblicke später wurden von einer Rauchwolke umgeben. Als ich aus dem Rauch hinaustrat, stand ich direkt vor dem Oger, der mich mit seiner mächtigen Keule angriff und den Pforten von Ylathors um einiges näher brachte. Letztlich konnten wie die Wycca und ihren Oger jedoch mit Hilfe von Mira und Dylan, die es mit einem improvisierten Floß über den See geschafft hatten, überwinden. Als wir die Hexe untersuchten entdeckten wir einen grünen Dolch, welcher auf ihre Brust gemalt war. Bevor wir reagieren konnten, hatte Salomon schon seinen Dolch angesetzt und ihn hinaus geschnitten. Neben Zauberkomponenten fanden wir noch einen Heiltrank bei der Hexe. Ich hatte mich mit Hilfe eines besonders Starken Trunks im Kampf gegen den Oger retten können, doch nun hatten wir nichts mehr um Grays verletztes Bein zu heilen. Er nahm den Trank der Wycca zu sich, doch seine Wirkung reichte nicht aus und so machten wir uns, Gray stützend, auf den Rückweg. Als wir über den See waren äußerte ich den Wünsch uns aufzuteilen, in der Hoffnung noch rechtzeitig zur Preisverleihung zu kommen. Die anderen waren dagegen, doch schließlich brach ich mit Dylan alleine auf, während wir Mira und Salomon zum Schutz von Gray, der weder schnell laufen, noch sich verteidigen konnte, zurück. So ungern ich es zugebe, doch ich hätte besser auf sie gehört. Nach etwa zwei Stunden hörten wir auf einmal ein Knurren und sahen einen großen Bären auf uns zu laufen. Tagelang hatten wir nach einem Bären Ausschau gehalten und waren keinem begegnet und in dem Moment, in dem wir es am wenigsten wünschten, standen wir einem gegenüber. Ich versuchte auf den nächsten Baum zu klettern fiel jedoch nach wenigen Metern wieder herunter. Völlig erschöpft stand ich Dylan beim Kampf mit dem Bären bei. Für einen Moment dachte ich, unser Ende wäre nun gekommen. Doch irgendetwas in mir sagte mir, dass die Klauen des Bären uns nicht den Tod bringen würden. Und tatsächlich schafften wir es aller letzter Kraft das Tier zu besiegen. Notdürftig versorgte ich Dylans Wunden und wir brachten den restlichen Weg zum Lager unbehelligt hinter uns. Doch wir waren zu spät. Das Lager wurde bereits geräumt und die Ehrung war vorüber. Trotzdem begaben wir uns zum Laird und entschuldigten unser Zuspätkommen. Eine Weile später trafen auch Gray, Mira und Salomon ein und gemeinsam begaben wir uns noch einmal zum Laird. Wir berichteten ihm von dem Hexenunterschlupf den wir im Wald gefunden hatten, der Grund für unser verspätetes Kommen. Schließlich erachteten wir es als sinnvoll dem Laird auch den Rest zu berichten. Also erfuhr er auch von Samiel, Udele und dem Pfeilritual. Er schien unseren Worten Glauben zu schenken und beauftragte uns darüber mehr herauszufinden. Für diesen Zweck überreichte er uns ein Taschentuch, welches mit seinem Zeichen bestickt war. Da fiel mir das Tuch ein, welches wir gefunden hatten und zeigte es ihm. Doch es war nicht das Zeichen Samiels, sondern das der Bogenschützengilde von Thame. Vom Laird erfuhren wir, dass es am Fest Irindarsted einen Bogenschützenwettbewerb geben würde und langsam fügte sich alles zusammen. An Irindarsted würden Samiels Pfeile ihre Ziele finden und das hatten wir zu verhindern. Der Laird bat uns darum, kein Aufsehen zu erregen und sollten wir etwas herausgefunden haben, uns bei Fiona MacConuilh, der Stadthalterin zu melden. Wir besprachen noch eine Weile wie wir am besten vorzugehen hatten, dann begaben wir uns zu Bett.

In Thame werden wir die Pfeile und Schützen der Bogenschützengilde überprüfen, vielleicht werden wir die Kirgh miteinbeziehen, ein Priester könnte hilfreich sein. Wir vermuten, dass Udele ebenfalls ein Zeichen an sich trägt, welches sie als Mitglied des grünen Sigills auszeichnet, doch darum werden wir uns wahrscheinlich erst nach dem Fest kümmern könne, die Zeit eilt und der Laird möchte, dass das Fest ohne Aufruhr von statten geht. Endlich ist es mir möglich gegen diese dunkle Brut vorzugehen, ich werde alles tun um im Namen meines Herrn für die Vernichtung der dunklen Mächte zu sorgen. Das Feuer der Ordnung wird aufleuchten und das finstere Chaos verbrennen!

 

In Liebe

Enya



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