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Das geheime Tagebuch einer Vanapriesterin.

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Christin

Abenteuer: Das Ei des Präsidenten (Südcon 2012)

SL: Jens

 

Mitspieler:

 

Die Hexe - Chelinda

Thufir Hawatt - Gronar Hammerflug

Kejuro - Tip

Toni - Hemdrik

Todd Arkin - Agravain

Henry Loenwind - Tulgo Duador

 

 

Per Schiff erreichte ich die Stadt Tenessos, die auf einer Insel westlich der Kaf-Berge gelegen ist. Im Gasthof Fischersruh fand ich Dank Vanas Segen eine recht günstige Unterkunft. Als ich am nächsten Morgen dort speiste und endlich einmal in aller Ruhe die besonderen Köstlichkeiten dieser Gegend genoss, setzte sich eine wunderschöne junge Frau zu mir an den Tisch. Sie war nur ein wenig größer als ich und von sehr zierlicher Statur. Dunkles lockiges Haar fiel ihr über die Schultern bis hinab zur Taille und ihr hübsches Gesicht wies eindeutig albische Züge auf. Mein Verdacht es hier mit einer Albai zu tun zu haben bestätigte sich, als ich sie ansprach und sie mir vollkommen akzentfrei in meiner Muttersprache antwortete. Chelinda und ich waren uns auf Anhieb sympathisch und verbrachten ein sehr angenehmes gemeinsames Frühstück.

Gegen Ende wurde dies jedoch immer wieder von den anderen Gästen unterbrochen. Am Nebentisch speisten laut und unübersehbar drei Halblinge, die ohne große Mühe das fünffache meiner Portion vertilgten. Außerdem waren im Schankraum noch ein schwer bewaffneter Zwerg und ein gutaussehender aber etwas unnahbar wirkender Mann in typisch albischer Kleidung. Es kam mir vor als sei meine Heimat mir bis hierher gefolgt, wenngleich ich mich so weit von den albischen Gestaden entfernt befand. Die Halblinge stellten sich alsbald als Hemdrik, Tip und Tulgo vor. Der Name des Albai war Agravain und er hatte die letzten Jahre in den Küstenstaaten verbracht. Kurz überlegte ich, ob auch er ein aus seiner Heimat Vertriebener war. Doch ich verwarf diesen Gedanken schnell wieder, schließlich war es nicht meine Sache mich in die Angelegenheiten anderer einzumischen. Als letzter stellte sich der Zwerg vor, Gronar Hammerflug, der aus Waeland stammte. Während noch alle Aufmerksamkeit seinem Humpen mit Gimildumer Zwergenbock galt und die Halblinge gerade auch von dem als sehr köstlich angepriesenen Getränk probieren wollten störte plötzlich ein schrilles Klingeln die angenehme Stimmung.

Tip und Hemdrik rannten sofort nach draußen um zu sehen was dort geschah. Nach kurzem Zögern folgte ich ihnen. Die halbe Stadt schien in Aufruhr zu sein, was bei diesem unangenehmen Lärm auch nicht weiter verwunderlich war. Gronar sprach den Anführer einer Gruppe Soldaten an und erfuhr, dass ein Großalarm ausgelöst worden war. Ich erschrak furchtbar und war schon besorgt, dass der Alarm mir galt. Wir wurden angewiesen, zunächst im Gasthaus zu bleiben. Wenig später betrat ein Herold die Herberge. Als er sein Pergament aufrollte sprach ich ein Stoßgebet zu meiner Göttin, und sie schien es zu erhören, denn dieses Mal ging es nicht um mich. Aus der Magiergilde der Stadt Tenessos, der Gilde vom goldenen Ei war ein wertvoller Gegenstand entwendet worden. Der Präsident Cardoso y Falchetto forderte alle mutigen Helden auf, sich zur vierten Stunde des Tages in seinem Palast einzufinden um mehr Informationen zu bekommen. Schnell stand fest, dass wir die Stadt unterstützen wollten und so machten wir uns gemeinsam auf den Weg zum Palast, wo wir ohne größeren Widerstand eingelassen wurden. Ein Bediensteter brachte uns durch ein Gewirr von Räumen und Gängen zum Büro Cardosos. Der Präsident war ein kränklich aussehender Mann, der seine besten Tage schon lange hinter sich hatte. Noch bevor er ein Wort sagen konnte stürmten Tip und Hemdrik auf ihn zu und begannen auf ihn einzureden. Ich versuchte sie zur Ruhe zu bringen, trug jedoch nur noch mehr zum allgemeinen Durcheinander bei. Nachdem der alte Mann immer verwirrter und verängstigter aussah, platzte Gronar der Kragen und sein wütendes Gebrüll brachte schließlich alle anderen zum Schweigen.

In diesem Moment betrat ein weiterer Mann den Raum, dessen Auftreten und Kleidung ihn eindeutig als Magier auswiesen. Schnell nutzte der Präsident die Stille und stellte sich selbst sowie den neu hinzu gekommenen vor. Dieser war Emilio il dos Saratoga, einer der Vizepräsidenten der Magiergilde vom goldenen Ei. Er erzählte uns, was wir schon wussten: Seiner Gilde war ein unersetzlicher und sehr wertvoller Gegenstand gestohlen worden. Hemdrik konnte sein vorlautes Mundwerk nicht halten und vermutete, dass dies wohl das goldene Ei sein müsse. Welchen unschätzbar wertvollen Gegenstand sollte die Magiergilde vom goldenen Ei auch sonst besitzen? Und wieder einmal wurde ich als Diebin bezichtigt, denn Emilio vermutete sofort, dass wir dies nur wissen konnten, da wir das Ei gestohlen hatten. Ich seufzte tief und nutzte dann all mein diplomatisches Geschick, um Hemdriks Fehler wieder auszubügeln. Erstaunlicherweise gelang mir dies auch. In all dem Chaos hatte niemand nach einer Belohnung gefragt und nun fand ich nicht mehr den Mut, dieses Thema anzusprechen. Ich hoffte nur, dass wir am Ende nicht mit leeren Händen dastehen würden.

Emilio führte uns zum Gebäudekomplex der Magiergilde, wo sich das Ei bis zum vergangenen Abend noch befunden hatte. Bereits auf dem Weg wurde mir klar, dass eines der Gildenmitglieder das Ei entwendet haben musste. Der Raum in dem es aufbewahrt worden war lag tief unter der Erde und war für einen Unkundigen nur schwer zu finden. Dass Emilio und der Präsident zum Betreten des Raumes verschiedene Schutzvorrichtungen deaktivieren mussten bestätigte meine Theorie. Der Aufbewahrungsort des Eis war ein kreisrunder Raum mit einer hohen Kuppeldecke, dessen Wände über und über mit magischen Symbolen verziert waren. Statt den Raum zu untersuchen wie es unser eigentliches Ziel gewesen war setzte Tip sich in eine Ecke und begann auf seiner Trommel zu spielen. Damit löste er einen weiteren Schutzmechanismus aus: Zwei magische Wächter erschienen, riesige Wesen mit feuerrot glühenden Augen und je zwei Äxten, die sie bereits bedrohlich erhoben hatten. Erst als Emilio Tip mit einem wütenden Blick nötigte sein Spiel zu unterbrechen verschwanden sie wieder. Nun bemerkte ich hinter ihnen eine steinerne Schale, so groß dass ich selbst ein paar Mal hinein gepasst hätte. Emilio erklärte, dass sich darin das Ei befunden habe. Das Ei selbst war angeblich gut neun Fuß hoch. Wir wunderten uns sehr, wie ein so riesiger Gegenstand unbemerkt entwendet werden konnte. Noch dazu von einem Ort, den laut Emilio nur die Gildenmeister betreten konnten, die jedoch über jeden Zweifel erhaben waren. Agravain durchsuchte den kompletten Raum nach Spuren. Derweil erklärte Emilio, das Ei sei der einzig wahre Existenzgrund seiner Gilde und wenn wir es nicht innerhalb der nächsten zwei Monde zurück brächten, würde dies auch das Ende der Souveränität des Inselstaates Tenessos bedeuten. Ich versuchte ihn in seiner Verzweiflung ein wenig zu beruhigen und mir gleichzeitig selbst nicht allzu große Sorgen zu machen, dass wir dieser großen Aufgabe eigentlich gar nicht gewachsen waren. Zum Glück fand Agravain ein Stück Stoff an der Tür und unterbrach so Emilios Monolog. Der Stoff schien ein Fetzen aus einer magischen Robe zu sein, wie nur die Mitglieder der Gilde und die Novizen sie trugen.

Wir ließen alle Magier und Novizen auf dem Hof antreten und stellten dabei fest, dass zwei fehlten. Die Roben der Anwesenden waren alle unbeschädigt, und so blieben uns Ricardo Lasbondia und Cristobal de Carnedio als Verdächtige übrig. Beide waren am vorigen Abend das letzte Mal gesehen worden, wobei von Ricardo bekannt war, dass er gerade seine Familie besuchte. Sie teilten sich sogar eine Kammer, und so wurden wir dorthin geführt um nach Spuren zu suchen. Chelinda entnahm aus dem Bett jedes der beiden Novizen ein paar Haare und erklärte mir, dass sie diese für einen bestimmten Zauber benötigte. Ich war sofort fasziniert, doch um sich über Magietheorie auszutauschen blieb keine Zeit. Bei der Durchsicht der Habseligkeiten entdeckten wir nichts Besonderes. Zurück auf dem Hof trafen wir auf Tolemos, den Alchimisten. Er schien sehr aufgebracht, und alle Beruhigungsversuche nützten nichts. Vielleicht lag es auch daran, dass vor allem Hemdrik und Tip es versuchten. Den beiden Halblingen schien es an jeglichem Feingefühl zu mangeln. Da sie dabei jedoch meist recht amüsant und dazu noch sehr niedlich waren hatte ich sie bereits jetzt ins Herz geschlossen und verzieh ihnen, dass sie uns ständig aufhielten und in unangenehme Situationen brachten. Dem Zwerg jedoch schien es ganz anders zu gehen als mir und er verzweifelte mit jeder gemeinsam verbrachten Stunde mehr.

