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    Südcon 2015 - Freitag - Die Begehrlichkeiten der Modeata Tuzzi

    Von Unicum

    "Die Begehrlichkeiten der Modeata Tuzzi"   Sl: Shayleigh Spielfiguren - Spieler - Typus Sakura Ikari - Magus - Kr Don Cosi de FanTute - Wizang - Ma Donja Maria Arpach - Rolf (?) - Ma Cassandra Enrica Ricada - Unicum – Ma   NSC (Teilliste) Prinzessin Donja Barbelica Kiriles Geisterprinzessin Lhirabetta, Schwester von Barbelica Donja Isabela de Vindano, (Vorgesetze von Cosi im Convendo) Sulfin de LufiRello, ("Chef" des Convendo) Modeata Tuzzi (Naga? Halbmensch?) Claudes (Sklavenhändler) Lysandaria, Nymphe Adorin, Geliebter der Schwester der Gräfin Adin, Bruder von Adorin ---------------------------------------   Wie geplant habe ich Cassandra Enrica Ricada, mich beim Convendo der Küstenstaaten in Maritimar gemeldet. Das Ausladen meiner Ausrüstung und der Katalogisierung durch den Convendo dauert leider noch an.   Ich wurde - intern durch Donja Isabela de Vindano (Vorgesetze im Convondo von Don Cosi de FanTute) dem "Verteidiger gegen die schwarzen Künste" und "Vize-Herold" von Prinzessin Barbelica - Cosi de Fantute als "Schreiber" zugeteilt.   Nun ich habe nun in den ersten Tagen mich an die Arbeit gemacht die Arbeit zu erledigen! Ich möchte an dieser Stelle sagen das ich entsetzt war in welchem Zustand die Dokumente waren! Ich kann zu den Fertigkeiten bezüglich der Verteidigung gegen die schwarzen Künste recht wenig sagen - aber Verwaltungstechnisch scheint mir Herr Cosi etwas überfordert.   Auf seinem ersten offiziellen Besuch (seitdem ich bei ihm bin) bei "Ihrer Majestät Prinzessin Donja Barbelica Kiriles, Hofrätin zu Candranor, Erbin de Lambargi, Conteja de Marimar" stellte mich Don Cosi de FanTute vor.   Dort wurde mir auch Donja Maria Arpach, die Hofzauberin des Vaters der Prinzessin vorgestellt, welche eine Ostländisch aussehende Söldnerin als Leibwache Frau Sakura Ikari an ihrer Seite hatte. Die Gerüchte bezüglich der albischen Garde sind übrigens mindestens zum Teil Wahr.   Prinzessin Barbelica Kiriles hat ein Problem im Landhaus ihrer Familie. Das Gebäude ist nun natürlich von der Stadt umschlossen und liegt pikanterweise gegenüber einem Bordell - was auch zu gewissen Gerüchten über ihren Vater führte. Inwieweit dies der Wahrheit entspricht kann ich noch nicht nachvollziehen.   Die Schwester von Prinzessin Barbelica Kiriles hatte vor Jahren dort eine Liebschaft mit einem jungen Fischer. Ihr Vater lies den jungen Fischer - Adorin, und auch seinen Bruder Adin, als er davon erfuhr versklaven. Er kaufte also die Söhne den Eltern ab und plante sie als Galeerensklaven einem langsamen Tode zu verantworten. Dies war etwa vor 7 Jahren.   Prinzessin Barbelica Kiriles entsandte schon vor einigen Monaten eine Gruppe von Leuten welche Nachforschungen über den Fischer anstellen sollten und ihn wohl möglich zurückbringen. Die Prinzessin äußerte dabei ein gewisses Bedauern das es immer noch nicht gelungen war dies zu erfüllen. Selbst die von ihr hoch geschätzten Herren Mattul und Mirant (ich bemerke dabei das sie sich scheinbar gerne mit Männern umgibt deren Namen mit M beginnen) konnten die Aufgabe bisher nicht erledigen. Aber zumindest der Bruder des Gesuchten war zu befreien. Wir suchten also das Stadthaus der Fürstlichen Famile auf und trafen dort auf die ältere Schwester der Prinzessin Barbelica Kiriles. Diese heiratete den Vizekönig (?) auf Zwang ihres Vaters verfiel aber in einem jugendlichen Wahn finsterer Blutmagie um sich Jung zu erhalten. Sie wurde lebendig eingemauert. Ihr Leichnam entkam und ein Teil ihrer Seele spukt im Landhaus herum. (Alleine das schon eine interessante Sache!).   Die Geister-Schwester "Lhirabetta" machte einige Aussagen zu dem verschwundenen Geliebten,... natürlich mit wenig aussagekräftigen Worten - ach ja die Liebe.   Mattul hat den Bruder Adin mittlerweile als Sklaven in seinem Besitz, leider war Mattul nicht anwesend und in seinem Stadthaus kennt niemand den Aufenthaltsort des Bruders Adin. Der Elfenmagier Mirant hat ein Holzamulett welches Adorin der Geisterprinzessin Lhirabetta geschenkt hat, leider hat er es bei sich und ist gerade auf hoher See in einem anderen Auftrag unterwegs (im übrigen zusammen mit diesem Mattul und irgendwelchen Schariden). Nach seiner Befreiung hat Bruder Adin zu seiner Familie wieder Kontakt gesucht. Das Verhältnis zwischen den Eltern und Adorin soll nicht das beste gewesen sein.   Wir trafen uns im Nympheum des Landhauses mit der Nymphe Lysandaria diese meinte das es möglich ist mit dem Band welches wahre Liebe zwischen zwei Menschen bindet eine vermisste Liebe wieder zu finden und so die Lhirabetta zu erlösen. Als Beispiel für wahre Liebe wurde der Fürst und eine gewisse Alchira genannt.   Weitere Nachforschungen, etwa an der ermittelten Verkaufsstelle des Sklavenhändlers bei welchem die beiden Brüder getrennt wurden lassen uns zumindest (Mittels Reise in die Zeit durch Donja Maria Arpach) ein Bild des Käufers von Adorin ermitteln. Donja Maria Arpach lässt jeweils eine Zeichnung von diesem Käufer und Adorin anfertigen.   Während Don Cosi de FanTute mit der Nymphe weitere vertiefende „Gespräche“ führt – er nennt es mir gegenüber auch „Bücherrecherche“ tragen wir diese Informationen zusammen.   Durch ein Tor gelangen wir in die Hauptstadt Dargina von Vigalis um dort weiter nachzuforschen. Die Eltern der beiden Brüder sind dort wohnhaft, aber wir fragen einfach in der Stadt herum und erregen so die Aufmerksamkeit eines zwielichtigen Mannes – er stellt sich nicht einmal mit Namen vor aber ich habe mir sein Gesicht gemerkt – das ist kein normaler Handlanger gewesen! Nach etwas hinhalten (wo Sakura Ikari und ich in einer Hütte im Armenviertel eingesperrt waren) bringt dieser Mann uns zum Convendo und sagt das auf Befehl des Fürsten unser Gedächtnis zu löschen sei. Sulfin de LufiRello, der Chef des Convendo erzählt uns das wir wohl einen „Claudes“ suchen. Er meint das Bild tatsächlich zu erkennen. Wir könnten in Maritimar nach dem alten Hafenmeister, einem Kan-Thai suchen. Dieser könnte mehr wissen. Für genaueres könnte uns Don Cosi de FanTute, über den er sehr wohlwollend spricht, weiterhelfen.   Zurück in Maritimar machen wir ein (in meinen Augen) sehr gewagtes Experiment. Geisterprinzessin Lhirabetta übernimmt den Körper ihrer Schwester Prinzessin Barbelica Kiriles. Wir nehmen etwas Blut von dieser nun besessenen und die Nymphe Lysandaria macht eine Vision. Auch wenn wir uns schon Gedanken darüber gemacht hätten was passiert wenn die Geisterprinzessin dies nun ausnützt verlässt diese den Körper freiwillig wieder.   Daraufhin eilen wir zum Marktplatz wo nach der Vision etwas passieren soll. Tatsächlich erscheinen wir gerade als ein Raubmord durchgeführt wird. Es gelingt den Überfallenen zu retten und den Meuchler zu vereisen.   Der Überfallene hat einen Beutel den er an eine gewissen Modeata Tuzzi übergeben soll. Diese ist in einem Haus am Rande des Waldes von Bromme. Wir liefern den Beutel ab und Frau Modeata packt daraus einen schlafenden Fliegenwichtel und setz diesen in ein Terrarium. Wir fragen nach ob sie uns auch bei der Suche nach Adorin helfen könnte. Sie führt uns nach draußen und wir stehen auf einmal direkt im Wald von Bromme. Wir sollen uns einen Weg zurück zu ihrem Haus suchen. Es ist mir an dieser Stelle schon klar, dass wir es bei Modeata mit einer speziellen Person zu tun haben,... Wir begeben uns also auf die Suche nach einem Weg zurück in unsere Welt. Auf einer Lichtung treffen wir die Zentraurin Kirke. Diese lebt einsam und zurückgezogen, hilft uns aber gerne mit Informationen über den Garten von Modeata. Sie warnt uns vor der Esel-Herde und meint wir sollen auf dem gezackten Weg gehen und wenig nach rechts und links schauen. So gelingt es uns durch den Garten zu wandern, auch wenn Don Cosi de FanTute einmal von einer nackten Frau abgelenkt wird. Modeata ist aber sehr gelangweilt und enttäuscht das wir nicht ihren schönen Garten bewundert haben. Sie beobachtete uns die ganze Zeit – wohl durch einen Spiegel. Sie ist bereit uns zu helfen, wenn wir ihr den Elfenzauberer Mirant bringen und sie eine Nacht mit ihm verbringen kann. Mirant wird kontaktiert und erscheint nach kurzer Zeit. Er ist nicht an dem Angebot interessiert. Mit der Ausschlagung des Angebotes ist damit wohl diese Spur nach dem verschollenen Fischer erkaltet. Modeata Tuzzi wird uns wohl an dieser Stelle nicht mehr weiterhelfen wollen.
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  1. Blog Adjana

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    Aktuelle Beiträge

    Ich blogge normalerweise nicht, aber nach dreieinhalb Wochen auf der anderen Seite der Erde hab ich ausnahmsweise mal wirklich was zu erzählen, und das kommt hier rein. :)

     

    Ganz kurz: über Chile

     

    Das Wort "Chile" kommt wohl aus der Sprache der Aymara-Indianer und bedeutet "das Land, wo die Erde zuende ist". Das scheint ganz gut zu passen. :sigh:

    Chile ist groß, und es ist vor allem lang: Über 4200 Kilometer erstreckt es sich von Nord nach Süd an der Westküste Südamerikas. Wir wollten nicht dem Japaner-Syndrom verfallen ("Europa in fünf Tagen"), gönnten uns aber einen Abstecher in den Norden und einen in den Süden des Landes. Dazu kam die Osterinsel, die das Hauptziel unserer Reise war. Auf unsere Reise erlebten wir mediterranes Klima in Santiago, typisches Wüstenklima mit sehr heißen Tagen und sehr kalten Nächten im Norden, subantarktische Gletscher in Patagonien und tropischen Sonnenschein auf der Osterinsel. Im Norden fingen wir an.

     

    Die Chilenen sind größtenteils Mestizen (haben also fast alle sowohl europäische als auch indigene Vorfahren) und gelten als die "Preußen Südamerikas". Das kommt dem deutschen Touristen entgegen: Die Verkehsmittel sind gut organisiert, die Naturparks werden heute sorgfältig gepflegt, das Land ist sehr sicher, die Polizei gilt als höflich und unbestechlich, für jede Kugel Eis bekommt man eine Quittung, und man hat als Reisender nie das Gefühl, sonderlich über den Tisch gezogen zu werden. Auch die Hygiene ist okay. Als Reiseland kann ich es uneingeschränkt empfehlen.

     

    Ein Dorf in der Wüste

     

    Wenn man von Santiago aus etwa zwei Stunden lang nach Norden über kahles Gebirge fliegt, kommt irgendwann die Stadt Calama in Sicht. Hier leben an einem der trockensten Orte der Welt (Jahresniederschlag 0 mm) hauptsächlich Bergarbeiter der Kupfermine. Und hier ist der Flughafen, über den man in die Atacama-Wüste kommt. Von Calama aus fährt man noch eine gute Stunde durch die Wüste, um nach San Pedro de Atacama zu gelangen.

     

    San Pedro ist ein winziges Nest auf etwa 2.500 m Höhe, das an einem kleinen Flusstal liegt, also eine Art Oase. Es besteht fast komplett aus niedrigen roten Adobe-Häuschen. Hier leben seit über 10.000 Jahren Menschen in Allyus, Sippengemeinschaften, und manche tun es heute noch. Das Städtchen ist gleichzeitig der Stützpunkt für Touristen in der Atacama-Wüste, und von allen touristisch geprägten Orten, die ich bisher besucht habe, ist es der gemütlichste und lässigste. Allein dafür hätte sich der weite Weg schon gelohnt.

     

    San Pedro ist sehr übersichtlich, das Leben findet entlang der Hauptstraße statt, die aus rotem Lehm besteht und auf der es kaum Verkehr gibt. Das einzige weiße Gebäude ist eine windschiefe Kirche, davor gibt es einen Platz mit ein paar Bäumen, die Schatten spenden. Ein kleines Museum berichtet über die Kultur der Atacamenos, die Führung ist sehr lohnenswert. Abends durch den Ort zu bummeln und ausgezeichneten Mojito zu trinken, ist ein perfekter Abschluss für einen Wüstentag. Außerdem ist es gesünder als das Wasser aus den Wasserhähnen, das man auch im Hotel ausdrücklich nicht trinken sollte. :angel:

     

    Nahe bei San Pedro liegen die Ruinen von Tulor. Tapfere und tüchtige Menschen müssen es gewesen sein, die hier, mitten in der trockensten Wüste der Welt, dem Boden Leben abgerungen haben. Sie nannten sich Lican-antai, bauten runde Lehmhäuser und züchteten Lamas und Alpakas aus den wild lebenden Vicunas, der kleinsten Kamelgattung hier. Nachhaltig und behutsam nutzten sie die Pflanzen und das wenige Wasser, das von den Anden kommt und nach kurzer Zeit in der Wüste verdunstet. Eines ihrer Heiligtümer war der Licancabur, der "Berg des Volkes", ein fast 6.000 Meter hoher Andenvulkan, der am Rand der Wüste aufragt. Die eindrucksvoll Kette der Andengipfel ist stets präsent in der Atacama-Wüste.