Irgendwann bekamen wir aus Tolemos heraus, dass wohl etwas aus seinem Labor gestohlen worden war. Er führte uns dorthin und wir wollten herausfinden was denn fehlte. Wie nicht anders zu erwarten fanden wir es erst nach einigen Komplikationen heraus. Tip, der vor allen anderen im Raum war, öffnete einen Tiegel mit seltsamem grauem Pulver und schluckte etwas davon herunter. Sofort war er verschwunden und nur seine Kleidung und Habseligkeiten blieben zurück. Bei genauerem Hinsehen entdeckten wir zwischen alledem einen winzigen, vollkommen nackten Halbling. Das Pulver hatte Tip geschrumpft. Schnell kamen wir zu dem Schluss, dass dies wohl auch mit dem goldenen Ei geschehen sein musste. Nachdem wir das wussten kehrten wir zurück zum Gasthaus.

Chelinda erklärte uns, wie der Zauber Seelenkompass funktioniert. Mit Hilfe eines seiner Haare konnte sie einen Menschen aufspüren. Der Zauber führte uns zu einem Haus im Hafenviertel. Dort fanden wir zwar nicht Cristobal de Carnedio, dafür aber ein junges Mädchen, das wir als seine Geliebte vermuteten. Ihr Name war Marla und sie bestritt, jemals einen Mann namens Cristobal gekannt zu haben. Da wir aber ihre Haare auf seinem Kissen gefunden hatten begann Chelinda mit einem strengen Verhör. Dieses wurde immer wieder von Hemdrik, Tip und Tulgo unterbrochen. Letztlich verließ Chelinda das Haus ohne etwas aus dem Mädchen heraus bekommen zu haben. Um schneller weitere Informationen zu bekommen teilten wir uns auf. Während Agravain und Tulgo in der Stadt nach Cristobal suchten, verließen wir anderen Tenessos und gelangten nach dreistündigem Fußmarsch in das Heimatdorf von Ricardo Lasbondia. Chelinda befragte den jungen Novizen, doch alsbald stellte sich heraus dass er wohl nicht der Schuldige sein konnte.

Wir kehrten zurück nach Tenessos und wurden am Stadttor vom diensthabenden Hauptmann Kestenos aufgehalten, obwohl Gronar uns als Sonderbeauftragte des Präsidenten vorstellte. Zur Strafe für unseren Verstoß gegen die Ausgangssperre, die nach dem Diebstahl des Eis verhängt worden war, sollten wir die Nacht im Kerker verbringen. Ich war wie gelähmt und brachte kein Wort mehr hervor, doch Gronar lies sich vom Gebaren des Hauptmannes nicht irritieren. Nach einigen klaren Worten des Zwerges wurde Kestenos sogar recht freundlich und lies uns passieren. Am Liebsten wäre ich Gronar vor Dankbarkeit um den Hals gefallen. Bald darauf erreichten wir endlich das Gasthaus und trafen dort auf Agravain, der jedoch nichts neues heraus gefunden hatte.

Wir beschlossen, uns noch in den Kneipen am Hafen umzusehen, da wir vermuteten dort etwas über Cristobal heraus zu finden. Gemeinsam mit Gronar und Hemdrik zog ich durch einige Lokale. Hemdrik lieh sich etwas Gold von Gronar und spielte unter dessen Beobachtung ein paar Runden mit den anwesenden Gästen, um diese unauffällig zu befragen. Ich diente dabei zur Ablenkung der Herren, damit nicht allzu sehr auffiel, dass Hemdrik kein besonders guter Spieler war. Dies führte zu einigen eher unschönen Szenen, da meine weiblichen Reize scheinbar viel interessanter waren als das Glücksspiel. Wir erfuhren jedoch, dass Cristobal hohe Spielschulden hatte und meist im „Roten Helden“ zu finden sei. Wir begaben uns dorthin und Hemdrik verspielte noch mehr von Gronars Gold, während ich von einem sehr gut aussehenden jungen Mann so einiges an Informationen über Cristobal erhielt. Bei dem Mann handelte es sich um Sedward MacSeal, einen albischen Zahlmeister. Was er über Cristobal erzählte musste Hemdrik sich merken, denn ich war von Sedwards Anziehungskraft so abgelenkt, dass ich alles andere vergaß. Er machte mir schönere Komplimente als je ein Mann zuvor und ich war ihm sofort verfallen. Ohne weiter darüber nachzudenken begleitete ich ihn auf sein Zimmer und gab mich ihm die restliche Nacht über hin. Am nächsten Morgen frühstückten wir gemeinsam und er erzählte mir mit blumigen Worten, dass er sich auf den ersten Blick in mich verliebt habe und ich mit ihm zurück nach Alba gehen und ihn heiraten müsse. Völlig überrumpelt stimmte ich zu, erbat jedoch noch etwas Zeit um meine Angelegenheiten zu regeln. Sedward versprach, auf mich zu warten. Wenngleich ich heute über seine Avancen wohl nur hätte lachen können, fühlte ich doch so etwas wie Verliebtheit. Oder zumindest war ich sehr geschmeichelt. Und die Aussicht einen Mann zu haben, der in Alba auf mich wartete und mich sicherlich vor jeder Verfolgung beschützen würde gefiel mir gut. Was für ein egoistisches junges Ding ich war.

Ich ließ einen glückseligen Sedward zurück und traf auf dem Weg zur Herberge auf meine neuen Freunde. Diese wollten die junge Marla erneut befragen. Kurz darauf befanden wir uns bereits im Haus des Mädchens, ohne dass ich mich daran erinnern konnte, was unterwegs gesprochen worden war. Zu lebhaft waren die Bilder der letzten Nacht. Chelinda begann mit der erneuten Befragung, doch sie erfuhr kein Wort von Marla. Da wurde sie plötzlich sehr wütend und drohte, dem Mädchen Schmerzen zuzufügen wie diese sie noch nie empfunden hatte. Ich erschrak sehr über diese Seite von Chelinda. Noch wusste ich schließlich nicht, wie aufbrausend sie manchmal sein kann. Glücklicherweise erwies sich Gronar erneut als Retter in der Not. Er packte Chelinda und zerrte sie nach draußen, so dass ich Marla in Ruhe befragen konnte. Geschickt entlockte ich ihr, dass Cristobal für die Nacht des Diebstahls kein Alibi hatte und wohl in einem Fischerdorf im Osten untergetaucht war. Ich versuchte auch, sie davon zu überzeugen, dass Cristobal nur ein elender Schürzenjäger war der ihre Liebe nicht verdiente, doch sie schien meine Worte nicht einmal recht zu verstehen, so verblendet war sie.

Auf dem Weg zu dem Fischerdorf bemerkte ich, dass Tip wieder seine ursprüngliche Größe erlangt hatte. Die Wirkung des Schrumpfpulvers ließ wohl nach einiger Zeit nach. In dem Dorf fanden wir Cristobal zwar nicht, jedoch war dort ein Boot gestohlen worden und wir vermuteten, dass er damit hinüber zum Festland geflohen war. Schließlich verfolgten wir den Dieb mit Hilfe einer vom Präsidenten gestellten Galeere samt Besatzung bis zum anderen Ufer. Dort entdeckten wir das gesuchte Fischerboot hinter einem Gebüsch. Chelinda fand einige Haare die wohl von Cristobal stammen mussten und Hemdrik entdeckte Spuren von Pferden. So konnten wir den Flüchtigen weiter ins Landesinnere verfolgen.

Während der weiteren Reise, die mehrere Tage dauerte, wurden wir immer wieder von einem vermummten Unbekannten beobachtet. Dieser schien uns jedoch freundlich gesonnen zu sein, denn ab und an half er uns weiter wenn wir die Spur verloren hatten. Am vierten Tag unserer Reise verließ er uns jedoch wieder, nachdem er mit Chelinda ein kurzes Gespräch auf scharidisch geführt hatte. Sie erklärte, dass er uns begleitet habe so weit er konnte, wir von hier an jedoch alleine weiter gehen mussten.

Kurz darauf wurden wir überraschend von vier Gladiatorspinnen angegriffen. Tulgo, Agravain und Chelinda wurden von den Spinnen mit klebrigen Fäden beworfen und verfingen sich in diesem Netz. Wir kämpften gegen die schier übermächtig erscheinenden Gegner, doch da einige von uns bereits gefesselt und damit kampfunfähig waren hatten wir kaum eine Chance. Gerade als ich glaubte nun sei es bald um uns geschehen verdunkelte sich der Himmel und über unseren Köpfen schwebte ein riesiger bronzefarbener Drache. Einen Moment lang war ich erschrocken und vor Furcht und auch ein wenig Bewunderung für dieses beeindruckende Wesen wie erstarrt. Doch dann ahnte ich, warum dieser Drache genau jetzt aufgetaucht war. Und so war es auch: Er kam uns zu Hilfe und versengte mit seinem feurigen Atem die Spinnen. Dank ihm waren bald alle Gegner besiegt. Ich nickte dem Drachen kurz zu und beachtete ihn dann nicht weiter. Ich musste mich um Chelinda kümmern, denn sie war von einer der Spinnen gebissen worden und bewegte sich nicht mehr. Verzweifelt sah ich auf meine Freundin hinab und betete zu Vana, dass sie überleben würde. Schnell erkannte ich zu meiner Erleichterung, dass das Gift der Spinne sie wohl nur gelähmt hatte. Einige Zeit später erwachte Chelinda wieder als sei nichts geschehen. Wir zogen weiter und begegneten einem goldenen Drachen, der sogar noch etwas größer und schöner war als der bronzefarbene. Es war ein Weibchen und sie stellte sich uns als Welanoth vor. Besorgt beobachtete ich meine Gefährten, doch sie schienen weder panisch fliehen zu wollen noch machten sie Anstalten die Drachin anzugreifen. Welanoth erklärte, dass dieses Gebiet ihr Reich sei und wir von ihr nichts zu befürchten hatten. Sie wünschte uns eine gute Reise, erhob ihre Schwingen und flog davon.

 

Wir setzten die Verfolgung Cristobals fort und gelangten am nächsten Abend zu den Kaf-Bergen, wo uns die Spur zu einer Felswand führte. Nach einigem hin und her schafften wir es, dass die Felswand sich wie von Geisterhand öffnete. Dahinter befand sich ein dunkler Gang, der uns in einen großen Pferdestall führte. Wir hatten wohl eine Schmugglerhöhle entdeckt. Bei der Durchsuchung der Höhle, in der sich so einiges an Reichtümern befand, stießen wir schließlich auf Cristobal sowie einen weiteren Mann. Sie griffen uns sofort an und so blieb uns nichts anderes übrig, als uns zu verteidigen. Leider überlebte keiner unserer beiden Gegner. Kurz darauf fanden wir auch das riesige goldene Ei. Da die Wirkung des Schrumpfpulvers ebenso wie bei Tip bereits nachgelassen hatte, war es ein recht kompliziertes Unterfangen, das Ei transportfertig zu machen. Als wir endlich aus der Höhle traten, erwartete uns dort eine Hundertschaft schwer gerüsteter Asad mit grimmigen Mienen. Während wir noch über diesen Anblick erschrocken waren stieg ihre Anführerin vom Pferd und stellte sich uns als Isalya vor. Sie dankte uns für die Hilfe beim Auffinden der Schmugglerhöhle. Zur selben Zeit betraten bereits einige der Asad die Höhle und übergaben alle Schmugglerware dem „Licht Ormuts“, wie sie es nannten. Auch was wir an Beute auf unsere Pferde gepackt hatten mussten wir dem Feuer übergeben. Im Austausch dafür gab Isalya jedem von uns einen Beutel voller Edelsteine und dankte uns erneut überschwänglich. Dann stieg sie wieder auf ihr Reittier und empfahl uns, die Gegend schnell zu verlassen, da sich die restlichen Schmuggler näherten. Und dies sei nicht mehr unser Kampf. Dagegen hatten wir kaum etwas einzuwenden.

Nach ein paar ruhigen Reisetagen, als wir schon fast die Küste erreicht hatten, bekam das goldene Ei plötzlich mehr und mehr Risse. Wenige Momente später sprang die goldene Schale in vier gleich große Stücke. Dazwischen saß ein nackter junger Mann, der aussah als stamme er aus den Küstenstaaten. Völlig verwundert fragten wir ihn, wer er sei und wie er in das Ei gekommen war. Er erklärte, dass er der Präsident sei. Noch immer verwirrt über die Geschehnisse nahmen wir ihn mit uns und wurden an der Küste schon von der Staatsgaleere von Tenessos erwartet. Emilio il dos Saratoga begrüßte den jungen Mann euphorisch. Zurück in Tenessos erfuhren wir, dass es sich tatsächlich um den neuen Präsidenten handelte. Der alte war genau zu dem Zeitpunkt verstorben, als sich das Ei geöffnet hatte.

In einer prunkvollen Zeremonie wurde das Ei wieder zusammen gesetzt und an seinen angestammten Platz gebracht. Uns wurde zum Dank für unsere Dienste die Ehrenbürgerschaft von Tenessos verliehen und wir wurden wie wahre Helden gefeiert. Jedoch mussten wir versprechen, über die Ereignisse Stillschweigen zu bewahren.

Wir blieben noch einige Monate in Tenessos. In all der Aufregung hatte ich meine Begegnung mit Sedward MacSeal schon fast vergessen. Doch bald bemerkte ich, dass meine Regelblutung ausblieb. Ich bat meine Göttin um Rat und schnell war mir klar, dass ich neues Leben in mir trug. Sedward weilte schon nicht mehr in der Stadt, doch gemeinsam mit Chelinda machte ich mich per Schiff auf in Richtung Alba.

Christin

Abenteuer: Con-Saga: Ein paar Erkundigungen für den Kanzler (Südcon 2012)

 

SL: Bruder Buck

 

Mitspieler:

 

Rina - Rissaria de Souza

Uigbeorn - Peleanos

Rosendorn - Alavaro de Testador

theschneif - MaLo

Tellur - Roberto de Castalcino

 

Es war die furchtbarste Schiffsreise meines Lebens, doch mit Svens Hilfe schaffte ich es, so lange unentdeckt zu bleiben, bis ich in Chryseia wieder von Bord ging. Ich schlug mich als Wundheilerin durch, so gut ich konnte, und predigte dabei die Lehre meiner Göttin.

So führte mich der Weg meines Schicksals nach einigen Monden schließlich nach Lidralien ins Vizekönigreich Corua. Ich hatte mich auf einem kleinen Handelsschiff verdingt, das dringend eine Priesterin suchte die um den Segen des Meeresgottes bat. Nothuns, der in diesen Breiten als der Gott der See angebetet wird, erinnert mich sehr an meine Herrin Vana. So waren der Kapitän und ich überein gekommen, es in der Eile nicht allzu genau zu nehmen. Hauptsache er hatte eine Priesterin an Bord, die in der Not den Mut der Mannschaft stärkte.

 

Nachdem wir den Golf der blauen Wellen ohne große Zwischenfälle überquert hatten segelten wir entlang der Westküste Coruas. Da das Meer sich ruhig verhielt konnte ich den wunderbaren Ausblick auf die Küste genießen, die von Blumenfeldern und Obstplantagen gesäumt war.

Einen weiteren Reisetag später passierten wir das Witwenriff und ich sah in den Augen der Mannschaft, dass es an der Zeit war mich völlig ins Gebet zu vertiefen. Dank Vanas Segen konnten wir den zum Teil knapp unter der Wasseroberfläche verborgenen Felsen ausweichen. Am Abend schafften wir es mehr schlecht als recht, in der Nähe eines kleinen Fischerdorfes anzulegen. Dargirna, die Stadt die das Ziel unserer Reise war, besaß keinen eigenen Hafen und so würden wir den Rest des Weges zu Fuß zurücklegen müssen. Als wir uns einen kleinen Pfad die Steilküste hinauf gekämpft hatten und ich das erste Mal auf dem Boden des Fürstentums Vigales stand war ich beeindruckt von der Schönheit dieses Landstriches. Das beständige Brechen der Wellen an der zerklüfteten Küste war wie eine sanfte Melodie für mich, der ich stundenlang hätte lauschen können. Auf den Feldern wurden die unterschiedlichsten mir völlig unbekannten Pflanzen angebaut und in einiger Entfernung waren die Ausläufer des pantabrionischen Gebirges zu sehen, die ich am Liebsten sofort erkundet hätte. Doch während die Mannschaft mit dem Verladen der Ware beschäftig war bat mich der chryseische Händler dem sie gehörte, ihn gegen ein kleines Entgelt bis nach Dargirna zu begleiten. Ich stimmte nach kurzer Überlegung zu. Nur wenige Schritte weiter im Dorf Marimar wurden wir von den Fischern, die gerade von ihrem Tagwerk heimkehrten, freundlich begrüßt. Selten habe ich bei der einfachen Bevölkerung eine solche Offenheit gegenüber Fremden erlebt wie hier. Ich war ganz verliebt in diesen Ort und bedauerte es ein wenig, direkt weiter ziehen zu müssen.

 

Schließlich erreichten wir die Stadt Dargirna, den Sitz des Fürsten von Vigales und damit das Ziel unserer Reise. Ich verabschiedete mich von dem Händler und er überließ mir einige Münzen in der hiesigen Währung. Davon würde ich mir für ein paar Tage Unterkunft und Nahrung leisten können. In der Stadt wimmelte es von fahrenden Händlern, die auf den Straßen ihre Waren feil boten. Dazu kamen einige Gruppen von Abanzzi, deren bunte Darbietungen es mir schier unmöglich machten, mich auf die Suche nach einem Gasthaus zu konzentrieren. An einem Stand kaufte ich mir eine klebrige Süßspeise und schlenderte damit durch die Gassen. Dabei erfuhr ich, dass der heutige Tag der Vorabend des Cardonale, eines großen Festes, war. Doch die ausgelassene Stimmung wurde von Gerüchten über einen Anschlag auf den Fürsten überschattet. Mit halbem Ohr lauschte ich den Unterhaltungen der Händler und erfuhr, dass Don Alberigo de Lambargi bei der Jagd überfallen worden war und nun schwer krank darnieder lag. Angeblich lag ein Fluch auf dem Fürstengeschlecht, so dass dieses neuerliche schlimme Ereignis die Bevölkerung nicht weiter verwunderte.