     

    In der Nähe befinden sich auch die Ruinen von Quintor, einer Festung, die im 13. Jahrhundert gegen die Inkas errichtet wurde. Während die Inkas vergleichsweise friedlich und hauptsächlich als Händler über Südamerika zogen, kamen zweihundert Jahre später die Spanier in einem großen Blutvergießen. Sie suchten Gold, wurden aber nicht fündig. Und sie missionierten die Indianer mit dem Schwert, die heute alle zutiefst katholisch sind. Oder? In den Anden kamen wir in ein kleines Indianerdorf, in dem auf jedes neu gebaute Haus ein kleines Kreuz gesetzt wird, damit Gott es beschützen möge.

    Danach bringen sie ein Opfer an Pachamama. Sicher ist sicher.

     

    Die Wüste selbst ist wunderschön. Rote und graue Gesteinsfelder mit bizarren Felsketten und geheimnisvollen Tälern, gewaltige Salzebenen, in denen die Kristalle wie Blumen blühen. An einem Salzsee in Schwärmen die Flamingos, deren Gefieder in der untergehenden Sonne rosa und rot leuchtet. Überhängende Felsen, die unheimlich knistern, wenn die Temperatur abfällt.

     

    Wir besuchten auch das "Moon Valley" und das "Death Valley". Letzterer Name entstand aus einem Übersetzungsfehler: Der belgische Missionar, der die Wüste erforschte, nannte das grauweiße Tal "Vallee de la lune" (Mondtal) und das rötliche "Vallee de Mars" (Marstal). Daraus wurde dann "Vallee de Mort", also Todestal, was sich bei den Touristen auch wesentlich besser verkauft. :sigh:

     

    Ich stehe im Urlaub nicht gerne früh auf. Um die Geysire von Tatio zu sehen, muss man das aber. Nachts wird es sehr kalt in den Anden. Wenn die Erdkruste abkühlt, wird der Druck auf das vulkanische Erdreich so stark, dass sich das brodelnde Wasser in der Tiefe einen Ausgang suchen muss. Dieser liegt auf etwa 4.500 Meter Höhe am Vulkan El Tatio. Wenn die Sonne aufgeht, zeigt sich hier ein ganz besonderes Spektakel: etwa achtzig ausbrechende Geysire mit einer Wassertemperatur von 86 Grad. Zwischen Hot Pots, warmen Quellen, periodischen und gleichmäßigen Geysiren kann man umher gehen und sich erklären lassen, wie die verschiedenen Formen entstehen. Man kann auch baden (wo es nicht ganz so heiß ist) und im Wasser Kakao und Eier kochen. (Wir erzählten dem Guide, dass wir bei einem Besuch von Gunung Batur auf Bali auch noch gekochte Bananen aus dem Vulkankrater bekommen hatten. Vielleicht gibt es ab demnächst auch Bananen bei der Tour zu El Tatio. ;) )

     

    Santiago - Stadt der Graffiti

     

    Zweimal machten wir während unserer Reise in Santiago Station, in Chiles quirliger Hauptstadt. Santiago ist eine Stadt mit 6,2 Millionen Einwohnern und bietet alles, was die Metropolen dieser Welt sonst auch bieten: Museen aller Art, schicke Einkaufspassagen, riesige Markthallen für Fisch, Gemüse und Blumen, prachtvolle Boulevards im Belle-Epoque-Stil, barocke Kirchen, von den Jesuiten aus Bayern importiert, hübsche kleine Stadtviertel mit eleganten und weniger eleganten Restaurants, zahllose Hotdog- und Empanada-Stände, verspiegelte Hochhäuser mit Marmorportälen. Sehenswert sind auch die schönen, alten Weingüter an den Stadträndern von Santiago. Ich möchte zwei Dinge hervorheben, die ich aus anderen noch Städten nicht so kannte.

     

    Das eine sind die Parks. Santiago hat viele, teilweise sehr schöne Parkanlagen. Herausragend im doppelten Sinn sind Santa Lucia und San Cristobal: beides sind Andenausläufer, die sich inmitten der ansonsten flachen Stadt erheben und komplett als Parks eingerichtet sind. Santa Lucia ist der kleinere, aber auch hübschere von beiden. Mit steinernen Treppchen und schönen Terrassen, üppigen Springbrunnen und blühenden Kakteen ist er so etwas wie das Wohnzimmer der Stadt. Überall sitzen Menschen, die lesen, Ball spielen, knutschen (außergewöhnlich viele – man sieht die Chilenen wirklich überall knutschend :lol:), Eis essen und mote con huesillos trinken, das ist Pfirsichsaft mit Graupen und getrockneten Pfirsichen darin. Merkwürdig, aber durchaus lecker.

     

    San Cristobal ist deutlich größer und auch höher: Wir fuhren mit dem Funicular, der alten Standseilbahn, hinauf. Oben kann man die weiße Marienstatue bewundern, die ihre Arme über Santiago ausbreitet. Obwohl das Wetter fantastisch war, lässt die Weitsicht zu wünschen übrig: Über der Stadt hängt stets eine Smogglocke, die sogar den Blick zu den nahe gelegenen Anden fast unmöglich macht. Dann wanderten wir wieder herunter, begleitet von einem Hund, der sich offenbar als Fremdenführer fühlte (wir hätten uns zumindest nicht gewundert, wenn er uns unten mit ausgestreckter Pfote um ein Trinkgeld gebeten hätte. Stattdessen verließ er uns aber sang- und klanglos, um das nächste Touristentrüppchen nach oben zu begleiten). Auf San Cristobal gibt es Picknickplätze, Schwimmbäder, Serpentinenstraßen für Radfahrer und Wanderer, Restaurants, eine Seilbahn, Kinderspielplätze, eine Kirche und alles, was der Chilene sonst noch so am Wochenende braucht. Am wichtigen sind ihnen, das sah man deutlich, die Grillplätze – davon gibt es zahllose auf dem kleinen Andengipfel. Sobald drei Chilenen beisammen stehen, machen sie eine Grillparty. "That's how they do it", wie der niederländische Vermieter unseres Apartements in Santiago zu sagen pflegt. :sigh:

     

    Das zweite sind die Graffiti. Ich habe nirgends so kustvolle und großartige Graffiti gesehen wie in Chile. Während der Pinochet-Zeit gab es wohl eine regelrechte Graffiti-Subkultur. Davon sieht man (bis auf gelegentlich ein Portrait von Allende) heute nichts mehr, die subversiven Kunstwerke gingen den Weg allen Graffitis: Sie wurden übermalt. Allerorten sieht man nicht nur die faden Schriftzüge, die es bei uns immer gibt, sondern regelrechte Kunstwerke, manche abstrakt, manche surrealistisch, manche politisch. Die Stadt wäre deutlich hässlicher ohne sie – so hatte ich auch in den hässlichsten Betonsiedlungen immer die Kamera im Anschlag. In Valparaiso, wohin wir mit dem öffentlichen Bus fuhren, gibt es sogar ein "Museo a cielo abierto", ein Museum unter freiem Himmel, das ein ganzes Stadtviertel umfasst, in dem berühmte chilenische Künstler Graffiti anbrachten. Um es zu erkunden, muss man über winzige Treppchen die Hügel hinaufsteigen und sich durch ein Labyrinth an Sträßchen winden. (An dieser Stelle schwächelten meine Begleiter ein wenig. Ich fand's toll. :lookaround:)

     

    Te pito o te henua

     

    Ich weiß nicht mehr, wann ich das erste Mal von der Osterinsel hörte. Ich weiß nur noch, dass ich danach auf dem Globus nachsah, wo sie lag, und enttäuscht dachte, dass ich dort wohl nie hinkommen würde. Ein paar Jahre später las ich den interessanten Roman "Osterinsel" von Jennifer Vanderbes, der mich zu dem Midgard-Abenteuer "Te pito o te henua" inspirierte - einige hier werden sich vielleicht daran erinnern. Aber die Osterinsel lag immer noch in weiter Entfernung. Bei einem Geburtstagsbrunch letztes Jahr erzählte ich davon, und ein paar Tage später schickte mir Luki einen Link zu einer Osterinselreise zu halbwegs erschwinglichen Kosten. Das war der Anfang unserer Planung. Am 16. März trafen wir tatsächlich an diesem entlegensten Ort der Erde an.

     

    Te pito o te henua, der Nabel der Welt, so nennen die Rapa Nui ihre Insel. Fast fünf Stunden fliegt man von Santiago aus nach Westen, um dort hinzukommen. Die Insel ist annähernd dreieckig und an der längsten Stelle etwa 24 Kilometer lang, ihr einziger Ort ist die kleine Stadt Hanga Roa. An keinem bewohnten Ort der Welt ist man weiter weg von allen anderen menschlichen Siedlungen.

     

    Die Insel ist klein, und sie ist hinreißend schön. Mehrere Vulkane brachten das kleine Stück Land an die Meeresoberfläche. Heute sind sie grasbewachsen und formen tiefe, kreisrunde Krater. Aus einem dieser Krater, dem Ranu Raraku, schlugen die polynesischen Ureinwohner von etwa 1100 n.Chr. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts ihre gewaltigen Steinköpfe, für die sie bis heute bekannt sind und von denen noch etwa 800 überall auf der Insel zu sehen sind. (Die Moais standen wohl jeweils für einen Stammeshäuptling, der durch den steinernen, der Insel zugewandten Kopf über seinen Stamm wachen sollte. Der Ahnenkult machte die Rapa Nui berühmt, aber er war auch ihr Untergang: Es gibt verschiedene Theorien, wie die rund 12 Tonnen schweren Kolosse an ihre Standorte bewegt wurden, aber für alle braucht man eines: jede Menge Holz. Um die Moais zu transportieren, holzten die Rapa Nui ihre Insel praktisch komplett ab. Nachdem das passiert war, ging ihnen die Lebensgrundlage verloren, und im Kampf um die letzten Ressourcen rottete sich das polynesische Volk fast komplett selbst aus. In diesen Kriegen wurden auch die Moais alle umgeworfen. Wahrscheinlich waren die Rapa Nui sauer, dass ihre Ahnen doch nicht so gut auf sie aufgepasst hatten. :lookaround:)

     

    Die Insel kann man sehr gut auf eigene Faust erkunden. Fast alles lässt sich von Hanga Roa aus zu Fuß erreichen, für einen Tag nahmen wir uns einen Mietwagen. Die Straßen sind etwas holprig, aber nennenswerten Verkehr gibt es nicht ("We don't use these", sagte die nette Taxifahrerin, die uns vom Flughafen zum Hotel brachte, als wir die Anschnallgurte suchten :lol:). Wir hätten auch zu Fuß gehen können, denn obwohl das Hotel O'Tai am anderen Ende des Ortes lag, waren es nur etwa zwei Kilometer. Dreimal die Woche landen hier die Flieger aus Santiago – in der restlichen Zeit wird das Gelände, soweit ich gesehen habe, von Kindern für Fahrradrennen genutzt.

     

    Neben Ranu Raraku besonders faszinierend waren der Ranu Kau, ein gewaltiger Vulkankrater mit den Überresten der Kultorte des Vogelmannkults und außerdem ein wunderbarer Wanderweg, und die bewachsenen Höhlen, in denen die Rapa Nui auf ihrer windigen und heißen Insel Bananen, Bäume und andere Nutzpflanzen anbauten. Fast schon verboten schön ist der Strand von Anakena: ein Palmenwäldchen mit grünem Gras, eine Reihe würdevoller Moais, dann eine weiße, weitläufige Sandbucht und der warme, blaue Pazifik.

     

    Ebenfalls ein Erlebnis war für mich die Wanderung auf den Maunga Terevaka, mit gut 500 Metern der höchste Berg der Insel. Wenn man auf dem (ausgeschilderten, aber völlig einsamen) Wanderweg durch die grünen Hügel und am Ahu Akivi vorbei die kleine Steinpyramide erreicht hat, die den Gipfel der Terekava kennzeichnet, sieht man hinter all den anderen Vulkanen wirklich ringsum den Pazifik. Eine weitere und großartigere Aussicht kann man sich nicht vorstellen. (Weil sich Luki bereits am Ranu Kau die Füße wundgelaufen hatte, ließen wir ihn an diesem Tag im Hotel zurück. Abends waren wir so platt, dass er uns kaum überreden konnte, die zweihundert Meter zur Eisdiele am Strand zu gehen. 500 Höhenmeter klingt nicht viel, aber 500 Höhenmeter bei tropischer Hitze sind eine sehr anstrengende Wanderung. :lol:)

     

    Als Urlaubsort ist die Insel perfekt, und sie wäre vermutlich völlig überlaufen, wenn sie nicht so weit weg von allem läge. Wellen und Strand, Berge, kleine nette Hotels mit Pools und blühenden Gärten, ein kleines Museum und ringsum der Pazifik. Wenn man abends in der "Taverne du Pecheur" sitzt, Weißwein trinkt, frischen Thunfisch isst und zusieht, wie die Sonne über dem Pazifik versinkt, kann man sich ziemlich sicher sein, dass es kaum bessere Orte auf der Welt gibt.

     

    Im Land des Riesenfaultiers

     

    Unsere letzte Etappe führte uns in den Süden Chiles, nach Patagonien. Von Santiago aus fliegt man nach Punto Arenas, das direkt an der Magellanstraße liegt. Von dort fuhren wir etwa drei Stunden durch eine flache, kahle Steppe mit Schafen und Nandus nach Norden nach Puerto Natales (nach all dem Weg durch die Schafherden aßen wir abends im "Asador Patagonico" Lamm am Spieß – köstlich! :satisfied:). Von hier aus kann man den Nationalpark Torres del Paine besichtigen. Aber als erstes ging es in die Cueva de Milodon, die Höhle des Riesenfaultiers. Ein Abbild dieses netten Gesellen, der leider vor 10.000 Jahren ausstarb, begrüßt einen bereits am Eingang von Puerto Natales. In der Cueva fand ein deutscher Abenteurer vor etwa hundert Jahren die gut konservierten Überreste des bis zu vier Meter großen Faultiers. Die Höhle ist gewaltig und schon deshalb einen Besuch wert. Dass ich mich dem Faultier als nahem Verwandten des Murmeltiers besonders verbunden fühle, muss ich wohl nicht extra erwähnen. :lookaround:

     

    Der Nationalpark um das Paine-Massiv besticht durch fantastisch geformte, bis zu 3000 Meter hohe Granitgipfel, die "Türme des blauen Himmes" (Torres del Paine). Hier trafen wir Guanacos, die größeren Verwandten der Vicunas, Nandus, Kondore, Kormorane und in den Fjorden Seelöwen. Die Pumas, die hier auch in größerer Zahl leben und die Guanaco-Population kontrollieren, glänzten leider durch Abwesenheit. An die wilden Guanacos kommt man dafür fast auf Armlänge heran, wenn man sich leise und langsam bewegt. Wenn hinter einem dann ein Dutzend johlender Koreaner auftaucht, weichen sie wieder ein bisschen zurück. ;) Blaue Gletscher kommen von den Bergen, und Eisschollen treiben auf den Gletscherseen und in den Fjorden. Eindrucksvoll ist auch der Wind, den ich noch nirgends auf der Welt so erlebt hatte: Auf dem Weg zum Gletscher Grey windete es so stark, dass man teilweise schräg zum Wind gehen musste, um vorwärts zu kommen.