Kurz darauf befand ich mich zufällig vor der Taverne „Zum Cavalliero“ und beschloss, hier die Nacht zu verbringen. Ich quetschte mich an einen der wenigen Tische an dem noch ein Platz frei war. Ich hatte mich kaum richtig nieder gelassen, als ich und die anderen die mit mir dort saßen von einem unscheinbaren Mann angesprochen wurden. Er lud uns ein am nächsten Morgen zur ersten Stunde beim Nothunskloster zu sein und einen Auftrag des Kanzlers von Vigales, Fra Orlandrez, anzunehmen. Ich besah mir meine neuen Gefährten und verstrickte mich sogleich in ein Gespräch mit Peleanos, einem jungen Priester des Wredelin aus Lysos. Er begrüßte mich in der Sprache meiner albischen Heimat und hatte mich damit schnell für sich gewonnen. Außerdem war da noch eine hübsche junge Frau namens Rissaria de Souza, die mit ihrer fröhlichen und offenen Art meine Aufmerksamkeit fesselte. So beschäftigte ich mich nicht weiter mit den anderen, wenngleich ich dies später bitter bereuen sollte.

 

Nach einem sehr schönen Abend an dem viel Alkohol geflossen war machte ich mich früh am nächsten Morgen mit Peleanos und Rissaria auf, um Fra Orlandrez zu treffen. Dabei begleiteten uns noch drei weitere. Roberto de Castalcino war ein Seemann und Kapitän der Palinuro, Alavaro de Testador gehörte als Magier dem örtlichen Covendo Mageo de Cevereges Lidrales an. Und dann war da noch MaLo, ein Valianer der mir im Gasthaus kurz durch seinen exzellenten Weingeschmack aufgefallen war. Der Kanzler, ein Mann Mitte sechzig, der jedoch trotz seines fortgeschrittenen Alters noch sehr kräftig und rege wirkte, begegnete uns mit ausgesuchter Freundlichkeit. Unsere Aufgabe sollte es sein, die möglichen Nachfolger des Fürsten zu überprüfen. Anscheinend war Don Alberigo tatsächlich so schwer erkrankt, dass ein baldiger Tod nicht ausgeschlossen werden konnte. Das Gespräch dauerte nicht besonders lange, ein paar Informationen wurden ausgetauscht und schon ging es los. Um schneller zu sein teilten wir uns auf. Gemeinsam mit Peleanos traf ich mich mit Merides de Lambargi, der Frau des Fürsten. Es brauchte einige Zeit bis sie uns zu einer Audienz herein bat und leider brachte diese nicht viel Neues zu Tage. Ihr einziges Interesse schien eine baldige Genesung ihres Mannes zu sein. Neben ihr gab es noch ein paar Verwandte und einige Bastarde, die wohl Anspruch auf den Thron des Fürsten erheben könnten.

Als wir uns von Merides verabschiedeten war es bereits wieder Abend geworden. Wir besuchten kurz den Tempel des Laran, da hörten wir, wie draußen Alarm gegeben wurde. Eine Horde Soldaten stürmte herein und wir wurden festgenommen, ohne dass man uns ein Wort über den Grund dessen verriet. Es sollte eine lange Nacht werden. Während zahlloser Verhöre erfuhr ich, dass ein Mordanschlag auf Prinzessin Barbelica, die Tochter des Fürsten, verübt worden war. Und ich wurde wieder einmal vollkommen unschuldig verdächtigt. Erst Stunden später ließen sie mich wieder gehen. Völlig erschöpft floh ich Hals über Kopf aus Dargirna, ohne noch viel von den rauschenden Festlichkeiten des Cardonale mit zu bekommen.

 

Erst viele Jahre später sollte ich bei meiner Rückkehr nach Vigales erfahren, dass Alavaro de Testador als der wahre Attentäter überführt und hingerichtet worden war. Doch auch das konnte mir nicht die tief sitzende Angst vor jeder Obrigkeit nehmen, die ich dank meiner viel zu langen Zeit in den verschiedensten Kerkern entwickelt hatte. Während ich die Mauern Dargirnas hinter mir ließ schien es mir, als gäbe es in der gesamten mir bekannten Welt keinen Ort mehr, an dem ich nicht früher oder später verfolgt und eingesperrt werden würde.

Christin

Seemeister in Haelgarde?

Wenige Tage später hatte sich mein Körper von den Strapazen der vergangenen Zeit erholt. Ich hatte mich entschieden, das Kloster zu verlassen und als Wanderpriesterin durch die Lande zu ziehen. Schon immer hatte ich mich durch die Klostermauern eingeengt gefühlt. Doch, wenngleich ich es ungern gestehe: Vor allem hoffte ich, erneut auf Gwyneth zu treffen. Noch heute ist ein Teil von mir immer wachsam und hält nach ihr Ausschau. Brianna hatte mir einen langen Vortrag über die Liebe zu einer Frau gehalten. Vana würde eine solche Verbindung, aus der nun einmal nichts fruchtbares entstehen konnte, niemals gut heißen. Aber auch das schwächte meinen Wunsch sie wieder zu sehen nicht im Geringsten. Ich ließ das Kloster erneut hinter mir. Bei mir trug ich nur ein paar Kleider und meine Sichel, die mir im Notfall mehr schlecht als recht zu meiner Verteidigung dienen konnte. Außerdem waren mir einige Kräuter mit auf den Weg gegeben worden, mit deren Hilfe ich Wunden notdürftig verarzten konnte.

Nach einem dreiwöchigen Marsch erreichte ich die Stadt Haelgarde. Unterwegs hatte ich kaum mit einer Menschenseele gesprochen und so lange es möglich war gefastet. Dank dieser Zeit der Besinnung fühlte ich mich meiner Göttin wieder treu verbunden. Ich gelangte an eine Brücke, die über einen kleinen Fluss führte. Seine Strömung war so stark, dass ich mich nicht getraut hatte, ihn schon früher zu überqueren. Der Brückenzoll kostete mich mein einziges Goldstück. Doch ich vergaß schnell, dass ich nur noch ein paar Silbermünzen bei mir trug. Die Straße führte mich durch eine kleine Siedlung und vorbei an einer beeindruckenden Burg. Ich erinnerte mich an die Reisen meiner Kindheit und bemerkte, dass ich nichts von meiner Neugierde und Entdeckungslust verloren hatte. Wenngleich es mich reizte, das Dorf zu erkunden, wanderte ich weiter.

Schon von Ferne sah ich den Leuchtturm Haelgardes über der Stadt aufragen. Der mächtige Bau schien mir wie ein Zeichen meiner Göttin, das mir den Weg wies. Und wahrlich, meine Erlebnisse in Haelgarde sollten der Beginn einer langen Reise sein. Ich passierte das Stadttor ohne größere Schwierigkeiten. Innerhalb der Stadtmauern wimmelte es vor lauter Menschen. Von der Vielfalt an Eindrücken schier erschlagen ließ ich mich einfach treiben, bis ich durch Zufall einen Barbier am Straßenrand entdeckte. Es war ein alter Mann, der direkt auf der Straße seinem Handwerk nachging, scheinbar ohne sich durch die vorbei strömende Masse stören zu lassen. Einer Eingebung folgend blieb ich bei ihm stehen, plauderte ein wenig und bat ihn schließlich, mir all mein langes Haar zu entfernen. Nach kurzem Zögern willigte er ein. Ich setzte mich vor ihm auf den Boden und beobachtete schweigend, wie nach und nach meine roten Locken hinab fielen. Als er fertig war gab ich ihm zum Dank ein paar Kupfermünzen. Da es bereits dämmerte bat ich ihn, mir ein Gasthaus zu empfehlen. Er sah mich eindringlich an und meinte dann, so wie ich aussehe sei ich wohl am Besten in einer der günstigen Hafenkneipen aufgehoben. Ohne groß darüber nachzudenken hörte ich auf seinen freundlichen Rat und machte mich auf den Weg zum Hafen. Dieser war nicht schwer zu finden. Ich folgte dem immer stärker werdenden Fischgeruch und war bald an einem dieser billig aussehenden Gasthäuser angekommen. Es wirkte sogar ganz besonders billig. Kurz überlegte ich, ob es wirklich eine gute Idee war, dort zu nächtigen. Aber immerhin hatte mir der Barbier dieses Viertel empfohlen.

Nach einem Stoßgebet zu Vana betrat ich die Kneipe. Drinnen war es brechend voll und stank sogar noch ein wenig mehr als draußen am Hafen. Ich bahnte mir einen Weg zum Wirt und bezahlte für ein Zimmer im Gemeinschaftsschlafraum. Spätestens der Preis der Übernachtung hätte mir zeigen müssen, dass dies nicht der richtige Ort für mich war. Doch ich war jung und naiv und freute mich, sogar noch ein paar Münzen für den nächsten Tag übrig zu haben. Oder vielleicht auch für ein paar Krüge Ale. Ich machte mir keine Gedanken, wovon ich die folgenden Tage leben sollte. Ich hatte gehört, dass es nahe der Stadt ein recht großes Vanakloster gab, das mich sicher mit offenen Armen empfangen würde. Nur diese erste Nacht wollte ich in einem richtigen Gasthaus verbringen. Ein bisschen was vom echten Leben mitbekommen. Ich setzte mich an einen Tisch, an dem bereits einige zwielichtig aussehende Gestalten in ihre Alehumpen starrten. Keiner von ihnen blickte auf, auch dann nicht, als der Wirt vorbei kam und mir ebenfalls ein Getränk brachte. Ganz unbedarft sprach ich den Mann neben mir an. Er trug einen dunklen Umhang, dessen Kapuze er tief ins Gesicht gezogen hatte. „Und was verschlägt Euch hierher? Ich bin Nuala, Priesterin der Vana, und befinde mich gerade auf Wanderschaft.“ „Hrmpf.“, antwortete er nur. Am Nebentisch kippte ein betrunkener Seemann vom Stuhl und übergab sich direkt zu meinen Füßen. So hatte ich mir das „echte Leben“ nicht vorgestellt. Ich rümpfte angewidert die Nase und rückte ein wenig von der unappetitlichen Lache weg, die er hinterlassen hatte. Mein Sitznachbar stand auf, nickte mir kurz zu und verschwand in einen Nebenraum. Schnell wechselte ich auf den nun frei gewordenen Platz. Auf der Suche nach einem neuen Gesprächspartner sah ich mich am Tisch um. Die Entscheidung wen ich ansprechen sollte gestaltete sich recht schwierig, denn es gab niemanden, dessen Gesicht zu erkennen war. Bis auf die unterschiedliche Statur wirkten sie auf mich alle gleich. Doch die Person zu meiner Linken erbarmte sich, beugte sich zu mir hinüber und flüsterte „Du bist nicht von hier, oder?“ Ihre Stimme klang weiblich und als ich sie mir genauer ansah meinte ich auch, sanfte Rundungen unter ihrer Kutte zu erkennen. Ich nickte zustimmend. „Ich bin Nuala, Priesterin der Vana.“, erwiderte ich in normaler Lautstärke. „Und wer seid Ihr?“ Die Frau schüttelte energisch den Kopf. „Das tut nichts zur Sache. An Orten wie diesen sagt man nicht jedem Fremden seinen Namen. Was verschlägt ein junges Ding wie dich hierher?“ „Ein Barbier hat mir empfohlen, mir im Hafen ein Gasthaus zu suchen…“ Endlich dämmerte mir, dass ich so gar nicht hierher gehörte. „Hm, jemanden wie dich könnten wir gut gebrauchen.“, meinte die Frau. „Begleite mir nach nebenan. Aber unauffällig. Falls du das überhaupt kannst.“

Ich zögerte einen Moment und zog dann meine Kapuze ebenfalls tief ins Gesicht. Dann folgte ich der Frau. Dabei stolperte ich fast über einen Stuhl und erlangte gerade noch mein Gleichgewicht zurück, bevor ich allzu genaue Bekanntschaft mit dem dreckigen Boden machte. Als die Tür hinter uns zufiel atmete ich erleichtert auf. Hier stank es nicht ganz so furchtbar und wir waren fast allein, so dass auch die Lautstärke erträglich war. An einem kleinen Tisch saßen drei Männer und spielten Karten. Sie begrüßten die Frau herzlich. Diese streifte sich die Kapuze vom Kopf, so dass ich ihr rotblondes Haar sehen konnte. „Setz dich zu uns Nuala, nur keine Angst.“, meinte sie zu mir. Ich folgte ihrer Aufforderung und sah mich etwas verschüchtert in der Runde um. „Die kleine ist neu in der Stadt. Und sie ist eine Priesterin!“, erklärte meine Begleiterin. „Ich habe gehört Priesterinnen spielen furchtbar schlecht Fingerstechen. Willst du mir das Gegenteil beweisen?“, forderte mich der Mann mir gegenüber mit einem Augenzwinkern auf. Einige Spiele und viele Krüge Ale später hatte ich ihm gezeigt, dass das Glück auf meiner Seite war. Meine neuen Gefährten schienen sich nicht daran zu stören, dass ich fast jedes Spiel gewonnen hatte. Und das ohne zu Schummeln. Als ich von all dem ungewohnten Alkohol schon kaum noch stehen konnte, brachten sie mich zu meinem Schlafraum. Manchmal frage ich mich, ob die Tatsache, dass ich am nächsten Morgen abgesehen von einem furchtbar schmerzenden Kopf völlig unversehrt erwachte, das erste Wunder war, das Vana für mich wirkte. Auf jeden Fall muss sie ihre schützende Hand in jener Nacht ganz besonders über eine dumme junge Priesterin gehalten haben.

Corra, die mir nach dem dritten Ale doch ihren Namen verraten hatte, weckte mich früh. „Nuala, wir haben heute einen Auftrag zu erledigen!“, flüsterte sie mir zu. „Du hilfst uns doch, oder?“ Ich nickte zustimmend, bevor ich auch nur im Geringsten darüber nachgedacht hatte. Schnell schlüpfte ich in meine Kleider und folgte Corra nach draußen. Im Hafen herrschte bereits geschäftiges Treiben. Meine neue Freundin packte mich etwas unsanft an der Hand und zog mich mit sich zu einem der Schiffe. Dort war die Mannschaft gerade damit beschäftigt, eine große Ladung Fässer an Land zu bringen. Corra musterte mich mit kritischem Blick. Irgendwann schien sie zu einem Ergebnis zu kommen und beugte sich zu mir herüber. Sie war mir so nah, dass es sanft an meinem Ohr kitzelte, als sie zu sprechen begann. Scheinbar wollte sie ganz sicher gehen, dass nur ich sie hören konnte. „Also, folgendes: Ich werde gleich einen der Männer anrempeln, so dass er sein Fass fallen lässt. Dann rennst du hin und machst es auf.“ „Warum…“, setzte ich an, doch Corra sprach einfach weiter. „Wir haben Hinweise darauf, dass in der Händlergilde von Haelgarde ein Seemeister sein Unwesen treibt. Weißt du was ein Seemeister ist? Naja egal, ein sehr gefährlicher Mensch jedenfalls. Angeblich schmuggelt dieses Schiff hier kleine Kinder, die er für seine finsteren Experimente benutzt. Wenn du das Fass geöffnet hast musst du schnell nachsehen, ob das Kind darin noch lebt. Dann schnappst du es dir und gibst Fersengeld. Wenn wir eines der Kinder als Beweis haben, können wir damit zur Stadtwache gehen. Das hier ist eine unglaublich wichtige Angelegenheit, verstehst du? Und ich brauche ganz dringend deine Hilfe dabei.“

Selbstverständlich glaubte ich ihr. Was hätte ich auch sonst tun sollen? Bis heute ist ein Teil von mir überzeugt, dass Corra damals die Wahrheit gesprochen hat. Doch leider bekam ich nie die Gelegenheit, das zu überprüfen. „Ich helfe dir.“, sagte ich, und kaum hatte ich es ausgesprochen, da sauste sie auch schon los und rannte den nächstbesten Matrosen über den Haufen. Ich schaffte es gerade so, dem rollenden Fass hinterher zu spurten, dass er - wie vorhergesagt - beim Sturz fallen gelassen hatte. Ich schaffte es auch, es zu öffnen. Und damit war mein Glück wohl aufgebraucht. Mir kam eine große Ladung stinkenden Fisches entgegen. Einem Impuls folgend leerte ich das Fass. Ich wollte sicher gehen, dass auch wirklich kein Kind darin verborgen war. Ganz zuletzt kam mir ein Beutel entgegen. Gerade wollte ich nachsehen was sich darin befand, als mich von hinten jemand packte. „Hab ich dich, du miese kleine Diebin!“ schrie er und hielt meine Hände so auf meinem Rücken fest, dass ich mich kein Stück mehr bewegen konnte. Dabei fiel der Beutel zu Boden und eine Menge kleiner funkelnder Steine ergoss sich über den Berg aus rohem Fisch, in dem ich stand.

Was nun folgte würde ich am Liebsten für immer aus meinem Gedächtnis bannen. Unter dem lauten Geschrei der Menge schleiften mich die Wachen, die mich aufgegriffen hatten, durch die halbe Stadt. Wie nicht anders zu erwarten brachten sie mich zum Kerker. Ohne viele Worte zu verlieren warfen sie mich in ein dreckiges, fensterloses Loch. Dort ließen sie mich eine Weile schmoren. Es kann höchstens ein halber Tag gewesen sein, doch mir kam es vor wie eine Ewigkeit. Zunächst bat ich noch meine Göttin, mir wenigstens etwas Licht zu schenken. Doch das bereute ich schnell. Um mich herum wimmelte es vor Ungeziefer und die Hinterlassenschaften früherer Gefangener hätte ich lieber auch nicht so genau gesehen. Als sie mich schließlich wieder heraus holten war ich völlig erschöpft und zitterte vor Angst. Ich ließ es willenlos geschehen, dass zwei Wachen mich ein paar Straßen weiter in eine zwielichtig wirkende Gasse führten. Der eine presste mich gegen die Wand, so dass ich keine Chance hatte weg zu laufen. „Normalerweise müssten wir dir dafür die Hand abschlagen.“, begann er. Er war mir so nah, dass ich seinen fauligen Atem riechen konnte. „Aber da du so eine hübsche bist, kannst du auch ne Kleinigkeit für uns tun und wir lassen dich gehen.“ Er grinste breit. Angewidert wendete ich das Gesicht ab und schob mich so weit von ihm weg, wie das bei dieser Umklammerung möglich war. Da schrie er plötzlich erschrocken auf. Ich nutzte den Moment seiner Unachtsamkeit, drückte ihn von mir weg und rannte ohne mich noch einmal umzudrehen davon. Hinter mir hörte ich Schreie, doch mir schien niemand zu folgen. Ich lief blindlings weiter und merkte nach einer Weile, dass ich wieder am Hafen angelangt war. Schwer atmend blieb ich stehen und blickte mich um. Tatsächlich, von den Stadtwachen war nichts mehr zu sehen. Nur Corra tauchte ohne Vorwarnung neben mir auf. Ich konnte gerade noch einen Schrei unterdrücken. „Wir haben sie fürs Erste abgehängt.“, meinte sie. „Aber sie werden dich suchen. Du musst unbedingt mit dem nächsten Schiff raus aus Alba.“ Völlig entsetzt starrte ich sie an. „Raus…“, stammelte ich, „weg von… hier?“ Sie nickte bestätigend. „Ich hab dir schon was organisiert, du musst dich um nichts kümmern. Tut mir leid, was passiert ist. Aber Sven ist ein Guter, der passt auf dich auf.“ „Sven?“ „Der ist Matrose auf der Windsbraut und schuldet mir noch einen Gefallen.“ Während sie sprach schob Corra mich durch die Menge in Richtung des Kais. Gleichzeitig zog sie noch die Kapuze meines Umhangs über mein Gesicht, so dass nichts mehr davon zu erkennen war. Ich war so vollkommen verwirrt, dass ich es einfach mit mir geschehen ließ. Kurz darauf waren wir bei einem der Schiffe angelangt. Ein waelisch aussehender Mann wechselte ein paar Worte mit ihr, von denen ich kaum etwas mitbekam. Und schon befand ich mich auf einem Schiff, das mich ins ferne Waeland bringen sollte. Corra verabschiedete sich knapp von mir und überließ mich meinem Schicksal in Form eines riesenhaften blonden Mannes namens Sven Raldnarsson.