     

    Es ist irgendwie merkwürdig, die braunhäutigen Chilenen in Punto Arenas und in Puerto Natales in ihren warmen Pullovern und Winterjacken zu sehen. Aber dafür hat dieser kalte Winkel Chiles eine nette Nebenwirkung: Sie haben offenbar eine ausgezeichnete Schokoladenkultur entwickelt. :sigh:

     

    Ein Wort zum Schluss

     

    Manche Träume im Leben kann man nicht mit Geld kaufen. Aber bei manchen geht das. Die Reise zur Osterinsel war so ein Traum für mich, und wenn es irgend möglich ist, sollte man sich solche Träume erfüllen. Sie war jeden Cent wert. Danke an meine tapferen Mitreisenden, ohne die ich mir diesen Traum nicht so hätte erfüllen können! Fotos gibt es, sobald ich sie sortiert habe (und sobald mir Luki den ersten Teil meiner Bilder rüberschiebt … :lookaround:), auf unserem Blog. Wer den Link noch nicht hat, möge mich anpnen.

     

    Gruß von Adjana, müde aber glücklich :turn:

  2. Blog Drahok

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    Eine Stadt in Flammen

     

    Wie es sich für eine schlechte Kampagne gehört beginnt diese in einer Kneipe - immerhin wird sie nicht mit gefundener Prinzessin vor dem Thron ihres Vaters enden, denn der Monarch wird innerhalb der zusammenhanglosen Handlung sterben. 

     

    Alles beginnt mit Streit. Denn die, die gemeinsam an einem Tisch sitzen, sind Tagelöhner, die für wenig Gold vieles tun würden, aber sie sind unterschiedlicher als man es sich vorstellen kann: Ein mordlustiger, potthässlicher Assasine, der wegen angeblicher Zurückhaltung Silent genannt wird, ein hämischer Halbling namens Arn, der sich immer treu bleiben wird in seiner Unverschämtheit und seinem Egoismus, die seltsamerweise etwas schüchterne, aber potthässliche Amalia, die von allen gemobbt wird und ein eingebildet pazifistischer Elf, der nicht einmal Zwergenwerfen lernen würde.

    Die Handlung beginnt am Abend des Ceaddags (Ersttag) der 2. Triarde des Bärenmonds, es ist also gerade mal Frühling geworden. Die Gegend nennt sich Chryseia. 

    Obwohl sich der Elf mit seiner konservativen Spaßbremsenhaltung gegen alle anderen wendet, bekommen die Abenteurer den Auftrag, Möbel nach Arthemis zu liefern. Dort soll eine Gaststube mit dem Namen "schwarzer Schimmel" eröffnet werden. Abfahrt ist am nächsten morgen, die Fahrt dauert einen ganzen Tag. 

    Die Nacht wird getrennt verbracht. Arn und Amalia verstecken sich in einem Schuppen auf dem Heuboden und pennen dort. Dissidian dagegen läuft einmal durch die ganze Stadt um herauszufinden, dass die Stadttore in der Nacht geschlossen sind. 

    Silent erliegt trotz Sb 100 der Versuchung einen reichen Schlafenden zu meucheln und in dessen blutverschmierten Bett zu schlafen (die Versuchung hab ich au dauernd). 

    Dissidian schläft dann auf einem landestypischen Flachdach und betrachtet die Sterne. 

    Am nächsten Morgen gibt es einige Probleme, da Amalia natürlich in einen Stalljungen herein rennt als sie gerade am aufstehen ist. Die Komplikationen halten sich aber aufgrund der niedrigen Intelligenz des Stalljungen in Grenzen und alle sind dank guter innerer Uhr pünktlich da um die Möbel aufzuladen, wobei zum ersten mal die jämmerliche Stärke des Halblings negativ auffällt. 

    Die Fahrt verläuft eintönig, aber der Streit nimmt kein Ende und mittags springt Dissidian ab. zu dem Zeitpunkt befinden sich die Abenteurer gerade in einem der wenigen Wälder der agrarisch geprägten Landes.

    Dissidian wird nun vier Tage lang einen tragischen Todesfall aufklären. Es beginnt alles mit dem Treffen von Zeugen des Todes des kleinen Jungen, der gestorben ist. Später fallen ihm die Fuchsfallen auf. 

    Der Rest der bunten Truppe nimmt hingegen einen Anhalter mit, der wirre Geschichten erzählt. Zum erstem Mal wird eine Blutbuchennacht und ein damit verbundener Angriff auf die Stadt Arthemis erwähnt. 

    Abends kommen die Abenteurer am schwarzen Schimmel an und werden dort entlohnt und heben natürlich kein einziges Kupferstück für Dissidian auf. Auch eine Gemeinschaftskasse erscheint ihnen aus guten Gründen als abwegig. 

    Während sie noch ruhigen Herzens durch die Stadt spazieren werden sie von einem gehetzten Laufburschen verwechselt. Hier beginnt sich die Handlung zu verselbstständigen, denn die Abenteurer miemen natürlich voller Gier und Vertrauen in den SL, also die Götter, die Söldner, die eine Expedition von einigen magieunbegabten Archäologen begleiten sollten. Etwas verspätet fahren sie so durch die Nacht und noch den ganzen nächsten Tag lang, bis sie ankommen. 

    An diesem Abend, an dem der große Betrüger Schwarzfeder seinen Betrug am Baron von Arthemis beginnt, hat Dissidian seine erste mysteriöse Begegnung.

    Am Dreitag der 2. Triarde sind die Archäologen zur Ruinenstadt Berkeles unterwegs und kommen Abends an, wo erst einmal ein Lager aufgebaut wird. 

    Währenddessen betreibt Dissidian Nachforschungen in und um den kleinen Ort in dem der Junge ertrank. Ein Mädchen verschwindet. 

     

    In der Nacht sehen alle (Arn, Amalia und Silent halten Nachtwache) am Himmel ein Phänomen, das aussieht als ob zwei Sterne kollidieren würden.

    Während Schwarzfeder mit 1500 GS Richtung Küstenstaaten verschwinde, um nicht wiederzukommen, erkunden die drei Chaoten die Grabungsstelle noch tagsüber. Es finden die ersten Ausgrabungen statt. 

    Im Dorf taucht das Mädchen wieder auf, Dissidian kommt zu einem Grab und trifft dort einen selten seltsamen Mann mit dem das Mädel die Nacht verbracht hatte. (Sie hat nicht mit ihm geschlafen.) Abends kämpft Dissidian mit einem tollwütigen Fuchs, wird aber nicht ernsthaft genug gebissen um krank zu werden. 

    Der Nachthimmel leuchtet blutrot auf. Dies ist die besagte Blutbuchennacht von der Schwarzfeder schwätzte. 

    In der Nacht reiten direkt vor den Augen der verdutzten Söldner 300 Geisterreiter aus einem alten Tor und machen sich schnurstracks auf den Weg Arthemis im Sturm zu nehmen und ... Die Abenteurer interessieren sich nicht für diese Auswirkungen - noch nicht. In der verschütteten Halle in der die Geisterreiter gewartet hatten suchen die Abenteurer hingegen nach Schätzen: Ein magisches Schwert *(+1/+1) in einem Sarkophag, ein Kettenhemd, das leicht wie eine Lederrüstung ist und für Halblinge gefertigt wurde, ein Dolch, der auf einem Opfertisch lag, Statuen, Ringe, Würfel, usw. 

    Sie finden auch Gemälde von seltsamen Chaos-/Todesgöttern. darunter einer, der den Verzierungen auf Silents Dolch sehr ähnlich sieht, eine skelettierte Leiche, die zwar für die Story wichtig ist, aber ignoriert wurde, und zwei Skelettwächter, die ich auch in meinem Haus überall herumstehen hab. Diese beiden brachten etwas Action und eine schwer verletzte Amalia mit sich, was die beiden Burschen nutzten um sich auf vielfältige Art und Weise um den vermutlich wertvollsten Gegenstand - das Kettenhemd - zu kloppen. 

    Danach bekommen die drei ein schlechtes Gewissen, holen den Rest von Amalias Waffenarsenal und klauen noch mal schnell drei Pferde um den Rest der Nacht irgendwo neben einem Feldweg zu verbringen. Tolle Sicherheitskräfte, denken sich die Archäologen.

     

    Am Morgen des Fünftages reisen die drei Gefährten nach Darthus zurück, dem Ort in dem sie sich in einer Kneipe kennen lernten. 

    Mittags erreichen sie eine Handelsstraße, die voller Flüchtlinge aus Arthemis ist. Sie klagen über das Versagen des Militärs, und erzählen abenteuerliche Geschichten von Drachen, die 30.000km Spannweite haben. In den Abenteurern wird aber kein Jagdtrieb geweckt, stattdessen ziehen sie zügig nach Darthus weiter und lästern bitterböse über den armen Bürger, der eine 1 bei Schätzen hatte, oder einfach dumm ist. Darthus ist aber kein Flüchtlingslager und verwehrt der Masse den Eintritt in die Stadt. Eine kriminelle Organisation heuert die Abenteurer jedoch als billige Söldner an und verspricht ihnen Aufträge. 

    Bis dahin ist Dissidian bereits einem Boten namens Nikolaos begegnet, dem die anderen bereits am Tag zuvor getroffen haben. Eben dieser wandelt sich innerhalb dieser wenigen Tage von einem einfachen Boten zum Führer der Demokratischen Bewegung von Arthemis und wird oberster Bürger (Bürgermeister in unserem Sinne) werden. 

    An diesem schönen Frühlingsabend wird ein schönes Fest im Nachbardorf des Dorfes von Dissidian veranstaltet. Dort trifft eben dieser auf einen eigentümlichen Geist, der seine klare Verbindung zur Tollwut zu gibt und die Rätsel aufklärt. Dissidian wird sich nun dem Kampf für die Demokratie widmen. 

    General McKither (aus Alba) hatte seine Truppen vor dem Angriff durch die Geisterkrieger evakuiert und hat nun die Kontrolle über die nördliche Hälfte der Stadt und die dort angrenzenden Dörfer. Frisch gebildete Bürgerwehren verbarrikadieren die Brücken und verhindern eine Kontrolle über den südlichen Teil. 

    Die beiden in Arthemis vertretenen Mafias haben ihre Finger auf Seiten der liberaleren Demokraten des Südens im Spiel. Diese Situation kann so aber nicht stabil sein, denn Arthemis ist eine wichtige Handelsstadt und nun sind Hafen und Nord-Süd-Strecke nicht passierbar. Es entsteht ein Yin-und-Yang-Zeichen auf der Karte der Stadt. Im Süden die grünen Demokraten unter Nikolaos, dem Boten und im Norden die weißen Monarchisten unter General McKither. Auf beiden Seiten sind jedoch die Händler von ungebrochener Macht und drängen auf eine baldige Lösung. Eine entscheidende Schlacht zeichnet sich ab in der sich beide siegessicher geben werden. 

    Davon unbeeindruckt Handeln die Kleinkriminellen mit ihrer Beute. Abends werden sie von Tsoltan in einer Kneipe angesprochen. Dieser scheint den Kontakt mit ihnen zu suchen, weil er glaubt, dass er nicht so hässlich erscheint wenn er mit anderen Hässlichen herumläuft. Diese nehmen den Magier bereitwillig auf und beginnen gleich mal eine Schlägerei, die sie natürlich verlieren. Sie werden vor die Tür gesetzt.

    Am Sechstag treffen die berittenen Freunde (höhö, "Freunde") in Arthemis auf Dissidian und nehmen aus Mitleid die etwas verloren wirkende Theralia auf um in deren Schönheit so gesonnt zu werden, dass sie auch schöner werden. 

    An diesem Tag wird dieser Effekt aber wie von einem schwarzen Loch verschluckt als Drahok, der wohl hässlichste Gnom Midgards den Abenteurern als Stadtführer von der Mafia zugeteilt wird. 

    Aus Einzelgängertum entscheidet sich Silent jedoch lieber zuerst einen Einzelauftrag anzunehmen. 

    Dieser Verlust rächt sich bitter am Reset der Gruppe, die von vier Banditen in einer kleinen Gasse überfallen werden. Dort beweisen sie zum ersten Mal ihre absolute Unfähigkeit und Amalia verliert große Mengen ihres Goldes an die Räuber. Arn hingegen flieht und kann so immer mehr Gold anhäufen. Ach, und wenn ihr euch dies als Film anseht, passt auf, denn Theralia zeig als Ablenkung völlig offen allen ihre wohl geformten großen Brüste. *sabber* 

    Die Gruppe fängt sich jedoch und rächt sich brutal am Anführer, bekommt aber nur einen kleinen Teil des Goldes zurück. dabei befreundet sich Tsoltan mit einem Straßenhund. Sie besetzen ein Haus, genau neben dem Ort an dem sie ihren Fail gezeigt haben. Nur damit sie sich besser jeden morgen aufs Neue daran erinnern können.

    Was passiert in dieser Nacht dem heimtückischen Assasinen? 

    Er wird es nie vergessen. 

    Das dumme an seinem Mordauftrag ist, dass sein Ziel auf de anderen Seite der Stadt ist, also im Norden. Es gibt zwei Brücken, die oben besetzt sind. Daher versucht Silent, gewandt wie er ist, an der Unterseite einer der Brücken entlang zu klettern- er ist gelernter Kletterer. Aber kein gelernter Schwimmer. Denn schon am Anfang der Brücke macht es PLATSCH! 

    Aber als Held uns selbst ernannter Hauptrolle dieser Handlung schafft er es natürlich schwimmend das andere Ufer zu erreichen. Völlig durchnässt läuft er also durch die Straßen des übelsten Gettos, das Trümmerfeld, das die Reiter hinterlassen haben. Ihm kommen zwei Jugendliche entgegen."Ey, Alter! Was willst du?" Sie glauben an einen jämmerlichen Bettler oder etwas erbärmlicheres, was den ersten von ihnen das Leben kostet, da Silents Klinge schon zu dieser Zeit schnell war. Das erste Blut bedeckt seinen Dolch mit dem Dämonenschädel aus dessen inneren Schwerter hinauszustoßen scheinen als Knauf. Verdutzt fällt auch der zweite Jugendliche dem blutrünstigen Assasinen zum Opfer. 