Christin

Zweiter Teil

Bereits lange vor dem Morgengrauen war ich wach und hatte meine wenigen Habseligkeiten in Windeseile gepackt. Mein Herz schlug mir schon bis zum Hals. Als ich die Kutsche, die mich abholen sollte, vor mir sah, glaubte ich es müsse gleich gänzlich stehen bleiben. Es war eben jene Kutsche, in der Gwendolyn und ihre Tante das Kloster verlassen hatten. Zögernd blieb ich vor ihr stehen. Ich überlegte noch, ob ich umkehren sollte so lange die Zeit dazu blieb. Doch da stieg schon eine mir bereits bekannte Gestalt aus. „Ich bin Gwyneth.“, sagte sie. „Es ist mir eine Freude, dich nun besser kennen zu lernen.“ Damit nahm sie meine Hand und half mir hinauf in die Kutsche.

Als ihre weiche Haut die meine berührte überkam mich eine seltsame Vorahnung. Es war als lege sich ein dunkler Schleier über meine Wahrnehmung, der den sonst so klaren Kontakt zu meiner Göttin verhüllte. Im gleichen Moment jedoch blickte ich hoch in das Gesicht von Gwyneth und verlor mich in ihren leuchtend blauen Augen. Sie lächelte mich an. „Setz dich.“ Sofort gehorchte ich ihrem Befehl. Noch immer konnte ich nicht aufhören sie anzustarren. So bemerkte ich kaum, wie Gwyneth mir einen Kelch in die Hand drückte und mich aufforderte zu trinken. Abwesend nahm ich ein paar Schlucke. Es war als schärfe das Getränk meine Sinne. Ich betrachtete das überirdisch schöne Geschöpf vor mir und erkannte, das jedes Detail ihres Körpers makellos und perfekt war. Gerade noch war mein Geist voller Fragen gewesen, doch sie wurden alle weggewischt durch die eine Gewissheit: Ich wollte in meinem Leben nichts anderes mehr tun als meine Zeit an ihrer Seite zu verbringen. Gwyneth stand auf, beugte sich über mich und hauchte einen sanften Kuss auf meine Lippen. Bei meiner Göttin, ich habe in diesem Leben viele Küsse erlebt, doch dieser eine erste hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt und wird wohl nie übertroffen werden. Es fühlte sich an, als wären wir für einen Moment verschmolzen und ein Teil meiner selbst ginge auf Gwyneth über. Nie mehr habe ich mich so sehr eins mit einem anderen Menschen gefühlt. „Du bist wunderschön.“, hauchte sie, „So jung und lebendig…“

Ihre Lippen wanderten meinen Hals hinab und sie küsste diese besondere Stelle zwischen Hals und Schulter, an der ich sehr empfindlich bin - als habe sie das bereits gewusst. Danach verschwimmt meine Erinnerung. Ich weiß noch, dass ich plötzlich sehr benommen wurde und das Gefühl hatte, nun müsste ich diese Welt verlassen. Vor meinen Augen wurde es schwarz und mein Bewusstsein schwand, doch ich wehrte mich nicht dagegen. Es war in Ordnung. Dieser Moment war für mich von solcher Glückseligkeit erfüllt, dass es mir nichts ausmachte nun zu sterben. Ich war noch jung und in vielen Dingen des Lebens unerfahren, doch mir war klar, dass ich eine solche Vollkommenheit nicht wieder erleben würde.

 

Als ich erwachte befand ich mich in meinem Bett im Kloster. Erschrocken wollte ich mich aufsetzen, doch Brianna drücke mich sanft zurück. „Sachte.“, sagte sie zu mir. „Du hast lange geschlafen.“ „Was ist geschehen?“, murmelte ich, doch meine Stimme war so schwach, dass ich sie kaum selbst hören konnte. Ich fühlte mich unendlich erschöpft. Kurz schloss ich die Augen. Wirre Bilder zogen durch meinen Geist, doch ich konnte keines von ihnen so recht zuordnen. Einzig das Gesicht von Gwyneth war klar. Nach einer Weile räusperte ich mich und fand endlich meine Sprache wieder. „Gwyneth…“ war das erste Wort, das über meine Lippen kam. „Wo ist sie?“ Ich sah Brianna erwartungsvoll an.

Als sie meinen Blick erwiderte konnte ich die Sorge in ihren Augen sehen. „Fort.“, sagte sie nur. Und da erreichte mich der Schmerz, als habe er in den Untiefen meines Bewusstseins bereits auf mich gewartet. Nur wer einmal die wahre Liebe erfahren und wieder verloren hat kennt diesen Schmerz, der mich seit der Begegnung mit Gwyneth begleitet, wohin ich auch gehe. In diesem Moment kam mir eine dumpfe Erinnerung daran, dass mein Schmerz mich bereits einmal an den Abgrund geführt hatte. Doch so sehr ich mich auch bemühte, ich konnte keine klaren Bilder sehen. „Was ist geschehen?“, wiederholte ich meine Frage. „Erzähl es mir, Brianna. Bitte.“ Sie schwieg eine Weile und musterte mich genau. Dann schien sie einen Entschluss zu fassen. „Ich werde dir sagen so viel du wissen musst. Aber nicht mehr. Nachdem du etwas mehr als drei Monde fort warst haben Reisende dich auf der Königsstraße gefunden, die in Richtung dieses Klosters führt. Dein Geist war vollkommen wirr und du konntest kaum sprechen. Ab und zu sagtest du den Namen dieser unsäglichen Frau. Sonst nichts.“ Ich wollte etwas einwenden, doch Brianna sprach schon weiter. „Dein Körper war voller Verletzungen, und da wir sonst nichts für dich tun konnten behandelten wir sie und baten unsere geliebte Herrin Vana auch für den Zustand deines Geistes Sorge zu tragen. So wie deine Wunden zu heilen begannen schien auch dein Verstand zurück zu kehren. Jedoch nur für kurze Zeit. Immer wieder erwachtest du schreiend und weinend aus dem Schlaf. Du schienst dich zu erinnern was dir widerfahren war, weigertest dich jedoch, davon zu erzählen. Selbstverständlich fragten wir dich nach der edlen Gwyneth. Alles was du dazu sagtest war, sie sei fort gegangen. Manchmal brachte dich allein die Nennung ihres Namens in einen Zustand der Raserei und Verzweiflung. Ich habe dich zuvor niemals so erlebt.“

Während Brianna sprach war es, als klopften dunkle Schatten der Erinnerung an den Rand meines Bewusstseins. Doch sie erreichten mich nicht, als habe jemand eine unsichtbare Mauer in meinem Gedächtnis errichtet. „Was habt ihr mit mir getan?“, flüsterte ich entsetzt. „Mit Vanas Hilfe haben wir die Bruchstücke deiner Seele wieder zusammen gesetzt. Es gibt für solcherlei Angelegenheiten einen Zauber, den nur die mächtigsten ihrer Dienerinnen beherrschen.“ Ich hatte von dieser Art Magie bereits gehört, jedoch nie erwartet, dass sie einmal auf mich selbst Anwendung finden würde. „Das bedeutet, ich werde mich niemals wieder an die vergangenen… Monde erinnern?, fragte ich. Brianna schüttelte den Kopf. Dann strich sie mir sanft über die Haare. In ihrem Blick sah ich großes Mitleid. „Es ist noch nie geschehen, dass jemand dabei das Gedächtnis verloren hat. Was passiert ist muss so furchtbar für dich gewesen sein, dass allein durch die besänftigende Wirkung des Zaubers keine Heilung möglich war. Ich kann nicht sagen, ob deine Erinnerung daran jemals zurück kehrt.“ Bei diesen Worten begannen Tränen der Verzweiflung über meine Wangen zu laufen. Ich würde Gwyneth nie wieder sehen, das war mir sofort klar. Und ich wusste, dass mein beschauliches Leben in diesem Kloster auf immer vorbei war. Brianna nahm mich in den Arm und tröstete mich, so wie meine Mutter es getan hatte als ich noch sehr klein war. Als ich mich schließlich wieder beruhigt hatte, nahm sie meine Hand und legte etwas hinein. „Du hast darum gebeten, dies hier behalten zu dürfen. Du hattest es bei dir, als wir dich fanden.“ Dann strich sie noch einmal über meinen Kopf und ließ mich allein. In meiner Handfläche lag eine silberne Kette. Daran war ein Anhänger in Form einer Ähre befestigt. Ohne lang nachzudenken drehte ich ihn herum. Auf der Rückseite waren Worte in einer mir unbekannten Sprache geschrieben. Ich fuhr sie mit den Fingern nach. Was sie bedeuteten wusste ich noch, wenngleich ich all die anderen Erinnerungen verloren hatte.

 

Für Nuala - in ewiger Liebe. Gwyneth

Christin

Erster Teil

Ein neuer Versuch, ein neues Pergament. So lange schon denke ich darüber nach, meine Geschichte nieder zu schreiben. Doch wo beginnt sie, wo wird sie enden? Ich finde nicht die rechten Worte. Die Dunkelheit hat schon lange alles eingehüllt, kaum noch kann ich das Bett am anderen Ende des Raumes erkennen. Das spärliche Licht meiner Kerze reicht gerade aus, um diese Seiten zu beleuchten. Manchmal frage ich mich, wofür ich die Wunder der Magie kennen gelernt habe, wenn sie mir diese kleinen alltäglichen Dinge nicht erleichtert. Ich kann eine Feuerkugel wirken, um damit ein Dutzend Feinde nieder zu strecken. Aber ich habe nie einen Zauber gelernt, um das Licht in diesem Zimmer etwas heller zu machen.

Neben mir auf dem Boden liegt ein Stapel zerknüllter Blätter und ich bin versucht, sie anzuzünden und zuzusehen, wie sie mit heller Flamme brennen, nur um dann in kürzester Zeit zu Asche zu werden. Ich möchte etwas sterben und vergehen sehen. Wie weit habe ich mich nur von meiner Göttin entfernt, dass ich diesen Wunsch hege? Ich bin von einem Abenteuer zum nächsten gehetzt, habe mich von einer kurzen Affäre in die nächste gestürzt. Und darüber mich und meine Ziele vergessen. Wenn ich sie denn je kannte. Ach, Vana, ich möchte dir so gerne eine gute Dienerin sein. Und doch merke ich immer wieder, dass ich nicht dafür geschaffen bin, irgendjemandem zu dienen.

Unter mir höre ich Mandingo mit jemandem sprechen. Kurz bin ich zusammen gezuckt, hatte Angst, es könne ein später Besucher sein. Doch noch kommt niemand herauf. Vielleicht haben mir meine Ohren auch einen Streich gespielt - in einer Stadt wie dieser ist es nie wirklich ruhig und der Wind trägt die Klänge der Taverne drei Straßen weiter zu mir herüber. Schon in der kurzen Zeit, die ich jetzt hier bin, habe ich diesen Ort lieben gelernt. Der Gestank der Stadt zieht nicht bis in die obere Etage meines Hauses, in der mein Zimmer liegt, und wenn man an einem der Fenster steht kann man sogar ein wenig das Meer sehen. Vor allem aber ist es hier in Maritimar viel wärmer als in meiner albischen Heimat. So oft genieße ich dieses Gefühl, das ich einen Großteil meines Lebens nicht kannte: Die Strahlen der prallen Sonne auf meiner Haut. An sich ist das Leben hier mehr als nur angenehm. Wenn mich nur nicht die Fragen umtreiben würden, die meine letzte Reise aufgeworfen hat. Aber ich sollte von Vorne beginnen.

Meine Feder kratzt auf dem Pergament, und das Geräusch erinnert mich an früher, trägt mich weit zurück in meine Kindheit…

 

Meine erste Erinnerung ist ein Bild meines Vaters, wie er an unserem alten abgewetzten Holztisch sitzt und seine Unterlagen durchsieht. Immer wieder legt er die Blätter vor sich ab und rauft sich die Haare, bevor er noch einmal von vorne beginnt. Nach einer Weile kommt meine Mutter herein und bringt ihm einen Krug mit warmem Ale. Sie sieht besorgt aus, spricht jedoch kein Wort mit ihm. Ich bin noch zu klein, um zu begreifen, worum es geht. Heute weiß ich, dass die Schulden damals schon groß gewesen sein müssen. Mein Vater war ein wohlhabender Kaufmann aus einer Familie, in der der Handel lange Tradition war. Doch meine Mutter hatte acht Kinder zur Welt gebracht und das Ersparte war schon vor meiner Geburt aufgebraucht. Als jüngste Tochter erlebte ich Reichtum nur bei meinen Spielgefährten, solange wir noch Kontakt zu anderen Händlerfamilien hatten. Trotz der drohenden Armut liebte mein Vater es, weite Reisen zu machen und neue Länder kennen zu lernen. Von dort brachte er meist nichts Ertragreiches zurück - nur eine Menge aufregender Geschichten. Als ich ihn einige Male auf seine Reisen begleiten durfte, verstand ich schnell den Reiz dieser Abenteuer. Noch immer sind das meine schönsten Erinnerungen: Ich als kleines Mädchen auf einem Schiff voll rauer Seemänner, auch bei Regen und Sturm noch an Deck und von allem begeistert. Und dann all die fremden Orte, die Märkte voller exotischer Dinge! Doch die Zeit in der ich ihn begleiten durfte war nur kurz. Schon bald beschlossen sie, mich in die Obhut eines Klosters zu geben.

Die ersten Jahre dort waren meine dunkelsten und ich weiß nicht mehr viel aus jener Zeit. Ich vermisste die Freiheit, die ich auf Reisen erlebt hatte. So sehr sich die Priesterinnen auch bemühten, es erschien mir wie ein Gefängnis, aus dem ich auch mehrmals zu fliehen versuchte. Nur der Hunger brachte mich jedes Mal zurück. Ich bewies jedoch bald ein gewisses Geschick im Umgang mit den Pflanzen, die im Klostergarten angebaut wurden. Meine Mutter hatte mich bereits einiges über die heilende Wirkung bestimmter Kräuter gelehrt und so wurde ich der Heilkundigen des Klosters zur Seite gestellt. Ich half ihr, Salben und Tinkturen herzustellen, die zur Versorgung der Kranken dienten. Die Pflanzen wachsen und gedeihen zu sehen faszinierte mich, und ich konnte Stunden im Garten zubringen. Dort erfuhr ich die Kraft und Schönheit Vanas zum ersten Mal. Ich bestaunte die Wunder dieser Göttin, und auch wenn ich mich noch immer nicht mit meinem Schicksal abfinden konnte, kam ich im gleichförmigen Alltag meiner neuen Heimat mehr und mehr zur Ruhe.

Über viele Jahre verbrachte ich den größten Teil jedes Tages in Stille und Meditation. Nach einiger Zeit dachte ich kaum noch an die aufregenden Erlebnisse meiner Kindheit. Ich lernte, den Dienst an meiner Göttin als mein einziges und höchstes Ziel anzusehen. Und ich erwartete, den Rest meines Lebens in jenem Kloster zu verbringen, gemeinsam mit meinen Schwestern, die mir immer mehr ans Herz gewachsen waren.

 

Doch Vana hatte anderes mit mir vor. Eines Tages war ein großer Aufruhr in unseren sonst so beschaulichen Hallen. Früher als sonst erwachte ich vom Bellen der Hunde. Sofort sprang ich von meiner Pritsche auf, um nachzusehen, was draußen vor sich ging. Ich rannte durch die langen Flure hinaus in den Hof. Dort standen vier Pferde, große anmutige Tiere mit rotbraunem Fell, denen ihre edle Herkunft anzusehen war. Sie waren vor die prunkvollste Kutsche gespannt, die ich je gesehen hatte. Brianna, die Vorsteherin des Klosters, war schon da und sah kurz zu mir herüber, als ich mich näherte. Sie, die sonst die ruhigste und ausgeglichenste Person war, die ich kannte, hatte die Stirn in tiefe Falten gelegt. Ich bemerkte auch, dass ihre Hände ein wenig zitterten. Wenngleich ich sehr neugierig war, wer sich im inneren der Kutsche verbarg, wendete ich mich ab und ging hinüber zu den Hunden, um sie zu beruhigen. In den letzten Monaten war mir auch die Aufgabe zuteil geworden, mich um die verschiedenen Tiere unseres Klosters zu kümmern. Manchmal hatte ich das Gefühl, sie verstanden mich ebenso gut, als würde ich mit einem Menschen sprechen. Kaum war ich bei den beiden Hunden angekommen, verstummte ihr Bellen und Knurren. Sie legten sich mir zu Füßen und ich streichelte ihr weiches Fell. Als ich mich schließlich wieder auf dem Hof umsah, war Brianna bereits verschwunden.