    Und weiter geht der Spaziergang. Seltsamerweise wird der Assasine mitten in der Nacht nicht von noch mehr Leuten aufgehalten sondern kann das Haus seines Opfers empor klettern, nachdem er die Position des Wachpersonals (ein Raum an der Haupttür) ausgespäht hat. Wird er es schaffen? Er klettert bis auf das Dach und findet dort eine Dachluke (er ist auf einem Flachdach). Diese Luke lässt sich mit dem Dolch öffnen. Er klettert hinab. Geräuschlos schleicht er durch den ersten Stock. Er überprüft Raum für Raum. Spielzimmer, und ähnliche uninteressante Räume lässt er unberührt. Dann betritt er das Schafzimmer. Dort liegt er und schläft fest. Ein dicker, reicher Zwerg. Silent schleicht sich an und schneidet ihm die Kehle auf, dann schleicht er zurück. Ungehört kann er wieder aufs Dach und klettert von dort erfolgreich herunter. 

    Nichts passiert. Um deutlichere Spuren zu hinterlassen steckt er den Schuppen des Nachbarhauses an. Breit grinsend und siegesgewiss läuft er zügig zurück. Niemand schafft es ihn zu verfolgen. Alles scheint perfekt, aber es scheint nun mal nur so. 

    Denn es gibt immer noch einen Fluss zwischen ihm und dem Ort, an dem ihm Lohn winkt. Denn wieder scheitert er an der Kletterpartie. Doch diesmal fällt das Schwimmen schwerer. Und dann sind da auch noch verdammte Bogenschützen am Wasser, die sich freuen mal auf das Etwas dort im Wasser schießen zu können und nicht ununterbrochen nur den Feind zu beäugen. Silent schafft es trotz eintretendem Ausdauermangel einen Krafttrunk zu trinken und lässt sich nur noch treiben. nachdem noch ein Pfeil in ihm steckt, wird er im Hafen, auf der anderen Seite der Stadt (die Brücke war im Westen, der Hafen im Osten) angespült und schleift sich bis in eine Hafenkneipe, wo er gut für seine Unterkunft bezahlt. 

    In dieser Nacht träumt Silent von einem Wesen mit menschlichem Körper und einem abartigem Schädel aus dem Schwerter heraus gestochen zu sein scheinen. Eben dieses Wesen seht in einem dunkel gefliesten Raum. dieser Raum plätschert langsam voller roter Farbe. Voller frisches Blut. Er bewegt die Finger als hätte er diese seit Jahrhunderten nicht mehr bewegt. "Danke. Es ist lange her, dass ich so stark war. Du machst dir einen großen und mächtigen Freund. Bald schon wirst du ungeheure Macht besitzen. Vergieße mehr Blut. Blut, Blut, Blut." Das Etwas ist vollständig mit Blut bedeckt. Es lacht.

    Die nächsten Tage verlaufen chaotisch, wie es normal ist, wenn eine Schlacht bevor steht. 

    Während Silent versucht sich zu erholen, gehen Dissidian und Theralia zusammen in der Wildnis jagen. (Ja ja, in der Wildnis) Sie werden erst zur Schlacht wieder auftauchen. Vorher werden sie aber, geistig abwesend, wohl wegen Drogenkonsums, denn Theralia hatte vorher ein paar Kräuter gesammelt, mit ansehen, wie ihre Freunde zwei Einbrecher vermöbeln. Tja, gut dass sie sich jedenfalls wie Freunde verhalten und die Schädel der Einbrecher auf Theralias Speer aufspießen. Die Abenteurer verbringen ihre freie Zeit mit den verschiedensten Sachen, sie überlegen wie sie die Demokratie durch Gewalt unterstützen sollen, ob sie sich freiwillig melden wollen, und, und, und. 

    Zwei Sachen sollten hier aber erwähnt werden. Tsoltan erhält einen Brief, der eher einem Flugblatt ähnelt, auf dem zum Widerstand gegen die Demokratie aufgerufen wird. Um Mitglied im erlesenen Kreis zu werden nimmt er sich vor, das Universitätsgebäude am Südufer des Flusses in Brand zu stecken. Er läuft dort herum, sammelt etwas Brennbares und entzündet dieses, doch dies reicht nicht um ein Gebäude voller wachsamer Menschen abbrennen zu lassen. Es kostet aber etwas Energie. Doch dies wird keinerlei Einfluss auf den Fluss der Geschichte haben. 

    Etwas anderes wird die Welt bewegen. In tiefer Trauer wird die Welt verfallen, wenn sie vernimmt, wie tragisch die professionelle Schwimmerin Amalia jämmerlich einen Krampf bekommt und elendig im Fluss, östlich der Stadt, ersäuft. Nur dumm, dass sie es nie erfährt, weil Amalia einfach von niemandem vermisst werden wird. Aber wer trauert schon um eine hässliche, unsympathische Winzerstochter aus einem fernen Land, wo sowieso niemand hin will.

    Der Tag der Schlacht ist gekommen! 

    Geweckt vom Trubel der letzten Vorbereitungen stellen sich die Abenteurer ihrem größten Kampf. Vom Kloster aus (dort kann man billig schlafen) geht es zur Westbrücke. Dabei werden sie von der aufmerksamen Circe (gesprochen Kirke) geführt, die aber nur den Gnom Drahok am Fliehen hindert, während Tsoltan und Arn sich der Schlacht entziehen können. Dissidian eilt hingegen durch die gesamte Stadt um seine Bogenschießünste vorzuführen. 

    Arn nutzt die Zeit, die die anderen in blutigen Kämpfen auf der Brücke verschwenden um Häuser zu plündern, wobei er von einem dicken Händler erwischt wird der Arn angreift, aber da Arn, wie es für Halblinge üblich ist, vom Schicksal begünstigt wird, ersticht er den Händler bravurös. Dieser Raubzug wird weiter zum Reichtum des Halblings beitragen. 

    Stattdessen besucht der verarmte Tsoltan die wieder auftauchenden Magier bei deren Bibliothek. Er trifft dort nicht nur auf eine schöne, rothaarige Magierin, sondern auch auf den Erzmagier der hiesigen Gilde. Eben dieser gibt Tsoltan den geheimen Auftrag, eine Insel im Osten von Arthemis zu suchen auf der ein alter Mann die Geschehnisse protokolliert. dieser soll gefragt werden, wie es zu dem Ritt der 300 kam. Um auf eben diese Insel zu kommen benötigt Tsoltan jedoch einen "Sturmstein", der bei der Durchquerung des magischen Sturms, der die Insel schützt, hilft. 

    Um diesen Stein herzustellen sucht Tsoltan in der Bibliothek, in der er von dem Bibliothekar verlassen wird, nach alten Schriften eines Arkeus, der im Jahre 1203 n.L. erfolgreich einen solchen Stein herstellte und die Insel besuchte. 

    Erst eine Taube verschafft Tsoltan die Möglichkeit die in 5m Höhe gelagerten Schriften zu erreichen. ordentlich wie er ist, stiehlt er die Pergamente nicht, sondern fertigt sich nur Abschriften. 

    Da er den Rückweg nicht findet, sucht Tsoltan einen Weg aus einem Fenster hinaus, stürzt dabei aber etwas kläglich ab, da er die Tragkraft eines Astes deutlich unterschätzt. 

    Im Bestreben ein paar dumme Söldner anzuheuern, die ihn auf seiner Reise begleiten, sucht Tsoltan nach seinen Freunden. Er folgt deren Weg vom Kloster zur Brücke und sieht, wie diese eingenommen wird und verfolgt die Abenteurer, die Dank des blonden Elfs auffällig sind. So sieht er auch wie die anderen im Kampf um die Burg an einer unwichtigen Stelle gegen einige Soldaten kämpfen. 

    Zuvor hatten die Grünen (die Demokraten im Süden) mühsam die Westbrücke erobert, wobei insbesondere Circe erwähnenswerte Dienste leistete, und die Hafenbrücke dank eines Trupps Orksöldner im Sturm genommen. Außerhalb der Stadtmauern gab es auch verlustreiche Kämpfe, die im Westen ins Nichts verliefen, während im Osten die siegreichen Soldaten des Nordens sich entschlossen an der Schlacht nicht weiter teilzunehmen und Richtung Süden flohen, wo sie sich in Söldner- und Räubergruppen aufsplitterten. 

    Am Ende des einfachen Kampfes gegen die tapferen Soldaten an einer zerstörten Stelle der alten Burgmauer, bricht Silent plötzlich ein. Er findet sich in einem Kellergewölbe wieder, das außer dem Tageslicht von oben völlig finster ist. Überall liegen die Reste von Kriegern herum, doch diese Reste scheinen tausende Jahre alt zu sein und sind dementsprechend nur noch Knochenmehl und Rost. 

    Neugierig, wie Abenteurer nun mal sind, durchsuchen Circe, Arn, Silent und Dissidian den Keller. Tsoltan folgt ihnen, da er immer noch nach Söldnern sucht. 

    Sie stoßen fast sofort auf die Leiche des Barons, der einmal die Stadt regierte. Dieser hatte scheinbar kurz vor seinem gewaltsamen Tod mit seinem eigenen Blut den Weg zu einer Insel an die Wand vor der er starb gezeichnet. Dies ist der Weg, den die Abenteurer folgen werden um auf der seltsamen Insel das erste Mal an ihre Grenzen zu kommen. Auch Tsoltan sieht diese Skizze im Fackelschein der anderen und zeichnet sie sich vorausschauend ab. Stattdessen trennt sich Arn vom Rest der Gruppe um jeden Winkel abzutasten und um dem Baron seine Ornamente zu stehlen. Die Anderen finden aber nach kurzer Irrfahrt den Weg hinaus, Silent versperrt aber heimlich den Weg hinaus. Arn schafft es aber, die versperrte Falltür mit Geduld abzubrennen und ihren Trümmern und dem leeren Waffenständer auszuweichen. Tsoltan nutzt den freigewordenen Weg um den Anderen zu folgen.

    Tsoltan stößt auf ein paar Probleme Circe zu erklären, warum er mit ihr auf die besagte Insel fährt und denkt sich eine Notlüge aus um seinen Auftrag geheim zu halten. Circe gibt sich jedoch gütig und zeigt nicht genug Menschenkenntnis um Tsoltans Beredsamkeit stand zuhalten. 

    Während Circe und ihr Team ihre Reise zur fernen Insel vorbereiten, gaukelt Arn in seiner Stammkneipe und erzählt Geschichten, um sich so eine Unterkunft sparen zu können. Arn feiert so seinen Geburtstag ohne seine alten Freunde, aber mit vielen anderen Bekanntschaften. Theralia nutzt ihre freie Zeit um die sich neu bildende Stadtverwaltung für druidische Gedanken zu öffnen. Dies gelingt ihr jedoch nicht wegen ihrer Überzeugungskraft, sondern eher wegen ihres Vorbaus. 

    Tsoltan sammelt indes einige Kräuter mit Dissidian und lässt einen Stein unter Mondschein eine Nach lang in diesen Kräutern liegen. Magier eben. 

    Er lernt hauptsächlich die Kräuter im Garten der Ordenschwestern. 

    Da die Abenteurer unter Mühsam ihre Ausdauer verbessern, dauert diese Ruhephase einen Monat. Am Ende dieser Phase steht eine Schifffahrt an, die vom Waeländer Olaf geleitet wird. Dies Schiffsreise beginnt am Zehntag der zweiten Triarde des Luchsmonds.

    Am Morgen des Zehntags der zweiten Trideade des Luchsmondes, gerade als die Frühlingssonne ihre Strahlen über das Meer den Abenteurern entgegen schickt, als würde sie vor neuem Gefahren warnen wollen, denken de Abenteurer nicht im Mindesten an die Sonne, sondern vielmehr an Silents neue Wasserphobie, die nur durch rohe Gewalt bezwungen wird. In diesem Trubel schleicht sich ein kleiner Mann an Bord und schafft es, sich zwischen den Vorräten zu verbergen. 

    Und so fahren Circe, die stolze Ordenskriegerin, Silent, der paranoide Assasine, Tsoltan, der unerfahrene Magier, Dissidian, der Elf auf Suche nach seiner wahren Bestimmung und Theralia, die verskillte Elfendruidin, geleitet von Olaf, der Sonne entgegen. 

    Erst am zweiten Tag, gen Mittag, entdeckt die in Wahrnehmung geschulte Theralia, das zwischen den Vorräten etwas schnarcht. Silent erkennt den alten Feind, vergisst alle Phobie und stürzt sich wagemutig auf Arn, wird aber schon bald von der sich wie eine Kindergärtnerin fühlenden Circe zurückgezogen. Mit etwas Gold und dem Betonen seiner einzigartigen Fähigkeiten kann sich Arn in die Mannschaft einkaufen. Vereint fahren sie auf den Sturm zu. 

    Am Endtag der 2. Triarde, dem vierten Tag auf See, wird der aufkommende Sturm durch aggressive Sturmvögel angekündigt. Der Kampf ist für die nicht magischen Abenteurer eine willkommene Abwechslung, deren einziges Risiko darin besteht, dass Dissidian sein verlorenes Kurzschwert retten möchte, obwohl der Sturm bereits begonnen hat, dabei von einer Welle mitgerissen wird, sich aber noch knapp festhalten kann. 

    Die Insel, die nach Aktivierung des Sturmsteins durch Tsoltan erreicht wird, erweist sich als stiller Vulkan, die Westseite an der Olaf anlegt, ist zur linken mit Urwald bewachsen, zur rechten ein sumpfiges Marschland, teilweise mit einigen Bäumen bewachsen. Die Landschaften werden durch einen steilen Bach getrennt, der irgendwo oben am Vulkan entspringt.

    Die Abenteurer entscheiden sich einstimmig durch den Wald zu laufen, nachdem Theralia von Gefahren im Sumpf berichtet und alle die tödliche Gefahr des Wassers kennen. 

    Obwohl es Myrkdag ist marschieren die Abenteurer munter durch den Wald. Dabei werden sie von Dissidians Waldwissen und Arns Orientierungsvermögen geleitet, was sie aber durch regelmäßiges Klettern überprüfen.

    Abends, während die anderen auf einer Lichtung ihr Nachtlager errichten, geht Tsoltan sein neues Wissen der Kräuter in der Praxis erproben. Er sieht auch tatsächlich ein effektives Kraut gegen Blähungen, dummerweise übersieht er jedoch in der Aufregung, dass vor ihm eine Fallgrube ist. Er stürzt, wird verletzt und schreit um Hilfe, als sich zwei Koboldköpfe hungrig über dem Grubenrand blicken lassen. 

    Silents Arm wird im folgenden Kampf von einem Koboldpfeil durchbohrt, eine folgenschwere Verletzung, deren Heilprozess lange brauchen wird. Es gelingt ihm mit Unterstützung von Circe und Dissidian aber, Tsoltan zu befreien. Zwei Kobolde können jedoch fliehen. 

    Während Silent von Circe verbunden wird, entdecken die Abenteurer Mückenstiche. 

    In der Nacht rührt die Gefahr jedoch von ganz anderer Seite her: 

    Eine Gruppe Koboldkrieger will sich rächen. Während sich die Kobolde noch um den Schlafplatz der Abenteurer postieren, werden die schlafenden geweckt. Circe entschließt sich, ihre Rüstung anzulegen, während Dissidian dabei scheitert, sich an einen der Kobolde an zu schleichen. Silent handelt rasch und stürzt sich gegen eine Seite und sieht sich dort bald drei Kobolden gegenüber. Arn versucht wie Dissidian sich an einen Kobold anzuschleichen, schafft es aber nicht, sich zu verstecken. Währenddessen erkennt Theralia die Positionen der Kobolde. Dissidian dagegen schafft es nicht, spontan einen Baum zu erklimmen und sieht sich einem kampfeswilligen Kobold gegenüber. 

    Während Theralia Rindenhaut auf Circe zaubert, verliert Arn seinen Dolch im Kampf gegen einen Kobold. Tsoltan, inzwischen unter Beschuss durch Kobolde, entschließt sich zu kämpfen, da er keine Tiere zum Beherrschen entdecken kann. 

    Silent rammt einem der Kobolde seinen Dolch tödlich in den Magen, auch Dissidian ist erfolgreich im Nahkampf, wobei er stärker auf das Äußere seiner Kampfweise achtet. Nachdem Theralia auch Tsoltan mit Rindenhaut versehen hat, stürzt sich dieser in den Kampf. 

    Nachdem sich der Kampf etwas in die Länge gestreckt hat und Theralia sich davongemacht hat, ist Circe endlich mit der Rüstung fertig und unterstützt Tsoltan. Silent tötet einen weiteren seiner drei Kobolde und wächst über sich hinaus, während Arn zeigt, dass man auch ohne eine große Wunde jemanden Bewegungsunfähig machen kann, indem er eine Sehne zuerst im Arm, dann im Bein des Kobolds exakt trifft. Während Tsoltan fast den Schädel eines Koboldes zertrümmert, zieht sich Arn blutig zurück und der Kampf endet damit, dass Circe einen Kobold zerteilt. Glücklich und erfolgreich legen sich die Gefährten wieder schlafen.

    Am Morgen des sechsten Tages ihrer Reise, der der erste Tag des Einhornmonds ist, wandern die Abenteurer weiter. Während der Wanderung, die immer wieder von Orientierungsproblemen gespickt ist, versucht sich Arn, der schwächliche Halbling, mit dem Erklettern eines der sehr schlecht zu erklimmenden Bäume und plumpst wie ein nasser Sack herunter. 

    Später am Tag beweist Tsoltan, dass Magier lieber im dunklen Keller bleiben sollten und rennt in eine giftige Pflanze hinein. Glücklicherweise kann ihm mit kostbarem Trinkwasser geholfen werden. 

    Beim abendlichen Meditieren hat Circe ein schlechtes Gefühl, als würde eine dunkle Macht sie von Ferne bedrohen.

    Am nächsten Tag stolpern die Kameraden aus dem dichten Wald heraus und finden sich einem riesigem Geröllfeld gegenüber. 

    Doch anstatt dieses zu erklimmen, laufen sie neugierig auf eine alte Ruine zu ihrer Linken zu. Während Arn, voller gutem Gefühl, in die Turmruine spaziert, haben Silent und Theralia ein schlechtes Gefühl. Theralia sieht eine finstere Aura im Turm. Belustigt über die Sorgen seiner Mitabenteurer zeichnet Arn ein Hexagramm in die Mitte des Turmes. Doch der Grund beginnt sich zu bewegen, als würden im Boden Schlafende langsam aufstehen, auf das sich Arn entscheidet, doch lieber panisch wegzurennen (oder zu laufen, wenn man ihm mit einem Menschen vergleichen möchte) und dabei "ZOMBIES!!!" zu brüllen. 

    Dies wiederum ist das Lieblingsessen von Silent, der sich wie wahnsinnig geworden, trotz einem geschientem Arm, auf die erscheinenden Wächter stürzt. Nachdem Silent die KI seiner Gegner, einem Skelett und einem Zombie, ausprobiert hat, indem er rein und wieder raus und wieder rein läuft, entdecken die anderen, dass Dissidian als Waldelf gar kein Weihwasser verwenden kann und sehen lieber zu, wie Silents Bein vom Zombie zerfetzt wird, während sie das Skelett in Schach halten. Langsam hebt sich grauenhaft ein Geisterwesen aus dem Grund und verströmt einen Hauch des Todes. Heldenhaft und treffsicher wie es sich für einen Halbling gehört, zerreißt Arn mit seinem Dolch den Zombie so sehr, dass dieser völlig bewegungsunfähig wird (er stirbt wohl kaum). Während Circe aufopferungsvoll versucht, Silent zu retten nachdem sie das Weihwasser verschwendet hat, gerät Silent in Panik und kann nur von der standhaften Circe gehalten werden, welche ihm dafür das Bein aufs brutalste verrenkt, während sie im Anschluss versucht, Silent ärztlich zu versorgen. 

    Nachdem Silent sich dafür mit einer Watsche rächt, schleppen sich die Abenteuerlichen zurück zum Ort an dem sie den Wald verlassen hatten.

     

    Am nächsten Morgen machen sich die erfolgreichen Abenteurer auf den Weg, das Geröllfeld zu erklimmen, was sich als besonders gefährlich erwies. Circe sichert den geschwächten Tsoltan und Dissidian den verletzten Silent. Nach einem guten Beginn rutscht Silent aus und Dissidian schafft es nicht, diesen festzuhalten. Silents Wunden werden mehr. Es wird jedoch dramatisch als Circe wegrutscht und Tsoltan mitreißt. Tsoltans geschwächter Körper wird so sehr ramponiert, dass sein rechter Arm nachgibt und für die nächste Zeit unbrauchbar ist. Auch ist er fürs erste unfähig aus eigener Kraft weiter zu gehen. Deshalb rastet die Gruppe auf dem Geröllfeld und verbringt auch die Nacht dort. Die zweite Wachschicht bemerkt in dieser Nacht Gestalten am Ende des Geröllfeldes. Was wird dort auf die Abenteurer lauern?

    Am nächsten Morgen ahnt Tsoltan nichts Gutes und zückt einen Dolch. Und tatsächlich stürzt Circe und hätte Tsoltan wohl in den Tod gerissen, dieser kann jedoch das Seil rechtzeitig kappen, wodurch nur Circe schwer verletzt wird. Auf dem weiteren Weg nach oben muss Circe Tsoltan noch einmal retten.

    Oben angekommen werden sie von einer Gruppe Menschen umzingelt. Eine rothaarige Magierin zeigt sich als Anführerin. Die Männer sind wohl nur ihr Begleitschutz. Tsoltan kennt diese Magierin, denn er hatte sie in Arthemis getroffen. Er muss erkennen, dass Die Magiergilde nicht durch Ehre so mächtig geworden ist. Beide Magier haben den selben Auftrag erhalten. Es gibt lange Unklarheit über das weitere Vorgehen.

    Es geht darum, dass auf eben dieser magisch versteckten Insel ein Greis lebt, den man den „Protokollanten“ nennt. Die bei ihm lebenden Raben verlieren Federn, welche alle Geschehnisse Midgards mitschreiben. Die Magier haben den Auftrag, den Grund für das Auftauchen der Geisterkrieger herauszufinden. Der Alte will jedoch nicht kooperieren, sondern erzählt nur vom Tod Amalias. Er fordert die Augen des Orakels für die Information. Außer Dissidian, der scheinbar einen Hitzeschlag erlitten hat, halten alle dies für unmöglich, da das Orakel wohl auch besondere Mächte zu ihrem Schutz hat.

    In der Diskussion der Abenteurer mit der Magierin, die ihren Namen nicht verrät, fallen einige Merkwürdige Sätze, so zum Beispiel: Arn zur Magierin: „Nein, das machst lieber du. Du hast mehr Erfahrung im Umgang mit alten Säcken“ und zu Dissidian sagt er: „Hast du Angst vor(m) Vögeln? Du bist ein Waldläufer!“ und danach wieder zur Magierin: „Lesbe“, woraufhin dieser seine guten Reflexe einsetzen muss und dann zum Alten: „Wo gibt’s hier was zu holen?“

    Die Lösung des Problems wird im Auszubildenden des Alten gesucht von dem die Magierin eine Abschrift der gefragten Abschnitte erhält. In der Nacht betrachtet Tsoltan die Sterne und Circe meditiert, während Arn durch das Verbessern von Dolch auf Grad 3 aufsteigt.

    Da die Vorräte knapp werden machen sich die Abenteurer auf den Weg und verabreden sich für in zwei Wochen in Arthemis um die Ergebnisse zu erfahren. Tsoltan erhält dafür, dass die Magierin die Gunst der Gilde erhält einen Gefallen von ihr.

    Diesmal wird das Geröllfeld umgangen. Die Wanderung in der Hitze ist anstrengend und wird noch verlängert um so im Schatten des kühlen Waldes schlafen zu können. Silent, Circe und Theralia fühlen sich an diesem Abend fiebrig. Dies könnte das Ende Silents bedeuten, Tsoltan kann jedoch mit einem frischen fiebersenkenden Kraut helfen. Theralias Abwehrkräfte besiegen schon in dieser Nacht die Krankheit.

    Am nächsten Tag hat Dissidian scheinbar immer noch einen Sonnenstich oder ist einfach nur blöd geworden und trennt sich aus nichtigen Gründen in einem orientierungslosen Wald von der Gruppe und muss nach einigen Stunden erkennen, dass er fast ausschließlich die falsche Richtung gewählt hat. Er entscheidet sich in die Nacht hinein zu laufen und trifft dort zufällig auf fünf Kobolde, vor denen er jedoch fliehen kann, da er aus seiner Trance erwacht und wieder bei Bewusstsein ist.

    Währenddessen erkrankt auch Tsoltan, findet jedoch wieder das passende Kraut und verzögert die Krankheit weiter. An diesem Abend verdreht Circe beim abendlichen Behandeln der Verletzungen Silents rechten Arm. Dieser ist so angeschlagen, dass sich die Heildauer um weitere elf Tage verlängert und ihm somit lange erhalten bleiben wird. Diesmal ist Silent zu schwach um Circe noch aus Rache oder Reflex zu schlagen.

    Sehr geschwächt kommt Dissidian, da er die Nacht hindurch läuft, noch vor den anderen Abenteurern an. Die anderen finden ihn später schnarchend zwischen den Kisten. Auf dem Schiff erfahren die Abenteurer von Olaf, dass das Fieber nach einem Tag absoluter Ruhe wieder abklingt. Diesen Tag Ruhe können sich die Abenteurer gönnen, bevor sie unfreiwillig in ihr nächstes Abenteuer stürzen, dass weitaus gefährlicher und verwirrender verlaufen wird.

  3. Hallo ihr Lieben,

     

    ja abnehmen ist nun wieder mal vorbei. ;)

     

    Ab nun darf ich zu nehmen, wenn auch in Maßen. :)

     

    Falls es jemanden interessiert, hier ist mein kleiner Krümel zu sehen. :colgate:.

     

    Liebe Grüße amberle

  4. Blog Serdo

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    Es ist ein verregneter Dienstagmorgen. Die Sonne traut sich noch nicht hervor. Kein Wunder, es ist ja auch erst fünf Uhr früh. Mich hingegen treibt die Eile aus dem Bett, denn ich will ja gut aussehen, wenn ich zum ersten Mal den Kunden besuche. Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck. Ich bin schon sehr gespannt. Diesen Monat trat ich den neuen Job als IT-Berater in Hamburg an und soll mich gleich mit den Gegebenheiten beim Kunden vor Ort in Dortmund vertraut machen, bevor ich das Projektteam in zwei Wochen verstärke. Also frisch ans Werk.

    Erst einmal das neue Firmenhandy angeschaltet und die PIN eingegeben. Wie? Falsch? Kann doch gar nicht sein! Dann trotz bleierner Müdigkeit eben noch das zweite Auge aufgezwungen. Aber auch der zweite Versuch scheitert. Den Geistesblitz, dass es sich dabei nur um einen simplen Zahlendreher handelt, habe ich natürlich prompt und unmittelbar nach dem dritten und ernüchternden Fehlversuch. Egal. Ich habe ja noch mein Privathandy. Damit sollte ich zurechtkommen. Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, wie ich an die Telefonnummer meines Ansprechpartners beim Kunden komme. So langsam werde ich wirklich wach… Nach wenigen Minuten habe ich meinen Laptop hochgefahren und die wichtigsten Kontakte aus Outlook abgeschrieben. Die gesamte Aktion kostet zwar Zeit und Nerven, aber zum Schluss führt mich der kleine Umweg doch noch zum Ziel.

    Ansonsten ist alles griffbereit; man hat ja vorgeplant. Die neue Bahncard ist zwar noch ein A4-Blatt, aber es dauert eben, bis das Plastik geprägt ist. Zum Glück kann man die Bestellung online erledigen genauso wie die Ticketbuchung. Und mit dem Ausdruck der vorläufigen Bahncard kommt man auch so ganz gut zurecht. Netter Workaround, wie diese Überbrückungslösung neudeutsch genannt wird. Ich wünschte, so etwas gäbe es auch für die Beantragung von Kreditkarten. Meine Neue lässt immer noch auf sich warten. Dann muss die Reise eben mit Barmitteln bestritten werden. Bis gestern hieß es eigentlich, dass ich aufgrund der noch ausstehenden Firmenkreditkarte eben Vorkasse kriege oder die Teamassistentin die Hotelkosten auf Rechnung zahlen will. Schade, dass sie es bis gestern nicht geschafft hat, mal kurz mit dem Hotel zu telefonieren. Die Ärmste ist aber auch so im Stress, und ich habe sie ja auch nur dreimal seit letzter Woche erinnert. Ich hätte doch eine Mail schreiben sollen. Mein Fehler. Nur gut, dass ich von meinem Autoverkauf noch einen 500 Euroschein zuhause habe. Den konnte ich noch nirgends einlösen, da so große Scheine kaum jemand annehmen will. Dann brauche ich auch kein weiteres Bargeld mitnehmen, wenn ich ohnehin im Hotel damit zahle. Die zwanzig Euro, die ich noch im Geldbeutel habe, reichen für den Tag, um zum Kunden und ins Hotel zu kommen. Das Wechselgeld des 500ers für das Zimmer reicht dann locker für die anstehenden Taxifahrten und sonstigen Kosten, die ich den Rest der Woche nun aus eigener Kasse vorstrecken muss. Alles wird gut.