Ein junges Mädchen kam aus dem Gebäude und rannte zu den Pferden. Ihr Name war Gwendolyn und sie war vor einigen Wochen zu uns gekommen, um Schutz vor ihrer adeligen Familie zu suchen. Sie war nur ein oder zwei Sommer jünger als ich, doch sie war in Briannas großem Raum untergebracht worden, anstatt mein ärmliches Zimmer mit mir zu teilen. Da ich meine Mahlzeiten meist alleine im Garten einnahm hatte ich sie bisher kaum gesehen. Ich lief zu ihr hinüber. Ehrfürchtig blieb ich vor einem der großen Tiere stehen, dem ich nicht einmal bis zur Schulter reichte. „Sie wird eine Weile bleiben“, flüsterte Gwendolyn neben mir. Verwundert sah ich sie an. „Die Besucherin.“, das Mädchen deutete hinüber zum Eingangstor, „Ich soll die Pferde in den Stall bringen. Kannst du mir helfen?“ Ich nickte nur. Zu jener Zeit sprach ich kaum und nur dann, wenn es unbedingt notwendig war. Doch nun, da ich das erste Mal seit sie hierher gekommen war einen Moment alleine mit Gwendolyn hatte, war meine Neugierde zu stark.

Während wir die Pferde abspannten, schickte ich ein Gebet zu Vana, dass ich meine Sprache noch nicht gänzlich verloren hatte. Und ich bat sie, mir zu verzeihen, dass ich gegen das Gebot meiner Ordensvorsteherin verstieß – mir und den anderen Schwestern war es verboten worden, Gwendolyn auf ihre missliche Lage anzusprechen. Trotzdem fragte ich sie, als wir die Pferde in den Stall geführt hatten: „Sag, kennst du diese Besucherin?“ Gwendolyn überlegte einen Moment. Dann ließ sie sich auf einem der Heuballen nieder und bedeutete mir, mich zu ihr zu setzen, was ich auch tat. „Ich habe sie mit Brianna gesehen, als sie herein kamen. Es ist die jüngere Schwester meiner Mutter. Vielleicht ist sie gekommen, um mich zu holen.“ Ich sah das Mädchen neben mir verwundert an. Ihr hübsches, wenn auch schlichtes Kleid war voller Stroh und auf der Vorderseite waren einige Flecken zu sehen, die wohl noch von der letzten Mahlzeit stammten. Ich konnte kaum glauben, dass dieses Mädchen aus einer solch wohlhabenden Familie stammen sollte. Gwendolyn, die meinen Blick richtig deutete, lächelte jedoch nur. „Ich habe noch nie wirklich in meine Familie gepasst. Deshalb bin ich auch hier… Mein Vater warf meiner Mutter vor, ich sei ein Bastard, den sie mit dem Stallburschen gezeugt hat. Zur Strafe wollte er mich an einen ekelhaften alten Mann oben im Norden verheiraten. Aber ich bin abgehauen, bevor ich ihn treffen konnte. Jetzt besprechen sie wohl gerade, wie es mit mir weiter gehen soll.“ Meine Augen weiteten sich. „Das tut mir sehr leid.“ Auch wenn sie noch immer tapfer lächelte verstand ich, in welch schwieriger Lage sie war. „Komm“, sagte ich zu ihr. „ich zeige dir unseren Garten. Das wird dich ein wenig ablenken. Ich bin mir sicher, Brianna versucht das Beste für dich zu erreichen.“ Als ich aufstand folgte sie mir zögernd.

 

Es war einer der seltenen schönen Tage in Alba, an dem es nicht regnete, wenngleich der Himmel wie immer grau und wolkenverhangen war. Der Garten lag auf der anderen Seite des Hofes und war von einer kleinen Mauer umgeben. Um hinein zu gelangen, mussten wir einen steinernen Torbogen durchqueren. Jetzt im Frühjahr war innen alles von einem tiefen, satten grün und viele der Pflanzen standen in voller Blüte. Ich zeigte Gwendolyn jede der Pflanzen und erklärte, wozu sie dienten. In einer Ecke ganz hinten im Garten hatte ich sogar in einem Halbkreis einige Blumen angepflanzt. Von ihnen war meine Begleiterin ganz besonders begeistert. „Wenn ich Sorgen habe, komme ich hierher in den Garten.“, sagte ich zu ihr. „Wir alle brauchen diesen einen, sicheren Ort an den wir gehen können. Und wenn du ihn im Außen nicht haben kannst, denk ihn dir in deinem Inneren. Es wird immer einen Teil in dir geben, den dir niemand wegnehmen kann…“ Ein Geräusch lies mich inne halten. Ich drehte mich in die Richtung um, aus der es gekommen war. Hinter uns im Torbogen stand eine Frau. „So weise für deine jungen Jahre.“ flüsterte sie leise, und es klang nicht wie ein Kompliment, eher als mache sie sich über mich lustig. „Gwendolyn, komm.“, befahl sie, in einem Ton als spräche sie mit einem Hund. Gwendolyn gehorchte sofort und ging, ohne noch ein weiteres Wort mit mir zu wechseln.

Danach sah ich Gwendolyn nicht wieder. Bis heute weiß ich nicht, was mit ihr geschah, kann nur hoffen, dass ihr nicht allzu viel Leid widerfahren ist. Ich hätte mich nach ihr erkundigen können, doch während all der folgenden Ereignisse gab es zu viel, was mich beschäftigte. Letzten Endes war sie damals für mich nur ein kleines Mädchen, mit dem ich kaum mehr als ein paar Worte gewechselt hatte. Heute jedoch würde ich viel dafür geben, mich noch einmal mit ihr zu unterhalten. Aber der Reihe nach.

 

Ich muss einen Moment die Augen schließen, denn schon drohen die Erinnerungen von damals mich zu überwältigen. Manchmal verwundert es mich, wie scharf die Bilder noch sind, wie nah mir die Gefühle noch heute gehen. Diese Zeit hat so tiefe Spuren in mir hinterlassen.

 

Ich weiß noch, wie ich Gwendolyn verblüfft hinterher starrte. Dabei verweilte mein Blick länger als noch höflich war auf der Fremden. Sie hatte dunkles Haar, das ihr in sanften Wellen bis zur schlanken Taille fiel. Ihre Haut war im Kontrast dazu von adliger Blässe, was ihre strahlend blauen Augen und die vollen rosafarbenen Lippen betonte. Sie war eine sehr schön Frau, doch sie strahlte etwas Bedrohliches aus. Sie starrte offen und ohne Scham zurück und fing meinen Blick mit ihrem ein. Ein Schauer lief mir über den Rücken, doch ich wendete mich nicht ab. Gerade als ich es nicht mehr aushielt und schon ansetzte etwas zu sagen drehte sie sich um und verschwand mit schnellen Schritten im Schatten des Klosters. Ich brauchte noch eine Weile, um mich aus meiner Trance zu lösen. Dann folgte ich ihr. Schnell wurde mir klar, dass sie gerade mit Gwendolyn aufbrach, denn ich hörte Stimmen und die Geräusche der Pferde auf dem Hof. Und wirklich, als ich dort ankam sah ich die Frau im Gespräch mit Brianna. Kurz darauf stieg sie auf den Kutschbock und die Pferde setzten sich in Bewegung. Es stand mir nicht zu Brianna nach der Fremden zu fragen, denn sie hatte uns allen eindeutig klar gemacht, dass alles was mit Gwendolyn zu tun hatte uns nichts anging. Wahrscheinlich war Gwendolyn noch nicht einmal ihr richtiger Name.

So beobachtete ich nur schweigend ihre Abfahrt.

 

Einige Tage später rief Brianna mich zu sich. Ich wunderte mich nicht weiter darüber, denn wie alle meine Schwestern kam ich jeden Mond ein Mal zu ihr, um über meine persönlichen Belange zu sprechen. Meist hatte ich jene Stunden schweigend verbracht. Brianna war dazu übergegangen, mir Geschichten von Vana zu erzählen und mir die Lehre meiner Göttin näher zu bringen, um die Zeit nicht ungenutzt verstreichen zu lassen. Auch heute betrat ich ihre Kammer, ohne ein Wort zu sagen, und setzte mich auf einen Stuhl am Fenster. Dieser Raum war einer der wenigen im Kloster, die tatsächlich ein Fenster besaßen. Meist war es zum Schutz vor der Kälte mit einem großen Stück Leder verschlossen. Brianna schloss die Tür hinter mir und setzte sich mir gegenüber. „Ich muss heute etwas Wichtiges mit dir besprechen.“, begann sie. „Ich weiß, dass du dich bei uns nicht immer wohl gefühlt hast. Und daher gebe ich dir die Wahl. Jemand hat angeboten, dich besser auszubilden, als wir das können. Du müsstest dafür das Kloster verlassen und nach Corrinis gehen. Du hast einen Tag Zeit, um dich zu entscheiden. Auch wenn du fort gehst, wirst du hier immer wieder willkommen sein. Doch wenn du beschließt zu gehen, glaube ich nicht, dass du zu uns zurück kehren wirst.“

Ich weiß nicht, warum ich keine Fragen stellte. „Ich werde gehen.“, sagte ich. Brianna schien über meine Entscheidung nicht verwundert zu sein. „Morgen früh vor Sonnenaufgang holt eine Kutsche dich ab. In Corrinis erfährst du alles Weitere. Sie werden es dir besser erklären, als ich das kann.“ Sie stand auf und nahm mich einfach in den Arm. „Möge Vana dich auf deinem Weg beschützen.“, murmelte sie in mein Haar. In diesem Moment empfand ich gar nichts. Heute fehlt mir manchmal Briannas sanfte Art und ich wünsche mir, sie um Rat fragen zu können. Doch damals wollte ich nur so schnell es geht das Kloster verlassen. Der Sog von Freiheit und Abenteuer war zu stark. So stark, dass es mich nicht einmal kümmerte, völlig ins Ungewisse zu fahren.

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