    Das Bananenmüsli schmeckt und versorgt mich mit der Kraft der Kohlehydrate für den Tag. Als ich mit Schwung starten will, fällt mein Blick auf die Reisetasche in meiner Hand. Das ist mein Glück, denn die ist plakativ mit dem Logo eines Konkurrenten unseres Kunden bestickt. Also noch schnell umgepackt. Macht zwar keinen Spaß, aber besser diese kleine Umständlichkeit, als den Kunden brüskiert. Jetzt aber los zur U-Bahn. Normalerweise fährt sie im festen Takt und ist zuverlässig wie ein schweizer Uhrwerk. Doch heute ist kein normaler Tag. Heute verzögert sich alles, weil auf der Strecke zum Hauptbahnhof ein Feuerwehreinsatz tobt. Mir ist es egal, dass ich nur eine Minute zu spät ankomme. Der Zug ist unwiderruflich weg. Aber der Nächste fährt ja schon in einer Stunde. Eine Stunde zu spät für das erste Kennenlern-Meeting mit den wichtigen Entscheidern des Kunden. Da scheint es wie ein Fingerzeig des Schicksals, als mir die freundliche Service-Mitarbeiterin sagt, dass in nur zwei Minuten ein ICE über Hannover nach Dortmund fährt. Ist zwar ein kleiner Umweg, aber dafür kann ich meine Verspätung auf eine halbe Stunde reduzieren. Ein Hoch auf die kleinen Umwege!

    Als ich den ICE-Zuschlag zahle, fällt mir auf, dass dann das Geld doch nicht für beide Taxifahrten reichen wird. Es sei denn, ich finde einen Taxifahrer, der auf 500 Euro raus geben kann (und will). Na gut, dann mache ich eben in Dortmund einen kleinen Umweg über die Bank. Und Laufen ist gesund.

    Soweit ist das der Plan. Der ICE nach Hannover ist auch gut in der Zeit. Nur dumm, dass der Zug vor uns das nicht war. Denn der steht immer noch auf dem Gleis, auf dem eigentlich der ICE einfahren will, in dem ich sitze. Und wenige Minuten später ist damit auch mein Anschlusszug nach Dortmund unterwegs – ohne mich. Aber kein Problem: Der nächste Zug nach Dortmund fährt schon in einer Stunde. So im Kopf überschlagen erweist sich die Wahl des ICE-Umwegs als vollkommene Pleite. Es dauert deutlich länger und kostet noch einen Aufschlag. Egal. Dann habe ich wenigstens Zeit, meinen 500er bei der Bank zu wechseln. Die freundlichen Herren von der Bahnhofspolizei, die sich hier ja auskennen, verweisen mich auch gleich auf die nächste Bank. Also raus aus dem Bahnhof, durch den Regen über die Hauptstraße und schon bin ich da. Die nette Frau hinter dem Kassentresen schaut mich mitleidig an, denn Geldwechseln dürfe sie nur für Kunden. Aber ich könne ja im Bahnhof zur Reisebank gehen… Während ich wieder durch den Regen zurücklaufe, frage ich mich, ob sich die Bahnhofspolizisten denn nicht in ihrem eigenen Revier auskennen. Dank der Beschreibung der Kassenfrau finde ich den Bankschalter der Reisebank sofort. Endlich bin ich wieder flüssig – und das liegt nicht nur am Regen...

    Was mache ich nun mit meiner Zwangsfreizeit? Als ich durch die Wandelhalle schlendere, fällt mir ein kleiner Verkaufsstand ins Auge und einem pawlowschen Schlüsselreiz bajuwaischer Konditionierung folgend, setzt sofortiger Speichelfluss ein: Leberkäse! Wie lange habe ich in Hamburg schon auf eine anständige, warme Leberkäs‘semmel verzichten müssen. Wer hätte gedacht, dass es so etwas in Hannover gibt? Und als der Verkäufer mich auch noch fragt, ob ich scharfen oder süßen Senf haben möchte, ist die Welt wieder in Ordnung. Da macht es mir auch gar nichts aus, dass es anstatt einer Semmel nur ein normales Aufback-Brötchen ist. Plötzlich scheint das triste Betongrau nicht mehr öde und es macht mir auch gar nichts aus, dass es hier keine Sitzgelegenheiten gibt. Jetzt mach ich mal Pause vom Reisestress. Es gibt nur noch den Leberkäse und mich. Duftige Aromen kitzeln meine Nase, als ich das Brötchen zum Mund führe und olfaktorische Kindheitserinnerungen blenden die graue Welt aus. Voller Vorfreude auf den bevorstehenden lukullischen Genuss beiße ich herzhaft hinein. Bäh! – Das ist ja kalt!

    Die restliche Anreise ist erstaunlich unspektakulär. Sogar der Regen hat aufgehört. … Es schneit.

    Der Taxifahrer bringt mich ohne große Umwege zu meinem Ziel. Super! Und die 90 Minuten Verspätung machen überhaupt nichts aus. Denn mein Ansprechpartner ist diese Woche auf Dienstreise und somit gar nicht im Hause. Ist das Leben nicht schön?

  5. Blog Zrenik

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    Zrenik
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    So, hier auch wieder ein paar Bilder von mir.. War ein tolles Wochenende ... *Stößchen* :D

  6. Blog Tomcat

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    In diesem Blog möchte ich etwas Eigenwerbung betreiben, denn ich habe jetzt eine eigene Homepage unter der Adresse http://www.tomcats-reich.de ins Netz gestellt.

     

    Ich habe mich jetzt eineinhalb Jahre immer wieder damit beschäftigt. Zuerst musste ich Software testen, denn ich hatte keine Erfahrung mit der Thematik. Anschließend habe ich die Inhalte zusammengestellt, da ich immer eine gewisse Anforderung an mich stelle und viele Kleinigkeiten kamen noch dazu.

     

    Ich hoffe, dass gerade Spieler aus der Midgardgemeinde auf der Homepage interessante Inhalte finden. Ich würde mich auch über Kritik und Anregungen freuen, um auch für mich neue Erkenntnisse zu gewinnen. Dabei sei angemerkt, dass ich kein Profi bin, weder im Web, noch im Hobby.

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    Y_sea
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    Ypey ackerte jeden Vormittag. Sie suchte im Netz nach Informationen, verschaffte sich einen allerersten kleinen Überblick über die verschiedenen Angriffe von Viren, Trojanern und Würmern, die bekannten Sicherheitslöcher. Über die Unbekannten gab es natürlich noch keine Informationen. Langsam begriff sie, was ich damit gemeint hatte, dass zwei Jahre eine zu kurze Zeit waren. Dass es vielleicht überhaupt nicht ging. Langsam wurde ihr das Ausmaß dessen klar, was sie für ihr Hacker-Visionen lernen müsste.

     

    Als sie gerade ernsthaft in Erwägung zog, sich zu Lernzwecken auf einen Job als Systemadministratorin eines Windows-Netzwerks zu bewerben, protestierte ich endlich. So kam es, dass ich nicht gerade bester Laune war, als Robin und Feanor vom Einkaufen kamen.

     

    "Ihr ward bei Takko?!", sagte ich verächtlich.

     

    Robin verzog genervt seinen Mund.

     

    Feanor war besser geschützt. Er hatte den Angriff gar nicht erst mitbekommen.

     

    "Ja, guck mal, Mama, die BLINKEN!", rief er mir begeistert entgegen.

     

    "Ja?", ätzte ich. "Und wie viele Kinder müssen dafür 12-Stunden Arbeitstage bis zur Hüfte in giftiger Gerbsäure verbringen?"

     

    "Sag mal, spinnst du", fuhr Robin mich an, als Feanor ungläubig in mein zorniges Gesicht blickte und seine Hände, die eben noch so energiegeladen die blauen Winterschuhe mit Leuchtdioden in den Sohlen hoch gehalten hatten, matt nach unten sanken.

     

    Ich verschwand im Schlafzimmer und knallte die Tür hinter mir zu.

     

    So ist es immer!, beschwerte ich mich bei Ypey über das Unverständnis, das meine Familie für den Rest der Welt an den Tag legte. Er übernimmt etwas, aber er macht nicht das, was ich will. Und dann soll ich damit zufrieden sein. Als ob es so schwer wäre Schuhe zu kaufen, die unter fairen Bedingungen produziert wurden. Wir kennen doch die Läden. Dann kosten die halt doppelt so viel. Wer braucht Schuhe, die blinken?!

     

    Ich warf mich mit dem Gesicht zuerst auf das Bett.

     

    Du, entfuhr es Ypey. Du hast das Problem. Du hast ein schlechtes Gewissen!

     

    Natürlich habe ich ein schlechtes Gewissen, brauste ich auf. Wie kann man in dieser beschissenen Welt leben, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben?

     

    Ypey war still.

     

    Und?, forderte ich sie auf, drehte mich um und starrte an die weiße, nichtssagende Zimmerdecke.

     

    Da wollte ich von ihr schon mal eine Antwort haben und plötzlich fiel ihr nichts Schlaues ein?

     

    Ypey, sag was! Wie soll ich leben, wissend, dass die Produkte, die ich konsumiere, in menschenunwürdigen Bedingungen produziert werden? Wie soll ich ohne Reue essen, wissend, dass das Ökosystem der Erde das nicht mehr lange aushält?

     

    Du, dachte sie und ritt ruhig die Welle der Erkenntnis, die sie gerade getroffen hatte. Du bist mein Abenteuer. Nicht die Milliarden armer Menschen da draußen. Ich muss etwas für dich tun.

     

    Ich schluchzte.

     

    Lass mich nachdenken, sagte sie und dann sagte sie lange Zeit nichts mehr.

     

    * * *

     

    "Was magst du nicht an den Schuhen?", fragte Feanor beim Abendessen.

     

    Ich betrachtete ihn. Ich hatte jetzt nur die Wahl zwischen kaltem und warmem Mist. Wenn ich ihm sagte, dass ich die Schuhe schlecht fand, hätte ich jeden Morgen Stress mit ihm, wenn ich verlangte, dass er sie anzog. Wenn ich nichts sagte, würde der Konflikt und die Unsicherheit unterschwellig weiter schwelen. Aber er war sechs. Wie sollte ich ihm sagen, dass etwas, das er besaß auf der anderen Seite der Erde die Lebenserwartung von nur wenig älteren Kindern drastisch verschlechterte? Wie könnte er das verkraften? Ypey hatte recht. Ich hatte ein permanentes schlechtes Gewissen und das wollte ich Feanor nicht antun.

     

    "Nichts, Schatz", sagte ich beruhigend. "Ich finde nur, dass es bessere Läden zum Schuhe kaufen gibt."

     

    "Tschuhtschuh hat zu gemacht", warf Robin ein, der immer noch sauer war, weil ich seinen Einsatz nicht entsprechend gewürdigt hatte.

     

    Ich schmollte ihn an.

     

    Er schmollte zurück.

     

    Dann stand er auf und eröffnete mir: "Ich gehe mal laufen."

     

    Sein angebissenes Brot ließ er einfach auf dem Teller liegen.

     

    "Was hat Papa?", fragte Feanor Minuten später, als endlich die Haustür hinter ihm zu gefallen war.

     

    "Schlechte Laune", sagte ich. "Weil er keine Kritik verträgt. Nein, streich das. Weil er gerne möchte, dass wir alle zufrieden sind, und es strengt ihn an, wenn ich unzufrieden bin."

     

    Feanor war still. Robin war weg. Ypey beobachtete mich.

     

    Ich spürte es genau.

     

    Es saß wie ein Ameisenhaufen in meinem Nacken.

     

    Als ich die Teller von mir und Feanor in die Spülmaschine stellte, meldete sie sich wieder.

     

    Du musst lernen, so zu werden wie ich: Selbstbewusst, unabhängig, autark.

     

    Quatsch, antwortete ich mit düster verkniffenen Augen. Das letzte, was ich brauche, ist, so zu werden, wie du.

     

    Unzufrieden betrachtete ich Robins angebissenes Brot, verzog den Mund und ließ den Teller stehen.

     

    Was ist falsch daran, wie ich bin?, wollte sie wissen.

     

    Du bist super. Als Rollenspielcharakter. Aber um mit Feanor und Robin umzugehen, geschweige denn mit Linda oder Vanhouten, dafür bist du völlig ungeeignet.

     

    Ich glaube, da irrst du dich, meinte sie ernst.

     

    Das Telefon klingelte. Es war Vanhouten. Wenn man vom ...

     

    "Räum mal den Tisch fertig ab", zischte ich Feanor zu.

     

    "Herr Vanhouten", sagte ich dann mit einer aufgesetzten Freundlichkeit, von der ich selbst überrascht war, wie leicht sie mir fiel. "Was kann ich für Sie tun?"

     

    "Ihr Sohn hat schon wieder meine Tochter verprügelt."

     

    "Mama!", rief Feanor.

     

    Ich wechselte ins Schlafzimmer.

     

    "Das ist meine letzte Warnung. Wenn das noch einmal vorkommt ..."

     

    "MAMA!", brüllte es aus der Küche.

     

    Ich hielt den Hörer zu und rief zurück: "Jetzt nicht, ich telefoniere gerade!" --"Entschuldigen Sie, ich habe das gerade nicht mitbekommen", sagte ich dann in den Telefonhörer.

     

    "Ich werde dafür sorgen, dass der Bengel von der Schule fliegt!", rief Vanhouten, nicht wesentlich gesitteter, als mein Sohn.

     

    "MAAMAAA!", kreischte dieser.

     

    "Ich verstehe das nicht", sagte ich und rang um Gelassenheit. Etwas, das übrigens in sich ein Widerspruch ist. Was mich nicht davon abhielt, es zu versuchen. "Letzte Woche habe ich die beiden nach der Schule gesehen. Auf mich wirkte es, als hätten sie sich sehr gut verstanden."

     

    "Wenn du nicht sofort kommst, dann schmeiße ich das Wasserglas runter!", rief Feanor.

     

    Ich hoffte, dass durch die geschlossene Tür und den abgewandten Telefonhörer nicht so viel davon bei Vanhouten ankam.

     

    "Könnte es nicht sein, dass die beiden eine ganz normale Kinderfreundschaft haben, die eben nicht ohne Konflikte einhergeht?", fragte ich. "So lernen sie doch Konflikte."

     

    "Freundschaft?!", spuckte Vanhouten in das Telefon.

     

    Klirr, Platsch, machte es aus der Küche und das Schliddern von Glasscherben über feuchten Dielenboden kroch deutlich unter dem Türschlitz hindurch und produzierte lebhafte Bilder in meinem Kopf.

     

    Ich holte tief Luft.

     

    "Ich habe meiner Tochter den Umgang mit ihrem Sohn verboten und wenn Sie ihn weiter auf dieser Schule haben wollen, dann rate ich Ihnen, das gleiche zu tun!"

     

    Er legte auf. Ich vermisste die guten alten Telefone, wo man den Hörer auf die Gabel knallen konnte. So machte es nur sanft Piep, egal in welcher Stimmung man gerade war.

     

    Ich hätte gerne meinen Frust am Telefon ausgelassen.

     

    Stattdessen ging ich schwer atmend in die Küche.

     

    Feanor stand triumphierend in seiner selbstgemachten Pfütze und hielt drohend seinen nackten Fuß über die Glasscherben.

     

    "Feanor", sagte ich entschuldigend. "Ich habe gerade telefoniert, da kann ich nicht einfach auflegen und kommen, da musst du warten."

     

    "Nichts muss ich!"

     

    Ypey machte einen Schritt auf ihn zu und schlug ihm mit der flachen Hand ins Gesicht.

     

    Erschrocken schrie ich auf. Und wurde im nächsten Moment so wütend, wie ich schon lange nicht mehr wütend geworden bin.

     

    Ypey, du verdammtes Miststück!, schrie ich sie an und Zorn blitzte aus meinen Augen, so dass Feanor, der mich noch ungläubig angestarrt hatte, Reißaus nahm und ohne Jacke und Stiefel zur Tür hinaus verschwand.

     

    Was fällt dir ein?, tobte ich weiter. Dass du mein Leben aufmischst, ist ja noch ganz lustig. Aber von Feanor lässt du gefälligst die Finger. Ist das klar?

     

    Keine Antwort.

     

    Ist das klar, du undankbare, verantwortungslose Hexe?!

     

    Immer noch blieb alles still.

     

    Ich atmete auf. Es war ruhig. Es war still. Es war frei.

     

    "Bleib, wo du bist", sagte ich laut. "Ich will dich nicht mehr hören. Ich will nichts mehr mit dir zu tun haben. Du und ich haben uns nichts mehr zu sagen."

     

    Mit Grabesmiene nahm ich erneut das Telefon und wählte Tareks Nummer.

     

    "Hey Hedwig", begrüßte er mich, weil er meine Nummer auf seinem Display erkannt hatte. "Alles klar? Schon bereit für Freitag?"

     

    "Hallo Tarek", sagte ich ernst. "Ich wollte fürs Wochenende absagen."

     

    "Was? Das ist ja schade. Was ist passiert?"

     

    Ich schluchzte auf. Ich fiel auf die Knie, das Telefon rutschte mir aus der Hand und knallte auf den Boden.

     

    "Hedwig?", klang es dumpf aus dem grauschwarzen Gehäuse.

     

    Ich schluchzte und weinte und schniefte schließlich den Rest des Frustes weg.

     

    Dann nahm ich das Telefon wieder auf. Es war still geworden.

     

    "Tarek?"

     

    "Ich bin noch dran", antwortete er. "Ist es wegen dem Sex? Hast du Angst vor Tobi?"

     

    Ungeduldig schüttelte ich den Kopf, was er natürlich nicht sehen konnte.

     

    "Ich will aufhören mit Rollenspielen. Ich kann das nicht mehr. Ich leide unter Realitätsverlust. Ich habe jetzt seit Wochen Ypey in meinem Kopf ertragen müssen."

     

    "Was?"

     

    "Ja, sie redet mit mir. Naja, natürlich bin ich es, die durch sie mit mir redet. Aber es ist wirklich so, als redete sie mit mir. Sie hat angefangen, Entscheidungen für mich zu übernehmen, und sagt zickige Sachen und macht ... naja."

     

    In meiner Pause hörte ich Tarek schlucken.

     

    Es tat unglaublich gut, es endlich jemandem zu sagen.

     

    "Eben", fuhr ich hart fort, "eben hat sie--- habe ich Feanor geschlagen. Ich muss damit aufhören. Tut mir leid."

     

    Ich legte auf. Schnell. Ich wollte nichts von ihm hören. Auch wenn ich es nicht gesagt hatte, das Ende meines Rollenspielens musste auch das Ende unserer Freundschaft bedeuten. Er würde mich immer wieder daran erinnern, was ich aufgegeben hatte. Ich konnte ihn nicht mehr sehen. Genausowenig wie Ypey.

     

    Ich holte einen schon zusammengefalteten Umzugskarton aus dem Keller und baute ihn in meinem Arbeitszimmer auf.

     

    Dann stellte ich säuberlich alle Rollenspielmaterialien in den Karton, alle Regelwerke, Quellenbände, Mappen mit Charakterbögen, Abenteuerbände, selbst geschriebene Abenteuer, Kartenmaterial, Figuren und Würfel. Ich faltete die Laschen des Deckels ineinander und beschriftete den Karton mit `Rollenspielen'. Dann trug ich ihn in den Keller und stellte ihn in die hinterste Ecke.

     

    Der schwere Atem drückte mit Macht gegen die eiserne Umklammerung meines Brustkorbs, der krampfhaft versuchte, die Emotionen einzudämmen. Ich ging nach oben. Ich wischte die mit Glasscherben gespickte Pfütze auf. Dann machte ich mir trotz der späten Stunde einen Kaffee. Ich wollte mir etwas gönnen. Ich brauchte Kaffee. Gerade als ich mich mit dem Becher an den Küchentisch setzen wollte, auf dem noch die Reste des Abendessens standen, passierte es wieder.

     

    Du spinnst, sagte eine verächtliche Stimme in meinem Kopf.

     

    Ich verschüttete Kaffee und hielt den Becher nur mit Mühe gerade noch davon ab, ganz umzukippen.

     

    Verschwinde!, schrie ich, während die Verzweiflung mir die Kehle zu schnürte.

     

    Sie lachte. Dreckig. Überheblich.

     

    Ich rannte in den Keller und riss den Karton auf und wühlte darin herum, bis ich ihren Charakterbogen gefunden hatte, die Mappe aus hellblauer Pappe, die alles über sie enthielt, ihre Werte, ihre Hintergrundgeschichte, ihren Werdegang, ihre bisherigen Abenteuer, ihre Kontakte und Bekanntschaften und den Grundstock ihrer Verhaltensweisen. Den Karton ließ ich offen und unordentlich stehen, wo er war. Die Mappe mit dem Charakterbogen hielt ich auf dem Weg nach oben mit spitzen Fingern, wie eine brennende Sylvesterrakete. Ich rannte in den Garten und warf die Mappe auf den Säulengrill, den ich glücklicherweise immer noch nicht in den Keller geräumt hatte, obwohl schon fast November war. Der Wind öffnete die Mappe und ihr eigenhändig gemaltes Bild blickte mich an. Spöttisch und arrogant, so wie ich sie gezeichnet hatte. Ich stellte fest, dass mir Tränen über die Wangen rannen.

     

    Ich nahm das Feuerzeug von dem Fenstersims an der Veranda, wo es neben dem Aschenbecher lag, der da für meine rauchenden Gäste bereit stand.

     

    Schluchzend drehte ich das Rad und ließ die Flamme ins Leben springen.

     

    Das wagst du nicht!

     

    Oh, doch, antwortete ich und konnte kaum atmen. Ich muss.

     

    Ich bewegte die Flamme an den Karton der Mappe, der sofort einen schwarzen Rand bekam, aber nicht richtig brennen wollte.

     

    Hör auf mit dem Scheiß!

     

    Ich blätterte die Seite mit ihrem Bild um, denn es war in einer Klarsichtfolie. Folie verbrennen würde ich sonst nie! Aber es musste sein. Jetzt, bevor meine Entschlusskraft ins Wanken geriet.

     

    Das wirst du bereuen.

     

    Ich zündete also die Blätter dahinter an, die die nicht durch Klarsichtfolien geschützt waren.

     

    Du brauchst mich.

     

    Die Flamme sprang über, der Wind ergriff sie und bald fauchte das glühende Gas in die Luft. Auch die Pappe fing Feuer und wehrte sich nun nicht mehr. Die Folie schmorte und wurde zu giftigem Qualm. Warf Blasen. Schmirgelte zusammen.

     

    "Was machst du da?"

     

    Ich zuckte zusammen. Dann drehte ich mich blitzartig um.

     

    "Feanor!", schluchzte ich und warf mich fast auf ihn. "Feanor, es tut mir so leid. Ich wollte dich nicht schlagen. Ich wollte das nicht. Es tut mir so leid. Verzeih' mir. Ich werde das nie wieder tun!"

     

    Ich umarmte ihn, streichelte ihm über die Haare und küsste ihn auf die Wange.

     

    "Jaja, ist ja gut", sagte er offensichtlich peinlich berührt. Dann wiederholte er: "Was machst du da? Was verbrennst du da?"

     

    Ich schniefte und blickte mich um. Die Mappe mit dem Charakterbogen war zu einer schwarzen Masse verschmolzen, die grau rauchend vor sich hin schmorte. Flüssige Folie tropfte vom Rost in das Kohlebecken des Grills.

     

    Ich seufzte tief und erleichtert.

     

    "Was vom Rollenspielen", sagte ich, so locker ich konnte.

     

    "Kann ich auch was verbrennen?", fragte Feanor.

     

    Ich musste lachen.

     

    "Jetzt ist der Grill ja sowieso versaut. Wenn du mir danach hilfst, den Rost sauber zu machen, kannst du auch was verkokeln", stimmte ich zu. "Was willst du denn verbrennen?"

     

    "Weiß nicht. Meine Flöte?"

     

    "Nein."

     

    "Dachte ich mir schon", erwiderte er ungerührt. "Wie wäre es mit dem Struwwelpeter, den du sowieso nicht ausstehen kannst?"

     

    "Gute Wahl", freute ich mich. "Hol ihn her."

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    Gast hunter78
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    Von Gast hunter78,

    Hey Leute,

     

    ich würde mich sehr über eure Meinung freuen. Es geht um das Thema "Schadensbonus bei Wurfwaffen". Wenn ich im Regelwerk nichts übersehen habe, wird bei Wurfwaffen der Schadensbonus nicht mit auf den Wurf addiert. Macht es nicht sinn dies doch zu tun, da bei Wurfwaffen die Intensität des Wurfs u.a. von dem Schadensbonus/der Stärke abhängt.

     

    Was sagt ihr dazu? Habt ihr ggf. diesbezüglich eigene Hausregeln, die das anders handhaben?

     

    Vielen Dank für eure Meinungen!

  8. So, nun ist es soweit, ich werde Bayreuth verlassen. Aber nicht um Bayreuth tut es mir leid sondern um meine allwöchentliche Midgardrunde.

    Seit 5 Jahren habe ich fast jede Woche einige Stunden mit Alondro, Rabeneschen, Maya und Stefan (leider nicht im Forum) beim Rollenspiel verbracht. Es wurde viel gelacht, gerätselt, gewürfelt und Kaffee getrunken sowie genascht. Wir haben Ulrica von Byrne, Smaskrifter, die Teemeister, Kasugi Xuan, die Nagafrau, den Frosthexer (fast), den "schwarzen Lungenstecher", Lungalbanus (fast) und viele weitere Schergen besiegt. Wir haben Mokkatham, Alba (incl. Byrne!), Kan Thai Pan und den Karmodin gerettet, und so manche Schlacht zusammen geschlagen.

    Jetzt geht es für mich auf zu neuen Ufern. Als erstes werde ich einige Monate in der Umgebung Berlins verbringen und anschließend mich in Freising niederlassen. Ich bin mir sicher das der Kontakt zu meinen Freunden nicht abreißen wird, jedoch werden wir nur noch ganz selten zusammen Midgard spielen können :worried:.

     

    Dank an euch für die vielen schönen Stunden - ich hoffe es werden irgendwie weitere folgen :thumbs:.

     

    VlG die toe

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    Oin
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    Nun wurde es etwas kälter und ein leichter Wind der aufkam ließ Oin frösteln. Etwas weiter entfernt sah er dichte Rauchschwaden aufsteigen. Oin machte sich auf den Weg dorthin.

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    Gast Marcimarc
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    Von Gast Marcimarc,

    Gibt es hier P.R.-Spieler? Würde gerne einer Spielgruppe in Frankfurt a.M./ Umgebung anschließen. Schreibt doch bitte eine kurze Nachricht. Danke!

     

    Gruß

     

    Marcimarc :D

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    CrionBarkos
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    Ist Dir inzwischen irgendetwas Neues über "Smaskrifter's Erbe" bekannt (im Forum hast Du einen Spielbericht geschrieben gehabt), also wo man es herbekommen kann?

     

    Danke für jede Auskünfte.

     

    Crion

  10. Die frisch gebackenen "heiligen Kühe" Drachentöter zu Geltin machen nun endlich das Städtchen Slamorhad unsicher.

     

    Mit einem langen Anlauf über die verschlafen, heruntergekommene Burg Karataur kamen die tapferen Recken Jaroslaw, Miroslaw, Josko, Slemir und Gilbert nun doch in der Stadt mit dem unheilschwangeren Namen an.

     

    Dort leisteten sie seltsame Schwüre, kramten in Kramläden, demontierten ein Waisenhaus und trieben die Glashandwerker nach einer Kakophonie der Glasharfen in den Wahnsinn. Ein kleiner Kaffeeklatsch mit der ortsansässigen Mutter von Gilbert Grape und diverse Tagträumereien ließen aber noch genug Zeit die etwas heruntergekommenen Parkanlagen mit ihren Haselbüschen zu besuchen, eine geisterhafte Müllerin nebst Mühlrad zu belästigen und dem Mäusefänger von Slamorhad einen Denkzettel zu verpassen. In diesem Zusammenhang kam nätürlich eine ausgiebige Mäuse und Katzensektion nicht zu kurz.

    Auch polternde und flechtende Geister wurden ihrer Sitz- und Liegemöbel beraubt, sowie der eine oder andere nächtliche, dunkle Briefträger bloß gestellt.

     

    Was war der Lohn der ganzen Mühen?

    Ein paar altertümliche Buchklammern (immerhin aus Silber), fehlende Runen im Runenorakel, seltsam anmutende Auftritte des einen oder anderen Heroen auf Grund von ungewollt untypischem Verhallten, Schürfrechte in den Traumgruben und natürlich Fragen, viele Fragen. (Ach ja, die 500 GS nicht zu vergessen.)

     

    Wir werden sehen, wie es weiter geht...

     

    Ein zutiefst amüsierter

     

    Smaskrifter :D

  11. Nun dieser Blog soll einen Überblick über die laufenden Projekte zu Perry Rhodan geben.

     

    Das Projekt

    Atlan der Held von Arkon,

    beschäftigt sich mit der Jugend von Atlan während der Methankriege.

    Dieses offene Projekt ist jedem zugänglich und soll hoffentlich in Zukunft einen spielbaren Hintergrund für Kampagen liefern.

    Aus Zeitgründen finde ich aber kaum Möglichkeiten aktiv zu werden. Hier bräuchte ich jemand, der meine Arbeit in der Forumswiki fortsetzen möchte.

     

    Das Projekt

    Die Umgebung der BASIS

    wird ja sukzessive auf der Homepage von Dorifer bereits veröffentlicht.

    Hier wären Erweiterungen und Abenteuer eine tolle Sache, falls jemand dort seine Kampagen laufen hat. Auch hier leider ein kleines Zeitproblem. Ich dachte an ein angrenzendes System unabhängiger Arkoniden, die durchaus Ärger verursachen können.

     

    Das Projekt

    Das Zweite Imperium

    hat die erste Aufbereitungsphase überstanden. Nach der Einreichungen werden sicherlich noch viele Überarbeitungen notwendig sein, aber wir sind auf einem guten Weg.

     

    Das Projekt

    Die Meister der Insel

    hat gerade begonnen. Wird uns wohl länger beschäftigen und hoffentlich viele neue Möglichkeiten bieten.

     

    Das Projekt

    M-87

    läuft derzeit offen im Forum um einen Einstieg zu ermöglichen. Hier kann mann erste Versuche wagen ein Quellenbuch zu erstellen, daß sich ganz eng an den Serienkanon hält.

     

    Nun es gibt viel zu tun, aber wie schon Walt Disney sagte.

    Wenn du es dir vorstellen kannst, dann kannst du es auch machen.

  12. Da manchen Forumsteilnehmer immer noch Schwierigkeiten mit den im Internet üblichen Akronymen haben, stelle ich hier mal die wichtigsten sechs zusammen:

     

    Internet Akronyme

     

    • AFAIK = as far as I know = soweit ich weiß
    • IIRC = if I remember correctly = wenn ich mich richtig erinnere
    • IM(NS)HO = in my (not so) humble opinion = meiner (un)bescheidenen Meinung nach
    • LOL = laughing out loud / lots of laughing = lautes Lachen / viel Lachen
    • RO(T)FL = rolling on (the) floor laughing = ich rolle mich am Boden vor Lachen
    • SCNR = sorry, could not resist = entschuldige, ich konnte nicht widerstehen (den Kommentar abzugeben)

     

    Es gibt noch eine Menge mehr, die der Interessierte Leser in der Wikipedia nachschlagen kann. Mit den obigen sechs Vokabeln hat man allerdings 90% - 95% abgedeckt.

  13. Blog

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    Gast tammi
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    Von Gast tammi,

    hi zusammen,

     

    ich habe mir am wochenende das neue blackmores night album gekauft und bin restlos begeistert. wirklich tolle musik, kann ich jedem der auf rollenspiele, fantasy oder das mittelalter an sich steht nur ans herz legen!

    habe im netz ein tolles widget gefunden, könnt ihr ja mal gucken wie es euch gefällt. hier der link: http://www.spv.de/blackmoresnight/widget/

  14. Eigentlich wollte ich nur eine Liste aller Abenteuer haben und mal vergleichen, wieviel davon ich habe.

     

    Aber die Listen sind alle unvollständig.

     

    Und bevor ich meine eigene Liste zusammenstelle, schien es einfacher, eine der bestehenden Listen zu pflegen.

     

    Am einfachsten kann ich das im Wiki, als Quelle dient die Abenteuerliste von midgard-online und das Forum MIDGARD-Abenteuer hier.

  15. So, ich setze noch eben schnell den Rohentwurf einer Sternenkarte hier rein. Eine fertige Version kann dann später vielleicht ins CMS.

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    Fabian Wagner
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    Ich wünsche allen ein schönes Jahr 2008 ...

     

    Spielt schön!

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    ...oder gerne auch die Fasnacht.

    Fasnachtsfeuer sind so ne Sache, das Dorf trifft sich, man unterhält sich nett und die Kinder dürfen ihre Scheiben schlagen. Ganz nebenbei brennt da so ein Haufen Holz vor sich hin. Wer selbst noch nie dabei war, dem kann ich es nur empfehlen. Perfekt um endlich mal mit den Leuten zu reden die man sonst nur mal eben so auf der Straße trifft. Auch wenn es abseits des Feuers etwas kalt werden sollte gibt es ja noch immer Glühwein und deftige Würstchen.

    Für diejenigen die noch immer keine Ahnung haben von welchem Brauchtum ich hier rede, hier ist ein kleiner Auszug aus Wikipedia , alle anderen können getrost danach weiterlesen.

     

    "Neben den Umzügen gehört das Fasnachtsfeuer zum festen Bestandteil des Fasnachtsbrauchtums. Diese finden traditionell am Samstag bzw. Sonntag nach Rosenmontag statt und gehört nachweislich zu den ältesten Bestandteilen fasnächtlichen Brauchtums. Dazu werden mehrere Meter hohe Haufen aus Holz aufgetürmt und in Brand gesetzt. Auf der Spitze des Holzhaufens wird manchmal symbolhaft für die bösen Geister eine Puppe angebracht. Teilnehmer des Fasnachtsfeuer schleudern Wurfscheiben (Scheibenschlagen) in den brennenden Haufen."

     

    Traditionell geht man danach weiter zum Basler Morgästraich, der offizielle Beginn der Basler Fasnacht, bei welchem um Punkt 4 Uhr die Lichter ausgehen und die Cliquen mit Trommlern und Pfeifern ihre kunstvoll gestalteten Laternen durch die Straßen tragen.

  16. Blog 8ung

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    8ung
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    Gestern war "Karneval für Menschen mit Behinderung" im Kieler Schloss . Das er sich zum 40. mal wiederholte machte die Büttenreden nicht besser. Eine Rede, abgelesen von einem Zettel, von einem Politiker :bored: , kommt nicht wirklich gut rüber. :sleep:

     

    Ich steh nun wirklich absolut nicht auf Fasching, Verkleiden und künstliche Fröhlichkeit (ein dreifaches "Kiel Ahoi" :silly:), aber es war mein Job dort aufzutauchen und so musste nun mal eine Verkleidung her. Ich wühlte ein bisschen in meinem Schrank und unter dem Bett und zum Vorschein kamen ein weißes Rüschenhemd (aus vergangenen Tagen), eine rot-schwarz karierte Hose, grau-schwarze Ringelsocken, mehrere Ketten und Ringe und näturlich ein Kopf-/Stirntuch ala Jack Sparrow. Passende Schuhe waren schnell gefunden und ein Säbel fix noch in der Faschingsabteilung von Karstadt für 4 € gekauft. Somit war der Pirat fertig. Ich erntete viel Lob und Anerkennung und habe natürlich Angst :uhoh: und Schrecken :o: verbreitet.

     

    Erst heute morgen wurde mir klar, was für ein tolles Kostüm das war :blush: und alles befand sich unter meinen normalen Klamotten, wenn auch aus alten Tagen ... :lookaround:

  17. Danke, vielen vielen Dank! Über die Feiertage erhielt ich einen ganzen Stapel Nachfragen, weshalb es mit meinen Blogeinträgen so lahmte. Der einfache Grund: Vater Staat hat mich drangsaliert!

     

    Wer die Medien Anfang Dezember verfolgte, wird über meine Aktion "Triebverzicht - mit mir nicht!" gelesen haben. Leider stoppte die Aktion mitten in der Fußgängerzone meiner Heimatstadt, das Transparent mit dem Leitspruch unserer Gruppe wurde mir entrissen. Ich selbst wurde von einer Handvoll schick gekleiderter Weißkittel eingefangen.

     

    Ich bitte von Mutmaßungen, weshalb ich nun vor der Zeit wieder frei bin, Abstand zu nehmen. Die Erleichterung darüber war jedenfalls allgegenwärtig.

  18. Eigentlich brüsten sich die Schweizer ja gerne damit, dass sie selbstverständlich alle andern Schweizer verstehen (Ausser natürlich denen, die französisch oder italienisch sprechen, oder rätoromanisch)

    Oder die mehr als 40 Kilometer vom eigenen Wohnort weg aufgewachsen sind.

     

    Heute ist mein Kollege aus dem Mittag zurückgekommen und hat angefangen von einem Restaurant zu erzählen, das sich auf Lamjeni spezialisiert habe, was ich dann noch schneller verstanden habe als seine letzte Bemerkung, wo er sich über mich und die Rescheni lustig gemacht hat. Um zu beweisen, dass der Wahnsinn Methode hat, hat er dann noch die Bijini(Einzahl Biji) aufgeführt. Nach einigen Ausführungen habe ich verstanden, dass es sich dabei um Beieli handelt, was aber leider meine Zürcher Kollegen gar nicht verstanden haben. Die nennen so etwas Biendli.

    Daraufhin habe ich ein klassisches Berner Wort in die Runde geworfen, die Glungge (Mrz. Glunggene; ausgesprochen glung-gene). In Walliser-Diitsch heissen das Glutta (Mrz.Gluttna), die Zürcher wussten schon wieder nicht wovon wir sprachen, die nennen diese Dinger ganz profan Pfützen.

    Um sie zu trösten, wollte ich ihnen dann ein Chrömli anbieten, mein Kollege versuchte es mit einem Biskit, aber die beiden wollten nur Guetzli.

     

    Als ich dann allerdings erwähnte, dass ich auf dem Weg vom Stau einen Stou gesehen habe, weil jemand in die Staau-Planke gefahren sei, hatte ich eindeutig gewonnen :D

     

    Gwenddyd

     

     

    Erklärung:

    -Lamjeni = Lämmer, die Einzahl ist Lamje

    -Rescheni = Pferde, die Einzahl ist Resche

    -Bijini, Beieli, Biendli = Bienen

    -Glungge, Glutta = Pfütze

    -Chrömli, Biskit, Guetzli = Keks

     

    Das letzte Beispiel stellt eine Besonderheit des Solothurnischen dar, in dem (meistens) ein L nach Vokal durch ein U ersetzt wird.

    -Stau = Stall

    -Stou = Stau

    -Staau = Stahl

     

     

  19. Schön das du wieder vorbei schaust.

     

    Ja, du hast richtig gelesen. Ich war mal wieder unterwegs. Diesmal ein paar Tage in Frankreich. Per Flugzeug nach Paris und dann mit dem Mietwagen in den Norden.

     

    Tja, und das ganze dann zurück. Und da sind sie mir begegnet. Wer es nicht kennt dem sei gesagt das die Autobahnen die zum Flughafen führen sehr eng an Paris vorbei gehen. Und somit ist da zu jeder Zeit einiges los.

     

    Ich fahre also oder besser gesagt ich schleiche also so auf der Autobahn dahin. Hinter mir tausend Andere und vor mir nochmal so viel. Als ich schon fast am weg knicken bin reist es mich. Ein Schatten im Augenwinkel. Mmmh, muss ich mich wohl geirrt haben. Ah, schön die Geschwindigkeit der Schlange nimmt wieder zu. Wir sind wieder bei 50 km/h. Und da passiert es wieder. Ein Ohrenbetäubender Lärm wie der Schrei eines Urtiers. Einen Feuerschweif hinter sich herziehend saust das Ding zwischen den Autos durch. Und kurz danach der Nächste. Bei dem Feuer, der Geschwindigkeit und dem Lärm weiß ich sofort dass es Dämonen sind. Haben die sich hier in Paris einen Zugang verschafft?

     

    Eh ich mich versehen kann kommt schon wieder eine Horde vorbei geschossen. Mir wird das zu ungeheuerlich und ich will auf die rechte Spur wechseln. Nur raus hier. Und als hätte ich es nicht geahnt steht so ein Ding direkt vor meiner Beifahrertür.

    Nachdem ich meinen Schreck überwunden habe realisiere ich was da vor mir steht. Ein Dämon mit lederner Haut. Schwarzem Gesichtsfeld und einem metallenen Reittier – das Ding nennt sich Motorradfahrer. Und hier in Paris sind die vom Teufel besessen. Direkt aus der Vorhölle ausgespuckt.

     

    Versteh mich nicht falsch. Ich bin selbst Motorradfahrer. Aber was die hier anstellen ist nicht nur Selbstmörderrisch. Wenn die nicht alles Speed geschluckt haben müssen sie wohl Reinkarnationen alter Wesenheiten sein. Die fahren durch die engen Reihen der Autos mit fast der doppelten Geschwindigkeit. Wenn man Glück hat haben die ein moderneres Motorrad und ihre Warnblinkanlage eingeschaltet. Ansonsten kann man ihre Scheinwerfer in der Nacht nicht rechtzeitig erkennen. Und ein Spurwechsel ergibt dann nicht selten einen Kratzer.

     

    Und als bräuchte ich noch einen Beweis wurde ich gleich selbst von den Dämonen verführt. Urplötzlich lag die Straße leer vor mir und ich gab meinem Reittier, es hörte auf den Namen Beemweh, die Sporen. Und mit der gleichen Irrsinnigen Geschwindigkeit fliehe ich durch die Schluchten der Vorhölle, eh Vorstadt. Nur die Sackgasse des Flughafens konnte meinen Ritt stoppen. Als der Flieger dann auch noch eine Stunde Verspätung hatte wusste ich dass der Höllensog stark an mir gerissen hat.

     

    Also sei gewarnt. Sollte dieser Blog mal in Rauch und Flammen aufgehen haben sie mich erwischt.

     

    Dir noch ein schönes und friedfertiges neues Jahr.

     

    Ha, ha, ha – äh Ho, ho,ho natürlich.

     

    112881.jpg

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